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'»•7 ^^^^^
/■? J< iz _
-'"^ S'*^
I
/
JOHANN JOSEF FUX
HOFCOMPOSITOR UND HOFKAPELOffilSTER
DEK KA SEK
LEOPOLD L, JOSEF L UND KARL VL
[ VON 1698 BIS 1740.
NACH URKUNDLICH KN FORSCHUNGEN
VON
De. LUDWIG RITTER VON KÖOHEL.
MIT EINEM BILDNISSE UND ZWEI PACSIMILE.
MIT UM'KRSTÜTZUNO T>EK KAISKRLICHEN AKADEMIK I*KR WISSK^gCHA^TKN IN WIEN.
WIEN.
VLKRED HOLDER (BECK'SCHE ÜNIVERSI'IÄTS-UUCHHANDLUNO
1872.
Verlag von Alfred Holder (Beck'sche Universitäts
Buchhandlung) Wien^ Rothenthurmstrasse 15.
Von demselben Verfasser erschienen bereits früher:
I>i*ei und aolitzig-
neu aufgefundene
Original - Briefe
Ludwig yan Beethoyen's
an den
Erzherzog Rudolph,
Cardinal ' Erzhitchof von Olmüiz, kaia: H.
Preis 1 11. 10 kr.
Die
Kaiserliche Hof -Musikkapelle
in Wien.
Von 1543—1867,
Nach urkundlichen Forschungen,
Frei» 2 11.
Diiuck der k. k. Hof- und Staatsdruckerei in Wien.
Johann Josef Fax.
4
JOHANN JOSEF FUX.
Nioh d«m Olgemllde tm Archive der Oesellsohr^ft der Musikfreunde In Wien.
Zeichniiog tod Lndwlt M&vkt.
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4 •
A Vorwort.
ten Opern und Oratorien, wie der Ejrchenmasik aus jener Periode
gekommen, welche 1826 bis 1829 ans dem Archive der Hofka-
pelle auf Veranlassung des Hofbibliothekpräfecten Grafen Moriz
Dietrichstein übertragen worden *. Dadurch wurde zugleich der
Grund zu dem thematischen Verzeichnisse von mehr als 400 Wer-
ken unseres Fux* gelegt, wozu aber ausserdem die Archive des
Wiener Musik Vereins, der Stifte Schotten in Wien, Gott-
weig in Unterösterreich und Eremsmttnster in Oberöster-
reich, dann der Kirche St. Peter in Wien sowie des Domes
in Salzburg, ferner der kön. Bibliotheken in Dresden und
Berlin bedeutende Beiträge lieferten.
Aus J. Mattheson's Musica critica wurden die Briefe des Fux
ttber Solmisation und die Entgegnungen Mattheson's, da jenes
Werk seltener geworden ist, gleicherweise die Widmungen der
Missa canonica und des Concentus musico-instrumentalis von Fux
in der Beilage IQ abgedruckt.
Nicht unberücksichtigt blieben begreiflich die ürtheile von
Zeitgenossen über Fux, die in Mattheson's Ehrenpforte, in Quantz'
Lebensbeschreibung u. a. niedergelegt sind. In den Briefen des
Apostolo Zeno und Metastasio wird wohl ihrer eigenen Text-
bücher zu den Opern, aber nur im Vorübergehen der Musik dazu
und ihrer Compositoren erwähnt: der Name Fux erscheint nie
darin, wiewohl dieselben Briefe zur Characterisierung Kaiser
Karl VI. manches Brauchbare darbiethen.
Zu einem näheren anschaulichen Bilde des Hof- und Stadt-
lebens in Wien aus jener Zeit mit besonderen Daten, worin des
Hofkapellmeisters Fux ausdrücklich erwähnt wird, diente das
„Wiener Diarium", die früheste politische Wiener Zeitung,
welche von der Ghelenischen Buchdruckerei im Jahre 1 703 be-
1 J. F. Mosel, Gesch. der k. k. Hofbibl. in Wien. p. 260 und 271.
^ Beil. X dieses Werkes.
Vorwart. XI
gründet und von den Erben des Begründers anderthalb Jahrhun-
derte fortgesetzt wurde *. Die Feste bei Hofe sowie die kirch-
liehen Vorgänge wobei der Hof erschien, die geistlichen Oratorien,
die theatralischen Auffllhrung^en, die Jagden und sonstigen Be-
lustigungen sind mit ziemlicher Genauigkeit darin verzeichnet.
Unter den im ganzen spärlichen gedruckten Quellen der
Periode Kaiser Leopold I. ist Job. Joachim Müller's Staats-
Cabinet mit seinen Bemerkungen gelegentlich eines Aufenthaltes
in Wien im Jahre 1660 zu erwähnen; bedeutenderes, besonders
mit Rücksicht auf Musik enthält Bin k 's Geschichte des Kaisers
Leopold I. (1714) ; für eine öpätere Periode des Wiener Stadt- und
Hoflebens geben die Lettres et mämoires du Baron Pöll-
nitz manche bezeichnende Daten, da derselbe 1719 und 1729
längere Zeit in den höheren und mittleren Kreisen der Wiener
Gesellschaft als ein feiner leidenschaftsloser Beobachter sich be-
wegte.
Daran schliessen sich Joh. Georg Keyssler's Beisen
durch Deutschland, Böhmen, Ungarn*, welcher im Jahre 1730
durch vier Monate in Wien sich aufhielt, und vieles fleissig
notierte.
Was noch sonst von untergeordneteren gedruckten und un-
gedruckten Behelfen für diese Zeitperiode aufzutreiben war,
wurde begreiflich nirgends vernachlässigt, wenn auch die Aus-
beute oft nur äusserst kärglich ausfiel.
^ Ein completes Exemplar davon, das jetzt sehr selten vorkommt, ist
in der Bibliothek der Gemeinde Wiens.
2 Sie erschienen, zwei grosse Quartbände, in drei Ausgaben : I. Ausg.
1740-41; IL Ausg. 1751; III. Ausg. 1776. — Den Aufenthalt in Wien
schildert Keyssler im zweiten Bande pag. 1213—1266. — Die Notiz über
die Musik daselbst (p. 1233) ist dürftig, und kein Name der damaligen Kory-
phäen dieser Kunst wird dabei erwähnt.
XII Vorwort.
Meines wärmsten unvergänglichen Dankes mögen hier alle
versichert sein, welche zn dem Zustandekommen dieses Werkes
hilfreiche Hand bothen: sämmtliche Vorstände an den erwähnten
Archiven und Bibliotheken in Wien, Göttweig, KremsmUnster,
Salzburg, Dresden und Berlin, ganz besonders aber die Custoden
und Archivare an der k. k. Hofbibliothek und dem k. k. Oberst-
hofmeister-Amte in Wien, dann JosefLaimeggeramk. k. Lan-
desgerichte daselbst sowie KarlLudwig Sey dl er Domorga-
nist in Gratz, welche niemals ermüdeten, meinen oft wiederholten
Anfragen die bereitwilligste Folge zu geben. Wäre es doch ge-
radezu unmöglich gewesen , ohne ihren freundlichen Beistand zu
irgend einem nennenswerthen Resultate zu gelangen.
Inhalt.
Seite
Vorwort V
I. Johann Josef Fax: Heimatland <-> Geburtsort — Stammbaum —
Lehrjahre — Vermählung — Organist bei den Schotten (1660
bis 1697) 1
II. Wien und seine musicalischen Zustände unter Kaiser Leopold I.
,, . {1660-.170Ö) 12
il^IIL Fox wird kais. Hofcompositor (1698).— Seine Instmmental-Com-
- Positionen 47
IV. Fux unter Kaiser Josef I. (1705—1711) — Die Compositoren
0. Aug. Badia — Marc Antonio und Giovanni Bononcini —
Francesco Tosi 62
V. Fox, Kapellmeister am Dome zu St. Stephan in Wien (1705—1715)
— Reformierung der Hofkapelle — Fux wird Vice -Hofkapell-
meister des Kaisers und Kapellmeister der Kaiserin-Witwe Wil-
helmine Amalia (1713—1718) — Die Compositoren Marc An-
tonio Ziani und Antonio Lotti 71
VI. Kaiser Karl VI und sein Hof (1712—1740) — Fux wird kaiser-
licher Hofkapellmeister (1715) — Seine musicalische Thätigkeit
(1714—1716) — Darstellung seiner Oper Angelica (1716) — An-
tonio Caldara, Vice-Hofkapellmeister (1716—1736) — Die Hof-
compositoren Francesco Conti (1713—1732) — Giuseppe Porsile
(1720—1736) 80
Vn. Chronik (1717—1718) — Fehde mit J. Mattheson wegen der Sol-
misation und Kirchentöne (1717—1718) — Die Opemdichter
Apostolo Zeno (1718—1731) und Pietro Pariati (1713—1733) . 97
VIIL Fux' Kirchenmusik 117
IX. Chronik (1719—1721) — Abfertigung für die eventuelle Witwe
— Seine Oper Costanza e Fortezza in Prag (1723) — Caldara's
OperEuristeo (1724) . 144
X. Der Gradus ad Pamassum (1725) 153
XI. Conflict mit Principe Pio — Die Cäcilien-Congregation — Chro-
nik (1725—1728) — Faustina in Wien 165
XII. Die Oratorien von Fux (1714—1728) — Chronik (1729, 1730)
— Die Oper Elisa — Die Operndichter P. Metastasio (1730—
1740) und Claudio Pasquini (1733— ;742) 174
XrV Inhalt.
Seite
XIII. Die Opern von Fux (1702—1731) — Chronik (1731—1733) —
Gnadengabe für den Neffen Matthäus 191
XIV. Die kaiserliche Hofkapelle unter ihrem Kapellmeister Fux (1715
—1740) 215
XV. Schüler des Fux — Porträte — Wohnungen — Krankheit und
Tod — Seine Verhältnisse zu zeitgenössischen Componisten —
Anhang — [Register] ... 259
Beilagen.
Beilage I. Urkunden: Familien- und Vermügensverhältnisso des
J. J. Fux (n. 1—24) 285
Beilage II. Urkunden : Anstellungen — Beförderungen — Beschwer-
den des J. J. Fux — Reorganisierung der Ilofkapelle (n. 1—34) . 297
Beilage III. J. Mattheson: Solmisationsstreit mit Fux — Beschuldi-
gung des Francesco Conti (n. 1— 11) 326
Beilage IV. Zum Gradus ad Parnassum — Dedicationen (n. 1—6) . 349
Beilage V. Stände der kaiserlichen Hofmusikkapclle von 1680 bis
1740 (n. 1—390). [Mit Register.] a57
Beilage VI. Urkunden: Fux, Gutachten üb r Hofmusiker von 1715
bis 1740 (n. 1—260). (Mit Register.] 376
Beilage VII. Compositionen Kaiser Ferdinand III., Kaiser Leopold I.
und J. J. Fux (n. 1—3) 457
Beilage VIII. Verzeichniss der Opern, Serenaden, Feste teatrali und
Oratorien, welche am kaiserlichen Hofe in Wien von 1631 bis 1740
gegeben wurden (n. 1—791). [Mit Register.] 483
Beilage IX. Kirchentexte (n. 1—20) 573
Beilage X. Thematisches Verzeichniss der Compositionen von J. J.
Fux (n. 1—405). [Mit Register.] (Nach Seite 584 beginnt eine
neue Paginierung.) 1
Johann Josef Fnx.
1660 - 1741.
I. .
Johann Josef Fax: Heimatland ^ Geburtsort — Stammbanm — Lehr-
jahre — Terrnfthliing — Organist bei den Schotten (1660 — 1097).
Von dem weithin gesehenen Sehöckelberge im Gratzerkreise
Steiermarks senkt sich gegen Süden durch mehrere Meilen ein
amnuthiges Hügelland ab, westlich von der Mur, Ostlich von der
Raab begleitet. Wälder, Fluren und Wiesen lösen sich ab, es
gedeiht dort der Mays, das Obst und der Wein in den nach Süden
offenen Lagen. Auf einem dieser Hügel, etwa drei Meilen östlich
von Gratz, liegt Hirtenfeld, nach alter Landesart Gegend (an-
derwärts auch Weiler) genannt, das ist ein Complex von Häusern
und Feldern, welche einen Bestandtheil einer Ortsgemeinde aus-
machen. In Hirtenfeld steht noch das Haus Nr. 50, wo Johann
Josef Fnx geboren ward. Unter Obstbäumen und Wirthschafts-
gebäuden versteckt, war es zu jener Zeit aus Holz gezimmert, mit
einem einzigen Wohnzimmer versehen, während es in neuerer
Zeit in ein stattliches gemauertes Erdgeschoss umgewandelt
wTirde und bis 1868 den Bauer Josef Hartner, Vorstand der
Gemeinde Langegg* beherbergte, von welcher die Gegend
Hirtenfeld ein Theil ist.
Unbestritten ist jetzt Hirtenfeld der früher ganz unbekannte
Geburtsort unseres J. J. Fux. In, der Widmung seines Gradus ad
Parnassum (1725) hatte er seinem Namen „Styrus^ — aus Steier-
mark — aber ohne Angabe seines Geburtsortes beigesetzt. Ganz
bestimmt spricht sich aber die Trauungsmatrikel des Domes von
St. Stephan in Wien aus*, wo er „zu Httrtenfeldt in Steuermarkh"
gebürtig angegeben wird. Ausserdem vermacht J. J. Fux in
seinem Testamente^ im Falle einer Substitution ein Legat dem-
jenigen Bruder des eingesetzten Legatars, welcher „alsdann im
rechtsamben Besitz des Fuxischen Hauses zu Hürtenfeld in Steyer
1 1 4. Dec. 1868. 2 Beil. LI. 3 Beil. 1. 10.
Köekei, J. J. Fax. 1
2 Geburt — Aeltern.
Markh in St. Mareiner Pfar gelegen , sein wttrde^. Auch der noch
(1870) lebende neunzigjährige Greis Johann Fux (Stammb. 24),
ein wohlhabender Bauer in Obergoggitsch, erinnert sich wohl^
dass er vor 60 Jahren aus dem erwähnten Hause seines Vaters
Jacob Fux (Stammb. 14) weggezogen sei.
Nicht so klar konnte das Geburtsjahr unseres J. J. Fux aus-
gemittelt werden. Denn in der Wiener Todtenmatrikel vom
14. Februar 1741 wird Fux 81 Jahre alt^ angeführt, er müsste
demnach um 1660 geboren worden sein, da erstens zu jener
Zeit „81 Jahre alt^ bedeuten konnte, er habe das 81ste Jahr
angetreten — oder auch er habe dasselbe vollendet ; femer aber
aus dem Grunde, dass die Altersangaben dazumal, wie ich mich
mehrfach zu überzeugen Gelegenheit hatte, wenig verlässlich sind.
Also um 1660 war Johann Josef Fux geboren. Leider konnten
auch die Pfarrbttcher in St. Marein bei Pickelbach keinen Auf-
schluss geben, da sie im Jahre 1662 ohne Ausnalune bei einer
Feuersbrunst verbrannt wurden, und die neuen mit^ dem Jahre
1663 anfangen, lieber Feststellung des Geburtstages und Jahres
ist also für jetzt nichts zu erwarten. — Erfreulicher war es, dass
durch die neuen Matrikelbücher in Verbindung mit dem öfter er-
wähnten Testamente möglich geworden war, die Abstammung und
Verwandtschaft des J. J. Fux durchaus sicher aufzustellen. Dies
gelang, ungeachtet der Name Fux mehreren unter einander nicht
verwandten Familien in jener Gegend zukommt, in folgender
Weise. Im Testamente nennt Joh. Jos. Fux die Eva Maria,
den Sebastian und Matthäus Kinder seines (17.31) bereits
verstorbenen Bruders Peter Fux. Nun wiesen die Pfarrbücher
nicht nur einen im Jahre 1724 verstorbenen Peter Fux, Bauer
von Hirtenfeld und dessen eben erwähnte 3 Kinder (nebst an-
deren 9 Sprösslingen) nach, sondern in der Trauungs-Matrikel
vom 6. Februar 1 695 wird auch derselbe Peter Fux „ A n d r e a e
Fux et Ursulae coi^jugis filius'' in Hirtenfeld genannt. Daniit
waren auch die Aeltern unseres Johann Josef Fux aufgeklärt,
während noch überdies in dem TodtenprotokoU vom 16. Februar
1691 „Ursula Fux von Hirtenfeld, bei 50 Jahre alt, und am
1 Beil. I. 6—9.
Familie Fiix
1. Am
geb. ns
3. M
Terra.
gest. 16
bci5(
2. Johann Josef,
3. K
geb. um 1660, gest.
geb. J
■
13. Febr. 1741 (kin-
i
derlos); Term. mit
gest.?
ClaraJaliana Schniz-
1751),
zenbaum 5. Jjini
1696, gest. 8. Juni
1781.
1
5. Maria,
6. Sebastian,
7. Georg,
8. Elisabeth,
9. Johann, 10. Katharina,
Reb. 18.NoTemb.
geb. 29. Decomb.
gob. und gest.
geb. 29. Augast
geb. und gest. geb. 31. August
1696,
1697,
1700.
1701,
1704. 1705,
gest. 6. April
gest. 10. Mai 1759;
gest. 3. Mai 1775,
gest. 22.
Not.
1T73.
verm. aj mit
vorm. Puch-
1785, verm.
I-co-
Barbara Pamer,
müller.
pold.
öj mit Theresia
Pncher.
■A
17. Maria,
geb. 29. April
1739,
gest.? verm.
Nöst.
18. Sebastian,
geb. 9. JKnner
1741,
gest. 4. Juli
17Ä8.
19. Peter,
geb. 23. Jänner
1744,
gest. 24. Sept.
1753.
20. Andreas,
geb. 12. Octob.
1748,
gest. nach 1774.
21. Gottfried,
geb. 8. Novemb.
1751,
gest. 8. Sept.
1753.
22. Johann,
geb. 16. October
1753,
gest. 29. März
1756.
23.1
geb. I
gest.
Zu Seite
nn Hirtenfeld.
:1«10, gest.
.1 iTl* ;
« UrsaU,
Ftbr. 1691,
lfthr«alt.
tharina,
^ <V'ober
ES
,14. Ang.
6«i Tü J.
de
4. Peter,
geb. 7. jQni]672,
gest. 20. Februar
1724; Term. mit
Katharina Steln-
khlelbl (6. Febr.
1J95).
li. Magdalena,
«et. 32. Aagast
1707,
:t$t. nach 1774,
Tena. Wolf.
12. Josef,
geb. 1711,
gest. 1775.
13. Mar. Anna,
geb. 19. April
1713,
geat. naeh 1774,
verm. Orelml.
14. Jakob,
geb. 21. Juli 1715,
gest. 7. December
1797 ; Term. aj mit
Maria, verw. Nöst,
gest. 29. Juni 1775,
kinderlos ; 1>J mit
Mar.Orlesl28.Aag.
1775, gest. 1836,
^erm. als Witwe
1 799 mit J. Hartner.
I
24. Johann,
geb. 85. Decemb.
1776,
lebte Dec. 1870
(kinderlos).
25. Maria,
geb. 8. Jänner
1778,
gest. 1859, Term.
Silberstein.
26.€on8tantia, 27. Theresia,
geb' 18. Decemb. geb. 10. April
1779, 1781,
gest. 24. August gest. vor 1788.
1795.
15. Barbara,
geb. 1717,
gest. 1718.
16. Matthäus,
geb. 16. Septemb.
1719,
gest. nach 1749,
Tor 1771.
28. Stephan,
geb. 24. Decemb.
178-i,
gest 23. Jänner
1783.
29. Theresia,
geb. 10. Juni
1T8S,
gest. Tor 1SC6.
Stammbaum. 3
S. März 1708 Andre ^x von Hirtenfeld ^seines Alters bei etlieh
90 Jahr alt^ begraben vorkommt.
Der Stammbaum der Familie Fux mit seinen 29 Familien-
gliedem bemht nnn vollständig auf den Pfarrbttchem von St.
Marein nnd fand noch später im Jahre 1773 in dem Testamente
der Eva Maria Fux (Stammb. 5) und der Quittung der von der-
selben bedachten Verwandten seine volle Bestätigung ^
Nach diesem Stammbaume hatte Johann Josef Fux zwei
Geschwister, Katharina (Stammb. 3) und Peter (Stammb. 4)^
welcher letzte 12 Nachkommen (Stammb. 5 — 16) hatte , von
denen Sebastian (Stammb. 6) und Jacob (Stammb. 14) das
Geschlecht noch um eine Generation fortsetzten. Von dieser Gene-
ration sind die 7 Kinder Sebastians (Stammb. 17 — 23) längst
gestorben ; von den 6 Kindern Jacobs (Stammb. 24 — 29) lebt nur
noch der erwähnte Greis Johann Fux (Stammb. 24) in Obergog-
gitschy mit welchem, da er kinderlos ist, die ganze Familie des
Johann Josef Fux erloschen sein wird. — Auffallend ist schon beim
ersten Anblicke die lange mittlere Lebensdauer in der Famil\e
Fux, da sie von 1610 bis 1866 also in 256 Jahren nur 4 Gene-
rationen entwickelte, wodurch 64 Jahre auf eine derselben kom-
men : es wiederholt sich auch die Lebensdauer von 80, 90 und
mehr Jahren bei einzelnen Individuen mehrmals.
Der Biograph ist genöthigt zu einem ihm peinlichen Ge-
ständnisse zu schreiten, und doch darf er damit nicht zurückhal-
ten. Ungeachtet vielfacher und angestrengter Bemühungen ist es
durchaus nicht gelungen, Aufklärungen zu erhalten über die
ganze Periode des Lebens unseres Fux von seiner Geburt bis zum
36. Jahre seines Lebens (1696), wo der Bauemjunge aus Steier-
mark plötzlich auftaucht in Wien als ein fertiger Mann, ausgerü-
stet mit tttchtigen musicalischen und anderen Kenntnissen, als
Organist des Stiftes zu den Schotten, der die Tochter eines Be-
gierunssecretäi^ heuratet und seinen Buf als Musiker bereits so
begründet hatte, dass 2 Jahre später Kaiser Leopold I. ihn pro-
prio motu zum Hofcompositor ernannte. Ueber alle so wichtigen
Fragen in der Lebensgeschichte eines bedeutenden Künstlers :
wann brach sein Talent zuerst hervor? wie bildete er es aus?
1 Beil. L 14—18.
1*
4 Bildungsjahre.
wer verschaflte ihm die Mittel dazu? wer waren seine Lehrer?
wie waren seine ersten Versuche in seiner Kunst gea^et? —
und dann noch spedell bei Fux : wann und wie kam er nach
Wien und machte sich da bekannt? — über alle diese Fragen
nur verlegen und mit beredtem Schweigen die Achsel zucken
zu müssen ohne den Gleichmuth zu verlieren, dazu gehört einige
Selbstverläugnung, besonders, wenn es gelungen ist, andere
ganz verhüllte Parthien aufzuhellen. Möge es dem wohlwollen-
den Leser gefallen, wenigstens mit seinem Blicke zu folgen, wie
der Biograph über jene dunkle Klufk auf der schwanken Brücke
von Vermuthungen sich hinüber zu helfen bemüht war, und hie
und da auf Thatsächliches gestützt wenigstens bis zu einiger
vermittelnder Wahrscheinlichkeit zu gelangen, die freilich kei-
nen Anspruch auf Gewissheit machen kann, aber doch das Trost-
lose einer so bedeutenden Lücke zu vermindern geeignet sein
dürfte.
Die Vorfahren und Seitenverwandten unseres Johann Jo-
sef Fux gehörten der Geburt nach sämmtlich dem Bauernstande
an und blieben auch darin mit Ausnahme des Kapellmeisters
und seiner zwei Bruderskinder Eva Maria und Matthäus, die
er nach Wien kommen und denen er eine bessere Erziehung
angedeihen Hess. Der Vater des Kapellmeisters, Andreas Fux,
hatte erst in späteren Jahren geheuratet und mochte bei der
Geburt seines Sohnes Johann Josef (1660) 50 Jahre alt gewe-
sen sein, während die Mutter Ursula kaum das 208te Jahr er-
reicht haben konnte K Welche Bildung die Kinder in Hirtenfeld er-
halten haben konnten, das mehr als eine Wegstunde von der näch-
sten Pfarrschule in St. Marein entfernt war, lässt sich aus den
Leistungen der übrigen Verwandten entnehmen, welche noch 100
Jahre später (1773) wie bereits erwähnt, ihren Namen unter eine
Quittung zu fertigen nicht vermochten*. Wenn die Dinge ihren
gewöhnlichen Verlauf nahmen, so musste der ältere Bauerssohn
Johann Josef wieder Bauer werden und seiner Zeit die kleine
Wirthschaft in Hirtenfeld übernehmen. Das geschah aber nicht,
da sein jüngerer Bruder Peter succedierte ; es musste daher
ein bestimmender ausserordentlicher Umstand eingetreten sein,
1 Vergl. Stammbaum. » Beil. 1. 17.
Bildun^sjahre. 5
der die gewöhntiehe Nachfolge gestört haben mochte. Diese stö-
rende Ursache dürfte am uatttrlichsten in dem frühzeitig hervortre-
tenden bedeutenden Talente des ältesten Sohnes Johann Josef zur
Mnsik zu suchen sein, welcher zu der Beschäftigung des Acker-
mannes sich nicht verstehen wollte und alles von sich wies,
was nicht auf Befriedigung der Forderungen seines Kunstdran-
ges hinzielte. Mit dieser Annahme steht wenigstens das im Ein-
klänge was Fux in seinem Oradus ad parnassum (pag. 43) auf
die Frage des Lehrers , ob sein Schüler auch wahren Beruf zur
Mnsik in sich ftthle^ diesen antworten lässt. Er sagt : ,,Zur Zeit,
als ich noch nicht im vollen Gebrauche meiner Vernunft war,
wurde ich durch die Heftigkeit ich weiss nicht welchen Triebes
hingerissen, es richtete sich all mein Sinnen und Trachten auf
die Musik, und auch jetzt bin ich von einer beinahe wunderbaren
Begierde sie zu erlernen durchglüht und wie willenlos dahin ge-
drängt ; Tag und Nacht scheinen meine Ohren von süssen Klän-
gen umtönt zu werden, so dass ich an der Wahrheit meines Be-
rufes durchaus keinen Grund zu zweifeln habe'^. Und wenn spä-
ter der Meister versichert, „es freue ihn ungemein, einen Schüler
nach seinem Sinne gefunden zu haben^ — kann man da nicht
mit Grund annehmen, dass Fux in den lebenswannen Aeusserun-
gen des Schülers — die wirklichen Empfindungen seiner
eigenen Jugend zum Ausdruck gebracht habe? Vielfache Er-
fahrungen bezeugen es, dass der unwiderstehlich treibenden
Jngendkraft eines grossen Talentes auch die entgegenstehenden
widrigen Verhältnisse weichen müssen; das Talent bricht sich
Bahn und arbeitet sich empor. Dass Fux seinen unbezwingbaren
Lemtrieb weder für Musik noch andere Fächer des Wissens in
Hirtenfeld oder St. Marein befriedigen konnte, ist einleuchtend,
es ist aber auch keine Schule weder in der ganzen Obersteier-
mark in einem Kloster wie zum Beispiel Renn, oder auch in
Gratz bekannt, wo ein Musiktalent sieh hätte bilden können. Dia-
bad ^ hatte zwar die öfter nachgeschriebene Fabel in Umlauf
gesetzt, Johann Josef Fux sei in Böhmen gebildet wor-
den und habe die besten Kapelle^n in Deutschland, Italien
und Frankreich besucht'', allein das ist eine durch gar nichts
1 Histor. Künstlerlexicon für Böhmen. I. p. 486.
6 Bildung in Wien.
begründete Unterstellung, die jede Kraft durch die Betrachtang-
verliert, dass zu jener Zeit gar kein bedeutender Musiklehrer in
Prag lebte, und ausserdem gibt Dlabaö eine Probe seiner Glaub-
würdigkeit durch die an einem anderen Orte ^ keck hingestellte
Behauptung, ,,die Mnsik^ (der 1723 in Prag aufgefllhrten Oper
Costanza e Fortezza) „sei von dem berühmten Kapellmeister I>^x,
der eben ein B 5 h m e (! !) war und zuvor mehr als 20 Jahre (! !)
in Prag lebte" ; während in Wirklichkeit der Steiermärker Fux
27 Jahre (und gewiss viel länger) vor 1723 von Wien sich nicht
entfernte. — Unter den Verhältnissen jener Zeit war für Fux
keine Stadt, wo er alles finden konnte, was er zur Befriedigung
seines Bildungstriebes benöthigte, als die Residenzstadt Wien.
Dort war ein Kaiser (Leopold L), der die Musik leidenschaftlich
liebte und fürstlich beförderte, ein Orchester, welches das Stau-
nen Europa's erregte, und Kapellmeister, welche zugleich als Leh-
rer des verdientesten Rufes genossen ! Ungeachtet es den For-
schungen nicht gelingen wollte, einen weltlichen oder geistlichen
Gönner nennen zu können, welcher auf das Talent des jungen
Menschen auftnerksam geworden denselben nach Wien gebracht
haben konnte, so bedarf es eines solchen Dens ex machina nicht ;
es genügt, dass der Ruf der Musik von Wien, der weit über die
Grenzen des Reiches sich verbreitet hatte, auch in die viel nähe-
ren Gebirge Obersteiermarks gedrungen war, und die Verbindung
•eines kleinen Schulmeisters mit irgend einer, wenn auch obscu-
ren Persönlichkeit in Wien konnte hinreichen, dass der Musen-
Jüngling den Wanderstab ergriflf — und, wie viele andere vor
ihm und nach ihm — ohne besondere Unterstützung getrost dem
Eldorado seiner Wünsche zusteuerte.
Eine Bestätigung der Annahme, dass Fux nirgend anders
als in Wien seine Kunstbildung erhalten habe, finde ich in einer
Stelle der Dedication des Gradus ad Parnassum. Darin sagt Fux
dem Kaiser Karl VI. : „Hoc opusculum [Gradus ad parnassum]
. . . Tuum est origine, quia Inclytorum Antecessorum Tuorum sub
Auspiciis Musica mea initium sumpsit et incrementum traxit^.
Sollte der Sinn dieser Worte nicht dahin gehen : „Dieses Werk
1 Abh. der kön. böhm. Ges. der Wissenschaften. 4. Prag 1798. Bd. a
p. 132.
Lehrer. 7
ist das Deinige, dem Ursprünge nacb^ weil dnrch die UnterstUz-
znng Deiner erlanchten Vorfahren (Kaiser Leopold I. und Kaiser
Josef I.) meine Rnnstkenntniss in der Musik ihren Anfang ge-
nommen, nnd ihr Emporkommen erhalten hat^, — und ohne diese
allgemein gehaltene Fassung etwas anderes bedeuten, als: ich
habe meinen ersten Kunstunterricht auf Kosten des Kaisers Leo-
pold erhalten? Dies konnte entweder in irtther Jugend als
Cantoreisinger oder in reiferem Alter als Hofscholar — vielleicht
sogar beides — stattgehabt haben. Der Bedarf an musieaUschen
Kräften war in den Jahren 1670 — 1680 nicht gering; man
brauchte, um die Zahl von 12 — 16 Kapellsängerknaben voll zu
haben wegen des frtthen Mutierens der Knabenstimme einen be-
deutenden jährlichen Ersatz und gute jugendliche Stimmen waren
gewiss wie noch heute immer' willkommen. Damit war auch nach
dem Mutieren die Fortsetzung der wissenschaftlichen Studien, und
bei hervorragenden allgemeinen musieaUschen Anlagen, die Auf-
nahme zum Hofscholar gewiss nicht mit grossen Schwierigkeiten
verbunden. Aus der 1698 erfolgten Berufung zum Hofcompositor
durch Kaiser Leopold L muss geschlossen werden, dass Fux ge-
rade durch die Entwicklung seines Talentes in der Composition
excelliert habe, und durch die früher gewährte Unterstützung dem
Kaiser bekannt geworden sei. Wenn gefragt wird, bei welchem
Meister der junge Fux seinen Unterricht in der Composition
erhalten haben dürfte, mag zuvörderst die Strenge des Stiles in
seinen Compositionen und die Forderungen die er in seinem Qra-
dns an den Componisten stellt, auf einen deutschen Meister hin-
deuten. In dem eben erwähnten Zeiträume der wahrscheinlichen
Lehrjahre unseres Fux hatten von den bei Hofe angestellten Ka-
pellmeistern und Vicekapellmeistem Antonio Draghi (1674
bis 1700), Antonio Bertali (f 1669) und Marcus Ebner,
Organist (1667 — 1680) keine Hofscholaren; es bleiben daher nur
Feiice Sances (1664 — 1678) und Job. Heinrich Schmel-
zer (1660 — 1679), welche Scholaren in der Composition bilde-
ten. Job. Heinrich Schmelzer stand bei den Kaisem Ferdi-
nand in. und Leopold I. in hohen Ehren \ sowohl wegen seines
1 In seinem bedeutenden Nachlasse (im Wr. Landesgerichtsarchive)
werden 21 Gnadenpfennige und Ketten von verschiedenen Kaisem und
fürstlichen Personen demselben ertheilt, aufgeführt.
8 Lehrer.
Violinspieles, als auch wegen seiner Compositionen, obschon die
grösste Zahl seiner noch vorhandenen Werke Balletmusik enthal-
ten. Sein Ruf war aber so verbreitet, dass man ihm aus.allen Ge-
genden Schüler zuschickte, worunter Abb6 Stadler (in einer hdschr.
Geschichte der Musik) besonders Christian Heinrich Aschenbren-
ner anführt. Dass Fux mit der Familie Schmelzer noch später in
Verbindung stand, davon gibt die Trauungsmatrikel von 1696^
einen sicheren Anhaltspunkt, indem unter den Zeugen bei der Ver-
mählung des Johann Josef Fux „Andreas Anton Schmel-
zer, Rom. Kays. Kammermusicus" der Sohn des 1680 verstor-
benen Kapellmeisters Johann Heinrich Schmelzer in erster Reihe
figuriert. Da man die Trauungszeugen zu jeder Zeit aus dem
Kreise der nächsten Freunde zu wählen pflegte , so scheint die
Annahme nicht unbegründet , dass das Freundschaftsverhältniss
des Sohnes aus einer Zeit stammen könne, wo Fux im Hause
des Vaters Musikunterricht genoss.
Denkbar wäre auch, dass Fux von dem berühmten Organi-
sten Kaspar Kerl wenn nicht Unterricht doch mannigfache
Anregung erhalten habe. Kerl hatte vom 1. Jänner 1675 von
Kaiser Leopold I. eine Pension von 600 fl. bezogen, welche in
den Rechnungen unter der Rubrik „Hoipoeten^ erscheint. Am
16. März 1677 wurde er „als alter Diener des Erzhauses Oester-
reich^ zum Hoforganisten mit 50 Thalern Monatgehalt ernannt %
und von dieser Zeit mit erhöhtem Jahresbezug von 900 fl. in
Rechnung gestellt, als Hoforganist aber erst im Jahre 1680 auf-
geführt. Die Anwesenheit Kerl's in Wien fällt daher noch in die
Lehrjahre des jungen Fux und obschon bestimmte Andeutungen
fehlen , könnte inunerhin zwischen dem lernbegierigen Fux und
dem gereiften tüchtigen Meister Kerl ein Verhältniss sich ent-
sponnen haben.
Wie Fux seine Lehrjahre in der Musik verwerthet hat, da-
von geben seine Werke genügendes Zeugniss. Er war nicht nur
mit den Forderungen seiner Zeit, sondern auch in frühere Zei-
, ten zurückgreifend, sowohl mit der Theorie als den Werken der
besten Meister wohl vertraut. Auch in andern Fächern wusste
er sein Wissen zu bereichern, beispielsweise sich die Kenntniss
^ Beil. I. 1, 2. ^ Acten des Oberst -Hofmeisterarates.
Verm&hlang. 9
deB LateiniBchen und Italienischen anzueignen; und wenn auch
seine Ausdrucksweise in deutscher Sprache von einer gewissen
Schwerfälligkeit sieh nicht losmachen kann, so sind seine Gedan-
ken doch immer klar ausgedrückt und verrathen eine allgemeine
Bildung, ja selbst Kenntniss von lateinischen Glassikem, wie
seine gelegentlichen Gitate darthun.
Wann seine Lehrjahre aufgehört und seine selbständige
musicalisch-practische Thätigkeit ihren Anfang genommen, dar-
über fehlt selbst für Vermuthnngen ein thatsächlicher Anhalts-
punkt. Wenn schon urkundlich erwiesen ist, dass ei* 1696 Orga-
nist bei den Schotten war, so spricht doch ein hoher Grad von
Wahrscheinlichkeit dafür, dass Fux nicht erst im 36. Lebensjahre
seine practische Thätigkeit begonnen habe, und vielmehr einige
Jahre früher entweder in seiner Anstellung bei den Schotten oder
irgend anderswo seine musicalische Laufbahn eröffnet habe.
Selbst seine Berufung nach Hof im Jahre 1 698 weist darauf hin,
dass mehrere Jahre verflossen sein mussten, ehe er seine Tüch-
tigkeit zu einer solchen Stelle, und den Ruf davon in den höch-
sten Sphären begründen konnte.
Mit dem Jahre 1696 stehen wir endlich auf dem festen Bo-
den thatsächlicher Verhältnisse, und dürfen bis an das Lebens-
ende unseres Künstlers ihn nicht mehr verlassen.
In dem oftgenannten Jahre 1696 war Johann Josef Fux
36 Jahre alt, „wohlbestellter Organist im Gotteshaus der Pfarre
zu den Schotten ^^, hatte einen Gehalt von 400 fl. ^, wohnte im
Schottenhofe und hatte dort wahrscheinlich auch freie Wohnung,
sowie auch nicht daran zu zweifeln ist, dass er durch Unterricht
oder gleichzeitige andere Musikfunctionen sein Einkommen zu
erhöhen wnsste. Es war begreiflich, dass er daran dachte sich
einen Hausstand zu gründen. Die Trauungsmatrikel ^ verrathen
uns, dass er m' der „Edlen, Ehr- und Tugendreichen Jungfrau
Juliana Clara Schnitzenbaum^ den gleichgestimmten Ge-
genstand seiner Wünsche fand und mit ihr am 4. Juni 1696 in der
Pfarre bei den Schotten getraut wurde. Die ßraut war eine gebo-
rene Wienerin, 21Jahre alt, die Tochter des niederösterreichischen
Regierungssecretarius Johann Josef Schnitzenbaum^, der
1 Beil. I. 1. 2. 2 Beil. IL 3. « Beil. I. 1, 2. * Beil. I. 20—24.
10 Die Familien Fux und Schnitzenbaum.
aber schon am 5. October 1683 geBtorben war, und seine Witwe
Maria Ursula und ausser der erwähnten Jnliana Clara
noch zwei Töchter Maria Anna (t21. Februar 1736), Maria
Theresia (f 19. Mai 1749) und einen Hohn Paul Anton
Schnitzenbaum (f 26. März 1740) zurttckliess. Die Wahr-
scheinlichkeit ob die Familie Schnitzenbaum zum Adel gehörte
wurde iir der Beilage I. 20. erwogen. Jedenfalls gehörte sie einem
angesehenen Geschlechte an, da der Grossvater, Sohn und Enkel
die Stellen von kaiserlichen Regierungsbeamten bekleideten, und
die 2 Töchter Kanmierdienerinen bei Hofe waren.
Die Ehe des Johann Josef Fux mit Clara Julfana
Schnitzenbaum blieb kinderlos, was wohl der Grund sein
mochte, dass Fux zwei Kinder seines Bruders Peter Fux, näm-
lich Eva Maria im Jahre 1700 und Matthäus um 1723 ^ zu
sich ins Haus nahm, sie adoptierte, fUr ihre Erziehung sorgte und
schliesslich zu Erben einsetztet Ungeachtet der Kinderlosig-
keit scheinen die Ehegenossen Fux bis zu dem am 8. Juni 1731 er-
folgten Tode der Frau ' im besten Vernehmen gelebt zu haben.
Denn, wie später näher besprochen werden wird, hatte Fux für
den Fall als sie Witwe wttrde, eine bedeutende Summe vom Kaiser
erwirkt und in dem (besuche darum erwähnt, dass seine Frau
ihm jederzeit „mit sonderbahrer Liebe und Treue alle HttlfFe erzei-
get hat^ ; dann erklärt er in' seinem Testamente, dass er an der
Seite seiner „allerliebsten Eheconsortin^ bestattet sein wolle. Eben
dafttr sprechen die durchaus wohlwollenden Beziehungen der
Familien Fux und Schnitzenbaum auch nach dem Tode der
Frau Clara Juliana Fux ; da im erwähnten Testamente Fux „sei-
nen liebsten^ Herrn Schwager den Hofkammer-Concipisten Paul
Anton Schnitzenbaum, dessen Integrität und Wohlgewo-
genheit gegen seine (des Ywl) Familie von vielen Jahren ihn^
sattsam bekannt ist, zum Vormunde des Neffen Matthäus Fux be-
stimmte ; dann geben die 3 Geschwister Schnitzenbaum nach dem
Tode ihrer Schwester Clara Juliana „ohne einiges Bedenken ihre
Einwilligung, -dass der ganze Nachlass ihrem Schwager Johann
Josef Fux eingeantwortet werde" *. Auf das innige Verhältniss
zwischen den beiden Familien deutet auch der Umstand, dass,
1 Beil. I. 5. « Ebenda. » Beil. I. 3, 4. * Beil. I. 3.
Die Familien Fax und Schnitz enbaum.
11
selbst nach dem Tode des Kapellmeisters die eine der Schwestern
Theresia Schnitzenbaum in ihrem Testamente (f 1749)
die Nichte des Kapellmeisters, Eva Maria Fuxznr Universal-
erbin einsetzte nnd derenBruder Matthäus Theophilus Fux
ein ansehnliches Legat zuwendete K
i Beil. I. 22.
n.
Wien und seine musiealisehen Zustände unter Kaiser Leopold I«
(16eO-1705.)
Es wird an der Zeit sein^ den Ort und die Verhältnisse näher
ins Auge zu fassen, unter und mit denen durch mehr als 40 Jahre
zu wirken Fux bestimmt war. Die Kaiserstadt an der Donau war in
dem letzten Viertel des 17. bis zur Mitte des folgenden Jahrhunderts
noch weit entfernt von der soliden und imponierenden Pracht und
Ausdehnung Wiens mit seinen 600.000 Bewohnern in unseren Tagen,
allein unter den übrigen Grosstädten jener Zeit in Deutschland,
alles in allem genommen, behauptete Wien auch damals einen her-
vorragenden Rang. lN[icht gering waren allerdings die Bedrängnisse,
welche diese Grenzstadt der Gesittung vor und während jener
Periode zu befahren hatte, aber immer hob sie sich wieder aus
innerer Kraft, und dankte das wohl auch der heiteren Character-
anläge seiner Bewohner und ihrem Sinne für Kunst, die das Ueber-
staudene leicht vei-wanden und rasch an den Wiederaufbau der
zertrtlnmierten Wohnstätten die Hand anlegten.
1529 und noch mehr 1683 wurde Wien schwer bedrängt
durch muselmänische Horden: die Festungswerke und innere
Stadt hatten viel gelitten, die meisten der Vorstädte waren dem
Erdboden gleich gemacht worden, allein wie die Erfahrung lehrt,
dass nach pestartigen Krankheiten die entstandenen Lücken in
der Bevölkerung sich verwunderlich rasch erfüllen, so weckte auch
hier die Zerstörung so vieler Bauwerke die Lust zu neuen und
bedeutenderen Bauten.
Obwohl bald nach der letzten türkischen Belagerung die
Baulust in Wien sich regte , so kam sie doch erst zu Anfang des
darauf folgenden Jahrhunderts zu voller Entwicklung und erfolg-
reichen Pflege, so dass man sagen kamt, die Ausbildung des
Palastbaues sei das Element der Zeit Kaiser KarFs VL ge-
wesen. Drei Architecten waren es, Johann Bernhard Fischervon
Die Stadt Wien. 1 3
Erlach (geb. 1650 in Prag), Dominik Martinelli (geb. 1650 in
Innsbruck) nud Lncas von Hildebrandt (geb. 1666 zu Genua),
welche die Stadt mit ihren Prachtbauten schmückten, die noch
heutigen Tages eine Zierde der Residenz sind. Aus diesem Klee-
blatte des Talentes war es vor den übrigen Fischer von Erlach,
der die meisten und bedeutendsten Aufträge erhielt und zu allsei-
tiger Befriedigung ausführte. Von ihm wurden gebaut das kais.
LustBchloss Schönbmnn (1696), die prachtvolle kais. Winter-
reitschule (1716), die Hofbibliothek und Reichskanzlei (1720),
die Paläste des Grafen Trautson, des Prinzen Eugen, der
Fürsten Schwarzenberg, Rtarhemberg, Auersperg
Q. m. a. Den Baumeistern hatte sich auch ein trefflicher Bildhauer
zur Seite gestellt, Georg Raphael Donner (geb. 1695 zu Ess-
lingen im Mardifelde) und nebst anderen gediegenen Werken
sich durch seine schönen Brunnenfiguren am Neuen Markte (1739)
ein Denkmal dauernden Ruhmes gesetzt.
Die Bevölkerung Wiens, welche vor der zweiten Tttrken-
belagerung auf 80.000 Bewohner geschätzt wurde, hatte bis 1 740
sich auf 1 60.000 gehoben ; und mit den mehr geregelten und ge-
schützten Verhältnissen hatte auch der Wohlstand zugenommen.
Ausserdem hatte die bleibende Residenz des ersten Monarchen
der Christenheit mit seinem zahlreichen Hofstaate den altöster-
reichischen , böhmischen und ungarischen Adel veranlasst, in der
Nähe des kaiserlichen Hoflagers sich würdige Wohnsitze zu
gründen und zugleich mit den Gesandten der meisten Höfe und
den reisenden Fremden aus den höchsten Ständen den Glanz des
Hofes zu erhöhen. Die Zahl der Kammerherm, wobei nur der
höhere Adel mit den gehörigen Ahnenproben zugelassen wurde,
beHef sich im Jahre 1705 auf 423 \ darunter befanden sich ausser
den früher erwähnten die Namen Lobkowitz, Waldstein,
Piceolomini, Montecncculi; Taxis, Lamberg,« Stern-
berg, Sinzen^orf, Khevenhüller, Palffy, Kinsky
n. V. a.
Die Künste des Friedens zu pflegen war wohl nicht leicht ein
Fürst begabter als Kaiser Leopold I. (reg. von 1658 — 1705).
Die venetianischen Botschafter , denen zur strengsten Pflicht ge-
1 Rink. p. 216.
1 4 Kaiser L e o p o 1 d I. befördert Wissenschaft.
macht war, der Republik wahrheitsgetreue Berichte zu erstatten,
schildern ihn als den edelsten, wohlwollendsten Monarchen , die
jemals einen Thron geziert haben. Gerechtigkeit, Herzensgute
und Frömmigkeit waren die einzigen Triebfedern seines Handelns.
Leidenschaftlicher Ausbrüche war er ganz unfähig, am meisten
musste man seinen Gleichmuth bewundem, mit welchem er die
Schläge des Schicksals ertrug, die ihn oft in empfindlichster Weise
trafen. Keinem seiner Vorgänger stand er an ausgezeichneten
Greistesgaben nach. Alle die mit ihm zu thun hatten, lobten die
Schärfe seiner Auffassung, die Klarheit seines Urtheils. Mit einer
seltenen Gewandtheit des Ausdruckes in fremden Sprachen war er
in den meisten Zweigen der Wissenschaften auf der Höhe seiner
Zeit K Im Jahre 1 662 berief er Peter L am b e c k von Hamburg zu
seinem Bibliothekpräfecten und Historiographen, folgte der Ord-
nung und Vermehrung seiner Bibliothek mit ängstlicher Sorgfalt,
war deshalb mit seinem Lambecius in ununterbrochenem Ver-
kehr und brachte in den Bäumen der Bibliothek, begleitet
von einigen Männern von Bildung und gelehrten Kenntnissen
viele Stunden zu *.
Schon im Jahre 1669 war der Kaiser auf den zweiundzwan-
zigjährigen Leibnitz aufinerksam geworden, dessen Werk de
Arte combinatoria dem Kaiser wohl bekannt war. Er befahl deshalb
einem seiner Gelehrten, mit L&ibnitz in Correspondenz zu bleiben.
1689 — 1690 wollte er ihn als Historiographen in Wien behalten,
worauf aber Leibnitz, gebunden durch andere Verhältnisse, nicht
eingehen konnte^.
Ueberraschend bei der Milde und Versöhnlichkeit des Charac-
ters Kaiser Leopold I. ist seine Begünstigung des genialen, feurigen
Sitteneiferers, des Pater Abraham a Sancta Clara. Dieser,
vor seinem Eintritte in das Augustiner BarfUsserkloster mit seinem
Tauf- und Familiennamen Johann Ulrich Megerle geheissen,
war am 2. Juli 1644 zu Kreenheinstetten in Schwaben geboren,
wurde 1669 von seinen geistlichen Oberen als Prediger nach Wien
berufen, 1677 von Kaiser Leopold L zum Hofprediger ernannt,
m
1 Alfr. Arneth, Prinz Eugen. I. 189. > Th. Karajan, Kaiser
Leopold I. and Pet. Lambeck. Vortr. vom 30. Mai 1868 in der Acad. der
Wiss. ^ Otto Klopp, Leibnitz, im Archiv f. östr. Gresch. XL. p. 164. f.
Wien's gesellige Verhältnisse. 15
erhielt 1692 die höchste Würde seines Klosters als Definitorprovin-
ciae und blieb von da an bis zu seinem Tode, welcher am 1. Dec.
1709 erfolgte, nnonterbrochen in Wien, wo er durch seine kausti-
schen Predigten und Schriften mit scharfem Geiste und uner-
schrockenem Muthe allen Ständen einen schonungslosen Spiegel
ihrer durch den Einfiuss der Zeit Ludwig's XIV. verlotterten Lebens-
weise entgegenhielt. Kaiser Leopold, welcher den trefflichen Kern
unter der Hülle einer oft scurrilen Form wohl zu wttrdigen wusste,
hemmte niemals den rücksichtslosen Strom seiner Beden und
Schriften, und ehrte sich , indem er den Mann mit seiner Prophe-
tenstrenge frei gewähren liess \
Zu anderen Zwecken liess der Kaiser femer den berühmten
JesuitenP. At hanasius Ki rch er' von Rom nach Wien kommen,
wo er auf kaiserliche Unkosten „sein fähiges Ingenium in Erfindung
rarer Maschinen übte, wie denn in seinen Operibus viele Curiosi-
täten, so er ftir den Kaiser verfertigt, gefunden werden". Besonders
wurde er vom Kaiser in Musik consultiert „um von "Kirchero
die darin befindliche heimliche fundamenta nach der Mathesi zu
erlernen ^^.
Ungeachtet während der beinahe fünfzigjährigen Regierung
Kaiser Leopold's innere Unruhen in Ungarn und Böhmen, so wie
die Kriege mit den Türken und Franzosen niemals völlig aufhörten
und die feindlichen Einfälle oft Wien bedrohten und im Jahre 1683
sogar hart bedrängten , so fand man doch in den minder trüben
Zwischenzeiträumen Lust und Gelegenheit, sich des Lebens in
mannigfacher Weise zu freuen. Nähere Veranlassung dazu bothen
der wechselnde Aufenthalt des Hofes auf dem Lande und in
1 Höchst BchätzeuBwerth sind die rntthevollen Forschungen, die Th.
G. V. Karajan in seinem „Abraham a Sancta Clara'' (Wien 1867}
niedergelegt hat, den sicheren Gnindlagen zu jeder künftigen ausführ-
licheren Würdigung der Bedeutung dieses merkwürdigen, vielverkannten
Mannes.
3 P. Äthan. Kircher, geb. zu Bachlau im Fuldaischen 1602, lebte
in Wttrzburg, Avignon und Born, wo er den 80. Oct. 1680 starb. Sein be-
rühmtes Werk „Musurgia seu ars magna consoni et dissoni'^ Hess er 1650
in Bom drucken: es enthält vorzüglich eine mathematische Begründung
der Musik. — Auch einige musicalische Oompositionen Hess er unter frem-
dem Namen drucken. (Walther.)
0 Rink, Leopold der Grosse, p. 120.
16 Die Musik in Wien vor L e o p o 1 d I.
»
der Stadt, der Cameval, die häufigen Gebnrts- und Namensfeste in
der kaiserlichen Familie und die wiederholten Vermählungen,
welche meistens in Wien vollzogen vnirden. Ausser der Jagdlust
in allen Abstufungen, Scheibenschiessen, Gastmahlen, Maskeraden
nud Bällen, glänzenden Schlittenparthien und den interessanten
Wirthschaften waren aber die meisten dieser Feste mit Musik
in Verbindung gebracht, welche sogar mit Leidenschaft betrieben
wurde und schon als Erbe von mehreren Ahnen her in Kaiser
Leopold ihren Hauptbef[5rderer fand.
Von Kaiser Ferdinand II. (reg. 1619 — 1637) sagte ein
gleichzeitiger, nicht genannter Schriftsteller, der Verfasser des
Status particularis Regiminis S. C. Maj. Ferdinandi II. 1637:
Seine kaiserliche Majestät liebt ausnehmend die Jagd und die
Musik. — Er wendet auch grosse Sorgfalt darauf, sich auser-
lesene Musiker zu verschaffen, und verwendet auf die Leute von
beiden Beschäftigungen,* nämlich auf Musiker und Jäger, gewöhn-
lich viel Geld und macht ihnen auch sehr viele Geschenke^. Seine
Hofkapelle hatte unter dem Kapellmeister Johann Valentini
zu jener Zeit bereits einen Stand von 80 Musikern erreicht K Kai-
ser Leopold's Vater, Kaiser Ferdinand III., hatte noch während des
dreissigjährigen Krieges (1637) die zu Anfang desselben zerstreu-
ten Glieder der Hofkapelle wieder gesammelt, ihre Zahl und Ge-
halte vermehrt und unter den Kapelhneistem Anton Bertali,
Peter Verdina und Feiice Sances nicht blos einen ansehn-
ilchen Sängerchor, sondern auch eine stattliche Zahl von Instrumen-
tisten versammelt, welche letztere schon deshalb besondere Bttck-
sicht verdienen , da bis dahin die Instrumentalmusik der Vocal-
musik weit nachgestanden war; die Namen der Organisten Joh.
Alb. Platzer, Wolfg. Ebner, besonders aber Joh. Jac. Fro-
her g er gelangten nicht blos zu jener Zeit zu grosser Berühmt-
heit. Kaiser Ferdinand IE. war selbst ein nicht unglücklicher
Componist *, ergriff die zu Anfang des 17. Jahrhundertes in Ita-
lien erfundene Oper mit grösster Wärme, und Hess auf dem
Reichstage zu Regensburg 1653 die Oper l' Inganno (Tatnare,
1 K ö c h e 1 , HofmaBik-KapeUe in Wien. p. 130.
2 Die Compositionep desselben in der k. k. Hof bibliothek sind Beil. VII.
n. 1 zusammengestellt.
Förderung der Musik durch Kaiser Leopold I. 17
Text von B. Ferrari, Musik von Antofi. Bertali mit grossem
Glanz zur Darstellung bringen ^
Der mächtige Aufschwung, den die Musik seit dem Beginne
der Regierung Leopold I. nahm, ergibt sich schon durch die ein-
fache Vergleichung der Kümmern von Opern, Theaterfesten und
kirchlichen Oratorien, welche bei Hofe aufgeftlhrt wurden und
von 1630 bis 1657 nach dem Verzeichnisse' kaum die Zahl von
16 erreichten, während dieselben von 1658 bis 1705 die Zahl
von 400 überstiegen. Kaiser Leopold hatte schon vor seiner
Thronbesteigung einen regelmässigen Unterricht in der Musik ge-
nossen und noch bewahrt die k. k. Hofbibliothek seine frühesten
Versuche in der Composition vom Jahre 1655 bis 1657, einfache
kirchliche Mottette und Hymnen, vom Jahre 1660 wagte er sich
schon an das erste Oratorium // sacrifieio ^Ahramo^ denen 12
ähnliche folgten, aus welchen // Transiio dt Giuseppe (von 1681)
nebst mehreren anderen noch unter Kaiser Karl VI. von der
Hofkapelle jährlich wiederholt ward ; femer bethätigten 9 dra-
matische Compositionen, wenn auch von geringerem Umfange,
und eine grosse Zahl von eingelegten Arien in fremde Opern,
seinen Drang, seine musicalische Anlage in verschiedener Weise
zum Ausdruck zu bringen^. Noch bedeutender aber als seine
eigene Productionskraft war der Schutz und die Förderung der
Musik durch Heranziehen bedeutender Componisten und einer
auserlesenen Kapelle.
Bei dem Werthe gleichzeitiger Urtheile und der geringen
Zahl derjenigen, welche zur Zeit Kaiser Leopold I. über die mu-
sicalischen Zustände berichteten, darf kein Beitrag da^u über-
gangen werden. Zuerst ist hier zu erwähnen ein dickleibiges
Buch von 1725 Seiten, das aber für unsere Zwecke nur wenige
Blätter enthält. Der Verfasser hat auf dem Werke selbst seinen
Namen nicht genannt, er ist aber genau bekannt, sein Name ist
Euchar. Gottlieb Rink, gestorben 1746, erst Hauptmann in
kaiserlichen Diensten, seit 1 709 Professor in Altdorf. Der Titel
des Werkes lautet: Leopol d's des Grosseti, Rom. Kaysers wun-
dertoürdiges Leben und Thaten aus geheimen Nachrichten eröff-
1 Beil. VIII. 10. 2 Beil. VUI. > Die musicalischen Compositionen
Kaiser Leopold I. sind Beil. VII. 2 verzeichnet.
Köehtl, J. J. Fux. 2
18 Die Oper m Wien.
neinndm vier Tkeäe geikeUet. 8. Coln. 1707 (Erste AtiflageJ.
1713 (Zweite Auflage) K Dort heisdt es:
;,Wo etwas in der Welt gewesen, so dem Kaiser Vergnttgnng
gemacht, so war es nnfehlbar eine gnte Hnsik. Wie er des
Jahrs viermal seine Wohnung sn wechseln pflegte, nämlich ans
der Burg (in Wien) nach Laxenbnrg, von da in die Favorita
(Jetzt Theresiaiinm in Wien), dann nach Ebersdorf (bei Schwe-
ehat), so war in einem jedweden kaiserlichen Zünmer allzeit ein
kostbares Spinett befindlich, darauf der Kaiser seine Mnssestun-
den zubrachte. Seine Kapelle kann wohl die vollkommenste in
der Welt genannt werden, da der Kaiser allemal selbst das Exa-
men angestellt, und wenn darin einer sollte angenommen werden,
blos nach Meriten, nicht nach Neigungen geurtheilt ward. Der
Kaiser selbst war nicht nur ein Kenner der Musik und Künstler
auf mehreren Instrumenten, sondern er war auch in der Composi-
tion wohlbewandert. Es ist selten in Wien eine Oper gespielt wor-
den, wozu der Kaiser nicht einzelne Nummern componiert hätte. —
In der Oper wendete er nicht leicht das Auge von der Partitur in
seinen Händen und wenn eine Passage kam, die ihm gefiel,
drückte er die Augen zu, um mit mehr Attention zuzuhören. Sein
Gehör war auch so scharf, dass er unter 50 d^enigen merken
konnte, der einen Strich falsch gethan. — Weil die Musiker wuss-
ten, wie hoch der Kaiser sie hielt, übernahmen sie sieh öfter, wie
man auch etliche Exempel hat, dass, wenn sie nicht allzurichtig
sind bezahlt worden *, sie in öfifentlieher HofkapeUe sich weiger-
ten zu musicieren, bis sie nicht ihren rückständigen Sold bekä-
men. Auch dieses war der Kaiser bereit nachzusehen^, (p. 120 ff.)
„Ueber die Massen liebte der Kaiser singende Comödien
oder Opern. An keinem Orte in der Welt sind jemals prächtigere
Opern gegetre»^ worden, als in Wien. Bei den kaiserl. Vermählun-
gen und anderen Solemnitäten sind absonderlich die berühmte
opera // Porno d^oro (1666), // fuoco Vestale (1674) und
La Monarckia laiina (1667) in solcher Pracht vorgestellet
worden, dass man versichert, es habe allein P^mo ^faro über
1 Ans dieser sind die Citate entnommen.
* Unregelmässigkeiten bei den Auszahlungen der Gehalte kamen zo
jener Zeit auch am Dresdner Hofe und wohl anch anderwärts vor. if. /^r*
sietum, Gesch. d. Mus. in Dresden. IL 32.
Die Oper unter Leopol dl. 19
100.000 Rthlr. gekostet. Dieses ist sonst bei kais. Opern nicht ge-
mein, angesehen eine opera, welche gar öfters 10 bis 20.000 Gül-
den consnmieret, nur ein einziges Mal zu sehen war, welches ein
so kostbarer Aufwand, dass kein anderer Potentat in der Welt sol-
ches gleichthnt, znmal da fast bei allen Gkburts- und Namens-
tagen der Herrschaften neue Erfindungen aufgeftthrt worden. Die
Maschinen (von Burnacini) sind mit erstaunenswerther Kunst
vorgestellt, in den Balleten wurden ganze Gefechte geliefert^.
Ueber die durch mehr als ein Jahrhundert in frischem An-
denken gebliebene und immer wieder erwähnte Oper II Porno
4Foro äussert sich Franz Sbarra, kais. Bath, der Verfasser
des Textes der Oper, welche zur Yermählungsfeier Kaiser Leo-
pold L mit Margaretha von Spanien (12. Dec. 1666) in Wien mit
oft gerühmter Pracht gegeben wurde, indem er am Schlüsse des
pompös mit 24 Kupfertafeln ausgestatteten Textbuches (Fol. 1668
Wien, bei Cosmerov) zu dem Leser spricht: „Diesesmal hätte
ich vielmehr gewünscht dich als Zuschauer, denn als Leser des Wer-
kes, das ich dir vorlege .... ich bedaure, es nicht zu vermögen
dir zu schildern die Erlesenheit der Musik, die Pracht des Schau-
platzes, die Noblesse der Scenerie, den Reichthum der Gosttime,
die Zahl der Comparsen, die Mannigfaltigkeit der Maschinen, die
Eigenthttmlichkeit der Tumierkämpfe , die Abwechslung der
Tänze, den Trotz der Gefechte, die militärische Erfahrung bei der
Belagerung und Vertheidignng der festen Werke, nebst anderen
Wundem der Kunst .... leicht gelange ich zu der Ansicht, dass
diese theatralische Festfeier in Pracht und Grossartigkeit alles
bisher Gesehene ttbertroffen habe^. Es wird dann hervorgehoben
die Leitung des Ganzen durch Graf Franz Waldstein, die
unerreichbare Musik des Cav. Cesti, die Maschinen und Co-
stttme des Architecten Ludwig Burnacini, der auch das
Theater erbaute (im innem Burgraum tHr 500 Personen) und
noch andere.
Noch in demselben Jahre 1667 wurden aus gleicher Veran-
lassung zwei andere Pracht-Prpdnctionen in Wien gegeben, von
denen gleichzeitige (1667) Textbücher in Folio mit einer grossen
Zahl von Kupferstichen zum Zeugnisse der Pracht der Ausstat-
tung in der k. k. Hofbibliothek vorhanden sind ^ Diese beiden
1 Beil VIII. 51, 58.
2*
20 Wien'B musicalische Zustände.
Darstellungen waren La contesa delF Aria e deir Acqua , ein Ca-
rousselfest mit Musik, Erfindung von F. Sbarra, Musik von
Bertali und J. H. Schmelzer, — femer: La monarchia la-
tina trionfante^ ein Musikfest, Text von Nie. Minato, Musik von
Ant. Draghi und Balletmusik von J. H. Schmelzer. — Gele-
gentlich sei auch des mit Kupfern ausgeschmttckten Textbuches
von A. Bertali's Oper LHnganno (Tamore erwähnt, welche 1653
Kaiser Ferdinand UI. auf dem Reichstage zu Regensburg auffäh-
ren Hess ^
Johann Joachim Mülle r's entdecktes Siaats-Cabinet^
enthält im zweiten Theile (pag. 83 — 314) das „Reisae-Diarium
bei Knyserlicher Belehnung des Chur- und färstl, Hauases Sach-
sen^ ein ausfllhrliches Reisetagebuch des sächsisch- weimarischen
Cancellisten (Müller? Vater des Johann Joachim Müller), welcher
der Gesandtschaft beigegeben war, und besonders wegen seiner Auf-
zeichnungen während des Aufenthaltes in Wien vom 26. März bis
16. Juni 1660 manches characteristische auch über Musik, in
simpler Auffassung zwar, enthält. Es heisst dort:
„Vom Nonnenkloster S. Jacob, darinnen in die 40 bis 50
Nonnen, meistens fürstlichen, gräflichen und herrlichen Standes
— sie musicierten sowohl vocaliter als instrument-aliter auf Dulcia-
nen^, Violen da gamba, Teorben, Lauten und Violen — Georg
Rakoczy's Schwester singet einen sehr lieblichen Discant, ein gräf-
liches Fräulein von Richili (?) spielet auf der Teorbe, eine Freiin von
Hildebrand auf der Viole und werden in der Wochen zu gewissen
Tagen von den kaiserlichen Musicanten unterrichtet, (p. 132 f.)
— Bei der Einkleidung einer Nonne, wobei die Majestäten zuge-
gen waren, wurde von den kaiserlichen und erzherzoglichen Mu-
sicanten sowohl choraliter, als figuraliter, und unter andern eine
Sonate, so der jetzige Kaiser selbst componiert haben soll, musi-
eieret (p. 153). — Die Kaiserliche Tafel. Die Musicanten
1 Beil. VIII. 10.
sjoh. Joachim Müller (n), entdeckteB Staats-Cabinet, darinnen
sowohl das Jus publicum, feudale und ecclesiasticum nebst dem Ceremonial-
und Curial-Wesen, als auch Kirchen- und politische Historie, sammt der
Genealogie und Literatur durch eztraordinaire Nachrichten und mit bey-
gefügten Diplomatibus illustriret wird. 8. Jena 17U— 1717. VIII Thle.
3 Fagottfthnliche Blasinstrumente.
Wien*8 muBicalische Zustände. 21
deren vor jetzo in die 10 aufgewartet, mnsicierten erstlich mit
2 Violen, 2 Violen da gamba, einer Teorbe und Clave-Cymbel,
dann ein Stück vocaliter in italienischer Sprache von einem Alti-
sten und zwei Capaunen , worin die Teorbe und eine Viol de
gambe gespielet wurde." (p. 176.)
,, In der Burg die darin liegende Kaiserliche Capelle,
allwo unten im Chor die Musicanten, auf die 40 stark, gegen ein-
ander Über Sassen' und stunden, hatten kurz vorher, wie hernach
der berühmte und fast vornehmste Violist in ganz Europa
Johann Heinrich Schmeltzer berichtete, eine Sonate mit
20 Violen musicieret." (p. 178.) — Am 6. Juni wurde bei St. Ste-
phan das Friedeusfest wegen des „zwischen Ihrokais. Majestät,
Schweden und Polen getroffenen Friedens celebriert. Die Musik
so in 6 Chor getheilt, bestand in Dulcianen, Teorben, Lauten,
Flöten, Heerpauken, gemeinen Trommeln und Querpfeifen, wie
auch zwei Chor mit Stimmen." (p. 242.)
„Mittwoch den 30. Mai (9. Juni) haben Ihro Kais. Majestät
Dero Geburtstag, an welchem sie das zwanzigste Jahr zu-
rttckgeleget, celebrirt, deswegen Nachmittage auf Anordnung
Ihro Erzfllrstlichen Durchlaucht Herren Leopold Wilhelms in der
Favorita eine italienische Singcomödie von der verspotteten Zau-
berkunst, nebenst einem Ballet, welches der Erzherzog Carl
Joseph selbst sanmit zwölf Grafen seiner Grösse und Alters un-
gefähr, bracht, gehalten und vorgestellet worden, welches beides
wohl zu sehen war." (p. 244.)
Endlieh soll auch nicht unerwähnt bleiben Dr. E d. B r o w n e ,
ganz sonderbare Reisen durch Niederlande Teutschland etc. 4. Nürn-
berg 1684. Ueber Wien's Zustäiide (p. 220 bis 270) heisst es über
die dortige Musik p. 237 :
„Femer verstehn Ihro Majestät sich wohl auf die Music, sind
ein guter Componist, und schöpfen gross Belieben darinnen, sowol
in Dero Kay serlichen Burg, als in der Kirche: daher es auch
kommt, dass sich so viel Musicanten in Wien befinden, wie dann
schwerlich irgendwo mehr anzutreffen sind als aUhier, und ging
schier nicht ein Abend vorbey , dass Ynr nicht eine Nachtmusic
vor unsem Fenstern auf der Strassen hatten. Und weil Ihro Kays.
Majestät hieran ein solches Belieben tragen, so wenden die Geist-
lichen Personen um so viel desto mehreren Fleiss an, um etwas
22 Theilnahme des Hofes an der Oper.
eonderbahres in ihrer Kirchenmnsic hören zu lassen. Wie denn
Ihro Majestät ofitmals die Kirchen besuchen, und nicht nur allein
einige allein, sondern verschiedene viele: Und fahren dieselbe
sonderlich gerne in die vornehmsten Clösterkirchen. Und werden
offtmals Dero eigne Stttck und Compositionen in Dero Kays. Ca-
pelle gespielt. Auch haben Dieselben ein vortreffliche Music bei
Hofe sowol an Sängern, als auf Instrumenten. Und wird bene-
benst dero eigene Hof-Capelle Überaus wohl bedienet und müssen
daselbst allezeit acht oder zehn kays. Edelknaben so gräfi. Stan-
des, vor dem Altare mit weissen in den Händen habenden Wachs-
kerzen aufwarten. Auch wird die Music daselbst nicht nur ttber
die Massen wol bestellt, sondern es werden auch nach der Art
derital. Fürsten verschiedene Capaunen zum Singen unterhalten.^
Unter den Kirchen, welche Kaiser Leopold I. öflter zu be-
suchen pflegte, war es vor allem die Domkirche von St. Stephan,
dann die Kirche von den Schotten, von St. Peter, von den Augu-
stinern, von den Spaniern vonMontserrat, bei den Jesuiten, sämmt-
lich in Wien, dann aber auch die Kirchen von Hemals, Kloster-
neuburg, heil. Kreuz u. a. Ueberall waren Musikchöre, aus denen
jene von St. Stephan, dann anch jene von den Schotten und
Augustinern die übrigen überragt haben mochten.
Ob auch einzelne Grosse des Reiches eigene Kapellen zu jener
Zeit hielten, ist aus den bisherigen Publicationen nicht zu entneh-
men, aber nicht unwahrscheinlich, denn schon in den nächstfol-
genden Perioden unter Kaiser Karl VI. und Maria Theresia sind
die Privatkapellen der böhmischen Cavaliere etwas ganz gewöhn-
liches. Unbestritten ist aber schon zu Kaiser Leopold's Zeit die
Betheiligung der Damen und Herren des Hofes an den Balleten,
Dramen und Opern des Hofes, wobei der Kaiser selbst, mehrere
Erzherzoge und Erzherzoginen aufzutreten nicht unter ihrer Würde
hielten. In der Periode vom Antritte der Regierung bis zu Ende
des Jahrhundertes setzte sich der K a i s e r selbst im Rh Gelidoro
(1659) an die Spitze eines prachtvollen Zuges von Cavalieren;
1666 tanzten die Erzherzoginen Leonore und Marianne
in Elicey die Erzherzogin Marianne zu wiederholten Malen
von 1670 bis 1677 in Costa Penelope, in Sulpicia, in Nascüa
di Minerva, in Turia Lucrezia, in Chelonida, Rodogone u. a.,
Die italienische MnBik in Wien. 23
«
Cayftlier.e spielten 1684 im Finto ÄBirologo \ Hofdamen 1685
die Didofie coBtante \ desselben Jahres tanzten 7 Grafen im Pal"
ladio in Roma^j nnd ebenso sangen und spielten Hofdamen
das »Singspiel Die Sclamnen auf Samia , mit Musik von Kaiser
Leopold *.
So hatte der Vorgang des Hofes einen lobenswerthen Wett-
eifer nach verschiedenen Richtungen entzündet, welcher gewiss
durch die lebhafte Theilnahme bei mnsicalischen Productionen
auch auf die Künstler von Profession zurückwirken musste,
denn ohne Empfänglichkeit der Zuhörer erlahmt jede Kunst , und
un entgegengesetzten Falle vermag sie den Künstler zu höheren
Leistungen zu b^eistem.
Während der ganzen Regierungsperiode Kaiser Leopold L
und auch geraume Zeit vorher und nachher war es die Musik der
Italiener, welche, sowie in Wien, auch in München, in Dresden,
Hamburg und England unbeschränkt alles beherschte. Die N i e-
derländer, welche durch sie von der Herschaft verdrängt
wurden, hatten in ihren Koryphäen Jos quin des Pros, Hein-
rich Isaak, Ludwig Sennffl im XV. Jahrhunderte, und in
Orlando di Lasso im XVI., die Technik des Gontrapunktes
auf eine nicht geahnte Höhe getrieben und selbst in Italien ver-
dientes Aufsehen und nicht geringen Einfluss errungen. Auch in
Wien waren tüchtige Meister aus dieser Schule thätig , die Hof-
kapellmeister A r n o 1 d u^ de Prugkh (1536 — 1545), Petrus
Maessanus(1543— 1560), Johann Castileti (1563— 1564),
Jakob Vaet (1564—1567), Philippus de Monte (1564—
1603), Alard Gaucquier (1567—1576), Jacob Regnart
(1580 — 1582 und 1598 — 1599), Lambertus de Sayve
(1600 — 1614), u. a.^, welche zugleich eine bedeutende Zahl von
Säugern aus ihren Laudsleuten geworben hatten, konnten zu den
besten zählen. Mit Kaiser Ferdinand U. (1619 — 1637) dran-
gen plötzlich die 1 1 a 1 i e n e r mit ihren KapeUmeistem Giovanni
Prioli (1619—1629), Giov. Valentini (1629—1649) und
PietroVerdina (1634 und 1635) ein und behaupteten das Feld
länger als ein Jahrhundert. Drei Momente schienen die Veranlass
1 Beil. Vm. 213. « Eb. 221. 3 Eb. 224. * Eb. 228. & Koch e^
Hofkapelle. 42—56.
24 Opemtexte.
sung gewesen zu sein , welche den Italienern zu dieser allgemei-
nen Verdrängung ihrer Kivalen verhalfen: die Erfindung der
Oper in Italien zu Anfang des XVII. Jahrhundertes, ihre von
der Natur Yor allen Nationen begünstigten Gesangskünstler
und die für Gesang wie geschaffene und den andern an Bildung
y orangeeilte Sprache. Waren auch die italienischen Dichter
jener Zeit, welche für die Oper speciell für Wien zahlreiche Li-
bretti anfertigten, wie Anrelio Amalteo (1660 — 1669), Fran-
cesco Sbarra (1662—1667), Donato Cupeda (1663?
1689—1704), ApoUonio ApoUoni (1664—1690) und der be-
sonders fruchtbare C 0 n t e NicoloMinato (1667 — 1700) keine
Dichter ersten Ranges und ihre Geistesproducte nicht über das
Niveau der Zeit sich erhebend, gering an Gedankengehalt und
mit mehr Schwulst als Schwung des Ausdrucks, so stehen doch
daneben die gleichzeitigen deutschen Uebersetzungen, welche in
Wien mit den Originalien immer zugleich erschienen, so unbeholfen
und unsangbar neben jenen, dass sie ein trauriges Zeugniss davon
geben, wie tief gesunken, ja verwildert die deutsche Sprache
nach dem dreissigjährigen Kriege besonders in Oesterreich war,
so dass der Ausschlag der Wagschalen der beiden Sprachen nicht
zweifelhaft sein konnte.
Zur Vergleichung mögen ein Paar Scenen des italienischen
Textes und daneben der deutschen Uebersetzung dienen, von den
in der kais. kön. Hofbibliothek noch vorhandenen Pracht-Libroni
mbchte man lieber sagen als Libretti des berühmten Musikfestes
La Monarchia latina irionfante, Festa musicale. Poesia di
Nie. Minato. fol. Vienna Chr. Cosmerov 1678^
Die Stg-prangende Römische Monarchey, Auf der grossen
Schaubühne Gesungener vorgestellt. Fol. Wienn 1678 Christ.
Cosmerov.
Scena I. Erster Eintritt.
Bellona. Bellona. «
Campagne fef*fiii ' Der Felder Trächtigkeit
Flamme distruggano Zehre den Flammen-Brandy
A terra vadano Schönheit, vnd Pracht dess
Land
Pompe e Beltä ; Werd nicht errett,
Fuggano Gut vnd Leuth
Operntexte.
25
Cadano
Papoli
Tempij
Mura e Cittä.
E saggio chi vä
Con falce guerriera
La, dou' aUri hnpera
Mietendo Memorie.
Scena 11.
La Pace.
Tempo /&,
Che ne le Reggie
Albergai con V^irtü,
Tra le Greggie
Cruda hiuidia,
Con Insidia
Mi caccio :
Hör, ch' 1 poueri
Miei ricoueri
Tolti niL ha
Del Regnar VAviditä^
Chefard?
Sommo Giove
Dimmi doue
Dane andrö ?
Werd zur Beuth
In den Rauch
Gehen auch
Kirchen vnd Statt,
Sehr toeisslich im Beth\
Der anff seinen Waffen
Dort ruhig kan schlaffen
Wo andre regieren.
Anderter Eintritt.
Der Friden.
Denck der Zeit,
Dasa mir in Höfen war .
Samt der Tugend platz bereit.
Vnd nun trib mich gar
Auff die Hierten- Weyd
Der Gewalt deas Neid
Listiglich,
Aber nun, dass mir
Die in At^muth hier
Ghabte Ort
Die Regier-Sucht nähme fort
Was thue ich?
Höchster Herr,
Wohin kehre
Ich nur mich ?
Leider sah es aach mit den Originalprodueten in deutscher
Sprache nicht besser aus, von denen Kaiser Leopold mehrere —
gewiss nicht ohne Selbstverläugnung — in Musik gesetzt hatte.
Eines davon führte nach der Partitur die Aufschrift : „Arien zu
der Comödie: Die vermeinte Bruder und Schwester^ * und war zu
Kaiser Leopold's Namensfest 1680 bestimmt. Am Schlüsse singen
die drei Göttinen:
Diana. Juno. Venus.
Heunt glänz das Sonnengold
Den grossen Leopold,
Diana.
Lebe wohl o grosser Kayser
Leb vergnügt bis an das enty
1 Beil. VIU. 167.
26 Operntezte.
Heriche über aUe keuser
Alles Glück sich zu dir wendi.
Diana. Juno. Venus.
Jupiter lass dich geniessen
Was würi mieasen
Alle deine feint vertriessen u. s, w.
Ferner lautet eine der ^Arien zu der Comödi intitulirt:^ y^Der
t hörechte Schäfer^. Im Fasching 1683 von Kaiser Leopold in
Musik gesetzt :
Schäfferin.
Dafne, wo bist du zu finden?
was verbirgt dich?
was thuet dich verheilen ?
Dafhe.
Die Lorber Oeste mich
deinen Augen stellen,
Schäfferin.
>
0 Ufiglickseelige
ist es wohl zu ergrinden?
Ein vnerhörte Gschicht,
Das du zum Stocke wirst
Verlierst der Augen Liecht. u, s, w.
Daphne war nämlich, von Apollo verfolgt, eben daran in
einen Lorberbaum verwandelt zu werden.
Mit welchem Ernste und Nachdruck in Italien die Kunst
des Singens betrieben wurde, davon geben die zahlreichen
berühmten Schulen und die daraus hervorgegangenen weltbe-
rühmten Sänger ein unwiderlegliches Zeugniss. Es ist auch in
keinem Lande die Singekunst zu so hoher Blflthe gelangt als in
Italien^ und nirgend hat eine eigentliche, in nnunterbrochenan
Fortgange sich entwickelnde Gesangschule existiert, als allein bei
den Italienern. In allem was die Grundlage des Gesanges die
richtige Stimm- und Tonbildung betrifft, sind sie inmier die
Meister aller übrigen Nationen gewesen ; denn die Gesetze , nach
Gesangkunst der Italiener. 27
Welchen sie die Tonbildong lehrten, 8in,d bleibend and keiner
Mode unterworfen y da sie aufl der Natnr des Gegenstandes her-
vorgegangen sind.
Der Gesang hielt gleichen Schritt mit der Vocalcomposition
and schon in den dassischen Zeiten des Kirchengesanges waren
die grossen Eapellsänger aach tttchtige Componisten^ so 6 i a 1 i o
Caceini, Virgilio Mazzocchi^ Carissimi, Stradella;
Scarlattiy Pistocchi a. a. in späterer Zeit
Mit welcher Sorgfalt and Rücksicht auf allseitige musicalische
Darchbildang die Gesangschttler zur Zeit Papst Urban VIII. unter
Virgilio Mazzochi um 1636 unterrichtet wurden, erfahren wir
durch dessen Schüler Giov. Andrea Bontempi, der 1647 bis
1651 Componist und Sänger am Hofe zu Dresden war^ Diesem
zufolge waren die Schüler verpflichtet, täglich eine Stunde schwere
Passagen zu üben, um dne Gewandtheit in der Technik zu er-
langen ; eine zweite Stunde verwendeten sie auf Uebung des .
Trillers , eine dritte auf richtige und reine Intonation — alles in
Gegenwart des Meisters und vor dem Spiegel stehend um die
Mundstellung beobachten zu können und jede Verzerrung beim
Singen zu vermeiden. Zwei fernere Stunden widmeten sie dem
Stadium des Ausdruckes und Geschmackes so wie der Litteratur.
Dies waren die Beschäftigungen des Vormittages. Nachmittags
verwendeten sie eine halbe Stunde auf die Theorie des Schalles,
eine andere auf den einfachen Contrapunkt, eine Stunde auf die
Composition , die übrige Zeit des Tages auf Clavierspiel, Verfer-
tigung eines Psalmes oder ähnlicher Arbeiten. Zu Zeiten sangen
sie auch in den Kirchen Roms, oder hörten den Werken der
Meister zu ; giengen häufig zum Monte Mario, um gegen das Echo
zu singen und aus den Antworten ihre Fehler kennen zu lernen.
Solcherlei Studien konnten freilich Resultate liefern , die uns un-
glanblich scheinen wollen. Von dem gefeierten Sänger Baldas-
sare Ferri aus Perugia (1610 — 1680), um dessen Besitz die
HöfeEuropa's sich stritten und welcher von 1655 bis 1680 Sopranist
der Kaiser Ferdinand III. und Leopold I. in Wien war, wird er-
zählt, dass er eine Trillerkette von zwei vollen Octaven chromatisch
auf- und abwärts mit absoluter Reinheit eines jeden Tones in
1 Fürstenau, I. 29.
28 Gesangschulen in Italien.
einem Athem hatte durchlaufen können ^ Daneben war er aber
nicht minder aasgezeichnet in Mannigfaltigkeit characterrollen
Ausdrucks.
Von Born gieng der edlere, stäts mit gründlicher künstlerischen
Durchbildung gepaarte Kammergesang aus, welcher nachher
vorzugsweise in der Bologneser Schule des Pistocchi und
Bernacchi zur höchsten Entfaltung gelangte , und als dessen
ersten Begründer man Carissimi ansehen darf. Hingegen
nahm der nach leidenschaftlichem Ausdruck und glänzender Bra-
vour strebende dramatische Gesang seinen Ursprung zu Florenz
unter GiulioCaccini, der aber von Abkunft ein Römer war.
Nach dem Zeugnisse von De la Valle verdankt man grössten-
theils dem Caccini die angenehme Art zu singen, welche damals
über ganz Italien sich zu verbreiten begann. Weiter entwickelte
sich der Bühnengesang besonders in der Schule des Scarlatti
und der Neapolitaner: vollendete musicalische Bildung gesellte
sich bei den Künstlern allerersten Ranges zu Anfang des XVIII.
Jahrhunderts mit Stärke des Ausdrucks und grosser' Herschaft
über die Technik: die ßesangskunst eri'eichte in ihnen ihren
Gipfel. Zu diesen Künstlern gehörten nebst vielen andern S e n e-
sino, auch Giov. Carestini, der von 1723 bis 1725 der kais.
Hofkapelle in Wien angehörte. WerthvoUe Schriften über die
Singkunst besitzen wir von dem grossen Sopranisten und Sing-
meister Pietro Francesco Tosi aus Bologna (geb. 1650), der
von 1705 bis 1711 Hofcompositor Kaiser Josef L* war; ein an-
deres Werk ^ hat der vSänger Giambattista Mancini, Sing-
meister am kais. Hofe in Wien herausgegeben, und darin Nachrich-
ten der berühmtesten Sänger und Gesangschulen seiner Zeit mit-
getheilt.
Die angesehensten Gesangschulen waren zu Bologna die
des Francesco Antonio Pistocchi (um 1700), dessen Me-
thode noch bis heute die Grundlage für allen guten Gesang ist,
femer die seines Schülers AntonioBernacchi, der wieder den
ebenerwähnten Giambattista Mancini zum Schüler hatte.
ij. J. Rousseau, Dict. de mus. Article Voix.
2 Opinioni de cantori antichi e moderni. Bolog^na 1723.
3 Pensieri e Riflessioni pratiche sopra il Canto figurato. Vienna 1774.
Gesangschuleii in Italien. 29
Weiter gehörten zu den ersten Oesangschulen zu Neapel die des
Scarlatti nndseinerSchüIer, Porpora^Leo undFeo; zu Born
lehrten A m a t o r i und F e d i ; ausserdem waren berühmte Schulen
zu Mailandy Modena, Genua und Florenz. Aus den zahllosen
Namen hochgefeierter »Sänger , die in ganz Europa gesucht und
reichlich belohnt wurden, sollen hier nur einige angeitlhrt werden,
welche eine längere oder kürzere Zeit Mitglieder der kaiserlichen
Hoikapelle in Wien waren. Es blühten dort von 1637 bis 1656
dieBassistenBenedettoRiccioni, Baldassare Pistorini;
die Tenoristen Steffano Bonni, Ant. Massucci, Ludwig
Bartolaia; die Altisten Jac. Fil. Ferrari, Bald. Paggioli,
Aless.Contilli; die Sopranisten Torquato Giordani, Gius.
Bianecchia, Domenico delPane, Domenico Proglio,
Domen. Sarti und der bereits genannte Baldassare Ferri.
Von 1657 bis 1680 werden mit Auszeichnung erwähnt die Bas-
sisten Francesco Cianci^ Ang. Maria Lesma; die Tenori-
sten Nie. Mazzella, Jos. Mar. Donati, Pietro Santi
Garghetti; die Altisten Paolo Castelli, Ant. Pancotti;
die Sopranisten L 0 r. C 0 c c h i , Giul. Ges. Donati, Pompeo
8 a b a t i n i ^ Der Sänger in den folgenden Perioden wird später
gedacht werden.
Wir sind nun an dem dritten Momente der Verbreitung ita-
lienischer Musik in Europa und Gestenreich insbesondere angelangt,
nämlich dem der Erfindung d e r 0 p e r. Fragt man, durch welche
Veranlassung, auf welchem Wege, durch welche Mittelstufen man
zu dieser epochemachenden Erfindung gelangte, äo gibt uns die Ge-
schichte der Entdeckungen zwei analoge Fälle an die Hand, wo
man ein bestimmtes Ziel yerfolgte, dieses schliesslich zwar nicht
wirklich erreichte, aber zugleich etwas ganz anderes und interes-
santes entdeckte. Als Columbus nach Westen ausfuhr, meinte er
einen neuen Weg nach Ostindien zu finden — und entdeckte an
dessen Statt America (Westindien) — ähnlich als die Alchymisten
sich abmühten , Gold zu machen und den Stein der Weisen zu
finden, fanden sie zwar beides nicht, aber sie lernten dabei eine
Menge Stoffe kennen, die zur neuen Chemie den Weg bahnten.
Eben so gieng es bei Erfindung der Oper. Als im XV, und XVI.
1 Köche 1, die kaiB. Hof-Musikkapelle, p. 58 ff.
30 Erfindung der Oper.
Jahrhundert in Italien die Kttnste und Wissenschaften nach langem
Schlafe wieder erwachten und das Studium der elassischen
Sprachen mit unersättlicher Begier getrieben wurde, wollte man
auch die KUnste wieder jener Höhe znftahren y auf welcher sie bei
den Griechen und Körnern in ihrer grösstenBIttthe gestanden hatten.
Man zog die reiche Anschaunng an den Mustern der Rede , der
Dichtung und Plastik zu Rathe und war durch Nachbildung zu
manchem erfreulichen Resultate gelangt. Noch aber fehlte es in
einer Kunst — der Musik — an Vorbildern und didactischen
Werken, um sich eine Vorstellung von der Art und Weise zu
machen, durch welche Mittel besonders die Griechen die wunder-
ähnlichen Erfolge bei der Verbindung des Dramas mit der Musik
erzielt hatten. Was vom Alterthume ttber Musik erhalten war,
konnte eher dazu dienen die Geister zu verwirren, als sie zu er-
hellen ; das hielt aber nicht davon ab, dass man muthig das Ziel
verfolgte, eine dramatische Musik zu erfinden, welche geeig-
net wäre, auf das Gemttth der Zuhörer einen ähnlichen Eindruck
zu machen , als man so oft von den Griechen gehört hatte. Eine
Anzahl solcher vom hellenischen Geiste berauschter Männer hatte
sich im letzten Viertel des XVI. Jahrhunderts in Florenz zosammen-
gesellt , wo die kunstfördemden Medicäer jede Kunstbestrebung
eifrig unterstützten. Man versammelte sich in dem Hause des
Giovanni Bardi ausdergräflichenFamilieder Vernio, derein
vielseitig gebildeter Mann selbst als Dichter und Componist sich
bethätigt hatte. Man erkannte bald , dass man den Weg zu dem
vorgesteckten Ziele sich selbst bahnen mttsse, und vereinigte sich
darüber, dass, um allgemeine und lebhafte Wirkungen bei den
Zuhörern zu erreichen, leichte Verständlichkeit des vorgetragenen
Gedichtes und ein genaues Anschmiegen der Musik an das Wort
die erste Bedingung sei , von der man 'sich Erfolge versprechen
könne. Da nun die bisherige polyphone Behandlung der Musik,
die zuletzt von den Niederländern bis zur Künstelei getrieben
wurde, den Text zerreisse and unverständlich mache , so war der
erste Beschluss, diese Art der Behandlung vor allem von der dra-
matischen Musik ganz entfernt zu halten. Auch darüber einigte
man sich, dass es nicht angemessen sei, die Empfindung des ein-
zelnen durch einen ganzen Chor aussprechen zu lassen, es
wurden daher mehrstimmige Gesänge nnr für geeignete Fälle zu-
Erfindung der Oper — P e r i. 31
gelassen y daftlr aber Einzelgesänge (Monodien) anfangs mit ein*
facher Begleitung eines einzigen Instrumentes, der Lyra oder
Laute, zugelassen. Schon diese ersten Versuche hatten ungeachtet
ihrer Unvollkommenheit Beifall gefunden und zu weiteren Fort-
sehritten ermuntert. Da diese Monodien dem ariosen Stile ange-
h5rten, allerdings noch ohne A r i e n im spätem Sinne zu sein, so
erkannte man doch bald, dass es Gemttthsznstände im Drama
gebe, welche sich nicht so erheben, um damit einen wirklich
gesungenen ariosen Vortrag zu rechtfertigen; es musste eine
Zwischenstufe des Vortrages gefunden werden, welcher zwar nicht
im rhythmisierten, ariosen Stile gehalten war, aber auch nicht
in den einfachen Redeton zurücksank. Dieses zu erfinden war
nun JacopoPeri, einem Florentiner gelungen, der zugleich ein
tüehtiger Sjlnger und Meister auf dem Glavier war; er hiess
der Stile rappresentativo , recitativo oder parlante, womit man
meinte den dramatischen Stil der Alten nun endlich wieder auf-
gefunden zu haben. Peri^ gibt selbst Rechenschaft von den
Gedanken und Wünschen, welche sein Streben nach Herstellung
dieses dramatischen Musikstiles im Geiste der Alten geleitet haben.
Er sei der Meinung gewesen, sagt er, die Griechen und Römer
hätten ftlr die dramatische Poesie einer musicalischen Ausdrucks-
weise sich bedient, welche zwar über die gewöhnliche Sprache
binausgreife, aber doch nicht bis zum eigentlichen Gesänge sich
erhebe, sondern vielmehr zwischen beiden in der Mitte stünde —
sowohl hinsichtlich des Tonfalles als auch der Bewegung ; bezüg-
lich der letzten musste eine solche Ausdrucksweise zwischen der
gedehnten, getragenen Bewegung des Gesanges und der rasch da-
hinströmenden Bede die Mitte halten. Ferner habe er beobachtet,
wie manches in der Declamation einen solchen Nachdruck erhalte,
dass es der Hervorhebung durch eine dazu angeschlagene Har-
monie zugänglich sei, während wieder im freien Verlaufe des
Sprechens vieles vorkomme, das als tonlos sich unterordne,
daher nicht für jeden Ton des Gesangs einen Accord fordere. „So
merkte ich^, fährt er fort, „auf denWechsel in Hebung und Senkung
der Stimme, wie er bei den mannigfachen Gemüthserregungen
der Trauer, Freude u. dgl. erscheint, und liess an solchen Stellen
1 Vorrede za seiner Oper Euridice, Venedig, gedruckt bei Marescotd.
32 Die ersten Opern in Italien.
je nach Massgabe der Stärke der Erregtheit die Unterstimme sich
fortbewegen oder zu con- und dissonierenden Intervallen des Ge-
sanges rnhen , bis die Stimme des Recitierenden durch mehrere
Töne hindurch wieder an eine solche Stelle gelangte, welche in
der gewöhnlichen Kede betont wird und einen neuen Accord
begehrt^. Wie Peri nun zwar nicht behaupten möchte, dass der
dramatische Gesang der Alten genau eben so beschaffen gewesen
sei, so glaubte er doch dass ein solcher Gesang so beschaffen
sein müsse, sobald er der Rede genau sich anzuschliessen trachte.
Damit waren , wenn auch nicht die antike Darstellung des
Dramas , wohl aber die wesentlichen Hauptformen der nacbheri-
gen Oper, der Einzelgesang und mehrstimmige Gesänge
mit Begleitung, die Arie und das Recitativ zugleich ein Drama
mit ununterbrochener Musik zu Stande gebracht und das erste
Dramma per musica, welches Peri nach seinen Ansichten com-
poniert hatte, war ein Gedicht von Ottavio Rinuccini, und
wurde 1594 oder 1595 im Corsischen Hause in Rom aufgeflihrt.
Es hatte den Titel Dafne und behandelte die Mythe ihrer Meta-
morphose in den Oelbaum. Der Beifall war allgemein, und man
war völlig überzeugt, damit das längst Gesuchte und sehnlichst
Erwünschte gefunden zu haben.
Mit noch viel grösserem Beifalle wurde das ^eite Dramma
per musica, das Schäferspiel ^Euridice^ ^ Text von Rinuccini,
Musik von Peri* aufgenommen, welches im Jahre 1600 zur.
Feier der Vermählung Heinrich IV. von Frankreich mit Maria von
Medici am herzoglichen Hofe zu Florenz vor einer glänzenden
Versammlung ausgezeichneter Künstler und angesehener Herren
vom Adel aufgeführt wurde.
Ungeachtet ihrer primitiven Beschaffenheit übte doch die
neue Oper, als ein Kunstwerk, in welchem man die dichtende, tö-
nende und mimische Kunst zu einem Ganzen verbunden gemessen
konnte, allgemeine Anziehungskraft aus. Während durch die dra-
matische Musik das Gefühl erregt wurde, reizten und beschäf-
tigten die Sinne der Aufwand und die Pracht der Aufzüge, Ge-
wänder und Decorationen, wozu schliesslich noch der Tanz trat.
Es war daher begreiflich, dass bei einer leichterregbaren Nation
^ Eine Probe daraus Beil. VII. 4.
Entwicklang der Oper. 33
die Begierde nach dieser nenen Herrlichkeit alsbald zum unglaub-
lichen sich steigerte. Indess erwuchsen damit auch Gegner und
zwar waren es die besseren Componisten, welche mit ganz ande-
ren Kunstgrundsätzen aufgewachsen waren und auf die Beschäf-
tigung mit dem leichtfertigen Musikdrama^ wie auf ein dilettanti-
sches Spiel, beinahe mit Verachtung herabsahen. Allein die Zeit-
strdmung war stärker als der Widerstand und bald (1621) sollte
der Oper die höhere künstlerische Weihe zu Theil werden, indem
ein Tonsetzer von grossem Genie und anerkannter Vortrefflichkeit
als Contrapunktist sich ihr zuwandte. Dies war Claudio Mon-
te verde, geboren zu Cremona 1568, Kapellmeister zu Mantua,
endlich von 1613 bis 1643, in welchem Jahre sein Tod erfolgte,
Kapellmeister an der Marcuskirche in Venedig. Das Streben die-
ses bedeutendsten Tonmeisters seines Zeitalters gieng nun dahin,
leidenschaftlich stark erregten Zuständen den angemessensten
musicalischen Ausdruck zu verleihen und auf diesem Gebiethe liess
er auch alle seine Vorgänger und Mitlebenden weit zurück K Zu
diesem Ende wagte er Intervallenverbindungen, welche ihm von
seinen Zeitgenossen heftige Anfechtungen zuzogen, desunge-
achtet aber in die Praxis der folgenden Zeit ttbei^engen und flir
die Behandlung der Harmonie Epoche machten. Ausserdem führte
er der Oper eine reichlichere Instrumentierung zu und behandelte
sie nicht mehr als blos accordfüllende, sondern als selbständige
darstellende Kraft.
Nachdem Monteverde die Sprache der Leidenschaften ge-
funden hatte, fanden sich bald tüchtige Männer, die sie weiter ent-
wickelten und in grösseren Fluss brachten. Der nächste war Fran-
cesco Colleto genannt Cavalli, geboren zu Venedig um 1600,
1617 unter Claudio Monteverde Sänger der Kapelle von S. Marco,
1638 Organist .an der zweiten Orgel, 1668 zweiter Amtsnachfol-
ger des Monteverde. Seine erste Oper erschien 1639, dieser folg-
ten bis 1669 38 andere. Vor allem war es sein Giaaone, 1649 für
Venedig componiert, der mit dem grössten Erfolge die Bunde über
alle Theater Italiens machte und 1660 in Wien gegeben wurde.
Joh. Ad. Scheibe sagt in seinem werthvoUen „Critischen Mu-
sicus" (1745) von Cavalli: er sei nach damaligen Zeiten unver-
1 Eine Probe aus seiner Ariadne ist Beil. VII. 5 abgedruckt.
KocAel, J. J. Fax. 3
34 Fortbildung der Oper.
gleichlich gewesen. „Sein Recitativ ttbertriflFt alles, was ich in
dieser Schreibart von allen italienischen Meistern jemals gesehen
habe. Er istnen, ktthn, ausdrückend und folgt dem Character
aufs genaueste.^'
Nächst Francesco Cavalli hatte auf die Entwicklung des
dramatischen Musikstiles nach dem Urtheile seiner Zeitgenossen
den grössten Einfluss Giacomo Carissimi, denYi von seinen
dahin gehörigen Werken sind nur Bruchstttcke bekannt. Er war
um 1604 in der Nähe von Rom geboren, war Kapellmeister in der
ApoUinariuskirche in Rom und bltthte hauptsächlich von 1635 bis
1680. Seine Thätigkeit im dramatischen Fache concentrierte sich
in der Cantate und im Oratorium (worauf wir gleich nachher zu-
rttckkommen), allein die Rückwirkung seines Stiles auf die eigent-
liche Oper wurde allgemein anerkannt und von seinen ausgezeich-
netsten Schülern weiter entwickelt. Unter diesen waren ^ dfe
nachmaligen berühmten Namen Alessandro Scarlatti, Bo-
noncini, Bassani, eben so auch Marco Antonio Cesti.
Dieser letzte war 1625 geboren, später Hofkapellmeister Kaiser
Leopold L, und starb zu Venedig um 1670. Er trat 1649 mit
seiner ersten Oper Oronten auf, dieser folgten noch sechs andere,
worunter besonders La Dori in allen bedeutenden Städten Italiens
den grössten Beifall fand und auch 1664 in Wien* gegeben
wurde. Sein vorzügliches Verdienst bestand darin, dass er von
den Formen und Erfahrungen im Dramatischen, welche Carissimi
und er selbst innerhalb der Cantate gewonnen hatten, in der Oper
Grebrauch gemacht und diese dadurch auf eine höhere Stufe ge-
hoben hatte.
Die Oper dieser Periode zeigte im Ganzen bereits ein aus-
drucksvolles, der Rede zwanglos folgendes Recitativ: der ariose
Oesang erscheint seit Carissimi und Cavalli weit entwickelter,
kleine Instrumentenritomelle umschliessen und unterbrechen die
ariosen Gesänge, nur der Chor ist von keinem dramatischen In-
teresse.
Die Periode des Glanzes der italienischen Oper beginnt aber
mit Alessandro Scarlatti, von dessen Lebensverhältnissen
nur wenig bekannt ist. Er war ein geborner Neapolitaner, oder
1 Mattheaon, Ehrenpforte, p. 35. 2 Beil. VIII. 40.
Das Oratorium. 35
wahrscheinlicher ein Sicilianer, der etwa von 1650 bis 1725
biflhte. Seine mnsicalische Thätigkeit begann um 1680, als er
sich von seinem Lehrer Carissimi trennte; er ward bald darauf als
kSniglicher Kapellmeister nach Neapel berufen, wo er bis an sein
Ende verblieb und eine ebenso segensreiche als fast unglaublich
ausgebreitete und vielseitige Kunstthätigkeit entwickelte. Als
Componist versorgte er Eirche^ Kammer und Theater mit seinen
Schöpfungen; neben einer grossen Menge von Mottetten, Psal-
men schrieb er an 200 Messen, 7 Oratorien, über 100 Opern und
am halbes Tausend Cantaten. An Schülern hatte er Zulauf au«
allen Landen Europa's; als Sänger und Singmeister ist er der Be-
grttnder des modernen dramatischen Gesanges ; die von ihm ge-
leitete Kapelle erregte sogar Gorelli's Erstaunen.
In der Musikgeschichte wird Scarlatti der Vermittler des
grossen Stiles Palestrina'« mit dem schönen Stil genannt. In
seinen Kirchensachen gehört er als Vertreter des gelehrten Con-
trapunktes und strengen Stils, gleich Lotti, Fux, Berardi,
d^n älteren Bononcini der alten Schule an, andererseits be-
zeichnen seine dramatischen Werke mit Bttcksicht auf Gesang-
reichthnm, Schönheit der Melodie, FtLlle und sinnliche Unmittel-
barkeit, die Richtung der von ihm begrtlndeten neapolitanischen
Schule. Mit Scarlatti beginnt die moderne italienische Oper ; an
ihn kntlpft sich ihre ganze weitere Entwicklung zu Neapel, Vene-
dig, Bologna, Wien und ihre Hauptvertreter Giov. Bononcini,
Ant Caldara, Franc. Conti, alle drei in Wien thätig, ver-
folgten die von ihm geöffiieten Bahnen, und auch G. Händel
studierte ihn mit dem grössten Eifer. Seine stäts originelle, frische
Melodik war mit lebhaft treffendem Ausdruck gepaart , der auch
im Komischen mitunter ganz unnachahmlich war; seine höhere
Durchgeistigung und knappere, sichere Gestaltung der dramati-
schen Melodie war es besonders, wodurch er auf Zeitgenossen und
•Nachkommen so anregend wirkte.
Als ein Seitenzweig, und mit ihr nahe verwandt, entwickelte
sich neben der dramatischen Musik das Oratorium. Aus un-
scheinbaren Anfängen in der Mitte des XVI. Jahrhunderts hatte in
Rom der Priester Filippo Neri (1551) unter Mitwirkung von
Giovanni Animuccia, Kapellmeister am Dome zu St. Peter
und nach dessen Tode mit Palestrina zur Erbauung der Zu
3*
36 Die italienische Oper in Wien.
hörer in der Fasten eine Art yierstimmiger hynmenmässiger Ge-
sänge eingeführt, wobei hie und da auch einzefaie Stimmen den
Chor ablösten. Diese, Laudi spirüuali genannt, hatten mit dem
nachherigen Oratorium nur eine äussere Aehnlichkeit durch den
volksmässig biblischen Inhalt und durch die Ausschliessung sicht-
barer Darstellung der Handlung, ungeachtet nach und nach das
Oratorium zu einem dramatischen Kunstwerke sich entwickelte.
Zu ihrem Aufschwung ftthrte aber die Kammer-Cantate
(Cantata da camera), wie sie von Carissimi zu einer Art drama-
tischer Scenen mit Recitativen , ariosen und Ensemblesätzen aus-
gebildet wurde. Es ist klar, da jeder auf Sinnenreiz der Augen
gerichtete Btthnenapparat entfernt gehalten wurde, dass die Cän-
tate, um dramatische Wirkungen zu erzielen , durch Reinheit des
Stils, Schönheit der Form, und künstlerische Behandlung der
Stimmen dasjenige durch Musik allein* ersetzen musste, was ihr
durch den Mangel an scenischer Einwirkung entgieng. Der Höhen-
punkt, welchen das Oratorium durch Job. Seb. Bach und Chr.
Händel erreichen sollte, fällt in eine spätere Periode , die uns
hier noch nicht berührt.
Wenn auch die neuentstandene Oper von ihren Hauptpflege-
stätten zu Bologna und Venedig in kürzester Frist über ganz
Oberitalien und hierauf auch später in Unteritalien mit unwider-
X stehlicher Kraft sich nicht verbreitet hätte und eine wahre Sehn-
sucht nach diesem Hochgenüsse nicht erwacht wäre, so genügte
allein der hohe Standpunkt, welchen die Musik im XVI. und XVH.
Jahrhundert schon vor Palestrina in Italien eingenommen hatte,
um den Norden von Europa nach diesen süssen Früchten Auso-
niens lüstern zu machen, und die Regenten waren eifrigst bemüht,
nicht nur die Componisten dieser lieblichen Musik sondern auch
die Künstler an sich zu ziehen, welche allein geeignet waren, die
Compositionen ihrer Stammesverwandten würdig zu Gehör zu
bringen. In Oesterreich hatten schon 1619 unter Kaiser Ferdi-
nand H. die bereits erwähnten italienischen Kapellmeister ihren
Einzug gehalten und eine Anzahl Sänger und Instrumentisten
waren ilmen gefolgt ; allein die alles verheerende Wuth der Reli-
gionskriege in Deutschland (1618 — 1648) Hessen es erst unter
Kaiser Ferdinand IH. (1637—1657) nach mehrfachen Ver-
suchen mit Cantaten und kleineren Theaterfesten dahin kommen.
Opemtezte. 3 7
dass die erste grosse Oper (1653) gegeben werden konnte, worauf
dann, nachdem das Eis gebrochen war, unter EaiserLeopoldl.
(1658 — 1705) die hereindrohende musicalische Fluth aus Italien
alles andere verdrängend sich ausbreiten konnte. Bis zum Schlüsse
des XVn. Jahrhunderts waren bereits (Beil. Vm) 379 Opern, feste
teatraK und Oratorien in Wien zur Aufführung gekommen; und darin
war es wohl nur von Venedig ttbertroffen worden. Von den deut-
schen Residenzstädten rivalisierten München ^ und Dresden * in ihren
musicalischen Leistungen mit Wien, das aber ausser nachhalti-
geren finanziellen Mitteln auch die sorgsame methodische Pflege
d^. Musik durch kunstverständige Begenten und ein empfäng-
liches Publicum vor den beiden andern Städten voraus hatte.
Ehe wir an eine nähere Betrachtung der musicalischen Lei-
stungen in der Oper und dem Oratorium dieser Periode in Wien
gehen, müssen wir den dabei zu Grunde gelegten Textbüchern
(Poesie genannt) und ihrer Einrichtung einige Aufmerksamkeit
schenken.
Aus der damaligen Grundansicht, dass die neuerfundene Oper
sich so nahe als möglich der antiken Tragödie mit ihren Chören
anzuschliessen habe, gieng die natürliche Folge hervor^ dass
man meinte, die Stoffe der Oper könnten nur aus der antiken
Götter- und Heroenmjthe; oder aus der alten griechischen oder
römischen Geschichte genommen werden und höchstens durch
allerlei Zauberspuck an alte Sagen wie der Circo, Ariadne u. dgl.
erinnern. Dass die modernen Anschauungen zu d^ alten HüUen
wenig passten, und sämmtliche dargestellten Personen, ihre
Helden und Götter ebenso wie die herbeigezogenen Persoiiifica-
tionen der Furcht, des Hasses, des Neides u. dgl. leere bedeutungs-
lose Schemen waren, für die sich der Zuschauer nicht entfernt
interessieren konnte, wurde ohne Bedenken hingenonnnen, da man
für diesen unentdeckten Mangel auf so vielfache Weise durch ein-
schmeichelnde Gesänge, durch prachtvolle Auf zUge, überraschende
Maschinerien und Decorationen mit Seetreffen, Schlachten mit
Kämpfern zu Fuss und zu Pferd, und durch das unwidersteh-
liche Ballet in stäter Aufregung erhalten wurde, so dass man
1 F. M. Rudhart, Gesch der Oper in München. 1865.
s FürBtenau, Gesch. der Mus. in DreBden.
38 Operntexte.
darttber weiter nachzugrübeln wenig aufgelegt war. Durch die
Dichter jener Periode wnrde auch auf ganz geschickte Art in ihren
Opemtexten daftlr gesorgt, dass die Sänger in zweckmässiger
Folge Gelegenheit hatten, ihre Kunstfertigkeit zu zeigen, dass die
zu lange Dauer von rein musicalischen Prodnctionen durch Tänze,
militärische Evolutionen u. dgl. unterbrochen und das schaulustige
Publicum durch reichliche Abwechslung in Athem und bei guter
Laune erhalten wurde. Da die ausstoßt kostspielige Oper zu jener
Zeit allein vom Hofe bestritten und die Theilnahme an diesem
Genüsse eine Gtostattung des Hofes war , so fanden Dichter und
Componisten es durchaus angemessen, dass die Oper nur eine
persönliche Unterhaltung und Verherrlichung der Person des Mon-
archen oder deijenigen höchsten Personen sei, welche der Monarch
damit zu feiern wünschte. Die ganze Anlage der Oper war daher
so beschaffen, dass, ungeachtet das Sujet oft weit davon ablag,
doch niemals häufige Anspielungen auf die gefeierte Person fehlen
durften und am Schlüsse in der sogenannten ^Licenza^y einer
förmlichen , gesungenen Ansprache an dieselbe gipfeln mussten.
In der Wahl der Mittel, solche Beziehungen zu finden, waren die
Dichter eben nicht ängstlich, und in der Oper U Porno tforo
lässt der Verfasser, Fr. Sbarra, nach der Zntheilung des un-
heilvollen Apfels die damit beglückte Göttin bei Jupiter sich be-
klagen, dass sie deshalb von den beiden andern Göttinei> ange-
feindet werde, worauf der Vater der Götter den Ausspruch thut»
um diesem Zwiespalt ein Ende zu machen, werde er den Apfel
an sich nehmen und ihn so lange bewahren, bis sich eine irdische
Fürstentochter finden werde, die erhaben wie Juno, weise wie
Minerva, schön wie Venus, die Eigenschaften dieser drei Göttinen
in sich vereinigt. Die Göttinen sind, wie der Dichter versichert,
mit diesem Ausspruche zuftieden, und da sich in der Person der
neuvermählten Kaiserin, Margaretha von Spanien (welcher
dieses Fest galt) diese Eigenschaften vereinigt fanden, so nahmen
die drei Göttinen keinen Anstand, dieser Candidatin in der Licenza
den Apfel zuzuerkennen. An kühnen Allegorien ist in der Mon-
archia latina trionfante bedeutendes geleistet, wo drei Regierungs-
formen sichtlich verkörpert erscheinen. Oft scheint bei diesen
theatralischen Vorstellungen der Tanz oder die prunkhaften Auf-
züge die Hauptsache gewesen zu sein, welchen der Text und
Dichter der Operntexte. 39
die Musik nur zur Umrahmimg dienten^ so in der Contesa deW
aria e deWacqua (1667), welche aufldrttcklich als Festa a cavallo
bezeichnet wird, auch die Partituren mit Text und Gesang, welche
häufig Introduzione ad un ballo heissen.
Ungeachtet der nicht wenigen Gebrechen der Opemtext-
bttcher, zu welchen ausser den ebenerwähnten auch noch die
pbrasenreichen, der Natur und der Situation wenig angemessenen
Dialoge kommen, würde man den Textverfassem Unrecht thun,
ihnen alles Verdienst abzusprechen. Vieles Mangelhafte gehörte
dem Tone der Zeit und der Etiquette der Höfe an ; man fand
nämlich zu jener Zeit auch an andern Höfen ganz natürlich, was
ans jetzt ganz wider die Natur zu sein scheint : es fiel nien^^den
ein, einen griechischen Heros mit Allongeperücke lächerlich zu
finden , und der Schriftsteller, wenn er nicht weit über seine Zeit
sich erhebt, schreibt, wie er hofft, dass es denen gefällt, von
denen er abhängt. Nicht ohne Verdienst ist die durch den massen-
haften Begehr abgedrungeue Auffindung so vieler antiker Stoffe,
ihre Modificationen für Zeit und Verhältnisse, das Geschick, dem
Componisten, wo er es braucht, die abwechselnden Gesangestexte
zn biethen, und in den Betrachtungen des Chors oder Einzelner
etwas Passendes zu sagen. Wenn die Farben in den einzelnen
Situationen stark aufgetragen wurden, so lag wieder die Schuld
nicht an dem Dichter allein; die Zeit vertrug, ja forderte grelle
Farben. Da indessen die italienische Sprache den meisten Zu-
hörern eine fremde war, und die Poeten sie zu jener Zeit so weit
in ihrer Gewalt hatten, als mehrere Jahrhunderte an ihrer Bildung
gearbeitet hatten , so nahm man das wohlklingende und von den
Sängern schön vorgetragene, ohne auf den Inhalt genauer einzu-
geben, willig hin.
Da es von nicht geringer Schwierigkeit sein dürfte, jeden
der Verfasser, welche in der zweiten Hälfte des XVH. Jahrhunderts
Operntexte für Wien schrieben, im einzelnen zu characterisieren,
und dies wenn es gelänge schwerlich allgemeines Interesse er-
regen könnte, so soll hier nur von denjenigen, welche in den Hof-
zahlamts-Rechenbüchem als „Poeten^ erscheinen, Erwähnung
geschehen und zugleich die wenigen Daten über ihr Leben
eingeschaltet werden, welche in den bekannten Werken des
F. S. Quadrio, G. Tiraboschi u. n. über italienische Litterat nr
40 Dichter der Opemtexte.
spärlich genug zu finden waren. — Zu den frühesten Textverfassem
gehört Aurelio Amalteo di Uderzo ^ geboren zu Pordenone *,
(Friaul). Nach den Rechnungen bezog er als Hofpoet von 1661
bis zu seinem Tode im Juli 1690 eine Pension von 300 Gulden.
Er verfasste fllr Wien von 1659 bis 1669 7 Texte fttr Opern und
Oratorien ^. Unter seinen grösseren Werken ist der pompöse R^
Gelidoro (1659), // Ciro crescente (1661), Ä Perseo (1669)
hervortretend.
Mit ihm beinahe gleichzeitig war Francesco Sbarra aus
Lucca(Quadrioin. p. 469.502). 1665—1668 erscheint er als Hof-
poet mit 1000 fl. Gehalt, seit 1667 auch mit dem Titel kaiserlicher
Rath. Fttr Wien schrieb er von 1662 bis 1667 6 Texte für Opern
und Oratorien, darunter den Pomo (Tora (1666), La Cantesa
deir Aria e delV Acqua ein Garoussel (1667), La Schiava fartunata
(1667), wobei er auch dadurcli begünstigt ward, dass mehrere
seiner Texte von dem berühmten A. Gesti in Musik gesetzt
wurden.
Der Conte Niccolö Minato aus Bergamo (Quadrio Stör.
V. 468) war von 1669 bis zu seinem Tode im Jahre 1698 durch
30 Jahre Hofpoet mit 1200 fl. Gehalt und nützte seine Dienstzeit
redlich aus, indem er fttr Wien von 1667 bis an sein Ende
165 Texte fttr Opern und Oratorien schrieb, was fttr jedes Jahr
5 — 6 Nummern gibt.
Während dessen späteren Lebensjahren rttckte Donato
Gupeda ein, der zwar fttr Wien von 1689 bis 1704 26 Texte
lieferte, aber erst von 1696 bis an seinen Tod im Jahre 1704 als
Hofpoet aufgeführt wird.
Sein Nachfolger als Hofpoet (von 1703—1713) war Pier
Antonio Bernardpni, geboren zu Vignola (Modena) 30. Juni
1672, gestorben in Bologna 19. Jänner 1714 (Marzuchelli Scritt.
n. p. 977 — Quadrio H. 336 — Lombardi Storia m. 387). Fttr
Wien schrieb er 1701 — 1710 28 Nummern, von denen einige auch
J. J. Fux in Musik setzte, wie La Clemenza di Augusto (1702)
— JuloMcanio (llOS) — Pulcheria (1708).
1 Allacci. 3 Marzuchelli, Scritt. dltalia. L 565. ^ Die Zahl der
Opemtexte bezieht sich immer auf das Verzeichniss (Beil. VIII) , wobei es
immerhin geschehen kann, dass unter dem dort angegebenen Autore in-
certo irgend ein bekannter Autor steckt.
Dichter der Opemtezte. 4 1
Der letzte Hofpoet dieser Periode vor Apostolo Zeno war
Silvio Stampiglia, ein Römer (Qnadrio in. 2. p. 484), von
1707 bi8 1713 Hofpoet^ später in Pension bis etwa 1725. Fttr Wien
war er 1697 — 1714 thätig; unter seinen 18 Operntexten war
anch die bertthmte Camäla, regina dei Vohcif welche mit Ant.
BoDoncini's Musik in Italien, Deutschland und England grossen
Erfolg hatte.
Unter diesen genannten „Poeten^ tritt Pier Antonio Ber-
nardoni durch gewandten Ausdruck und durch die glückliche
Anlage mehrerer Stttcke hervor, wodurch sie, wie La Clemenza
di AugustOy besonders aber Pulcheria, auf rein menschliche
Verhältnisse gegründet, die Lösung der Verwicklung ohne Da-
zwiscbenkunft eines Gottes* in der Maschine auf natürliche und
zugleich überraschende Weise herbeiführen.
Ausser diesen ständigen Opemtextverfassem kommen
noch Torttbergehend nach dem Verzeichnisse (Beil. VIII) als
solche vor :
Prospero Bonarelli (1631. 1668) — Giov. Faustini
(1642) — Giac. Bodoaro (1646) — Giac. Andr. Gioognini
(1650. 1657) — Ben. Ferrari (1653) — Giov. B. Maccioni
(1653) — DiamanteGabrielli(1656) — F. GioT.Marcello
(1659) — Ant. Draghi (1660—1668, 16 Nummern) — Conte
Caldano (1660) — Camillo Serano (1661) — Gav. Xime-
nes (1663—1669) — Apollonio Apolloni (1664) —Don
Remigio (1665) — Domen. Federici (1666) — Giov.
Andr. Moneglia (1667) — Giov. Bernini (1670) —
P. Guadagni (1672) — Ag. Moreto (1673) — Matt. Noris
(1674) — P- Susini (1675) — P. Luigi Ficiani (1678) —
Ben. Pamfili (1678. 1687) — Hanns Albr. Ruprecht
(1679. 1682) — A. Eumaschi (1680) — Paolo Gastelli
(1683) — G. B. Luti (1685. 1687) — Loretto Mattei
(1686) — Ott. Malvezzi (1689) — Adr. Morselli (1689)
L. Orlandini (1690) — Gius- Apolloni (1690) — Michel-
angelo Angelico (1694) — Andr. Zabarela (1696) —
Ferri(1697) — Giul. Gies. Gorradi (1698) — F. Lemene
(1699. 1706)— Rinaldo Ciallis (1700. 1709) — Fr. Passe-
rini (1701) — Fr. Dom. Filipeschi (1701. 1709. 1711) —
Riccardo Rodrano (1701)— Gav. Addimari (1702)— Ant.
42 Operncomponisten in Wien.
MedoUgo (1704) — Ab. Ant. del Negro (1704. 1712) —
G. B. Neri (1705. 1706) — Dom. Mazza (1706) — Alindo
Scirtoniano (1706. 1711) — Bocco M. Boss! (1706) —
Lib. Nicom. Ciini (1707) — Carlo M. Uslenghi (1708) —
Fr. Mar. Daria(1708) — Vinc. Grimani (1709) — Nunzio
Stampiglia (1709—1711) — Giov. B. Ancioni (1710) und
sehr viele nnbekaimte Verfasser.
Wichtige Personen sind in der Oper neben den Poeten zuerst
der Architect, welcher die Scenerien, Verwandlungen und
Costttme anzugeben hatte und in Wien durch den berühmten Lud.
Burnacini Ton 1662 bis 1706 würdig vertreten war. Ihm ziem-
lich ebenbürtig war durch eine Beihe von Jahren der Hofballet-
meister G. Domenico Ventura. •
Wenn wir uns nun zu den Compo nisten wenden, welche als
Kapellmeister und Vice-Kapellmeister am kais. Hofe von der Mitte
des XVII. bis zu Ende desselben Jahrhunderts berufen waren,
ausser der Kirchenmusik die Compositionen zu den Opern,
kleineren Theaterfesten und Oratorien zu liefern, so erscheinen
darunter auch einige, welche in dem Ueberblicke des geschicht-
lichen Ganges , den die dramatische Musik bis dahin genommen
hat, bereits genannt wurden, und deren Thätigkeit am kais. Hofe
hier etwas näher in Betracht gezogen werden soll. Ihre Zahl ist
kleiner, als man in einem so langen Zeitabschnitte von anderthalb
Jahrhunderten erwarten sollte, da mehrere durch ihre längere
Lebensdauer und ihre unglaubliche Fruchtbarkeit die grössere
Zahl ersetzten und auch der Kaiser Leopold selbst einen
namhaften Beitrag zu den Compositionen von Opern und Oratorien
während seiner 47jährigen Begierung produciert hatte.
Zu den frühesten bekannten dramatischen Componisten in
Wien ist in erster Beihe zu nennen :
Antonio Bertali, geboren 1606 zu Verona, gestorben in
Wien 1. April 1669. Er erscheint in den Bechenbüchem von 1637
an als Hofmusicus in Wien, wurde 1649 an Valentini's Stelle Hof-
kapelhneister und starb 64 Jahre alt in seiner Anstellung, nachdem
er von Kaiser Ferdinand III. bereits 1641 mit einer goldenen
Medaille, 1651 mit einer Gnadengabe von 3000 fl. und von Kaiser
Leopold!, mit einer ähnlichen von 1500 fl. ausgezeichnet worden
Componisten in Wien. 43
war^. 1631 und 1646 wurden Cantaten von ihm gegeben, seine
Thätigkeit in dramatischer Musik begann jedoch mit der erwähn-
ten ersten grossen Oper U Inganno iamare (1653), welcher Teti
1656, n Rl Gelidoro 1659, Gli Amari di Apqllo 1660, II Cito
crescente 1661, ÜAlcinde 1665, Cibele e Atti 1666, La Coväesa
dettaria 1667 folgten. Von Oratorien liegen noch zwei von 1663,
und La Strage degli innoeetUi von 1665 vor*.
Ein Zeitgenosse Antonio Bertali's war 6ioT. Feiice San-
ee9, der von Kaiser Ferdinand m. am 1. Oetober 1649 an
Bertali's Seite zun Vice-Kapellmeister und nach dessen Tode
von Kaiser Leopold I. 1669 znm Hofkapellmeister ernannt
wurde. Sances war 1600 in Bom geboren, erscheint bereits 1637
als Tenorist in den Hofrechnongen nnd starb in Wien 24. Not.
1679. Ungeachtet Fox anftthrt, er glaube nicht, dass jemand
mehr geschrieben habe als Sances, so scheint seine Thätigkeit
mehr der Kirche < zugewendet gewesen zn sein, wovon eine gros-
f^ere Zahl von Psalmen, Mottetten und Litaneien in Venedig ge-
drackt erschienen. (Gerber. Neues Lex.) An Cantaten enthält
das Verzeichniss nur 4 Nummern seiner Composition von den
Jahren 1648, 1654, 1655 und 1658; 1 Serenade von 1662,
1 Oper Ari9tomene Messenio von 1670, endlich 4 Oratorien von
1666, 1670, 1671 und 1672 ^
Seine mitstrebenden Componisten in Wien an verdientem
weitverbreiteten Buhme übertreffend war Antonio Cesti,
welchen Kaiser Leopold am 1. Jänner 1666 zum Vice-Kapell-
meister an seinen Hof berief, wo er bis 1669 blieb, dann aber
naeh Venedig zurückkehrte und wahrscheinlich in demselben
Jahre dort starb. A. Cesti war zu Arezzo um 1620 geboren,
ward reformierter Franciscanermönch, 1646 Kapelhneister in
Florenz und kam 1660 als Tenorist in die Kapelle Papst Alexan-
der Vn. Er war ein Schüler des Carissimi und hatte sich zugleich
mit Cavalli um die Ausbildung der Cantata di camera sehr verdient
gemacht, dann gieng er von dieser mit schöpferischem Geiste
znr Oper über. Von meinen Opern , aus denen La Dort auf ihrem
Rnhmeszuge durch halb Europa 1664 in Wien in Scene kam, sind
folgende hier componiert und unter seiner Leitung gegeben worden :
1 Köchel, Hofkap. p. 35. « Beil VIII. 10—57. » Beil. VIII.
44 Componisten in Wien.
11 Principe generoso (1666), die oft erwähnte Prachtoper II Porno
(Toro (1666. 1667), Nettuno e Fiora festeggianti (1666\ beide
zur Verherrlichong der neuvermählten Kaiserin Margaretha
(Prinzessin von Spanien), La Semiramide (1667), Le Disgrazie
iTamare (1667), La Sehiava fortunata (1667)*.*
Von keinem an Leichtigkeit nnd Zahl dramatischer Compo-
sitionen ttberbothen war Antonio Draghi. Er war zti Ferrara
um 1642 geboren und in Wien 18. Jänner 1700 gestorben. Von
1674 bis Ende 1681 war er Kapellmeister der Kaiserin Eleonore
und zugleich Intendant der Theatermusiken des Kaisers, 1. Jänner
1682 wurde er Hofkapellmeister desselben. Das Yerzeichniss *,
auf welches wir hier verweisen, gibt von 1661 bis an sein Ende
jedes Jahr und von 1669 mehrfältige Beweise seiner Unerschöpf-
lichkeit: 190 Compositionen, davon 161 Opern und Theaterfeste
nebst 29 Oratorien hatte der Mann in 38 Jahren, also durch-
schnittlich 5 jährlich zu Stande gebracht. Eine solche Thätigkeit
verdiente es wohl, dass sie Kaiser Leopold I. im Jahre 1690 mit
einer Qnadengabe von 6000 fl. anerkannte '. Besonders hervorzu-
heben sind seine Anfänge der Opera buffa, die Cam^als-
opem: Le Ri$a di Demoerito (1670), Gli Atomi di Epicuro
(1672), GV hicaniesimi disdolH (1673), La LatUema di Diogene
(1674), / Pazzi Abderüi (1675), La Pazienzia di Socrate cou
due moglie (1680), Le Scioccaggini degli Psüli (1686), von
denen mehrere in späteren Jahren Wiederholungen erlebten. Zu-
gleich erscheint er in der Beihe der Textdichter dieser Epoche.
Wenn es Johann Heinrich Schmelzer gelungen ist,
der erste Deutsche die Phalanx der italienischen Hofkapellmeister
zu durchbrechen, so musste er dies mehr seiner Virtuosität im Vio-
linspiel und der Gewandtheit in der Direction des Orchesters zu
verdanken gehabt haben, als seinen hervorragenden Leistungen
in der Composition. Er war ein Oesterreicher*, um 1630 geboren,
gestorben in Wien im Juni 1680. Vom 1. October 1649 erscheint
er als Instrumentist der Hofinusik, begleitete 1658 als Director
der Instrumentalmusik den Kaiser Leopi^ld I. zur Kaiser-
krönung nach Frankfurt a. M., und wurde von demselben Kaiser
1 Beil. Vm. 40—61. « Beil. VIII. 24—371. » Kö chel , Hof-Musikk.
p. 35. * Walther's Lex.
ComponiBten in Wien. 45
1. Jäimer 1671 zum Vioe-Hofkapellmeister^ 1. October 1679 nach
Sances' Tode zum Hofkapellmeister ernannt , starb aber schon
im daranfFolgenden Jahre. Ausser dem gedruckten Sacro-profanus
coneerUus muncus (13 Sonaten) und 12 Sonaten fUr Violine allein,
componierte er die Tänze für die Opern in den Jahren 1666 bis
1678, 2 Seneraden: Le Veglie ossequiose (1679), und Die 7 Alter
iHmben zusammen (1680); endlich 2 Oratorien: Die Stärke der
Liebe beim heiligen Grabe (1677) und Le Memorie dolorose al
nepolcro (1678) ^
Unter den Hofmusikem, welche für die Bühne und das Ora-
torium componierten, war auch Ferdinand Tobias Richter,
geboren 1649, gestorben in Wien 3. November 1711, 62 Jahre
alt (Wr. Ztg.), Mnsiklehrer in der Familie Kaiser L e o p o 1 d L,
wurde 1. Juli 1683 Hoforganist. Von seinen hiehergehörigen Com-
positionen sind nur 2 Serenaden Uhtro osaequioso (1694) und
Le Pramesse degli Dei (1697), ferner 2 Oratorien Altera Betlehem
(1684) und La Morte di S. Ermenegildo (1694) aus den Partituren
der Hof bibliothek bekannt.
Neben den kaiserlichen Kapellmeistern und Hofcompositoren
componierten für die kais. Hofkapelle Opern, Oratorien, feste
teatrali, Cantaten: Franc. Garalli: Egisto (1642), // Giasone
(1650); die Partituren von beiden befinden sich in der k. k.
Hofbibliothek, über die wirkliche Aufführung ist jedoch nichts
bemerkt. — Gius. Zamponi: ülisse errante (1650) — G. Batt.
Maccioni (1653) — G. Giacomo Arrigoni: Gli amori di
Alessandro (1657) — Pietro Andr. Ziani, Kapellmeister
der Kaiserin Eleonore: 5 Oratorien, Cantaten u. dgl. (1660
— 1669) — G. A. Boretti (1661) — Gius. Tricarico
(1661— 1662) — Tychian: 2 Oratorien (1662. 1678)— C. Cap-
pellini, Hoforganist (1665. 1675) — Ant. Maria Abbatia
(1666) — Benigne de Bicilly (1670) — Ant. Sartorio
(1672) — Giov. BonaTentura (1672) — G. M. Pagliardi
(1674) — Alessandro Melani (1678) — J. P. Pederzuoli,
Kapellmeister der Kaiserin Eleonora (1679—1686. 1697): 16
Cantaten und Oratorien — Gius. Gabbrini (1680) — Gius.
Serini (1680) — Ant. Gianettino (1681) — AI. Scarlatti:
1 Beil. Vm. 137. 151. 153. 171.
46 Componisten für die Oper in Wien.
Amor non vuol inganni (1681) — Paolo CaBtelli, k. Alt-
sänger (1683) — Carlo Caproli (1683) — Bern. Pasquini,
Organist (1687) — Franc. Passerini (1687) — G. B. Berna-
bei (1688 — 1691). Es ist fraglich, ob seine Compositionen in
Wien auch ausgeftlhrt wurden — Agost. Steffani (1692) —
Gius. Pacieri (1692) — J. Mich. Zacher (1693) — Andr.
Zarabele (1696) — Dom. Freschi (1697) — und viele
Ungenannte.
ni.
Fox wird kaiserlleher Hofeompositor (1698). — Seine Instmmeiital-
Compositioneii«
Durch das ArchiT des Obersthofmeister-Amtes kommen wir in
Kenntniss der Art und Weise ^ wie Fux zu seiner Anstellung als
kais. Hofeompositor gelangte. In dem Referate vom 16. April
1698* berichtet der Obersthofineister : ^Johannes Josephus
Fnx, Musicus bringt gehorsamst an, dass Euer kaiserliche Maje-
stät ihn wegen seiner Compositionen in die Dienste aufgenommen
haben, bittet daher unterthänigst ihn dem Hofstaat mit einer sol-
chen Besoldung, wie es Euer kais. Majestät geffiUig sein wird,
einzuverleiben" . Darüber berichtet der Hof kapellmeister Antonio
Draghi^ dass er auf dieses Petitum kein anderes Parere geben
könne, als dass Euer kais. Majestät den Supplicanten wegen
Beiner guten Qualitäten bereits in Dero Dienst mit 40 Thaler
monatlicher Besoldung aufgenommen hätten". „Man wird Euer
Majestät Befehl diesfalls erwarten", schliesst der Obersthof-
meister, „ob, wieviel, und von welcher Zeit man ihm seine Besol-
dung ausfertigen soll".
Darunter schrieb Kaiser Leopold mit eigener (schwerleser-
licher) Hand die Resolution :
„Weil ich diesen 8upplicanten als einen guten Virtuoso aus
gewissen Ursachen zu meiner Musik aufzunehmen resolviert habe,
als sollen ihm zur Besoldung monatlich 40 Thaler oder 60 Gulden
vom Anfang dieses Jahres angewiesen werden." Diese Resolution
des Kaisers wurde gleichlautend mit Bescheid vom 16. April 1698
dem Johann Joseph Fux bekannt gegeben und das Hofcontrolor-
amt angewiesen, durch eine gewöhnliche Ordonnanz das Hofzahl-
amt mit der Ausbezahlung des Gehaltes zu beauftragen '.
1 Beil. IL 1. 8 Beil. II. 1.
48 Fuz, Hofcompoeitor.
•
Nach dieser Darstellung hatte sich der Kaiser bewogen ge-
funden, Fax wegen seiner Compositionen in seine Dienste zn
nehmen y nnd zwar proprio motu, ohne vorher die Meinung des
Hofkapellmeisters nnd des Obersthofmeister-Amtes zu vernehmen.
Das Gesuch des Fux und der Bericht darüber hatte nur den
Zweck y die näheren Bestimmungen der Anstellung ttber Gehalts-
anweisung u. dgl. in eine ämtliche Form zu bringen.
So wie es keinem Zweifel unterliegt , dass der Kaiser durch
sein eigenes ürtheil befUhigt war, auch ohne weitem Beirath eines
anderen Kunstverständigen den Werth der Compositionen des Fux
zuerkennen, so gibt die Berufung eines deutschen Talentes
in der mächtigen StrOmung der italienischen Musik der Unbe-
fangenheit des Urtheiles des Kaisers ein voUgiltiges Zeugniss.
Die Frage, auf welchem Wege der Kaiser mit den Compositionen
des Fux bekannt wurde, lässt sich durch beglaubigte Zeugnisse
nicht direct beantworten , allein man könnte beinahe veranlasst
sein, die Frage umzudrehen: wie wäre es möglich gewesen,
dafls ein Freund und Keimer der Musik, wie Kaiser Leopold,
auf ein seltenes Compositionstalent , das eben in seiner eigenen
Residenz zu Wien emporbltlhte, nicht hätte bekannt sein können?
Denn, wenn auch die Daten seiner Compositionen, besonders ftür
die Kirche, vor dem Jahre 1700 nicht völlig sicher zu stellen sind,
so lässt sich doch mit einer Wahrscheinlichkeit, die der Gewiss-
heit sehr nahe steht, annehmen, dass Fux am Schlüsse des
XVII. Jahrhunderts in den Jahren seiner Blttthe und Kraft ehrenvolle
Leistungen seines Talentes für sich hatte. Wenn er selbst in der
Vorrede zu seinem Concenius musico-instrumentalis^^ der im
Jahre 1701 erschien, sagt, „er habe nicht mit dieser Art
Composition eine Probe eines grossen Kunstwerkes geben wollen,
die man anderswo suchen müsse^, so lässt sich mit Sicherheit
schliessen, dass er schon damals im Bewusstsein bereits „abge-
legter Proben bedeutende Musikwerke^ diese Zeilen niederge-
schrieben habe. Ist auch die Angabe, dass Fux das Grosse Re-
quiem^ zur Leichenfeier der Erzherzogin Eleonore, verwitweten
Königin von Polen (f 17. December 1697), componiert habe,
nicht ganz zweifellos, so wurden doch gewiss seine Kirchencompo-
1 Beil. X. 352. « Beil. X. 51.
Die kais. Hofcompositoren. 49
sidonen bei den Schotten, wo er Organist war, und wahrscheinlich
anch in andern Kirchen znr Anfitihmng gebracht. Kaiser Leopold,
welcher. des Jahres verschiedene Kirchen, darunter jene von den
Schotten, zu besuchen pflegte, kam dadurch leicht in die Lage,
Compositionen von Fux zu hören, besonders da überall bekannt
war^ dass man dem Kaiser keine grössere Befriedigung, als durch
gute und neue Musik zu verschaffen vermochte. Nimmt man noch
dazu, dass Fux auch unter den Hofmusikem Freunde hatte, wie
den vorzüglichen Violinisten Andreas Anton Schmelzer (1670
bis 1700), den Sohn des 1680 verstorbenen Hofkapellmeisters
Johann Heinrich Schmelzer, ganz abgesehen femer von dem
Umstände, dass zwei Schwestern seiner Frau Anstellungen bei
Hofe hatten ; so dürften in diesen Verhältnissen hinlängliche Ver-
anlassungen gefunden werden , dass Fux dem Kaiser genau be-
kannt wurde, wenn ihm auch keine Partituren vorgelegt worden
waren.
Das Amt der Hof - Compositoren war durch Kaiser
Leopold im Jahre 1696 mit der Anstellung des Componisten
Carlo Aug. Badia geschaffen worden. Es kam zwar in früheren
Zeiten öfter vor, dass verschiedene Künstler zu Compositionen
ftlr den kaiserlichen Hof aufgefordert und dafür entlohnt wurden \
wie noch in letzter Zeit die Brüder Bononcini, sie gehörten
aber darum noch nicht zum Status der Hofmusik, wurden in den
Hofrechnnügen nicht als Mitglieder der Hofkapelle aufgeführt,
bezogen keine Jahresbesoldungen und konnten keine Pension be-
anspruchen, wie dieses, zuerst mit der Anstellung des A. Badia
der Fall war. Die Aufgabe der Compositoren war, wie man aus
ihren Leistungen entninunt, Compositionen jeder Art für die Oper,
das Oratorium , die Kirche und die Kammer zu liefern mit der
natürlichen Beschränkung ihrer Begabung zu sämmtlichen oder
nnr zu einigen Zweigen der Musik. Badia hatte Oratorien und
dramatische Musik, aber so weit es bekannt ist, keine Kammer-
imd Kirchenmusik componiert, derselbe Tall war auch bei Gio-
vanni Bononcini, als dieser nach und neben Fux im Jahre
1 700 zum Hofcompositor ernannt wurde. Es scheint daher, dass
der Kaiser bei der Anstellung des F u x die den übrigen fehlenden
1 Sie nannten sich oft HofcompoBitoren, ohne es wirklich zu sein.
Koekei, J. J. Fqoc. 4
50 Fuz, Hofcompositor.
Anlagen für Kirche nnd Kammer besonders ins Auge gefasst
hatte. Diese Annahme scheint anch darin eine weitere Bestätigung
zu finden, dass der Kapellmeister Ant. Draghi (1682 — 1700)
sehr wenig, der Vice-Kapellmeister Ant P a n c o 1 1 i (1697 — 1 700)
gar nichts mehr in dieser Richtung leistete.
Am 18. Jänner 1700 war der bis an sein Ende unermttdet
thätige Ant. Draghi gestorben, und am 1. April desselben Jahres
der schon hochbetagte Antonio Pancotti an seine Stelle als
Kapellmeister getreten, von dessen Leistungen als Componist und
Kapelhneister keine Spur Übriggeblieben ist; dagegen trat als
Yice-Kapelhneister an demselben 1. April 1700 der energische
Marc Antonio Ziani ein, dessen Thätigkeit in der nächsten
Periode hervortreten wird. Als Kanmiercompositor war zwar
ausserdem der Priester Franz Daniel Thalmann im Jahre
1696 ernannt worden; seine Befähigung scheint aber nach dem
Gutachten des Fux^ nicht über Compositionen untergeordneter
Art gereicht zu haben, weshalb er später mit seinem Gresuche
um Wiederanstellung am Hofe abgewiesen und mit der ihm ver-
liehenen Pfarre befriedigt zu sein angewiesen ward.
Wie sehr es aber Fux schon in den ersten drei Jalu'en seiner
neuen Anstellung gelungen war, den gehegten Erwartungen zu
entsprechen geht aus den Acten des Obersthofmeister* Amtes vom
27. Jänner 1701 hervor ^ Fux hatte ein Gesuch überreicht um
Erhöhung seiner Besoldung von* vierzig Thalem monatlich auf
sechzig, um den andern Compositoren gleichgestellt zu sein.
Darüber berichtete der Kapellmeister Pancotti, dass ,,der
Supplicant ein merftiertes Subjectum yon gar guten Qualitäten
und einer sonderbaren Geschicklichkeit sei, alles dasjenige zu
verrichten, was ihm aufgetragen wird^ und trägt auf die verlangte
Erhöhung der Besoldung von Anfang April des vorhergegangenen
Jahres an.
Die eigenhändige Besolution des Kaisers lautete :
„Weil dieser Supplicant ein gutes Subjectum ist, und wohl
dienet, so soll ihm die Besoldung monatlich bis 60 Thaler in allem
vermehrt werden".
Leopoldus.
iBeil. VI. 94. 2 Beil. X. 2.
Instrumentalmusik. 5 1
An dieses nach Inhalt und Form bedeutende Zeichen der
kaiserlichen Huld reihte sich beinahe gleichzeitig eine zweite
Gunstbezeigung des Hofes, indem der römische König Josef er-
laubte, dass ihm Fux einen Cyclus von 7 Partiten unter dem Titel
Cone&ntus rmisico-instrumentalU^ widmen durfte. 8ie kamen
als Opus primum im Jahre 1701 zu Nttmberg heraus, und biethen
hier die Veranlassung, die Instrumental-Compositionen derselben
Zeit überhaupt und jene des Fux insbesondere etwas näher in
Betrachtung zu ziehen.
Nachdem der (xesang, wenn nicht ausschliesslich so doch
Torherschend durch Jahrhunderte gepflegt wurde , kam im Laufe
des XVir. Jahrhunderts die Instrumentalmusik immer mehr
in Auiiiahme. Sowohl die Behandlung der Instrumente, sofern sie
den Gresang zu begleiten hatten, dann aber auch die reine In-
strumentalmusik nahm seit der Verbesserung der Instrumente
und ihrer kunstgemässeren Behandlung einen bedeutenden Auf-
schwung. Man lernte die Characterverschiedenheit und Indivi-
dualität der Tonwerkzeuge genauer kennen , ihre Combinationen
und Tonfärbungen wurden lebhafter empfunden, und damit fasste
auch die Instrumentalmusik festeren Boden. Schon im 17. Jahr-
hundert bildete sich der Begriff dessen, was wir heutzutage sym-
phonischen Stil nennen und rechnete dazu die Concerti grossi,
die Sinfonie, die Ouvertttren, die „starken Sonaten^, Suiten u. dgl.
mehr. Die Arten der Klangwerkzeuge minderten sich , je mehr
ihre Behandlung an innerer Durchbildung gewann, die Saitenin-
strumente wurden vorhersehend, die Blasinstrumente beschränkten
sich auf Flöten, Fagotte, Trompeten, Posaunen, wozu Ende des
17. Jahrhunderts auch Oboen und Homer kamen, während in der
Kirche noch lange die Zinke und die Teorbe im Gebrauche blieben.
Bis über die Mitte des 18. Jahrhunderts war in Kammern und
Kirchen die einfache Besetzung der Instrumente die Regel, wovon
freilich die kaiserliche Hofkapelle mit mehr als sechzig Instru-
mentisten eine glänzende Ausnahme machte.
Zu der gesteigerten Entfaltung der Instrumentalmusik zu
Ende des XVH. Jahrhunderts trugen die grossen Meister auf den
Streichinstrumenten und dem Ciavier mit ihren Compositionen
1 Beil. X. 352.
4*
52 Die Partita. — Suite.
nicht wenig bei und in ihren Händen gestaltete sich der Instm-
mentalstil zn festen Formen.
Man reihte eine Folge (S u i t e) von Sätzen verschiedenarti-
gen Characters aneinander, z. B. Largo, Allegro, Andante, Presto,
gab ihnen wohl ancb programmatische Aufschriften, wie Perpe-
tuum mobile^ Contrafattrice u. dgl.; am meisten liebte man
aber eine Folge von verschiedenartigen damals bekannten Tanz-
rhythmen aneinander zn reihen und sie mit dem allgemeinen Kamen
Partita (franz. Partie), später Suite zu bezeichnen. Diese Tanz-
mnsiksttlcke hatten in den Partiten nicht mehr die Bestimmung, dar-
nach zu tanzen, sondern man nahm nur das Characteristische der
Bewegung davon auf, band sich aber nicht an die Zahl 'der Tacte
und erlaubte sich manche Freiheit in der Behandlung je nach dem
Geschmacke des Componisten. Auch die Zahl der Sätze war sehr
wechselnd, indess ward nach und nach die Yierzahl mit der Ord-
nung : AUemande, Gourante, Satabande, Gigue sehr gewttnlich, es
gab aber auch Partiten von 6, 7 und mehr Nummern, ja Fux bringt
in einer Serenade ^ 15 Sätze. Bei diesen mannigfaltigen Schwan-
kungen blieb nur eine Einheit gewahrt : alle Sätze einer Partita
mussten derselben Tonart angehören. Häufig wurden femer die Par-
titen durch eine Entrata, ein Praeludium oder eine Ouvertttre ein-
geleitet, und Fux nennt wohl solche Partiten, wenn die Einleitung
von grösserer Ausdehnung war, ebenfalls Ouvertüren, die aber
von den französischen zu Opern gehörigen Ouverttlren wohl zu
unterscheiden sind. Auch Symphonien werden solche Ouvertüren
bisweilen genannt, da man ziemlich lange jedes Musikstück für meh-
rere Instrumente Sinfonia nannte. Die von Fux in den Partiten und
manchen Ouvertüren behandelten Tanzrhythmen waren folgende ' :
AUemande. In der Suite im V« Tacte, von ernstem Character und
gemessener Bewegung, mit voller Harmonie und reicher Melodie.
— Bourröe. Von munterem Character, glatt, gleitend, geflUlig;
7^ Tact mit geradzahligen Rhythmen. Französischer oder spani-
scher Herkunft. — Ciaccona (Chaconne). Aus Italien, '/»Tact
von massiger Bewegung, characteristisch durch ein markiertes
kurzes Bassthema, das immer wiederholt wird, während die Ober-
1 Beil. X. 352. ^ Sie Bind nach J. Mattheson und Ary Domer's
Lexicon characterisiert.
Suite. 53
stimmen bei jeder Wiederholung Variationen, die auch Couplets
heissen, ausführen. Doch erlaubt man sich Ton dieser Begel aller-
lei Abweichungen. — Gavotte. Lebhafter Character, jauchzende
Freude, ein httpfendes Wesen ist ihr eigenthttmlich. Sie fordert
gerade Tactart und rhythmisch geradzahlige Theile, die im zweiten
Tacte einen ftthlbaren Einschnitt enthalten. Als Tanz war sie nur
auf dem Theater üblich , in der Suite erlaubte man sich in ihrar
Behandlung mehr Freiheiten. — Giga (Gigue). Mattheson führt
4 Varietäten von Gigue an, die englischen, spanischen, canarischen
und welschen. Die canarischen oder englischen Giguen haben
„zu ihrem eigentlichen Affect einen hitzigen, flüchtigen Eifer,
einen 2iOm, der aber bald vergeht , die welschen sind nicht zum
Tanzen, sondern zum Geigen (daher etwa der Name Gigue von
Giga, Geige), neigen sich zur äussersten Flüchtigkeit, doch
mehrentheils auf angenehme, nicht ungestüme Art^ , dergleichen
sind die meisten in den Suiten. Sie haben meistens ^Vs ^^^^ %
Tact. — Passecaille (Passacaglia). Der Ciaccona verwandt,
von ernstem aber angenehmen Character mit einem ostinatw Bass-
thema und Variationen darüber in den Oberstimmen. Für gewöhn-
lich steht er im % Tact, selten im 0 und mit etwas langsamerer
Bewegung. — Passepie d. Ursprünglich ein bretagnischer
Schiffertanz von munterer, hurtiger Bewegung. „Ihr Affect neigt
sich zum gefälligen Leichtsinne^. Gewöhnlich steht er im % oder
% Tacte und hat öfter ein Trio bei sich: — ■ Bigaudon (Bigodon),
angeblich proven^alischer Abkunft. Er ist munter, mit einer Nei-
gung zum angenehmen, etwas tändelnden Scherze. Es wird im
Allabreve-Tact gesetzt, besteht aus 3 bis 4 Theilen und hat ge-
meiniglich keine schnelleren als Achtelnoten. — Sarahanda,
wie man glaubt, spanischen Ursprungs und beim Tanz von Ca-
stagnetten begleitet; Character langsam und ernsthaft, ^/^ oder
% Tact, beginnt mit dem Niederschlage und hftt 2 Theile. In der
Suite hat sie bisweilen Doubles bei sich — Siciliano, von länd-
lich einfachem, zärtlichen Character, Nachbildung einer Gattung
von Melodien, deren die sicilianischen Landleute zum Tanze sich
bedienen. Er steht in einem massig bewegten % Tacte, wird etwas
langsamer gespielt als das Pastorale. Das erste Achtel des Tactes
ist gewöhnlich durch einen Punkt verlängert. Ihre Form ist lied-
artig, ihre Melodien lieben Moll-Tonarten. — Ausser diesen und
54 Partite des Fux.
•
den gewöhnlichen Tempo bedient sich Fnx anch mehrerer will*
kttrlichen Bezeichnungen in seinen Partiten^ als : Foliey Lea vain-
qtieura, Perpetuum mobüe, Air de volage^ UindgaUte^ U lAbertinOj
Les catäretempa y La joie des fidkles sujetSy Les ennemis confus
und dergleichen.
Fux hat seine Partite (eine einzige [XL 8] für Ciavier aus-
gmommen) für Bogeninstrumente mit und ohne bezifferten Bass^
gewöhnlich dreistimmig (a tre) für zwei Violinen und Bass, die
Onvertttren auch a quattro, a sei, a sette und a otto componiert ;
das will aber nicht sagen, dass, wenn a tre oder a quattro be-
merkt ist, nur drei oder vier Instrumente darin beschäftigt seien,
denn mit dem Violoncell gehen Contrabass, Fagott, Orgel im Ein-
klänge, auch wo dies nicht angezeigt ist; andere Instrumente,
wie Flöten, Oboen konnten mit den Violinen unisono spielen. Der
Componist pflegte damals häufig nur vierstinmiig zu schreiben,
und in den Partituren anzumerken, wenn gewisse Instrumente
pausieren {senza fagotti oder dgl.). Sache der Notisten war es, die
oft zahlreich verwendeten Instrumente aus den vier Systemen der
Partitur herauszufinden, welche nur dann mehrere Systeme
enthielt, wenn mehrere Instrumente concertierend aufgeführt
wurden.
Dass Fux wegen seiner Instrumental - Compositionen schon
zu Anfang des 18. Jahrhunderts eines weitverbreiteten Rufes sich
erfreute , beweist das Erscheinen von VII Partite , welche unter
dem Titel Concentus musico-instrumentalis , in VII Partitas dici-
su8^ im Jahre 1701 in Nürnberg gedruckt herauskamen und dem
römischen Könige Josef I. gewidmet waren. In der Vorrede*
dazu sagt Fnx,^ den Standpunkt damit kennzeichnend, den er bei
dieser Sammlung vor Augen hatte: „Hier hast du, lieber Leser,
meinen Concentus musico-instrun^entalis, den man, wie ich erfuhr,
an mehreren Orten ^u besitzen wünschte, der aber nicht zu dem
Ende herausgegeben wurde, um dir eine Probe eines grossen
Kunstwerkes zu liefern (die man in einer anderen Art von Com-
position suchen muss) sondern damit ich auch Zuhörern, die keine
Musik verstehen — und deren ist ja der grösste Theil — eine
1 Vgl Beil. X. 352. Die Kenntniss dieses sehr seltenen Druckwerkes
verdanke ich der Güte des Herrn Prof. Rud. Wagener in Marburg.
2 Beil. IV. 5.
Partite des Fux. 55
Befriedigang verschaffe^. Ferner wurde Fnx auch von bedeuten*
den Componisten, als von Giovanni Bononcini (1703) zu
seiner Oper Proteo ml Ueno (Beilage VIII. 404) und von Anto-
nio Lotti (1716) zur Oper Costantino (ib. 522) die Ouver-
tttren^ zu schreiben aufgefordert. Gewiss ist diesen Instrumen-
tal-Compositionen eine grössere Zahl der später zu erwähnenden
Sonate a tre vorausgegangen; wenigstens erwähnt der Musik-
Litterat Simon Molitor in seinem handschriftlichen Nachlasse^
dass 36 solche Sonate a 3 in Amsterdam um 1 700 gedruckt er-
schienen sein sollen*.
Dass FuX; der wiederholt über die licentiose Schreibart seiner
Zeitgenossen im Gradus sich ereifert, nicht selbst die gleiche
Bahn in Compositionen für die Kammer beschritten haben konnte,
ist für sich verständlich ; allein von der vollen Strenge des Kir-
chenstiles, besonders a cappella, hielt er Ausnahmen darin für er-
laubt, dass er ausser den diatonischen Tonarten des genus mixtum,
d. i. des diatonischen in Verbindung mit dem neuen chromatisch-
enharmonischen genus sich bediente, dabei aber eben diese Aus-
nahmen in die Grenzen der Anforderungen des strengen Satzes
einschloss. Es sollte ihm, wie die Juristen sagen, durch die Aus-
nahme — die Regel in den nicht ausgenommenen Fällen befestigt
werden. Beherzigenswerth auch noch in unsem Tagen scheint,
was Fux im Gradus bei Gelegenheit des Abschnittes vom guten
Geschmacke, in dieser Richtung bemerkt :
„Ich sage, jene Composition darf den Vorzug des guten Ge-
schmackes für sich in Anspruch nehmen, welche auf Gesetzen
beruhend, von Trivialität sowie von ausschreitender Ungebühr
sieh entfernt hält, nach erhabenem strebt, jedoch auf natürliche
Art sich bewegt, zugleich die Fähigkeit in sich besitzt, auch den
Kundigen in der Kunst zu vergnügen. Ich sagte zuerst, die Com-
position müsse auf Gesetzen beruhen. Denn die zügellose Com-
position, wenn sie auch sonst nichtgewöhnliche Gedanken ent-
hielte, mag sie auch geeignet sein die Ohren der Unkundigen zu
kitzeln, wird doch nie dem feinen Geschmacke der Kunstverstän-
digen' durchaus Genüge thun, da diese ausser einem gelungenen
1 Beil. X. 332. 333. ^ Ihnen war ungeachtet persönlicher Nachfor-
schnngen in Amsterdam und Hamburg nicht auf die Spur zu kommen.
56 Partite des. Pux.
Gedanken auch eine Gesetzmässigkeit verlangen. Weiter wurde
gesagt and gefordert, dass der Componist keine gemeinen und
alltäglichen Gedanken darstelle, welche statt des Vergnügens nur
den Ekel der Trivialität erregen ; sondern mit der Richtung auf
das erhabene der Neuheit sich befleisse. Dagegen aber möge
er, von dem Streben nach Neuheit irregeleitet, keine Gedanken
darstellen, welche die Natur und Ordnung der Dinge überschrei-
tend, für Gesang und Spiel über die Massen schwierig sind, wo-
durch weder die ausführenden Musiker, noch .die Zuhörer zufrie-
dengestellt sein können. Nicht die Musiker, wegen der Schwierig-
keit des AusfÜhrens ; nicht die Zuhörer, weil dergleichen Compo-
sitionen , indem sie das natürliche Mass überschreiten , zwar mit
dem Gehör vernommen werden, niemals aber in das Gemüth ein-
dringen. Denn eine Sache leicht und natürlich, und doch fUr die
Ohren nicht gemein darstellen, ist eben nicht so leicht, daher das
Sprichwort: das Licichte ist das Schwere. In diesem schweren
Leichten beruht aber die Vorzüglichkeit des guten Geschmackes
und seine Würze. Denn nicht derselben Schwierigkeit in Erfin-
dung von etwas neuem und ungewöhnlichem begegnet derjenige,
welcher nur um neues bekümmert die Ordnung der Natur and
der Dinge umkehrt. Aber wie wird er auf diesem Wege das Ziel
des guten Geschmackes erreichen ? Ich werde nicht läugnen, dass
ein sehr grosser Theil des guten Geschmackes von der Anlage
und dem Talente eines jeden Gomponisten abhänge, aber der-
gleichen Einflüsse, die an sich nicht unschön sind, müssen inner-
halb der Schranken der Natur, der Ordnung und Gesetze be-
herscht werden, dass sie nicht unverdient den Namen des Guten
Geschmackes sich anmassen^. (p. 241 f.)
Dass Fux von den Gesetzen , die er hier seinem Schüler ge-
geben, sich nicht entfernen wollte, davon überzeugt man sich bei
der Durchsicht der Partituren seiner Kammermusik, welche leider
fast als verschollen betrachtet werden muss, weshalb es kaum
möglich ist, durch das Wort mehr als eine schwache Andeutung
seines Stiles zu geben. Im allgemeinen wird man durch die Leb-
haftigkeit der Auffassung und die wechselvolle Gharacteristik der
ernsten und heiteren Sätze weniger an den strengen Gomponisten
der Kirche erinnert, als durch die Gesetzmässigkeit in der Durch-
führung und zwar ganz besonders durch seine treffliche Stimm-
Partite des Fux. • 5 7
führnng, wie sich das von dem Meister in allen Künsten des ein-
fachen und doppelten Contrapunktes erwarten lässt. Man irrt sich
daher in der Voraussetzung, dass in diesen Compositionen nur
polyphone Schreibart zu finden sein werde, wiewohl es in den
Sonaten a tre daran nicht fehlt : im Concentus musico-instrumen-
talis ist die homophone, liedartige Setzart sogar die Regel, und
auch darin bewährt sich Fux in Erfindung neuer und melodiöser
Motive in einfacher, oft reizender Mannigfaltigkeit und Abwechs-
lang in der Durchfflhrung, der selbst bisweilen der Humor nicht
fehlt, wenn in rascher Folge Rhythmus und Character wechseln,
und heterogene Motive, wie eine italienische und eine französische
Arie in demselben Satze neben einander fortschreiten. Im Con-
ceräMs ist es offenbar mehr auf Erheiterung eines grösseren
musikliebenden Publicums abgesehen,, und darum von einer
schwieriger aufzufassenden und auszuführenden Composition Um-
gang genommen. — Ernster ist aber die Sache in den dreistim-
migen Partite (a tre) behandelt, wo der Componist sich tüchtig
geschulten ausübenden Ej-äften gegenüber gedacht, und die-
sen mitunter keine leichten Aufgaben gestellt hat. Hier beginnen
breitangelegte fugierte Sätze , ganze Nummern in canone, Imita-
tionen mit allen Künsten der Augmentation, Diminution / Inver-
sion mit einer Fülle von schön erfundenen Motiven , wie das An-
dante in der Partita 320 (Beil. X), das zu einer eleganten kleinen
zweistimmigen Fuge durchgeführt ist^, dann die Entrata zum
Allegro der Partita 321 (eh.), die bis ans Ende aus einem zwei-
stimmigen Canon im Einklänge besteht*. Neben der Bedeutung
und Leichtigkeit der Erfindung macht sich auch Kühnheit in der
Elarmonie bemerkbar, wie in der Siciliana derselben Partita
321 (eb.), in welcher auch die Giga mit einem Feuer sich bewegt,
dem man die Zeit der Composition nicht abmerkt^. Es würde zu
weit führen, mehrere Proben aus den erlesenen Partiten 319 — 327
anzuführen, noch weniger sie zu analysieren, aber aufmerksam
sollen die Freunde solcher Musik werden, wodurch sie vielleicht
veranlasst werden, sich näher damit zu beschäftigen.
1 Abgedruckt Beil. VIL 3. a. 2 Abgedruckt Beil. VII. 3. b. » Abge-
druckt Beil. VII. 3. c.
58 Ftix, Eirchensonaten.
In der Art der Behandlang schliessen sich an diese Partite
a tre^ die S o n a t e a tre an, von denen das Archiv der k. k. Hof-
kapelle einen Schatz von 38 Nnnunem enthält ^ Ihre Bestimmnng
ftar die Kirche ist unzweifelhaft, auch wenn auf den Umschlägen der
Stimmen nicht, wie bei den übrigen Eirchenmusicalien, die Zeit
ihrer Aufftthrung zu kirchlichen Festen angegeben wäre. Wir
haben daher Kirchensonaten (Sonate da chiesa) vor uns^
welche von den Suiten hauptsächlich dadurch sich unterscheiden^
dass sie keine Tanzrhythmen enthalten. Sie bestehen immer aus
einer zusammenhängenden Composition, deren abwechselnde
Sätze von Andante, Largo, Grave u. dgl. mit lebhaften, von Alle-
gro , Presto , Vivace u. s. w. ohne Unterbrechung zu einem und
demselben verbundenen Ganzen gehören. Man verwendete solche
Instrumentalsätze bei den Hochämtern (Missae solennes) der katho-
lischen Kirche als Gradualien selbst noch zu Mozart's Zeit^
bis sie durch Vocalcompositionen verdrängt wurden. Fux schrieb
diese Sätze sämmtlich dreistimmig fttr zwei Violinen und Bass,
dabei wurde dieser letzte regelmässig ausser der Orgel durch
Violoncell , Violon und Fagott , seltner auch durch eine Ppsaune
verstärkt. In der Regel concertieren besonders in den raschen
Sätzen die beiden Violinen mit einander, lösen sich in den Imi-
tationen ab , während der Bass , scheinbar unbekümmert um das
Treiben der Oberstimmen, seinen eigenen Weg ruhig fortschreitet.
*
Doch geschieht es bisweilen, dass er auch in die Bewegung mit
fortgerissen wird , und vollen Antheil an den Imitationen nimmt,
bald der ersten bald der zweiten Violine Gesellschaft leistet, öfter
auch nur einzelne Theile des Hauptmotives durchkiingen lässt^
während die Oberstimmen verschiedenartig sich neckend und auf
dem Fusse verfolgend, wie jugendlich ttbermüthige Wesen, endlich
durch den ernsten Mentor in ihre frühere Bahn zurückgeführt
werden. — Der Umfang dieser Sonaten ist ziemlich verschieden :
bisweilen nicht über 30 Tacte lang, bisweilen aber auch, be-
sonders in den AUegro, viel ausgeführter, und was Fux vom
„Guten Geschmacke" fordert, seine Motive sind nie trivial,
sondern neu, dabei natürlich und durchaus geeignet „auch dem
feinen Geschmacke der Kunstverständigen genügeleistend". Diese
1 Beil. X. 360— 397.
Fax, Kirchensonaten. 59
letzten werden auch einen solchen Reichthom an Erfindung und
Eleganz der mannigfaltigsten Durchfühmng finden, dass sie
bei den meisten Sätzen bedauern werden, dass diese so rasch
ihrem Schlüsse zugeführt werden. Man sieht auch nicht blos aus
der bedeutenden Zahl dieser Compositionen , sondern noch mehr
aus der eigenthttmlichen Frische derselben , dass der Componist
mit Lu8t und Liebe an seine Arbeit gieng. Dies wird zum Theile
durch Fux selbst bestätigt, wenn er im Gradus sagt, dass der drei-
stimmige Satz der vollkommenste aus allen sei, daher es beinahe
iiprichwörtlich geworden sei, dass demjenigen, welcher den drei-
stimmigen Satz in seiner Gewalt hat, der Weg zu mehrstinmugen
Compositionen durchaus offen stehe ^, und später ' bemerkt er : „des
dreistimmigen Satzes habe ich mich nicht selten und nicht ohne
Glück bedient^. Gewiss hatte er dabei seine Partite und Sonate a tre
im Sinne. Es lag auch fUr einen Meister, wie Fux war,^ ein eigener
hoher Reiz darin, mit den wenigst möglichen Mitteln ein Werk zu
schaffen , das durch die Einfachheit der Construction und durch
die Durchsichtigkeit der Behandlung dem Kundigen den reinsten
Genuss, und zugleich dem Unkundigen, der die Schwierigkeit
eines solchen Satzes nicht ahn#, durch die leichte Fasslichkeit
doch auch ein eigenartiges Vergnügen gewährt. Eine Anerkennung
eines feinen Kunstkenners, der noch dazu als ein Gegner der
Person unseres Meisters bei seinem Lobe ganz unverdächtig wird,
hat J. Mattheson^ ausgesprochen, wo er bei Gelegenheit der
Erfordernisse zur Ausarbeitung und Schönheit eines Duetto oder
Terzetto sagt: „Meiner geringen Meinung nach besteht eines
Componisten rechtes Meisterstück in einem künstlich fugierten
Duetto mehr, denn in einem vierstimmigen Contrapunkte, oder
AUabreve. So haben auch die Trio auf Instrumenten ihre Meriten
and erfordern einen festen Mann, wie darinne der kaiserliche Ober-
kapellmeister Fax unvergleichlich ist^. — Auch in den biogra-
phischen Notizen über den Kapellmeister Daniel Gottlieb
Treu (geb. 1695) erwähnt MattheSon^, jener habe eine starke
Serenate componiert „auf die fleissige wienerische Art des be-
1 Gradus. p. 81. ^ p. 265. 3 Critica Miisica. I. Ul. * Ehrenpforte,
p. 378.
60 Fax; häusliche Yerhältnisse.
•
rühmten kaiserlichen Ober-Kapellmeisters Johann Josef Fux , wo
keine faulen Stimmen darin sind^.
Die Partite nnd Sonate für Glavier ' sind nur in geringer Zahl
vorhanden ; sie verrathen wohl ebenfalls den Meister , wie insbe-
sondere die fuga ricercatä im Capriccio (404), dürften aber doch
die dreistimmigen Partite und Sonate nicht völlig erreichen.
lieber die anderweitige musicalische Thätigkeit unseres Mei-
sters zu Anfang des XVIII. Jahrhunderts wissen wir nur, dass er
im Jahr 1702 zwei dramatische Compositionen zur Aufführung *
brachte. Die eine zum Namenstage der römischen Königin (10. Juli)
war das Dramma per musica : Offendereper amare ossia la Telesilla,
Text von Don ato Cupeda', die zweite zum Namenstage des
Kaisers Leopold (15. November) La Clemenza diAugusto. Poe-
mettodrammatico von Pietro Antonio Bernardoni^. Die Par-
tituren von beiden scheinen verloren zu sein, während jene der übri-
gen Opern und Oratorien ohne Ausnahme in der k. k. Hof bibliothek
bewahrt werden. Im Jahre 1 703 componierte er zu der Operette
Proteo sul RenOj Text von Bernardoni, Musik von Giov.
Bononcini, die Ouvertüre, wie in der Partitur ausdrücklich
bemerkt ist : „La sinfonia h di OioT. Glos. Fux *, woraus hervorgeht,
dass auch namhafte Componisten das hervorragende Talent des
Fux für Instrumentalcompositionen thatsächlich anerkannten.
Von seinen häuslichen Verhältnissen ist aus dieser Zeit zu er-
wähnen, dass er 1699, da er wahrscheinlich die Hoffiiung auf
eigene Nachkommen aufgegeben hatte, die kaum vierjährige
Tochter Eva Maria seines damals noch lebenden Bruders,
PeterFux^ an Kindesstatt ins Haus nahm, dieselbe, die ihn
nach dem Tode seiner Frau bis an sein Ende pflegte und seine
Erbin wurde.
Ungeachtet seiner Anstellung als Hofcompositor behielt Fux
dennoch zugleich seinen Dienst als Organist bei den Schot-
ten fort, und erst im Sompier 1 702 hatte er ihn aufgegeben , wie
wir aus folgendem Vortrag* des Obersthoftneister-Amtes vom
19. August 1702* erfahren, wo esheisst: „Johann Josef Fux,
Compositore in musica, hat seinem Vorgeben nach, um Euer kais.
•
1 BeU. X. 398—405. « Beil. VIII. 397 und X. 301. » Beil. Vm. 399
und X. 302. « Beil. VIII. 404. » Stammbaum n. 4. 5. « Beil. II. n. 3.
Fux, Gehalterhöhungen. Q\
Majestät besBer und ohne Verhinderung zu bedienen, seinen Posten
bei den Scotten allhier quittiert, wodurch ihm jährlich bis 400 fl.
entgiengen, bittet daher allerunterthänigst, Euer kais. Majestät
wollen diesen seinen Verlust durch eine Besoldungsrerbesserung
gnädigst ersetzen. — Hierauf vermeldet der Kapellmeister (Ant.
Pancotti), dass diesem Virtuosen Talente dergestalt bekannt, und
das Motiv, so er anführet, so billig sei, dass er nicht zweiflet,
Ener kais. Majestät werden sein allerunterthänigstes Bitten er-
hören und seine Besoldung bis auf 80 Thaler monatlich und zwar
Tom Anfang dieses Jahres vermehren^. Der Obersthoimeister con-
formiert sich diesem Antrage und bemerkt , dass etwelche andere
Müsici auch soviel gemessen.
Hierüber erfolgte die eigenhändige Kesolution des Kaisers :
.Placet in Ansehung der verlassenen 400 fi. und zwar vom Anfang
des Jahres".
Dadurch hatte Fux in der kurzen Frist von vier Jahren seinen
ausglichen Gehalt auf das doppelte erhöht erhalten. Damit
waren aber die Beweise der ZuMedenheit des Kaisers mit den
Diensten des Fux noch nicht erschöpft. Nachdem derselbe im
Jahre 1 700 um ein seinem Dienste als Hofcompositor geziemen-
des Hofquartier ansuchte , wurde er zwar darauf gewiesen , ein
wirklich freigewordenes Quartier zu bezeichnen *. Als er aber 1 702
ein solches im Hause des Barbierers Paul Kauz , auf dem neuen
Markte* bezeichnete, wo die Freijahre nächstens exspirieren',
wurde ihm dieses zugewiesen.
Am 5. Mai 1705 starb sein kaiserlicher Gönner Leopold I.,
welcher das Talent und den Eifer seines Hofcompositors Fux nach
Verdienst gewürdigt und deshalb mit seinen Gunstbezeigung^
gegen ihn nicht gekargt hatte.
1 Beil. U. 17. 2 Beil. H. 18. Dies war das Haus zu den sieben Kör-
ben genannt, ein Eckhaus, neu n. 17 (alt n. 1067). ^ Auf den Hausem in
Wien lastete die Servitut der Hofquartiere , wovon die neuerbauten durch
einige Jahre befreit waren.
IV.
Fax unter Kaiser Josef !• (1705—1711) — Die Conipositoren C. Aug.
Badia — Marc. Antonio nnd Gioranni Bononeini — Francesco Tosi.
Als unmittelbarer Nachfolger im Reiche kam nach dem Hin-
scheiden Kaiser Leopold I. sein ältester Sohn Kaiser Josef I.
(geb. 1678), welcher schon zu Anfang des Jalirhunderts zum römi-
schen Könige gekrönt war. Kaiser Josef verband ein lebhaftes,
fenriges Temperament mit glücklichen Anlagen des Geistes und
Gemtithes. In seiner Jugend war er von schweren Krankheiten
heimgesucht worden, später ward er stark und kräftig und iu allen
Leibesübungen gewandt. So wie sein Vater war er mit leichter
Auffassung und scharfem Verstände, insbesondere . mit einem
starken Gedächtnisse begabt. Wie jener war er bewandert in der
Kenntniss fremder Sprachen, deren er sich mit Gewandtheit und
Eleganz zu bedienen wusste. Als Meister in körperlichen Uebun-
gen war er ein kühner Keiter, ein unermüdeter Jäger und zierlicher
Tänzer. Auch fehlten ihm weder Anlage noch Liebe zur Musik,
da er Ciavier und Flöte spielte, dass er sich hören lassen konnte
nnd sich in Compositionen von Arien nicht ohne Glück versuchte,
wie denn in der Partitur der Oper Chehnida von Marc Antonio
Ziani (comp. 1709) bei zwei Arien bemerkt ist: „Comp(osto) di
S(aa) M(aestJt) C(esarea)". Die Compositionen sind leicht , nicht
ungefällig, in der Manier der Zeit, zeigen aber immerhin gute
Kenntniss des Satzes. Fux nennt ihn auch in der Dedication des
Concentus „in der Musik ungemein erfahren^ (sublime peritum).
Der Kaiser liebte eine glänzende Hofhaltung: die Wiener
Diarien erwähnen wiederholter Turniere, prachtvoller Schlitten-
fahrten, wie 1 709, um dem türkischen Gesandten die Pracht des
Hofes von Wien zu zeigen, wo 50 Schlitten mit den Majestäten,
Erzherzoginen und einer Reihe von Fürsten , Grafen und Damen
mit den höchst zahlreichen Gefolgen zu Pferd und den kostbaren
Schlitten aufgezählt werden.
Der Hof Kaiser Josef I. 63
Bei diesen Festen des Hofo/s stand dem Kaiser würdig zur
Seite seine Gemablin Amalie von Hannover, welche eben so
majestätisch und anmuthig in ihrer körperlichen Erscheinung als
durch die Lebhaftigkeit und vielseitige Bildung ihres Geistes alles
fttr sich zu gewinnen wusste. Den Hof umgab ausserdem eine
Reihe bedeutender Personen aus den höchsten Kreisen, die sowohl
als Staatsmänner und im Felde glänzten wie durch den feineren
Ton die Geselligkeit belebten. Prinz Eugen an der Spitze, der
in dieser Periode als Sieger von Oudenarde (1708) und Malplac-
quet (1709), als Eroberer von Lille (1708) und Toumay (1709)
neue Lorbem des Ruhmes gepflückt hatte, traten als bedeutende
Männer hervor: sein Freund Graf Gundacker Thomas Star-
hemberg, Präsident der kaiserlichen Hofkammer, ein ernster,
scharfsichtiger und unbestechlicher Mann , neben dem lebhaften
feurigen Fürsten Karl Theodor Salm, früher Ajo des röm.
Königs, dem alten ruhmreichen Vertheidiger von Wien, Ernst
Rüdiger Graf St arhemberg, einem heiteren fröhlichen Herrn,
dem gelehrten Grafen Seilern — dem mächtigen Fürsten Hanns
Adam Liechtenstein^, dem Hauptbegrttnder des Beichthums
dieser erlauchten Familie, bekannt als ein freigebiger Gönner der
Wissenschaften und Künste. Von ausgezeichneten Damen hatte
die Gräfin Dorothea Elisabeth von Sinzendorf*, gebome
Prinzessin von Holstein, 'eine geistvolle stolze Frau, die in zweiter
Ehe den nachmaligen Feldmarschall Grafen Ludwig Rabutin
geheuratet hatte, lange Zeit ihr Haus zum Mittelpunkt der erlesen-
sten Gesellschaft gemacht: in ihren Kreis zugelassen zu werden,
galt ftlr eine eiftig gesuchte und vielfach beneidete Auszeich-
nung^. Dass in diesen Kreisen die Musik cultiviert wurde, ist
ausser allem Zweifel , da auch das Wiener Diarium vom 2. Octo-
ber 1710 ausdrücklieh bemerkt, der Hof habe in der Wohnung
des Baron Pilati* „eine annehmliche wälsche Cantate angehört^.
Der Kaiser selbst war der entschiedenste Gönner und Be-
förderer der Musik nach allen Richtungen. Bald nach dem
1 Geb. 1656, gest. 1712. » Ihr erster Gemahl Graf G. Ludwig Sin-
zendorf, Hofkammerpräsident Kaiser Leopold I. f 1712. ^ Arneth,
Prinz Engen. L 348. ff. * Job. Ant. Pilati von Tassul war 1710 k. k.
«
Hofkammerratb und Kammer-Zablmeister. (Knescbke, Deutscbes Adelslex.
1867. p. 148.)
64 Die Musik unter Kaiser Josef I.
Antritte seiner Regierung fasste er den Plan^ das durch den Brand
im Jahre 1 699 zerstörte alte Opemhaas ' durch einen neuen Bau
zu ersetzen. Es wurde dazu der Raum zwischen der Hofbibliothek
und der Reitschule gewählt^ und ein Gebäude im grössten Stile
ausgeführt y das die Bewunderung der Zeitgenossen erregte. Es
bestand aus zwei Sälen, von denen der kleinere während des
Gamevals zu italienischen Schauspielen und komischen Opern
verwendet wurde. Im grossen befand sich das Hoftheater ; wel-
ches der italienischen Opera seria gewidmet und mit Maschine-
rien , Flugwerken u. dgl. reichlich versehen war. Nach dem ür-
theile der „Geschichte des Theaterwesens" (I. p. 55) wurden hier
Opern aufgeführt, „welche an musicalischer Gomposition und Aus-
führung, an Pracht der Gostüme und Decorationen ; an herrlichen
Tänzen alle bisherigen Theatralvorstellungen übertrafen". An der
Kaiserin Geburtstage am 21. April 1708*« wurde in dem neuen
Gomödienhaus das erstemal eine wälsche Oper: // Natale di
Giunone festeggiato in Samo, Text von Silvio Stampiglia,
Musik von Giovanni Bononcini gegeben'. Auch noch in späte-
ren Jahren wird es im Wiener Diarium das „schöne^ oder^prächtige^
neue Opernhaus genannt. — Der Stand der Hofkapelle wurde
nicht blos auf derselben Höhe erhalten ^ auf welcher sie Kaiser
Josef I. von seinem Vater übernommen hatte, sondern in der
Zahl bis 107 erweitert. Das Repertoire an Oratorien und Opern
weist von 1706 bis 1710 jähriich 12 bis 14 Novitäten auf. Wäh-
rend die Texte dazu von den Hofpoeten P. A. Bernardoni und
Silvio StampigLia nebst einigen vorübergehend erscheinen-
den Verfassern herrührten, componierten die Musik dazu der Vice-
Kapellmeister Marc Antonio Ziani, Giovanni und Anto-
nio Bononcini, die Hofcompositoren Garlo Badia und Fux,
ausserdem Francesco Gonti, der mit seiner Clotäda 1706
glücklich debütierte, Attilio Ariosti, und die Römerin Ga-
milla de Rossi, die sich in Oratorien versuchte. Fux, welcher
seit seinen beiden Theaterfesten im Jahre 1 702 für die Oper und
das Oratorium bei der grösseren Anzahl Gomponisten nicht ge-
1 Am 16. Juli 1699 brannte das von Kaiser Leopold begonnene Opern-
haus ab, an dem zwei Jahre gebaut worden war. £s stand an der Rückseite
der nachherigen Hofbibliothek. ^ Wiener Diarium. ^ Beil. YIII. 449.
J. J. Fux — Carlo Ag. ßadia. 65
drängt war, trat erst im Jahre 1708 mit den Serenaden Jm/o Asca-
nio Rh dAlba^ zum Namensfeste des Kaisers nnd mit der be-
sonders gelungenen Pulcheria * zum Namenstage der regierenden
Kaiserin wieder auf. Im Jahre 1709 componierte er für die glei-
chen Feste abermals zwei Serenaden : // Mese di Marzo" conse-
crato a Marte^, Text von Silvio Stampiglia, und Gli Osse-
qui della notte^ y Text von Donato Cupeda, deren günstige
Erfolge das Wiener Diarium rühmend erwähnt. Die Serenade La
Decima faiica (TErcole owero La Sconfitta di Gerione in Spagna *
im Jahre 1710 ward am Geburtstage und zum Preise des sieg-
reichen Königs Karl IQ. von Spanien eomponiert. Es ist sehr
wahrscheinlich, dass Fux während derselben Zeit viel thätiger in
Compositionen für die Kirche war, leider fehlen dafür bestimmte
Angaben. Nur erwähnt das Wiener Diarium vom 23. April 1 708
bei den Vermählungsfeierlichkeiten Kaiser Karl HI. von Spa-
nien mit der Prinzessin Elisabeth Christina von Wolffen-
bttttel eines „Lobgesanges, welchen der kaiserliche Musices com- *
positor Herr Fux in eine fürtreffliche Musik gestellet''. Dies
dürfte das Tedeum (Beil. X. 271) gewesen sein, das nach seiner
Anlage nur für hohe Feste bestinmit und im Jahre 1 704 bereits
eomponiert war.
Wie sehr der Kaiser mit den Leistungen des Fux zufrieden-
gestellt war, geht aus einer Hofresolution hervor, nach welcher
der Kaiser am 22. März 1711*, also wenige Wochen vor seinem
Ende (f 17. April 1711), dem Compositore ui musica Johann
Joseph Fux dessen Besoldung von jährlichen 1440 fl. bis auf
2000 fl. vermehrte.
Gleichzeitig mit Fux wirkten zum Theile als wirklich ange-
stellte Hofcompositoren Carlo Agostino Badia, die beiden
Brüder. Marc Antonio und Giovanni Bononcini nebst
Pier Francesco Tosi, deren musicalische Thätigkeit hier
übersichtlich erwähnt werden soll.
Carlo Agostino Badia, geboren um 1672, gestorben in
Wien 23. September 1738, 66 Jahre alt (Wr. Diar.), ward am
1 Beil. Vm. 448 und X. 304. 2 Beil. VlIL 450 undx! 303. » Beil.
VIII. 459 und X. 306. * Beil. VIII. 462 und X. 305. & Beil. VÜI. 477 und
X. 307. 6 Beil. n. 4.
KöcMf J. J. Fax. 5
66 Die Brüder Bon o nein i.
1. Juli 1696 der erste der mit ihm entstandeneu Hofeompositoren
und starb als solcher ^ Er hatte unter dem Titel Tributi armonici
12 Gantaten fttr eine Stinune und Clavierbegleitung herausgege-
ben, und sie dem Kaiser Leopold I. dediciert*. Aehnlicher Can-
taten flir 1 — 3 Stinamen befinden sich 33 in der k. k. Hofbiblio-
thek in Wien. Seine Compositionen, welche am Hofe gegeben
wurden, reichen mit Unterbrechungen von 1694 — 1730, und um-
fassten 4 grosse Opern, 18 Serenaden und 15 Oratorien ^j Kir-
chencompositionen sind von ihm nicht bekannt. Seine Manier war
schon zur Zeit als er schrieb veraltet, indess ist ihm Gewandtheit
und gute musicalische Kenntniss nicht abzusprechen, seine Flug-
kraft der Erfindung reichte aber nie über Mittelhöhe, auch in den
Formen war er bald erschöpft. Da zu jener Zeit das Verlangen
nach neuen Compositionen so bedeutend war, so konnte auch ein
massiges Talent, wenn es eine gewfsse Fertigkeit im Componieren
hatte, seine Verwendung finden.
Gegen das Ende des XVH. Jahrhundertes trat ein BrUderpaar
auf, das sich gleich bei seinem Erscheinen als Componisten eines
schnell sich verbreitenden Rufes erfreute. Diese Brlider waren
Marc Antonio und Giovanni Battista Bononcini, beide
in Modena geboren und Söhne des als Musiktheoretiker durch
seine Musica pratica nicht minder berühmten Giovanni Maria
Bononcini, der zuletzt Goncertmeister des Herzogs von Modena
war. Drei Bononcini, die sämmtlich Componisten waren, von
denen zwei Giovanni Messen, und der dritte bald Marc Antonio,
bald einfach Antonio sich nannte, dies zusammengenommen
hatte die Folge, dass ihre Personen und persönlichen Verhältnisse,
so wie ihre Compositionen so häufig verwechselt wurden , dass
Gerber und F6tis noch in ihren zweiten Auflagen wahres und
falsches durcheinander mengen. F^tis (H. ^d.) nennt Marc An-
tonio den älteren Bruder und gibt nach Forschungen im
herzoglichen Archive zu Modena sein Geburtsjahr um 1675 an,
und seinen Tod am 8. Juli 1726. Gerber (H. Aufl.) hält es ftlr
ausgemacht, dass er schon um 1696 in Wien war; gegen das
1 K ö c h e 1 , Hofkapelle. ^ W al t h e r , mus. Lexikon.
8 Opern: Beil VUI. 362. 378. 392. 675. — Serenaden: 331. 359.
366. 368. 370. 372. 374. 377. 379. 385. 388. 395. 398. 402. 439. 452. 487.
598. — Oratorien: 307. 308. 319. 381. 407. 415. 432. 444. 445. 455. 469.
479. 483. 501. 536.
Marc Antonio Bononcini. 67
Ende des Jahrhunderts war er zugleich mit seinem Bruder in
Wien , und componierte für die Hofoper , ohne jedoch wie sein
Bruder zugleich den Titel eines Hofcompositors zu ftlhren. Nach
Kaiser Josefs Tode im Jahre 1711 wurden beide entlassen und
giengen nach Italien zurück, 1714 fand Stölzl den MarcAntonio
in Rom, im Jahre 1721 trat er als Hof kapellmeister in die Dienste *
des Herzogs von Modena und starb 5 Jahre später in dieser An-
stellung. Sein erstes Auftreten als Operncomponist war epoche-
machend : es war die bertthmt gewordene Oper CamUla Regina
de VoUci (Beil. VHI. 333), welche er 1696 fllr Wien componiert
hatte. Sie hatte einen so ausserordentlichen Erfolg, dass sie im
Lauf der Jahre auf allen Btthnen Deutschlands , Italiens , Frank-
reichs und Englands mit dem entschiedensten Beifalle gegeben
wurde. In England war sie im Jahre 1 709 zum ersten Male gege-
ben worden, und man konnte sich dort nicht satt daran hören.
Es ist auch leicht begreiflich, dass der frische kecke Humor in
dieser Oper, yerbunden mit glücklich erfundenen heiteren und
ernsten Melodien durchschlagen musste , glaubt man doch noch
heute aus der Partitur einen geistesverwandten Vorläufer Cima-
rosa's herauslesen zu können. Noch 3 andere Opern, 3 Serenaden
und 3 Oratorien* kamen von ihm in Wien von 1706 — 1711 zur
Aufführung. Eine Mehrzahl der Cantaten, welche die k. k. Hof-
bibliothek besitzt, dürften in gleicher Zeit entstanden sein. In
allen diesen Werken hat man die glückliche Erfindung und Durch-
führung, die auf einer tüchtigen Schule ruht, anzuerkennen. Ein
hn Contrapunkt gearbeitetes Werk hat P a o 1 u c c i in seiner Arte
pratica dl Contrappunto H. als Muster dieser Schreibart aufge-
nonmien und der vielgepriesene Lehrer vieler Lehrer, der Padre
Martini, sagt von M. Ant. Bononcini: „Er liess in seinen Compo-
sitionen einen so hohen, kunstreichen und anmuthigen Stil wahr-
•
1 Wegen oftmaliger Verwechslung seiner Werke mit jenen seines
Bruders mögen hier zuerst die Wiener Composidonen des MarcAntonio
zusammengestellt werden. Sie sind: 1696 Camilla Regina de VoUci (Beil.
Vin. 333), 1706 Arminio, Ser. (426) , 1706 La Fortuna, il vator, la giMtitia.
Cant. (427), 1707 La Conquista detie Spagne (440), 1707 // Trionfo delia graiia-
(442), 1708 La Preaa di Tebe. Ser. (453) , 1709 La DecaUazione dt Giov. Batt,
Orat. (471), 1710 Caio Gracco. Op. (473) , 1710 Tigrane Re d^Armenia. Op.
(474), 1711 VInterciso. Orat. (484).
5*
68 Giov. Battista Bononcini.
• nehmen , dass er hervorragte unter der grösseren Zahl der Ton-
setzer zu Anfang des gegenwärtigen (XVIII.) Jahrhunderts, so
reich dieses auch an vortrefflichen Männern ist".
Das Jahr der Greburt des Giovanni Battista Bononcini
ist in ein völliges Dunkel gehttUt *, wozu er selbst beitrug, indem
er sich um etwa zehn Jahre älter ausgab als er sein konnte. Am
wahrscheinlichsten ist er um 1676 geboren, wenn sein älterer
Bruder (nach Fitis) um 1675 geboren wurde , allein auch nicht
viel später, da er 1699 schon mehreres von Bedeutung componiert
hatte und am 1. Juli 1700 zum Hofcompositor Kaiser Leo-
pold I. ernannt wurde und in dieser Anstellung bis zum Tode
des darauffolgenden Kaisers Josef I. im Jahre 1711 blieb.
Während dieser elf Jahre und später vereinzelt noch im Jahre
1737 kamen von seiner Composition in Wien 9 Opern, 12 Sere-
naden und 2 Oratorien zur Aufftlhrung*, und ausserdem dazwi-
schen im Jahre 1703 die Oper Polifemo in Berlin. Nach seiner
Entlassung im Jahre 1711 zog er sich nach Italien zurück, wo ef
von seinem Aufenthalte in Rom im Jahre 1720 nach London be-
rufen wurde, und dqrt durch seine Compositionen während meh-
rerer Jahre ein bedeutender Rivale HändeTs wurde, bis ein
Scandal erregender Handel (Bononcini hatte das Madrigal A n t.
Lotti's In una siepe umbrosa als seine eigene Composition der
1 Gerber in der zweiten Auflage stellt als sein Geburtsjahr 1660,
A. D cm m e r in seiner Musikgeschichte p. 365, 1670 auf, beide ohne weitere
Nachweise. Da Bononcini 1741 (nicht 1748; ein Tedeum fUr Kaiser Franz I.
componiert hat, so würde nach obigen Annahmen sein Lebensalter weit
über die Zeit der gewöhnlichen Compositionsthätigkeit gereicht haben.
2 Gfov. Batt Bononcini componierte für Wien: 1699 La Fede
publica. Op. (364), 1699 La Gara dei quattro stagianü Ser. (367), 1699 Eucieo
f^teggiante, Ser. (369), 1701 V Oraeolo d'ApoUo. Comp. (382;, 1701 Gli afeiti
piü grandi vinti dal piü giusto. Op. (387), 1701 La Converaione di Maddalena,
Or. (390), 1703 Proteo sul Reno. Ser. (404), 1704 TomirL Op, (408), 1704 //
Rüomo di Ceeare vincitore della Mauritania, Ser. (409), 1704 // Fiore deiie
Eroine. Ser. (412), 1704 Feraspe, Ser. (413), 1705 La Nuova Gara di Giunone
e Paitade. Ser. (417), 1706 Endimume, Op. (424), 17Ö7 Etearco. Op. (433),
1707 Tumo Arieino. Op. (437), 1708 Mario fuggitivo. Op. (446), 1708 // Nataie
di Gimwne, Ser. (449), 1708 // Sagrificio di Homolo. (451), 1709 L Abdolonimo*
Op. (458), 1710 Muzio Scevola. Op. (475), 1713 LArrivo della gran madre degli
Dei (493), 1737 Alessandro in Sidone, Op. (754), 1737 Ezechia, Orat. (763).
Giov. Battista Bononcini. 69
Academie überreicht^), ihn 1731 in England nicht länger mehr
möglich 'machte. Sein späterer und letzter Aufenthalt war wahr-
scheinlich Italien, wo er zu einer unbestinunbaren Zeit seine Tage
beschloss.
Die lebhafte, zum Theile enthusiastische Aufiiahme seiner
Compositionen , besonders in England, lässt für sich darauf
schliessen, dass sie dem grosseren Publicum leicht auffassbar und
dem Geschmacke sowie den Forderungen der Zeit entsprechend
waren. Wir finden auch in der That in seinen Werken den Mann
reicher Begabung, besonders glücklich in Erfindung melodiöser
dramatischer Gesänge, worin er selbst einem Händel ebenbürtig,
wenn nicht überlegen war. Vielleicht ist nicht unbegründet, dass
bei den einzelnen Nununem Bononcini weniger besorgt war, den
Character der Situation durch die Musik darzustellen und zu bele-
ben, als ein anmuthiges leichtfassliches und in vielen Fällen für den
Gesangskünstler dankbares Musikstück zuschreiben. Das Weiche,
Liebliche war seine Hauptstärke , die Kraft und Grösse konnte
er nur unvollkommeil erreichen. Aber auch dort, wo er auf dem
ihm zusagenden Felde mit Glück sich bewegt, findet man keine
Henrorbringung, die sich an Verve und Glanz mit seines Bruders
Oper Camäla messen*könnte, welcher er, beiläufig erwähnt, seinen
iChrysander, Händel, II. 293 ff. erzählt die Verhandlung darüber
weitläufig und setzt noch a. a. 0. 301 f. hinzu*: „Bononcini langte wohl noch
öfter nach fremden Trauben. In seiner Pastoraloper Poiifemo befindet sich
ein Duett in C-moU LImpiacabü gelogia, von welchem Matthesonim voll-
kommenen Kapellmeister (pag. 349) den Anfang wegen der musterhaften
zweistimmigen Composition mittheilt , zu denselben italienischen Worten,
aber als ein Werk von Fux. So weit ich sehen kann, rührt die kunstvolle
Arbeit von Fux her, un(l Bononcini hat sie durch Tilgung contrapunktischer
und Einschiebung arioser Gänge fär die Bühne mundgerecht zu machen
versucht, also verschlechtert". Diese Behauptung Chrysander^s scheint
auch mir begründet, ungeachtet ich in allen mir vorliegenden Comppsitio-
nen des Fux weder einen solchen Text noch eine solche Musik habe auf-
finden können. Allein niemand wird sich in unsem l'agen berühmen kön-
nen, alle Compositionen desFux eingesehen zu haben. —Nach Chrysander
gab man inEngland vonG. Bononcini folgende Compositionen :i4tftorto (1721),
Mutio Scevoia IL Act. (1721) , Giro (1721) , Crispo (1721), Grüelda (1721),
Funeral anthem Hir den Herzog von Marlborough (1722), Erminia (1722)
Fonttfce (1724), CViZ/Wr/ita (1724), AsHanaBse (1121) , ausserdem ,^Cantate e
Duetti" (1721).
70
P. Franc. Tosi.
Ruf nach England und einen Theil seiner dortigen Erfolge zu
danken hatte, da man ihn für den Verfasser der Camilla hielt,
und er wie es scheint nichts that diesen Wahn zu zerstören.
Dass er bei den Begleitungen der Gesangstücke das Violoncell
öfter bedachte , wird man bei dem ausgezeichneten Virtuosen auf
diesem Instrumente ganz begreiflich finden. Aus seinen Cantaten
und Duetten ergibt sich noch deutlicher als aus vielen seiner
Opemnummem, dass das Liedartige ihm vor allem andern zusagte,
da er hier seinen Reichthum an Melodien besonders zur Geltung
bringen konnte. Die ,,köstliche" ftlnfstimmige Canzona: Foss'io
quel rosignuoloy welche Chrysander (Händel ü. 302) für eine
Composition des Marc Antonio Bononcini zu halten geneigt ist,
befindet sich auch in der k, k. Hofbibliothek (Fonds R. Kiese-
wetter) mit dem Titel Amante in Vssignuolo. Scherzo pastorale als
ein Werk des Giovanni Battista B. (Hofbibl. S A. 67. B. 93.)
Pier Francesco Tosi war von Kaiser Josef L im Jahre
1705 zum Hofcompositor ernannt und nach des Kaisers Tode
(1711) wieder entlassen. Er war in Bologna um 1647 geboren,
war ein ausgezeichneter dramatischer Sänger und versuchte sich
auch in Compositionen von Cantaten nicht ohne Glück; von ihm
wurde 1701 das Oratorium U Martirio di S. Cntterina (389) in
Wien aufgeführt. Als er sich vom Theater zurückgezogen hatte,
gab er noch Unterricht im Gesänge. Er starb in hohem Alter 1727
in London. Verdienten grossen Ruf verschaffte ihm seine Gesang-
schule Opinioni de CatUori antichi e modemi, Bologna 1723,
welche ins Englische, Französische und Deutsche übertragen
wurde, und noch jetzt den Sängern von Nutzen sein kann.
V.
Fux^ KApellmeiftter am Dome sn St. Stephan in Wien (1705—1715) —
Reformiemng der Hofkapelle — Fox wird Tiee-Hofkapellmei8ter des
Kaisers und Kapellmeister der Kaiserin- Witwe WUhelmine Amalla
(1718—1718) — Die Compositoren Marc Antonio Ziani and Antonio
Lottl*
•
Ans den Musikkapellen der Kirchen der inneren Stadt Wien
bei den Schotten, bei St. Peter, bei St. Augnstin war die Kap eil e
bei derDomkifche zn St. Stephan znjener Zeit ohne Zweifel
die vorzüglichste. Obschon die Hofkapelle bei einzelnen Festen
in der einen oder der andern der erstgenannten mnsicierte, so
waren es doch die hänfigsten und grössten Feste , wo der Hof in
feierlichen Processionen nach St. Stephan zog, wie am Oster- und
Pfingstfeste, bei grossen Tedeum wegen erfochtener Siege bei
Friedensschlüssen oder höchsten Geburten, und wenn bei solchen
Gelegenheiten die Hofinusik dort mitwirkte, so stellte doch auch
die Kirche dazu einen bedeutenden Stamm, und leistete zugleich
selbständig anerkennungswerthes. Fremde reisende Künstler
rechneten es sich zur Ehre, bei ihren Musiken zur Mitwirkung
eingeladen zu werden, und eine Anzahl bedeutender Namen hat
diese Kapelle gemeinsam mit der Hofkapelle bis auf die neueste
Zeit; so ausser Job. Jos. Fux (seit 1705), Georg Reutter
(1715), Joh. Georg Albrechtsberger (1792), noch in
unseren Tagen (seit 1853) Gottfried Preyer.
Die Domkirche von St. Stephan hatte bis etwa über die Mitte
des XVUI. Jahrhunderts zur Besorgung der Kirchenmusik gewöhn-
lich zwei' Kapellmeister besoldet.
Die Dienste bestanden ausser den allgemeinen im Dome und
in der Salvatorkirche (am nachmaligen Magistratsgebäude in der
Salvatorgasse) auch noch in den besonderen bei dem ungarischen
Gnadenbilde (Maria Böcz) im Dome. Bisweilen scheinen beide
Dienste von dem ersten Kapellmeister (von J. J. Fux „Essential-
72 ' Fux, Domkapellmeister.
Kapellmeister" genannt) versehen worden zu sein. Die Entloh-
nungen erfolgten nach den noch vorhandenen Rechnungen über
die Dienste im Dome vom Kirchmeisteramte*, über jene in der
Salvatorkirche von der Commune*. Der Gehalt fllr den ersten
Kapellmeister im Dome betrug 300 fl. und 24 fl. Kleidgeld , nebst
einigen Accidentien, in der Salvatorkirche für ,,Salvatordienst"
74 fl. 8 kr., für Rorate, Requiem, Anniversarien 63 fl., daher in
Allem, wenn die Dienste nicht getrennt waren, gegen 550 fl. Wie
der Dienst des zweiten Kapellmeisters bei dem Gnadenbilde ent-
lohnt wurde, ist aus den summarischen Rechnungen nicht zu ent-
nehmen.
In den Rechnungen von 1696 bis 27. August 1712 erscheint
als erster Kapellmeister J 0 h. Mich. Zacher, der 30. September
1712, 63 Jahre alt gestorben war. Nach dem magistratischen De-
crete vom 1. Juli 1706^ hatte Zacher dem ,,kays. Hoffinusico und
Componisten J. J. Fux" den Musikdienst bei dem ungarischen Gna-
denbilde vom October 1705 zu versehen tiberlassen. Mit demselben
Decrete und dem späteren vom I.August 1707* wurde bestimmt,
dass Zacher von den 7 Singknaben von St. Stephan anfangs 4
(später 3) und Fux ebenfalls 3 Knaben in Kost, Verpflegung und
Unterricht erhalten soll, wofür an Fux anfangs 600 fl. Kostgeld,
60 fl. Zimmerbeihilf und 75 fl. InstructionsgebUhr bezahlt wurden.
Seit dem 1 . October 1 705 war daher J. J. Fux (zweiter) Kapell-
meister beim Gnadenbilde, und erst nach Mich. Zächer's Tode
(30. Sept. 1712) erscheint Fux als erster (Essential-) Kapell-
meister am Dome^ Diese Stelle bekleidete er bis Ende 1714
oder Anfangs 1715; denn in den Rechnungen wegen des Salva-
tordienstes erscheint er nur bis 30. März 1715 als Kapellmeister^,
in den Kirchenmeisteramts-Rechnungen hat schon mit 1. Jänner
1715 sein Nachfolger Georg Reutter als Essential - Kapell-
meister ^ seinen ersten Gehalt bezogen , nachdem er schon früher
als zweiter Kapellmeister beim Gnadenbilde wahrscheinlich be-
reits 1712 eingetreten war. Eben so hat Fux den Unterricht der
Kapellknaben mit dem Jahre 1714 aufgegeben, denn Reutter er-
hielt nach den Rechnungen fUr das ganze Jahr 1715^ 1200 fl.
fllr 6 Kapellknab^.
1 Beil. II. 32. 2 Eb. 33. » Beil. II. 34. * Beil. IL 34. s Beil. H.
33. «Eb. 7Eb. «BeiLII. 32.
Fux, Singfundament. 73
Specielle Daten über die Thätigkeit des Domkapellmeisters
Fax liegen nicht vor, ein einziges ActenstUck ;,vom Bürgermeister
und Bath der Statt Wien" * vom 24. Oetober 1714, gerichtet an
beide Kapellmeister am St. Stephansdome, ,,J. J. F ux und Georg
Rentter" ist in den Acten der Commune Wiens aufbewahrt,
woniach einige nachlässige Instrumentalisten sowohl bei den ge-
wöhnlichen Kirchendiensten als bei dem ,,Marianischen Gnaden-
bilde von Petsch" zu grösserem Fleisse ermahnt werden sollen ;
eine Ermahnung, wozu auch bis auf unsere Zeiten in manchen
Kapellen die Veranlassung gefunden werden möchte. Ausser dem
Gesangsunterrichte der Cantoreiknaben im Dome dürfte wahr-
scheinlich ein ähnlicher Unterricht während seiuer Stellung als
Organist bei den Schotten für Fux den Bestiminnngsgrund zu dem
„Singfundamente" gegeben haben, das noch im Autographe
im Archive des Wiener Musikvereines sich vorfindet. Diese Ge-
sangschule ftlr Sopran hat die Aufschrift: ^Fundamentum. Aufhöre
Fux^ und enthält nach den nöthigsten Vorkenntnissen für Musik
überhaupt, und Solmisation insbesondere, dann einer Anzahl
Uebungen in den verschiedenen Intervallen und rhythmischen
Geltungen, noch 55 kurze Uebungen für zwei Soprane, sämmt-
lich darauf berechnet, feste Kirchensänger in möglichst kurzer
Zeit heranznjbilden. Dass. dabei von jeder Virtuosität des Gesan-
ges abgesehen ist , versteht sich aus dem angegebenen Zwecke
dieser Uebungen. — Eine zweite Gesangschule für eine Alt-
stimme befolgt den ganz gleichen Gang mit der früher erwähn-
ten für Sopran, nur sind die Uebungen ftlr 2 Altstimmen noch um
einige vermehrt. Es unterließ keinem Zweifel, dass diese Ge-
sangschulen durch ihr practisch eingerichtetes Fortschreiten vom
Leichteren zum Schwereren , so wie durch die Kürze der einzel-
nen Uebungsstücke, die den Lernenden nicht ermüden lassen und
ganz in gebundener Schreibart der Compositionen für die Kirche
gehalten sind , den wirklichen Eintritt zum Kirchengesange nur
als weitere Anwendung des Erlernten entschieden anbahnen
müssen , und von dem didactischen Talente des Verfassers des
Gradus ad pamassum , auf einem andern aber damit verwandten
Felde ein sprechendes Zeugniss geben.
1 Beil. IL 34. Alinea 3.
74 Reformierung der Hofkapelle.
Während der Tod des Kaisers Josef I. unerwartet rasch
erfolgte, war sein legitimer Reichsnachfolger König Karl HI.
in Spanien als Heerführer im Kriege gegen Frankreich abwesend.
Als Kaiserin-Regentin wurde nun die Mutter von beiden Brüdern,
die Kaiserin-Witwe Eleonore (nach Kaiser Leopold I.)
bestimmt. Eine ihrer ersten Sorgen war, in die durch die unauf-
hörlichen Kriege und sorglose Wirthschaft zerrütteten Finanzen
Ordnung zu bringen, und zu diesem Ende Einschränkungen zuerst
durch Reductionen des kaiserlichen Hofstaates anzuordnen ^ Dazu
gehörte auch die Hof-Musikkapelle, und es wurde in dieser Rich-
tung befohlen, „von den Musicis nur diejenigen zu behalten,
welche die besten sind und allein zum Kapelldienst erfordert wer-
den; alle übrigen aber, wie auch die Sängerinen, Compositoren
und was zum Theater gehört zu licentiieren" (entlassen). -Der
Vice-Kapellmeister Marc Antonio Ziani erhielt den Auftrag*,
von dieser Gesammten^Jassung sämmtliche Mitglieder der Hof-
kapelle zu verständigen, zugleich soll er aber, da der Kaiser mit
einer guten Musik versehen sein müsse, von den jetzt entlassenen
Musikern die besten , diensttauglichsten und fleissigsten aufmer-
ken; jedoch nur so viele an Sängern und Instrumentisten als „zur
Versehung des Kapeil- oder Kirchendienstes" nothdürftig erfor-
dert werden; zugleich auch Vorschläge wegen „zulänglicher" Be-
soldungen zu machen ohne Rücksicht auf die bisher genossenen,
theils grossen, theils übertriebenen Gehalte und bei dieser Arbeit
einen langgedienten erfahrnen Mann, als etwa den Concertdispen-
sator Kilian Reinhard, sich zu adjungieren". lieber diesen
Vorschlag des Vice-Kapellmeisters .wurde auch eine gutachtliche
Aensserung des Hofiriusik-Oberdirectors FerdinandErnstGraf
MoUart^ vorgelegt. Seine Vorschläge liefen im wesentlichen
darauf hinaus, dass vor allem die Bezahlung der Besoldungen
richtig und pünktlich erfolge, und deshalb ein eigener Fundus
bestinunt werde; die Musiker sollen nicht wie bisher aus verschie-
denen Kassen, sondern in Zukunft nur aus einer und derselben
Kasse — dem Hofzahlamte — ihre Besoldungen erhalten; nicht
allein die Zahl der Musiker soll vermindert, sondern auch ihre
öfter exorbitanten Besoldungen sollen restringiert werden ; Scho-
1 3. Sept. 1711. Beil. IL 27. « Beil. IL 28. 3 1712. Beil. IL 30.
F u X wird Vice-Hofkapellmeister. 7 5
laren sollen nur aufgenommen werden, wenn sie entschiedenes
Talent besitzen ; der Termin der Entlassung der bis dahin Ange-
stellten soll auf den 1. Oetober festgesetzt, doch auf verdiente
Musiker, ihre Witwen und Waisen Bedacht genommen werden.
Nach der beigegebenen Liste der neu Anzustellenden und der zu
Pensionierenden fielen wohl eine ziertiliche Anzahl der frllher An-
gestellten bei der Reformierung der Kapelle aus, viele aber fielen
wieder der Pensionierung zu, und das Budget der gesammten Hof-
kapeUe betrug nach diesem Vorschlage * noch immer die beträcht-
liche Summe von 99.227 Gulden. Es war jedenfalls ein löbliches
Bemühen der Regierung , Ordnung in das Ordnungslose zu brin-
gen, was aber die Herabminderung des Ausgabenbudgets und
der Zahl der Angestellten betriflft, so stellte sich diese Erwartung,
wie schon oft früher und später, als illusorisch heraus ; die grosse
Oper übte ihre verfllhrerischen Reize; kostbare Sänger und
Sängerinen wurden engagiert und die Instrumentalmusik musste
mit den gesteigerten Anforderungen Schritt halten , wie dies die
Geschichte der Entwicklung der Hofkapelle zeigen wird.
An diesem Orte ist zuerst der Veränderungen zu erwähnen,
welche gelegentlich der Reformierung bei der Leitung der Hof-
kapelle Platz griffen. Die Hofcompositoren Giov. Batt. Bonon-
cini und Pietro Franc. Tosi, so wie der Kammercompositor
Franz Daniel Thalmanir wurden 1711 pensioniert. An die
Stelle des 1709 verstorbenen Antonio Pancotti trat mit
1. Jänner 1712 Marc Antonio Ziani als neu ernannter Hof-
kapellmeister, und dessen verlassenes Amt als Vice-Hofkapell-
meister wurde mit Entschliessung vom 26. Jänner 1713 dem bis-
herigen Hofcompositor JohanuJosefFux übertragen.
Nach den Normen der eben in der Einführung begriffenen
•Reformierung war der Gehalt des Vice-Kapellmeisters auf 1600 fl.
festgesetzt, undFux, dem noch im letzten Regierungsjahre des
vorigen Kaisers Josef I.* eine Gehaltaufbesserung von 1440 fl. auf
2000 fl. zuerkannt worden war, musste neben der ehrenvollen
Rangserhöhung dadurch einen empfindliehen Rückgang seines
Gehaltes erfahren. Es muss aber auch von Seite des Hofes diese
Zurücksetzung eines Mannes von so anerkanntem Verdienste auf-
» Beil. II. 31. ^ 22. März 1711. Beil. II. 4.
76 F u X , Hofkapellmeister der Kaiserin W i 1 b. A m a 11 e.
gefallen sein ; denn es werden nach mehreren Richtungen Bemü-
hungen erkennUar , Fux in anderer Weise fllr seinen pecuniären
Verlust am Gehalte schadlos zu halten. Zuerst wurde in seinem
Anstellungsdecrete vom 13. Jänner 1713 bestimmt, dass ihm
sein neuer Gehalt vom 1. October des Jahres 1708 — also mehr
als 4 Jahre nach rückwärts — von dem Hofzahlamte ohne Abbruch
des ersten Quartals ausbezahlt werde. Dies konnte \aelleicht
zugleich eine Entschädigung fUr die durch mehrere Jahre unor-
dentlich erfolgte Besoldung sein; allein ein anderes Zeichen
kaiserlicher Gnade , welches keinen Zweifel über den Character
einer Schadloshaltung übrig lässt, war seine gleichzeitige Ernen-
nung zum Kapellmeister der Kaiserin-Witwe Wilhelmine
Amalie (nach Kaiser Josef I.) , womit ein Gehalt von 1500 fl.
verbunden wurdet während vor und nach Fux nur Musik-
Directoren, wahrscheinlich mit geringeren Gehalten an dieser
Kapelle angestellt wurden.
Neben der Hofkapelle, des regierenden Kaisers bestanden
nämlich bei Hofe auch zwei kleinere Kapellen der Kaiserinen
Witwen. Jener der Kaiserin Eleonora Margaretha, Witwe
nach Kaiser Leopold I. seit 5. Mai 1705, erwähnt J. J. Fux* nach
dem Tode der Kaiserin (19. Jänner 1720) in einem Gutachten
vom 3. August 1720, über ein Gesuch des Matthias Oettl „nach-
gelassenen Kaiserin Eleonorischen Kapellmeisters". — In der
Kapelle der Kaiserin -Witwe Amalie nach Kaiser Josef I. seit
17. April 1711 war Fux selbst durch sechs oder sieben Jahre als
Kapellmeister angestellt. In den Hofkalendem, deren ältester vom
Jahre 1714 im kais. geh. Haus-Hof- und Staatsarchive sich be-
findet, wird Fux bereits als Hofkapellmeister aufgeführt. Seine
Anstellung muss aber weiter zurück datieren, wenigstens in das
Jahr 1713, da der erwähnte Kalender Anfangs des Jahres 1714
bereits gedruckt ausgegeben sein musste. Dazu kommt noch, dass
Fux im Jänner 1713, bei der Reorganisation der Hofkapelle zwar
zu der Stelle des Vice-Hofkapellmeisters vom Hofcompositor a\'an-
cierte, allein statt seines früheren Gehaltes von 2000 fl. auf 1600. fl.
herabgesetzt würde. Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass Fux,
^ Vortrag des Oberst-Hofmeisteramtes 7. Febr. 1715. Beil. IL 6.
2 Beil. VI. 50.
Marc Antonio Ziani. 77
der bisher ein immer erhöhtes Einkommen vom Hofe bezog, bei
dieser letzten Herabmindernng durch die Anstellung als Kapell-
meister der Kaiserin Amalie entschädigt wurde ^ Nach denselben
•
Hofkalendem erscheint Fux noch im Jahre 1718 als Hofkapell-
meister der Kaiserin Amalie, yom Jahre 1720 aber sein Nach-
folger der Hof-Musikdirector Heinrich Holzhauser. Da
der Kalender von 1719 mangelt, so muss Fux auf seine Stelle
als Kapellmeister der Kaiserin Amalie entweder 1718 oder 1719
resigniert haben, was begreiflich erscheint, da er 1715 Hofka-
pellnleister des Kaisers wurde und bei der Zntheilung seines
neuen Gehaltes von 2500 fl. und 600 fl. Adjuta*, diese Erhöhung
wegen ^er früher „doppelt genossenen Hofbesoldung^ von 1600
und 1500 fl. angetragen wurde. Es scheint daher zugleich, dass
Fux als wirklicher Hofkapellmeister des Kaisers keine weiteren
BezUge wegen der Functionen als Kapellmeister der Kaiserin
Amalie mehr genoss.
Zum Hofmusikstaat der Kaiserin gehörten durchschnitt-
lich 28 Angestellte: 1 Kapellmeister, 1 Organist, 1 Sopranist,
1 Contraaltist, 2 Tenoristen, 2 Bassisten, 4 Violinisten, 1 Violonist,
1 Violoncellist, 2 Trombonisten, 1 Fagottist, 1 Cornettist, 1 Par-
tituren-Austheiler, 1 Diener, 8 Ripienisten. Allerdings eine kleinere
Kapelle, welche bei der Zurückgezogenheit der Kaiserin- Witwe
wohl nur in der Kirche Dienste zu leisten hatte. Näheres über die
Leistungen dieser Kapelle ist nicht bekannt.
In den Jahren 1713 uhd 1714 war daher Fux zu gleicher Zeit
Vice-Hofkapellmeister des Kaisers , Kapellmeister der Kaiserin-
Witwe und Dom-Kapellmeister von St. Stephan iii Wien.
Ausser den früher erwähnten Hofcompositoren ist hier noch
die Thätigkeit des eben ernannten kais. Hofkapellmeisters Marc
Antonio Ziani und des ausgezeichneten Organisten und Ka-
pellmeisters am Dome zu Venedig Antonio Lotti in Betracht
zu ziehen , welche in dieser Periode durch ihre Compositionen für
Wien hervorragen.
Marc Antonio Ziani, geboren zu Venedig um 1653, ge-
storben zu Wien 22. Jänner 1715, 62 Jahre alt. Er war ein Neffe
des Priesters und berühmten Organisten PeterAndreas Ziani,
1 Beil. n. 6. 2 Eb.
78 Antonio Lotti.
der durch mehrere Jahre Kapellmeister der Kaiserin - Witwe
£lisabeth (nach Kaiser Ferdinand IIL) war und im Anfange des
Jahres 1669 nach Italien zurückgieng^ Marc Antonio Ziani
hatte 1698 das Oratorium II Giudizio di Salomone dem Kaiser
Leopold L zugeeignet, wurde nach Antonio Drag hi's Tode und
der Vorrückung Ant. Pancotti's in die Kapellmeistersstelle am
1. April 1700 zum Vice - Kapellmeister und am 1. Jänner 1712
zum Hofkapellmeister ernannt. Seine musicalische Thätigkeit als
Componist von Opern und Oratorien hatte schon in Venedig um
1679 begonnen*, am Hofe in Wien gelangten* von 1700 bis 1714
von ihm 7 Opern, 5 Serenaden und 10 Oratorien zur Aufführung.
In den Messen und zahlreichen Kirchencompositionen zeigte er
sich als tüchtiger Gontrapunktist , was ihm auch in den Oratorien
wohl zu Statten kam, unter denen das oben erwähnte Giudizio di
Salomone durch Feuer und glückliche Auffassung der Charactere
sich auszeichnet. In minderem Grade ist dies in seinen Opern und
Serenaden hervortretend, wo sich manche veraltete Manier breit
macht und wenig Interesse des Zuhörers zu. erregen vermag.
Vielleicht hat er seinen ausgezeichneten Ruf, der ihm von Venedig
vorausgieng, dem reicheren Gehalte seiner früheren Compositi-
onen zu danken, die hier nicht bekannt sind.
Antonio Lotti, Organist und später Kapellmeister am
Dome von S. Marco in Venedig*, war aus der Schule des be-
rühmten Giovanni Legrenzi als dessen hervorragendster
1 K. k. Hofbibl. Mpt. 7654. pag. 38. *
^Gerber führt von seinen früheren CompoBitionen an vom Jahre
1679 Alessandro magno in Sidone. — 1680 La Sinfa bizarra. — Alcibiade.
— 1683 Damira placata und La Virtü mblimata dal Grande, — 1685 Ttdlo
OMio, — 1688 Inganno regnante, — 1689 // gran Tamerlano^ — 1690 Cremite.
— 1691 Fahirena. Amante Eroe. Marte deluso und La Virtü trionfante, —
1693 Rosalinda. — 1694 Amor figlio del merito und La Moglie nemica. — 1696
La finta Paztia <f Ulisse. Domizio und Costanza in Trionfo. — 1697 Odoardo.
II Giudizio di Salomone nnd Egisto, — 1699 Amori tra gli odi und // Teodosio.
— 1700 Duello damore e di Vendetta.
3 Die Opern Beil. VIII. 376. 386. 396. 403. 425. 460. 507. — Die Ora-
torien 380. 400. 414. 430. 443. 456. 470. 480. 485. 499. — Die Serenaden
411. 422. 423. 463. 506.
^ £r war 1667 geboren, um 1684 Legrenzi^s Schüler, von 1693 Orga-
nist und von 1736 bis zu seinem 1740 erfolgten Tode Kapellmeister am
Dome von S. Marco in Venedig. (Dommer Musikgeschichte.)
Antonio Lotti. 79
Zögling hervorgegangen. Er hatte, wie die meisten Italiener jener
Zeit, für die. Kirehe, Kammer und Bühne gearbeitet, worin er wie
sein Vorbild AlessandroScarlatti, Wahrheit der Empfindung,
Lebhaftigkeit des Ansdrucks mit contrapunktischer Gelehrsamkeit
verband. In Wien machte er sich durch seine berühmt gewordenen
Duetti, Terzetti e Madrigali bekannt, welche er 1 705 in prächtiger
Ausgabe dem Kaiser Josef I. widmete. Es sind dieselben, aus
denen Ginseppe Bononcini das letzte Madrigale a cinque
In una siepe umbrosa in England fllr seine Composition ausgab.
— In Wien wurden von Lotti die Oratorien // Vota cmdele im Jahre
1712 (Beil. VIH 489) und UVmiltä coronata 1714 (508), dann
auch 1716 die grosse Oper Costantino (522) gegeben, wozu Fux
die Ouvertüre, Caldaradie komischen Zwischenacte schrieb.
Wenn das dramatische nicht an seine Kirchen- und Kammercom-
positionen reicht, weil ihm die Kraft in Darstellung stärkerer
Affeete versagte , so wird man doch nirgends die Mannigfaltigkeit
in Erfindung von Melodien, die Eleganz der Form und die durch
die contrapunktisehen Studien bedingten harmonischen Führungen
vermissen; so wie der Meister des Gesanges auch in ausgedehn-
teren Coloraturen nirgends zu verkennen ist.
VI.
Kaiser Karl Tl. und sein Hof (1712-1740) — Fnx wird kaiserlicher
UoflEapellmeister (1715) — Seine mnsicalische Thätigkeit (1714—1716)
— Darstellung seiner <^er Angelica (1716) — Ant* Oaldara, Tiee«
HollRipellmeister (1716—1786)— Die Hofeompositoren Franeeseo Conti
(1718—1782) — «inseppe PorsUe (1720-171
Ein glücklicher Feldzug in Spanien war eben (1710) been-
det, als König Karl III. von Spanien durch den Tod seines
BruderS; des Kaisers J o s e f I. genöthigt war, nach Deutschland
und in seine Erbstaaten zurückzukehren. Nachdem er 22. Decem-
ber 1711 in Frankfurt als römischer Kaiser Karl VI. * gekrönt
worden war, hielt er am 26. Jänner 1712 seinen Einzug in Wien,
das von dieser Zeit an seine bleibende Residenz wurde. Er nahm
hinfort auch keinen persönlichen Antheil mehr an den kriegeri-
schen Unternehmungen und widmete seine fiegententhätigkeit
nur den Künsten des Friedens. Das Glück schien ihn mit allen
Oaben bedacht zu haben , welche es seinen Günstlingen aufbe-
wahrt. Er hatte einnehmende Gesichtszüge, eine edle Haltung
und ein gewnnendes Wesen. Schon in früher Jugend bewunderte
man die Sanftmuth seines Characters, die Klarheit seines Ver-
standes , mit welchem er seinem Studium sich hingab. Er besass
das ernste, abgemessene Wesen seines Vaters, weshalb er auch
dem Herzen desselben theuer war \ Äpostolo Zeno entwirft
in einem Briefe vom 20. December 1722^ an seine Freunde in
Italien folgende Characteristik von ihm : „Ein Brief ist nicht im
Stande, die Würdigung meines Monarchen zu fassen. Sein grosses
Herz , geschmückt mit jeder Tugend , kann man nie in seinem
ganzen Umfange vollständig erkennen, und könnte man es, so
vermöchte man es nie genug zu bewundem und zu lieben. — Ich
erwähne hier nur, dass er in litterarischen Dingen bis auf den
1 Geboren 1. Oct 1685. 2 Arneth, Prinz Eugen. I. 23. 3 Let-
tere. III. 361.
Karl VI. und sein Hof. 81
Onind dringt^ and sein Gedächtniss ist so tren, dass ich öfter
darüber erstaunt war. Unter anderen erinnere ich mich, dass
als wir eines Tages im Gespräche auf die stoische Philosophie
kamen, er mir ihre Vorzüge herzählte und die Mängel der anderen
Ethiker bemerkte , indem er die Beweisesstellen mit den eige-
nen Worten des Epictet und Seneca anführte , dass ich meinte,
er müsse diese Schriftsteller absichtlich eben erst studiert haben,
während er mir versicherte, es seien bereits vierzehn Jahre, dass
er sie nicht in der Hand gehabt habe. Ausser seiner Muttersprache
spricht er vollkommen latein, italienisch, französisch, castillanisch
und catalonisch; bewahrt sein Seich einen dauernden Frieden,
so werden Künste und Wissenschaften einen kaiserlichen Be-
schützer an ihm haben. ^ — Der. Kaiser war auch persönlich
einer der emsigsten Arbeiter : nichts glich der Aufinerksamkeit,
womit er die ihm vorgelegten Berichte durchgieng und sie oft
mit seitenlangen Bandglossen yersalf K
Wie sehr dem Kaiser die Förderung der Wissen-
schaffen in Oesterreich am Herzen lag^ hatte er auch durch
die Berufung des Historiographen und Poeten Apostolo Zeno
bewiesen, femer durch seine Bemühungen, den Philosophen
Leibnitz fttr Oesterreich wegen Gründung einer „Socieföt" der
Wissenschaften in Wien zu gewinnen, welcher Plan zwar nicht
zur Wirklichkeit wurde, den Kaiser aber nicht hinderte, Leibnitz
als Anerkennung seines wissenschaftlichen Verdienstes zum
Reichshofrath mit einer Pension von 2000 Gulden zu ernennen
und in den Freiherrenstand zu erheben'. Seiner besonderen
Gunst erfreuten sich femer die beiden gelehrten Geschichts-
forscher Bernhard^ und Hieronymus Pez^, Conventualen
des Benedictinerstiftes Melk, mit denen ebenfalls wegen einer
1 Arneth, Prinz Engten. III. 156. * < Unter den Förderern des Planes
zur Societ&t der Wissenschaften g^ehOrte auch Prinz Eugen, der 1714 in
ein näheres V erb<niss zu Leibnitz getreten war. (0 1 1 o K 1 o p p. Archiv für
österr. Gesch. XL. p. 154—255.') Prinz Eugen bewahrte das Manuscript der
li Monadologie^ j das Leibnitz eigens für ihn aufgesetzt hatte, wie ein Kleinod
in einem besonderen Kästchen. (A r n e t h , Prinz Eugen. III. 60 f.) ^ Geb.
22. Febr. 1683 zu Ips, gest. 27. März 1735. ^ Geb. 24. Febr. 1685, gest.
14. Oct. 1762. Ueber ihr Wirken schreibt J. F. Keibiinger, Gesch. des
Benedictiner Stiftes Melk. I. 966 ff.
Köeh9l, J. J. Fox. 6
82 Karl VI. und Bein Hof.
Academie der Wissenschaften berathen wurde. Die Vennehrung
der kaiserlichen Bibliothek unter seinem verdienten Bibliothekar
Gentilotto* war nicht minder ein Gegenstand seiner Vorsorge
und durch den Prachtbau der Hofbibliotbek wurde nebst der An-
erkennung des Werthes wissenschaftlicher Werke zugleich eine
Zierde der Hauptstadt geschaffen , welche diesem Kaiser ausser-
dem eine Reihe von Monumentalbauten verdankt.
Gleich seinem Bruder Josef I. hielt Kaiser Karl VI. einen
glänzenden Hofstaat. Ein Blick in das bewegte Treiben des
damaligen Lebens am Hofe ist ausser dem allgemeinen cultur-
historischen Interesse auch für die musikgeschichtliche Entwick-
lung in Oesterreich von Belang.
Der jährliche Wechsel des Hofhaltes in der Burg, in Laxen-
burg und in der Favorita wurde regelmässig eingehalten , indem
man gegen Ende April nach Laxenburg, Ende Juni in die Favo-
rita^ Ende October in die 6nrg übersiedelte. Damit zusammen
Mengen auch die Darstellungen der verschiedenen musicalischen
Productionen, je nachdem einGeburts- oder Namensfest mit einem
oder dem anderen Aufenthaltsorte zusammenfiel. — lieber einige
Verhältnisse bei Hofe und in den höheren Kreisen der Gesell-
schaft schreibt der feine Beobachter Baron Ludwig Pöll-
nitz^, der in den Jahren 1719 und 1729 sich länger in Wien
bewegte: ^Man findet an diesem Hofe mehr Annehmlichkeiten,
als in Paris und London, was die Leichtigkeit betrifft, Bekannt-
schaften zu machen. Hat man sich bei Hofe vorgestellt, und ist
nur in einem einzigen Hause eingeführt , so ist man es auch bald
in allen andern, und hat den Vortheil, dass man dort überall
deutsch, französisch, italienisch und spanisch spricht; deutsch
kann man leicht entbehren. Die Minister und grossen Herren am
Hofe sind höflich und anständig, auch leicht zugänglich. Der
Kaiser ist in der öffentlichen Erscheinung ernst und scheint denen
streng, die ihn nicht näher kennen. Dessungeachtet ist er leicht
umgänglich und herablassend. Spricht man mit ihm, so hört er
aufmerksam zu und antwortet mit vieler Güte." Das prächtige
Theater in der Burg hebt auch er hervor.
lApost. Zeno, lettere. III. p. 20. 2 Mömoires. Nouv. 6dit. 1734.
III. p. 287 flf.
Karl VI. und sein Hof. 83
Zu den bedeatendsten nächisten Umgebungen des Kaisers,
welche zugleich die Hauptmittelpunkte der Geselligkeit yorstellten,
gehörten ausser den unter Kaiser Josef I. erwähnten Personen
Graf Friedrich Karl von Schönborn, Reichs-Vicekanz-
1er, ein Mann von ungemein bestechenden Umgangsformen. Nie-
mand glich ihm in Wien an forstlichem Aufwände und Entfaltung
glänzendster Pracht ; allgemein pries man den Geschmack seiner
Bauten und den Luxus bei zahlreichen Festen K — Prinz Eugen
kannte keine willkommenere Erholung von seinen zahlreichen
Geschäften, als die Gesellschaft eines Kreises von Fi'eunden,
unter denen die Gräfin Batthyany, des geistvollen Hofkanz-
lers Strattmann gleichbegabte Tochter, den ersten Rang ein-,
nahm, in deren Cirkel er niemals zu fehlen pflegte*.
Im Winter und zur Faschingszeit kamen ausser den Hof-
bällen regelmässig komische italienische Opern, Bur-
lesken des Adels und Maskeraden an die Reihe, wobei die
Faschingswirthschaft oder Bauernhochzeit niemals
fehlen durfte , in welcher der Kaiser den Wirth zum schwarzen
Adler, die Kaiserin die Wirthin vorstellte. Aehnliche Costüme-
bälle fanden auch bei den Gesandten der fremden Mächte und
bei verschiedenen hohen Würdenträgern statt. Ebenso erhielten
sieh aus früheren Zeiten die prachtvollen Schlittenfahrten, als
eine willkommene Gelegenheit, in Pferden, Schlitten und Gefolgen
einen reichen Prunk zu entfalten.
Mit besonderer Vorliebe trieb der Kaiser die Jagd, das
Scheibenschiessen und mehr noch als beides die Musik. Fuchs-
prellen , Dachshetzen , Jagden auf Wildschweine, Hirsche und
anderes Rothwild, Fasanen, die Reigerbeizen, ein Hauptzweig der
eifrig betriebenen Falknerei , werden in regelmässiger Folge das
ganze Jahr hindurch gepflegt , auch Bären und Wölfe bisweilen
in den nächsten Umgebungen Wiens gefällt, wobei die Kaiserin
den Kaiser gewöhnlich begleitete ^.
1 A rn e t h , Prinz Eugen. II. 358. « A r n e t h , Prinz Eugen. III. 39. f.
3 Den Freunden des Jagdsports sei aus dem Wiener Diarium Jener
Zeit mitgetheilt, dass 1713 ein Bär im Erdbergermoos, 1715 ein solcher in
Hntteldorf und 1717 einer bei Gainfarn gefällt, und 1733 sechs Wölfe bei
Laab erlegt wurden.
6*
84 Karl VI. und sein Hof.
Das Vergnügen des Scheibenschiessens, das in der Bnrg, in
der Favorita, in Laxenburg und Schönbrunn durch das ganze Jahr
sich oft wiederholte, wurde ebenfalls von der Kaiserin getheilt
und diese hielt mit den Damen auch besondere Sehiessen ab,
welche ^^Frauenzimmerschiessen" genannt wurden, und woran
die Herren keinen Antheil nahmen.
Die Kaiserin Elisabeth aus dem Hause Braunschweig-
Wolffenbüttel entwickelte sich nach ihrer Vermählung (damals
16 Jahre alt) zu einer der sch()nsten und edelsten Frauen ihrer
Zeit. Lady Mary Wortley - Montague sagt von ihr^*
„Wenn sie lächelt, so geschieht dies mit solchem Liebreiz, dass
sie in der That zur Anbethung zwingt. Um von ihrer Gestalt zu
reden, muss die Sprache der Dichter zu Hilfe genommen werden.^
So wie sie durch ihre äussere Erscheinung bezauberte, so wusste
sie auch durch Bildung des Geistes und seltene Eigenschaften des
Gemttthes dauernd zu fesseln. In Wien, wie in Barcelona, wohin
sie ihrem Gemahle in den Krieg gefolgt war, hatte sie alles in
Enthusiasmus versetzt K
FöUnitz sagt (Mäm. 1. c. Lettre XU.) von ihr: „die Kaiserin
ist wahrhaft fromm ohne Gepränge, wohlthätig und grossmtlthig.
Die Erzherzoginen , ihre Töchter erzieht sie äusserst sorgfältig ;
die älteste Erzherzogin, Maria Theresia wird mit Aussicht
auf den Thron erzogen. Sie hat viele Aehnlichkeit im Aeusseren
mit ihrer Mutter, möge sie ihr auch in ihren Tugenden gleichen^^
• Die ausgesprochene Neigung des Kaisers fllr Musik war
nicht nur im väterlichen Hause K. Leopold I. geweckt und genährt
worden, sondern wurde auch durch seine natürliche Anlage zu
dieser Kunst wesentlich unterstützt. Er hatte gründlichen Unter-
richt darin erhalten, spielte selbst Ciavier, „wie ein Professor mit
Meisterschaft^ ' und versuchte sich auch in der Composition, von
welcher eine Probe, ein gutgearbeitetes Miserere für vier Sing-
stimmen und Begleitung ' in der kaiserlichen Hofbibliothek sich
befindet, und das gewöhnlich am Freitage nach dem Aschermitt-
woche in der Hofkapelle gegeben wurde*. Da er euch mitFertig-
1 Im Jahre 1726. Letters. p. 29. ^ Arneth, Prinz Engen. U. 181.
^Apost. Zeno, Lettere. III. p. 446. ^Kil. Beinhardt, Ruhr. gen. in
Köchel, Hofmusikkap. p. 137.
E a r 1 VI. und sein Hof. 8 5
keit Partituren las, so stellte er sich wiederholt an die Spitze des
Orchesters nnd dirigierte am Ciavier mehrere Opern, so die Oper
Euristeo von Caldara und Elisa von Fax.
Ueberall bei Krönungen, Huldigungen, Regentenreisen in
Prag , Presburg , Linz , Gratz, Brttnn u. s. w. musste nicht blos
wegen kirchlicher Functionen, sondern auch wegen theatralischer
Darstellungen die treffliche Hof-Musikkapelle zur Hand sein, um
den Grlanz ' der Feste zu erhöhen. In Wien war dies begreiflich
in erhöhtem Masse der Fall, wo die Oeburts- und Namensfeste
der regierenden Majestäten, die Vermählungen und ähnliche Ver-
anlassungen niemals ohne grosse Opern oder kleinere Serenaden
und Cantaten vortlbergiengen.
In der Oper und Comödie, schreibt PöUnitz (M6m. V. 44 f.),
sitzen die Majestäten im Parterre, der Kaiser nimmt den ersten
Platz ein, die Kaiserin ihm zur Linken, die Erzherzoginen in
gleicher Reihe. Alle diese Mitglieder der kaiserlichen Familie
m
haben Lehnstühle derselben Grösse und Höhe mit einem Gueri-
don rückwärts, auf welchem ein Kerzenleuchter steht.
Es war dem Kaiser besonders angenehm, wenn seine eigenen
Töchter, die Erzherzoginen Maria Theresia und Maria
Anna im Ballete mitwirkten und oft auch selbständig eigens
flir sie compoüierte Cantaten * ihren Eltern vortrugen. Diese viel-
fachen Anregungen waren auch bei dem übrigen Hofe und den
ersten Familien des Reiches nicht ohne Einfluss geblieben , denn
wenn der Kaiser einige von ihnen auf ihren Landsitzen besuchte,
so wusste man ihn nicht besser zu ehren und zu vergnügen , als
durch eine mit Musik verbundene Darstellung '. Der Adel betrieb
mit Eifer nicht blos Vocalmusik, sondern auch die verschiedensten
Instrumente , so dass die Oper Eurüteo ausschliesslich von Per-
sonen des höchsten Adels in den Singparten ebensowohl, als der
ganzen Orchesterbegleitung bei Hofe gegeben werden konnte.
Ungeachtet der bei der Reformierung der Hofkapelle im
Jahre 1711 eingetretenen Verminderung des Personenstandes der
Hofkapelle bis 86 steigerte sich der Bedarf bei der grossen Ent-
wicklung der Oper so sehr, dass in beständigem Zunehmen begriffen
im Jahre 1723 der Stand der Hofmusiker bis 134 sich erhob und
1 Vergl. Beil. VIIL 669. 672. 685. 726. 732. 735. 739. « Beil. VUI. 701.
86 Karl VI., Hofkapelle.
bis zum Jahre 1 740 niemals weit davon entfernte. Für die Oper
wurden die besten Sänger und Sängerinen aus Italien unter
glänzenden Bedingungen berufen und mehrere davon auch bleibend
an der Hofinusikkapelle angestellt. Die Instrumentalmusik hatte
schon Mher den Ruf einer der vorzüglichsten in Europa errungen
und der Kaiser war bemüht , die alternden Kräfte durch junge,
gutgeschulte aufzufrischen: der Teorbist Francesco Conti,
die Organisten J. G. Muffat, J. Franz Neubauer, die
Violinisten Nie. Matteis, Angelo Ratas^zi, Giov. Ant.
Piani, der Violoncellist Giov. Perroni, der Cimbalist Max
Hellmann, die Oboisten in der Familie Gl ätz 1, die Posauni-
sten der Familie Christian konnten sänimtlich als Virtuosen
ersten Ranges gelten, vieler anderer nicht zu gedenken, die in
anderen Kapellen als erste Meister ihres Instrumentes betrachtet
worden wären. Ebenso war der Kaiser ungeachtet mehrfacher
Fehlgriffe in den Personen immer wieder bedacht, für die Aus-
bildung junger Talente durch das Institut der Hofscholaren
öfter mit grossen Opfern Sorge zu tragen. Von der Ueberzeugung
ausgehend, wie viel bei einer. so grossartigen Kunstanstalt, um
das präciseZusanunenwirken zu erzielen, von der obersten Leitung
durch einen oharacterstarken und kunsterfahrenen Mann abhänge,
schenkte der Kaiser sein wohlbegrttndetes Vertrauen ohne zu wan-
ken bis an das Ende seines Lebens seinem hochverdienten und be-
rühmten Hofkapellmeister Fux, welcher ungeachtet seiner
weit vorgerückten Jahre und chronischen Leiden den Ruhm der ihm
anvertrauten Kapelle zu bewahren verstand. Ihm würdig zur
Seite stand als Vicekapellmeister und Componist Antonio Cal-
dara, ein Mann von seltener Begabung und Schlagfertigkeit,
welcher die hohe Gunst des Monarchen mit Francesco Conti,
seinem ebenbürtigen Eunstgenossen, theilen durfte.
Der tüchtige Hofkapellmeister Marc Antonio Ziani war
am 22. Jänner 1715 gestorben, es lag daher nahe, dass sein
bisheriger Vicekapellmeister J. J. Fux, der bereits von drei
Kaisem mit Auszeichnung behandelt worden war, sich um die
erledigte Stelle in Competenz setzte. Das Referat des Oberst-Hof-
meisteramtes vom 7. Februar 1715^ theilt die Verhandlung über
1 Beil. n. 6.
F u X wird Hofkapellmeister des Kaisers. 8 7
die Verleihung in folgender Weise tfiit: „Ener kais. Majestät
Vicekapellmeister Johann Josef Fax bittet, anstatt des ver-
storbenen Marco Antonio Zfani als Euer kais. Majestät
wirklicher Kapellmeister aufgenommen zn werden mit der beson-
deren allerhöchsten Gnade, dass, wie er jetzt von Ener kais.
Majestät als Vicekapellmeister jährlich 1600 fl. und nebstbei als
Ihrer Majestät der verwittibten Kaiserin Amalie Kapellmeister
andere 1500 fl., also in allem zn wirklicher Hofbesoldnng 3100 fl.
angewiesen hat, also ihm solche bei der allerh()chst beliebten
Aufnahme als Ener kais. Majestät Kapellmeister allermildest
gewährt werden möchten. Nun sind Euer kais. Majestät des
Snpplicanten Person, Capacität nnd Merita also bekannt, dass
man derentwegen auch das geringste femer zu allegieren für
Überflüssig hält^ daher es bei dessen allergnädigst resolvierten
Aufnahme blos aof die ihm dabei zuzulegende Hofbesoldung
ankommt. In Betracht, dass desselben gegenwärtig genossene
doppelte Hofbesoldung 3100 fl., also um 600 fl. mehr Ji)eträgt als
die alleinige ordinäre Kapellmeisterbesoldung von 2500 fl. und
solchergestalt bei der ihm widerfahrenden kais. Gnade der
wirklichen Aufnahme mit der bisherigen Kapellmeisterbesoldung
ihm in utili jährlich 600 fl. entgiengen, so räth der Obersthof-
meister, dass im Falle der Aufnahme ihm 3100 fl. bewilligt wer-
den könnten, wovon aber wegen übler Gonsequenzen nur 2500 fl.
als Besoldung, 600 fl. als A^juta nicht auf den Dienst , sondern
fttr die Person ausgeworfen werden sollten.
Des Kaisers eigenhändige Resolution lautete :
„Placet"
Carl m./p.
Demg^näss erhielt Fux die Ausfertigung seines Anstellungb-
decretes vom 8. März 1715*, nach welchem er von den 600 fl.
Adjuta den üblichen Abbruch des ersten Quartals sich gefallen
lassen sollte, wovon ihn aber das spätere Decret vom 18. März
1 7 15 * dispensierte.
lieber die feierliche Vorstellung des neuen HofkapeUmeisters
bei seiner Hofkapelle enthält das Wiener Diarium vom 16. Hor-
nung 1715' folgenden ungewöhnlich ausführlichen Artikel*
1 Beil. n. 8. 2 Beü. IL 9. » Beil. n. 7.
88 Fux, Hofkapellmeister des Kaisers.
^Nachdem bekanntermasSen der kais. Kapellmeister, Herr
Marco Antonio Ziani dahier mit Tod abgegangen, als
haben Ihre römisch-kaiserliche und katholische Majestät Dero
Vicekapellmeister, dann Ihrer Majestät der letztverwittibten
Kaiserin Wilheltnina Amalia Kapelhneister , Herrn Jobann
Joseph Fuchs (sie) die erledigte Kapellmeisterstelle in aller-
mildester Ansehung seiner langwierig- und unermttdet-. treuge-
horsamst-geleisteten Dienste, wie nicht weniger in der Musik-Kunst
erlangten fUrtrefflichen Erfahrenheit allergnädigst aufgetragen,
welchemnach allerhöchst- gedacht - kaiserlich und Katholischer
Majestät wirklicher Geheimer Rath und Obristhofineister, Ihre
Durchlaucht, Herr Anton Florian, des heil, römischen Reichs
Fttrst von und zu Liechtenstein, Herzog zu Troppau
und Jägemdorf, Ritter des goldenen Vliesses und Grand von
Spanien erster Glasse , den neuen Herrn Kapellmeister nach zu-
Tor abgelegter Eidespflicht den gesammten Herrn Hofinusicanten
g^wöhnlichermaassen vorgestellet.^
Aus dem entschiedenen Tone, welchen der Obersthofmeister
in seinem Referate anschlägt, lässt sich entnehmen, dass er die
Beförderung del^ Mannes von so bekannter Capacität und solchen
Meriten zum Hofkapelhueister als eine unzweifelhafte Sache an-
nahm. Damit hatte nun Fux die ehrenvollste Stellung erreicht,
die zu jener Zeit ein Künstler erreichen konnte. Noch ehrenvoller
ftlr ihn erscheint sie dadurch, dass er sie seinem Verdienste zu
verdanken hatte , das schwierigere, sich darin mit Ehren zu be-
haupten, erwartete ihn erst noch — und wie die Erfahrung lehrte,
wusste er sich mit allen Ehren zu behaupten.
Von der Auffassung seiner Stellung g^ben das reichhaltigste
^eugniss die zaldreichen Gutachten, welche er als Hofkapell-
meister von 1715 bis 1740 ttber die ihm untergebenen, oder die
erst anzustellenden Musiker oder ihre Angehörigen an das Oberst-
Hofmeisteramt zu erstatten hatte. Den Geist des Pflichteifers, der
Ehrenhaftigkeit und Humanität, welcher sich darin ausspricht,
werden wir am Schlüsse seines Kapellmeisteramtes näher kennen
zu lernen Gelegenheit haben.
Wenn wir wieder zur Chronik seiner musicalischen Thätig-
keit zurückkehren, so haben wir aus dem Jahre 1714 die Sere-
F u x^ Oper Angelica. 8 9
nade Dafne in Lauro, Text von P. Pariati ^ und das ausgezeich-
nete Oratoriam La Fede sacrüega nella morte del precursor
S. Giovanni Battista ^ Text desselben Verfassers naehzntragen. In
das Jahr seiner Ernennung zum Hofkapellmeister (1715) fielen
nach den Texten P. Pariati's die Serenade Orfeo ed Euridice^
nebst dem energischen Oratorium La Donna forte nella madre de'
sette Maccabei^.
Im Jahre 1716 sind die beiden Oratorien // Trionfo della
fede^ und // Fonie della saluie aperto dalla grazia del Calvario^j
ausserdem die Ouverttlre zu A. Lotti's Oper CosianHno',
endlich seine eigene grosse O^er Angelica vincitrice d'Alcina^
■
Text von P. Parjati zu verzeichnen, welche letzte in der Favo-
rita mit vielem Prachtaufwande gegeben wurde.
Die grösseren musicalischen Feste/ welche in die Zeit des
Aufenthaltes des Hofes in der Favorita fielen, wurden gewöhnlich
im Freien in dem weitläufigen Parke dieses Schlosses abgehalten,
wozu meistens auch ein ansehnlicher Teich benutzt wurde, der
zur Entwicklung von überraschenden Decorationen, Maschinerien,
Seegefechten und Femsichten die passendste Gelegenheit both.
Es ist interessant, die gleichzeitige Schilderung des Eindruckes
eines solchen Festes von einer gebildeten englischen Dame
darüber zu vernehmen. Die Veranlassung zu dieser Festoper der
eben erwähnten Angelica vincitrice d" Akina, die am 21. Septem-
ber 1716 zur AufflOhrung kam, war die glückliche Entbindung
der regierenden Kaiserin von einem langersehnten Thronerben
(Erzherzog Leopold) am 13. April desselben Jahres. Die Stim-
mung in Wien war über dieses Ereigniss allgemein eine gehobene,
noch erhöht durch die Nachricht eines Sieges des Prinzen Eugen
über die Türken bei Peterwardein (5. August). Der Textverfasser
P. Pariati, so wie der Componist, der neueruannte Hofkapell-
meister Job. Jos. Fux thaten ihr Möglichstes, sie scheinen aber
beide durch die Kunst des Decorateurs und Tanzmeisters über-
bothen worden zu sein. Das Textbuch, welches mit sechs Kupfer-
stichen in Grossfolio illustriert ist, zählt als Haupt-Decorationen
auf: Im ersten Acte: eine prachtvolle Zauberburg der Alcina,
1 Beil. Vni. 504. « Beil. VUI. 509. » Beil. VIII. 513. * Beil. VUI.
Ö16. » Beil. Vm. 524. e Beil. Vin. 526. ^ Beil. VIU. 522. « Beil. VIU.
520.
90 Die Oper Angelica.
sie wird ganz beleuchtet und man sieht, dass sie über einem
reichen Bergwerke von Gold und Edelsteinen errichtet ist. Im
zweiten Acte : Zwei unbewohnte Inseln, grauenvoll und besetzt
von verschiedenen scheusslichen Ungeheuern. Sie sind durch
einen Canal getrennt und in der Feme sieht man einen grossen
Meerbusen, der von vielen Schiffen erfüllt ist, in der Mitte einen
Felsen in Gestalt einer Klippe, aus welcher viele Flammen heraus-
brechen. Im dritten Acte: Ansicht der seligen Eilande, alle mit
grünen Rasen und Blumen geschmückt und Transparenten von
schwebenden Gärten, und von häufigen Lorbem durchschnitten.
.... Femer wird erwähnt ein Tanz der Furien, ein Kampf der
Krieger des Ruggiero mit den Wilden, ein Tanz der Ritter und
der Helden u. dgl.
Der Aufführung dieser Zauberoper wohnte die geistreiche
Lady Mary Wortley-Montague bei und berichtet darüber
am 14. September 1716 aus Wien an Alexander Pope*: „Der
englischen Kirchenzucht bin ich in der That so abtrünnig gewor-
den, dass ich letzten Sonntag die Oper, welche im Garten der
Favorita aufgeführt wurde, besuchte, und mich so sehr daran
ergötzte, dass mir noch keine Reue angekommen ist, sie gesehen
zu haben. Nichts von dieser Art kann jemals prächtiger gewesen
sein und ich kann es wohl glauben was man sagte, nämlich,
dass die Decorationen und Kleider dem Kaiser 30.000 £. ge-
kostet haben. Die Bühne, die über einen breiten Canal erbaut
war, wurde beim Anfange des zweiten Actes in zwei Theile ge-
theilt, so dass man das Wasser erblickte, auf welchem unmittel-
bar an verschiedenen Seiten zwei Flotten von vergoldeten kleinen
Schiffen erschienen , die ein Seetreffen vorstellten. Es ist nicht
leicht, sich in Gedanken einen Begriff von der Schönheit dieses
Auftrittes zu machen, der sich meinem Gedächtnisse besonders
eingeprägt hat, obwohl das Uebrige in seiner Art ebenfalls voU-
' kommen schön war. Die Geschichte der Oper ist die Zauberei
der Alcina, welche treffliche Gelegenheit Weihet zum Gebrauche
mannigfaltiger Maschinen und Verwandlungen, die mit über-
raschender Schnelligkeit beschafft wurden. Das Theater ist so
gross, dass es dem Auge schwer wird darüber hinaus zu schauen
t Letters of the R. H. Lady M-y W-y M-e. Berlin 1790. p. 24. f.
Antonio Caldara. 91
nnd die Costüme sind Ton der änssersten Pracht. Kein Hans wäre
gross genng; diese weitläufigen Anstalten za fassen, nur sind die
Damen, die in freier Luft sifzen mttssen , grossen Unbequemlich-
keiten ausgesetzt, denn es ist blos ein einziger Baldachin für die
kaiserliche Fandlie da, und als bei der ersten AufiFIlhrung ein
R^enschauer einfiel, so ward die Oper unterbrochen und die
Gesellschaft drängte sich in solcher Verwirrung davon, dass ich
beinahe todtgedrttckt worden wäre.^
Bald nach, der Ernennung des Fux zum HofkapeUmeister
folgte die Berufung Antonio Caldara 's zum Vicekapell-
meister, welche beide mit Francesco Conti und später mit
Giovanni Porsile zusammenwirkend die Glanzperiode der
kais. Hof-Musikkapelle begründeten, und in ihren Leistungen
hier betrachtet werden soUen.
Antonio Caldara, geboren zu Venedig um 1670, gestor-
ben in Wien 28, December 1736*, 66 Jahre alt (Wr. Diar.) kam
von Venedig nach Bologna und Mantua und hatte durch seine
Compositionen besonders für die Btthne, von denen auch mehrere
bereits am Hofe in Wien gegeben wurden', einen so bedeutenden
Kamen sich erworben, dass er im J. 1715 vou^K. Karl VI. als
Vice-Hofkapellmeister nach Wiön berufen wurde. Caldara folgte
diesem Rufe und war vom 1. Jänner 1716 bis zu seinem Ableben
in dieser Anstellung neben Fux, der ihn als Hofkapelhneister
noch fünf Jahre überlebte. Während seiner zwanzigjährigen
Dienstleistung in Wien entwickelte er eine seltene Thätigkeit,
von welcher die Partituren von 37 grossen Opern, 26 Serenaden
und 29 Oratorien^, ganz abgesehen von seinen nicht minder zahl-
^ Nicht wie Gerber nnd nach ihm Fötis, Dommer u. v. a. Bchrel-
ben, ist Caldara's Todesjahr 1763, sondern 1736.
2 Vor Caldara's Ankunft wurde in Wien von seinen Compositionen
gegepen : BeU.' VIÜ. 464. 466. 490. 491. 497. 507. 510. — Fötis gibt als
frühere Compositionen überhaupt an: Argene (Venedig 1689), Tir$i (II Act.
Venedig 1696), Le Promesse serbate (Venedig 1697), Farnace (ebd. 1703), //
Selvaggio i^roe (1709), Parteuope (1706), Sofonüba (1708), U Ininäeo gewsrosöy
(Bologna 1799), CostamS in amore (Macerata 1711), Aienaide (Rom 1711),
Tito e Berenice (Rom 1714), // Ricco EpuUme (Vened.), // Oiubiio di Salta
(1717 Salzburg).
3 Die Opern Beil. VUI. 466. 507. 530. 533. 542. 550. 553. 572. 575.
581. 586. 604. 605. 607. 614. 617. 624. 629. 637. 638. 641. 646. 649. 656. 659.
92 Antonio Caldara.
reichen Gompositionen^ fbr die Kirche nnd die Kammer hinläng-
liches ZeugniBs geben. In allen Richtungen schlagfertig^ kamen
grossere Aufträge und ihre Ldsnngen je vier und mehr jedes Jahr
nach den oben angefahrten ziffermässig nachzuweisenden Ru-
briken. Nimmt man dazu noch seine geßlUigen, fliessenden Melo-
dien, besonders im Dramatischen, worin er seinem Vorbilde
Alessandro Scarlatti mit Glttck nachstrebte, wenn er es
auch nicht erreichte, femer seine reiche Formengewandtheit und
Beweglichkeit in ganz entgegengesetzten Aufgaben, so darf es
nicht befremdend sein, dass nach den bedeutenden Gunstbezei-
gungen zu schliessen , seine Compositionen den Kaiser vorzugs-
weise angesprochen und auch zu rascher Verbreitung ausserhalb
Oesterreichs beigetragen haben. Ausser der Opera seria bewegte
sich Caldara auch in der Opera buffa mit Geschick: sein Don
Chisciote in carte della Duchessa (Beil. VIII. 637) behandelt den
von Pariati und Apostolo Zeno passend angelegten Text
mit vieler Kenntniss der musicalischen Wirkung, die ihm auch
nicht gefehlt haben wird. Drollig genug sind die Einfälle, wenn
z. B. Don Chisciote nach gewaltigen SprUngen im Gesänge
mehrere Tacte %.uf dem Vocal E trillert und Säncio Panza das-
selbe nach ihm versuchen muss ü. a. m. Dass dieser Wurf gelun-
gen war, geht aus den wiederholten späteren Faschings-Opern
Caldara's hervor, wie / Distngannati (n. 656) von 1 729, La Pazi-
enza di Socrate con due moglie (n. 677) von 1731, Sancio Panza,
govematore delVüola Barataria (Bf. 706) von 1733, freilich zu
einer Zeit, wo der glänzende Inhaber dieser Domäne, Francesco
676. 682. 693. 697. 706. 708. 712. 721. 724 743. 746. 749. — Serenaden:
464. 521. 543. 560. 562. 563. 583. 595. 597. 609. 631. 647. 661. 662. 668. 669.
672. 683. 685. 710. 726. 732. 733. 737. 739. — Oratorien: 490. 491. 497.
510. 537. 538. 546. 555. 565. 590. 591. 601. 612. 622. 623. 63?. 634. 636. 645.
653. 665. 676. 688. 689. 704. 705. 718. 730. 741. — Von diesen 92 Nununem
des Verzeichnisses hat Fötis nnr 52 angeführt, und unter diesen 52 Compo-
sitionen schreibt er folgende fftlschUch Caldara zu, während sie anderen
Componisten angehören: A$tarte von F. Conti (1718), Sieara von 6. Por-
cile (1719), TMa von Porsile (1719), NaamUn von F. Conti (1721)»
Grüelda von F. Conti (1725). Ausserdem kommen darin öfter unrichtige
Jahreszahlen und andere Irrthümer vor; so sagtF6tis: „15® Caio Mario,
Vienne 1717; 16<^ Coriolano 1717^, während beide Nummern zusammen ein
und dasselbe Stück: Caio Marzio Coriolano (Vienne 1717) ausmachen u. dgl*
Antonio Caldara.. 93
Conti wegen Kränklichkeit yerBtnmmt war, und 1732 nach kur-
zem Anfflackem ztun ewigen Stillschweigen eingieng. Zugleich
sei hier bemerkt, daas Caldara nach der damals nicht ungewöhn-
lichen Sitte an der Composition derselben Oper mit anderen Mit-
arbeitern theilnahm, wie in Atenaide (Beil. Vm. 507) mit Ziani,
Negri und F. Conti, in Pgiche (563) mit Fux, in La Fofza
delFamicizia (646) und in La Pazienza di Socraie (677) mit
Reutter: bei solchen Mischarbeiten konnte allerdings die Ein-
heit des Ganzen schwerlich gewinnen.
Die Oratorien hat er durchaus wie Opern behandelt und
jene sind von diesen nur durch den Gtegenstand verschieden. —
Gewöhnlich wird die Ansicht ausgesprochen, dass er erst durch
die Strenge des Fux zu rigoroserer musicalischer Behandlung be-
stimmt worden sei. Das dürfte aber auf einem Irrthume beruhen.
Caldara, als ein ausgezeichneter Schüler Legrenzi's war
von Haus aus ein wohlgeschulter Contrapnnktist und productiver
Eirchencomponist. F. von MoseP zählt von ihm 114 Kirchen-
compositionen auf, darunter mehr als 20 Messen, viele Vespern,
Mottette, Offertorien, Gradualien u. dgl. ' In der k. k. Hofbiblio-
thek befindet sich eine sehr kunstreiche Missa canonica, wahr-
scheinlich durch die gleichnamige des Fux veranlasst, femer eine
achtstimmige und mehrere vierstimmige Messen da cappella, ein
sechzehnstimmiges Crucifiams wird als ein werthvolles Werk ge-
rühmt, auch hat Paolucci in seiner Arte pratica di contrap-
punto I. ein ganzes Kirchenstttck Caldara's als Muster einer
gründlichen Arbeit aufgenommen. — Von Kammermusik ver-
zeichnet F. V. Mosel 121 Nummern Cantaten, Madrigale zu 4
und 5 Stimmen, die letzten mit besonderer Liebe und einige mit
ausgezeichneter Kunst gesetzt Alles zusammengenonmien geht
hervor : Caldara war ein reichbegabter, vielseitig gebildeter und
gewandter Componist, ein schönes Talent, das den bedeutenden
Bnf verdiente , der ihm früher uncl später aUenthalben zu Theil
wurde. Unter den Zeitgenossen sagt der dänische Kapellmeister
1 Hdschr.-VerzeichniBs in der k. k. Hofbibliothek.
2 Nach einem HdBchr.-Verzeichnisa des Regenschori P. Willibald
Bo bisch vom Jahre 1838 bewahrt das reiche Musikarchiy des Stiftes
Göttweig 100 Nummern für die Kirche von Caldara.
94 Francesco Conti.
Johann Adolf Scheibe^ 1740 über das Gomponistenpaar
Fux und Caldara: „Fnx der unvergleicbliche Oberkapell-
meister am kaiserlichen Hofe zu Wien nebst dem Vicekapell-
meister daselbst^ Caldara, haben durch ihren unermüdeten
Fleiss, durch ihre sinnreichen und vortrefflichen Werke gar deut-
lich bewiesen, dass sie nicht nur selbst wahre Kenner des guten
Geschmacks, sondern auch fähig gewesen sind ihn auf die Nach-
welt fortzupflanzen. Beide Männer hatten nicht nur die vernünf-
tigsten Begriffe von der Musik, sondern sie zeigten auch, und
zwar vornehmlich Fux in allen seinen Kirchensachen, Caldara
aber in seinen theatralischen Stücken die schönste Melodie und
Harmonie und eine auserlesene Wahl und Ordnung des Vortrags
und der Gedanken. Wer weiss auch nicht, dass Fux, ob er
schon der tiefsinnigste Contrapunktist war, dennoch die Geschick-
lichkeit besass, leicht lieblich und natürlich zu setzen, wie solches
seine theatralischen Arbeiten beweisen? So wie Caldara, ob er
schon mehr für das Theater zu sein schien, dennoch in seinen
Kirchenarbeiten und Contrapunkten nicht weniger vortrefflich
gewesen."
Francesco Bartolomeo Conti aus Florenz, geboren
20. Jänner 1682« (Taufreg.), gest. in Wien 20. Juli 1732, 51 J.
alt (Wr. Diar.). Er war im Jahre 1701 als Teorbist in die kais.
Hofmusikkapelle berufen worden, trat 1705 aus, um von 1708
bis an sein Ende in kaiserlichen Diensten zu bleiben. Er wurde
1. Jänner 1713 Hofcompositor, und entwickelte von da ab eine
bedeutende mnsicalische Thätigkeit in der Composition von 16
grossen Opern, 13 Serenaden, 9 Oratorien* und einer Anzahl
Cantaten, von denen in der Wiener Hofbibliothek 23, in anderen
Bibliotheken 30 und mehr Partituren vorhanden sind. Seine erste
1 Krit. Musicus. Neue Aufl. 1745. (Erste Aufl. 1740.)
2 Nach der Florentinischen Jahreszahlung am 20. Jänner 1681 , da sie
dort zu jener Zeit den Jahresanfang auf den 25. März setzten , daher der
Jänner schon dem nachfolgenden Jahre' gewöhnlicher Zählung angehöi*te.
3 Opern: Beil. VKI. 421. 502. 507. 511. 512. 519. 527. 539. 549. 570.
573. 580. 592. 603. 613. 691. — Serenaden: 482. 492. 494. 503. 540. 554.
561. 587. 596. 606. 608. 628. 630. — Oratorien: 429. 478. 545. 557. 568.
577. 602. 611. 703. — Mit Ausnahme der Oper 421 und der Serenaden 482
und 540 befinden sich die Partituren sammtlicher Compositionen in der k. k.
Hofbibi. in Wien.
Francesco Conti. 95
Oper ClotUda (Beil. VIII. 421), welche ursprtüiglich fttr Wien
componiert und zuerst daselbst 1706 mit vielem Beifalle gegeben
wurde, kam 1709 in England zur Darstellung und bahnte ihm
auch dort den Weg zum Ruhme als Componist an , nachdem er
schon lange vorher als der erste aller Teorbisten gepriesen wor-
den war. Sein hervorragendes Talent zur komischen Oper
wurde sogleich erkannt und hinreichend ausgebeutet, da ihm in
dieser Richtung seine sänmitlichen grossen Opern zur Aufgabe
gestellt wurden.
Das bedeutendste Aufsehen auch auf fremden Btlhnen erregte
sein Don Chisciotfe in Sierra Morena (549) mit voller Berechti-
gung ; die niedrige Komik des Sancho und der Maritome, so wie
der hohle Pathos des irrenden Ritters von der traurigen Gestalt
fanden in Conti's Musik einen drastischen Ausdruck, wiewohl
schwerlich ein anderer Sterblicher auf Mattheson's abge-
schmackten Einfall, dass Conti „in Abbildungen» der Gebärden
durch musicalische Noten ungemein erfahren" war^, jemals ge-
rathen wäre. Es wäre aber ein Irrthnm anzunehmen, dass sein
Talent nur auf das Komische beschränkt gewesen sei. Schon in
den komischen Opern sind Stimmungen und Charactere des
Ernstes und der Würde vollkommen angemessen musicalisch anf-
gefasst ; nicht minder sind zartere Empfindungen in den Cantaten,
andächtige in den Oratorien zum Ausdrucke gebracht, welche
zugleich den Beweis seiner tüchtigen Schulung liefern. Wenn
Conti den Strömungen Aless. Scarlatti's folgte, so bewegte
er sich nur in derselben Weise, als die meisten seiner Zeitgenos-
sen, ohne jedoch den Namen eines selbstständigen Künstlers
aufzugeben. Auch darin theilte er das Los eines hervortretenden
Talentes, dass ihn die Scheelsucht herabzudrücken versuchte und
wie dies Mattheson in seinem „vollkommenen Kapellmeister"
(p. 40) unternahm, durch lügenhafte Anschuldigung seinen sitt-
lichen Character zu verunglimpfen. Die Darstellung des hierauf
bezüglichen Sachverhaltes giebt die Beilage III. 7 — 11.
Gleichzeitig mit dem Vater, und mit diesem öfter verwech-
selt, componierte ftlr den Hof sein Sohn Ignazio Conti (geb.
1699, gest. in Wien 28. März 1759, 60 J. alt) von 1727 bis 1739
1 Yollkommener Kapellmeister, p. 40.
96 Giuseppe Porsile.
7 Serenaden and 6 Oratorien, welche aber nicht entfernt an die
Begabnng seines Vaters reichen. Er wird nns noch als ältester
Hofscholar begeg^ien; denn ungeachtet er in manchen Text-
büchern als Compositore eingednickt wurde, war er doch nie
Hofcompositor und anch Fnx hatte ihn vergeblich dazu 1739 vor-
geschlagen, Sem strafwürdiges Vergehen gegen einen Geistlichen^
das jedoch ohne weitere Folgen blieb, hatte Anlass zur Beschul-
digung seines Vaters gegeben, mit dem er zuftllig oder absicht-
lich verwechselt wurde. Leichten Sinnes blieb er aber sein ganzes
Leben lang , denn nachdem er als Erbe aus dem Nachlass seinea
Vaters im Jahre 1732 14.000 fl. erhalten hatte, bestand sein
eigener Nachlass im Jahre 1 759 actenmässig aus einem Rock^
einem Degen und einem spanischen Rohr, welche aus Noth um
3 fl. 18 kr. verkauft wurden.
Giuseppe Porsile geboren zu Neapel, gestorben zu
Wien 29/ Mai 1 750 , 78 Jahre alt (Wr. Diar.) , war in Barcelona
bis 1711 Kapellmeister König Karl III. von Spanien, dann Ge-
sanglehrer der Kaiserin Amalia, wurde im Jahre 1720 nach
Genuesi's Tode Hofconipositor und starb nach dreissigjähriger
Anstellung. Von seinen Compositionen aus der Zeit von 1717 big
1737 kamen in Wien 3 Opern, 18 Serenaden und 11 Oratorien*
zur Aufführung. Fux nennt ihn einen Virtuose von gutem Gusto ;
Hasse war von der Natürlichkeit und Kraft seiner Compositionen
gelegentlich seines Oratorium Giuseppe reconosciuto (Beil. Vm.
717) ganz entzückt. Dieses Urtheil dürfte nur von einigen Ora-
torien und kleineren dramatischen Werken gelten , in grösseren
Opern, worin er sich auch seltener versuchte, reichte seine
Kraft nicht aus. Seine Gesangsbegleitungen und Ouvertüren sind
ziemlich dürftig, und* seine Erfindungen von Melodien bewegen
sich in altherkömmlichen ausgefahrenen Geleisen.
1 Opern: Beil. VIII. 571. 625. 753. — Serenaden: 529. 532.544.
574. 587. 594. 615. 627. 632. 639. 643. 660. 667. 692. 694. 696. 736. 758. —
Or atorien: 558. 566. 578. 588. 600. 610. 620. 674. 687. 717. 761.
vn.
Chronik (1717—1718) — Fehde mit J« Matthesonwegen der SoimiSAtioii
nnd Kfrehenttfne (1717—1718) — Die Opemdlehter Aj^ostolo Zeno
(1718—1781) und Pietr« ParUti (1718—1788)*
Das Jahr 1717 kündete sich mit zwei grossen fllr Oesterreich
folgenreichen Ereignissen an : am 23. April ward die Erzherzogin
Maria Theresia, die nachmalige Kaiserin Maria Theresia
geboren 7 nnd am 18. Augnst erstürmte Piinz Eugen nach einem
grossen Siege Belgrad, üeböt die Niederlage der Türken jubelte
ganz Europa, den Segen, welcher aus der Geburt der Erzherzogin
MariaTheresiaentspriessen sollte, konnte erst eine spätere Zeit
enthüllen. — Gegen diese Weltereignisse war der Streit, den
J. Mattheson über die Solmisation mitFuxerhub, allerdings
kleinlich und widerlich zugleich, dennoch können wir ihn nicht
mit Stillschweigen übergehen, da in allen Werken über Musik-
geschichte seiner erwähnt wird. Ehe wir aber an diese unabweis-
liche Aufgabe gehen, haben wir für dieses Jahr die Festa teatrale
Diana placatUj Text von Pariati * und das Oratorium II Diafaci-
mento dt Sisära^ y so wie fttr das Jahr 1718 das Oratorium Cristo
nein orto^y sämmtlich Compositionen von Fux zu verzeichnen.
Wir kommen an eine minder erquickliche Episode in dem
Leben unseres Fux, den Streit über S o 1 m i s a t i o n nnd Kirchen-
tonarten,in welchen der alte ruhige Hofkapellmeister von dem
jüngeren beweglichen Mattheson in Hamburg durch dessen
j. Neueröffnetes .0rche8fre^ (Hamburg 1717)* verwickelt wurde«
1 Beil. Vni. 534. » Beil. VIIL 535. 3 ßeU. VUI. 547.
^ Der vollständige Titel davon laatete :
^Das Neu -Eröffnete Orchestre, Oder Universelle und gründliche
Anleitung/ Wie ein Galant -Hemme einen vollkommenen Begriff von der
Hoheit und Würde der edlen Music erlangen, seinen Gout darnach formiren,
KifeM, J. J. Put . 7
98 Joh. Mattheson.
Es wurden Briefe darüber gewechselt , welche aber die Zahl
vier nicht überschritten^ von denen zwei von Fnx, und ebensoviele
von Mattheson geschrieben wurden und in des letzten ^Critica
musica^ abgedruckt sind. Da dieser rührige und jedenfalls nicht
unbedeutende Mann im Verlaufe dieses Werkes und besonders
an der gegenwärtigen Stelle hervortritt, so müssen wir auf ihn
und seine Eigenthümlichkeiten etwas näher eingehen.
Johann Mattheson ist in Hamburg (1681) geboren und
(1764) gestorben. Er war bis 1705, wo ihn das Grehör ^u ver-
lassen begann , Tenorist und Componist au dem Theater , gab zu-
gleich Unterricht im Singen, Clavierspiei und in der Composition,
später war er eine Zeitlang grossbritanniseher Gesandtschaftsse-
cretär und zuletzt Canonicus an der Domkirche in Hamburg. Sein
scharfer Verstand und seine bedeutenden sonstigen Anlagen beson-
ders zur Musik verbunden mit einem ans fieberhafte grenzenden
Thätigkeitstriebe setzten ihn in den Stand, sich eine ausgebreitete
Belesenheit und vielseitige Kenntnisse anzueignen, die freilich oft
nach Art der Polyhistoren seines Schlages mehr ins Breite sieh
entfalteten, als in die Tiefe niederstiegen. Seine rasche, gewandte,
aber auch bei seinem leidenschaftlichen Temperamente gewöhnlich
in Gift und Galle getränkte Feder, welche die heterogensten
Publicationen in kürzester Zeit zu Tage förderte, machten ihn
zum geftirchteten und durch mehr als dreissig Jahre lang zum
alleinigen Dictator der musicalischen Gelehrtenrepublik. Selbst
Männer, wie Händel, Telemann, Keyser vermieden es mit
diesem gefahrlichen Streithahne anzubinden, der jeden hin-
geworfenen Handschuh begierig aufgriff und no ch öfter den Kampf
geradezu hervorrief. Denkt man sieh dazu die ihm eigene mass-
lose Eitelkeit , den Eigendünkel , der keinen Widerspruch seiner
eigenen Unfehlbarkeit duldete, und wie Domm er* sagt, dem
Gegner seine Feder als Zaunpfahl zu kosten gab, so kann man
sich im allgemeinen eine Vorstellung von der Vortrags weise s einer
die Terminos technicos verstehen, und geschicklich von dieser vortreflfli-
chen Wissenschaft raisonniren möge. Durch J. Mattheson, Secr. Mit bey-
gefU gten Anmerkungen Herrn Capeil-Meister Keisers 12. Hamburg auf Un-
kosten des Autoris, und zu finden in Benjamin Schillers Wittwe Buchlad^n
im Thurm, 1713«.
1 Handbuch der Musikgeschichte. 1868. p. 420.
Joh. Hattheson. 99
Streitschriften bilden. Nur wer ihm Weihrauch streute, ward von
ihm wieder beränchert, doch wehe dem Unglücklichen, der an die
höchst empfindlichen Leichdomen seines litterarischen Hochmuthes
zu streifen so vermessen war, der wurde mit allen Geschossen
des Hohnes , der Persiiflage überschüttet , wobei es dem kleinen
Diplomaten geleg;entlich gar nicht darauf ankam, durch bare
Lügen auch den sittlichen Buf seines ehrenwerthesten Gegners
anzutasten, wenn es nur zum Ziele der Vernichtung desselben
führen konnte. Bei allen diesen groben Auswüchsen seines Cha-
racters hatte Mattheson doch auch Bücher von länger dauerndem
Werthe geschrieben, während seine Compositionen längst im ver-
dienten Staube der Vergessenheit modern. Zu den ersten zählen :
Das Neuerö/fhete Orchestre (1713); das Beschützte Orchestre
(1717); die Critica musicn (1722—1725); die Grosse General-
hassschule (1731); die Kleine Generalbassschule (1735)'; vor
allem aber der Vollkommene Kapellmeister (1 739) , der manche
feine Bemerkung enthält; endlich die j^Grtmdlage einer Ehren-
pforte^ ^ (1740), eine Beihe zum Theile werthvoller Tonkünstler-
Biographien enthaltend.
Mit einem solchen prickelnden, in allen Finten geriebenen
Klopffechter sollte Fux, der Mann der Einfachheit und des Friedens
aneinander gerathen. Armer Fux, deine Parthie war vor dem
Anfange eine aufgegebene : zum Glücke hatte dieser Handel ausser
einigen Stunden des Aergers keine weiteren Folgen und Fux gieng
als Ehrenmann auf die Nachwelt über, während die ehrenrührigen
Geschosse seines Antagonisten zuletzt den Schützen selbst trafen.
Eine ausführliche Erörterung beider Punkte des Streites
zwischen Fux und Mattheson darf hier nicht erwartet werden. Sie
würde ftir den Kenner ganz überflüssig, für denjenigen, welchem
diese Dinge ganz fremd sind, ermüdend sein, während solche,
die sich darüber genau unterrichten wollen, in C. F. B^cker's
musicalischer Litteratur die Werke angegeben finden , wo sie die
gewünschte Belehrung erwarten können. Ueber beide Punkte —
die Solmisation und die Kirchentonarten (modi) soll nur
1 Vorzüglich seiner Ehrenpforte, indem darin aus seinem eigenen
Leben auch das Unbedeutendste dem Leser nicht nachgesehen wird.
7*
100 SolmiBation.
so viel erwähnt werden, als nöthig ist , den Stand der Frage auf-
zufassen.
Die Solmisation d. i. die Benennung der einzelnen Töne,
welehe innerhalb einer Oetave liegen, war nicht zu allen Zeiten
unsere gegenwärtige, wo wir zur Bezeichnung derselben uns be-
kanntlich der Buchstaben des Alphabets bedienen, und zwar
«
-9-
a=
C D E F G A H(B) C,
oder die Silben ut re mi fa sot la « ut,
welche in jeder Oetave dieselben bleiben, C bleibt C, D bleibt D
u. 8. w., und nur durch die Vorzeichnung von Kreuz, Be oder
Auflösungszeichen die Veränderungen von Cisj Dis • . . oder
CeSy Des ... u. s. w. durch die angehängten Silben von is und
€8 (mit Ausnahme des Hesy das B heisst) erfahren.
So leieht dem Gedächtnisse die Bezeichnungen der Töne ein-
zuprägen ward den Lernenden in früherer Zeit nicht gegönnt.
Guido von Arezzo (im XI. Jahrhundert) (auch Aretinus ge-
nannt), dem man die Erfindung der Solmisation zuschreibt, oder
wie einige behaupten, seine Schule stellte für die Benennung
aller einzelnen Töne nur sechs Silben auf:
«
^^^
<9 . g
vt re mi fa sol la
<\ir den siebenten Ton H war nicht gesorgt. Diesem Mangel wurde
auf eine ziemlich verwickelte Weise abgeholfen. Da die Intervalle
der Töne der Oetave C — c
CDEFGAHC
fünf ganze Töne; C — D, D — E, F — G, G — A, A — H
und zwei Halbtöüe : E — F und H— C
mi fa mi fa
enthalten , da ferner die Wichtigkeit dieser Halbtöne (mi — fa)
SolmiBation. 101
in der Octav als die bedeutendste angesehen wurde , so behielt
man Überall .
für die niederen Halbtöne E und H
das mi mi
fttr die höheren F und C
das fa fa
bei, wenn sie nebeneinander eintraten, und die ttbrigen'Töne
mussten sich darnach verändern. Diese Veränderung (mu-
tatio) trat in sehr vielen Fällen ein, und schon in der vollen Scala
der Octav C — c selbst, welche aufsteigend Wessen:
« OL.
_ a ^ ^ ^
h ^ " ^ " " I
ut re . mi fa sol re mi fa sol la
[CDEFGAHcde]
geht schon hervor, dass C zuerst ut^ in der Octav /a,
. D „ rey ^ „ „ sol,
hiessen; kam nun statt des H, der Halbton Hb {B) vor, so
hiessen dieselben Tön^ :
Ib ^ » ^ ^'
« k "
ut re mi fa re mi fa sol re >ni fa
Die Halbtöne E — F, A — B und e — f verschoben die
denselben vorausgegangenen Töne aufs neue, indem der dem mi
vorausgehende Ton — re heissen musste. Wir haben daher nur
einen einzigen Ton ins Auge fassend
fttr C nach der vorhergehenden Scala die Bezeichnung ui — fa
„ n p letzten » . « r « «»/.
Noch mehrere Veränderungen traten beim Herabsingen der
Scala, und bei versetzten Tonarten (modi transpositi) ein, so
dass der Schüler für jeden Ton ausser dem alphabetischen Buch-
staben , den er auch, wissen musste, noch zwei oder drei Silben
sich zu merken hatte, denn es hiessen die 7 Töne der Octav
102 Somisation.
A — /a — mi — re,
B (H) — fa— mi,
C — 8ol — fa — ut,
J) — la — 8ol — rey
£j — la — mi,
F —fa — u(,
G — sol — re — ut;
das ist allerdings nicht so zu verstehen, als hätte der Musiker beim
Singen für ein Tonzeichen, z. B. A, alle 3 Sylben la — mi — re
zugleich zu gebrauchen gehabt, sondern nur eine daraus; er
musste aber genau wissen, welche. Das sollte ihm die Aretini-
sehe oder Guidonische Hand, nach dem Erfinder so genannt,
erleichtem, welche in einer Tabelle der Mutationen, auf den Um-
rissen einer Hand gezeichnet, bestand, so.dass der Schüler an
den Fingern seihe Silben herzuzählen angeleitet wurde.
Mehrere Jahrhunderte lang mtthte man sich an dieser ver-
wickelten Solmisation mit den sechs Silben ab; die Achtung
vor dem Alter hielt aber die Musiker ab , etwas zweckentspre-
chenderes an deren Stelle zu setzen. Obschon ein Niederländer,
Erycius van der Putten (Puteanus genannt, geb. 1574,
gest. 1616) zuerst für den siebenten Ton ^er Octave (ß) 1599*
die Silbe 6i eingeführt haben wollte, so dauerten doch die mit
grosser Erbitterung und bis zu handgreiflichen Thätlichkeiten ge-
führten Zänkereien' bis in das zweite Jahrzehent des XVHI.
Jahrhunderts fort. Die letzte Streitigkeit wurde zwischen J. H.
Buttstett^ (1717) und Mattheson* in derbem Angriff und noch
derberer Vertheidigung zu Ende gebracht. Mattheson blieb mit der
Behauptung Sieger, dass statt der bisherigen Solmisation die
7 Töne der Octav durch Buchstaben — und ohne Mutation sollen
bezeichnet werden. Seither ist die Solmisation in Deutschland
wenigstens verschollen. Die Franzosen und Italiener haben zwar
die Aretinischen Silben tä (do) re mi fa sol la Jbeibehalten, allein
indem sie ftlr den siebenten Ton (Jt) die Sylbe si hinzufügten und
1 In Pallas modulata sive Septem diBcrimina vocum. Mailand 1599.
2 p. F. Tosi, Opinioni de' Cantori antichi e moderni. 1723.
3 Ut re mi fa sol la tota Musica et Harmonia aeterna. Erfort 1717.
4 Das beschützte Orchestre. 1717.
Die KJrchentöne. 103
keine Mutation mehr znUeBsen^ so daBS C immer nur ui, D nur re
n. 8. w. heissen durfte ^ ist damit im wesentlichen dasselbe wie
mit der Bezeichnung mit Buchstaben geleistet.
Der. zweite Punkt des Streites betraf das Verhältniss der
alten diatonischen Tongeschlechter zu den späteren
chromatischen Dur- und Molltonarten. Darttber soll
wieder nur so viel erwähnt werden, als zum Verständniss der
Streitfrage unumgänglich nothwendig erscheint.
Die alten Tongeschlechter (modi) beruhen auf der diato-
nischen Tonleiter y das ist der Fortschreitung durch ganze Töne
und grosse Halbtöne innerhalb einer Octav. Anfangs waren alle
Vorzeichnungen von Kreuz und Be ausgeschlossen, und die natür-
liche Tonleiter war
C, Z>, E, F, G, Ä, H, c
Sie bestand aus flinf ganzen Tönen C — />, D — E, F — C,
G — A, A — -ff, und zwei Halbtönen E — Fund H — C. Daraus
gestaltete man durch veränderte Stellung des Grnndtones
6 Haupttonarten, nebst andern Nebentonarten, die wir hier nicht
berttcksichtigen.
Die sechs Tonarten waren:
12345678
I. JiEFGAHCd,
n. IFGAHCDe,
m. t~G A H C D E f,
IV, G A H C^ E F~X
V. A ff C~D E F^ «,
YI. C D E F G A H c,^
Als das Characteristische jeder Tonart wurde die Stellung
der beiden Halbtöne E — F und H — C in der Octav angesehen.
Man wird bemerken, dass in der Tonart I (D) der eine Halbton
E — F seine Stellung im 2. zum 3. Tone, der andere Halbton
1 Die Tonart H wurde nicht aufgenommen , weil H — f keine reine
Quinte gab.
r
V
r
r
T)
r
r
r)
r
r
r>
r
r
r
r?
104 Die Kirchentöue.
H — Cim 6. zum T.Tone einnimmt^ oder wie man sieh ausdrüekte:
die Semitonien waren im 2. nnd 6. Grade.
In der Tonart n (E) nehmen dieselben Halbtöne die Stelle
1 — 2 und 6 — 7 ein. In gleicher Weise verschieben sich. die Stel-
lungen der beiden Halbtöne bei den tibrigen 4 Tonarten, wie aus
der vorigen Tabelle sich ergibt, und in der hier folgenden in
Zahlen ausgedruckt ist.
In der Tonart I (/>) ist die Stellung der Halbtöne 2—3, 6—7
n (£) „ „ „ „ „ 1-2, 5—6
ni (10 r . r . . 4-5, 7-8
IV (G) . „ „ „ „ . 3-4, 6-7
V (^) „ „ n . „ 2-3, 5-6
VI (C) „ „ „ „ „ 3 — 4, 7 — 8
In diesen älteren Tonarten war nur eine beschränkte Zahl
von Intervallen für den Componisten verwendbar. Diese Fessel
wurde durch die gleichschwebende Temperatur zu Ende
des XYII. Jahrhunderts abgeworfen, indem durch dieselbe der
Umfang der Octav in 12 gleichabgestufte Halbtöne (C, Cis^ Z>,
Dia, E, F, Pia, G, GiSy A, By ff) getheilt wurde, und man
gewisse Abweichungen von der ursprünglichen absoluten Reinheit
einführte, welche die Intervalle erleiden müssen, um in allen
möglichen melodischen und harmonischen Beziehungen zu einan-
der erscheinen zu können. Damit entstanden zum Gegensatze der
diatonischen Tonleitern diechromatisch-enharmonischen
Tonleitern. Den letzten gesellten sich die gemischten Tonge-
schlechter (genus mixtum von Fux genannt), welche die älteren
diatonischen Tongeschlechter zu Grunde legte und durch Benüz-
zung der Vorzeichnungen von Kreuz und Be (wie G in Gü oder
Ges) die transponierten Modi (modi transpositi) feststellte.
Die Sache verhielt sich dabei so. Wenn die diatonische />-Tonart
1 23456 78
DEFGAHCd
•
die Halbtöne in der Stellung des 2. zum 3., dann in der des 6.
zum 7. Tone hatte, so konnte man durch Vorzeichnungen andere
Tonleitern zusammenstellen, welche dasselbe characteristische
Merkmal der Stellung der Halbtöne (2 — 3 und 6 — 7) besassen und
Die Kirchentöne. 105
diese hiessen modi transpositi derjenigen diatonischen Ton-
leiter , mit welcher sie die gleiche Stellung der Halbtöne gemein
hatten. Z B. aus der obenangeftthrten D- Tonleiter konnte man
auf diese Art eine aAdere Tonleiter mit 2 Kreuzen bildei^:
1 2 3 45 6 7*8
E Fis G A H Cis D e,
welche ; wie man sieht , das Charactermerkmal der Stellung der
Halbtöne (2 — 3 und 6 — 7) beibehielt, aber keinen gaiiz neuen
Namen bekam, sondern Modus transpositus ad modum D hiess.
So verfuhr man auch bei den übrigen Tonleitern, aber nicht über-
all in gleicher Ausdehnung. Am ergiebigsten erwiesen sich ftlr
Transponierungen die diatonischen Tonarten C und A. Nach der
1
2
3
4
5
6.
7
8
Tonart
c
D
E
F
G
A
U
e.
bildete man
D
E
Fis
G
A
H
Cis
J,
•
l
Fh
Gis
A
H
Cis
Bis
E,
und sofort über die Grundtöne F, G, A, H der diatonischen Scala,
welche sämmtlich dieselbe Stellung der Halbtöne (3 — 4 und 7 — 8)
besassen und keine andere Bezeichnung als modi transpositi ad
modum C erhielten. Diese auf sämmtliche 12 Tonstufen der Octar
ausgedehnt, waren aber zugleich keine andern als die 12 Scalen
unserer heutigen Dur- Tonarten.
Aus der diatonischen Tonart A machte man folgende modi
transpositi :
12345678
diatonisch: kHCDEFGa
^
transponiert: H Ch D E Fia G Ah
As B c
und sofort Ober die weiteren Töne D, E, F, G der diatonischen
Scale, welche wie die Tonart A die Stellung der Halbtöne (2 — 3
und 5 — 6) hatten und sämmtlich modi transpositi ad modum A
hiessen. Es waren diese, weiter fortgeführt nichts anderes als
die 12 Scalen unserer heutigen Moll-Tonarten.
106 Der Sta-eit
Im Gegensatze zu dieser älteren Anffassnng stellte sich jene
der heutigen chromatisch-enharmonischen Tonleitern.
Sie sncht das Characteristische ihrer Dur- nnd Moll-Tonarten
nicht in der Stellung der Halbtöne, sondern in der Beschaffenheit
der Terz und Sext ttber dem Grundtone.
In den Dur -Tonarten muss in der Scale liegen über dem
Grundtone eine grosse Terz und eine grosse Sext, z. B.
über C £ A
In den Molltonarten aber muss in der Scala liegen ttber
dem Grundtone eine kleine Terz und eine kleine Sext z. B.
über A C F
Daraus wird schon klar, wie die alte Schule und die neue
Schule in der Ansicht der neuen Dur- und Moll-Tonarten ausein-
andergehen mussten. Die alte Schule sah in den 12 Dnr- Scalen
und den 12 Moll -Scalen keinen neuen Modus, sondern nur
transponierte (modi transpositi) der 2 diatonischen Tonarten
C und Ay weil die neuen Scalen in der Stellung der Halbtöne mit
jenen ganz übereinkommen; während die neue Schule in dem
Charakteristikon der Terz und Sext bei den Dur- und Moll-Scalen
zwar zwei Tongeschlechter zugibt aber die darin errichteten
24 Scalen als ebenso^Hiele Tonarten (modi) bezeichnet, wäh-
rend sie die alten Tonarten ganz, .oder doch grösstenthells
aufgab, und ihr höchstens in der Kirchenmusik einen Platz
anwies.
Nach diesem etwas längeren Excurse wollen wir uns zu dem
Sachverhalte des Streites über die Solmisation und die Kirchen-
tonarten wenden.
Im Jahre 1713 Hess J. Mattheson das j^Netieröpiete Or-
chestre^ erscheinen, worin er (pag. 290) über die „verhasste
Solmisation^ mit den sechs Syllaben oder „sogenannten Vocibus
uty rcy miy fa, sol, la^ den Stab bricht, „damit man der sehr
unvollkommenen und marterhaften Mutation, mit welcher sich bis
fast auf diese Stunde die arme Jugend so lästerlich plagen müsse,
überhoben sei^ und empfiehlt als das allerbeste „unser ^ ehrliches
Of \A c d e fg. — In Hinsicht der Tonarten sagt er, dass die
Der Streit. 107
8 toni ^ ecclesiastici oder Gregoriani wegen des geringen Nutzens
nicht speciell angefahrt werden (pag. 61) und fährt (pag. 63)
fort : „Wir haben nicht mehr als 1 2 differente Tone ; so eben die
12 Semitonien der chromatischen Octav sind, deren jedes durch
die tertias n^ajores et minores einmal verändern kann , also dass
die vorgesetzten 24 (Tonarten) herauskonmien — und dabei bleibt
68.^ Damit hat Mattheson die Kirchentonarten beseitigt und die
chromatischen 24 Dur- und Moll-Tonarten als die einzig üblichen
hingestellt. Durch beide- Behauptungen hatte er viele Gegner er-
regt y unter denen wurde er am heftigsten von dem Organisten
Johann Heinrich Buttstett in Erfurt (geb. 1666, gest. 1721)
in seiner Streitschrift (um 1714 — 1716) y^Vi.re, tni, fa, sol, la
Tota Musica et Harmonia aetema^ angegriffen , wo die alte Sol-
misation und Modi Musici aufrecht Erhalten wurden.
Nach seinem bekannten streitlustigen Wesen liess Matthe-
son auf eine Antwort nicht warten, worin er Aug' um Auge, Zahn
um 2iahn und noch etwas darüber vergilt. Diese 1717 erschienene
Antwort führte den Titel * : Das beschützte Orchesire^ oder des-
selben zweite ErCflhung^ wo auf nicht weniger als 561 Seiten
den verdummten Solmisatoren und den Anhängern der alten
Kirchentöne im allgemeinen, seinem Angreifer „dem Pedaltreter in
Erfurt" im besonderen, dem er eine Legion von Ehrentiteln beilegt,
1 Fax nimmt 6 aathenticos und 6 plagales (Nebentonarten) an.
2 Dessen vollständiger Titel war:
Das Beschützte Orchestre, oder desselben Zweite Eröffnung
Worinn Nicht nur einem würcklichen galant-homme, der eben kein Profes-
sions-Verwandter, sondern auch manchem Husico selbst die alleraufrich-
tigBte und deutlichste Yorstellung musioaiischer Wissenschaften, wie sich
dieselbe vom Schulstaub tUchtig gesftubert, eigentlich und wahrhafftig ver-
halten, ertheilet; aller wiedrigen Auslegung und gedungenen Aufbürdung
aber völliger truckener Bescheid gegeben ; so dann endlich des lange ver-
bannet gewesenen
Ut Mi Sol
Re Fa La
Todte (nicht tota] Musica.
Unter ansehnlicher Begleitung der zwölff griechischen Modorum
als ehrbarer Verwandten und Trauerleute zu Grabe gebracht und mit einem
Monument zum ewigen Andenken versehen wird von Mattheson. 12. Ham-
burg, zu finden im Dom im Schillerischen Buchladen, 1717.
108 Der Streit.
der Text gelesen wird. Mattheson schwimmt bei diesem littera-
rischen Krakeel in seinem Elemente, and lässt nichts nnversacht,
seinen Gegner zu zerstttcken und seine Sttteke den Elementen
preiszugeben. Das Thema im „Beschützten Orchestre^ ist
dasselbe wie im Neneröffiieten Orchestre^ nur bedenkend amplifi-
eiert and mit allerlei stechenden, schneidenden und keulenden
Folterwerkzeugen ausgestattet, welche der bunteste Flitterstaat
von Belesenheit und Superiorität des Wissens gar nicht bemänteln
soll , denn die Derbheit tritt in der plattesten , widrigsten Form
darin auf. Um eine Vorstellung von dem Tone der Darstellung zu
geben \ dessen Mattheson im ^^Beschützten Orchestre^ sich befleisst,
sollen hier nur ein Paar der schwächeren Stellen einen Platz
finden, lieber dieVeranlassong dieser Streitschrift sagt er (p. 286):
,,Ich werde im folgenden die nichtige, rerdriessliche , verhasste,
abgesehmackte, abgeschafite, längstverrottete, stinkende Solmi-
sation nebst dem übrigen unrichtigien Quarck des ErAirtischen
Pedaltreters (Buttstett) darlegen.^ Diesem wird (p. 33) folgendes
zugerufen: „Kriechende Gemttther legen alles nach ihrer nieder-
trächtigen Passion der Geldsucht aus." — lieber den Erfinder
der Solmisation, Guido von Arezzo heisst es (p. 268) : „ Aretinus
florirte recht mitten in der Barbarei, in dieser Finsterniss der
groben Unwissenheit, im einfältigen elften Seculo ao. 1024. —
Inter coecos enim et luscus perspicax dici potest. Er war freilich
der beste Hahn im Korb, weil man von keinem bessern wusste, ist
demnach kein Wunder, dass seitie Methode durchgehends ange-
nommen, gutgeheissen und auch ganzer 600 Jahre keine andere
gemacht worden, zumal wenn wir die antique Dunmiheit, ja die
greuliche lästerliche Dummheit betrachten, in welcher die Welt
noch zu Heresbachs Zeit (im XV. Jahrhundert) gestanden." —
Ueber die Kirchentonarten äussert er sich (p. 416): „Wir
wollen die alten modos an ihrem Ort bei dem Grabe der Solmisa-
tion mit allen Ehrenzeichen gestellt sein lassen und sie denen
^ Eines der Gedichte , die Mattheson im beschützten Orchestre mit-
theilt, beginnt:
„Ut re mi fa sol la ist zwar schon lang verrecket
Allein man hat noch nie an eine Leich gedacht,
Dass nun kein Menschen-Kind durch sie würd angestecket
Hat endlich Mattheson Sie hier zur Gmfft gebracht.^
Der Streit . 109
gerne abtreten, die sich etwan mit einem neuen Kirchenliede anf
den. alten Fusb hervorthon wollen^, und f&hrt (p. 424) fort: „Es
gibt jetzt 2 Classes modorum a. Classis modorum majorom mit
grosser Terz ttber dem Orundton und b. Classis modorum minorum
mit kleiner Terz ttber demselben — also 12 modi majores und 12
modi minores . . . deren sich jeder von dem andern klärlich und
vernehmlich unterscheidet.^ „Der Fundamentthon und die Trias
(der Dreiklang) darüber (nicht das Lumpensemitonium) dind gleich
das rechte Fleisch und Blut i. e. das eigentliche substantielle
Wesen aller und jeder musicalischen Stttcke^ (p. 378).
Das „Beschützte Orchestre^ hat Mattheson vierzehn
^ Wohl-Gebomen, Hoch-Edlen, Hoch- und Wohlgebomen, Hoch-
Ansehnlichen HERRN Herrn Capell-Meistero^ dediciert, in deren
!Zahl n^bst Joh. Jos. Fux auch Georg Friedrich Händel,
Reinhard Kaiser, Job. Kuhnau in Leipzig, Georg Phi-
lipp Teleman erscheinen, und die er zu seinen „arbitris^ er-
wählt. Mehrere dieser aufgerufenen Schiedsrichter schmeichelten
dem Manne der geftlrchteten Feder , Händel* antwortete aus-
weichend.
Wie aus Mattheson's Critica Mnsica U. 185 — 206 hervor-
zugehen scheint , hat er ein Exemplar des Beschtttzten Orchestre
an Fux übersendet und diesen speciell um sein Urtheil in Sachen
der Sohnisation und der Tonarten aufgefordert. Daraus entspann
sich eine Correspondenz, welche in der Critica Mnsica a. a. Orte
abgedruckt ist^ Fux schreibt darin am 4. Dec. 1717, Mattheson
repliciert am 18. Dec. 1717; noch einmal und zum letzten Male
lässt sich Fux vernehmen am 12. Jänner 1718, worauf Matthe-
son, der immer das letzte Wort haben musste, am 12. Februar
1718 antwortet. — Ungeachtet Fux gegen Abdruckung seiner
zwei „unpolirten Briefe^ protestiert, hatte Mattheson doch nichts
eifriger zu thnn, in der erwähnten Critioa sowohl die Briefe des
Fux, mit den nöthigen beissenden Glossen versehen, als auch
dann seine eigenen von Gelahrtheit starrenden zwei Repliken
drucken zu lassen. Fux als alter PracticuB der Kirchentonarten
und Anhänger der Sohnisation veiiheidigt beides, und zwar die
Sohnisation wegen der unwürdigen Angriflfe auf den von Fux ver-
1 C'hrysander, Händel. I. 4.^ ff. 2 Beil. lü. 1-6.
110 Der Streit.
ehrten Quido von Arezzo, dem „die Mnsica practica mehr schuldig
als keinem antori in der Welt" „und der im Orchestre so läster-
lich durch die Hechel gezogen wird«, worüber Fux gesteht, dass
er sich „nicht wenig darüber geärgert habe". Er giebt die
Schwierigkeiten der Mutationen zu , „Knaben können sie aber in
etlichen Monaten" überwinden; ausserdem haben die Silben ut
re mi fa sol la die Uebung in den verschiedenen Vocalen beim
Singen für sich, „wogegen die Buchstaben a, b, c mit
schlechtem Grund in der Singkunst gebraucht werden". Uebri-
gens sei er „kein Anbether der superstitieusen Antiquität", doch
„was so viele Saecula von den vornehmsten Meistern für gut und
recht gehalten , bis nit was bessers erfunden wird , veneriere er
auf alle Weise".
lieber die 24 neuen modi sagt Fux „sie haben keinen Grund,
weil von 12, die Mattheson anfllhrt , 1 1 die Semitonien mit dem
ersten gleich haben", also nur transponiert seien; ein transponier-
ter Ton ist aber weder genere noch specie diversus ab illo a quo
transponitur". — Im zweiten Briefe dankt Fux für ein von Mat-
theson componiertes und übersendetes Clavierstttck, — das Fux
„gar fein, artig und von guter Invention" befunden. Er kommt,
gereizt durch die insolente Replik des Mattheson, empfindlich
auf die Solmisation zurück, sagt, „dass man die Schwierigkeit
des Erlernens bei Knaben von 9 und 10 Jahren hier nicht kenne"
und auch in Italien, „wo ohne Widerrede die vornehmsten Sänger
herkommen, bleibe man bei dieser Methode", und, fährt er fort,
^weil Hamburg nit die ganze musicalische Welt ist, und nur all-
dort so beschwerlich ist, die Singkunst auf solche Weise zu er-
lernen, so lasse iehs gerne geschehen, dass man alldort das ut re
mi zu Grabe trage". Fux schliesst, „er habe über das Orchestre
seine Meinung geschrieben, weil Mattheson ihm die Ehre gegeben
sie zu vernehmen, wenn man damit nit zufrieden sei, kann maa
bei seiner Meinung verbleiben, er sei's zufrieden". Es koste ihm
keine Mühe, sein assertum, dass die 24 modi keinen Grund haben,
klar vor Augen zu legen, „wenn ich nit mit einem zu thun hätte,
der kein Sklave und gar zu sehr eingenonunen wäre von seiner
eigenen Meinung".
Dessungeachtet setzt Fux seine Ansieht weitläufig ausein-
ander, „weil er besorgt, Mattheson möchte sonst bei den Musik-
Der Streit. 111
kandigen schlechten Ruhm davon tragen , was Fux sehr leid sein
sollte^ indem Mattheson sonst wegen seiner besondem Gelehrtheit
und seinem Eifer gegen die liebe Mnsik besondere estime meri-
tiert^. Bei dieser geäusserten Meinung , heisst es am Schlüsse,
soll es sein Bewenden haben, ,,dann ich weder Zeit weder Humor
noch indination zu dergleichen strittiger Schreibart habe".
Gegen den ruhigen, einfach-würdigen Ton des alten Kapell-
meisters sticht das strappelnde Wesen des erbosten Diplomaten
höchst unangenehm ab. Nicht nur sind die Glossen und Einleitun-
gen beim Abdruck der Briefe des Fux voll Malice , noch mehr
aber halten die Briefe Matthesbn's einen pöbelhaft rohen, mit
Gitatenflitter ttberftlllten, beleidigenden Ton ein. Wie ein zur
Wnth gereizter Marktschreier umschwärmt er sein unglückliches
Opfer mit den stechenden Waffen seiner oft mislungenen Witze,
und stellt sich inuner zugleich in Positur gegen das lesende Publi-
cum und fragt: Seht ihr nicht, wie ich bin klug und weise, und
wie schwach und beschränkt mein Gegner. Der Schluss setzt dem
Ganzen die Krone auf. Nachdem Mattheson dem alten Kapell-
meister verblümt und unverblümt die empfindlichsten Sottison
angethan, begehrt er von ihm, zu der Ehrenpforte, die er heraus-
geben wollte, durch Mittheilung seiner Biographie beizutragen.
Als nun Fux ihn mit den bekannten Worten abfertigte : Ich könnte
wohl viel Vortheilhaftes für mich, von meinem Aufkommen, unter-
Bchiedllchen Dienstverrichtungen schreiben, wenn es nit wider
die modestie wäre, meine eigenen elogia hervorzustreichen. Indess
sei mir genug, dass ich würdig geschätzt werde, Caroli VI. erster
Kapellmeister zu sein", da kannte Mattheson kein Mass, seiner
erregten Galle Luft zu machen, und man kann es mit keinem
andern Namen, als Niederträchtigkeit bezeichnen, wenn er in der
später herausgegebenen „Ehrenpforte" ^ den sittlichen Ruf des
würdigen Mannes begeifernd, sagt : „Jene die verstellte Beschei-
denheit vorschützen, eine Blödigkeit, eine Schamhaftigkeit u.s. w.,
das sind die allerärgsten und heimlich aufgeblasensten. Sie
kriechen nur desto tiefer um desto höher zu klimmen, denn, klet-
tern und kriechen erfordert einerlei Leibesbewegung und Beu-
gung". Chrysander^ bemerkt, Mattheson lasse sich nach Hän-
1 Vorrede XIIL > Händel. I. 144.
112 Endergebniss der Streites.
deFs Tode (1761) im Vorworte zu dessen Lebensbeschreibung in
einem wunderlichen Gemische von Eitelkeit^ Knechtssinn und
Scheinheiligkeit heraus (indem er HändeFs Vorzügen entgegen
seine eigenen aufzählt) und schliesst: „Solche schäbige Gresinnun-
gen waren damals in Deutschland Gemeingut. Jeder eitle Knirps
konnte sich einem Unsterblichen an die Seite stellen^ ohne öffent-
lich lächerlich zu werden.^ Dieses scharfe Urtheil ist leider be-
gründet und wirft ein betrübendes Licht auf das Getriebe der
damaligen deutschen Gelehrten- und Kunstlitteratur, ihre Lieb-
losigkeit, Klatsch- und Schmähsucht ; von der, wie es scheint,
gelbst unsere Tage sich noch nicht frei gemacht haben.
Ueberblickt man unbefangen den Gegenstand des Streites,
so muss man bekennen, dass, was die sechssilbige Solmisa-
tion des Guido von Arezzo betrifft, diese sich zu jener Zeit
bereits überlebt hatte und wegen gehäufter Schwierigkeiten der
Mutationen bei den sich eindrängenden chromatischen Tonarten
nicht mehr sich halten konnte. Ein Auskunftsmittel mnsste ge-
troffen werden, durch einfachere durchgreifende Bezeichnung der
Töne ohne Mutation sei es durch Hinzuftigung einer Silbe
(8i) ftlr den siebenten Ton der Octav, oder durch Benennung mit
sieben Buchstaben. Mattheson sprach das aus, was viele vor ihm
bereits erkannt und auch ausgesprochen hatten, und was durch
ihn zu heftigem Durchbruche kam. Den Gründen des Fux für die
Sohnisation wäre vielleicht noch der hinzuzufügen, dass den Ler-
nenden durch beständiges hervorheben der Halbtöne {mi — fa)
die Einsicht in die Intervallenverhältnisse der Octav lebhafter
eingeprägt wird. Die Verdienste des Guido von Arezzo
zu einer Zeit, wo man sich noch mit unsichem Neumen plagte
und mit dem Tetrachord behalf, an dessen Stelle er das Hexa-
ehord setzte, sind durchaus nicht in Abrede zu stellen. Am wenig-
sten ist ihm zur Last zu legen, was nach ihm geschah, dass man
durch mehr als sechs Jahrhunderte seinen Fusstapfen folgte, weil
niemand sich fand , der etwas besseres an die Stelle zu setzen
wusste.
Anders verhält sich die Sache mit den Tonarten. Ob die
neuen Dur- und Mollscalen als besondere Tonarten (modi) zu
betrachten seien, oder nur alsmoditranspositi der diatonischen
Tonarten C und A kann z u letzt auf einen Wortstreit hinausgehen.
ApoBtolo Zeno. 113
auf den wenig Oewicht zu legeu ist. Nach den Ansichten der
altejD Schule war Fux im I^echte. Dagegen ist die Bedeutung
der alten Eirdiepatönj^, selbst in unseren Tagen , keine so
geringfügige^ alr M^ttheson glauben machen i^fill. Jedem, der die
Meisterwerke eines l^ajest^na, Qabrieli und -so vieler «nderer
grossen Männer gdiörig anffass^ ;und gemessen will, ist ihre
Kenntniss ; unentbehrlich. Aber auch dem Componisten b^onders
fbr die Kirche legen sie d,urch die geringeren Mittel der Modu-
lation und. Bewegung, einen strengen Zttgel an, wodurch Werke
geschaffen werden können, die durch edle Einfachheit,: Elrbaben-
heil und Würde das Gemtttl^ zu erheben. und dem E^iüreiesen ein^s
regellose)! Melodien-: upd H^i,rmonien9chwindels ein^n festen Damm
entgegenzusetzen verpaögen. : . . ..:,
Jx^ Wien. bereitete sich mittlerw^eile durch das Ai|ifeetcA eines
epochemachenden Joannes für Kunst und.Litteratu^ eine bedeu-
tende Wendung .zum bes8er,en V|0r. , I j .;
Im Jahre 1718 wurde Ap.^stolo Zeno* als k, k/Hofpaet
und Historiograph mit einem Jahrgehalt von 4000 fl. nach Wien
berufen und kam desselben Jahres am 6. December dort an. In
seinen Briefen kann er nicht genug rühmen, mit welcher Güte ihn
der Kaiser in der ersten Audienz empfieng und welcher ehrenden
Ausdrücke derselbe sich bediente. Der Kaiser versicherte ihn,
dass er nicht durch fremde Empfehlungen bewogen worden sei, den
Apostolo Zeno in seine Dienste zu berufen, sondern durch die
Leetüre der Schriften desselben. Der Kaiser lobte seine Opemtexte,
wiederholte aber , dass es nicht seine Absicht war , sich Zeno's
wegen der Poesie allein zu bedienen, weil diese nur desseniunter-
geordnete Befilhigung sei. Er sprach von Zeno's Giomale de* Lei-
terati iF Italia und drückte den Wunsch aus, diass in Wien' littera-
rische Vereine sich bilden möchten, deren Beschtftzer er gerne sein
1 Apostolo Zeno stammte autf einer cretensischieil Familie und war
1668 in Venedig geboren. Er erhielt eine sorgfiiltige Erziehung, die seinen
aufgeweckten Geist .früh mit- Kenntnissen bereicherte.- Sehr jung noch
wurde erdui^ch seine Melodrame bekannt, gab aber auch eine werthvolle
Zeitschrift GiornaU de'Leäerad ^ ItaUa heraus. Nachdem er sieh 1731 von
Wien nach seiner Vaterstadt zurückgezogen hatte, besehäftigte'ihn BibHb-
graphie und Geschichtel wori» er ausgezeichbetes- leistete. 11; 'Nov. 1750
starb er dort in hohem Alter. > « • ' •
Kiiehti, J. J. Fux. 8
114 Apostolo Zeno.
«
werde*. Da hier seine litterarische Thätigkeit als Dichter von
Texten zu Opern und Oratorien zu erwägen ist, so kann auf seine
anderweitigen Arbeiten und Verbindungen nicht eingegangen wer-
den. — Während seiner Anwesenheit in Wien (1718 — 1731), dann
noch wenige Jahre später (ausserdem von früher entstandenen
Texten, die aber erst nach 1718 in Wien zur Darstellung kamen),
dichtete er 29 Opern und Serenaden nebst 17 Oratorien*, von
denen 6 Nummern Zeno mit Pietro Pariati gemeinschaftlich
bearbeitet hatte. Von den in Wien verfassten Texten hat A. Cal-
dara 29 in Musik gesetzt. Fr. Conti 6, 6. Porsile 3, einzelne
A. Lotti, N. Porpora, J. J. Fux, Hasse, Giov. Bonon-
c i n i. — In den Briefen, welche Zeno von Wien in seine Heimat
schrieb^, erwähnt er nicht gelten seiner eben fertig gewordenen
poetischen Texte und ihrer Aufnahme bei Hofe und in den nahe-
stehenden hohen Kreisen*: der Musik dazu erwähnt er nur selten
und ganz kurz. Er wird es nicht müde seinen Freunden mitzu-
theilen , welche schmeichelhafte LobsprUehe er für seine Poesien
eingeärntet habe : der Kaiser soll sich darüber geäussert haben,
so gearb^tete Werke sehe man selbst in Italien nicht , denn in
Italien sei kein zweiter Apostolo Zeno , — er erwähnt eines Ge-
schenkes von 4000 fl., das er vom Kaiser über seinen Gehalt be-
kommen und in Wien viel Lärmen gemacht habe (Lett. III. 1 2),
ebenso seiner angenehmen Verhältnisse zu den ersten Würden-
trägem des Reichs, dem Principe Pio, dem Grafen Cavelli,
den Grafen Cobentzel, Collpredo, C.ollalto u.a., welche
nach dem Vorgange ihres Souveräns an Entgegenkommen für den
Dichter und Gelehrten es nicht fehlen Hessen. Auch sein Aus-
scheiden aus den kaiserlichen Diensten im September 1731 ge-
» Lettere II. 541 ff.
^ Opern: Beil. VIU. 507. 522*. 527*. 539*. 541. 542. 549*. 550. 553.
563. 570*. 571. 575. 581. 586. 604. 605. 607. 613. 614. 617. 629. 638. 641. 649.
659. 721. Die *bezeichueteii mit P. Pariati. ~ Oratorien: 558. 566.
577. 590. 611. 622. 634. 645. 653. 665. 686. 688. 704. 718. 730. 741. 763!
Beine Gesammtwerke enthalten 46 Opern und 17 Oratorien.
3 Lettere (2. ediz.) 8. Yenezia 1785, im II., III. nud IV. Bancfe.
4 Ueber Ifigenia (Lett. II. 443 und 444), D(m Chüciotte (III. 11;, Sinta
(HI. 64;, Aieesandro in Sidane (III. 96), Pache (III. 200;, OrmUda (III. 292),
NUocri (UI. 352) , Euristeo (III. 446), Gianguir (III. 454), Spartaco (IV. 98),
Imeneo (IV. 199), Omoepade (IV. 209), Mitridate (IV. 256).
Apostolo Zeno. 115
fichah unter den schonendsten Formen : er erhielt den Fortbezug
eines Ruhegehaltes von 1000 fl. mit der Gestattung, seinen Auf-
enthalt in Italien zu nehmen und mit der einzigen Verpflichtung,
soweit es seine Kräfte zulassen, zu schreiben, was etwa der Dienst
benöthigt , wobei ihm freigelasse wurde , zu jeder Zeit wieder
nach Wien zurückzukehren, wo man ihn immer gerne aufnehmen
werde. Von dieser letzten Gestattung machte er bekanntlich keinen
Gebrauch, er blieb und starb in seiner Heimat. Einige Texte
schickte er jedoch bis zum Jahre 1 737 nac)i Wien ein.
Metastasio, von Febroni zu einem Urtheile ttber Zeno's
Opern aufgefordert, äussert sich darüber (opp. post. 11. 409.) in
folgender Weise: „Wenn dem Herrn Apostolo Zeno auch jedes
andere poetische Verdienst gemangelt hätte, so hätte er doch
unsere Dankbarkeit und die Achtung der Nachwelt dadurch ver-
dient , indem er zeigte , dass unsere Oper und die Vernunft keine
unvereinbaren Dinge seien; dass er nicht glaubte von den Ge-
setzen des wahrscheinlichen enthoben zu sein, dass er sich
stemmte gegen die Pest des damals herschenden albernen und
schwülstigen Stiles, und dass er endlieh den Cothum befreite von
der Possenhaftigkeit des Soccus" . — ApostoloZeno hatte aber
auch noch anderweitige Verdienste, worunter nicht das geringste
war, dass er die Allegorien und Personificationen , wenn auch
nicht gänzlich verbannte, doch auf ein Mimimnm beschränkte,
dass er in der Oper gute geschichtliche Grundlagen aufstellte und
jede UnnatUrlichkeit fernhielt , dass sein Dialog , von einer aus-
gebreiteten Gelehrsamkeit getragen, niemals unbedeutend wurde,
dass er in der Anlage seiner Stücke nicht , wie bis auf ihn ge-
wöhnlich geschah, schabelonenartig verfuhr, dass er das Liebes-
getändel mindestens von Unsinn frei machte, indem er sich in
einer Vorrede bei dem Leser sogar entschuldigt, in der Anlage
d66 Stückes ein Liebesverhältniss aufnehmen zu müssen, da man
ohne ein solches, heutzutage kein Stück sehen wolle. Wenn nun
Zeno in diesen Richtungen vieles Verdienst in Anspruch nehmen
darf und durch sein Beispiel zahlreiche Nachahmer nach sich zie-
hend auch als bahnbrechend anzusehen ist, so ist doch wieder
nicht zu läugnen, dass seine Hervorbringungen mehr den Verstand
als die Empfindung anzusprechen geeignet waren und eben deshalb
der Hauptforderung der Musik, welche das Gefühl zu beleben
8*
116 Pietro Pariati
bestimmt ist, weniger zusagen konnte, insbesondere ist die Liebe
ganz stiefinUtterlich von ihm behandelt, man merkt dass er
dabei sich Zwang anlegen musste ,,und wird dadurch verstimmt",
zugleich machten die langen, mehr rhetorisch als poetisch gehal-
tenen Eecitative keine geringen Zumuthungen an den Componisten
und auch an den Zuhörer; allein hier dürfen wir an den Verfasser
der Texte keinen zu strengen Masstab anlegen, da das Begnttgen
seiner Zeit nicht den Forderungen der unsrigen gleichsteht.
Mit Apostolo Zei\o gleichzeitig an Lebensjahren und in. der
Thätigkeit als Theaterdichter, zuletzt auch in der Anstellung am
Hofe zu Wien war Pietro Pariati*. Er ercheint in den Hof-
rechenbttohem mid Schematismen als Hofpoet vom 1. Jänner 1713
nach Silvio Stampiglia und P. Bernardoni bis zu seinem
Tode im Jahre 1 733. Seine poetische Thätigkeit fOr Wien scheint
aber schon mit 1729 abgeschlossen gewesen zu sein, nachdam
Aber 50 Texte für Opern und Oratorien seiner fleissigen Feder in
kaum 16 Jahren entflossen waren. Er hatte auch mit Apostolo
Zeno gemeinschaftlich an Opemtexten schon vor ihrer Ankunft in
Wien gearbeitet und in Apostolo Zeno's Poesie drammatiehe Vol.
IX — XI sind 10 solcher gemeinschaftlicher Texte aufgenommen
mit der ausdrücklichen Bezeichnung, dass sie von Zeno y^insieme
con P. Pariati^ ' verfasst sind. Von den in Wien zuerst zur Auf-
fUhrui^ gekommenen gibt Don Chisciotte in Sierra Morena (Beil.
VIII. 549) und Alessandro in Sidone (570) Zeugniss, dass Pariati,
was Gewandtheit in Erfindung und theatralischer Anordnung der
Stoffe betrifft, seinem Mitarbeiter nicht nachstand, in der Sang-
barkeit der Texte sogar einen Vorrang verdiente '. Auch in jenen
Opern , welche von Pariati allein herrühren , wie Costanza e far-
tezztty zeigt sich ein Diehter von höherer Begabung.
>
1 Er war zu Beggio (in der Lombardie) 27. März 1665 geboren and
starb 1733. Quadrio, Stör. VUI. P. U. 483. Ant. Lombardi III. 392.
2 Apostolo Zeno erkennt auch in den Briefen das Verdienst Pariati *s
an und gesteht den Erfolg dieser Stücke ehrlich zu.
VIII.
' I . * <
t
Fax. Kircbemmiisik.
In dasselbe Jahr JL 718 fällt die Composition der berlUimten
Missa canonica des ¥vcl, an welche sich eine nähere Beleuchtung
seiner sämmtlichen Kirchencompositionen anknüpfen lässt; da
ohnehin bei den wenigsten derselben die Zeit ihres Zustande-
konmiens mit Sicherheit zu ermitteln ist.
Der volle Inhalt des Gradus ad Pamassum legt Zeugniss ab
über die Richtung des Verfassers zum strengen Satze in der
Musik überhaupt und zu Compositionen für die Kirche insbeson-
dere, wo jener seinen höchsten Ausdruck zu finden berufen, ist.
Ein weiterer Beleg dafür ist die grosse Terhältnisszahl seiner
Kirchencompositionen (289) zur Gesammtzahl seiner nachgelas-
senen bekannten Werke (405) *, also nahe drei Viertel der gan-
zen Sunune , wichtiger noch ist aber die Art der Auffassung und
Behandlung derselben. Ceber seine eigene Stellung zu der ihm
vorausgegangenen glänzenden Periode der Musik besonders in
Italien , legt Fux in der Widmung seiner berühmten Missa cano-
nica * an K. Karl VI. ein selbstbewusstes Bekenntniss ab , wenn
er sich in folgender Weise äussert : „Ich habe es für meine
Pflicht gehalten, diese ruhmreiche Kunst (die Musik) von der un-
begründeten Meinung einiger zu befreien, welche behaupten, im
Laufe der Zeit habe sich das Wesen der alten Musik so verrin-
gert, dass sich nach und nach selbst der Begriff derselben ver-
loren habe und uns nichts mehr als der Schatten ihres Namens
geblieben sei, den die moderne Musik eingenommen hat. . . . Ich
schmeichle mir, Eure Majestät werden in dieser Messe erkennen,
1 In dem Verzeichnisse der Compositionen desselben (Bell. X.) werden
56 Messen, 57 Vespern, 32 Litaneien, 12 Gradualien, 14 Offertorien,
22 Mottette und 106 Hymnen aufgezählt.
»Beil. IV. 6.
118 Kirchenmusik — Geschichtliches.
-dasB die alte Mnsik noch nicht gänzlich verschwunden^ und da88
uns darin sogar ein Gewinn erwachsen ist, der durch Nachdenken
und Forschen gepflegt bewirken kann, dass der Geschmack und
die Würde derselben noch fortlebend erscheine. Das ist immer
mein Ziel gewesen , und mein geringes Talent hat zum alleinigen
Ende, das zu erhalten, was von alter Musik uns noch übrig blieb,
alle ihm mögliche Kraft zusammengenommen-, in der Hoffnung,
durch das Verdienst dieses mühsamen Strebens alle meine übrigen
UnvoUkommenheiten erträglicher zu machen."
Es ist ausser allem Zweifel, dass Fux unter der alten
Musik, deren Erhaltung er als den Zweck seines künstlerischen
Wirkens aufstellt, keine andere gemeint habe ak jene, deren
Begründer und Vollender Palestrina war, den er* mit Be-
geisterung das Licht von Präneste nennt, dem er alles was in
diesem Zweige der Wissenschaft an ihm sei, zu verdanken habe,
und dessen Andenken er, so lange er lebe, niemals aufhören
werde mit dem höchsten Dankgefdhle zu verehren. Er nennt ihn
später den Fürsten des Stils a cappella', welchen nachzuahmen
er seinem Schüler, wenn ihm um einen ungewöhnlichen Fortschritt
zu thun ist, auf das dringendste empfiehlt.
Giovanni Pierluigi Palestrina^, der Gegenstand der
Bewunderung der Mitwelt und Nachwelt, wjar es wohl werth, dass
ihn ein anderer grosser ICünstler so hoch stellte. Als in Italien
wegen Ueberkünstelung durch die Niederländer die Kirchen-
musik ihrem Zwecke der Verständlichkeit und Würde nicht zu
entsprechen schien .und es nahe daran war, dass die Figural-
musik aus der Kirche verbannt werden sollte, erhielt Pale-
strina, dessen Improperien* und die Messe üt re mi fa sol
durch Einfachheit und Grösse Staunen erregt hatte, von Papst
Pius rV. (1564) den Auftrag, eine Messe zu schreiben, welche
1 Grad, praef. > Grad. p. 244.
^Giovanni Pierluigi (Johann, Peter Alois), nach seinem Geburts-
orte Palestrina (Praeneste) genannt, während sein Familienname S an t e
war, geboren 1514 (nach Schelle, neue Zeitschr. f. Mus. 1864), ward in Rom
ein Schüler GoudimePs, 1544 Kapellmeister in der Cathedrale von Pale-
strina, von 1551 an in Rom theils als Kapellmeister im Yatican, theils als
Componist der Kapelle Papst Pius IV., und starb dort 1594.
^ -Gesänge am Gründonnerstage.
Kirchenmasik — Geschichtliches. 119
in jeder Hinsicht als dauerndee Muster echter Kirchenmusik hin-
gestellt werden könne. Vermöchte sie den Anforderungen der
Congregation Gentige zu leisten , so soUte die Figuralmusik in
der Kirche ferner verbleiben. Das Schicksal derselben lag also
in Palestrina's Hand. Er schrieb nun drei Messen, von denen die
dritte aufgeführte, später Marc ellusm esse genannt, entschie-
den durchschlug und allgemeines Staunen und Bewunderung her-
vorrief. iMe Empfindungen, welche in der katholischen Kirche
die alleinherschenden sein sollen , hatten darin einen tiefen und
wahren Ausdruck gefunden, die höchste Kunst ^schien als
Natur, ein echt kirchlicher Stil hatte sich entfaltet, ernst, feier-
lich, gross, wie alle Leidenschaftichkeit so auch aUe Künstelei aus-
schliessend, in tiefsinniger Tonsymbolik die Greheimnisse der
Gottheit dem ahnenden Gefühle vermittelnd. Palestrina hatte
mit diesem Werke nicjit nur der Kirchenmusik ihren Antheil am
katholischen Gottesdienste für alle Zeiten gesichert, sondern auch
den Italienern einen nationalen Kirchen stil geschaffen, der noch
immer Stile alla Palestrina genannt wird. — Indess ist
seine Schreibart keineswegs inuner jener einfach erhabene der
Improperien oder Marcellusmesse , sondern die contrapunktische
Kunst findet sich auch bei ihm in allen Abstufungen, je nach der
Anregung des Textes von der einfachen Accordenfolge des Jos-
quin' sehen Stile familiäre bis zn den äussersten Verwicklungen
des canonischen Satzes. Aber auch die grössten Schwierigkeiten
überwand er scheinbar ohne Anstrengung und ohne im Ausdrucke
jemals die Würde des Gegenstandes , der Kirche , zu vergessen
oder die Technik zur Herscherin über den Gedanken sich er-
heben zu lassen ^.
Von Eom und Venedig giengen noch im XVI. Jahrhundert
zwei grosse Schulen aus : in Rom die Schule des Giovanni «
Maria Nanini, mit welchem in Verbindung Palestrina an der
Bildung von Talenten sehr eiMgen Antheil nahm, die Gründer
des erhabenen Stiles in der Musik — in Venedig hatte die Musik
schon vor Claudio Monteverde (1613), Ciprian de Bore
{1563) und Zarlino (1563) diesen und andern Meistern die
Erweiterung der Harmonie durch Einführung bis dahin noch nicht
1 Ar. D 0 m m e r , Musikgeschichte. 140 ff.
120 Ejrchenmasik — Geschichtliches.
gebränchlioher Intervalle und Tonrerbindungen in die Praxis so
wie durefa^den^Anstöss ^Hr 'Entwicklung ein^r selbständigen
Instrunientalmusik vieles zu danken^. In disr itidienisch^n Kirchen-
musik fliessen nun '^ii dem Anfange deis XVII. Jahrhundert?
diese beiden von Rom und = Venedig ausgehenden' Strönfutgen
neben einander hin, kommen sich nfther und vermischen Bich Kunr
TheiL Die geistigen Nachkommen des Palestrma begannen von
dein besonders durch die Norditafiener erweiterten Ausdrucks-^'
mittein Gebrauch zu machen, die reichere Entfaltung der Melodik,-
der Chroftiatik und des cohcertierenden Stils übertrug sich auf
die Römer, während sie in vielchörigem Tonsätze^von den Vene-
tianern um vieles übertroffen werden.
Die streng objective Hingabe an die heiligen Texte fieng
an, in eine bereits subjectivere und dem Gefühlvollen sich zuwen-
dende Empfindungsweise überzugehen; doch hat der kirchliche
Stil dieser Periode bis zum Ende des XVII^ Jahrhunderts ein
durchaus würdiges und vom weltlichen sich unterscheidendes
Gepräge. — Unter den glänzendem Namen dieser Periode war
Gregor io Allegri von Corregiö, seit 1629 Sänger der päpst-
lichen Kapelle, gesforben 1652, der Componist des berühmten
Miserere, welches bis heutzutage am Charfreitage in der Sixtina
in Rom gesungen wird — Francesco Foggia (geboren 1604)
in der Jugend am Hofe des Kurfürsten von Baiem und des Erz-
herzogs Leopold von Oesterreich (lebte noch 1684) — Orazio
Benevoli (1650 bis 1672) Kapellmeister von St. Peter im
Vatican, einer der bedeutendsten Erben von Palestrina's Geiste
— Giuseppe Ercole Bernabei (geboren 1620, gestorben
1684) zuletzt Kapellmeister in München u. m. a.^
Allem neben diesen tüchtigen Meistern hatte mit Einführung
der Oper zu Anfangs d^s XVH. Jahrhundais eine grössere Zahl
von Componisten es bequemer gefunden , die lästigen Regeln des
fi^engen Sat^e«^ nicht blos in der Oper abzustreifen,' sondern auch
ihre Zügellosigkeit in die Kirchenukusik zu übertragen^ G«gen
floldhe Verderber der Musik wendet dich Fux zu Wiederholten
Malen voll -heiligen Eifers und suchte durch Lehre und Beispiel
die drohende Ueberfluthung einzudämmen. Die Gelegenheit dazu
1 Ar. D 0 m m e r a. a. 0. 401 ff.
Fux, Kirchenmusik. 121
both ihm natürlich vor allem der Kirchenstil, worüber seine An-
sicht zu hören an dieser Stelle der Platz zn sein scheint. ,,So wie
das HeiKge dem Weltlichen an Würde voransteht, muss auch die
Musik, welche Dir den Gottesdienst bestimmt ist und ewig dauern
soll , durch ihren Adel bei weitem den ersten Rang einnehmen,
wie das nach meiner Ansicht niemand in Zweifel ziehen wird.
Und weil Gott die höchste Vollkommenheit ist , so gebührt sich
auch , dass die Harmonie , welche zu seinem Lobe bestimmt ist,
nach der ganzen Strenge der Gesetze, nach der Vollkommenheit,
so weit dies die menschliche Unvollkommenheit zulässt, voll-
bracht und mit allen Mitteln, wodurch die Andacht befördert
werden kann , ausgestattet werde. Und wenn det Ausdruck des
Textes irgend eine frohe Stimmung verlangt, so hat man sich zu
hüthen, dass die Musik der kirchlichen Würde, des Masses und
Anstandes nicht entkleidet werde, wodurch die Zuhörer zu andeni,
als den Empfindungen der Andacht geleitet werden könnten. Vor
allem hat man sich zu bemühen, dass die Musik dem Texte ange-
messen, klar, ausdrucksvoll, und dem Sänger nicht unbequem,
sondern leicht für die Aussprache eingerichtet sei. . , Daher soll
die Musik nicht blos zu singen, sondern auch zu declamieren
scheinen" *. •
In diesen Anforderungen an den Kirchenstil, dass er er-
haben, klar, ausdrucksvoll, andachterweckend, masshaltend, den
strepgsten Regeln der Kunst entsprechend sei , ist zugleich das-
selbe enthalten, was man von dem Palestrinastile erwartet. Da
nun femer Fux die meisten seiner Kirchencompositionen im Stile
a cappella geschrieben hat, so ist auch für seine Auffassung
bezeichnend , was er über diesen Stil im Gradus * dem Schüler
vorschreibt: „Es ist bekannt, sagt er, dass in den ersten Zeiten
der Gottesdienst nur durch Singstimmen verrichtet wurde. Dass
hierauf nach Einführung der Orgel und im Laufe der Zeit alle
Arten von Instrumenten in Anwendung kamen, beweist die
üebung in unseren Tagen zur Genüge. Zu unserer Zeit ist daher
eine zweifache Verwendung des Stiles a cappella üblich : ohne
Orgel und andere Instrumente , mit Singstimmen allein, — dann
' jene mit der Orgel und anderen Instrumenten. Die erste findet
•J Grad. p. 242. 2 p. 243,
122 Fux, Ejrchenmusik.
noch in den meisten Cathedralkirchen statt und eben so anch an
unserem Hofe zur Fastenzeit. Bei dieser Gattung von Composi-
tion hat man sich zuerst und vor allem zu enthalten des Genus
mixtum und der Modi transpositi, welche zu sehr mit Kreuzen
und Be erfüllt sind : nur das reine Genus diatonicnm diene zur
Richtschnur^ sonst würde die Musik niemals die gewünschte
Wirkung hervorbringen. . . . Denn ftlr die Singstimmen, wenn sie
nicht durch die Hilfe anderer Instrumente unterstützt werden, ist
die Intonation sonst sehr schwierig; bei dieser Gattung Compo-
sition hat man daher auf die Leichtigkeit und die naturgemässe
Art zu singen die grösste Sorgfalt anzuwenden. Aus diesem
Grunde hat man Subjecte aufzustellen, welche natürlich und
leicht; jedoch auch nicht unbedeutend und trivial sind.^
Dass Fux diese Kichtschnur nicht nur für seinen Schüler,
sondern auch für sich selbst festgestellt und eingehalten hat, göht
aus den Partituren seiner Kirchencompositionen zweifellos her-
vor. Dass er darin, sowie es seinem grossen Talente und seinem
unermüdeten Studium angemessen war, das ihm mögliche mit
dem grössten Aufwände seiner Kraft zu leisten bemüht war,
ergibt sich am klarsten aus seinen Auffassungen und Durchfüh-
rungen besonders im Stile a cappella. Wenn ihm darin Palestrina
das höchste Vorbild seines Strebens war, so wird dagegen
schwerlich etwas eingewendet werden. Dieses Streben bestand
aber nicht in der einfachen Nachahmung der Manier seines Vor-
bildes, wie dies bei untergeordneten Talenten wohl oft der Fall
ist. Fux hat das Wesen dieses Stils des Erhabenen in sich auf-
genonunen, und in diesem Geiste, nicht aber in fremder Manier
seine Werke geschaffen , die allerdings ebenfalls geeignet sind,
die Andacht der Zuhörer zu wecken und ihrem Gemüthe die
Richtung zum Unendlichen anzubahnen.
Es ist in den Werken des Fux nichts von der Ueberschwäng-
lichkeit und Gefllhlsseligkeit mancher seiner Zeitgenossen und
geistigen Nachkommen zu treffen ; mit keuschem, strengen Ernste
bewegt sich seine Musik, bewusst der Würde und Hoheit, die sie
aussprechen soll, und ebenso von jener frommen Erhebung erfüllt,
die aus seinen Klängen auf die Andächtigen überströmen soll.
Unterstützt von allen Behelfen der Kunst des Satzes werden sie
ihm nie der Zweck, sondern nur das Mittel zur Entfaltung seiner
f
Fux, Eirchenmusik. 123
ninsicalißchen Gedanken; und nnr dem Kenner wird es klar, was
Air eine Summe von Gelehrsamkeit nnd Kenntniss unter der HttUe
einYacher Notenbewegungen verborgen Hegt. Von dem inneren
Reiehthum seiner Gedanken zeugt die bisweilen häufig wieder-
holte Composition desselben Textes , als der Messen y Vespern,
gewisser Hymnen u. dgl.^ deren Auffassung immer eine bestimmte
Grundstinunung auch bei der grossen Mannigfaltigkeit der Be-
handlung erkennen lässt. In allen seinen Eirchencompositionen
wird natürlich das Hauptgewicht in die Singstimmen verlegt,
was in der einen Art des Stils a cappella ohne Begleitung sich von
selbst versteht. Mit grosser Kenntniss der Leistungsfähigkeit der
menschlichen Stimme sind überall die Motive (Subjecte) erfun-
den und durchgeführt und den Ausführenden durch das strenge
Einhalten der diatonischen Tonarten der Vortrag wesentlich
erleichtert. Selbst wo ein Cantus firmus des Gregorianischen
Gesanges eingeführt wird, hat er, nur so weit es die musicalische
Fortbildung erfordert, hie und da Modificationen erlitten, nir-
gends ist aber dem Flusse der Gedanken dadurch ein Hinder-
niss erwachsen und während der Kundige dieses Kunstwerk be-
wundernd anerkennt, tdrd der Nichtkenner nur an ihm bekannte
kirchliche Melodien erinnert und durch diese selbst zur Andacht
gestimmt. — Wie von dem Meister des Contrapunktes, dem die
polyphone Schreibart zur zweiten .Natur geworden war, nicht
anders erwartet werden darf, ist die Führung der Stimmen
durch alle seine Werke eben so werth der Bewunderung als der
Nachahmung. Gewiss wird in Hinsicht der Verbindung der
Stimmen und ihres harmonischen Fortschreitens jeder das Urtheil
des Schülers im Gradus* theilen, wenn er über das Kyrie der
Messe VicissUudinis * sagt : „Ich sehe und bewundere die Ver-
kettung der Stimmen , welche das Subject so enge zusammen-
drängt ; wo beinahe in jedem Tacte das Subject bald in einer
bald in zwei Stimmen auf eine leichte und natürliche Singweise
und mit voller Harmonie gefunden wird, so angemessen, dass
das Subject selbst gleichsam die Rolle der Modulation über-
nimmt;" oder weijn der Lehrer selbst seinem Schüler das Amen
der Messe Credo in unum Deum in folgender Auslassung zer-
1 pag. 246. 2 Beil. VIII. 44.
124 FvLx, Kirchenmusik.
gliedert * : „Erwäge, Josef; den gebundenen Gang der Stimmen
mit dem Subjecte bei richtiger Folge der Consonanzen und t)e-
ständigei" Kette der Dissonanzen, dann der Modulation, die
obwohl natürlich und leicht doch keineswegs gewöhnlich ist.
Bedenke weiter die Verbindung der Stinmien, worin die grööste
Kraft der Harmonie beruht und die nie unterbrochene Bewegimg
bis an« Ende fortgeführt."
Die polyphone Satzweise brachte es ferner mit sich, wenn
die Subjecte (Themen) um sich besser abzuheben in verschiede-
nen Tacttheilen eintreten und Ligaturen nothwendig machen,
dass Fux in allön seinen "Werken der gebundenen Schreib-
art vorzugsweise sich bediente, wie er selbst seinem Schüler in
der Lehre von der Fuge den Gebrauch häufiger Ligaturen
empfiehlt*, ,^denn", Bagt er, „es ist kaum glaublich, was fllr
einen Reiz die Satztheile durch Ligaturen gewinnen, denn
durch diese bewirkt man, däss beinahe jede Stimme, die eine
abweichende Bewegung erhalten hat, dem Gehör leicht auffass-
bar wird. Das lass dir, schliesst er, nicht blos in dieser, sondern
in jeder Art'der CoihJ)osition gesagt sein".
Wenn Fux auch in der zweiten Art des Stiles a cappella mit
begleitenden Instrumenten von der Anwendung der streng diato-
nischen Tonarten durch Aufiiahme verschiedener Modi transpo-
siti mit mehreren Vorzeichnungen sich grössere Freiheiten er-
laubte , so war die Bestimmung der Instrumente dabei nur die
Intonation der Stimmen , mit denen sie im Einklänge gehen , zu
unterstützen, nicht aber ungesetzmässigen Ausschreitungen Ge-
legenheit zu geben.
Selbst bei Compositionen im concertierenden Stile
werden die Instrumente nur zu kleinen Zwischenspielen, hie und
da Sonatinen genannt, und höchstens zu ganz bescheiden
figurierter, meistens imitierender Begleitung verwendet.
So wie Fux in reinen Instrumental - Compositionen seine
Tüchtigkeit bewährt hatte, war es begreiflich, dass er auch der
Instrumentalbegleitung des Gesanges alle Aufmerk-
samkeit zuwendete. Es stand ihm auch in der kais. Hofkapelle
ein für jene Zeit auserlesenes und der Zahl nach selten oder gar
1 Gradus, p. 271. « GraduB, p. 168.
Fux, Kirchenmusik. 1-25
nicht erreichtes Orchester zu Gebothe : '6 Organisten, 23 Violini-
sten, 1 Gambist, 4 Violoncellisten, 3 Contrabassisten, 1 JLauteniBt^
1 Teorbist, 2 Comettisten, 4 Fagottisten, 5 Oboisten, 4 Posauni-
sten, 1 Jägerhornist, 16 Trompeter, 2 Pauker, — darunter eine
Vielzahl von Virtuosen, — welches Orchester in Deutschland,
England, Frankreich und Italien konnte, eiqer so reihen Besez-
zuQg sich rühmen, als im Jahre 1721 d^ kaiserliche Hofk^pqlle
umfasste? Ausserdem wurde gelegentlieh noch für Schalmei, die
Tromba marina (eine Art Monochord) und Flöte nebst mehre-
ren Alto- Violen und Violetta gesetzt, fttr welche der Stanfi der
Hofkapelle keine besonderen Individuen bezeichnet, daher ßie
von anderen Künstlern desselben Institutes versehen werden
mui^sten.
■
Die Hauptaufgabe der Begleitung , die Singstimmen zu tra-
gen, und ihren Ausdruck durch characteristische Figuren und
Bewegungen zu erhöhen, wurde von Fux nie aus den Augen ge-
lassen. Im allgemeinen war seine Instrumentierung zwar oft
reich \ aber doch nie überladen, und die Singstimmen deckend.
. Auch für hinreichende Abwechslung war bei grösseren Sätzen
gesorgt, da öfter der Gesang nur von der Orgel begleitet mit
reinen Instrumenten - Zwischenspielen sich ablöste, gewisse In-
strumente von intensiveren Klangwirkungen, wie Trompeten,
Zinken u. dgl. nur die kräftigen Stellen markierten, und von ein-
zelnen Sätzen ganz ausgeschlossen wurden. Die Hauptrollen der
Begleitung sind regelmässig den Streichinstrumenten zugewiesen,
welche ausser der Verstärkung der Singstimmen im Einklänge,
auch in manchen Fällen diese imitierend oder auch unter sich
modulierend begleiten. Diminuierungen durch geschwindere
Noten oder Variationen der Instrumentierung sind nur sehr selten
angegeben. Davor htttheten sich Ccunponisten,, wie.Fux, so sehr
sie konnten, da zu jener Zeit so wie die Säi^er auch die begleiten-
den Instrumentisten in den Oberstimmen wie in den Mittelstim-
men die willkürlichsten Veränderungen durch .Gänge, JLäufe
und andere Melismen sich erlaubten,, so, dass im Gradus (p. 220)
1 Das Tedeum (Beil. X. 271) hatte folglsnde Besetzutig: 2 Soprane,
1 Alt, Tenor, Bass, 2 Trompeten, 2 Trombe, Pauken, 2 Violinen, 3 Violen
(diese sammtlich concertierend), ausaerdem Ripienisten: 2 Cornette, 3 Po-
saunen, Teorbe, Violon, Orgel. :
126 • Fux, Messen.
geklagt wird, heutzutage brauche der Componist keine Varia-
tionen anzubringen, denn „über alle Gebühr werden sie, ja bis
zum Ekel von den ausübenden Musikern gehört, so dass das
Wesen der Harmonie Über und über verkehrt werde, und der
Componist nur mit Noth seine Melodie herauszufinden vermöge^.
Von ausgezeichneter Anwendung war zu jener Zeit, beson-
ders in der Kirche die Posaune, von der gewöhnlich die Alt- und
Tenor-Posaune den gleichnamigen Singstimmen folgten, aus-
nahmsweise trat noch eine dritte, die Bass-Posaune hinzu *. Die
höheren Anforderungen, welche Fux an dieses Instrument stellte,
hatten ihren Grund in der seltenen Virtuosität der Bläser aus der
Familie Christian, welche Fux in seinen Gutachten wiederholt
hervorhebt. Von der Orgel wird in der Regel keine virtuose
Fingerfertigkeit verlangt, nur in seltenen Fällen erscheint eine
concertierende figurierte Stelle neben einem zweiten Instrumente ^
ungeachtet die Organisten Gott lieb Muffat und Joh. B.
Payer zu den vorzüglichsten zählten. Allerdings lag zu jener
Zeit die Schwierigkeit für die Orgel anderswo, als in der Fertig-
keit der Finger.
Wenn wir nun an die Betrachtung der verschiedenen Gat-
tungen seiner Kirchenmusik gehen, so darf man nie aus den
Augen verlieren, dass Fux ein frommer, eifriger Katholik und
über das Wesen der katholischen Kirchenmusik mit sich im
reinen war. Einige Bemerkungen über Texte und Stellung der
Musikstücke in der Liturgie seiner Kirche dürften zum besseren
Verständnisse nicht überflüssig erscheinen.
I. Messen. Für den Katholiken ist der wichtigste Act der
äusseren Gottesverehrung das Messopfer, auch die Messe ge-
nannt. In einer Reihe symbolischer Handlungen durch den Prie-
ster am Altare werden dem Gläubigen die hervortretendsten
Momente der Lehre, des Lebens, dann des letzten Liebesmahles
und Opfertodes des Heilandes zur Enveckung tiefer Andacht und
Erbauung in Erinnerung gebracht. Gewöhnlich werden diese
Vorgänge und Gebethe ohne Begleitung von Musik oder hoch-
stens eines Chorliedes durch die Gemeinde vorgenommen und
1 Tedeum, Beil. X. 271. » In der Litanei 119 concertiert die Orgel
mit der Violine.
I
■Fux, Messen. 127
heissen dann eine stille Messe. Bei feierlichen Anlässen an
Sonntagen und an Festtagen der Kirche, sowie an Erinnerungs-
tagen bestimmter Heiligen tritt znr Handlang des Priesters auch
eine Knnstmusik des Chors hinzu und eine solche Messe heisst
dann gewöhnlich Hochamt (Missa solennis). Die einzelneu
Musikstücke des Hochamtes treten zwischen Gebethen und öfter
nach Intonierung des Priesters ein und sind in der Messe für die
Lebenden * : das Kyrie — Gloria — Credo — Sanctus — Bene-
dictus — Agnus mit dem Dona. Das Kyrie enthält als Text nur
den Anruf y^Kyrie eleison^ und „Christe eleison^ an die Erbar-
mung des Herrn. Die Auffassung hievon ist bald mehr bald min-
der feierlich, darf aber nach den Worten unseres Meisters nie der
kirchlichen Würde und des Ernstes entbehren. — Das Gloria
beginnt mit dem Grusse der Engel bei der Geburt des Heilandes
(Ev. Lucae 2, 14) Gloria in excelris Deo, Et in terra pax homi-
nibus bonae volnntatis. Da aber im weiteren Verfolge des Textes
die wichtigsten Verhältnisse der Erlösten zum Erlöser berührt
werden, die zugleich verschiedenartige Stimmungen hervorzurufen
geeignet sind, so ist hier wie im Credo Gelegenheit zu verschie-
denen Musiksätzen gegeben, die aneinandergereiht jedoch ein
Ganzes ausmachen müssen. — Im Credo wird das ganze
Nicänische Glaubensbekenntniss in Musik vorgetragen. Bei der
nicht unbedeutenden Länge des Textes ist dem Cömponisten eine
mehrfache Gliederung gebothen, welche besonders bei den Stellen
Et incarnatus est und Et remrrexit immer, in grösseren Messen
an mehreren Stellen durch Wechsel der Rhythmen , Tempo und
Melodie einzutreten pflegt, während den Schlussworten Et vif am
ventnri seculi Amen meistens eine breitere contrapunktische Aus-
führung zuTheil wird. ^— Im Sanctus, welches dem Canon der
Messe (der Wandlung) vorangeht, sind nur die Worte Sanctus
Dominus Detis Sabaoth! Pleni sunt coeli et terra gloria tua!
Osanna in earcelsis in Musik zu setzen, wobei ebenfalls zwei oder
drei musicalische Abschnitte beobachtet werden. -^ Das Bene-
dictus, qtii venU in nomine Domini wird gewöhnlich mit dem
vom Sanctus wieder aufgenommenen Osanna in excelsis yerbnud^ny
1 Die Messe für die Verstorbenen, das Requiem, hat davon
mehrere Abweichungen. Die Texte beider Messen, so wie der am meisten
gebranchlichen kirchlichen Texte, sind in der Beilage IX zusammengestellt.
128 Fux, Messen. .
trägt aber einen von dem letzten ganz verBchiedenen Charac-
ter. — Den SehlnsB des musiealischen Theiles der Messe macht
das Agnus mit dem Dona. Der Text fUr beide lautet: Agnus
Deiy qui tollis peccata mundi, mUerere nobis! Agnus Dei^ qui
tollis peccata mundi, Dona nobis pacem. Das Dona wird entweder
ganz abgesondert behandelt, oder die Anfangstacte desselben
mit den Schlusatacteu des Agnus in musicalische Verbindung
gebracht. . .
Wenn nun Fux mit der lebhaften Vorstellung der ernsten
Bedeutung seiner Aufgabe an die Composition einer Messe gieng,
so lässt sich von dem gewissenhaften Manne erwarten , dass er
in gehobener Stimmimg mit Aufbiethung seines reichen Talentes
bei seiner Arbeit war. Durch die häufigen Gliederungen der ein-
zelnen Musikstücke war dem Künstler die Gelegenheit gegeben^
an dem einheitlichen Werke zugleich eine bedeutende Mannig-
faltigkeit in der Auffassung der SatztheUe zu entwickeln. Daran
hat es auch Fux besonders bei grösser angelegten Messen, wie
in . der Müsa S, Michaelis (Beil. . X. 36) nicht fehlen lassen.
Nachdem im Kyrie dem lebhafteren Eingange des „Mtf^ie elei^
son^ das ruhigere j^Chriaie eleison^ gefolgt und mit einer theil-
weisen Wiederaufnahme des ,,Kyrie eleison'^ abgeschlossen hat,
ist das Gloria in fünf Sätze Ei in terra \ Laudamus | Gratias
agimua | Quoniam tu solus \ Cum sancto spiritu | gegliedert,
und diesem folgt das Credo mit sieben Satztheilen Pairem
omnipotentem | Qui propter nos homihes | Et incarnatus est \
Crucifixus I Passus \ Et resurrexit \ Et in spüritum Sanctum
mit der Schlussfuge Et vitam veräuri seculi Amen. — Wie oft
aber auch Bhythmen und Tempo wechseln , so ist doch bis auf
seltene Ausnahmen die Regel von ihm eingehalten , dass sämmt-
liehe Sätze derselben Messe einer und derselben Tonart ange-
hören. Bei der Rangstufe^ die die Messe in der Kirchenmusik
einnimmt, musste Fux den strengsten Stil a cappella bald ohne,
bald mit Begleitung von Instrumenten dazu vorzugsweise wählen.
Aus diesen Leistungen nimmt die Missa canonica^ unbestritten
die oberste Stelle ein. Denn nicht allein, dass sie dem Kaiser
gewidmet war, sollte sie auch nach den eigenen Worten der
1 Beil. X. 7.
Fux,- MesBen. 129
Dedication dem rnnrikkundigen Fttrsten den Beweis liefern, daes
die alte Mnsik noch nicht verschwunden , ja dass ihr im Lanfe
der Zeit ein Gewinn erwachsen sei. Was Fox mit diesem ^Ge-
winne" andeuten wollte, wird durch eine Stelle im Gradus^
klar, wo er sich tlber die nach Palestrina erfundene gleichschwe-
bende Temperatur und den dadurch erst möglich gewordenen
erweiterten Gebrauch der Intervalle äussert: ^dass dadurch die
gegenwärtige Musik von der früheren Armuth der Intervalle wie
aus einem Kerker erlöst auf dem ungeheuren Felde der Modu-
lation auf das freudigste sich bewegen kann , wenn nur Compo-
nisten und Organisten innerhalb der Grenzen des Vernünftigen
sich halten^.
Die Mhsa canonicn (comp. 171H) ist ihrer Aufschrift gemäss
in allen ihren Theilen a cappella und im Canon geschrieben. Weit
entfernt, damit eine Einförmigkeit hervorzurufen, ist ftlr die
reichste Abwechslung Iq den Subjecten, ihrer Auflösung und Be-
handlung gesorgt. Denn bald ist es ein einfacher, bald ein dop-
pelter Canon, der entweder von der Oberstimme oder der Unter-
stimme geführt ist, während die Lösungen des Canons daher
abwechselnd in die entgegengesetzten Stimmen verlegt sind und
die verschiedensten Intervalle bei einem und demselben Canon
durchgehen. Besonders ausgezeichnet ist darin das Et resurreant,
noch mehr aber das Agnus , das die Lösung mit der Decimseptime
beginnt, und durch die meisten Intervalle bis zum Einklänge
herabsteigt. Dabei sind die Bewegungen der Lösung bald die
gerade, dann wieder die widrige, so dass das Ohr beim An-
hören , das Auge beim Durchsehen der Partitur bis zum Schlüsse
in stäter Spannung erhalten wird. Ungeachtet nur eine Richtung
der Satzkunst, der Canon, in diesem Werke verfolgt ist, so zeigen
doch die Lösungen in den wechselnden Ober- und Unterstimmen
den unvergleichlichen Beherscher des doppelten Contrapunkte^.
Allein diese wijs spielend überwundenen Schwierigkeiten würden
nicht entschädigen ftlr den Entgang einer schönen Führung der
Stimmen und einer anziehenden Harmonienfolge. Dass aber auf
beides in jeder Weise voller Bedacht genommen sei, wurde längst
1 Gradus, p. 34.
KöcUe/,J.J.Tnx- 9
130 Fux^ Mesaen.
empfunden und von Fr. W. Marpurg^ in seiner Abhandlung
von der Fuge hervorgehoben ^ wenn er ttber den Doppelcanon im
Christe eleison sagt: ^der erste Canon ist zwischen dem Basse
und Alt, der zweite zwischen dem Tenor und Discant ; beide sind
in der Oberoctav in der ähnlichen Bewegung. Des Zwanges der
doppelten canonischen Nachahmung ungeachtet ^ wird man die
prächtigste und dem Gegenstande gemässe. Harmonie darin
finden« *.
Wir haben daher hier ein Werk vor uns, das der Kraft
eines grossen Künstlers entsprungen, im Geiste seines grossen
Vorbildes durchgeftlhrt , von der Zeit keinen Eintrag zu besor-
gen hat und dem Empfänglichen in jeder Zukunft einen reinen
und hohen Genuss zusichert. Das prächtig gebundene Dedi-
eationsexemplar der Messe ftLr den Kaiser befindet sich in
der kais. Hofl)ibliothek in Wien und enthält bei jedem Satze
die Ueberschrift^, welche canonische Behandlung darauf folgt,
wahrscheinlich um dem kaiserlichen Gönner das Auffinden des
einzelnen zu erleichtem. — Welchen Werth bewährte ältere
Musiker auf diese Compositionen legten, geht auch aus der Ab-
schrift von seinem Schüler Job. Dismas Zelenka vom Jahre
1719 (in der kön. Musikbibliothek in Dresden) und jener seines
Verehrers Michael Haydn („descripsit Michael Haydn 5' Sept.
1751«) in der kais. Hofbibliothek in Wien, hervor. Auch noch in
diesem Jahrhunderte erschien davon eine Partiturausgabe bei
Ktihnel und bei Peters in Leipzig , die vergriffen ist.
Mit dieser Missa ist aber -die Reihe der Messen nicht ab-
geschlossen, welche ebenfalls durchaus im Canon geschrieben
sind; es gehören dahin die Missa S. Philippi (Beil. X. 37) und
S. Joannis (X. 34) ^ die , wenn sie auch nicht einen so überwälti-
genden Aufwand von Kunst aufzuweisen vermögen, dennoch den
Stolz manches anderen Künstlers ausmachen könnten. Nicht
durchaus im Canon geschrieben , dafür mit anderen Kunstmittelu
reichlich ausgestattet sind die Messen a cappella M. Vicissüudinis
1 Abb. von der Fuge. Berlin 1754. IL 117 und Tab. XLUI. Fig. 1, wo
das Christe eleison abgedruckt ist.
2 In der Beilage VII. 3. «*. ist sie nach dem Dedicationsexemplar ab-
gedruckt.
3 In Beil. VIII. 7 sind alle Ueberschriften aufgenommen.
Fux, Meaaen. 131
(X. 44)^ In fletn solatium (X. 18), Credo m unum Deum (X. 11),
aus welchen dreien einzelne Sätze Fox in seinem Gradus als
Master des a- cappella -Stiles seinem Schüler vorlegte In der
Credomesse wird das characteristische Wort „Credo"
> - r
M
Cre-do Cre-do
Cre-do Cre-do
abwechselnd von verschiedenen Stimmen bei den einzelnen Glau-
benssätzen mit Nachdruck wiederholt, wie dies auch von Mozart
in seiner gleichnamigen Messe ' angewendet wurde.
In den Messen im concertierenden Stile, welche zwar mit
grösserer, nie aber mit zu grosser Freiheit behandelt sind, werden
die Textesworte häufig, wie in einem Wechselgesange, von den
Stimmen emander abgenommen, wodurch man bei mancher leb-
hafteren Auffassung an das Madrigal erinnert wird. Dies ist der
Fall im Credo der Messe Quadragesimalis (X. 29) und der
Messe Ferventis orationis (X. 14), im Dona der Messe Dies mei
(X. 12) u. a. — Die Zwischenspiele dar Instrumente sind bei
den Messen Pro gratinrum actione (X. 27) und Tempus volat
(X. 41) öfter angewendet, gewöhnlich aber auf wenige Tacte
beschränkt , nur in der Messe Non erit in mora (X. 22) ist das
ganze Benedictus eine Sonatina ftir zwei Violinen und Orgel ohne
allen Gesang, ein höchst seltenes Vorkommen.
Noch ist der Messe flir die Verstorbenen (Pro defunctis.
Requiem) zu erwähnen, deren liturgische Einrichtung von der
Messe ftir die Lebenden abweicht. Den Beginn des ersten Musik-
stückes machen die Verse 1, 2 des Psalmes 64 y,Requiem aetemam
dona eis Domine^y gewöhnlich ein weiter ausgeftlhrter Satz, an
den sich das Kyrie anschliesst. Da in der Todtenmesse kein
Gloria ist, so folgt als nächster Satz die berühmte Sequenz Dies
irae (von Celano um 1250 gedichtet). Da sie aus 19 dreizeiligen
1 Das Kyrie aus der Messe Vicissitudinis ist Beil. VII. 3. d. abge-
druckt. > 257. Köche 1, Mozart-Verz.
9*
132 Fux, Vespern.
Strophen besteht , so ist diese das bedeutendste Musikstück der
Todtenmesse. Das Credo fällt in der Todtenmesse ebenfalls
weg^ daher folgt anf das Dies irae als nächster Satz das Offer-
torium Domine Jesu Christe , worin wieder ein längerer Text zu
bewältigen ist. Die späteren Sätze Sanctus^ Benedictus and
Agnus sind dieselben wie in der Messe fUr die Lebenden, nur
schliesst das Agnus nicht mit Dona , sondern mit y^Lux aetema
luceai m". — Fux hat ausser zwei kleineren (X. 55, 56) auch
ein grösser angelegtes Requiem fUr 5 Singstimmen (X. 51 — 53)
zurückgelassen, wovon aber nur das Requiem (51) mit dem
Kyrie , das Dies irae (52) und Domine Jesu (53) componiert vor-
liegen; die übrigen Theile sind nicht mehr vorhanden, oder
wurden nie eigens für dieses Requiem gesetzt, sondern einem
andern Requiem entnommen. Nach einer handschriftlichen Be-
merkung Simon Molitor's soll dieses Requiem 1697 zur Lei-
chenfeier der Erzherzogin Eleonore, verwitweten Königin von
Polen componievt worden sein. Damit stimmen auch die Aufzeich-
nungen der späteren Aufführungen im Jahre 1720 für die Kaise-
rin-Witwe Magdalena Theresia , 1 729 für den verstorbenen Her-
zog von Lothringen, 1736 für den Prinzen Eugen von Savoyen,
1740 nach dem Hinscheiden Kaiser Karl VL und 1741 am Jahrs-
tajge seines Todes. Femer spricht dafür die grosse und breite
Anlage und Durchführung mit reicher Instrumentierung. Im Jte-
quiem ist der Schluss Dona eis Domine in kunstreicher fünfstim-
miger Imitation weiter entwickelt und ähnlich das Kyrie ein
ernster fünfstimmiger Chor. Das Dies irae ist in zehn Sätze ge-
gliedert, davon ist das Quantus tremor in ungewöhnlicher Art
von ungebundenen Achtelnoten des Accordes begleitet ; das Alt-
solo des Tuba mirum wird von der Posaune eingeleitet und mit
dem Eintrittsmotiv fortbegleitet. Nach dem ruhigen homophonen
Intep oves kommt das tieferregte Confutatis maledictis, das Pie
Jesu schliesst mit dem kunstvoll ausgeführten Dona eis requiem.
Amen. Dass in dem Offertorium der fugierte Satz Quam olim
Abrahae würdig sich anreiht, durfte man erwarten.
IL Die Vespern (Abendgebethe) hatten verschiedene Ver-
anlassungen und davon abhängige Bezeichnungen. Sie hiessen von
■
einem Bekenner de Confessore^ vom Sonntage de Dominica , vom
Samstage de Sabbato, von der heiligen Jungfrau de Beata Vir-
Fux, Vespern. 133
gine Maria, und bestanden im Wesen ausser einigen gesproche-
nen Grebethen aus fünf Psalmen mit einem AUelnja, yersebieden
nach der Veranlassung ' und schlössen immer mit dem Magnificat,
Fux hat nicht nur ganze Vespern zurückgelassen , sondern noch
häufiger einzelne Psalmen daraus, bisweilen denselben Text wie
Ducü Dominus y Laudate pueri, Laudate Dominum, Magnificat
sechs und mehrere Male gesetzt. Die Setzweise bei den ganzen
Vespern und den einzelnen Psalmen ist beinahe eben so oft
a cappella als im concertierenden Stile mit Instrumenten. Im Gan-
zen ist die AuiBfassung zwar immer ernst und kirchlich , sie lässt
aber mit Ausnahme der Gompositionen a cappella von der hohen
Stimmung der Messe sich etwas herab , da auch der liturgische
Gegenstand sich nicht auf die Höhe des Messopfers erhebt. —
A cappella kommen Gompositionen mit Cantus firmus und ohne
denselben vor, der Chor ist darin alleinherschend und die con-
trapunktische Kunst, besonders der einfache und doppelte Canon
darunter einige, wie Vesper 90, von eben so grosser Bedeutung
als Schönheit die Kegel.
In dem Psalm Laetatus sum^y welcher ausnahmsweise für
acht Stimmen gesetzt ist, die in 2 Chöre getheilt sind, intonieren
die Stimmen des ersten Chors nach einander vier Canone, die
ihre Auflösungen im Einklänge im zweiten Chor finden , wie die
hier folgenden Anfangstacte zeigen :
1 Grewöhnlich waren folgende fi'inf Psalmen: 1. P«. 109 Diocit Dominum,
2. Ps. HO Confitebar tibi, 3. Ps, iii Beatus vir, 4. Ps, 112 Laudate pueri,
5. P«. 116 Laudate Dominum; an Marientagen und aus auderen Veranlas-
sungen kamen noch abwechselnd: Ps, 121 Laetatus sunt, Ps, 126 Nisfi Do-
minus, Ps. 147 Lauda Jerusalem, Ps, 143 Benedictus Dominus, Ps, 29 Ex-
aüabo, Ps, 127 Beati omnes, Ps, 128 Saepe expugnaverunt ^ Ps, 129 De pro-
funda, Ps, 130 Domine non est hinzu. Sämmtliche Texte dieser Psalmen
sind in der Beilage IX abgedruckt. ^ Beil. X. 105.
134
Fux, Vespern.
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Chor I.
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Der Canon ist lange fortgeführt und hat in dieser Art selbst
bei Fux keinen ähnlichen.
In den Nummern des concertierenden Stils sind ausser dem
häufigen Wechsel der Tonalität, auch Zwischenspiele der Instrur
mente und Uebemahme der abgebrochenen Textesphrasen durch
andere Stimmen gewöhnlich und selbst recitativartige Sätze nicht
F.ux, Vespern.
135
selten ; wodurch manche dem dramatigchen sich nähern. In ähn-
licher Riehtnng sind anch einzelne Wendungen des Textes be-
zeichnend anfgefasst, wie im Psalm Laudate^ das mahlende
relociter currit
ve - lo-ci-ter relociter currit cur - rit ser (mo)
IUI. 1 ■* '"• ^^ g r -
g
it
>- i.r'li"i".""^r Frf r^^
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velociter
velo - citer
ve-'lo- citer currit cur-
'^'^- 'T/r/gif 1 r^r/p r h^-^
veloci - ter
ve-lo-ci-terve-lo-ci-ter cur - rit cur-
and im Psalm Niai Dominus* der analog gehetzte Zurnf Stirgite,
surgUe
Surgitesur-gi - te surgite surfte sur-gi - te
Surgite snr-gi-te
Burgite fturgite surgite sur-gi - te
Surgite sur-gi-te
sur - gi-te surgite sur-gi - te
Surgite sur-gi-te surgite sur -gi-te surgite sur-gi - te
Gerade die einzeln componierten Psalmen , welche die Be-
Btimmnng hatten, bei besonderen Pesten als Einlagen zn dienen,
waren eben deshalb auf die Virtuosität der »Sänger in Solo und
1 Beil. X. 113. 2 X. 107.
136 Fux, Litaneien.
Dao und im allgemeinen auf ausgezeichnetere Ausführung sicht-
lich berechnet , wie auch auf dem Umschlage zu dem erwähnten
Psalme Nisi Dominus bemerkt ist, dass er gewöhnlich am Tage
der heil. Cäcilia gegeben wurde, wo man der himmlischen Be-
schützerin der Kirchenmusik nur das Erlesenste bringen zu dür-
fen glaubte; ferner wurde der Psalm Laudute pveri^ bei der
Krönung in Prag 1 723 gegeben , und a. m.
So mannigfaltig und bedeutend, so reich an harmonischer
' und melodischer Schönheit, ganz abgesehen von den Künsten
des Contrapunktes ist auch diese Abtheilung der Vespern und
Psalmen, dass man daraus leicht eine Reihe von Mustern der
verschiedenartigsten Auffassungen zusammenstellen könnte.
UI. Die Litaneien sind abwechselnde Bittgebethe, bei
welchen einer vorbethet und die anderen mit der Bittformel {ora
pronobisy miserere nobis) antworten. Sie wurden nur bei dem
Nachmittagsgottesdieuste angewendet. Aus den verschiedenen
Arten von Litaneien hat Fux nur die Marienlitaneien bear-
beitet. Sie heissen Litaniae Lauretanae und haben ihren
Namen von der Marienkapelle von Loretto , weil die dort ange-
brachten allegorischen Inschriften und Gemähide in den Worten
der Litanei ausgedrückt sind. Sie haben bei Fux auch andere
Benennungen als: Litaniae 5. Dei genürix, Mater divinae gru-
tiae, Mater sahatoris, Mater amabüis u. dgl. Die Litanei be-
schliesst jedesmal der Hymnus Sub tuum praesidium.
Die meisten sind im concertierenden Stile für Stimmen und
Instrumente geschrieben, die Litanei (X. 119) hat auch für die
Orgel concertierende Passagen, die Litanei 118 ist aber a cap-
pella gesetzt und ungeachtet des ziemlich gedehnten Textes sehr
kurz gehalten. Sie scheint es diesem Umstände und ihrer Frische
zu danken , dass sie auch nach dem Tode des Componisten von
1743 bis 1775 74 Wiederholungen erfuhr.
Im Vergleiche mit anderen Kirchencompositionen sind
die Litaneien minder bedeutend zu nennen , obgleich an sich sie
wieder ihre eigenen Verdienste der Behandlung besitzen.
An die Litaneien sehliessen sich die Completorien, wo-
mit der katholische Priester sein geistliches Tageswerk vollendet.
1 Beil. X. 88.
Fux, Gradoalien — OfFertorien. 137
Das Completorium besteht aus vier Psalmen^ nüd 2 Hymnen,
nach deren jedem das Gloria patri et filio wiederholt wird. Die
meisten Completorien sind a cappella componiert, gewöhnlieh vier-
stimmig, einzelne Sätze auch zwei- oder dreistimmig. Im Com-
pletorium X. 126 hat jeder Vers der zwei ersten Psalmen seine
abgesonderte Behandlung gefunden. Ungeachtet der im allge-
meinen kürzeren Fassung der einzelnen Sätze wusste der Meister
den Cantus firmus zu trefflichen Compositionen zu benützen. Ein-
zeln componierte Psalmen daraus , welche wie bei den Vespern
zu Einlagsstüeken dienten, sind für eine oder zwei SolostiiAmen
(X. 132, 133) und ihrer besonderen Bestimmung gemäss reich-
lich figuriert gesetzt.
IV. Graduale (Staffelgebeth) ist ein Bestandtheil der
Messe, welcher nach dem Kyrie eintritt, nachdem ein Priester
an den Stufen des Altars stehend die Epistel gelesen hat. Als
Musikstück wird es als ein Einlagestück zur Messe betrachtet,
und ist nicht unter den Hauptnummem derselben componiert, da
es in gewissen Fällen wegbleibt. Fux hat die grössere Zahl der
Gradualien (X. 137 — 142) für die Adventzeit, eines auch flir
die Fasten, zwei iür das Requiem zurückgelassen. Sie enthalten
kurze Bibeltexte und zur Adventzeit zum Schlüsse ein AUeluja.
Sie sind sämmtlich a cappella, meistens auch mit Cantus firmus
componiert und ungeachtet der Beschränktheit des Umfanges ist
der Raum mit canonischen Wendungen gründlich ausgenützt. Im
Graduale (X. 140) ist die öftere Wiederholung veni — veni (ut
salvos facias nos) durch alle Stimmen von bester Wirkung.
V. So wie die Gradualien werden auch die Offertorien als
besondere Einlagestücke in die Messe componiert, und finden
ihre Stelle nach dem Credo und vor dem Sanctus , während vom
Priester unter stillem Gebethe die- Hostie und der Kelch geopfert
werden. Gewöhnlich sind die Musikstücke während dieses Vor-
ganges nicht sehr ausgeführt auf einen Text, welcher dem Feste
entspricht. Fux hat für den Advent vier, und für die Fasten
ebenfalls vier Offertorien zurückgelassen, welche ebenso viele
Perlen genannt werden können. Sie sind a cappella, meistens
1 Ps. 4 Cum invocarem — P*. 30 In te Domine speravi — P«. 90' Qui
habitat — PsASS Ecce nunc benedicite — Htfmnus: Te lucis ante terrninum —
Cant. Simeonis: Nitnc dimittis sermtm, sämmtlich in Beil. IX abgedruckt.
::i
138 Fux, OflFertorien.
auch mit einem Cantus firmus gesetzt, und da der Text gewöhn-
lich nur zwei Verse eines Psahnes enthielt und doch eine be-
stimmte Zeit ausftlllen musste, so war eine öftere Wiederholung
der Textesworte unvermeidlich. Aber gerade in der Auswahl die-
ser Worte und noch mehr in der contrapunktischen Behandlung
zeigte sich der Meister. In dem Offertorium Ad te Domine (X. 153)
wird das oft wiederholte bedeutende Wort non confundentur — non
mit einer Innigkeit des Ausdruckes vorgetragen, die an. einen
gelehrten Contrapunktisten gar nicht denken lässt. In dem Offer-
torium (X.154) wird der Eingang Tollite portas und in 159 de
Apostolis die Worte Estote forte» in hello wie ein Mahnruf ;Kum
Kampfe aufgefasst und doch zugleich die Eignung des Motivs zur
Durchftlhrung nicht aus dem Auge gelassen. In diesen Offerto-
rien stecken ihrer Kürze ungeachtet tiefe Studien und fordern
den Strebenden zu Studien daran auf. Es ist darum auch nicht zu
verwundem, dassFux selbst einen besonderen Werth auf dieselben
legte und zwei daraus im Gradus seinem Schüler als Muster hin-
stellte und sie mit ihm analysierte. Das eine ist das Offertorium
(X. 153) Ad te Domine \ welches er im Gradus (pag. 254) mit
folgenden Bemerkungen begleitet: „Sieh, Josef, diesen gebunde-
nen Öatz mit beständig verketteten Subjecten (Themen). Betrachte
zuerst und erwäge den Sinn des Textes Ad te Domine levavi ani-
mam menm, und du wirst finden, dass das Subject mit wachsen*
der Stimme und immer aufsteigend nach dem Bilde eines mit
Vertrauen Bethenden, der Bedeutung der Worte ^anz besonders
angeschlossen sei. Bemerke dann die zweite Stimme, welche
eintritt, ehe die erste das Subject ganz vollendet hat, und wie
durch eine kurze Modulation mit einem Trugschluss der dritten
Stimme, dem Tenor, Gelegenheit zum Eintritte gebothen ist. Hier^
auf fahren der Sopran und Alt anstatt einer Modulation mit Auf-
nahme eines fremden Scheinsubjectes bei den Worten animam
meam inzwischen an nicht ungefällig zu spielen. Femer, damit die
Modulation durch unnöthigc Wiederholung der Worte nicht zu
sehr in die Länge gezogen werde, imitiert nach einer dazwi-
schen gestellten halben Pause .der Alt das Subject bei dem Worte
levavi, welche Imitation nach einer Pause der Sopran ebenfalls
1 Es i8t in der Beilage VII. 3. f. abgednickt.
Fux, Offertorien. 139
aufnimmt. Hierauf modulieren etwas die Stimmen mit dem Qnasi-
subjecte bei den Worten ahimam meam und bilden einen Ton-
schlusB in jD, worin der Sopran nach vorhergegangener Pause
mit der neuen Periode des Textes ein neues Subject einführt ; die
ausdruckende Kraft dieses Subjeetes bei den Worten Deus mens
scheint der Beachtung nicht unwerth zu sein. Betrachte ausser-
dem ^ aaf welche Art die Stimmen dieses Subject so enge auf-
nehmen ^ dass gleichsam eines dem andern dasselbe aus dem
Munde nimmt, bis bei den Worten in te canfido ein anderes Sub-
ject, das sich von der Bedeutung des Textes nicht entfernt, vom
Basse fortgeftahrt wird , welches von den übrigen Stimmen aufge-
nommen , dann mit dem frttheren Subjecte Deus mens vermischt
bis zum Tonschluss Bfa fortgeführt wird. . . . Erwäge femer das
Subject, welches mit der folgenden Periode nan erubescam unter
der obigen Cadenz im Basse eintritt, von den übrigen Stimmen
in strenger Aufeinanderfolge wiederholt und fortgeführt wird zur
Cadenz F, wo neuerdings der Bass mit der Periode neque irrt'
deant me inimici ein neues Subject einftihrt , das dem Sinne der
Worte keineswegs widerspricht und dann in langer Durchftihrung
mit engansehliessenden' Stimmen fortgesetzt wird^. — So spricht
sich der denkende Künstler ans über, sein klares Wollen und
lässt uns zugleich in die Werkstätte seines schaffenden Geistes
hinabsteigen, wie das nur selten in so interessanter Weise ge-
schieht. Dai3 OffertoriuAi Ave Maria (X. 151) gibt Fux Gele-
genheit über die Auffassung einer Composition a cappella in Ver-
bindung mit einem Cantus firmus sich also auszusprechen^: „Hier
hast du ein Beispiel einer Composition , die mit obligatem Cantus
firmus oder Gregorianus gearbeitet ist. Wenn die Subjecte min-
der sangbar und nicht so bedeutend sind , als in den vorher-
gehenden Mustern, so musst du das der Beschränkung durch den
Cantus firmus zuschreiben, denn in dieser Compositionsgattung
steht es nicht frei , was immer fllr ein Subject zu wählen , son-
dern nur jene, welche an den Choralgesang sich anschliessen
können. Ausserdem sind gewönlich die Subjecte aus dem Gre-
gorianischen Cantus entnommen oder doch üachahmend einge-
richtet. Wenn die Worte öfter als genug ist , wiederholt werden,
1 GraduB. p. 262.
140 Fux, Mottette.
80 schreibe das dem Tractus' des Choralgesanges uud seiner
Kürze zu, das aber für das ganze OfTertoriam ausreichen. soll.
Obschon einerseits solche Zwangsobliegenheiten nicht wenig dem
Schmucke der Composition entziehen , so findet man doch ande-
rerseits im Anhören des Cantus firmus etwas Einschmeichelndes
und die Andacht Förderndes y das die Zuhörer auf der Stelle zur
Sammlung aufruft.^
Ausser diesen Compositionen a cappella sind die Offertorien
161 und 162 für eine und zwei Solostimmen reich figuriert und
instrumentiert und heiter festlich, wie die Bestimmung des
Textes dazu Veranlassung gab.
VI. Mottette. So wie der etymologische Ursprung des
Wortes ist auch der Character des MusikstUckes dieses. Namens
verschiedenartig aufgefasst worden. Darin stimmen wohl die
meisten tiberein, dass das Mottett ein zur Figuralform gehöriger
Kirchengesang, aber mit freierer Bewegung sei, und sich da-
durch dem Madrigale nähere, aber durch den stäts biblischen
Text und durch Vorwalten des künstlichen Contrapnnktes, der
Imitation, des Canons und der Fuge davon entferne. In dem
letzten Sinne hat Fux ein einziges Mottett a cappella componiert
hinterlassen über die zwei, ersten Verse des Psatanes42 Utcervus
ad fontes ^, das ganz in der Strenge seiner schönen Adventoffer-
torien gehalten ist und sich von diesen nur dadurch unterschei-
det , dass es die Aufschrift Mottetto fllhrt. Alle übrigen Compo-
sitionen dieses Namens gehören bei Fux dem concertierenden
Stile an, sind fUr eine oder zwei Solostimmen oder a tre, seltener
a quattro gesetzt und gewöhnlich reich instrumentiert. Die Solo-
stimme , wenn sie nicht durch das ganze Stück allein den Instru-
menten gegenübersteht, intoniert gewöhnlich eine Phrase, die
der Chor wiederholt > oder es nehmen die Stimmen in verschie-
denen Combinationen die Texte auf und führen sie zuletzt ge-
meinschaftlich zu Ende. Ihre Bestimmung konnte nach den Tex-
tesworten, welche gewöhnlich kirchliche Hymnen sind, an den
Festen verschiedener Heiligen , die besonders genannt sind, vor-
züglich aber an Marientagen als Einlagstücke der Messe oder zu
1 Tr actus ist eine Melodie, welche in der Fastenzeit an der Stelle
des auf das Graduale folgenden AUeluja gesungen wird. ^ Beil. X. 184.
►
Fux, Hymnen.
141
andern liturgischen Zwecken sein. Durch die freiere Behandlung
der concertierenden Mottette ist auch hier den Sängern Gelegen-
heit gegeben, ihre Kunstfertigkeit zu zeigen , während die Auf-
fassung des Textes durch viele feine Zttge das genaue Verständ-
niss desselben von Seite des Componisten verräth.
Vn. Hymnen. Unter dieser CoUectivbezeichnung wurden
die zahlreichen Kirchencompositionen eingereiht, welche nicht
unter eine der früheren Rubriken der Gradualien, Offertorien
u. 8. w, gebracht werden konnten, obschon es wahrscheinlich ist,
dass mehrere der Hymnen zu solchen Zwecken verwendet wur-
den. Die Texte dazu sind theils Psalmen , theils wirkliche Hym-
nen zur Ehre von Heiligen, oder mit Rücksicht anderer kirch-
licher Zeiten, als des Advents, der Ostern u. dgl. oder zu Dank-
festen ftlr bedeutende glückliche Ereignisse, als Siege, Friedens-
schlüsse, zuweilen aber auch zu kleineren Litnrgien, wie Äsperges,
Libera bestimmt. Den bei weitem grösseren Theil machen die
Hymnen an die Mutter des Heilandes aus, wie denn Fux auch bei
den früheren Abtheilungen für den Mariencultus viel und mit
Vorliebe componiert hat. Unter den Hymnen sind einige Texte
oft wiederholt von ihm gesetzt, so Alma Redemptoris mater 18
Male, Salve Regina 10, Ave Regina 22 Male. Mit welcher Innig-
keit Fux an diese Texte gieng , möge die Auffassung der Worte :
„0 Clemens^ o pia, o dulcis tirgo Maria" aus dem Salve Regina
259 (der Beil. X) dienen.
Soli seiiBa stromentL
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mens o
pi - a
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pi - a, o dul - ds
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0 de - mens o pi - a o pi
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142
Fux, Hymnen.
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dul - eis vir
go Ma - ri
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dul - ci» vir - go Ma - ri
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a.
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I
dul - eis vir
go Ma
n
a.
Die Mehrzahl dieser Hymnen ist a cappella ohne oder mit
Ripieninstrumenten vierstimmig, häufig auch dreistimmig gesetzt,
da Fux seine Vorliebe für den dreistimmigen Satz auch hier an
den Tag legte. Die Hymnen für Solostimmen oder für zwei Stim-
men y hie und da auch andere sind im concertierenden Stile ge-
schrieben zum besonderen Frommen virtuoser Kehlen. Dass sich
Fux im concertierenden Stile freier bewegte , hat er im Gradus
selbst für erlaubt erklärt, doch schwebt auch über diese freiere
Bewegung das stäts wache Bewusstsein des Gesetzes, das nur
seltene Ausnahmen gestattet. Im Hymnus (249) Nunquam ira
nähert sich die Behandlung dem dramatischen, jedoch ohne dem
kirchlichen Ernste Eintrag zuthun; in der Hymne (192) Alma
Redemptoris erlaubt sich Fux im Eingange wiederholte Sprünge,
Alma Bedemp - to - ri8 Redemp • to - ris ma
ter
wie man sie in solcher Folge bei ihm in der Kirchenmusik nicht
gewohnt ist, doch auch da lenkt er bald ein, als wollte er zeigen,
dass man bisweilen auch ungewohntes wagen dürfe. Der mehr-
mals vorkommende Quintensprung beim Eintritte des Alma (X. 1 85,
186, 187, 190, 191, 20Ö, 202) hat wahrscheinlich seine Veranlas-
sung in irgend einem Cantus firmus, von dem er sich in mehreren
Hymnen nicht geringe Fesseln anlegen lässt, welche aber dem
Fux, Hymnen. 143
Hörer niemals beschwerlich werden, da er sie mit erhöhter conti*a-
punktischer Ennst zu umhüllen weiss.
Als Compositionen fUr Feste ersten« Ranges treten aus den
Hymnen zwei Te Deum (X. 270 und 271) hervor durch die Grösse
und Feierlichkeit der Auffassung so wie die überaus zahlreiche
Verwendung von Instrumenten. Es ist auch aus den Vormerken
der gleichzeitigen Stimmenabschriften zu entnehmen, dass sie
1723 bei der Krönung in Prag, 1725 wegen des abgeschlossenen
Friedens mit Spanien, 1716 bei der Geburt des sehnlich erwar-
teten Thronerben Erzherzog Leopold , 1 736 zur Vermählung der
Erzherzogin Maria Theresia mit dem Herzoge Franz Stephan von
Lothringen zur Aufführung kamen. — Aus dem Verzeichnisse X
ist auch ersichtlich , wie einige andere dieser Hymnen zu ihrer
Zeit die zahlreichsten Wiederholungen erfuhren, woraus hervor-
zugehen scheint, dass Fux selbst zu einer Zeit, wo man den ver-
führerischen Tönen der lockeren Opernmusik begierig lauschte,
doch dasselbe Publicum für den Ernst seiner Kirchenmusik em-
pfänglich zu erhalten wusste.
IX.
Chronik (1719—1721) - Abfertigimg für die eTenteeUe Witwe —
Seine Oper Costansa e Forteisa in Prag (1728) — Caldara's Oper
Enristeo (1724).
Im Jahre 1719 componierte Fux zwei Textbücher seines
Pietro Pariati: die Oper Elisa ^ zum Geburtsfeste der regieren-
den Kaiserin Elisabeth (sie erschien zehn Jahre später gedruckt),
und das Oratorium Gesu Cristo negato da Pietro *. — Desselben
Jahres erhielt Fux das Hofquartier „zum goldenen Bären ^" auf
dem alten Fleischmarkt, wo er 22 Jahre wohnte und auch seine
Tage beschloss.
1 720. Ausser dem Oratorium La Cena del Signor, Text von
P. P a r i a t i * componierte Fux gemeinsam mit Caldara die Operette
Psiche % Text von ApostoloZeno, der einzige Fall, in welchem
Fux mit anderen in Gesellschaft componierte. Die Veranlassung
dazu war sehr wahrscheinlich seine oft wiederkehrende Kränk-
lichkeit. Zur Leichenfeier der am 19. Jänner verstorbenen Kai-
serin-Witwe (nach Kaiser Leopold I.) Eleonora Margaretha
Theresia wurde das grosse Kequiem von Fux gegeben. — Der
neu eingetretene Hofcomponist Gius. Porsile beginnt seine
Thätigkeit.
1721. Die Vorsorge, seine eventuelle Witwe nicht nach
seinem Ableben den Wechselfällen einer Gnadenpension auszu>
setzen, bestimmte Fux, bei seinen andauernden chronischen
Leiden den ihm so gnädig gestimmten Kaiser um sofortige Ge-
währung einer Abfertigungssumme statt einer Pension zu bitten. In
seinem Gesuche vom 6. März 1721^ führt er an, dass er während
seiner langen Dienstzeit in den „flirgewesten schweren Zeiten,
und bei seinen vielfaltigen dispendiosen Krankheiten'^, keine
1 Beil. VIU. 551. 2 Eb. 556. 3 Haus Nr. 6 (neu), 697 (alt). Beil. II.
20. * Beil. Vm. 567. & Beil. VIII. 563. • Beil. U. 10.
Abfertigimg für die Witwe F u x. 145
Mittel ftlr den benöthigten Unterhalt der Seinigen naeh seinem
Ableben habe bei Seite legen können ^ znmal er ansser der Be-
soldung irgend eine Adjnta ; wie viele andere , niemals genossen
habe, bei seinen erschöpften Kräften aber dem Allerhöchsten ge-
fallen könne, seine Tagei in kurzem zu endigen und da seine Frau
Anspruch auf irgend eine Pension habe, so bittet er statt der-
selben um ein Capital, dessen Interessen einer jährlichen Pension
seiner Witwe gleichkämen, damit er noch bei seineu Lebzeiten
den Trost habe, sein armes Weib, „bq ihm jederzeit mit sonder-
barer Liebe und Treue alle Hilfe erzeigt habe^, versorgt zu
wissen.
Der Ob'ersthoftneister führt in dem Gutachten ^ über dieses
Gesuch zwei ähnliche Fälle der letzten zwei Vorgänger im Kapell-
meisteramte Antonio Draghi und Marc Antonio Ziani an,
deren Angehörigen bei deren Lebzeiten Pensionen in der Höhe
von 800 fl. zugesichert wurden. „Gleichwie dieser Supplicant
(Fux) es jenen beiden in der Capacität und Fleiss wo nicht bevor
wenigstens gleich gethan hat^, so dürfe die! Witwe desselben
ebenfalls eine Pension von jährlich 800 fl. erwarten und diese
leicht zehn , wo nicht mehrere Jahre gemessen dttrfen , daher hat
der Obersthofmeister kein Bedetiken getragen, „Ew. kais. Msge-
stät für den- Supplicanten , als seiner langjährigen und fleissigen
Dienste halber besonders meritierten Hofkapellmeister, einzu-
rathen, dass ihm ein fttr allemal ein Capital von 8000 fl., jedoch
erst in den vier nächstfolgenden Jahren- ratenweise zu bezahlen,
eben so viel, als die Pension von 800 ü. in 10 Jahren austrägt^\
Unter diesen Antrag schrieb Kaisei* Karl VI.: „Placet^.
In diesem Sinne wurde auch das Decret fttr Fux^ ausge-
fertigt.
Wenn diese Abfertigungssumme von 8000 fl. für die even-
tuelle Witwe des Kapellmeisters beträchtlich erscheint — und sie
ist es auch wirklich, besonders bei dem Geldwerthe jener Zeit —
so steht doch das ganz analoge Begehren des Vice-Kapelhneisters
Antonio Caldara von 12.000 fl. beschwichtigend entgegen, da auch
diese Summe ihm bewilligt wurde — ohne Fux zu einer gleich-
stellenden Forderung zu veranlassen.
J Beil. II. 11. 12. 2 Beil. IL 11.
Köehef, J. J. Ftix. 10
146 Fax, Oper Oostanza e fortezza.
1722. Ausser der brillanten Oper Le Nozze di Aurora ^ Text
von P. Pariatiy znr Vermählungsfeier der Erzherzo^n Amalia
mit dem Kurprinzen Albert von Baiem componierte Fux nach-
träglich die 1 720 von Caldara componierten Nummern zur Operette
Pnche^ neu und brachte sie als seine alleinige Composition am
Geburtstage des Kaisers zur Aufführung.
1723. Das Wiener Diarium vom 23. März berichtet die
Wiederholung des Oratorium Cristo neU orio^ vom Jahre 1718. —
Ein grosser Triumph erwartete den kranken Mann in Prag.
Im August und September des Jahres 1723 bereiteten sich
zur Krönung des Kaisers und der Kaiserin mit der königlichen
Krone von Böhmen in Prag Festlichkeiten vor, wie sie selbst in
jener prachtliebenden Zeit ungewöhnlich waren. Ausser den
glänzenden Gefolgen der zahlreichen Wilrdenträger des Kaisers
hatten Theilnahme und Neugier eine grosse Menge inländischer
und ausländischer Personen aus den höchsten Ständen herbeige-
zogen, welche zugleich den Festen zu würdiger Folie dienten.
Dass dabei die Musik einen wesentlichen Antheil zu nehmen be-
stimmt war y Hess sich erwarten , da von allen Seiten die ausge-
zeichnetsten Künstler aus ganz Europa, wie der berühmte Violin-
virtuose Giuseppe Tartini^, entweder ausdrücklich dazu auf-
gefordert wurden, oder aus freiem Antriebe sich dabei einfanden.
Fux war beauftragt worden , die Festoper zu schreiben , welche
am Geburtsfeste der Kaiserin (31. August) gegeben werden sollte.
P. Pariati hatte als Verfasser des Textes das Motto des Kaisers
Costanza e fortezza zum Titel der Oper gewählt und seine Auf-
gabe in den Vorgängen des Kampfes des Porsenna gegen Bom
mit den Episoden des Mutius Scävolä , des Horatius Codes und
der Clölia mit vielem Geschicke gelöst. Zur Darstellung wurde
in dem grossen Hofraume des königlichen Schlosses auf dem
Hradschin ein prachtvolles Amphitheater erbaut , das 4000 Zu-
schauer zu fassen vermochte. Das noch erhaltene Textbuch gibt
in sechs Kupferstichen des grössten Formates die Zeichnungen
der vorzüglichsten Decorationen und Maschinerien , worunter die
Heereslager der Römer und Etrusker , dann eine grosse Wasser-
1 Beil. VUI. 584. « £b. 582. « Eb. 547. ^ Geb. 1692, gest. 1770.
Kam 1723 mit seinem Freunde dem Violoncellisten D. Ant. Vandini nach
Prag nnd blieb dort mit ihm drei Jahre bei Graf Kinsky.
I
Fux, Oper Coatanaa e fortezza. 147
masse , welche sich aus dem Tiber erhebt und dann die Burg des
Flaasgottes sehen iässt; besonders hervortreten. Von dem Reich-
tbum der Belenchtnng , der Kostbarkeit der Kleider, der anser-
lesenen Musik ^ den zierlichst ausgeftthrten Tänzen , erzählt das
Wiener Diarinm ^ dass sie wohl bewundert aber nicht beschrieben
werden können. Die Vorstellung währte von 8 Uhr Abends bis
1 Uhr nach Mittemacht. Ueber den Eindruck, welchen die Musik
des Fux auf die Zuhörer ausübte, haben wir zu gutem Glttcke die
Aufzeichnungen eines kunsterfahrenen Theflnehmers, des preussi-
sehen Kammermusicua und Hofcomponisten Johann Joachim
Quantz', der sich in seiner Lebensgeschichte' darttber also
vernehmen lässt :
,,Im Jahre 1723 that Quantz mit (S. Leop.) Weiss, dem
Lauteiuusten^ und dem (nachmaligen) Kapelhneister Graun^ eine
Reise nach Prag. Um diese Zeit hatte Kaiser Karl VI. die meisten
berühmten Virtuosen aus Europa nach I^ag verschreiben lassen.
Die Geschichte hat keine glänzendere Begebenheit für die Musik
aufzuweisen als diese Feierlichkeit , noch ein ähnliches Beispiel,
da so viele grosse Meister irgend einer Kunst auf einmal an einem
Orte versammelt gewesen.
Bei dieser Gelegenheit ward eine Oper in freier Luft aufge-
führt , wo hundert Personen sangen und bei zweihundert spielten.
Die Oper hiess La Cosianza e la Fortezza, componiert von Fux,
dem alten berühmten kaiserlichen Oberkapellmeister. Die Compo-
sition war mehr kirchenmässig als theatralisch, aber sehr prächtig.
Das Concertieren und Binden der Violinen gegen einander, welches
in den Ritomellen vorkam, ob es gleich grösstentheils aus Sätzen
bestand, die auf dem Papier steif und trocken genug aussehen
mochten, that dennoch hier im Grossen bei so zahlreicher Be-
setzung und in freier Luft eine sehr gute, ja viel bessere Wirkung
als ein galanterer , mit vielen kleinen Figuren und geschwinden
Noten gezierter Gesang in diesem Falle gethan haben würde. Die
Chöre dienten nach /ranzösischer Art zu Balleten. Der Kapell-
1 Vom 4. Sept. 1723. « Geb. 30. Jänner 1697, gest. 12. Juli 1773,
bekannt durch seine Anweisung die Flöte zu spielen. ^Marpurg, hist.-
krit. Beitr. I. 216 f. — Burney, Tagebuch (1773). 1. 117 ff. * Geb. 1684,
gest. 1750, sächsischer Kammermuflicus, ein ausgezeichneter Lautenspieler.
^Karl Hein r. Graun, geb. 1701, gest. 1759, preussischer Kapellmeister.
10*
148 Fux, Oper Costanzaefortezza.
meister Caldara gab den Tact^ Fax selbst hatte das Podagra:
der Kaiser hatte ihn also von Wien in einer Sänfte hertragen
lassen, nnd er hörte diese so angewöhnliehe prächtige AoffUhrong
seiner Masik nicht weit vom Kcüser sitzend an K Unter den Haapt-
oder concertierenden Stimmen war keine einzige mittelmässig, sie
waren alle gat. Die Sängerinen waren die beiden Schwestern
AmbrevillC; Italienerinen^ deren eine nachher mit dem Violon-
cellisten Perroni, die andere mit dem Sänger Borrosini sich
vermählte. Die Sänger waren der berühmte GaetanoOrsini^
Domenico (Genovesi), Carestini, Pietro Casati^ ein
grosser Actear, (Franc.) Borrosini, ein lebhafter Tenorist and
aach geschulter Acteur und (Christ.) Praan, ein Deatsoher, and
angenehmer Baritonist, welcher besonders das Adagio so rttiirend
aosfUhrte , als man irgend von einem braven Contraltisten hätte
erwarten können.
Gaetano Orsini, einer der grössten Sänger, die jemals
gewesen , hatte eine schöne , egale and rtthrende Contraltstimme
von einem nicht geringen Umfange, eine reine Intonation, schönen
Trillo und angemein reizenden Vortrag. Im AUegro accentaierte er
die Passagen, besonders die Triolen mit der Brust sehr schön und
im Adagio wusste er auf eine meisterhafte Art das Schmeichelnde
und Rtthrende so anzuwenden , dass er sich dadurch der Herzen
der Zuhörer im höchsten Grade bemeisterte.
Domenico (Genovesi) hatte eine der schönsten Sopran-
stimmen, die ich jemals gehört habe. Sie war voll, durchdringend
und rein intonierend. Im ttbrigen aber sang nnd agierte er eben
nicht mit sonderlicher Lebhaftigkeit.
Giovanni Carestini hatte frtther eine starke und volle
Sopranstimme, welche sich später in eine der schönsten, stärksten
und tiefsten Contralte verwandelte. Er hatte eine grosse Fertig-
keit in den Passagen , die er der guten Schule des Bemachi ge-
mäss mit der Brust stiess. Er unternahm in willkttrlichen Ver-
änderungen sehr vieles, meistentheils mit gutem Erfolge. Seine
Action war sehr gut und so wie sein Singen feurig.
1 In den Cameralzahlamts-Rechnungen von 1723 wird bemerkt, dass
das I. Quartal des Gehaltes von Fux für 1723 in dem Prager Reiseparticu-
lare vorkomme. Damit ist auch die Anwesenheit desselben in Prag amtlich
nachgewiesen.
Caldara, Oper Euristeo. 149
Alle diese Sanger stunden in wirklichen kaiserlichen Dien-
sten. Von dem wienerischen Orchester waren aber nur etliche
zwanzig Personen gebracht worden. Die übrigen Instrumentisten
wurden in Prag zusanunengesucht und bestunden aus Studenten,
aus den Mitgliedern einiger gräflichen Kapellen und aus fremden
Musicis. Der Anführer des Orchesters war der kaiserliche Con>
certmeister (Giov. Ant.) Piani. Der bertthmte Francesco
Co n t i; ein erfindungsreicher und f euriger, obzwar manchmal etwas
bizarrer Componist fbr die Kirche sowohl als für das ernsthafte
nnd komische Theater , dabei einer der grössten Teorbisten j die
jemals gewesen sind; spielte die erste Teorbe. Die Chöre waren
mit Schttlem und Kirchensängem aus der Stadt besetzt. Weil
nun wegen Menge der anwesenden Menschen vielen , auch sogar
Personen von vornehmem Stande der Eintritt in die Oper ver-
sperrt war j so liessen meine beiden Gefährten und ich uns auch
mit zum Orchester werben. Weiss spielte die Teorbe , Graun
das Violoncell und ich Oboe als Bipienisten. Wir hatten dadurch
zugleich' Gelegenheit die Oper wegen der vielen nöthigen Proben
desto öfter zu hören. ^
Auch in später Zeit sprach Quantz mehr als einmal mit
g^sser Aehtung von der Wirkung , welche diese Oper von Fux,
die er in seiner Jugend gehört hatte^ in ihm zurttckliess ^
Ausser der Festoper wurde in Prag das grosse Tedeum^ am
Krönnngstage (5. Sept.), wahrscheinlich noch mehrere Kirchen
compositionen voii Fux gemacht. — Johann Dismas Zelenka,
der Schttler des Fux, sang im Chor der Oper Costanza und com-
ponierte dort die Musik zu dem Melodrama de Sancto Weftceslao ^.
So wie es bereits unter den früheren Kaisern Leopold I.
und Josef I. die Begel war , dass jährlich im Fasching von Cava-
lieren und Damen scenische Darstellungen, gewöhnlich Comödien
oder Burlesken mit und ohne Tänze, bei Hofe aufgeführt wurden,
setzte sich diese U^bung auch unter dem gutmusicalischen Kaiser
Karl VI. fort, ja sie steigerte sich im Jahre 1724 bis zu einer Oper,
deren Gesangs- und Instrumentalparte so wie die Tänze aus-
schliesslich von Herren und Damen des höchsten Adels mit dem
iFr..Nicolai,Rei8©.1781.IV.524. aßeü.X.270. »Fürstenau,
Oesch. Dresdn. Mus. IL 71^83.
150 Oaldara, Oper Enristeo.
•
Kaiser als Dirigenten an der Spitze ansgeftlhrt worden. Das
Wiener Diarinm vom 17. Mai 1724 referiert darüber angewöhnlieh
ausführlich in folgender ftlr die Zeit charaeteristischen Weise:
..Gegen Abend wurde bei Hof auf einem eigens dazu verfertigten
theatro in Beisein der Allerhöchsten kaiserlichen Monarchen dann
der durchlauchtigsten Leopoldinischen Erzherzoginen, des Erb-
prinzen aus Lothringen Durchl., wie auch des hiesigen und fremden
höchsten Adels eine noch niemals dahier und fast durch ganz
Europa gesehene lob- und sehenswürdigste Opera, wobei auch die
DurchL Carolinischen Erzherzoginen und Infantinen , als Maria
Theresia^ und Maria Anna die Tänze aufgeflihret und die
Actores , Tänzer und Tänzerinen und der völlige Chorus musicus
aus lauter Adelichsten Personen bestanden mit grösster Magni-
ficenz und Buhm zum ersten Male vorgestellet. Obgedachte herr-
lichste Opera , so Eurystheus (Euristeo) ^ benamset ist , war auf
allergnädigsten Befehl Ihrer kaiserlichen und königlichen katho-
lischen Majestät von Herrn ApostoloZeno^, kaiserUchen Poeton
und Historico verfasset und von Herrn Antonio Caldara, kais.
Vice-KapeUmeister in Musik gebracht worden.
Die vorstellenden Personen sind :
I»meney Prinzessin von Argo — Margaritha Orsini
Gräfin von Piakai. — Erginda, Tochter des Thersander —
Judith Gräfin von Stahrenberg. — Aglaiida, Töchter
des Königs Cisseus — Josefa Gräfin von Berg. — Ormond,
der Feldoberste des Königs Cisseus — Karl JosefMarchese
Gallerati. — Cisseus, König von Macedonien — Ludwig
Prinz Pio von Savoyen. — Clearcus, Fürst von AetoUen —
Ferdinand Graf von Harrach. — Glaucio, Fürst von
niyrien — Pietro Marchese Stella.
Die Instrumentalmusik versahen:
Herr Adam Graf vonQuestenberg . , Tiorbe
„ Ludwig Graf von Saleburg . . . Travers
„ Ferd. Graf von Lamberg Violin
j, Christ. Fürst Lobkowitz Violin
p Friedr. Graf Cavriani Fagott
1 Die nachmalige Kaiserin, damals 7 Jahre alt.
2 Beil. VIII. 604. 3 Poesie drammatiche. Vol. VI.
r
y
r»
r
Caldara, Oper Euristeo. 151
Herr Karl Bob. Graf Tmchsess v. Zeil Haatbois
j, Christ. Graf von Proskan .... Violin
r Ferd. Graf Fergen das zweite Cymbal
^ Karl Graf Apermont Yiolin
Job. Bapt. Graf von Pergen . . . Violoncell
Jos. Graf Stnbenberg Violin
Karl Graf von Rotal Violin
Christ. Graf Pertnsati Violin
Kasimir Graf V. Werdenberg . . Violin
.. Siegfr. Graf v. Lengheim Hantbois
• Oct. Graf Piccolomini Violin
^ Ad. Phil. Graf Logi (Losy) Contrabass
,. Sigm. Graf Herberstein Violoncell
r Const. Bar. Figher Fagott
^ Job. Karl Graf von Hardeck . . . Violoncell
^ Franz Graf Pachta Violin
;, Mich. Bar. Lazari Violin.^
Am 20. Mai desselben Jahres wurde dieselbe Oper zmn
dritten nnd letzten Male gegeben. Nach vollendeter Vorstellnng
wurden unter den Damen nnd Cavalieren der Opera y,einige
Prämia^ so in Geschmnck und anderen kostbaren Galanteriesachen
bestanden, nach gehobenen Loszetteln ansgetheilet^^.
Ein Berichterstatter in einer englischen Zeitung von J. 1724*
meldet über die Darstellung der Oper Euristeo: Der Kaiser ist
höchst zufrieden mit der Ausflihrung der Oper, die nun schon
2mal dieseWoche gegeben ward und heute zum dritten Male dar-
ankommt. — Der Componist, Mifangs besorgt um die Ausführung
seiner Oper, war entzückt, als er hörte, dass es so vortrefBich
gieng, denn die erlauchten Personen sangen und spielten über
alle Erwartung gut. — Zwischen den Acten fllhrten folgende er-
lauchte Personen Tänze auf: Nach dem ersten Acte: Bosa Gräfin
Thurn — Gräfin Christiana von Salm — Gräfin Josefa
Henklin — Gräfin Antonia von Zinssendorf — Graf Kar^
Salm — Graf Anton Strasoldo — Graf Josef Zobur —
Bar. Christ, von Westenrad (?Questenberg?). Nach dem
1 Wiener Diar. 20. Mai 1724.
3 Allg. muB. Zeitg. 13. Jänner 1869. p. 12.
152 Cal dar a, Oper £uristeo.
zweiten Act: Erzherzogin Maria Theresia mit 4 Damen und
4 Herren. Nach dem dritten Act die Erzherzoginen Maria The-
resia und Maria Anna mit 4 Damen und 5 Cavalieren.
Nicht minder befriedigt spricht sich ein anderer Augen- uüd
Ohrenzeuge, der Poet Apostoio Zeno ttber die Ausführung
seiner Oper in einem Briefe in seine Heimat aus ^ : ^Ich kann euch
nicht entsprechend den Beifall schildern, den mein Drama erhielt,
das zur allgemeinen Bewunderung von jenen Damen und Cava-
lieren dargestellt, gespielt und getanzt wurde, welche immer an
der Spitze des Orchesters am Clavier den Allerhöchsten Herrn
gehabt haben, der mit der grössten und feinsten Meisterschaft
wie ein Professor spielt. Nach einem beiläufigen Ueberschlag
mag dieses prachtvolle Schauspiel dem kaiserlichen Säckel an
100.000 fl. gekostet haben. Die drei singenden Damen insbeson>
dere leisteten wunderbares und wären sie Musiker von Profession
und mttssten sie mit Singen ihren Unterhalt verdienen, so würden
sie auch in Italien unter den ersten eine erste Erscheinung sein^ .
Die Musik Caldara's, ttber welche der Poet mit Still-
schweigen weggeht, ist offenbar den darstellenden Kräften ange-
messen mit leicht zu überwindenden Schwierigkeiten, wie man es
Dilettanten zumuthen darf, dabei angenehm und doch dankbar
vom Componisten bedacht. Alles in allem vermochte jene Zeit
in den höchsten Kreisen musicalische Kräfte aufzubringen, um
welche die Gegenwart nicht wenig verlegen sein dürfte.
1 Ap. Zeno Lett. III. 446 f.
X.
Der ftradns a4 Pamsssmi (1726). .
Das Werk, durch welches Fox den Ruhm seines Namens in
der musicalischen Welt ttber den Wandel der Zeit hinweg yer>
breiten sollte ; wnrde im Wiener Diarium vom 25. Juli 1725 in
folgender einfachen Weise angezeigt : ^N. B. Bei mir Johann Peter
T. Gehlen, der Böm« Kais, und Königl; Catholischen Majestät Hof-
Buchdruckern -gegen dem Hof-Ballhaus ttber ist nunmehro zube>
kommen und verlegt ein neues musicalisches Opus intitulieret:
GraduB ad Pamaasum, sive Manuductio ad Compositionem Musicae
regulärem elaborata a Joanne Josepho Fux Kostet
ungebundener 3 fl.^
Die Ausstattung desselben war würdig seines kaiserlichen
Gönners, der die Kosten dazu bestritt : ein ansehnliches Format in
Folio, der Druck dem Auge bequem, die Notenbeispiele mit be-
weglichen Typen zahlreich und deutlich. Ohne alle Beclame
musste es seinen Weg durch seinen (jchalt und seine Brauchbar-
keit machen : und es hat ihn gemacht.
Was fttr ein Ziel Fux bei der Herausgabe des Gradus im Auge
hatte und durch welche Mittel er dieses Ziel zu erreichen hoffte,
darüber spricht er sich in dem Werke selbst ganz deutlich aus.
Schon der Titel bezeichnet das Wesen des Buches dahin, es sollte
eine „Anleitung sein zur regelmässigen musicalischen Composi-
tion nach einer neuen und zuverlässigen Methode, dergleichen
früher niemals in solcher folgerichtigen Anordnung veröffentlicht
wurde. ^ Er legt daher schon damit den besonderen Nachdruck
auf die Neuheit und Zuverlässigkeit der von ihm zuerst erfunde-
nen Methode und die consequente Gliederung seiner Theorie,
welche er bis dahin in keinem Werke ttber die Satzkunst seiner
Vorgänger finden konnte.
In grösserer Ausführlichkeit verbreitet er sich darüber in
dem Yorberichte an den Leser, wo er sagt : Es werden sich viel-
154 Der GraduB ad Parnassnm.
leicht einige verwundern, da doch Schriften so vieler ansgezeich-
neten Männer vorliegen, welche über Musik eben so gelehrt als
weitläufig gehandelt haben, wie denn ich dazukomme, mich an
eine derlei Abhandlung gemacht zu haben, und ttberdiess zu einer
Zeit, wo die Musik ein Gegenstand der Willkür geworden, die
Componisten an keine Vorschriften, an keine Lehre sich gebunden
glauben , den Namen von Gesetz und Schule wie den Tod verab-
scheuen ? solchen Fragenden will ich meine Ansicht darlegen.
Allerdings gab es sehr viele durch Gelehrsamkeit und An-
sehn bertthmte Männer, welche über theoretische (speculativa)
Musik sehr gehaltreiche Schriften zurückgelassen haben, über
practische Musik sind der Schriften wenige und ausserdem sind
diese nicht durchaus deutlich. Diese Schriftsteller begnügen sich
gewöhnlich mit der Aufstellung einiger Muster und sind gar nicht
bekümmert, eine leichtfassliche Methode zu erfinden, bei welcher
die Anfänger Sehritt für Schritt , wie auf einer Treppe empor-
steigen, und zur Aneignung dieser Kunst gelangen könnten ....
Schon seit mehreren Jahren überlegte ich bei mir und liess es
weder an Fleiss noch an Nachdenken fehlen, eine leichtfassliche
Methode zu ersinnen, ähnlich derjenigen, durch welche das zarte
Alter zuerst die Buchstaben kennen lernt, dann sillabieren, hier*
auf mehrere Silben verbinden, zuletzt lesen und schreiben gelehrt
wird. Denn da ich mich einer solchen Methode beim Unterrichte
bedient habe und gewahr geworden bin, dass die Schüler in
kurzer Zeit überraschende Fortschritte gemacht haben, meinte
ich, dass ich eine nicht zu verachtende Förderung dieser Erkennt-
niss dadurch zuführen werde, wenn ich sie zum Frommen der
lernbegierigen Schüler veröffentlichte und das, was ich durch eine
dreissigjährige Praxis mir eigengemacht, auch dem ganzen Reiche
der Musik getreulich mittheile. ^
Ein näheres Eingehen auf den Inhalt des Werkes wird dar-
thun, auf welche Art er sein Wort gelöst hat. Fnx hat in diesem
Werke, das seiner Anlage nach nicht auf Deutschland allein be-
schränkt sein sollte, der lateinischen Sprache sich bedient, damals
die Sprache der Diplomaten und Gelehrten, ausserdem zu jener
Zeit in allen gebildeten Kreisen verständlich. Das Latein des
Gradus ist, ungeachtet der vielen gebrauchten Neologismen in
den Kunstausdrücken, gewählt zu nennen, dabei jedoch nicht
n
Der Gradng ad ParaasBum. 155
geschranbt oder gesucht. Im practischen Theile bedient sich Fnx
der Gesprächsform: ein erfahrner wohlwollender Meister, den
Fnx nach seinem Ideale Pierlnigi PiJestrina Aloysins nennt,
begleitet einen eifrigen begabten Schiller (nach seinem eigenen
Namen Josephns genannt) belehrend, berichtigend, auAnun-
temd durch das ganze Gebieth der Compositionslehre. Liegt
anch diese Art des Vortrages unserem Zeitgeiste femer, so lässt
sich doch nicht läugnen, dass die socratisierende Behandlung
eines solchen Stoffes, welche das so natürliche Verhältniss eines
dankbaren, wissbegierigen Schttlers zu einem verehrten, weit-
tlberlegenen Lehrer auf eine einfache , ungesuchte Weise bis ans
Ende fortführt, durchaus dem Ernste des Gegenstandes nicht ab-
trftgUch wirkt, vielmehr das Interesse der Theilnahme an diesem
Verhältnisse selbst zu erwecken geeignet ist.
Den ganzen Lehrstoff theilt Fux bekanntlich in zwei Theile,
die theoretische (Musica speculativa) und in die practische
Musik (M. practica). Im ersten Theile werden die Zahlenver-
hältnisse der Intervalle nach dem griechischen Systeme, ihre ge-
ringe Brauchbarkeit wegen Mangels an geeigneten Intervallen
so wie die kaum zu überwältigende Schwierigkeit in der Anwen-
dung besonders bei TastenJnstrumenten besprochen und mit dem
Siege der gleichschwebenden Temperatur der in zwölf Intervallen
abgestuften Octave über da« Überwundene Komma geschlossen,
welchen Sieg er freudig als das Werk der Erl()sung aus dem
Kerker des Mheren Zwanges begrüsst und als Uebergaug zur
freien Bewegung auf dem unermesslichen Felde der Modulation
preist. Der Anhang dazu gibt noch die kurze Darstellung des
(damals) modernen diatonischen, und des modernen
chromatischen Genus, so wie des aus der Vermischung von
beiden entstandenen Genus mixtum, gegen welches er sich
nicht sträubt und nur vor Misbrauch warnt, endlich die Haupt-
begriffe der Consonanzen und Dissonanzen und die vier Funda-
mentalgesetze ihres Gebrauchs. Den letzten Abschnitt ausgenom-
men, dessen Werth ein bleibender ist, wurden die demselben vor-
hergehenden Betrachtungen von der Zeit Oberholt und haben
nur noch historischen Werth.
Der bei weitem überwiegendere Theil der Compositionslehre
wird im zweiten Buche, der practischen Musik (Musica prac-
156 Der Gradus ad Parnassum.
tica) abgehandelt. Die hier entwickelte methodiscfae Kunst des
Meisters beruht nicht blos in dem Fortschreiten von den einfachsten
Formen zu den verwickelteren; sondern auch in der Durchführung
desselben Grundsatzes unter verschiedenen Modalitäten; in der
Kürze und Zweckmässigkeit der aufgestellten Muster, die keine
Ermüdung aufkommen lassen, in dem Besprechen und Lösen der
Schwierigkeiten, die nicht alle auf einmal, sondern nach und nach
bei Gelegenheit der neuen Voraussetzungen auftreten und in der
belebenden Form des Gespräches vieles von der Trockenheit kate-
gorischer Kegeln verlieren.
Fux beginnt mit dem zweistimmigen Satze, indem über
einen kurzen Cantus firmus abwechselnd in der Unter- und in der
Oberstimme, bei beständigem Festhalten an dem diatonischen Ge-
schlechte der Schüler den Contrapunkt zu machen hat, und zwar
zuerst Note gegen Note gleicher Zeitmessung, wobei alle Tonarten
(modi)durchgegangen werden. Dasselbe geschieht hierauf mit 2 oder
3 Noten des Contrapunkts gegen eine des Cantus firmus — in
gleicher Weise mit 4 Noten gegen eine; dann folgt als vierte Art
des Contrapunkts die Ligatur (Syncope), endlich schliesst die
Lehre des zweistimmigen Satzes mit dem blühenden Contrapunkte
(Contrapunctum floridum) als fünfte Art, bei welchem sämmtliche
vorausgegangene 4 Arten vermischt in freie Anwendung kommen.
Es ist einleuchtend , dass diese letzte Art nicht blos eine Anwen-
dung des früher Erlernten, sondern zugleich eine Anregung zu
selbständigen kleinen Erfindungen mit sich bringt und bei dem
Schüler das Bewusstsein des bereits Erlernten so wie die Lust an
dem Gewonnenen geweckt wird.
Ist nun der Schüler sicher der Elementarlehren des zwei-
stimmigen Satzes, so wird er hierauf angeleitet nach derselben
strengen Folge an den dreistimmigen Satz zu gehen, abermals
von Note gegen Note beginnend, und dann die übrigen vier Arten
des Contrapunkts, wie vorher im zweistimmigen Satze, einübend,
indem die hiebei neu vorkonunenden Schwierigkeiten gehoben
werden.
Im ganz gleicher Ordnung der Behandlung durch die 5 Arten
wird beim vierstimmigen Satze vorgegangen, und mit der
Lehre von der Imitation der allgemeine Theil geschlossen. Fux
versäumt es nicht, besonders bei dem wichtigen dreistimmigen
'
Der Grados ad Parnassam. 157
»Satze zu vieler Uebnng und Strenge anzuregen^ und erst nachdem
der Schiller darin seine Sicherheit der Anwendung erprobt hat^
wird ihm der strenge Zttgel des Cantns firmns erlassen nnd er
durch eine knrze Lehre von der Imitation für die Fuge vorbe-
reitet. Fux bemerkt hier seinem Schüler, er gestehe, der Weg, den
dieser bisher beschritten habe , sei domig nnd mache schwitzen,
die Mnsen sollen aber auf einem Berge wohnen , und wer ihnen
nahen will, muss sich nicht scheuen mühsam zu klettern.
Aus dem bisher mitgetheilten ist klar zu entnehmen, dass
eben die methodische Behandlung dieses Theiles den
Meister verräth durch ihre Einfachheit, Durchsichtigkeit und
strenge Consequenz, wobei von nicht geringem Belange ist, dass
bei gehörigem Eifer des Schtüers das Studium keineswegs so
trocken ist, als es dem Femstehenden erscheinen mag , da in dem
abgestuften theilweisen Freilassen im Contrapunctum floridum
der Schüler eine ermuthigende Bückschau auf das bisher erlemte
zu machen im Stande ist, ganz abgesehen davon, dass damit die
sicheren Gmndvesten für den künftigen Bau gelegt sind.
Auch in der nun folgenden Lehre von der F u ge geht Fux
abermals einen dem früheren analogen Weg, von der zweistim-
migen zur drei- und vierstimmigen Fuge in den verschiedenen
Tonarten fortschreitend. Diesen folgt die wichtige Lehre de^
doppelten Contrapunktes, zuerst in der Octav mit der un-
mittelbaren Anwendung auf die Fuge mit Gegensubjecten, in
gleicher Weise des doppelten Contrapunktes in der Decime und
Duodecime, immer in sofortiger Anwendung auf die Fuge, zuerst in
dem strengen diatonischen Genus, dann auch freier im Genus
mixtum. — Rascher geht es durch die Lehren der Figuren der
Variation und Anticipation — zur Lehre von den Kirchen-
tonarten, welche auf sechs reduciert und nur einige Modi trans-
positi zugelassen werden, alles zur Vermeidung jeder unnöthigen
Künstelei und mit stäter Rücksicht auf das practische Bedürfhiss ;
daran schliesst sich die nähere Betrachtung des modernen Genus
mixtum.
Nach kurzen Bemerkungen über den Geschmack in der
Musik geben die verschiedenen Stilarten, besonders des Kirchen-
stiles und des Stile a cappella Veranlassung, mehrere Ton-
stücke eigener Komposition als Muster dem Schüler vorzuführen.
158 Der GradtiB ad Parnassum.
sie mit ihm zu analysieren, wobei dem Meister im Bewusstsein
dessen, was er zu leisten vermochte, nicht verwehrt sein darf,
sich mit Genagtlmung dartlber auszulassen.
Bemerkungen über das Recitativ machen denSchluss des
ganzen Werkes.
Wie viele bedeutende Winke fUr den lernenden und ftar den
ausübenden Musiker Fux als das Ergebniss vielfacher und tief-
eingehender Studien noch in dem besonderen Theile über die
Fuge, den doppelten Contrapunkt und an anderen Orten gegeben
hat, ist hier nicht näher zu erörtern : der erfahrene Musiker kennt
sie und der lernende wird sie zu seinem Yortheile benützen.
Für die Greschichte der Musik ist es gewiss von Interesse,
auch die äusseren Schicksale eines theoretischen Werkes über
Musik , an welchem sich wie an einem Canon die Musiker durch
beinahe anderthalb Jahrhunderte bis auf unsere Tage herange-
bildet haben, die Art ihrer Verbreitung in den verschiedenen
Ländern in wenigen durch Thatsaehen festgestellten Umrissen
zusammenzufassen.
Die Stellung des Verfassers als erster Kapellmeister am
kaiserlichen Hofe, der Ruf welcher ihm durch seine Leistungen
als Lehrer und Componist vorausgieng, die Anzahl bedeutender
Schüler wie Zelenka, Wagenseil, Muffat, die von ihm ge-
bildet, wieder als Lehrer auftraten, machen es begreiflieh, dass
die rasche Verbreitung des Gradus nicht lange auf sich warten
liess. Schon im folgenden Jahre nach dessen Erscheinen konnte
der Buchdrucker vanGhelenim Wiener Diarium vom 27. No-
vember 1726 anzeigen, es seien noch „einige Exemplarien^
dieses Werkes bei ihm zu bekommen. Im Jahre 1748 erklärt
Lorenz Mizler (Mus. Bibl. IL 4. Theilpag. 118) die lateinische
Ausgabe von Fux' Gradus sei „gar bald durch ganz Europa ver-
führet worden, so dass es schon einige Jahre her nicht mehr zu
bekommen gewesen.^ Aehnlieh sagt 1761 der Herausgeber der
italienischen Uebersetzung von Manfredi, er habe durch die
Herausgabe der Uebersetzung des Fux besonders den Kapell-
meistern die enormen Kosten ersparen wollen, welche die An-
schaffung der lateinischen Ausgabe verursacht, die bereits sehr
selten geworden sei.^
Der Gradns ad Parnassum. 159
Die gro88.e Nachfrage in den bedeutendsten Musikländern,
und fttr viele das Bedttrfniss, dieses Werk mit grösserer Bequem-
lichkeit in der Muttersprache lesen zu können , waren die natttr-
liehe Veranlassung zu den Uebersetzungen, von denen vier be-
kannt sind, aus denen allerdings manche bedeutendes zu wünschen
übrig lassen, so dass man in unseren Tagen in den meisten Fällen
nach der Originalausgabe greift. Von den Uebersetzungen erschien
zuerst im Jahre 1742 die in deutscher Sprache von Lorenz
Mi zier, der freien KUnste Lehrer auf der Academie in Leipzig^;
ihr folgte im Jahre 1761 die in italienischer Sprache von dem
Priester und Professor der Musik in Keggio, Alessandro
Manfredi ,,getreu aus dem Lateinischen übertragen mit dem
Titel „Salito al Parnasso^ . • • *; die französische Uebertragung
durch den Sieur Pietro Denis erschien 1773 zu Paris^ als
Traüd de composiiion ; von ihr weiss F^tis in seinen Biographies
wenig rühmliches zu sagen. — Ohne Namen des Uebersetzers er-
schien endlich die englische Uebersetzung mit dem Titel : Fmtx»
praetical rules for leaming camposition, London 1791^ mit dem
Zusätze „dieses Buch ist im grössten Ansehen in ganz Italien und
Deutschland". Diese Uebersetzung ist sehr wenig bekannt.
Von den in verschiedenen Werken veröflTentlichten Urt hei-
len über den Gradus sollen nur einzelne, aber grossentheils
von bedeutenden Männern hier folgen zum Beweise dass die
TheUnahme und Anerkennung seines Werthes früh eintrat und
in allen Zeitperioden bis auf unsere Tage sich ungeschwächf er-
halten hat.
Die früheste Notiz bringen die ,,Neuen Zeitungen von
gelehrten Sachen (Leipzig) auf das Jahr 1725, 6. Deoember,
pag. 935, welche das Erscheinen dieses Werkes mit dem Beisatze
anzeigen: „Es besteht aus zwei Th eilen und handelt im ersten
de Musica Theoretica und im zweiten de Musica Practica. Der
letzte Theil ist sonderlich sehr vollkommen und das Latein nicht
zu verachten." — Vor dem Jahre 1731 hatte Georg Philipp
Telemann, ein berühmter, höchst fruchtbarer Componist, (geb.
14. März 1681 zu Magdeburg) von 1721 bis zu seinem Tode
(25. Juni 1767) Musikdirector in Hamburg, in dem ,,Catalogue
1 Beil. IV. 4. «Ebd. «Ebd. * Ebd.
160 Der GraduB ad P&rnassQm.
des (Bnvr^g en mnsiqne de Mr. Telemann'^ eine lieber-
Setzung des Gradns angekündigt. Znr Ansfühmng kam dieses
Vorhaben zwar nicht, aber man kann daraus den Schlnss ziehen,
dass dieses Werk schon frühzeitig nach seinem Erscheinen einen
tüchtigen Musiker zu einer Uebersetzung angeregt hatte ^
Lorenz Mizler, der Uebersetzer des Gradus nennt (Mus.
Bibl. Leipzig 1743, U* Band, pag. 118) diese regelmässige
Anfbhrung zur musicalischen Composition das beste Buch unter
allen, so wir von der practischen Musik und derselben Com-
position zur Zeit haben. — Der wackere Musikdirector des Fürsten
Thum und Taxis, Josef Riepel (gestorben 12. October 1782),
bricht in seinen bekannten Anfangsgründen der musicalischen
Setzkunst 1 752 für den Gradus eine Lanze , indem er voll heili-
gen Eifers schreibt : „Es gibt ehrenräuberische Gemüther (unter
den Componisten) die sich schämen, öffentlich zu bekennen, dass
sie ihr ganzes Einsehen nur derFuxischen manuductio zu
danken haben" (pag. 77). In den folgenden Theilen der Satzkunst
beruft er sich in kritischen Fällen immer auf den ,, seligen unsterb-
lichen Kapellmeister Fux" , über dessen Autorität ihm keine zu
stehen scheint. — Das von Riepel geforderte Geständniss legt
P. Georg Pasterwitz*, Professor im Stifte Kremsmünster, ein
1 In der grossen Generalbassschule (Hamburg 1.731 , p. 172) findet
J. Mattheson Gelegenheit, wie er diese überall und zu allem findet, eine
„Ode" einzuschalten gerichtet an Telemann, welcher vorher dem Mattheson
wegen der Generalbassschule überschwänglichen Lobweihrauch gespendet
hatte. In dieser „Ode bei Erblick ung der in dem Catalogue des Oeu-
vres en Musique de Mr. Telemann ehmals angemeldeten Ueber-
setzung der Fuxischen Graduum ad P ar na ssum" (wahrlich eine
seltsame Hippokrene) sagt Mattheson, dass er
„ . . . . mit Ergetzen
Vernommen, was man hoffen kann
Vom grossen Telemann.
Dass er nicht lauter Noten schreibt^
Das wird uns nun gelehrt:
Indem er Theoriam treibt
Und F u X e n s Arbeit ehrt
Mit seinem deutschen Wörter-Schatz
Und reinem Uebersatz'' u. s. w.
2 Geb. 7. Juni 1730, gest. 26. Jänner 1803. Der citierte Brief ist vom
26. November 1801 und im Autograph im Wiener Mus.-Ver.
Der Gradus ad Parnaasum. 161
gelichteter und kenntnisBreicherComponist streDgen Stiles in einem
Briefe ab, wo er sagt: „Es glttckte mir, durch meine Musik in
Kremsmünster erst als Musiker, dann gar als Geistlicher aufge-
nommen zu werden. -^ Nun (etwa um 1760) gieng's über Fux
Gradum ad Parnassum her, dem ich alles was ich in der
Musik verstehe zuerst, weiters aber hernach der Einsicht der Parti-
turen berühmter Männer zuzuschreiben habe*^. — Von Bedeutung in
mehrfacher Beziehung ist das Urtheil, welches 1761 ein berühmter
Italiener über den deutschen Theoretiker und sein Werk ausspricht.
Es ist Nicolaus Piccinni ^, der berühmte Componist und grosse
Rivale des grösseren C h r. v o n G 1 u c k in Paris, damals Professore
di Musica in Beggio, welcher an den Uebersetzer und Herausgeber
des Gradus P. AI. Manfred! einen Brief* schreibt, aus dem fol-
gendes entnommen ist: ,,Sie konnten. Hoch würdiger Herr, den
Freunden der Musik keinen besseren Dienst leisten , als dadurch,
dass Sie der Oeffentlichkeit die grundgelehrte Abhandlung des
Fux wiedergaben, welche schon sehr selten geworden war. Dieser
Mann verdient in jeder Beziehung den Namen des vollendeten
Schriftetellers. Demi er hat über die Wissenschaft der Harmonie
mit solcher Schärfe gedacht, dass man iim einen Deutschen, er-
*
ftlUt von italienischem Geiste, nennen kann Es war ein
glücklicher Griff von ihm, seinen Gegenstand in Form von Dia-
logen zu behandeln, in welchen ma^ mit Behagen einen Ani'änger
gewahrt, welcher Schritt für Schritt in die Kenntniss der Harmonie
eindringt und gleichsam ohne es selbst zu merken aus der Schule
als Meister hervorgeht. Aber warum soll ich lange um Lobes-
erhebungen über Fux herumsuchen? Ich habe ja an mir selbst die
Erfahrung der Trefflichkeit seines Werkes gemacht, als mir das
Studium desselben von dem berülimten Professor Dur ante warm
empfohlen wurde, der schon in Neapel meiil Musiklehrer war, und
ich fühle mich vielleicht gedrängt jenem Schriftsteller zu sagen,
wie Horaz der Muse sagt : Si placeo tuum est. Daher sollen die
Jünglinge , die in Italien geboren der Kunst der Harmonie sich
widmen, nie müde werden, immer von neuem Fux zu studieren,
• 1 Nicoiao Piccinni (nicht Piccini, wie er gewöhnlich geschrieben wird)
geb. 1728 zu Bari, gest. zu Paris 7. Mai 1800. (Gerber.)
^ Im Salito al Parnasso abgedruckt.
Kbcktly J. J. Fax. 11
162 Der Gradua ad Parnassum.
und sich nach seinen Lehrsätzen zu üben. Wenn sie an der
Schwelle der Professoren angelangt sind, wird ihnen die grösste
Befriedigung gewähren das treffliche Werk, welches der tief-
gelehrte P. Martini^ zum grossen Buhihe Italiens endlich zum
Abschlüss gebracht hat^. — Das nicht, minder bedeutende Urtheil
dieses weltberühmten P. Martini über Fux bringt der bekannte
Abt Vogler (Choralsystem. 1800). Nachdem dieser unstäte
Geist, welcher in dem Wahne lebte in der Musik alles neu erfinden
und aufbauen «u müssen, den Gradus eben so geringschätzig als
oberflächlich bekrittelt hatte, erzählt er (pag. 6): „Carl Theodor,
Kurftlrst von der Pfalz schickte mich (1773) von Mannheim aus
zu Pater Martini, der als Historiker, als Menschenfreund und
Meister so vieler Meister in der Practik berühmt war. Mit einer
schüchternen Verehrung, die mir sein Name eingeflösst, kam ieh
nach Bologna und näherte mich ihm. Aber welche plötzliche Aen-
derung gieng bei mir vor, da er mir gutmüthig sagte : wir haben
kein anderes als das FuxischeSystem?" — Ein anderer gründ-
licher italienischer Theoretiker Fr. Giuseppe Paolucci führt
in seiner Arie pratica 4i amtrappufäo , dimostrata con esempj di
varj autori 1765—1772, im HI. TJjeile, pag. 3 — 14 als Muster
die Fuge aus Fux gradus , Exerc. V. Lect. 5 an. Nachdem er die
Fuge in allen ihren Theilen mit Anerkennung durchgegangen,
schliesst er: „Das ist die Methode eine kurze Fuge zu machen,
in welcher die Einheit des Subjects bewahrt wird; aus dieser
kann der Lernende so viel herausnehmen, als ihm genügen mag.^
— Es wäre nicht schwer, aber vielleicht zu ermüdend, die Citate
tüchtiger Männer zu vermehren, welche von Fux und seinem
Gradus mit Bewunderung ja Begeisterung sprechen, dessen Werk
in den Händen jedes Musikers sein müsse: man darf nur an des
Abtes Martin Gerbert de Cantu et Musica sacra 1768 — 1774,
an den klaren, besonnenen Kapellmeister in Kopenhagen Joh.
Adolf Scheibe in seinem Werke über die Compositionslehre
(1773) erinnert zu werden, um aus diesen allein einen Panegy-
ricus des Gradus zusammenzustellen. Allein es. bedarf eines
1 Padre Giambattista Martini, Franciscaner und Kapellmeister
in der Klosterkirche in Bologna, geb. 1706, gest. 1784. Das berühmte Werk,
auf welches Piccinni anspielt , ist : Sag'gio fondamentale pratico di Cmitra-
punto, 1774—1775.
'
Der Gradus ad Pamassum. 163
solchen nicht. Ein Werk das der scharfzersetzenden Zeit durch
weit mehr als ein Jahrhundert zu trotzen yermochte, mit welchem
dieBrüder Josef und Michael Haydn, mit welchem Mozart';
unerwähnt der nicht zu zählenden Dii m^jorum et minorum gen-
tium, ihrem Genie den weise beschränkenden Zügel angelegt
haben, trägt in sich selbst das Criterium seines unvergänglichen
Werthea. — Ungeachtet Job. Phil. Kirn berger in seiner
kleinen Schrift „Gedanken ttber die verschiedenen Lehrarten in
der Composition^ (Berlin 1782) sagt, dass zwar die Musik dem
Berardi, Bononcini und Fux die reinsten Lehren zu verdanken
habe, dieselben aber ttbertrieben streng seien, folgten doch spä-
tere bedeutende Theoretiker, darunter Job. Georg Albrecht s-
b e r g e r (Domkapellmeister zu St. Stephan in Wien) in seiner
Anweisung zur Composition (1790) durchaus, und der hochbe-
rtthmte M. L. Cherubini in seinem Cours de Conirepoini et de
fugue (1835) in der Lehre des Contrapunkts der Methode des
Gradus.
Eine neueste Stimme von grossem Gewichte ttber den Werth
der Methode des Gradus ist jene des eben so grttndlich in der
strengen Schule gebildeten als gelehrten Lehrers Heinrich
Bellermann in Berlin. Sein treffliches Werk: „Der Contrapunct
oder Anleitung zur Stimmführung in der musicalischen Compo-
sition^ (Berlin 1862) hat er seinem Lehrer dem Professor
August Eduard Grell zugeeignet und sagt in der Widmung:
„Wenn ich in diesem Buche der von Ihnen als allein richtig er-
kannten und empfohlenen Methode des JosephFux gefolgt bin,
80 werden Sie darin das Streben erkennen, Ihren mir einge-
prägten Grundsätzen treu zu bleiben." Nachdem in der Vorrede
(pag. X.) darauf hingewiesen ist, dass die Musiker der Gegen-
wart „nach einem eben so fliessenden Gesang der einzelnen
Stimmen wie die Alten streben sollen'' und damit die Wichtigkeit
der Stinmiftihrung, welche schon der Titel des Buches als Haupt-
ziel hervorhebt, betont wird, heisst es im weiteren Verfolge:
pWie hätten unsere grossen Meister, wie hätten Bach, Händel,
1 Das im Mozarteum in Salzburg aufbewahrte Heft: Uebungen des
jungen W. A. Mozart im Contrapunkt, hat die als Cantus firmus gewähl-
ten Choralmelodien aus Fux' gradus ad Parnassum. — 0. Jahn, Mozart.
Neue Aufl. I. 49.
11*
164 Der Gradus ad Parnassum.
M 0 z art Q. a. in oft nnglanblich kurzer Zeit ihre grössten Meister-
werke herstellen können, wenn sie . nicht die Stimmführung be-
herseht hätten? Und gerade bei den schwierigen Formen in
grossen und ausgeführten und fugierten Chören ist alles wie aus
einem Gusse hingeworfen, und klingt, als verstände sich das
folgende von selbst und ist dennoch in jedem Augenblicke unter-
haltend und neu.^ Es ist schwer bei diesen goldenen Worten
an andere nicht genannte fibrigens grosse Meister der neueren
Zeit zu denken, welche wohl das Gefühl der Nothwendigkeit
einer strengen Schule — leider zu spät — empfanden, als das Ver-
säumte nicht mehr einzuholen war. Bellermann hat in seinem
höchstverdienstlichen Werke „in der Anordnung fast ganz dem
zweiten TheUe des Fuxischen Werkes sich angeschlossen upd
fast alle seine Beispiele herttbergenommen.^ So ehrt ein würdiger
Mann das fremde wahre Verdienst, indem er dem Reize, neues
zu bringen, wo er das alte für gut erkennt, widersteht und in
dieser Selbstverläugnung eigenen Ruhmes ein edleres Streben für
die Wissenschaft an den Tag legt.
XI.
CoBJIiet mit Principe Pio — Die Cicilien-Concregation — Chronik
(1725—1728) — Fanstina in Wien.
In demselben Jahre 1725, in welchem Fux durch die Heraus-
gabe des Gradus ein besonderes Zeichen kaiserlicher Huld zu
Theil wurde, sollte dem alten, gichtleidenden Manne eine schwere
Kränkung bereitet werden, welche ein Erlass des Cavalier Diret-
tore di musica Principe Pio verursacht hatte.
Der Principe Luigi Antonio Pio di Carpi, mit dem Prädi-
cate di Savoia* hatte im spanischen Successionskriege zwischen
dem Hause Oesterreich und Bourbon die kaiserliche Partei er-
griffen, während sein Bruder Franz auf der entgegengesetzten
Seite' kämpfte, wie diess in den Kriegen in Italien öfter der Fall
war. LuigiAntonio diente mit Auszeichnung unter den Truppen
Karl in. von Spanien, des nachmaligen Kaisers Karl VI. Als
es diesem gelang, die Franzosen aus Italien zu vertreiben , wollte
derselbe 1709 aus Grossmuth ihm die Lehen überlassen, welche in
Italien dem erstgebomen Bruder waren confisciert worden . Luigi
Antonio wurde 1710 Commandant des Regiments Lucini, dann
Kammerherr und 1716 General-Feldwachtmeister. 1721 wurde er
Cavalier direttore di musica Karl VI. und blieb es, bis er
1732 zum Gesandten in Venedig ernannt wurde. — Apostolo
Zeno nnd Metastasio wiederholen, dass er dem Kaiser sehr
ergeben gewesen und bei demselben in hoher Gunst gestan-
den sei. Diess liess sich bei seinen mannig&chen geselligen
Talenten , darunter auch in der Musik kaum anders erwarten und
diesen Eigenschaften hatte er zugleich die Ernennung zum
1 Pio ist daher' der Familienname, nicht der Tauf name Pius, wie
hie and da irrig geglaubt wird. Der Principe Luigi Antonio Pio entaagte
1743 allen Aemtern und zog sich «nach Padua zurück, wo er am 18. März
1756 starb. — Lüta, famil, celebre itai. fasc, XIL Milano 1824.
166 Conflict mit Principe Pi o.
Cavalier Direttore der Hofmusik zu danken , ein Hofamt , worin
die Leitung der damals so beliebten italienischen Oper verbun-
den war. Da durch dieses Amt der frühere Wirkungskreis der
Hofkapellmeister, als der Chefs der gesanmiten Hofinusik (Capi
di musica) beschränkt Wurde, so Hess sich begreifen, dass es an
Competenzstreitigkeiten und anderen Conflicten zwischen den
beiden Musikmächten nicht fehlte, wie diess in den Referaten des
Obersthofineister- Amtes öfter betont wurde.
Nun geschah es , dass Fux im guten Glauben , innerhalb der
ihm zustehenden Disciplinargewalt als Hofkapellmeister zu han-
deln , dem kaiserlichen Organisten Georg Reinhardt — ohne vor-
ausgegangene Anzeige — erlaubte, auf einige Tage nach Prag zu
reisen um dort bei dem heil. Johann von Nepomuk seine Andacht
zu verrichten.
Kaum war dieser wieder nach Wien zurückgekehrt, so er-
hielt er von dem Principe Pio wegen dieser Entfernung einen sehr
strengen Verweis, und Fux folgende empfindliche Note': „Der
Principe Pio begrüsst mit Achtung den Herrn Kapellmeister Joh.
Jos. Fux und gibt ihm bekannt, dass der durchlauchtigste Kaiser
befiehlt, dass von jetzt für die Zukunft kein Angestellter der
kais. Musik sich von den kaiserlichen Diensten entfernen dürfe
ohne Vörwissen des hier Schreibenden, welcher als Chef der
Musik (Capo della Musica) Kechenschaft geben muss dem
AUergnädigsten Herrn von seinen Untergebenen, da ihm (dem
Principe Pio) niemals das Recht zugestanden wurde, irgend
jemand die Erlaubniss zu geben , auswärts über Nacht zu bleiben
ohne vorausgegangene Kenntniss und. Genehmigung Sr. Majestät,
dessen Befehle hier nachgekommen wird.^
Fux fühlte sich hierdurch sowohl für seine Person als auch
in seinen Rechten als Hofkapellmeister schwer verletzt und
wendet sich um Aufklärung und Abhilfe an den Obersthofineister
Graf Sigmund Sinzenstorfin einer Beschwerdeschrift, welche
der Ausdruck des Unmuths über diese und mehrere vorausgegan-
gene Kränkungen ist*. Er sagt darin: „Obwohl ich Eure Excel-
lenz ungern mit Klagen behellige und mich ungehindert ver-
schiedener hierzu gehabten beweglichen Ursachen bisher ent-
1 Beil. II. 23, vom 30. Oct. 1725. 2 Beil. II. 23.
Conflict mit Principe P i o. 167
schlagen habe, so kann ich jedoch , nachdem mir immer gröSBere
Beeinträchtigung zngefUgt wird, nicht länger an Inich halten, und
Denenselben dasjenige womit ich mich beschwert fühle , gehor-
samst vorzustellen. . . . Von der Zeit an^ dass des Herrn Prin-
cipe Pio Excellenz die Carica als Protector der kais. Musik ange-
treten haben, war aus dem von Derselben öftermalen gethanen Ver-
such und allerhand Eingriffen, die ich mit Stillschweigen übergehe,
sattsam abzunehmen, dass Ihre Absicht dahin gerichtet sei, den
Kapellmeister zu unterdrücken, und dessen von verschiedenen
kais. Majestäten befestigte und in ruhigem Besitz hergebrachte
Gerechtigkeiten über den Haufen zu werfen ; wie denn Herr Prin-
cipe Pio Excellenz mit der Ihnen zuständigen Protection und Be-
sorgung des kaiserlichen Theaters nicht zufrieden, auch die
Direction der vöUigen (gesammten) Musik , die von Niemand als
einem in arte perito der Gebühr nach versehen werden kann,
wider den Gebrauch an sich zu ziehen trachten und laut hier an-
verwahrter Abschrift eines mir jttngsthin zugeschickten Billets ^
Sich als ein Capo der ganzen kaiserlichen Musik be-
nennen, wohingegen in der von Ihro kais. Majestät Leopoldo
herabgegebenen und von der jetzt regierenden kais. Majestät auf
meine einst geschehene unterthänigste Anfrage allergnädigst gut-
geheissene Instruction artic. 13' die Kapellmeister flir Capi
der Musik erklärt sind, welcher ihnen zugeeigneter Character
um so mehr bekräftigt wird, als die Kapellmeister der gesammten
Musik vorgestellt worden und der erstere beeidigt ist: in dem
ganzen Inhalt der besagten Instruction von dem jeweiligen als
Protector der Musik angestellten Cavaliere keine Meldung ge-
macht ist". (Nun folgt die Auseinandersetzung des Falles mit
1 Des obigen Erlasses.
^ Der Artikel 13 dieser Instruction (Beil. II. 24) lautet in der
Uebersetzung „dass sie (die Hofmusiker) unter sich eine gute aufrichtige
Herzlichkeit und Eintracht pflegen, indem sie einander wechselseitig die
gebührende Achtung bezeigen, so wie das gleiche erweisen gegen den Ka-
pellmeister und Vicekapellmeister als ihre von mir eingesetzten Chefs
(Capi), und sollte jcftaals eine Verstimmung oder Unzufriedenheit zwischen
ihnen und dem Kapellmeister oder Vicekapellmeister entstehen, so hat der-
jenige der sich beschwert findet, sich an meinen Oberstho&ieister zu wen-
den, welcher als ihre Obrigkeit die volle Macht haben wird, die Differenzen
beizulegen und jedem Recht zuzuerkennen.
168 • Conflict mit Principe Pio.
Reinhardt) und Fnx fährt dann fort: „dasB der Prinz den
Organisten desöwegen mit Arrest bedroht habe, nicht zwar aas
Eifer fllr die kais. Dienste, die durch solche Abwesenheit , indem
ein Ueberfluss an Organisten dermalen vorhanden ist, nicht ge-
litten, sondern allein um den Kapellmeister hierdurch zu kränken,
als ob derselbe derlei Erlaubniss zu ertheilen nicht befugt wäre ;
da do4h nicht allein ich als dreissigj|lhriger Diener, sondern auch
noch altere Musici bezeugen mögen,,.jäas8 der Kapellmeister oder
in Abgang dessen der Yice-Kapellmeister einem Musiker auf eine
kurze Zeit zu verreisen, hat erlauben können, als welchem am
besten die Zeit und Gelegenheit bekannt ist, wie und wann
solches ohne Nachtheil der kais. Dienste sich thun lasse. Ohne
Zweifel auch aus dieser Ursache, damit Ihro kais. Majestät mit
dergleichen Kleinigkeiten nicht beunruhigt werden und auf dass
derjenige, so die Musiker zur Schuldigkeit anhalten muss , ih|]ien
auch eine Ergötzlichkeit zu gestatten bevollmächtigt sei. Es
möchte vielleicht eingewendet werden, alle derlei Eingriflfe ge-
schehen darum , weil der Kapellmeister nicht jederzeit im Stande
sei, dem Dienst vorzustehen, welches ich zwar bekenne, und
höchst bedaure, zu diesem Ziel und Ende aber und dessen Stelle
zu vertreten ist der Vice-Kapellmeister, ein Mann von grosser virtü
und Capacität angestellet. Bei dieser Bewandtniss der Sache ge-
langt an Eure Excellenz mein gehorsamst angelegenstes Bitten,
Dieselbe geruhe den bedrückten Kapellmeister in Schutz zu
r
nehmen, und bei Sr. Majestät dahin zu wirken, dass die Kapell-
meister bei ihren alten zur Besorgung des kaiserlichen Dienstes
so nothwendigen Gerechtigkeiten erhalten werden, und ich meines
Orts von den mir nachkommenden den üblen Nachklang, dass
unter meinem Magisterio ein oder anderes abgebracht worden
nicht zu befahren habe. Sollte aber Sr. kaiserl. Majestät aller-
gnädigster Befehl und Wille sein, dass diese umgekehrte Admini-
stration Fortgang habe, so unterwerfe ich mich in Demuth dieser
allergnädigsten Verordnung und muss gedenken , dass , weil ich
etwa meiner Vorfahren Fähigkeit nicht besitze, die ihnen ertheil-
ten Prärogative zu gemessen unwürdig sei, obwohl ich an Eifer
keinem nachgegeben zu haben erachte. In diesem schmerzlichen
Falle bäthe ich Se. kais. Majestät allergnädigst zu entscheiden,
was fUr Gerechtigkeiten dem Kapellmeister eigentlich zustehen
Die Cäcilien-Bruderschaft. 169
und eingeräun^t bleiben würden, anf dass ich mich hiernach richten
könne and in meinem ohnehin betrübten Zn8ta,nde nicht eiye
Mortification über die andere leiden müsste, sondern die noch
übrigen wenigen Tage in gewünschter Ruhe beschliessen möge^.
• lieber diese Beschwerdeschrift erfolgte keine schriftliche Er-
ledigung, und da nach diesem Vorfalle der Principe Pio noch
durch sieben y Fux durch ftlnfzehn Jahre in ihren Stellungen
blieben, wie bisher, so wird dieser Zwischenfall wahrscheinlich in
begütigender Weise mündlich beigelegt worden sein. Die Be-
schwerdeschrift zeigt aber, dass der alte würdige Kapellmeister
in seinem Amte keine Einsprache auch von sehr hochgestellten
und einflussreichen Persönlichkeiten duldete und seine Sache mit
Gewandtheit und. Festigkeit zu vertreten wusste.
Neben den zahlreichen Vereinen, welche unter Kaiser Leo-
pold I. und seinen beiden Reichsnachfolgem in Wien florierten
und ausser religiösen Uebungen auch verschiedenartige humani-
täre oder ähhliche weltliche Ziele sich setzten, und Bruder-
schaften hiessen, wurde im Jahre 1725 eine neue, die Cäci-
lien-Brudei^schaft, begründet, welche auch die Bruder-
schaft der Tonkünstler unter dem Schutze der heili-
gen Cäcilia bei St. Stephan genannt wurde. ,,Diese Bruder-
schaft wurde zum Lobe Gottes und zu Ehren seiner Heiligen,
besonders zu Ehren der heil. Cäcilia, der Patronin der Tonkunst,
und zum Nutzen der Seelen errichtet. Weil aber die Urheber da-
.von andächtige Tonkünstler waren und sie diese Bruderschaft
verwalteten, wurde sie die musicalische Congregation ge-
nannt. Das Hauptfest feierten sie an dem Cäcilientage, daher man
sowohl am Vorabende in der Vesper, als an dem Festtage selbst
bei dem Hoch%mte und der zweiten Vesper dies vortrefflichste
Musik hörte *. Den Tag darauf wurden nebst vielen heil. Messen
für die todten und lebenden Mitglieder die Exequien für alle ver-
storbenen Brüder und Schwestern gehalten. Die Kosten bestritten
sie von den Beiträgen die theils jährlich, theils bei der Einverlei-
bung gemacht wurden". Mit dieser Characterisierung in Ogesser's
1 Von Compositionen des Fux wurde nach den Aufzeichnungen Dixi t
Dominus (Beil. X. 75) an drei Cäcilientagen, NisiDominus (Eb. 107)
an sieben solchen Tagen gemacht.
170 Die Cäcilien-Bniderechaft.
Beschreibung der Metropolitankirche zu St. Stephan in Wien *
8t;}mmen im wesentlichen auch die Statuten dieser Bruderschaft ^
Nur geht aus diesen noch weiter hervor, dass die Congregation
sich des Schutzes des Kaisers zu erfreuen hatte und aus den
Kapeil- und Vice-Kapellmeistem der kais. Kapelle, den Compo-
«itoren, Yocalisten und Instrumental-Musicis eben so auch aus
andern Zugethanen und Liebhabern der Musik bestand. Ausser
den bereits erwähnten religiösen Uebungen, denen die Mitglieder
beizuwohnen hatten, waren auch zwei Krankenbesucher, ein
Priester und ein Weltlicher bestimmt , die Kranken der Congre-
gation zu besuchen, sie mit christlicher Liebe zu trösten, und falls
sie den Kranken in einem bedürftigen Stande fanden , der Con-
gregation die Anzeige zu machen und Vorbitter, zu einer christ-
lichen Hilfeleistung zu sein.
Die Congregation zählte 1725 ausser dem Präsidenten (dem
Prinzen Pio von Savoyen, der Cavaglier Direttore der Hof-
musik war) folgende Functionäre :
L Beständige Officianten.
Ein geistlicher Präses der fUr ordentliche Verrichtung
der geistlichen Functionen zu sorgen hat. Kein Name genannt.
Zwei Decane: Joh. Jos. Fux, Kapelhneister, Antonio
Caldara, Vice-Kapellmeister.
Ein Schatzmeister (der die Kasse verwahrt): Graetano
Orsini.
Ein Secretarius (der die Einverleibungen vominmit und
dartlber Buch führt): Sebastian Zeitlinger;
IL Officianten, so alle zwei Jahre verändert werden.
Sechs Käthe: Franc. Conti, Gius. Porsil^, Giov. Anton.
Piani, Joh. Georg Beinhard, Friedr. Götzinger, Jakob
Hoffer.
1 1779. p. 293.
^ Articalen und Puncten, oder sogenannte Statuta der musicalischen
Congregation , welche unter glorreichem Schutz der röm. kais. und königl.
spanischen Catholischen Majestät Caroli des VI. anno 1725 allhier in Wien
aufgerichtet worden. Wien, J. Pet. van Ghelen. '— Ed. Hanslik, Ge-
schichte des Concertwesens in Wien. 8. Wien. I. 11 ff.
Die Cäcilien-Bruderschaft. 171
Zwei Rechnungs-Reyisores: Franc. Borrosini, Kilian
Reinhard.
Ein Oeeonomns: Christoph Prann.
Zwei Collectores: Pietro Cassati, Amadens Mnffat.
Zwei Festarnoli (Veranstalter der Fest-Begängnisse):
Domenico Genovesi, Franz Reinhard.
Zwei Friedens-Conseryatores (welche die Misver-
ständnisse oder Uneinigkeiten beilegen): Oaetane Borghi, Georg
Hintereder.
Zwei Krankenbesucher: Johann Vincenti, Christian
Payer*.
Ein Pideil.
Die Statuten bestimmten femer, „dass bei allen dnplierten
Aemtem als : Räthen, Collectoren, Krankenbesuchern, Festaruolea
und Friedensconservatoren die Hälfte von Deutschen die andere
Hälfte von Ausländern sein soll^. So schwer fiel damals das
Uebergewicht der Italiener in die Wagschale. Drei nachträgliche
Capitel vom Jahre 1726 gestatteten, dass auch Damen gegen
dieselben Bedingungen Mitglieder werden dürfen, doch sind
„unter dem Titel und Namen der Damen nur diejenigen begriffen,
80 den Zutritt bei dem kaiserl. Hofe haben". Daraus geht herror,
dass, während die verwandte Bruderschaft der Musiker unter dem
Schutze des heil. Niclas in der St. Michaels-Pfarrkirche die
musicalische Zunft repräsentierten, der Cäcilienverein dagegen
die modernere, freiere und vornehmere Congregation war.
£d. Hanslick (a. a. 0.) bemerkt mit Recht, dass von der
Cäcüien-Bruderschaft ein historischer Faden zur späteren „Ton-
kttnstler-Societät" hinttberziehe, und diese wurde nach Aufhebung
aller Bruderschaften durch Kaiser Josef H. (30. Juni 1783) nicht
blos culturhistorisch sondern auch thatsäehlich im civürecht-
liehen Sinne Erbe der alten Musik-Congregation, da ihr Fonds im
Betrage von 7450 fl. der Tonkttnstler-Societät über deren An-
suchen eingeantwortet wurde.
In diese Zeit fällt auch ein bedeutendes musicalisches Er-
eigniss: die gefeierte Faustina wurde ftlr einige Gastrollen in
Wien engagiert.
1 Ausser den Geistlichen waren sämmtliche Functionftre kais. Hof-
musiker.
172 ' FauBtina in Wien.
FaustinaBordoni-HaBse; eine Sängerin ersten Ranges,
geboren 1700 in Venedig, war der edlen Familie der Bordoni
entsprossen. Mit der sehönsten Sopranstimme begabt und einer
glühenden Seele wurde sie von dem trefflichen Meister Michel
Angelo Gasparini gebildet, und eiitzückte schon bei ihrem
ersten Auftreten im Jahre 1716. In allen Städten, wo sie sich
hören liess, erregte sie Enthusiasmus: man nannte sie die neue
Sirene, in Florenz wurde eine Medaille auf sie geprägt. Im Jahre
1724 wurde sie in Wien mit 12.500 fl. engagiert und blieb dort
bis im März 1726^, wo siei einem Rufe nach England folgte. In
Wien trat sie im Jahre 1725 im August in Caldara's Oper
Semiramide in Ascalone^ im Part der Semiramide, dann im No-
vember in desselben Oper Venceslao^ im Part der Lucinda, in
Ginnone plaeata von Fux* als Juno, endlich vor ihrer Abreise
im Februar 1726 in Porsile's Oper Spartaco^ im Part der Buffa
graziosa der Gianisbe' auf. — In England rivalisierte sie hierauf
mit der berühmten Cuzzoni, was zu ärgerlichen Auftritten Ver-
anlassung gab; Ende 1728 verliess sie England, vermählte sich
in Venedig mit dem Kapellmeister Hassß, mit dem sie 1731
einem glänzenden Rufe nach Dresden folgte und verliess die
Buhne im Jahre 1753. Sie lebte noch 1772. Ihr Gesangsvortrag
characterisierte sich nach Quantz^, der sie 1727 in London hörte,
im Vortrag schwieriger Passagen bei ^össter Deutlichkeit und
dem feinsten Geschmack in Verzierungen und einem tadellosen
Triller. In Wien wurde sie nicht nur vom Hofe ausgezeichnet,
sondern auch in Gesellschaften des höchstefa Adels bei dem
Fürsten Lichtenstein, beim französischen Botschafter u. a. aufge-
fordert, durch ihre Kunst die Geselligkeit zu beleben und zugleich,
wie Apostolo Zeno* bemerkt, reichlich dafür gelohnt zu
werden, „wie sie es auch verdiente durch ihre artigen und feinen
Manieren, durch welche sie nicht minder, als durch ihren edlen
Gesang sich die Zuneigung und Achtung des ganzen Hofes ge-
wonnen hatte".
1726. P. Pariati hatte abennals zwei Libretti für den Com-
ponisten Fux zurecht gemacht: das Oratorium // Testamento di
1 Ap. Zeno, lettere. IV. 66. « Beil. VIU. 614. 3 Eb. 617. * Eb.
618. ö Eb. 625. cinMarpurg, Beiträge. I. 240. ' Lettere. IV. 66.
Chronik (1726—1728).
173
nostro Signore sul Calvario^ und die Festa teatrale per musica
La C&rona iTArianna*, Ueber die DarBtellnng der letzten in der
Favorita sagt das Wiener Diarium ^om 28. August, dass, ^diese'
Opera bei den kaiserlichen Majestäten AUergnädigstes Wohlge-
fallen, und bei dem ganzen Hofstaat und Adel ein allgemeines
Lob gefunden^, habe.
1727. Am 8. April wurde das Orätori|^m // Tesiamefito di N, S,
vom vorhergegangenen Jahre wiederholt. — In einem Gutachten
vom 15. November klagt Fux, dass der Componist Fr. Conti in
gänzliche Unvermögenheit (zu componieren) verfallen sei , wahr-
scheinlich durch Krankheit In der That. ist der wackere, thätige
Kttnstler von 1727 bis 1731 ganz aus dem Repertoire verschwun-
den und lässt nur im Jahre 1 732 mit einem Oratorium (703) und
einer Oper (691) sich vernehmen um bald nachher im selben
Jahre Air immer zu verstummen. — Fux klagt auch in demselben
Gutachten ttber sich selbst, dass er wegen hohen Alters und
Kränklichkeit wenig mehr vermöge. Dessungeachtet componierte
er im Jahre 1 728 das bedeutende Oratorium La Deposizione di
Gesü Crisio^f allerdings auch das letzte seiner Oratorien, die wir
hier im Zusammenhange näher betrachten wollen.
1 Beil. VIU. 635.. « Eb. 626. 3 X'. 300.
XII.
Die Oratorien Ton Fax ^714—1728) — Chronik (1729—1780) — Die
Oper Elisa — Die Opemdichter P. Metastasio (1780—1740) und Clau-
dio Pasquini (1788—1742).
Die Oratorien hatten am kaiserlichen Hofe die Bestim-
mnngy in der Hofkapelle während der Fastenzeit je eines in jeder
Woche gesangen za werden. Es kamen daher nach der wechseln-
den Länge der Fastenperiode vier, fünf auch sechs Oratorien
jährlich zum Vortrage. Sie inraren nach der Sitte am österreichi-
schen Hofe im XVU. und Anfangs des XVIE. Jahrhunderts in
italienischer Sprache verfasst und hiessen Oratorio^Azione
Sacra, Istoria sacraund diejenigen, welche fbr den Charfrei-
tag bestimmt waren Sepolcro (Grabmusik). Die Textstoffe wur-
den aus dem alten und neuen Testamente genommen, auch aus den
Legenden einiger Heiligen, nicht selten waren es allegorische
Personen (Personificationen) wie der Glaube, die göttliche Liebe,
die Gnade u. dgl., welche im Kampfe mit weltlichen Leidenschaf-
ten zuletzt den Sieg ttber bussfertige Sünder davontragen, durch-
aus ohne alle Beziehung zur Kirchengeschichte, blos Allegorien
mit religiösen Betrachtungen.
Die Verfasser der Texte zu den Oratorien waren ge-
wöhnlich dieselben mit jenen der Opemtexte. Für die zehn Ora-
torien-Compositionen von Fux war am meisten PietroPariati
thätig; Ton ihm sind die Texte zu den Oratorien 291, 292, 296,
297, 298, 299 des Verzeichnisses^, für einzelne auch Bernar-
dino Maddali (294) und Claudio Pasquino (300), von zwei
Textbüchern (293, 295) ist der Verfasser nicht genannt. Im
ganzen können die Texte entsprechend genannt werden, da die
Aufgabe fbr das Oratorium im wesentlichen mit jener der Oper
zusammenfiel und die Verfasser nur auf eine kürzere Fassung,
^ Hier ist immer Beilage X gemeint.
Fux, Omtorien. 175
hinlängliche Contraste der Affecte nnd Wechsel der Musikstücke
bedacht sein mussten. Am besten gelang es bei den Sto£Fen;
die an Geschichtliches der Bibel oder Heiligenlegenden sich an-
schlössen, weniger konnten die zu häufig eingemischten Betrach-
tungen^ am wenigsten wesenlose Personificationen den Componi-
sten zu einem höheren Schwünge anregen. Aus dem alten Testa-
mente entnommen componierte Fux die Texte zu La Fede sacräega
(291), La Donna forte (292) und II Diafacimenio dt Siaara (293) ;
Episoden aus der Passion, die bei dem Sepolcro vorgetragen
wurden, behandelten Criato nelV orio (296), Gesu Cristo negnio
da Pietro (297), La Cena del Signore (298), II Teatamento dt No-
atro Signare (299) und La Depoaixume della croce (300), auch die
blos betrachtenden ohne irgend einen historischen Untergrund //
Fanie della aaluie (293) und // Trionfo della fede (294) wurden
geeignet geftiuden, als Musik des heiligen Grabes am Charfreitage
gesungen zu werden.
Die Oratorien waren mit keiner liturgischen Kirchenfunction
verbunden und hatten nur den Zweck der Erbauung und Andacht
durch Vorführung kirchlicher Begebenheiten oder religiöser Be-
trachtungen. Im allgemeinen war die musicalische Auffas-
sung dieser Oratorien dem Dramatischen bei weitem näher als
dem Kirchliehen, und das Oratorium unterschied sich von der
Oper hauptsächlich nur darin , dass die Handlung im Oratorium,
nieht wie bei der Oper zugleich für den Zuschauer auf einer Btthne
dargestellt wurde, sondern durch die Musik allein auf die Zuhörer
wirkte. Im Oratorium kamen, wie in der Oper, bestimmt bezeich-
nete und benannte Personen , Affecte mit mehr oder minder be-
deutenden Conflicten, Verwicklungen und Lösungen durch die
handelnden Personen oder durch höhere Mächte vor, ausserdem
ein Chor, welcher bei den Handlungen der Einzelnen die Em-
pfindungen der Mehrzahl betrachtend ausspricht. Die Musik hatte
daher im Oratorium zugleich die Bestimmung, den Entgang einer
vor den Augen des Zuschauers — oft mit vielem Gepränge —
vorgeführten Handlung zu ersetzen, und darin eher eine schwie-
rigere Aufgabe als die Oper, wo der Antheil des Auges nicht
selten jenen des Ohres überwog. Da femer bei den Oratorien durch
die Musik nicht nur das Gefallen an dem Gehörten sondern auch
eine sittliche Erhebung des Gemttthes erzielt werden soljite, so
176 Fux, Oratorien.
konnte der Componist des Oratoriums die Forderung an seine
Kunst im Oratorium nicht leicht zu hoch stellen.
Der äusseren Einrichtung nach bestand das Oratorium ge-
wöhnlich aus zwei Abtheilungen ^ welche mehr wegen der Ruhe-
punkte für die Sänger und Zuhörer gemacht wurden, als aus
innerer Kothwendigkeit her\'orgiengen. Innerhalb dieses Rahmens
lösten sich die Sologesänge, Recitative und Chöre in passender
Abwechslung mit Instrumentalsätzen ab. Wenn der Gesang auch
im Oratorium die Hauptsache war, so hatten die Instrumente
zugleich eine nicht viel minder bedeutende Aufgabe. Sie hatten
das Oratorium mit einer, oft weiter ausgeführten Introduction ein-
zuleiten, die Gesänge mit Ritornellen und Zwischenspielen zu be-
leben und im Gesänge selbst häufig concertierend einzutreten.
Die Gesangsnummern hatten mit der Oper das meiste
gemeinschaftlich, nur erhielt ihre Auffassung durch den kirch-
lichen Zweck eine Beschränkung, die zwar das wesentlich Dra-
matische nicht aufhob, aber den Ernst und die Würde einer in
der Kirche und zur Erweckung der Andacht vorzutragenden
Musik niemals aus den Augen verlieren durfte. Die Behandlung
der Arien war ganz die ttbliche der Zeit, wie in der Oper. Sie
traten bald unmittelbar aus dem Recitative ein, bald gieng ihnen
ein Ritomell der Instrumente voraus und schloss sie häufig auch
ab, die Instrumente hatten bei grösseren Arien den Gesang con-
certierend zu begleiten und eigene Zwischenspiele auszuführen.
Kleinere Arien waren nur von einem Basso continuo begleitet,
der aber auch bei grösseren Arien mitgieng und dort, wo die
Instrumente schwiegen, allein begleiten musste. Die Gliederung
der Arie war ebenfalls von jener in der Oper nicht verschieden.
Der erste Theil, mit der Durchführung des Hauptmotives beschäf-
tigt wurde nach dem Schlüsse des zweiten minder ausgeführten
Theiles wiederholt, wobei die Gesangskünstler die Gelegenheit
sich nicht entgehen liessen melismatische Ausschmückungen an-
zubringen, welche wohl den Beifall des Publicum» ttber die
Kunstfertigkeit des Vortragenden einbringen mochten, aber, wie
Fux im Gradus sagt, dem Componisten nicht zu seiner Freude,
oft Muhe machten, seine eigene Melodie herauszufinden. In den
seltener vorkommenden Duetten war es in die Hand des Com-
ponisten gegeben, durch contrapunktische Kunst der Imitationen,
Fux, Oratorien. 177
durch die polyphon geftthrten Stimmen den Beiz seiner Musik zu
erhöhen ohne der Deutlichkeit Eintrag zu thun. Dass dabei, wie
auch in Terzetten , öfter widerstrebende Empfindungen der sin-
genden Personen harmonisch verbunden werden mussten, lag in
der Aufgabe eines guten Textbuches und stellte eine erhöhte For-
derung an den Componisten. Die Chöre, welche die Abtheilungen
abschlössen, bisweilen auch nach der Ouvertflre eintraten, waren
gewöhnlich Madrigale, welche zu Anfang des XVIII. Jahr-
hunderts sich noch grosser Beliebtheit erfreuten. In der Auffassung
des Madrigales, als eines Chorliedes mit genauem Anschlüsse an
die Worte des Textes, erlaubte sich Fux manche Abweichung
von deijenigen Behandlung , welche Instrumentalbegleitung und
häufigere Wiederholung einzelner Worte fernhielt ^ Beides kommt
in seinen Madrigalen durchaus vor und doch findet man sich in
der contrapunktischen aber dabei heiteren , anmuthigen Haltung
reichlich für diese Abweichung entschädigt, wobei am Ende noch
gefragt werden kann , ob es dem Meister nicht frei stehe , bei
einer schwankenden Theorie seiner eigenen Ansicht zu folgea.
Indess liess Fux in der contrapunktischen Verarbeitung des Ma-
drigals sich niemals zur Anwendung einer eigentlichen Fuge her-
bei, welche allerdings dem Wesen eines Chorliedes widerstreben
würde, ungeachtet der am Schlüsse angebrachte pointierte Satz
manchen ändern dazu verleitet haben dürfte.
Wenn gewisse Coloraturen, die in den Arien mehr angedeutet
als ausgeführt sind , als der Stimmung femer liegend hie und da
befremden möchten, so wäre zu bedenken, dass Fux unter den
ausführenden Künstlern seiner Oratorien fast ausschliessend
Sänger und Sängerinen ersten Banges zählte, die zu keiner
Zeit es gut aufnahmen, wenn der Componist ihre Kunstfertigkeit
nicht bedacht hatte. Es sangen damals in der Hofkapelle bei den
Oratorien die Sopranistinen Begina Scoonjans (171 7 — 1 740)
die hochbertthmte Maria Landini-Conti (1713 — 1722), die
talentvolle, aufstrebende Therese Holzhauser (Beutter)
(1728— 1740), der SopranistDomenicoTollini (1711—1717),
dann neben dem ausgezeichneten Contraltisten P i e t r o Casati
(1717—1740) der unvergleichliche Gaetano Orsini (1711—
1 Arey Dommer, mus. Lexicon.
Köch9l, J. J. Fux. 12
178 Fux, Oratorien.
1740), ferner die Tenoristen Francesco Borrosini (1712 —
1729), Silvio Garghetti (1712— 1729), Carlo Costa
(1712—1740) endlich die Bassisten Caspare Corvo (1713 —
1728) and Christian Praun; bei einer solchen Zahl solcher
Namen darf man nur verwundert sein, wenn der Componist nicht
häufiger über die Vortragenden das Vorzutragende zurttckstellte.
Wenn wir nun die einzelnen Oratorien rasch durchgehen, so
soll dabei das jedem EigenthUmliche mehr angedeutet, als eine
eigentliche Analyse beabsichtigt werden.
1. La Fede aacrilega nella morte del Precursor S, Giovanni
Battista. (1714)*. Text vonPietro Pariati. — Interlocutori:
S. Giovanni Battista — Erode — Ero'diade — Oletria — Aronte
— Coro di popolo — Coro di Ministri. — Der Text verfolgt ziemlich
genau das Geschichtliche nach Ev. Matth. 14, 3—11. Herodes
Antipater hat seines lebenden Bruders Weib Herodias geheuratet.
Johann der Täufer macht, ihm darüber die bittersten Vorwürfe
und dringt in ihn, sich von seiner unrechtmässigen Frau zu
scheiden. Herodias, welcher diese Zumuthung äusserst unb^uem
war, verbündet sich mit ihrer Tochter Oletria, Johann den Täufer
als Rebellen darzustellen, und nachdem der König, von dem
Tanze seiner Stieftochter entzückt, ihr eidlich gelobt hatte , alles
zu gewähren, was sie ihn bitten würde, verlangt diese, von ihrer
Mutter unterrichtet, das Haupt des Johannes auf einer Schüssel.
Der König glaubt sich durch sein leichtsinnig gegebenes Wort
gebunden und befiehlt Johannes zu enthaupten. Dieser nimmt den
Ausspruch des schwachen Mannes mit dem ungebeugten Sinne
eines starken Gottesstreiters hin. — Zwei bis zur Wuth entflammte
Frauen , ein sinnlicher schwacher Fürst im Gegensätze zu einem
strengen Manne Gottes, both ein sehr passendes Sujet für
dramatisch gehaltene Situationen, und dieses Textbuch war viel-
leicht das beste das Fux in Musik setzte. Nach einer trefflich auf-
gefassten Arie der Oletria, worin diese leidenschaftlich erregt
dem Könige Feigheit vorwirft, weil er nichts gegen Johannes zu
unternehmen wage, tritt Johannes auf, der in denselben König
dringt, nichts zu besorgen, wenn er auf dem Wege des göttlichen
Gesetzes wandle; Herodias mahnt den König an seine Liebe,
1 Beil. Vni. 509 und X. 291.
Fux, Oratorien. 179
Johannes dagegen beharrt , ungeachtet er sieht, was kommen
wird, fest auf der Auflösung des gesetzwidrigen Ehebundes.
Herodias biethet Thränen und Drohungen auf, von ihm zu gehn,
er sei nicht mehr ihr Gatte, nur ihr Tyrann ; der König schwankt ;
es treten beide Frauen in dem Trio Tu morraifellan in der Sieges-
freude ihrer künftigen Rache gegen Johannes auf, der erftlllt von
dem Triumphe seines zukünftigen Martyrthumes, wie mit Ironie,
da^ Motiv seiner Oegnerinen mutierend ihnen entgegenhält. Ein
betrachtendes Madrigal schliesst dann diese Abtheilung schön ab.
— Einer neuen racheschnaubenden Arie der Oletria, worin sie
Johannes geradezu als Rebellen anklagt, folgt ein entgegenge-
setzter Angriff auf den König in der Arie L'odio n&n parla in me,
ma $ol Tamante^ wo die Königin mit den schmeichelnden Tönen
geheuchelter Liebe den König zu fangen hofft. Nach einer erneuten
Strairede des Johannes kommt es zu einem Duett zwischen der
aufs höchste erregten Herodias und Johannes der ihre Pläne
durchschaut. Nun folgt das Tafelfest mit Chor und dem Tanz der
Oletria, nach welchem der König das frerelhafte Versprechen
macht, alles zu gewähren, was seine Tochter verlangen werde,
und diese das Haupt des Johannes verlangt. Der König schwankt
aber gewährt (Arie Piu che Vira). In einer grossen Arie mit
Teorbensolo {Mesto amore) spricht Herodias ihr befriedigtes glü-
hendes Rachegefühl aus, Johannes nimmt den Urtheilssprueh des
Königs ruhig auf und fleht nur zu Gott, der König möge vor
dessen Tode diese That bereuen. Ein neues Madrigal krönt mit
einer ruhigen Betrachtung das Ganze. Der Ernst, wie die Lust
an der Arbeit spricht sich in der Stimmung jeder Nummer dieses
Werkes deutlich aus. Unbeschadet der ernsten Haltung des
Ganzen werden Coloraturen der Sänger nicht abgewiesen, selbst
Johannes der Täufer nicht völlig davon dispensiert.
2. La Donna forte nella tnadre de" setie Maccabei (1715).
Text von P. Pariati*. — Interlocutori : Antioco — Eliodoro
— Nicanore — Maccabea — Giacobbo , ultimo figlio di essa —
Coro di fratelli Maccabei. — Der Text hält sich ziemlich genau
an die Erzählung Maccab. 7, 1 — 42: Die Mutter der Maccabeer
sieht sechs ihrer Söhne auf Befehl des grausamen Königs Antio-
1 Beil. VIII. 516 und X. 292.
12*
180 • Fux, Oratorien.
chus vor ihren Augen sterben, um den Gott ihrer Väter gegen
die Heidengötter nicht aufzugeben, und fordert noch den siebenten
und letzten Sohn auf, dem Beispiele seiner Brüder zu folgen. An
der starken Frau prallen Drohungen und Anerbiethungen des
Königs wirkungslos ab und muthig geht sie selbst dem Henker-
tode entgegen. Der Schlusschor singt zu ihrem letzten Gange:
y^Madre^ che al Creatore per la gloria dt lui rende i 9Uoi figli^' —
Dem Gange der Handlung gemäss, die nur eine Reibe von immer
gesteigerten Gräueln vorführt, schlägt auch die Musik ohne Ab-
wechslung ernste und strenge Töne an. Schwungvoll zwischen
den Drohungen des Antiochus wiederholt sich der Chor der Mac-
cabeer y^Grande e pietoso k 7 noBtro Dio^ , der die Glaubensfreu-
digkeit unter den schwersten Leiden kräftig ausspricht. Wehmuth,
aber ohne Schwäche , drttckt üur die Arie Dämmt düeita madre
ans , wo der letzte Sohn Jacob vor seinem Gang zur Hinrichtung
die Mutter um den letzten Kuss bittet. Di^ beiden Madrigale am
Schlüsse der Abtheilungen sind auch hier mit eben so viel Sorg-
falt als Wirkung gearbeitet. Den Leistungen der ersten Sänger
werden schwierige Aufgaben zur Lösung gestellt.
3. II Fönte della aalute, aperto dalla grazia nel Calvario
(Charfreitag 1716)* Text von? — Parlano: La grazia — La
misericordia — La giustizia — II peccatore contrito — II pecca-
tore ostinato — II demonio — Coro d'Angeli — Coro di peccatori
penitenti. -^ Ein verstockter Sünder, vom Demonio aufgestachelt^
widerstrebt dem Quell des Heiles und der Gnade , der im Leiden
des Heilandes (nel Calvario) sich öffnet. Durch die Ermahnungen
des reuigen Sünders, der Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und
Gnade erweicht fleht zuletzt der verstockte Sünder um Gnade.
Der Demonio zieht darüber verzweifelnd ab. — Irgend eine bibli-
sche Handlung ist in dieser Passionsmusik durchaus nicht zu
finden. — Die wiederholten Ermahnungen zur Besserung würden
Gefahr laufen zu ermüden , wenn nicht der Demonio und der ver-
stockte Sünder durch ihre musicalischen Gegensätze eine gewisse
Abwechslung hineinbrächten. — Als etwas minder gewöhnliches
darf die Begleitung der Arie des Demonio Puoi pecear durch zwei
virtuose Fagotte, und der Arie des reuigen Sünders „JVoa famo^
1 Beil. Vm. 586 und X. 293.
Fux, Oratorien. 181
mit Baryton so wie einer dritten mit Schalmei bezeichnet werden.
Das Terzett: Dio ti pole ist ein schön gehaltenes Madrigal.
4. n Trianfo della fede (1716). Text von Bernardino
Maddali ^. — Interlocutori: D Secolo — Uamor profano —
Uamor divino — La fede — Uinnocenza. — Die verirrten Söhne
der Erde das Secolo and TAmor profano läugnen Gott and wollen
nur der Sinnenlast fröhnen. Nachdem Tamor divino , l'innocenza
und la fede ihre klagenden Betrachtungen darüber angestellt,
lässt la fede einen göttlichen Strahl in das Herz der verirrten
Erdensöhne fallen and beide werden dadurch zur Reue und Um-
kehr bestimmt. — Ungeachtet die wiederholten, einander ziemlich
ähnlichen Betrachtungen der Vertreter des göttlichen Princips und
jener der Kinder der Erde den Componisten wenig anregen
konnten , so ist doch die sinnlichere Auffassung der Erdensöhne
gegen jene der überirdischen überall klar geschieden. Insbeson-
dere verdienen die feingeftthrten zwei Duette, so wie die
eharacteristischen Wendungen in mehreren Arien , wie un Secolo
die Stelle yfChe rinßuenza delle sfere son chimere^ aller Beachtung
werth. Unstreitig gebührt aber unter sämmtlichen Nummern der
Vorrang den beiden zierlich gehaltenen Madrigalen a cinque am
Schlüsse der Abtheilungen, besonders der letzten, bei welchen
die contrapunktische Durchführung durch einen kurzen gebeth-
artigen homophonen Satz anmuthig unterbrochen wird.
5. // Disfacimento di Sisara, (1717). Text von? * — Pariano :
Jabin — Sisara — Jahel — Barac — Debora. — Die biblische
Episode, Buch der Richter 4, 1 — 24, wird mit dramatischer Leben-
digkeit dargestellt. Sisara, Jabin des Königs von Canaan Feld-
herr, der Israel durch 20 Jahre bedrängte, wird unter Barac's
Leitung über Antreiben der Seherin Debora von den Israeliten
geschlagen, konmit auf der Flucht zu Jahel, dem Weibe des Habor ;
erhält von dieser in der gereichten Milch einen Schlaftrunk,
worauf ihm Jahel einen Nagel durch die Schläfe treibt. — Die
kriegerische Bewegung der Handlung wird schon in der kräftigen
bitroduction angekündigt, und steigert sich in den siegessrcheren
Gesängen des Königs Jabin und noch mehr seines Feldherm
Sisara, ebenso auf der Seite der Israeliten, wo die Seherin Debora
1 Beil. Vni. 524 und X. 294. « Beil. Vm. 535 und X. 295.
182 Fux, Oratorien.
■
nach einem demtithigen Gebethe um den Sieg den Feldherm
Barac begeistert auffordert^ die Israeliten gegen Jabin zu fuhren.
Barac nimmt die Auffordemng an y wenn Debora ihm zur Seite
bleibt, nnd beide rufen ihr Heer zum Kampfe auf, wie Sisara die
Seinigen. Sisara wird geschlagen, wird vergeblich von JabiB auf-
zurichten versucht, muss sich flüchten, kommt ermattet zu der
Israelitin Jahel und wird von dieser im Schlafe getödtet. Barac
und Debora finden den verderblichsten Feind IsraeFs vernichtet
und preisen die Frau, durch welche diese That vollbracht ward.
Jahel weist alle Anerkennung von sich ab und gibt Gott die Ehre,
welcher dem schwachen Weibe die Kraft des Vollbringens einer
solchen That verlieh. Mit einem Chor des Dankes an den Herrn
der Heerscharen schliesst das Ganze. — Die erhöhte kriegerische
Stimmung der Gottesstreiter wird von der Musik bis ans Ende
festgehalten und gibt zu zahlreichen wirksamen Kmnmem mit
glücklich erfundenen feurigen Motiven und bedeutender Durch-
fUhrung und Begleitung Veranlassung, wobei auch mehrere Vio-
linsolo und von minder gewöhnlichen Instrumenten die Schalmei
und Flfite allemande angewendet werden. — Das Madrigal
a 5 „ Fa sempre la vittoria^ am Schlüsse der ersten Abtheilong
tritt *hier im Harnisch auf. Die Sänger haben bedeutende Aufgaben
zu lösen.
6. Crisio neir orte (1718); Text von Pietro Pariati ^
— Cantano : Cristo — L'amor divino — La giustizia divina —
Un' anima contemplativa — Un angelo confortatore — Coro di
Angeli. — Die Schrifttexte über die Todesangst und die Gebethe
des Erlösers im Garten Gethsemani waren für den Umfang des
Oratoriums keineswegs ausreichend; es mussten daher die Be-
trachtungen der göttlichen Liebe, der ewigen Gerechtigkeit, des
beschaulichen Engels, so wie die Trostesworte des tröstenden
Engels den grössten Theil des Textes ausfüllen. Es war unver-
meidlich, dass sämmtliche Betrachtungen im Wesen wenig von
einander abweichend sein konnten und daher dennoch einige Ab-
wechslung hineinzubringen, war eine schwierige • Aufgabe der
Musik. Wir begegnen dessungeachtet in der kunstvoll contra-
punktisch gearbeiteten Einleitung, in den beiden Madrigalen an
1 Beil. Vni. 546 und X. 296.
Fax, Oratorien. 183
den Schlüssen der Abtheilnngen und in mehreren treffenden
Anffasmingen wie der Stelle j^Luamo ch'^ polve e niente^ in der
Arie ifon tnerta Vuomo den sprechenden Spuren des Meisters,
welcher auch dem spröden Stoffe das mögliche abzugewinnen
versteht.
7. Gern Cristo negaio da Pietro (1719). Sepolcro. Text von
Pietro Pariati*. — Cantano: L'amor divino verso Tuomo —
L'umaniti peccatrice — S. Pietro Apostolo — Ballila, ancilla
di Caifa — L'odio di Giudei contro di Gesti — Coro di Giudei
ostinati — Coro di peccatori, che sperano la redenzione. — Die
behandelte Episode beginnt mit der Gefangennehmung des Er-
lösers und schliesst mit der letzten Verläugnung durch Petrus. An
betrachtenden Personificationen fehlt es auch hier nicht : die gött-
liche Liebe, die sündhafte Menschheit, der Hass der Juden gegen
Christus so wie die Chöre der verstockten Juden und der Sünder
welche auf Erlösung hoffen, äussern ihfen Antheil an den Vor-
gängen in verschiedenem Sinne. Ungeachtet das häufige Eintreten
dieser betrachtenden Stimmen den Gang der Handlung eher
hemmen als befördern , geben sie doch wieder Anlass zu bedeu-
tenden musicalischen Sätzen und regen auf andere Art an. — Der
eben so kunstvoll durchgeführten als lebhaften Sinfonia schliesst
sich an die Schlusstacte unmittelbar der leidenschaftliche Chor
der Juden an , der Christus bei der Gefangennehmung verhöhnt.
In der bezeichnenden Arie Manche agli altri sagt Petrus, auf
seine That gegen Malchus hinweisend, nicht ohne Selbstüberhebung,
dass wenn auch alle den Herrn verlassen sollten, er ihn nicht
verlassen werde. Die göttliche Liebe hat dagegen ihre Bedenken.
Der Judenhass spricht sich in der darauffolgenden Arie V inno-
cenza non vive, und noch mehr in der späteren E troppo orribüe
mit dem Hohne einer derben Leidenschaftlichkeit aus : man könnte
versucht sein zu glauben, Fux habe in den brüsken Sprüngen
der Bassstimme eine Färbung orientalischer Heftigkeit beabsichtigt.
Die Verläugnungen gehen während der Becitative vor. Der Chor
der Sünder macht Petrus in dem Schlussmadrigale der ersten Ab-
theilung „TV« virtü vatäi^ empfindliche Vorwürfe über seine
Schwäche. Nach der letzten Verläugnung bereut Petrus in der Arie
t Beil. Vm. 556 und X. 297.
184
Fux, Oratorien.
Del mio cor unter Thränen sein Vergehen gegen seinen geliebten
Meister. Das Madrigal des Schlusschors der Sttnder Mortale
'specchiati in Pietro macht die Nutzanwendung , dass wer sich
erhebt, dem Falle am nächsten sei. — Aach dieses Oratorium
liefert den Beweis, wie wesentlich die dramatische Musik durch
wirkliche, menschlich handelnde und empfindende Personen ge-
tragen werde.
8. La Cena del Signore (1720). Text von Pietro Pariati ^
— Cantano: Gesü Cristo Salvator nostro — Pietro Apostolo
— Giovanni Apostolo — Un' anima contemplativa — Lo Spirito
profetico — Giuda ü traditore — Coro degli Apostoli. — Der
Text hält sich im Wesentlichen an die Passionsgeschichte der
Evangelien und ftthrt die einzelnen Scenen der Fusswaschung —
der Worte: Einer wird mich verrathen — und der Einsetzung
des Altarssacramentes im Abendmahle aus. Die beschauliche Seele
und der prophetische Gfeist übernehmen die Rolle des antiken
Chors, theilnelunend aber nicht eingreifend. — Da viel Text zu
bewältigen und neles daraus für Einzelgesänge nicht geeignet
war, so musste einen grossen Theil das Recitativ auf sich nehmen.
Dessungeachtet sind viele Nununem ausgeführter behandelt und
die verschiedenartigen Charactere der Apostel, des feurigen Petrus,
des sanften Johannes, des Verräthers Judas in ihren Gesang-
stücken gehörig wiedergegeben. Eine Eigenthttmlichkeit hat Fux
in die Arie LHmpossibü del mistero gelegt, wo Judas seine hart-
näckigen Zweifel an der Möglichkeit der Wandlung, bei den
Worten „F« contrasto a la mia fede^ in den mannigfachsten
Sprüngen, wie
C
^ . I
Bg
^
e
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I I I
^
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r impoB - si - bil del ini - ste-ro fa con tra
V'k r T j
t
±
z:
m^
8to fa con - tra - sto
a
la mia fe - de
ausdrückt, die in der Reprise sich sogar zu Decimensprüngen
1 Beil. Vm. 567 und X. 29ik
Fux, Oratorien. 185
steigern. Der tüchtige Bassist Praun, der den Jadas sang, mag
darin seine Stärke gehabt haben. — Die schönen Schiassmadrigale
und ein besonders ansprechendes Dnett 0 beute Falme umane,
welches an ein ähnliches in der Deposizione erinnert , wird man
anch in diesem Oratorium nicht vermissen.
9. // Tesfamento di Nostro Signor Gesü Cristo sul Calvario.
Oratorio (1726). Text von Pietro Pariati'. — Cantano:
La santissima Vergine — L'angelo Gabriele — Giovanni evange-
hsta — n peccatore — Lucifero — Coro di Giudei — di Scribe
e Farisei — di Peccatori. — Nachdem die Juden, Schriftgelehrten
und Pharisäer den Erlöser auf dem Kreuze gehöhnt, werden die
Kreuzesworte Christi: Herr, verzeihe ihnen — Heute wirst du mit
mir im Paradiese sein — Hier Frau, sieh deinen Sohn — Mein
Gott, warum hast du mich verlassen — Mich dürstet — In deine
Hände empfehle ich meinen Geist — als die letzten Worte Christi
vor seinem Ende sein Testament genannt, von der Jungfrau,
von dem Evangelisten Johannes, von dem Engel Gabriel, von
einem Sttnder, dann von Lucifer nach ihren eigenthttmlichen
Standpunkten in Betrachtung gezogen, da diese Worte am Kreuze
als etwas bereits Geschehenes hier nur erzählt werden. Die Par-
titur dieses Oratoriums ist die umfangreichste von allen geworden;
der Grund davon lag aber in der Masse des Textes, da der Ver-
fasser darin sich einer unangenehmen Redseligkeit beflissen hatte,
wovon der Componist nichts auszuscheiden gewagt hat. Unge-
achtet ein grosser Theil in Recitativen aufgenommen wurde, so
bothen auch die einförmig klagenden Betrachtungen wenig Anre-
gendes und Abwechselndes für den Componisten der Arien. Im-
merhin verdienen ausser dem höhnenden Chor der Juden Ecce
Vucm auch die beiden kräftigen Schlussmadrigale und die rührend
einfache Arie der Jungfrau AI tuo pib auszeichnend genannt zu
werden. Als etwas ganz apartes muss die Begleitung der Bassarie
Lucifer's Son de Vuomo erwähnt werden, wo vier Fagotte im
Einklänge mit Figuren die Arie umschwärmen.
10. . La Deposizione dalla Croce di Gern Cristo Salvator
nostro, Sepolcro (comp. 1728, wiederholt 1738). Text von
Claudio Pasquini*. — Cantano: Maria Vergine — Maria
1 Beil. VIII. 635 und X. 299. » Beil. VIII. 654 und X. 300.
186 Fux, Oratorien.
Maddalena — Giovanni Apostolo — Gioseppo Arimateo — Nico-
demo — Coro di peccatori. — Die Herabnahme des Heilandes
vom Kreuze im ersten Theile, die Grablegung im zweiten Theile
werden von den Sprechenden: der Jungfrau Maria, Maria Mag-
dalena, dem Apostel Johannes 9 den Jttngem Josef von Arimatea
und Nicodemus und dem Chor der Sünder mit Betrachtungen be-
gleitet f welche sich entweder auf das allgemeine des Erlösungs-
werkes oder die besonderen persönlichen Verhältnisse des Spre-
chenden zu dem Heilande beziehen. — Der tiefe Ernst , welcher
dieser Handlung zum Grunde liegt, ist auch ttber die ganze Musik
ausgebreitet, Schmerz und Klage in verschiedenen Aeussemngen
abgestuft, und bald sanfter bald lebhafter ausgedruckt, zieht
sich durch das ganze Werk. Die Mutter wünscht am liebsten mit
dem erhabenen Sohne gestorben zu sein und verweilt in weh-
müthiger Erinnerung an die Kinderjahre des Hingeschiedenen;
der sanfte Apostel Johannes , der einst im Schöosse des Herren
•
lag, stimmt ein in die Klage der Mutter, der er nun selbst ein
Sohn sein soll; Maria Magdalena, die aus einer bussfertigen
Sünderin die glühendste Verehrerin des Heilandes geworden war,
wird auch in ihrer Klage lebhafter und möchte mit ihren Thränen
ihre frühere Sündenschuld abwaschen. Nicodemus tritt kräftiger
auf und prophezeiht der Stadt Jerusalem ftlr ihre ruchlose That an
dem Heilande den Untergang, auch Josef von Arimatea wirft den
Juden den Undank vor, welchen sie an Gott, der sie aus Aegypten
geführt und vor allen Völkern gesegnet hat , durch die Tödtung
des Erlösers begangen haben, während der Chor der Sünder
seine Mitschuld an dem Leiden und Tode des Heilandes
bekennet. — Unter den Musikstücken treten die characteristische
Einleitung der Instrumente, das schmucklose aber wirkungsvolle
Duett der Jungfrau und des Apostels Chi H conoscey wo die
Stimmen abwechselnd sich imitierend trennen und wieder vereini-
gen, femer die Bassarie des Nicodemus Se pure piü nel core
mit brillanter Fagottbegleitung, endlich die madrigalartig gehal-
tenen Schlusschöre, besonders hervor.
Im Jahre 1729 erschien bei Jeanne Roger in Amsterdam die
Oper£/wa*, welche Fux im Jahre 1719 componiert hatte, und
1 Beil. Vm. 551 und X. 312.
Fux, Oper Elisa. 187
nach dem gleichzeitigen Textbuche (1729 bei Van Ghelen) im
Jahre 1 729 wiederholt gegeben wurde. In der k. k. Hofbiblipthek
befindet sich ein Exemplar in einem Prachtbande von rothemSammt
mit reicher Goldstickerei. Wenn die oft wiederholte — aber darum
doch nicht völlig verbürgte — Anecdote von Kaiser Karl VI. und
Fux sich wirklich zugetragen hat, so konnte die nirgends bestinmit
bezeichnete Oper des Fux, die der Kaiser dirigiert haben soll, mög-
licherweise die £/Ma gewesen sein. Gerber in der zweiten Ausgabe
seines Lexicons erzählt die Begebenheit, die ihm so viele nach-
geschrieben haben, in folgender Weise : Dem Kaiser, welcher die
ganze Oper auf dem Flttgel begleitete , wurde beim Eintritte ins
Orchester im Namen der Kaiserin die aufs kostbarste gebundene
Partitur der Oper überreicht, worauf sich der Kaiser nach einer
Verbeugung gegen die Kaiserin an den Flttgel setzte und das
Zeichen zum Anfange gab. Bei dieser Gelegenheit war es, wo
Fux, welcher hinter dem Kaiser stand, nach vielen Proben von
des Kaisers gutem Benehmen bei den schwierigsten Stellen und
nach wiederholtem Bravo endlich ausrief: „0 es ist Schade, dass
Eure Majestät kein Virtuose geworden sind!^ Worauf der Kaiser
sich umdrehte, indem er antwortete: „Hat nichts zu sagen, hab's
halter^ so besser!^ Se non 6 vero, non k mal trovato.
Eine s^hr bedeutende Veränderung in dem Personale der
Hofpoeten bereitete sich in eben demselben Jahre 1 729 vor.
Als Apostolo Zeno sich anschickte in seme Heimat
zurückzukehren und PietroPariatiseit mehreren Jahren wenig
mehr producierte, richtete der Kaiser sein Augenmerk auf den
jungen Abate Pietro Metastasio*, der sich seit 1724 als
1 Da es bei den norddeutschen Brüdern von jeher üblich war , die
armen Oestreicher mit dem „halter" lächerlich zu machen , so sei hier er-
wähnt, dass in Oesterreich kein Mensch sich jemals des Wortes „halt er«
bedient hat noch jetzt bedient. Das im Norden verhöhnte Wort heisst
„halt", und ist ähnlich dem in ganz Deutschland üblichen gelt, schau,
u. dgl. eine Interjection , welche in den meisten Fällen die Bedeutung dea
nicht viel mehr bezeichnenden norddeutschen „eben** oder „nu 'mal^ hat.
In obiger dem Kaiser beigelegten Phrase hätte „halt'' gar keinen Sinn.
^Pietro Antonio Domenico Bonaventura Trapassi, ge-
nannt Metastasio, war 1698 zu Assisi geboren, ward der Erbe seines
Gönners des Kechtsgelehrten Gravina zu Born, der ihn sorgfältig hatte
erziehen lassen und endete seine Tage in Wien 1782.
188 Metastasio.
Operndichter einen Jbedeutenden Namen ei^worben hatte — um in
ilim eine frische tüchtige Kraft zu gewinnen. Principe Pio trat
deshalb 1729 mit ihm in Unterhandlung und Metastasio erklärte
sich ohne Zögern mit VergnUgen bereit , als ^Poet im Theatral-
fitaat" in die Dienste „des ersten Monarchen der Welt" (Met. Lett.)
zu treten*. 1730 im Juni kam er nach Wien, wo er die beste Auf-
nahme fand und blieb daselbst, hochgehalten von den verschie-
denen Monarchen und allen Ständen , durch 52 Jahre bis an sein
Lebensende*. In dem Zeitabschnitte von 1730 bis 1740, der uns
hier berührt, wurden 32 seiner in Wien gedichteten Texte* für
Opern, Serenaden und Oratorien zur Aufführung gebracht ; davon
componierteCaldara 14, G. Reutterö, Predieri4, Hasse 3,
einzelne V i n c i», Fux, F. Conti, 6. Porsile, ßonno.
Metastasio'sRuhm hatte sich durch ganz Europa verbreitet, bei
den Italienern wurde er classisch wegen Reinheit, Klarheit, Anmuth
der Sprache, wegen des vollendeten Wohllauts und ausdrucks-
vollen Rhythmus seiner Arien: er beherschte in seinem Fache
unbedingt seine Zeit. Apostolo Zeno folgend suchte er in $einen
Opemdichtungen ein wahres Drama zu schaffen, und machte die
psychologische Darstellung der Charactere und Leidenschaften,
eine aus diesen hervorgehende folgerichtige Handlung zu seinem
Hauptziele. Metastasio ist keine grosse, kräftige Natur, starke
Leidenschaften fasst er nicht; seine psychologische Auffassung
ist klar und verständig, aber beschränkt, wie seine Gesinnung
anständig und wohlmeinend , aber nicht frei noch gross ist. Den
grössten Einfluss auf die Componisten sowohl als auf das Publi-
cum übte seine Sprache, welche correct, fliessend und von hin-
reissendem Wohllaut ist, im Ausdruck einfach und natürlich, nur
80 weit rhetorisch, als italienische Sprache und Poesie es ver-
langt. Als Operndichter zeichnete ihn noch besonders aus : seine
1 In den Hofrechnungen erscheint sein Gehaltsbezug schon vom
1. April 1729.
2 Anziehende Details von Metastasio's Verhältnisse zum Hofe enthält
Th. G. V. Karajan „Aus Metastasio's Hofleben". Wien, 1861.
8 Opern: Beil. VIII. 666. 679. 682. 691. 693. 697. 708. 712. 714. 719.
724. 743. 746. 749. 788. — Serenaden: 732. 735. 739. 766. 768. 774. 775.
779. — Oratorien: 676. 689. 705. 717. 728. 742. 772. 784. 791. — AUacci,
Drammaturgia, zählt im ganzen 71 dramatische Texte Metastasio's auf.
G. Claudio Pasquini. 189
Poesie war musicalisch. Er hatte im Verkehr mit Sängern und
Componisten seine mnsicalische Anlage so weit ausgebildet, dass
er flihlte und wusste, worauf es bei einem zur Composition be-
stimmten Texte ankam. Die wohllautende Sprache kam der
Musik auf halbem Wege entgegen , die einfache jedoch wech-
selnde Bhythmik; die zweckmässige Gliederung der entsprechen-
den und contrastierenden Gedanken, wie der syntactischen Con-
struction zeichnete dem Componisten die musicalische Periodi-
sierung vor, ohne ihn zu beschränken. Dadurch ward es erklär-
lich , dass Metastasio Bühnen wie Componisten beherschte und
das unerreichte Muster für alle Opemdichter wurde , die freilich
am gltlcklichsten seine Schwächen nachahmten K
Noch eines Opemdichters ist zu erwähnen, der neben Apo-
stolo Zeno, Pariati und Metastasio ausnehmend thätig
für die Wiener Hofoper arbeitete. Es war dies Giovanni Clau-
dio Pasquini, der zu Siena 1695 geboren^, um 1726 nach
Wien kam und bis 1740 nicht weniger als sieben und sechzig
Texte für musicalische Compositionen zu Stande brachte. Mit dem
Beweise seiner Anstellung als kais. Hofpoet hat es eine eigen-
thümliche Bewandtniss. Die Hof - Schematismen und -Bechnun-
gen fuhren ihn erst vom Jahre 1 740 bis letzten März 1 742 als
Hofpoet auf, von 1733 (in welchem Jahre Pariati gestorben
war) konmit er in den BechenbOchern bis zum Jahre 1739 als
Tenorist vor; möglich, dass er zugleich auch Sänger war, oder
ihn nur ein Irrthum des Bechnungsbeamten in die Sängerreihe
versetzte. Seine bedeutende Befähigung zum Opemdichter wurde
ausser den vorhandenen Partituren auch durch die ehrende An-
erkennung Metastasio's^ in seinen Briefen dargethan, zugleich
auch durch die bereite Aufnahme als Hofpoet , welche ihm nach
seiner Entlassung von Wien (1742) am Hofe zu Dresden zu Theil
wurde*. Metastasio's Briefen zufolge war er von 1750 bis 1759
in Siena, wohin er sich für seine älteren Tage zurückgezogen zu
haben scheint.
1 Otto Jahn, Mozart. « Quadrio Storia. V. 293.
3 In einem dieser Briefe (Op. poBtume, I. 235) schreibt Metastasio an
OL Pasquini (1747): In somma ripetendo ciö che miUe volte vi ö detto, io
non ritrovo molti al presente , che in queste poetiche facolta mi contentino
par di voi. ^Fürstenau, Gesch. der Op. in Dresden. IL 239 f:
190 G. Claudio Paaquini.
Erwähnenswerth ist der Fall mit dem Texte zu der Oper
Don Chisciotte in Corte della duchessa (Beil. VIU. 637). Diese
Oper wurde mit Musik von A. Caldara im Jahre 1727 in Wien
gegeben und auf der gleichzeitigen Partitur, auf den zu der ersten
Aufführung in Wien bei Ghelen gedruckten italienischen und
deutschen Textbüchern, femer in dem Wiener Diarium von 1729
ist, wie in Allacci Drammaturgia als Verfasser der Poesie dazu
der Abate Giovanni Claudio Pasquini angegeben. Nun
erschien im Jahre 1786 in Orleans bei L. P. Couret de Villeneuve
eine Gesammtausgabe der Poesie drammatiche diApostoloZeno
in 1 1 Bänden , wo im 1 1 . Bande unter den Poesie drammatiche
di Apostolo Zeno composte insieme con Pietro Pariati die-
selbe Oper Don Chisciotte in Corte della duchessa mit dem
Beisatze pubblicato per la prima volta in Vienna 1719 und tlber-
dies mit dem Argomento des Pasquini vollständig abgedruckt
ist. Der leichtfertige Redacteur dieser Ausgabe wusste aus Ap.
•
Zeno's Lettere IT. UI., dass im Jahre 1719 Ap. Zeno in Ver-
bindung mit Pariati mit einem dort nicht näher bezeichneten
Don Chisciotte beschäftigt war — der auch zur Aufführung
kam — und nahm ohne Bedenken die Oper des Pasquini vom
Jahre 1729 dafür. Im Jahre 1719 wurde aber von den beiden
Verfassern die Oper Don (Chisciotte in Sierra Morena (Beil. VIÜ.
549. Musik von F. Conti) gegeben, welche jedoch in der
erwähnten Ausgabe der Poesie drammatiche di Apostolo Zeno
nicht aufgenommen ist. Die im Jahre 1729 in Wien anwesenden
Dichter Zeno und P a r i a t i würden es gewiss nicht stillschwei-
gend hingenommen haben, als unter ihren Augen die angeblich von
ihnen herrührende Oper Don Chisciotte in corte della duchessa
unter P. Pasquinfs Firma gedruckt erschienen war.
xin.
Die Opern Ton Fox (1702—1781) — Chroiük (1731-1788) — Giiadea-
gäbe für den Neffen HatthBas.
1731. Am 28. August wurde zum Namenstage der regieren-
•
den Kaiserin Elisabeth Christina die Festa teatrale Enea ne-
gV Elisj 0 R Tempio delV etemitä *, Text von M e t a s t a s i o in der
Favorita gegeben (Wr. Diar.). Metastasio bemerkt in seinen
gesammelten Werken (Vol. IV) über die erste AufiPührung: „ß
tempio delV etemitä, festa teatrale . . .' sontuosamente representata
la prima volta con mustca delPux nel giardino imperiale Favorita".
— IGt diesem „Tempel der Unsterblichkeit" schloss Fux die
Reihe seiner dramatischen Compositionen ab — in seinem ein
und siebzigsten Lebensjahre. Wir wollen nun darangehen , uns
eine Vorstellung der Auffassung und Ausführung seiner sämmt-
liehen dramatischen Compositionen zu bilden und darum zugleich
die Zeit und die Verhältnisse berücksichtigen, in welchen sie
entstanden.
Dichter und Componisten durften nie aus den Augen ver-
lieren, dass die drao&atischen Compositionen mit Musik,
mit Ausnahme der Faschingsopem, zu Festen für den Hof be-
stimmt seien, durch Welche irgend eine Persönlichkeit oder ein
erfreuliches Ereigniss des regierenden Hauses gefeiert werden
sollte. Damit war schon in der Anlage und später durch das Her-
kommen bedingt, dass man zum Schlüsse der Darstellung an die
gefeierte Person eine eigene verbindliche Ansprache in Musik
richtete, welche man Licenza hiess. Diese Licenza war ge-
wöhnlich schon im Gange der dramatischen Handlung vorbereitet
und diese enthielt mannigfache Anspielungen darauf, ja in man-
chen Fällen war das ganze Schauspiel nur eine erweiterte Li-
1 Beil. VIU. 679.
192 Fux, Opern.
cenza; in einigen Fällen jedoch , wo der dramatische Vorgang
weiter ablag, wurde am Schlüsse eine rasche unvorbereitete Wen-
düng genommen, um die Licenza durch das darstellende Perso-
nale anzubringen. — In dem Herkommen und der Entwicklung der
Oper in Italien, welche auch in Wien aufgenommen wurde, lag
es femer, dass das Stijet der Oper entweder der Mythologie oder
doch der antiken Geschichte oder Sage entlehnt, seltener nach
Zaubermährchen gegriffen wurde, da diese vorzugsweise zu
reichem Decorationswechsel und phantastischen Aufztlgen Ge-
legenheit bothen.
Die von Fux componierten Texte aus historischen Stof-
fen waren La Cletnenza (f Augusto (Beil. X. 301), Pulcheria
(303), Julo Ascanio (304) und Costanza e fortezza (314), welche
letzte die Sagen von Horatius Codes, Mutius Scävola und Clölia
behandelte. Alle übrigen Stoffe , mit Ausnahme der Zauberoper
Angelica vincitrice (T Alcinda (310) waren. aus der alten Götter-
mythe genommen und dramatisch behandelt, oder einzelne Zttge
daraus willkürlich weiter entwickelt. Zu den ersten gehören
Dafne in Lauro (308), Orfeo ed Euridice (309), Diana placaia
(Ifigenia) (309), Psicke (und Amore) (313), Le Nozze di Aurora
(314), La Corona d* Arianna (317); mit blossen mytholo-
gischen Anklängen aber desto häufigeren Personificationen und
Allegorien, welche gewöhnlich schon beim Beginne odßr doch
im Verlaufe des Stückes den Zweck des Festes ankündeten,
waren die übrigen acht dramatischen Compositionen.
Die Verfasser der Operntexte aus früherer Zeit waren
Antonio Bernardoni (1702, 1708) (X. 301, 303, 304), Do-
nato Cupeda (1702, 1709) (302, 305), Silvio Stampi-
glia (1709) (306) und G. B. Ancioni (1710) (307); aus
späterer Zeit vorzüglich Pietro Pariati* mit acht Texten
(1714—1726) (308—312,314, 315—317), endlich von den her-
vorragendsten Schriftstellern Apo8toloZeno(l 720) die Paiche
(313), und von P. Metastasio (1731) Enea negli Elisj (318),
zugleich die letzte von Fux componierte Oper.
1 Von ihm sind mehrere Texte mit Ap. Zeno gemeinschaftlich bear-
beitet, und sein Aqtheil von diesen gerühmt. Op. di Ap. Zeno. III. 11.
Fax, Opern. 193
£8 ist einleuchtend ; dass die historischen Stoffe mit rein-
menschlichen Empfindungen, Affecten nnd Conflicten ein erhöhtes
dramatisches Interesse zu erwecken geeignet waren j wenn anch
hier die Grenze des Schicklichen jeden schärferen Ausdmck der
Leidenschaft im guten, wie im schlimmen Sinne zu yermeiden
geboth. Daher gelangen solche Stücke den Textverfassem in der
Regel besser, und Bernar-doni's Puleheria verdient in dieser
Richtung besonders hervorgehoben zu werden, auch Pariati's
Cogtanza efortezTM gehört in Erfindung der Situationen und Aus-
führung zu den glllcklicheren Eingebungen. Die Texte aus der
antiken Göttermythe hatten zwar wie Dafne^ Orfeo^ Paiche,
Diana placata einen poetischen Hintergrund , allein da die alte
Götterwelt nicht mehr im Glauben der Zuhörer anklingen konnte,
so standen sie nur eine Stufe höher , als die wesenlosen Personi-
ficationen und Allegorien, welche als das Product leerer Abstrac-
tionen, selbst empfindungslos, auch keine Mitempfindung erwecken
konnten und höchstens dazu dienten, eine lose Verbindung meh-
rerer Musikstücke herzustellen , die nur durch die Geschicklich-
keit des Componisten und die Virtuosität der Sänger einiges.
Interesse zu erregen im Stande waren. Es ist übrigens sämmt-
liehen Verfassern der Texte das durch viele Uebung entwickelte
Geschick nicht abzustreiten , die Oeconomie ihrer Libretti so ein-
zurichten, dass die Sänger und Chöre in gehöriger Reihe und
Abwechslung eintreten konnten und dass insbesondere in den
Arien und verwandten Musiknununem eine durch das vorherge-
gangene Recitativ vorbereitete Stimmung eingehalten wurde.
Auch in den Chören fehlt in der Regel der passende Ausdruck
für die theilnehmende Empfindung einer grösseren Menge an den
Ereignissen des Drama ^ nicht. War die Diction auch nicht von
einem gewissen Schwulste freizusprechen, so drückte sie doch
die Situation in gewähltem Ausdrucke aus und half durch das
Sangbare der gebildeten italienischen Sprache dem bedrängten
Componisten über manche Steppe der Handlung hinweg. Ausser
Bernardoni hat auch P. Pariati darin entschiedene Ver-
dienste, nur in den beiden von Apostolo. Zeno und Meta-
stasio herrührenden Texten ist die Ueberlegenheit ihres Talen-
tes nicht eben in jeder Rücksicht zu rühmen.
Kbehel, J. J. Fax, 13
194 Fux, Opern.
In den musicalischen Dramen wurde von jehfer ein wesent-
licher Unterschied gemacht zwischen der grossen Oper,
welche Dramma per musica oder Festn teatrale hiess , und der
Operette, welche mit dem Namen Serenata oder Componi-
mento per camera oder einfach Camponimento per musica — etwa
noch mit dem Beisatze pasfarale — sich begnügen musste. Die
grosse Oper mit ihrem pomphaften Auftreten war ausschlies-
send nur auf die grössten Feste der Namens- und Geburtstage des
Kaisers oder der regierenden Kaiserin , ihrer Vermählung und
Krönung, bei der Geburt eines Thronerben oder auf ähnliche
Ereignisse beschränkt, und wurde nach der ersten Auflftthrung
drei- bis viermal wiederholt. Ausser der Entfaltung besonderer
Pracht in Decorationen, Costtimen und Tänzen war auch die
ganze Anlage eine grössere, die Handlung war in zwei oder drei
Acte abgetheilt, die Anzahl der Musiknummem eine grössere und
ihre Entwicklung bedeutender, die Chöre beim Beginne und zum
Schlüsse jedes Actes unerlässlich und auch während des Actes
nicht selten eintretend, das Locale die glänzend eingerichtete
Schaubühne zunächst der Burg, oder der beleuchtete Teich der
Favorita. Solcher grossen Opern wurden von Fux sechs com-
poniert (Beil. X. 310. 312. 314. 315. 317. 318). — Die beschei-
denere Operette war durch ihre Synonyme Serenata nur zu
kleineren Abendunterhaltungen, oder als Componimento da Ca-
mera in den Appartements der Burg oder Favorita dargestellt
worden. Sie bestand inmier nur aus einem Acte, die Zahl und
Bedeutung der Musikstücke war geringer, der Chor wurde ge-
wöhnlich durch Madrigale der darstellenden Hauptpersonen er-
setzt, Pracht und Glanz der Auflftthrung fielen weg, kurz es waren,
wie man es später nannte, musicaliscl) - dramatische Unterhal-
tungen in untergeordneter aber deshalb keineswegs unbedeuten-
•
der Darstellung, wozu Fux zwölf Compositionen lieferte.
Ueber die Behandlung der musicalischen Nummern ist ge-
legentlich der Oratorien bereits mehreres erwähnt, wesshalb hier
nur einiges abweichende davon angedeutet werden soll.
Die Ouvertüren. Fux hatte bereits durch seine zahl-
reichen Instrumental-Compositionen, den Concentus' musico-in-
strumentalis, die ganz ausgezeichneten Partite a tre u. m. a. einen
solchen Namen sich erworben, dass er von Antonio Lotti zu
1
Fux, Opern. 195
Bemer Oper Costantino (1716) und von Giov. Bononcini zur
Operette Pro/co sul Beno (llOS) , von zwei so berühmten Com-
ponisten angegangen wurde , die Ouvertüren zu schreiben. Dass
Fux an die Ouvertüren seiner eigenen Opern mit geringerem
£ifer gegangen sei, ist kaum anzunehmen, besonders da er in
dem auserlesenen Orchester der Hofkapelle eine specielle Auf-
forderung finden konnte, solchen Kräften würdige Aufgaben zu
stellen.
Ungeachtet die noch vorhandenen Partitaren in der Regel
nur vierstimmig gesetzt sind, so ist doch ausser Zweifel, dass die
Zahl der zusanmienwirkenden Instrumente keine geringe war,
welche im einzelnen aus der vierstimmigen Partitur herauszu-
ziehen das Geschäft des geschickten Notisten war, dem nur hie
und da Andeutungen in der Partitur gegeben wurden. Gewöhn-
lich besteht bei Fux die Ouvertüre aus einem Satze von lebhafter
Bewegung, der aber nicht selten von einem Andante unterbro-
chen wurde und mit einem Minuett schloss. Die Behandlung ist
jedesmal polyphon, einfach imitierend, in einigen auch zur cano-
nischen Verarbeitung sich steigernd. Die Auffassung ist immer
dem Character der Oper angepasst, bald kriegerisch, bald fest-
lich-glänzend, aber niemals der künstlerischen Architectonik ent-
behrend, und eben so wenig an Motive der übrigen Oper erin-
nernd. Häufig geht sie in den ersten Chor oder das erste Becita-
tiv über, wie ein einleitendes Ritoniell dazu. Bei Opern ersten
Ranges, wie Costanza e fortezza, Angelica, Elisa ist das Orchester
in zwei Chöre getheilt, besonders wenn auch ein Doppelchor der
Sänger darauf einzutreten hat.
Die Chöre. Ungeachtet vielstimmige Gesänge dem ge-
wandten Contrapunktisten willkommene Gelegenheit zu polypho-
nen Compositionen biethen, so widerstand Fux doch in der Regel
dieser Verlockung, da die Oper sie principiell fernhielt, nur in
den Madrigalen und einigen madrigalartigeu Chören erscheinen
leichtere Imitationen. Die Chöre sind durchweg ausdrucksvoll
und im Character der Oper, besonders wenn sie, wie in Costanza
e fortezza, in Alcinda u. a. als gegenüberstehende Doppelchöre
Ruf und Antwort schwunghaft auszusprechen haben. In den
grösseren Opern umrahmen sie oft mehrere aufeinanderfolgende
Arien und gewähren damit diesen selbst eine kräftige Unterlage.
13*
>1
196 Fux, Opern.
•
Wenn am Schluss des ActeB oder des Ganzen Ballettänze aufge-
führt werden ; so sind die Tanzweisen gleichfalls vom Gesänge
des Chors begleitet.
Die Seccorecitative folgen gewissenhaft dem Sinne and
den Einschnitten der oft langgedehnten Perioden in üblicher
Weise ; allein da die Texte keine bedeutenden Steigerungen der
Affecte in der Regel enthalten , konnte auch die Musik sie nicht
in die Recitative hineinlegen.
Die Arien schUessen sich überall an die Stimmung des
vorhergehenden Recitativs an, als dessen erhöhter Ijrrischer Aus-
druck. In dem melodischen Antheil der Arie , welcher nirgends
Anklänge an das Kirchliche hat, fehlt es nicht an Ausdruck und
Empfindung , wo der Text ein menschliches Gefühl darstellt , nur
durfte auch der Componist die dem Dichter des Textes vorge-
zeichnete Schranke nicht überschreiten. Dass Fux dem treiben-
den Strome der Zeit sich nicht schroff entgegenstellen wollte^
zeigte er besonders in letzter Zeit durch manche melodiöse Auf-
fassung im Geschmacke der allbeherschenden Italiener \ jedoch
ohne sich im Satze ihre von ihm selbst oft scharf gerügte Zügel-
losigkeit zu gestatten, vielmehr ist anzunehmen, dass seine
Strenge auf mehrere der Besseren von ihnen wohlthätig zurück-
gewirkt habiß. Die Arienpartituren verrathen keine bedeutenden
Zumuthungen an die Virtuosität der Sänger, im Gegentheile ent-
hielt sich Fux absichtlich derselben, da er wohl wusste, dass
diese virtuosen Ausschmückungen von den Sängern selbst bis
zum Ueberdrusse des Componisten vorgenommen wurden. — Die
Gliederung der Arie in zwei Theile mit der Reprise des ersten
Theiles nach dem zweiten war dieselbe, wie sie noch bis Ende
des XVIII. Jahrhunderts in der italienischen Oper üblich war. —
Eine Eigenthttmlichkeit in der Behandlung der Arie bestand
darin, dass nach dem Beginne des Ktomells der Sänger mit den
Anfangstacten seiner Arie einsetzt, die Instrumente ihn durch das
fortgesetzte Ritomell ablösen , worauf der Sänger die Arie noch-
mals beginnt und damit weiter fortfährt. — Die Begleitung bei
ij. A. Scheibe, der krit. Musicus, p. 548, sagt über die Italiano-
manie jener Zeit: „Man lobt niemals ein Stück, welches nicht von einem
Italiener verfertigrt, oder wenigstens, wie sie sagen, auf italienische Art ein-
gerichtet ist."
Fux, Opern. 197
Arien zweiten Ranges war ein einfacher BasBO continno, welcher
auch bei grossen Arien mitgieng, wenn die concertierenden In-
strumente schwiegen. Diese hatten die Ritomelle zu Anfang and
am Schlosse der Arien , so ¥de die concertierenden Zwischen-
spiele zu besorgen, oder auch als Bipienstimmen den Gesang zu
tragen. In grossen Opemarien sind selbst virtuose Begleitungen
durch einzelne Instrumente nicht selten , wozu vorzüglich die
Violine, Viola da gamba, der Fagott, die Teorbe und Posaunen
durch ihre ersten Meister in der Hofkapelle berufen wurden. Als
unserer Zeit ganz entfremdete Instrumente der Begleitung erschei-
nen hie und da die Schalmei, der Zinken, die deutsche Flöte und
selbst die Tromba.
Die Gesangsduette sind in den Opern seltener, eines
höchstens zwei machen sich geltend , wahrscheinlich aus Rttck-
sichf fllr die Sänger, welche den Beifall ihrer Virtuosität nicht
gerne mit einem zweiten theilen woUten. Für unsem Meister
waren sie aber ersichtlich ein Gegenstand der Vorliebe. Im zwei-
stimmigen Satze konnte sich ja die Kunst der durchsichtigsten
Polyphonie in schönen imitatorischen Verschlingnngen der Stim-
men zeigen, was die gewöhnlichen Künstler der Rosalien und der
homophonen Gänge in Terzen und Sexten als eine herbe Frucht
weislich bei Seite liessen.
Ueberblickt man unsers Meisters Gesammtleistung im musi-
calischen Drama, so zeigt jede seiner Partituren, dass er als um-
sichtiger, denkepder Künstler den Character seiner Aufgabe mit
klarem Bewusstsein, mit Ernst und Wärme anfgefasst habe, und
mit den reichen Hilfsmitteln seiner Kunst darzustellen bemüht
war. Wenn auch das Ernste, Festliche — seiner Anlage und der
Richtung seiner Studien näher lag, so findet man doch zugleich,
dass die Darstellung des Heiter -Anmuthigen, ja selbst des
Humoristischen nicht ausserhalb des Kreises seiner Auffassung
blieb. Die mit ihm verwachsene Strenge seines Stils verläugnete
sich selbst in den Concessionen nicht, welche er der Zeit machen
zu müssen glaubte und bewirkte zugleich, dass man seinen
Stinunftlhrungen überall mit Behagen und Leichtigkeit folgen
kann, ohne besorgen zu müssen, auf mistönende Regelwidrig-
keiten zu stossen. — War das Dramatische auch nicht derjenige
Zweig d6r Musik, in welchem Fux über seiner Zeit stand und
198 Fux, Opern.
wirkte , so ist doch gewiss , dass seine Leistungen in Erfindung
und Auffassung bedeutender Motive jenen der ersten Kunstgenos-
sen ebenbürtig zur Seite stand, in der kunstreichen Durchführung
die meisten überragte. Es ist ebenso vielfältig nachgewiesen, dass
man auch von Seite des Hofes seine Opemmusik vollkommen
würdigte, da seine Compositionen bei der Krönung in Prag, bei
mehreren grossen Festlichkeiten in Wien nicht nur mit entschie-
denem Beifalle gegeben, sondern auch nach Jahren durch öftere
Wiederholungen ausgezeichnet wurden und selbst der kunstver-
ständige Kaiser Karl VI. es nicht verschmähte seine Oper Elisa
in Person zu dirigieren.
In der nun folgenden kurzen Betrachtung seiner dramatischen
Werke werden die Operetten (n. 1 — 12) jener der grossen Opern
(n. 13 — 18) vorangehen.
1. La Clemenza d*Augu8to. Poemetto drammatico (1702),
Text von P-ietr' Antonio Bernardoni*. — Die Partitur
dieser Oper fehlt der k. k. Hofbibliothek und war auch sonst
nirgends aufzufinden. Lione AUacci (Drammaturgia accresciuta.
4. Venezia 1755, pag. 197) bemerkt hierüber: y^Clemenza di Au-
gusto, Poemetto drammatico nel giomo del gloriosissimo nome
della S. Ges. R. M. di Leopolde Imperadore de'Romani sempre
Augusto per comando della S. C. R. M. dell' Imperadrice Eleonora
Maddalena Teresa Tanno 1702 in Vienna per gli Eredi Cosme-
roviani 1702 in 4. Poesia di Pietr' Antonio Bernardoni
Bolognese. — Musica di Giov. Giuseppe Fux". — Das Per-
sonenverzeichniss dieses Poemetto nach P. Ant. Bernardoni poemi
drammatici 8. Bologna 1706. pag. 207 ff. lautet: „C. Ottavio Au-
gusto, — Clauditty figlia di Marc' Antonio, nemica di Ottavio —
EmiUüj figlia di Marco Lepido Triumviro — Agrippa, Coman-
dante Generale deir armi d' Ottavio — Marco Cinna , nipote del
gran Pompeo — Vaisrio, un de' Capitani delle guardie d' Augusto —
Lepido, figlio di Marco Lepido triumviro. — // Tevere — Com-
porse di guardie cou Angusto — Paggi con Claudia e con Emilia.
— Deitä tutelari de fiumi e de fonti vicini a Roma col Tevere." —
Eine Verschwörung gegen Ottavio, an deren Spitze Claudia, die
verschmähte Geliebte Ottavio's steht , wird rechtzeitig vor dem
1 Beil. VIII. 399 und X. 301.
Fux, Opern. 199
Aasbrache entdeckt and Ottavio vergibt den Verschwomen. —
Licenza aaf K. Leopold I. Milde übergehend.
2. Offendere per amare ovrero La TelesiUa, Dramma per
masica (1702). Text von Donato Capeda^ — Die Partitor
dieser Oper war wie jene von Oper 1 ananffindbar. Allacci,
Drammatargia p. 570 führt an: ^Offendere per amare, owero la
TelesUla, Dranuna per masica rappresentato nel felicissimo giomo
natalizio della S. R. M. di Amalia Willelmina, Regina de' Romani
per comando della S. R. M . di Oiaseppe I. R6 de Romani V anno
1 702 — in Vienna per Snsanna Cristina Vedova di Matteo Cos-
merovio 1702 in 8. Foesia di Donato Cnpeda, Napolitano.
Masica di Giov. 6ias. Fax". Das Textbach fehlt gleichfalls. —
Der Bnchdracker van Ghelen kündet 1725 verschiedene Opern
in Partitar saaber geschrieben and in rothem Saffian gebanden
zom y erkaafe an , daranter : ^L' offendere per amare. Poesia di
Don. Capeda^ la masica del Sgre. Fax. 3 Atti". (Wiener Diar.
vom 3. Nov. 1725.)
3. Pulcheria, Poemetto drammatico (1708). Text von Pietr'
Antonio Bernardoni*. — Personaggi: Palcheria — Mar-
ciano — Irene — Leone — Antemio. — Die weise Kaiserin Pal-
eheria soll einen Gemal wählen nach einem Senatsbeschlasse.
Antemio and Leone werden als Bewerber bezeichnet: von ihnen
liebt Leone die Irene, die Freandin. der Kaiserin and Schwester
des Marciano. Die Kaiserin überlässt die Wahl dem Aassprache
des Marciano ; welcher selbst die Kaiserin liebt and erklärt, zwi-
schen beiden Bewerbern könne er keinen als den Würdigeren
bezeichtien, die Kaiserin müsse selbst entscheiden. Diese wählt
— Marciano , ihren erprobten Feldherm and Freand ; Leone er-
hält die Hand der früher eifersüchtig erregten Irene. — Die karze
aber klag abgewogene Dichtang gibt itn kleinen Rahmen G^-
legenheit za verschiedenen and lebhaften Affecten , welche vom
•
Componisten mit Erfolg benützt sind. Am meisten hervortritt als
masicalische Characterzeichnang die Arie des Antemio Da me
«^e««o, welche das stolze Selbstgefühl, seinem eigenen Werthe,
nicht einer fremden Empfehlnng die Hand der Kaiserin verdanken
za wollen , dann dessen Arie Me infelice^ welche die gekränkte
1 Beil. Vm. 397 und X. 302. 2 ßeil. VIU. 450 und X. 303.
200 Fux, Opern.
Ambition mit Entschiedenheit wiedergibt. Anch das Eifersuchts-
Duett Taci infido zwischen Irene und Leone hat eine sehr gate
Haltung und Bewegung. Die Arie des Leone Sd che d^Aquüa ist
in der Melodie und Begleitung musicalisch malend und wie auch
die tlbrigen Solonummem auf virtuosen Vortrag berechnet. Der
Chor fehlt in diesem Poemetto gänzlich, nur die Solosänger haben
am Schlüsse a cinque die Licenza an die Kaiserin Amalie zu sin-
gen. Es unterliegt keinem Zweifel ^ dass dieses dem Umfange
nach kleinere Werk ohne Prunk der Scenerie und Costllme, blos
durch den Gehalt der Charactere des Textes und ihres musicali-
sehen Ausdruckes gefallen haben muss.
4. Julo Ascanio, Rh (fAlba. Poemetto drammatico (1708).
Text von P. A. Bernardoni*. — Personaggi: Ascanio primo
Rfe d' Alba — Evandro principe Arcade — Carmenta, madre di
Evandro — Emilia sorella di Evandro — Teuero Confidente di
Ascanio. — Ascanius hat nach Besiegung des Teucer das Reich
von Alba gegründet, wurde aber durch die Beize der besiegten
Königsschwester Emilia besiegt, diese sträubt sich anfangs zum
Scheine, gibt aber leicht dem Wunsche ihrer Mutter Carmenta und
ihres Bruders Teucer nach und willigt in die Verbindung mit Asca-
nius.— Dieses Poemetto hat gar keine ernstliche Verwicklung, denn
alle Partheien sind in der That gleich anfangs ttber das einver-.
standen, was später geschieht. Die Musiknummem sind eine
Reihe von Bravourstücken mit brillanten Begleitungen, in welchen
abwechselnd Fagottduo, Sehahneien, dieTrombe, das Cembalo,
2 Viele di gambe mit virtuoser Betheiligung eintreten. Ein einzi-
ges a dne unterbricht die Reihe der Arien und am Schldsse ver-
einigen sich die fünf Singparte zur Licenza an den Kaiser Josef I.
Das Ganze ist daher ein fortgesetztes Concert der ersten Sänger
und Sängerinen ohne eigentliches dramatisches Interesse.
6. Gli Ossequi della Notte. Componimento per niusica (1709).
Text von Donato Cupeda*. — Personaggi: La Notte —
Urania — Pasitea — Architettura — 11 Sonno, amante di Pasitea
— n Silenzio. — Die Nacht will dem Namensfeste der Kaiserin
ihre Huldigung bringen, sie fordert dazu die Baukun^, die Muse
Urania, die Grazie Pasitea auf, welche dazu bereit sind, nur das
1 Beil. Vm. 448 und X. 304. « Beil. VUI. 462 und X. 305.
Fax, Opern. 201
Schweigen und der Schlaf machen gegen die Störung der Ruhe
schwache Opposition, als sie aber hören, um was es sich handelt,
so stimmen sie ein in den Chorus der Hymnen, und es dürfte
kaum eine Tugend geben , die der Kaiserin in den Lobgesängen
nicht im höchsten Grade beigelegt wird. Text und Musik sind
gleich leicht und heiter gehalten , selbst bis zu einem gewissen
Humor versteigen sich die Unsterblichen, wenn auf den lebhaften
Mahnruf zur Mitwirkung der Schlaf und das Schweigen mürrisch
ihr y^Deh postUe ! Deh tacete !^ in den kleinsten Intervallen ent-
gegenbrummen und das Schweigen die Geliebte schlafen heisst,
während der Schlaf in schläfrigen Bythmen seine Betrachtungen
macht. Desto lebhafter sind die anderen Göttinen und haben an
ihren Arie di bravura Gelegenheit ihre Kunstfertigkeit zur Gel-
tung zu bringen. Auch die Ouvertüre ist voll Bewegung und
breiter ausgeführt, in den Begleitungen der Arien kommen neben
andern Soloinstrumenten vier Yiole di gamba vor, die im Ein-
klänge zu spielen haben. Die Hauptstimmen im Vereine sind der
einzige Chor, der während des Verlaufes der Handlung häufig
nach den Arien antwortend eintritt und am Schlüsse zur Licenza
in einem Madrigale sich vereinigt.
6. U Mete di Marzo cantecraio a Marie. Componimento per
musica (1709). Text von .Silv. 'Stampiglia K — Personaggi:
Cleria — Sabina — Emilio -r Menzio. — An eine idyllische Fabel
von zwei Liebespaaren, deren Männer Soldaten sein wollen, knüpft
sich lose genug an, dass in Bom der Monat März dem Mars durch
einen Priester geweiht wird, der dann prophezeit, es werde ein
kriegsbertthmter Deutscher als römischer König seinen Namens-
tag im März haben, worauf alle Singenden in einen Päan des
Römischen Kaisers Josef ausbrechen, dessen Namensfest in den
März fällt. Diese gesuchte Combination von Umständen gab doch
Veranlassung zu mehreren Bravourarien besonders der Sänge-
rinen nebst einem Männerduett mit Trillerketten , und es ist nir-
gends bemerkt, dass das Auditorium mit diesem kleinen Musik-
feste nicht befriedigt worden wäre.
^ 1. La Dfcima fatica iTErcole, ovvero La Sconßta di Ge-
rumemSpagna. Componimento pastorale-eroico (1710). Text von
1 Beil Vm. 459 und X. 306.
202 Fux, Opern.
G. B. A n c i 0 n i *. — Personaggi : Elpino — Clpri — Amalteo —
Mirene — Ercole. — Die Hirten kttnden an , dass Hercnles kom-
men werde, nachdem er ihren Tyrannen Geryon überwunden hat,
daneben werden zwei leichte Hirten-Liebesangelegenheiten mit
obligaten Schmerzen beigelegt. HerculeB erscheint als Sieger,
weist aber vielmehr prophetisch auf einen Fttrstensprossen am
Ister, der viel später kunimen werde, am heutigen Tage sein Ge-
burtsfest haben und alle iberischen Völker durch seine Tapferkeit
in Erstaunen setzen werde. — Dieser Fürst vom Ister, der durch
das Gomponimento gefeiert wird, ist König Karl HL von Spanien,
welcher wenige Monate früher (27* Juli 1710) einen Sieg bei
Almenar in Spanien über die Franzosen erfochten hatte. Dadurch
wird die Sehergabe des Hercules be^eiflich. — Wie der Titel
der Composition aussagt, ist die Musik zum Theile heroisch, zum
Theil pastoral. Die contrapunktisch durchgeführte Introduction
und die wiederholten Chöre haben martialische Anklänge , wäh-
rend die Liebesepisoden von Hirtenglück triefen. Von den Hir-
tenliedem ist eine anmuthige Siciliana Amor i un bei desnr sehr
einfach und ansprechend, die Chöre sind theils in Madrigalform
und aus den 5 Sängern beigestellt ; auch die Licenza wird durch
den Schlusschor gesungen. An Abwechslung und einzelnen Bra-
vourstücken fehlt es hier durchaus nicht. Schalmei und deutsche
Flöte durften in dem Schäferstücke erwartet werden, die Teorbe
hat manche concertante Begleitung auszuführen.
8. Dafne in Lauro. Componimento per camera (1714). Text
von P. Pariati*. — Interlocutori: Diana — Dafne — Apollo —
Amore — Mercurio — Coro di Ninfe e Pastori. — Das Sujet ist
so einfach als die Mythe. Apollo will dem Amor trotzen , dieser
schiesst ihn aber mit einem glühenden, seine Schöne, Dafne, mit
einem kalten Pfeil. Sie widersteht Apoll's Bewerbungen und
wird zuletzt in einen Lorber verwandelt. Apoll weiss dann nichts
geeigneteres zu thun , als einen Zweig davon der Stime Kaiser
Karl VI. entgegenzubringen. Den Character des heiteren Spiels
verlässt die Musik auch während des Liebesjammers Apolls nicht,
und der Amor buffo macht sich , muthwillige Töne anschlagend,
vielmehr lustig darüber. Besonders hervortretend sind zwei
1 Beil. Vm. 477 und X. 307. 2 Beil. VIU. 504 und X. 308.
Fux, Opern. 203
Duette, das eine Nun v' i pace von Diana und Dafne, worin sie sich
über den Gram der Liebenden erlnstigen, das andere Nel penHer
di non amarti in welchem Apoll nm Liebe fleht, Dafiie ihn
zurückweist. In beiden bewährt sich die contrapnnktische Kunst
in mannigfaltigen Imitationen auf das glänzendste. Im Ganzen
fUUt es auf, wie Fux gewisse musicalische Wendungen der Ita-
liener immer mehr zu den seinigen macht, aber sich selbst darum
keineswegs aufgibt.
9. Orfeo edEuridice. Componimento da camera (1715). Text
von P. Pariati *. — Persone, che cantano: Orfeo — Euridice
— Plutone -:- Proserpina — Amore — Aristeo — Coro di spiriti
degli Elisi — Coro di ombre infemali — Coro di amorini. —
Orfeo kommt in die Unterwelt , seine geliebte treue Euridice sich
für die Oberwelt zurückzuerbitten. Aristeo, der ans Liebe für
Euridice sich den Tod gegeben hatte, macht vergebliche Einstreu-
ungen , Amor und Proserpina legen Fürbitte ein , und Pluto , der
wankende, gibt mit Rücksicht auf den hohen Geburtstag (des
Kaisers) den man auf Erden feiert, nach und lässt die Liebenden
ohne Bedingung ziehen. Die Zahl der Gesangsnummem ist ausser
den langen Recitativen nicht unbeträchtlich , die einzelnen aber
mit Rücksicht auf den ausgedehnten Text kurz und nicht über das
gewöhnliche sich erhebend.
10. Diana placata, Componimento da camera (1717). —
Text von.P. Pariati'. — Persone, che cantano: Agamemnone
— Iflgenia ed Erifile, figlie di Agamemnone — Achille — Ajace
— Calcante — Coro di Ministri e Sacerdotesse di Diana — Coro
di Vergini di Micene e di guerrieri. — Die oftbearbeitete Mythe
der Versöhnung Dianens durch Iphigenia liegt hier in wenig ent-
wickelter Handlung zu Grunde. Iphigenia und ihre Schwester
Eriphile konmien auf Geheiss des Vaters Agamemnon nach Aulis
in der Absicht, von Achilles und Ajax gefreit zu werden. Diana
verlangt aber durch den Seher Kalchas wegen Tödtung einer
Hirschkuh durch Agamemnon den Tod der Iphigenia. Agamem-
non sieht sich genöthigt, dem Götterspruche sich zu ergeben,
aber in dem Augenblicke, als Iphigenia geopfert werden soll,
schickt Diana eine Hirschkuh, die an Iphigenia's Stelle getödtet
1 Beil. Vni. 513 und X. 309. 2 Beil. .VUI. 534 und X. 311.
204 Fux, Opern.
werden soll, und die letzte erhält die Bestimmong, als Priesterin
der Diana nach Tanris zu gehen. — Ungeachtet der ganze bedea-
tnngSYolle Vorgang nur mehr in Umrisaen behandelt wird, so sind
doch mehrere der wichtigsten Nummern ausgeführter, und die
dramatische. Auffassung characteristisch, so Agamemnon's Arie
n colpevole son io^ nachdem er den Ausspruch der Göttin erfahren
hat, ebenso ist in Iphigenia's Arien Ernst, und Festigkeit ausge-
sprochen, jede Ausschmückung entfernt gehalten, auch Achilles
tritt entschieden auf, zuletzt musste freilich auch der Virtuose des
Gesanges (Gaetano Orsini) mit einer Trillerkette bedacht werden.
11. Psiche. Componimento da Camera (1720-rl 722). Text
von Apostolo Zeno*. — Interlocutori : Venere — Amore —
Psiche — Mercurio — Doleria, Orgia, sorelle di Psiche — ,
Giove. — Apostolo Zeno folgt in der Behandlung des Textes
ziemlich genau der Mythe. Venus ist erzürnt, dass ihre Altäre
verlassen werden und Psyche , die schöne Sterbliche , göttliche
Verehrung erhält. Sie sendet Amor aus zur Rache , dass Psyche
in den hässlichsten Sterblichen sich verliebe. Allein Amor ver-
bindet sich selbst mit Psy«he , besucht sie nur Nachts und ver-
biethet ihr, ihren ungesehenen Geliebten sehen zu wollen. Die
Schwestern Psyche's machen sie durch die Einflüsterung, der
Geliebte sei ein Ungeheuer, bestürzt und neugierig, ihn beim
Scheine der Fackel zu besehen , Amor erwacht , macht ihr die
bittersten Vorwürfe, liebt sie aber dennoch, Veniis, ^ie ihr mit
dem strengsten droht, wird durch seine Bitten erweicht, Jupiter
erscheint, macht Psyche zur Unsterblichen und verbindet die
Liebenden. — Wahrscheinlich war eine Krankheit des Fux die
Veranlassung, dass er im Jahre 1720, nachdem er 14 Nunmiem
der Operette componiert hatte, den Best zu componieren an Cal-
dara überlassen musste. Im Jahre 1722 liess es ihn aber nicht
ruhen, bei einem ähnlichen Anlasse, seine angefangene Composi-
tion gänzlich zu vollenden und in dieser Gestalt seinem Kaiser vor-
zuführen. Durch die doppelte Composition desselben Textes ist die
Gelegenheit gebothen, die verschiedenartige Auffassung und Be-
handlung der beiden Meister zu vergleichen. Der grösseren Be-
weglichkeit des Italieners in der melodiösen Richtung setzte der
» Beil. Vm. 563. 582 und X. 313.
Fux, Opem. 205
ernste strengere Deutsche, obschon den welschen Formen nicht
nngeneigty eine characteri6tisch*festere; durch Kunst verschönte
Auffassung entgegen , wie dies in Jnpiter's Arie n. 19 geschah,
wo Fux glücklich die Form des Madrigals wählte. Auch die Con-
trastierung der Musik in „Fierguardo^ mitAem ^ün dir lu»inghiero^
ist Fux wohl gelungen. — Dem Texte fehlt es an vielen Stellen
an Abwechslung des Gedankens und Ausdrucks, wenn Venus
ohne Ende der Psyche vorwirft, dass sie schön sei und die Men-
schen ihr Altäre bau'n ; auch darf man es wohl unfein nennen,
wenn Psyche beim Anblick ihres Geliebten ruft: „fi un mostro di
beltade" , abgesehen von den selbstverstandenen Bemerkungen,
dass Psyche sich nicht selbst so schön gemacht und die Menschen
nicht aufgefordert habe, ihr Altäre zu bauen u. dgl.
12. Giunone placata. Festa teatrale (1725). Text von?* —
Personaggi: Giove — ^ Giunone = La Faustina. — Venere —
Mercnrio. — Coro di Dei con Giove — Coro di aurette con Giu-
none. — Ueber Jupiter's Untreue erzürnt hat sich Juno vom
Himmel entfernt und in Stymphalos, ihrem Lieblingsorte ange-
siedelt, wo ihr als Juno- Witwe ein Tempel erbaut wurde. Jupiter
entbrannte für die abwesen^^e Gemahlin mehr als früher für die
anwesende, und hat Verlangen, dass Juno in den Olymp zurück-
kehre. Das gelingt durch die List der Venus und des Mercur,
welche der Juno das Gerücht zukommen lassen, dass Jupiter
eine andere rechtmässige Gemahlin nehmen wolle. Darüber kehrt
die stolze und eifersüchtige Götterkönigin nach dem Olymp zu-
rück und versöhnt sich mit Jupiter. — Das Ganze ist ein lose
gewebtes Intriguenspiel im Götterkreise und den heiteren Ton
hat die Musik in auffällig italienischen Formen bis ans Ende
festgehalten. Die lockeren Gesänge der Venus , die gute Laune
des Vaters der Götter, der die sonderbarsten Geständnisse macht,
die falsche Demuth der stolzen Götterkönigin, dann auch die
beliebten Sprünge des Götterbuffo Mercur biethen der Abwechs-
lung und des Anmuthigleiehten genug, während die Chöre mit
herzlichem Jubel die gefeierte Kaiserin begrüssen. Zu wundem
ist nur, dass für Fanstina, welche den Part der Juno sang, nicht
mit mehr Bravour in den Noten vorbedacht ist, allein däfUr wird
1 Bell Vni. 618 und X. 316.
206 Fux. Opern.
wohl die Künstlerin selbst in den Beprisen reichlich besorgt ge
wesen sein.
13. AngelicavineüricediAlcina. Festateatralein3atti(1716).
Text von Pietro Pariati*. — Cantano: Angelica, Regina di Ca-
tfgo — Alcina , Maga — Medoro — Bradamante — Buggiero —
Atlante/ Mago — La felicitä publica. — Eine Zauberoper, in
welcher (nach Arriost) eine tngendreiche Königin, Angelica, ttber
die Zanberkünste ihrer eifersüchtigen Rivalin , der Zauberin Al-
cinda , znletzt siegt und mit ihrem treugeliebten Medoro verbun-
den wird, nachdem beide vorher allerlei Fährlichkeiten zu ttber-
stehen hatten, während ein zweites Liebesverhältniss zwischen
Bradamante und Ruggiero nebenher läuft und ebenfalls glücklich
sich löst. — Die Veranlassung zu diesem Feste war die glück-
liche Entbindjang der regierenden Kaiserin Elisabeth von einem
lange ersehnten Thronerben, dem Erzherzog Leopold, worüber
Oesterreich und Wien insbesondere von einem Freudenjubel er-
füllt wurde, der natürlich auch in einer dramatisch-musicalischen
Prachtdarstellung einen entsprechenden Ausdruck finden sollte.
Man griff zu einer Zauberoper , worin Gelegenheit zu festlichen
Aufzügen, Verwandlungen, Gefechten und Tänzen hinlänglich
gebothen war, und da die Vorstellung auf dem grossen Teiche in
der Favorita statt hatte, so konnten zur Verherrlichung dieses
Abends alle vier damals bekannten Elemente aufgebothen wer-
den, wie das auch aus dem mit grossen Illustrationen erschie-
nenen Programme sattsam hervorgeht. Ungeachtet fllr die Per-
sonen der feenhaften Handlung nicht leicht eine menschliche
Theilnahme zu erreichen war, .so bothen doch die abwechselnden
Momente des Schauerlichen, des Kampfes und endlichen Sieges
der guten Sache^ Gelegenheit zu spannender und in einzelnen
Nunmiem sehr wirksamer Musik. Ausser den zahlreichen Ge-
sangsbravourstücken treten, wie gewöhnlich die Duetten (n. 18
und 32) durch kunstreiche Verschlingung der Stimmen, beson-
ders das letzte hervor , in welchem contrastierende Affecte musi-
calisch neb^n einander zu gehen hatten. Das Ziel einer glänzen-
den Musik zu einer glänzenden Schaustellung zu schaffen, ist
jedenfalls erreicht worden.
1 Beil. Vm. 520 und X. 310.
Fux, Opern. 207
14. Elisa. Festa teatrale per Musica (1719). Text von
Pietro Pariati*. — Lepersone, che eantano: Elisa, Kegina de
Fenici — Venere ßotto nome di Arpalice — Iride sotto nome di
Oronta — Enea — Imeneo — Arcate, compagno di Enea —
Amore, crednto ABcanio, figliuolo di Enea — Jarba, r^ di 6e-
tali. — Das St\jet dieser festa teatrale ist die bekannte Episode
der Aeneis, wo durch Dazwischentreten der Venus, des Amor
und HymenäuB auf der Jagd während eines Gewitters die Ver-
bindung des Aeneas und der Elisa (Dido) vermittelt wird, womit
hier alle Götter einverstanden sind. — Es liegt nahe , dass der
Name der Kaiserin Elisabeth ^ welche zu feiern war, auf die
Dichtung des Poeten bestimmend eingewirkt habe. Tieferes Ein-
gehen war bei einer Aufgabe, wie sie hier vorliegt, nicht leicht
denkbar. Man wollte am Geburtstage der Kaiserin der Gefeierten
eine musicalisch-scenische Huldigung bringen durch eine mähr-
chenhafte Handlung, in welcher nichts als der Name der Fürstin
(Elisli), die mit einem andern Prinzen verbunden wird, mit der
Gefeierten gemeinsam ist. Denn weder die sittlichen, noch weni-
ger die religiösen Principien der Stifterih dieser Verbindung
(Venere) dürften den Ansichten des frommen Hofes entsprochen
haben. Dass aber ein solcher Text componiert und ohne anstössig
gefunden zu werden, bei Hofe aufgeführt werden konnte, ist ein
Beweis, dass man in der Handlung nichts als eine Fabel, in den
antiken Göttergestalten und ihren Kundgebungen nichts als con-
ventioneile Schemen und Redewendungen annahm, genug wenn
sie Anlass gaben zu brillanten Schaustellungen mit Gepränge
und Musik. Daran fehlte es auch in unserem Falle nicht.
Trojaner, Phönicier, Jäger und Jägerinen, Amoretten, Grazien
und an deren Spitze Venus und Amor selbst, nebstbei Jagdlust,
Gewitter, Verwirrungen und Entwirrungen Hessen den Zuschauer
schwer an das Einzelne des Textes einen strengeren Massstab
anlegen. — Die Musik ist festlich und bequemt sich in vielen
Nummern der italienischen Auffassung. Zum Eingang und am
Schlüsse ist ein Doppelchor der Sänger und Instrumentisten
feierlich glänzend, die Arien der Venus, der Elisa und des Hy-
menäus haben zu Ausschmückung der Sänger überall Gelegen-
1 Beil. Vm. 551 und X. 312
208 Fux, Opern.
heit gebothen^ mid sie theilweise angedentet, die Nummern 4,
12; 18 nehmen ganz italienische Fonnen an, jedoch ohne ihre
Leichtfertigkeit; in der Bassarie des Jarba liegt etwas bnffo-
artiges. Die Cavatine des Amor Me credendo ist ein artiges Stro-
phenlied; eben so liegt in seiner Anette In quel che volgi a me
etwas einschmeichelndes nnd verlockendes , das Dnett n. 21 , in
welchem Venus den verliebten Aronte hänselt, hat etwas iro-
nisch-neckendes. Aus dem Ganzen geht hervor, dass der sonst
so ernste Componist sich auf ein ihm femer gelegenes Gebietb
des heiteren Verkehres einliess und darauf nach seiner Weise mit
Anstand freier bewegte.
15. Le Nozze di Aurora. Festa teatrale per musica (1 722). Text
von P. Pariati*. — Cantano. Nel prologo: Iride e due Cori. —
Nella festa: Giove — Giunone — Aurora — ^^Titone -r- Diana —
Imeneo — Amore — Mercurio — Destino. — Alle Götter geben sich
Mlihe, Tithon mit Aurora zu verbinden : Eeus, Juno, Amor, Hyme-
näus, Mercur ; Tithon und Aurora willigen ein, die wohIerzo*gene
Götterprinzessin Aurora dringt auf einen ausdrücklichen Befehl
des Göttervaters Zeiis, auch den erhält sie; nur Diana macht
einige Einstreuungen, damit die Handlung nicht zu rasch ablaufe.
Uebrigens scheint es im Olymp ganz ähnlieh zuzugehen, wie es
auf der Erde bei der Vermählung der Erzherzogin Amalie mit
dem Kronprinzen Karl- Albert von Baiem zugegangen sein mag,
denen die Licenza zum Schlüsse die schönsten Dinge wünscht und
prophezeit. — Der Text leidet mitunter an argen Längen und auch
der Componist wird darunter gelitten haben, welcher sich nur
durch außgiebige Recitative retten konnte um den vielen Arien ftor
die reichbetzte Göttertafel und die zahlreichen Chöre zu genügen,
welche die meisten Arien umrahmen. Die Musik der ganzen
Oper athmet Heiterkeit und Festlichkeit, angemessen der Zeit
und dem Orte, zugleich auch in manchen Arien, besonders in der
Arie Toglieste me eine Leichtigkeit und Grazie der melodiösen
Erfindung, welcher die ultramontanen Vorbilder nicht vergeblich
da gewesen sind. Zu den Zierden gehören auch zwei Duette und
um auch den Mann der Teorbe, Franc. Conti, auf den Kampf-
platz zu ftlhren, ist die Sopranarie Se chiedi al pino mit brillanter
1 Beil. Vni. 584 und X. 314.
Fax, Opern. 209
Teorbenbegleitnng gesetzt. Kurz Meister Fnx hat sich mit allen
Ehren ans seiner Sache gezogen.
16. CoMtama e fariezza. Festa teatrale (1723). Text von
Pietro Pariati*. — Attori: Publio Yalerio Pnblicohi — Por-
senna, S^ di Etmschi — Tito Tarqninio — Valeria^ figlinola di
P. Valerio — Clelia, nobile Bomana — Orazio — Mozio — Er-
minio; figliuolo cU P. Valerie — U fimne Teyere — H Genio di
Roma — Diversi Cori. — Der Wahlspruch Kaiser Karl VI. : C4mr
stantia et fartitudine gab dem Verfasser des Textes Veranlms-
sang zun S^jet dieser Festa teatrale die Verherrlichung der römi-
schen Costanza e Fortezza zu wählen , welche sich in den be-
kannten Scenen der Vertheidigung der Tiberbrttcke durch Hora-
tins Cocles, des Verbrennens der eigenen Hand durch Mutius
Scäyola, nachdem er nicht Porsenna, wie er beabsichtigte, son-
dern dessen Geheimschreiber erdolcht hatte und durch die Flucht
der Clölia mit den mitgefangenen Geiseln durch die Tiber dar-
stellt. Porsenna^ bereits an den Thoren von B/om stehend, um
T. Tarquinius als König dort einzusetzen, gibt sowohl dieses
Vorhaben als auch seine Bewerbungen um Valeria, die edle
Bömerin auf und biethet die Hand zum Frieden. — Nebenbei
gehen mehrere sich kreuzende Bewerbungen um Clölia durch
T. Tarquinius, Horatius und Erminins, dann der Valeria durch
Porsenna und Mutius, welche Gelegenheit zu verschiedenen
musicalischen Situationen geben. Ein Doppelchor singt am
Schlüsse : Fan Cottanza e Fwrtezza i sammi EroL — Es war nicht
blos die äussere Pracht, welche auf die Darstellung dieser Oper
bei der Krönung in Prag verwendet wurde, ausserdem wirksamst
unterstützt durch die besten Kräfte der Hofkapelle und der gela-
denen zahlreichen Instrumentalvirtuosen, wie Quantz u. v. a., wo-
durch der glänzende Erfolg erzielt wurde, es kam hinzu auch die
Bedeutung der Handlung, die kunstreiche kraftvolle, edle Musik,
welche daran ihren unwiderleglichen Antheil hatten. Aus jeder
der 41 Gesangsnommem dieser Oper geht der Ernst und die
Weihe hervor, mit welchen Fux bei seiner Aufgabe war, zu dem
Feste einer Krönung eip Werk, seines kaiserlichen Gönners und
seines eigenen Namens wttrdig zu schreiben. Der gesammten
1 Beil. Vm. 593 und X. 315.
iTöVAW, J. J. Fax. 14
2JL0 Fux, Opern.
Mnsik ist der Gharacter der Würde und der Kraft aufgeprägt,
jede einzelne Arie, auch die Liebesecenen, bleibt diesem Charae-
ter gemäss 9 wenn anch die darstellenden Bravoorsänger bei
einem solchen Feste an Bravonrparthien nicht leer ausgehen
durften, die aber niemals zu nichtssagendem Getändel herab-
sanken. Vor allem bedeutend und voll Leben sind die Chöre:
schon der erste Doppelchor am Eingang der Oper lässt die bei-
den Heereslager der Etrusker und Römer ihr y,Ceda Roma^ und
„Roma nonpavenia^j gleicherweise am Schlüsse des dritten Actes
ihr „Pac^" und ^Guerrä^ wie herausfordernde Schlachtenrufe ein-
ander kräftig entgegentönen, und bei jedem bedeutenden Fort-
schritte der Handlung treten die Chöre als Massentheilnehmer
ein. Mit besonderer Vorliebe ist femer der instrumentale Theil die-
ser Oper behandelt, da vorzüglich in der feierlichen zweichörigen
Ouverttlre auch der Contrapunktist mit seinen wirksamen Mitteln
zur Stelle war. Unter den reichen Begleitungen geht im Chor der
Flusse (n. 4) eme die Wellenbewegung sehr glücklich mahlende
Figur durch das ganze Stück mit, und die Wirkung des gebun-
denen Stiles im Freien hebt schon Quantz hervor, welcher der
ersten Vorstellung beiwohnte. Wenn ihm später aus seiner Jn-
genderinnerung. vorschwebte , dass die Musik mehr kirchenmässi-
ges als theatralisches an sich gehabt habe, so muss ihm diese Er-
innerung sich verdunkelt haben. Die Musik ist wohl durchaus ernst
und festlich, aber doch weit entfernt vom Kirchlichen, das Fux
in ganz anderer Weise auffasste, vielmehr klingen aus dieser
wie aus andern dramatischen Compositionen jener Zeit die Con-
cessionen, welche Fux dem Verlangen der Zeit gemäss gewissen
welschen Opemwendungen in der Melodie machte, heraus, von
denen in seinen Kirchenwerken keine Spur anzutreffen ist, ab-
gesehen davon, dass das lyrische Element* erhöhter subjectiver
Empfindung nur in seinen Opern überhaupt und in dieser insbe-
sondere den geeigneten Platz fand. Da die Chöre so häufig und
bedeutend eintreten, war zu erwarten, dass Fux bei mehreren der-
selben die Madrigalform nicht bei Seite liess, besonders da auch
die Chortexte der epigrammatischen Wendung am Schlüsse nicht
entbehren. Es wird nicht fehlgegriffen sein zu behaupten, dass Fux
selbst, als er gichtkrank in Prag der ersten Aufführung seiner
Fux, Opern. .211
Opei als Zuhörer beiwohnte, mit diesem seinen Werke znfneden
war : YoUe Ursache hatte er mindestens dazn.
17. La C&nma d Arianna. Festa teatrale (1726). Text
von P. Pariati*, — Personaggi: Venere — Teti — Arianna —
Bacco — Peleo — Simardo, principe di Nasso — Asterio, am-
bassiatore. — Das St^et dieses theatralischen Mnsikfestes behan-
delt die Mythe der Yermählong der Ariadne mit Bacchns. —
Ariadne ist von Thesens verlassen nnd mn diesen klagend auf
Kaxos zurttckgeblieben. Bacchus voik seinem Siegeszuge in Indien
zurückgekommen findet sie und wird von ihrer Schönheit ent-
zückt. Die Klagen um Theseus werden immer schwächer, durch
Vermittlung der Venus und das Geschenk einer Krone, die den
Kununer vergessen macht, verstummen sie gänzlich und schliess-
lich willigt Ariadne in die Verbindung mit Bacchus. Um diese gar
zu einfache Handlung etwas zu verwickeln, erscheinen noch zwei
Bewerber um Ariadne: Peleus und Asterios, welche aber ohne
Schwierigkeit beseitigt werden, indem durch Verknpplung der
Venus Peleus mit Thetis verbunden wird, Asterios einfach nach
Creta sich zurückzubegeben hat. Zum Schlüsse kündigt Bacchus
der Geliebten an, dass die Krone der Ariadne zum Lohne
treuer (? !) Liebe unter die Sterne werde versetzt werden. —
Schon aus der grossen Zahl der Gesangstücke (35), noch mehr aus
den vielen Tänzen und Decorationen , welche auf dem bekannten
Teiche der Favoritä ihre Pracht verdoppelt entfalten konnten,
geht hervor, dass dieses Musikfest, ungeachtet es aus einem ein-
zigen Acte bestand, zu den grossen Schaustellungen gezählt
werden muss. Dass übrigens diese Götterhofgeschichte auf ge-
.ringe menschliche Theilnahme berechnet sein konnte, ist im vor-
aus klar, man war befriedigt, eine Reihe abwechselnder Musik-
stücke von den ersten Gesangskünstlem zu vernehmen, in wel-
chen kaum mehr als die Situation der Personen im Momente des
Vortrages in der musicalischen Auffassung berücksichtigt wurde.
Diesem wurde in jeder Hinsicht genügt, sogar für einen mythi-
schen Semibuffo in der Person des Bothschafters Simardo ge-
sorgt, imd daher eine concertartige Festmusik in jedem Sinne,
wenn auch mit geringer dramatischer Wirkung^ gebothen. — Das
1 BeiL Vm. 626 and X. 817.
14*
212 Fux, Opern.
Wiener Diariiun vom 28. August 1726 bemerkt ttber die .Auf-
nahme der ersten Aufführung, dass „diese Opera bei den kaiser-
lichen Majestäten allergnädigstes Wohlgefallen, und bei dem
ganzen Hofstaat und Adel ein allgemeines Lob gefunden hat".
18. Enea negli Elisi ovvero // Tempio delV Etemitä, Festa
teatrale (1731). Text von Metastasio^ — Interlocutori: Dei-
fobe — Enea — L'Eternitä — La Gloria — La Virtü — II
Tempo — L' ombra di Anchise — L' ombra di Lino — L' ombra
d' Orfeo — Cori. Das St^et jsttttzt sich (nach Virgil) auf Aeneas'
Besuch in der Unterwelt. Dort findet er die Zeit, die Ewigkeit,
die Tugend , den Buhm beschäftigt ein Bild zu entwerfen von der
in fernster Zukunft erscheinenden Römischen Kaiserin Elisa und
ihrem Geburtslage. Zum Schlüsse findet Aeneas den Schatten
seines Vaters Anchises, doch auch dieser lenkt seine Aufmerk-
samkeit auf die Kaiserin, welche durch die Römer und den
Römischen Kaiser mit Aeneas, dem Grttnder des Römischen Vol-
kes in Verbindung stehe. — War es schon ein sonderbarer Ein-
fall Metastasio's, dass man in der Unterwelt nichts eifriger zu
thun weiss, als eine nach Jahrtausenden mögliche Fürstin mit
allen Vollkommenheiten auszustatten, so war es eine noch bizar-
rere Zumuthung durch eine Reihe von Schatten der Unterwelt
und durch gestaltlose J^ersonificationen irgend ein dramatisdies
Interesse erwecken zu wollen ; denn der einzig mögliche Moment
dazu, das Begegnen von Vater und Sohn wird vom Dichter ganz
als Nebensache behandelt. Wenn also Fux, nur durch die gewähl-
tere melodiösere Sprache unterstützt wie es scheint, sogar mit einer
gewissen Wärme nur den Wortlaut, nicht die Handlung (denn
diese war null) berücksichtigend eine Anzahl dankbarer Musik-,
stücke von Werth niederschrieb, so dürfte jedenfalls seine be-
geisterte Anhänglichkeit an das kaiserliche Haus einen wesent-
lichen Antheil daran gehabt haben.
Im Jahre 1731 sollte den alten hilfsbedürftigen Mann noch
eine schwere Heimsuchung treffen: am 8. Juni starb seine Gattin
Juliane \ durch 35 Jahre die treUe Freundin und theilnefamende
Pflegerin in seineä langwierigen Leiden. Fux fühlte sich durch
1 Beil. VIII. 679 und X. 318. « Todtenprot. Beil. I. 21 [5].
Fux, Chronik. 213
diesen Todesfall so erschüttert; dass er sich im nächsten Jahre
1732^ daran machte ^ sein Testament aufzusetzen, in welchem
er seine brave Nichte Eva Maria Fux, die seit mehr als
30 Jahren im Hanse ihres Oheims als Adoptivkind gelebt hatte,
zur Erbin einsetzte. Ihr war es auch vorbehalten ihrem Wohl-
thäter die letzte Treue zu erweisen. Neben ihr lebte zugleich ihr
unmündiger verwaister Bruder, Matthäus Fux, als Adoptivsohn
im Hause, fbr den der Oheim, ungeachtet er ihm ein bedeuten-
des Legat vermacht hatte, dennoch weitere Schritte um einen Er-
ziehungsbeitrag bei dem Kaiser unternehmen zu müssen glaubte.
Schon im Jahre 1727 hatte* Fux dem Kaiser ein Gesuch
überreicht, worin er um einen Erziehungsbeitrag ftlr seinen sie-
benjährigen Neffen bittet, den er neben dessen Schwester an
Kindesstatt angenommen hatte. In seiner Eingabe^ dankt Fux
zuerst für die im Jahre 1721 bewilligte Pensions- Abfertigungs-
summe von 8000 fl. für seine eventuelle Witwe, und bittet für
seinen Neffen, der gute Talente verrathe, aber erst sieben Jahre
alt sei und ihm in seinem hohen Alter die Vollendung seiner Er-
ziehung nicht voraussehen lasse, in fernerem Anbetracht seiner
eigenen vieljährigen Dienste um einen Erziehuiigsbeitrag. In
dem Gutachten über dieses Gesuch' hat die Concertations-Com-
mission (der Obersthofmeister mit dem Finanzminister) zwar
*„des Supplicanten (Fux) besondere, ganz offenkundige virtü,
nebst seinen seit 1698 zu vollständiger Satisfaction geleisteten
guten Dienste und andurch erworbenen Meriten gar wohl er-
kannt^ wagt es aber nicht, besonders in Anbetracht der hohen
Besoldung und der vor wenigen Jahren erhaltenen 8000 fl. auf
eine Gnadengabe für den Neffen einzurathen. — Darüber er-
theilte der Kaiser keine Resolution, was einem abschlägigen Be-
scheide gleichkam.
Im Jahre 1733, 9. April erneuert Fux sein Gesach* um
einen Beitrag zur Prosequierung der Studien für seinen Neffen
Matthäus, bis ersieh zu einer Dienststelle fähig gemacht haben
würde. Der Obersthofmeister beantragt darüber*, dass dem Sup-
plicanten Gnade genug sein könnte, „wenn der Kaiser dem adop-
■
1 Beil. I. 5. a Beil. U. 13. » Beil. n. 14. * Beil. H. 15. » Beil.
n. 16.
214 Pux, Chronik.
tirten dreizehnjährigen Sohn Matthäus nicht jetzt gleich, sondern
a die des sapplicierßnden KapeUmeisters erfolgten Todfalles
bis zu des Knaben eintretender Vogtbarkeit jährlich 400 fl. ailer-
mildest verwilligen wollte^.
Darüber erfolgt des Kaisers eigenhändige Besolution: „Soll
ihm/ was ein Scholar Gehalt erhält, geben werden^.
Damit waren jährlich 360 fl. bewilligt. — Wenn es auf den
ersten Anblick befremden kann, dass Fax nach so oft wieder-
holten Onadenbezengnngen nicht absteht, um neue VergtLnsti-
gungen zu bitten, so ist zu bedenken, dass die AengstUchkeit^
mit dem Vorhandenen nicht auiSzukommen, eine im hohen Alter
nicht seltene Erscheinung ist, besonders wenn man aus drücken-
den Verhältnissen in der Jugend sich emporarbeiten musste. Da
diese Sorge überdies einen armen nahen Verwandten betraf,
den Fux zugleich nach seinem Ableben in Verbindung mit dem
kaiserlichen Hofe wissen woUte, so wird diese Sorge dadurch
wenn auch nicht begründet doch erklärbar. Sicher ist aber, dass
die Grossmuth des Kaisers von mehreren Kunst- und Zeitgenossen
des Fux in weit auffallenderer Weise ausgebeutet wurde, und
man weiss, wie verführend solche Exempel in ähnlichen Lagen
zu wirken vermögen.
XIV.
Die kaiserliehe Hofkapelle unter Ihrem Kapellmeister Fax
(1716-1740).
Ungeachtet Fnx bis an sein Ende als Hofkapellmeister ftin-
gierte, so brachte es doch seine körperliche Schwäche mit sich,
dass er als Dirigent der Musik seit lange durch seinen Vice-
EapeUmeister Antonio Caldara sich vertreten lassen musste,
bis auch dieser am 28. December 1736, 66 Jahre alt, mit Tode
abgieng. Fux war nun ohne Yice-Kapelhneister, bis zum 6. Febr.
1739, wo von Fux empfohlen, Luca Antonio Predieri in
diese Stelle eintrat und 1 746 selbst Hof kapellmeister wurde.
In dieser letzten Periode des Wirkens unseres Fux waren im
Hof-Musikstatus mehrfache Veränderungen vorgegangen , welche
an die Vergänglichkeit irdischer Grösse mahnen konnten: Der
Cavagliere Direttore di musica, Principe Luigi Pio machte,
da er 1732 Gesandter bei der Republik Venedig geworden war,
Pkttz dem Grafen Ferdinand Lamberg, mit dem Fux, wie
es scheint, ohne Conflicte siel; benelmien konnte. — Von den Com-
positoren war der geniale Francesco Conti am 20. Juli 1732,
Carlo Ag. Badia am 23. September 1738 durch den Tod aus
der bereits sehr gelichteten Reihe der grossen Hofcomponisten
geschieden. Neue Kräfte mussten herbeigezogen werden, die
Lttcken zu fllUen, darunter einige' nicht unbedeutende Talente,
wie Georg Reutter der jüngere, welcher wegen seiner Brauch-
barkeit von Fux viele Anerkennung erfuhr und am 1. März 1731
Hofcompositor wurde. Nach dem Tode des Fux wurde er anfangs
zweiter, dann erster Hof kapellmeister, entsprach aber den geheg-
ten Erwartungen wenig. Matteo Palott a wurde 1733 vom
Kaiser zum Compositor ernannt, 1741 entlassen, 1749 aber
reactiviert, ohne dass über seine Thätigkeit erhebliches bekannt
geworden wäre. Georg Christian Wagenseil, ein Schüler
des Fux, wurde zugleich mit Giuseppe Benno im Jahre 1739
216 Fux als Hofkapellmeister.
m
Hofcompositor; von denen dem von Fnx als minder begabt er-
klärten Bonno in spätem Alter (1. Februar 1774) die Hofkapell-
meister-Stelle zufiel, während Wagenseil sich niemals ttber
den Hofcompositor erheben konnte. Die jungen Kräfte Hessen es
gewiss nicht an Fleiss und Eifer fehlen, sie leisteten was sie
konnten, aber sie vermochten eben nicht, den Glanz und Buhm
der Hofkapelle zu erhalten, welche ihnen die ausgeschiedenen
grossen Yormänner als ein gefährliches Erbe zurückgelassen
hatten. •
Von Compositionen des Fux, welche in dieser letzten Periode
zur Aufführung kamen, wird nur bei zwei Anlässen erwähnt. Es
war im Jahre 1736 bei der Vermählung der Erzherzogin Maria
Theresia mit Herzog Franz von Lothringen, wo das
grosse Tedeum ^ gemacht wurde, und bei dem Tode des Prinzen
Eugen, wo dem sinkenden Sterne Oesterreichs das öfter er-
wähnte grosse Bequiem von Fu« die letzten Ehren erwies.
Nahe dem Ende seiner Ettnstlerlaufbahn können wir die
Gesammtthätigkeit des Hofkapellmeisters Fux tibersehen,
wozu er durch die glücklicherweise erhaltenen zahlreichen amt-
lichen Gutachten ein äusserst schätzbares Material zu seiner eige-
nen Würdigung zurückgelassen hat.
Schon in der Natur der Sache liegt es, dass die Stellung des
Kapellmeisters eines zahlreichen Musikkörpers an einem glänzen-
den Eaiserhofe, wo so viele grosse «und kleine Interessen in be-
ständiger Beibung sind, mit nicht geringen Schwierigkeiten
verbunden sein müsse und. dass kein unbedeutendes Mass von
Selbständigkeit und Klugheit dazu gehöre, sich darin wie
Fux durch 25 Jahre mit allen Ehren zu behaupten. Das
dornenvolle einer solchen Stellung steigerte sich noch dadurch,
dass die tonangebenden Hofcavaliere nicht blos Deutsche, sondern
auch Italiener und Spanier waren und unter den Musikern selbst
der Vice-KapeUmeister und die Compositoren, dann der Chor der
männlichen und weiblichen Sänger , so wie ein Theil der Instru-
mentisten Italiener waren. Aber keine Klugheit und Festigkeit
dürfte ausgereicht haben, dass der Deutsche, Fux, gegenüber den
grossentheils widerstrebenden fremden Elementen erfolgreich die
1 BeU. X. 270.
F u X als HofkapellmeiBter. 217
Stirne gebothen hätte, wäre er nieht eines kräftigsten Rückhaltes
in der Person des Monarchen versichert gewesen. Diesen Rflck-
halt j auf den er sich in seinen Gutachten öfter — auch zum Mis-
yergnflgen des Obersthofimeisters — bezieht, verdankte aber Fux
keiner andern Protection , als dem Namen und Ansehen, welches
er sich durch seine eminenten Fähigkeiten in trefiftichen Com-
Positionen, durch seinen Gradus ad pamassum, durch die Schüler,
welche von ihm ausgiengen, verbunden mit einem durchaus ehren-
haften Character zu erringen wusste. Dieses Ansehen behielt er
auch zu einer Zeit, wo seine körperliche Gebrechlichkeit und
zuletzt sein hohes Alter ihn an der vollen Ausübung seiner Be-
rufspflicht nach seinem eigenen Geständnisse vielfach hinderlich
waren und daher seinen Gegnern willkommene Blossen gegeben
hatten. Dessungeachtet beliess ihn sein Kaiser unangefochten
an der Spitze der Musik, welche er so trefflich zu leiten verstand.
Es lag durchaus keine Ueberhebung, sondern nur gerechtes
Selbstgeftlhl der Bedeutung seiner Stellung zu Grunde, wenn
Fux. das Andringen Mattheson's um biographische Daten ableh-
nend mit den Worten schliesst: „Indessen sei mir genug, dass
ich würdig geschätzt werde , Garoli VI. erster Kapelhneister zu
sein^^. Auch dem Dilettanten Principe Pio di Savoja, der sich
als Capo della Musica imperiale gerieren wollte, stellt er ent-
gegen, dass die Direction der Musik von niemand als einem in
arte perüo der Gebühr nach versehen werden könne * , da ttber-
diess „in der kais. Instruction articulo 13^ die Kapellmeister für
Capi der Musik erkläret seien. ^ Sogar der Meistertitel in
der Musik , erklärt Fux gelegentlich , „könne keinem mit Recht
beigelegt werden , welcher die Composition nit aus dem Grunde
versteht^ . Die Entschiedenheit, mit welcher er in der Beschwerde-
schrift gegen den Protettore Principe Pio , einem ausgesproche-
nen Günstlinge des Kaisers entgegentritt und bittet, dass die
Kapellmeister bei ihren alten, zur Besorgung des kais. Dienstes
so nothwendigen Gerechtsamen geschützt werden , gieng jedoch
nicht dahin, sich mit seinen vorgesetzten Behörden und Personen
in schroffe Gegensatz zu bringen, im Gegentheile bittet er am
Schlüsse seines ersten Musikreferates ^ als Hof kapellmeister (17 15)
1 Beil. in.'4. 2 Beil. n. 23. » BeU. VL 19.
218 Fax als Hofkapellmeister.
den Obersthofineister^ „er möchte sieh belieben lassen, sein in der
Wahrheit und Aafiichtigkeit gegründetes Einrathen mit Dero Re-
ferat nnd hohen Protection zu secnndieren^ damit dadurch gleich
anfangs seiner carica er bei der Musik in Credit gesetzt nnd mithin
znr Befbrdemng Ihre Majestät Diensten ein hauptsächlicher Vor-
schub gegeben werde" .
Der Grundzug, welcher durch alle seine Gutachten bei An-
stellungen, Oehalterhöhungen, Pensionierungen altverdienter Mu-
siker oder ihrer Witwen und Waisen hindurchgeht, ist Billigkeit,
Wohlwollen und Humanität , da er oft das fbrbittende Wort um
Unterstützung solcher Personen ergreift, welche ausserhalb seines
Bemfskreises liegen, und sie mit grosser Wärme zur Berück-
sichtigung empfiehlt, ja als der Aspirant, Bernardod'Aprile^
um eine Hofcompositorstelle einsehritt, äusserte Fux, dass der
Supplicant, wenn er mit ruhigem Oemüthe arbeiten könnte und
nit um das tägliche Brot fttr sich , Weib und sechs Kinder sorgen
mttsste, Tor allem andern „in den hiesigen Stylum" sich schicken
müsse, wozu Fux das seinige beizutragen bereit sei. Wo Talent
und Kunstfertigkeit hervortrat, fanden sie in Fux immer einen
warmen Fürsprecher, ohne Unterschied, ob die Individuen Deut-
sche oder Italiener waren. Seine Verträglichkeit mit Fremden
bewies Fux vorzüglich in dem Verhältnisse zu seinem Vice-Ka-
pellmeister Ant. Caldara, der in gewisser Richtung, besonders
in Composition von Opern, die vorzugsweise im Oeschmacke
des Hofes waren, als sein Bival anzusehen war. Ungeachtet
Caldara in untergeordneter Stellung einen höheren Oehalt (von
3900 fl.) als sein Chef und eine bedeutend grössere Abfertigung
(von 12.000 fl.) für seine eventuelle Witwe bezog, ist doch nirgend
ein Zug von Neid oder Misgunst in den Gutachten des Fux
gegen Caldara zu bemerken : Fux bezeichnet ihn immer als einen
Künstler „von grosser Virtü und Capacität***, trat auch nicht,
vne das Obersthofmeister-Amt besorgte^, mit gleichen Ansprüchen,
wie jener hervor, und nach Caldara's Tode beftlrwortete Fux
sogar das Gesuch seiner Witwe um eine Pension^. Besonders
waren es jugendliche Talente, die Fux mit Nachdruck unterstützte
wie Max Hellmann, Gottfr. Muffat, Chr. Wagenseil,
1 Beil. VI. 151. a Eb. 16. « Eb. 179. * Eb. 246.
F 11 X als Hofkapellmeister. 219
Georg Rentter Jan., Theresia Holzhansen n. a.; er
wnsste sogar tttr die Schulden des genialen Cimbalisten M.
Hei Im an n die Entschuldigung, dass er in diesen elenden Noth-
stand wohl auch aus der Jugend gemeiniglich angebomen ttblen
Wirthschaft verfallen sein mag, bittet dringend um kais. Gnade
,,weil höchst schade wäre um dessen unvergleichliche und mit
grossen kais. Unkosten erlernte virtt^. Diese Nachsicht hinderte
aber nicht, dass Fux in andern Fällen einen Hofscholar ^ als
einen jungen, verderbten Menschen bezeichnet, der wegen unnütz
gemachter Schulden von 3000 ß, von Wien weggetrieben wurde.
Als der Violinist E. GigP um eine Violonistenstelle ansuchte,
äusserte sich Fux streng genug : '„Da dieser Supplicant den Yio-
Ion niemals gespielet hat, mithin fbr einen Violonisten mit Wahr-
heit sich nit ausgeben kann, als folgt von sich selbst, dass ich in
dessen vermessene Anmassung nit einrathen soll^. Besonders
empfindlich wurde Fux , wenn man seine Amtierung als Kapell-
meister angriff. Als ihm von M. Jos. Hammer, dem Vater
eines jungen Violinisten vörgertickt wurde , Fux habe den Hof-
scholaren Salviati seinem Sohne vorget^etzt . (wobei aber Fux
im vollen Rechte war), sagt dieser am Schlüsse seiner Rechtferti-
gung': „Ueberlasse demnach Ihro Excellenz (dem Obersthof-
meister), ob diese vermessene Anklage nit mit einem Verweis
abzustrafen sei^. Dieser Fall ist aber der einzige, wo ein Musi-
ker mit einer Beschwerde gegen den Kapellmeister auftritt.
lieber den Wirkungskreis des Musik - Oberdirectors
oder Gavalier Protettore di Musica, deren erster im
Jahre 1 709 unter K. Josef I. erscheint, erfahren wir durch die bereits
erwähnte Beschwerdeschrift gegen den Principe Pio di Savoja,
dass in der Instmetion für die Hofkapellmeister, die von K. Leo-
pold I. erlassen, und von seinen Nachfolgern K. Josef I. und
Karl VL bestätigt wurde ^, von einem solchen Cavaliere noch gar
keine Rede sei und die oberste Leitung der Hofkapelle jederzeit
und in jeder Beziehung dem Hofkapellmeister* zugestanden sei,
und später dem Cavaliere nur die Protection und die Leitung der
Oper, wahrscheinlich auch des Balletes und aller kleineren musi-
1 Beil. VI. 125. ^ Eb. 141. » £b. 146. « Sie ist abgedruckt Beil
n. 24.
220 Fux als Hofkapellmeister.
caliechen* Festins bei Hof ttberlasBen wurde, wozu die Kapell-
meister und Compositoren die Compositionen zn liefern , und die
Kapelle den grOssten Theil der Sänger and sämmtliche Instm-
mentisten zu stellen hatten. Natttrlieh fiel auch das Einstudieren
und Dirigieren des mnsicalisehen Theiles dem Kapellmeister oder
Vice-Kapellmeister zu.
An kleineren Reibungen scheint es zwischen der Theater-
porthei und der Hofkapelle im engeren Sinne nie gefehlt zu
haben , wie ans einer gelegentlichen Bemerkung des ' Fux im
Jahre 1722 wegen eines zweiten Copisten hervorgeht. Er schreibt:
„Zu K. Leopold I. Zeiten hatte das Theater andere und die
Kapelle andere Copisten , darum , weil wenn Opern, serviq di
camera, Serenaden und Oratorien zu copieren sind, was schier
unaussetzlich geschieht , die Kapelle zurückstehen muss und nüt
Copiatur nicht kann versehen werden, gleich ich selbst es hab
erfahren müssen K^
Da Fux schon um 1 723 an einer hartnäckigen chromschen
Fussgicht zu leiden begann, so fiel von dieser Zeit an wohl der
grösste Theil der Direction seinem Yice-Kapellmeister Ant. Cal-
dara zn, der von seinem Antritte im Jahre 1716 bis zu seinem
Ableben (28. Dec. 1 736) diensttauglich geblieben zu sein scheint.
Später bis 1739 war Fux ohne Yice-Kapellmeister, wo hierauf,
wie erwähnt, Luc' Xntonio Predieri als solcher eintrat und
auch seinen KapeUmeister überlebte. Allein ungeachtet seiner kOr-
perlichen Infirmitäten versah Fux doch immer bis zum Jahre 1740
die Pflichten seines Amtes wenigstens in jenem Theile, welcher die
Gutachten über Anstellungen , Gehalterhöhungen und Pensionie-
rungen der Musiker betraf, wie die noch vorhandenen Acten be-
zeigen, nur musste er in den letzten Jahren sich dabei einer
fremden Hand bedienen.
Der Stand der Hofkapelle war unter den Kaisern
Leopold I. und Josef I. sowohl im Chor der Sänger als der In-
stmmentisten ein* sehr ansehnlicher und darum auch sehr kost-
spieliger geworden. Dieser letzte Umstand und die Unordnung in
der Ausbezahlung der Gehalte waren hauptsächlich der Grund,
warum auf kais. Befehl (3. September 1711)*' dem Obersthof-
1 Beil. VI. 81. 2 Beil. IL 27.
F uz als Hofkapellmeister. 221
mei8ter aufgetragen wnrde y „von den mnsicis nur diejenigen zu
behalten, welche die besten sind, und allein zu dem Kapelldienst er*
fordert werden, die ttbrigen, wie auefa die Cantatricinen, Composi-
toren und was zu den theatris gehört zu lieenfiieren^. Der dama-
lige Vice-Eapellmeister Ziani wurde beauftragt, den Vorschlag
zu machen, und zugleich die Gehaltstufen festzustellen. Nach
diesem Vorschlage wurden yon den 95 wirklichen Musikern 30
entweder einfach entlassen oder pensioniert, während der Rest
von 65 sich im Jahre 1712 in folgender Weise vcalheilte *:
1 Kapellmeister, 2 Altisten, 1 Teorbist,
1 Vice-Eapellmeister, 3 Sopranisten, 3 Fagottisten,
1 Compositor, -1 Sängerin, 2 Posaunisten,
1 Concertmeister, 16 Violinisten, 6 Oboisten,
3 Organisten, 2 Gambisten, 1 Comettist,
3 Bassisten, . 3 Violoncellisten, 1 Lautenist,
4 Tenoristen, 2 Violonisten, 8 musical. Trompeter.
Diese eingreifende Regulierung der Hofkapelle wurde Re-
formation oder Reformierung, und die ausgeschiedenen
Musiker Reformierte, die Wiederangestellten Gonfirmierte
genannt. Als Fux wenige Jahre später Hofkapellmeister wurde,
klagt er wiederholt ttber die unglückselige Reformierung und
hatte wohl fdr seine Person Grund , sie so zu nennen , da er oft
genug mit Gesuchen bestttrmt wird um Wiederanstellung ron
solchen, „die das Unglttck hatten reformiert zu werden^. Wenn
auch im Princip nicht zu misbilligen war, dass das Uebermass
minder tauglicher Kräfte eingeschränkt wurde und man eine
Ordnung in den financiellen Haushalt zu bringen suchte , so war
doch die Lage derjenigen, welche keine andere als eine musi-
calische Bildung sich angeeignet hatten und ihre Anstellung bei
Hofe fttr eine dauernde betrachten durften, durch die plötzliche
Entlassung ohne alle oder mit einer dürftigen Sustentation eine .
beklagenswerithe zu nennen.
Viel und für die Dauer war auch durch die Reformierung
nicht gewonnen, denn wenige Jahre nachher (1715) war die "Zahl
der bei der Hofmusik angestellten Personen auf 100, im Jahre 1723
auf 134 gestiegen und es blieb auch bei dieser Zahl bis 1740
1 Beü. V.
222 F u X als Hofkapellmeister.
mit geringer Schwankung. Zu der Vermehrnng dieses Standes trug
vor allem das gesteigerte BedUrfniss für die mit immer erhöh^r
Pracht ausgestatteten grossen Opern bei. Wurden dazu auch aus-
gezeichnete Kräfte besonders für Gesang ausschliessend flir eine
gewisse Zahl von Vorstellungen engagiert, so fanden sich darun-
ter doch nicht wenige , die zugleich dem Status der Hofmusiker
einverleibt zu werden sich bemühten. Dass die Instrumentisten
weder an Zahl noch Leistungsfähigkeit gegenüber den Sängern
zurückbleiben durften, war eine natürlil^he Folge. Dazu kam noch,
dass schon damals ältere verdiente Mitglieder noch als activ mit-
zählten, obschon sie grösstentheils oder völlig dienstunfähig waren
und darum einen Ersatz von jtlngeren Kräften erheischten. So
führt Fux 1732 an, dass unter 20 angestellten Violinisten nur 12
dienstfähig seien, während 16 zu Bestreitung der Hofdienste
unumgänglich nöthig befunden wurden ^ Zum Theile wurde in
einigen Abtheilungen, als der Componisten, der Organisten, vor-
übergehend eine Ueberzahl dadurch herbeigeführt, dass befä-
higte Scholaren untergebracht werden mussten. Dagegen trat
wieder in anderen Zweigen wirklicher Mangel ein , wie bei den
Sängern', wo im Jahrel737 zu Bestreitung der Hofdienste man
zwei fremde Discantisten und eben so viele Tenoristen herbei-
ziehen musste. Auch über Mangel an Altisten ist eine lange sich
fortspinnende Klage und die Ueberzahl von 7 Organisten des
Jahres 1724 war im Jahre 1733 auf zwei „zum Dienen taugliche^
herabgesunken.
• Ungeachtet über die meisten Mitglieder der Hofkapelle die
Gutachten, welche später zusammengestellt werden, den besten,
ja in den meisten Fällen den einzigen Einblick in die Leistungs-.
fähigkeit der Einzelnen gewähren, so wird es doch nicht über-
flüssig sein, einige allgemeine Betrachtungen über den Stand der
Hof kapelle unter Fux und ergänzende Bemerkungen über einzelne
bedeutende Persönlichkeiten vorauszuschicken, welche in den
Gutachten nicht erwähnt sind.
*Die Periode der Musik, welche uns hier berührt^, fällt mit
der Blüthezeit der Italiener zusammen ,. welche aber in mehreren
1 Beil. VI. 193. ^ £b. 236. s Vgl. K ö c h e 1 , die kais. Hof-Muaik-
kapeile in Wien von 1543 bis 1867. Wien, 1869.
F u X als Hofkapellmeister. . 223
Zweigen besonders der Instnunentalmasik in« den Deutschen Ri-
Talen fanden. Die Oper blieb aber ihren Texten ^ Compositoren
und Sängern nach beinahe ansBchliessend italienisch and sagte
dem Geschmacke des Hofes sichtlich am meisten zu, wesshalb
auch die deutschen Compositoren ^ Fax nicht aasgenommen , ita-
lienische Texte in Musik setzen und willig oder widerwillig dem
italienischen Geschmacke huldigen mussten. Unter den italieni-
schen Componisten stand Ant. Caldara den anderen allerdings
voran y ungeachtet in einzelnen Partien Francesco Conti
(1713 — 1732) trefiniches leistete ^ und auch Carl. Aug. Badia
(1712—1738), Gius. Porsile (1720—1740), Matt. Palotta
(1733—1740) und später Luc. Antonio Predieri (1739—
1740) mit anerkennenswerthen Leistungen hervortraten.
Von 'jüngeren deutschen £j-äften gab GeorgReutterd. j.
(1731_1740) und Georg Christ. Wagenseil (1739—1740),
ein ausgezeichneter Schüler des Fux, die besten Hoffnungen.
Dennoch hat Fux 1 728 Febr. Ursache zu klagen : „Dermalen ist
ein Abgang an Compositoren, indem fast alle Arbeit auf den Vice*
Kapellmeister Caldara allein fällt ^ ^
Unter den zahlreichen Organisten zeichnet Fux vorzüg-
Uch seinen Schüler Gottlieb Muffat (1717—1740) aus, zu-
gleich als Organist, als Componist und Informator im Cla\der bei
den Erzherzogen; auch die besonders virtuosen Dienste des Anton
Karl Kichter (1718 — 1740) werden von Fux hervorgehoben.
Der Sänge rchor bestand aus den gewöhnlichen Männer-
stimmen der Teuere und Bässe, dann aber waren in.frtthester und
auch noch in ziemlich später Zeit (bis 1798) die Alt- und Sopran-
stimmen zum Theile von Männern gesungen, welche Falsettisten
Messen, zwar nicht die völlige Höhe der Knaben- und Frauen-
stimmen erreichten , aber zu ihrer Zeit vocum miraculä genannt
wurden. Einen ähnlichen Namen wegen ihrer Vortrefflichkeit er-
hielten in denselben Parten die Castraten, welche ausschliesslich
Italiener waren und in der Hofkapelle bei der Oper bis zum
Jahre 1740 eine vorzugsweise Verwendung fanden. Allerdings
ist bei jedem einzelnen erwachsenen Sopranisten und Altisten
nicht mit Gewissheit anzugeben, ob er nicht etwa Falsettist war ;
1 Beü. VI. 151.
224 Fnx als Hofkapellmeister.
allein bei den italienischen Namen dürfte die Annahme gegen
einen Falsettisten begründet sein, während Niederländer, Dentsche,
Spanier niemals ein Contingent der Castraten stellen. Die Knaben-
stimmen waren in den Verzeichnissen in der Regel nicht der Zahl
nach angegeben, sollten aber nicht nnter der Zahl 12 gehalten
werden, überstiegen aber diese äfter um 4 bis 7 Individuen und
mehr. Wegen dieser Unbestimmtheit können sie bei der Verglei-
chnng nicht mitzählen, dabei sind daher jederzeit erwachsene
Sänger gemeint. .
Die Frauenstimmen erscheinen in grosserer Zahl als Hofsän-
gerinen zur Blüthezeit der Oper, daher von 1718 bis 1740, wo
ihre Zahl in keinem Jahre unter 4 herabgieng, sich aber von
1728 bis 1737 inmier zwischen 8 und 9 bewegte; darunter waren
2 bis 3 deutsche gegen den Rest italienischer Kehlen.
Die Stärke des ganzen Chors erwachsener Sänger hob sich
in der Periode von 1720 bis 1740 von 30 bis 44, um später nie
wieder diese Zahl zu erreichen.
Unter den Namen von Sängern mit hervorragenden Leistun-
gen in dieser Periode sind hervorzuheben :
Die Bässe: Friedrich Götzinger (1711—1735) mit
seiner starken und ausgiebigen Stinune; Anton Berti (1729 —
1740), den Fux einen Fundamentalmusicus nennt; aber als der
vorzüglichste Christian Praun (1715—1740) ebensowohl in
der Oper, im Kammerdienste, als in der Kapelle.
DieTenore: mehr der vorhergehenden Periode angehörig
Silvio Garghetti (1702 — 17:^9); von Fux am höchsten ge-
stellt: Christian Payer mit vortrefflicher Stimme, auch in
welschen Cantaten sich auszeichnend; Gaetano Borghi (1720
— 1740) vom Kaiser berufen.
Die' A-ltisten: Gaetano Orsini (1699—1740), für
dessen vortreffliche Methode Fux nicht Lobsprüche genug findet ;
Filippo Anton elli (1734 — 1740), von Loretto nach Wien be-
rufen; Giuseppe Appiani (1739 — 1740) „ein Virtuos di prima
sf era" .
Die Soprane: Domenico Gen o v es i (1717 — 1740), von
Fux der erste Sopran der Hofkapelle genannt ;GiuseppeMon-
teriso (1716 — 1740), höchst verlässlich, der beste Sopran nach
Fux als Hofkapellmeister. 225
Genovesi; Feiice Salimbeni (17ä3 — 1738), nach Wien beru-
fen, galt ftlr einen der edelsten Opernsänger.
Die Sängerinen Maria Landini (Conti) (1713 — 1732)
nndM. A.Loren zoni (Conti) (1723—1732), beide Sängerinen
ersten Banges mit Gehalten von 4000 fl. — den höchsten üblichen
— nach Wien berufen und angestellt; Anna Lisi Badia
(1711—1726) und Bosa d'Ambreville (Borrosini) (1721—
1740), den vorhergehenden zurttckstehend; aus der früheren Pe-
riode Begina Scoonians (1717 — 1740), — von Fux besonders
hochgestellt Theresia Holtzhauser (Beutter) (1728 — 1740)
mit ihrer drei Octaven umfassenden gleichen Stimme und selte-
nen musicalischen Festigkeit; Anna Barbara Bogenhofer
(Schnautz) aus der trefflichen Schule Gaetano Orsini's.
Die Zahl der Instrumentisten schwoll von 48 im Jahre
1712 — im Jahre 1721 auf 73, welche in folgender Weise ver-
theilt waren :
6 Organisten, 2 Comettisten,
23 Violinisten, 4 Fagottisten,
1 Gambist, 5 Oboisten,
4 Violoncellisten, 4 Posaunisten,
3 Contrabassisten, 1 Jägerhomist,
1 Teorbist, 16 Trompeter,
1 Lautenist, 2 Pauker.
Die Zahl von 70 und darüber hielt sich bis 1 740, hatte aber
dabei mehrere ganz oder theilweise dienstunfähige mitgezählt. —
Der Nationalität nach treten aber in dieser Periode der Italiener
immer mehr Deutsche ein, so dass nach und nach die Italiener
die Ausnahme werden.
Wir treffen in jener Zeit auf eine Anzahl von Orchester-In-
strumenten, die mittlerweile aus dem Gebrauche geschwunden
sind, ohne einen eigentlichen £rsatz durch neue Erfindungen zu
erhalten^ sondern nur durch den zweck- und kunstmässigeren
Gebrauch der vorhandenen überbothen wurden, so beispielsweise
mehrere Arten von Geigen u. dgl. Von ganz neu erftmdenen
Orchester-Instrumenten, die sich zugleich bewährten, ist nur die
Clarinette zu erwähnen; diese kam aber erst viel später
(1787) an der Hofkapelle in Gebrauch.
Kachel, J. J. Fux. . 15
226 Fax als Hofkapellmeister.
•
Zu den später aufgegebenen Instrumenten, welche in der
Hofkapelle durch eigene Individuen gespielt wurden j gehört der
Zinken, die Laniie, die Teorbe, die Viola da gamba,
der Baryten und das Cymbal. Die Componisten aus jener
Zeit setzten aber auch für Schalmei , Violetta , Flute allemande
u. dgl. , welche wahrscheinlich yon andern angestellten Musikern
gespielt wurden, da man früher sich nicht mit der Kenntniss eines
einzigen Instrumentes begnttgte.
Der Zinken (Cometto), ein sehr altes und primitives
Holzblasinstrument, bestand aus einer geraden oder gekrümmten
Röhre mit Löchern und einem trompetenartigen Mundstück,
welches an das eine Ende der Röhre gesteckt wurde. Sein Ton
soll ziemlich scharf und rauh gewesen sein, doch schützte ihn
die lange Gewohnheit und der Mangel des Ersatzes, welcher end-
lich in der weiteren Verbreitung der Oboe gefanden wurde. In
der Hofkapelle f&nd der Zinken durch 2 Jahrhunderte viele Ver-
wendung und war mit je 1 bis 3 Bläsern besetzt. Der letzte Zin-
kenist starb 1746.
Die Läute, bekanntlich ein Saiteninstrument, dessen Saiten
mit den Fingern gerissen wurden, ein wegen der endlosen Ver-
stimmungen wenig verlässliches Werkzeug, fand aber vielfache
Verwendung als Begleitinstnunent zum Solo- und Chorgesang,
allein oder zugleich mit andern Saiteninstrumenten. Bei der Hof-
kapelle war je ein Luttinist seit dem Jahre 1566 bis zum Jahre
1728 angestellt. •
Die Teorbe (Tiorba), der Basslaute nahe verwandt, wurde
in der Kirche und in der Oper statt des Claviers gebraucht. Die
Hofkapelle besass in Francesco Conti (1701 — 1732) den
ersten Teorbisten der Welt.
Das Cymbal, die ältere Form unseres jetzigen Flügels, wo
die Saiten durch Stäbe mit Rabenkielen gerissen wurden, war
durch den genialen Max Hellmann, einen Schüler des
berühmten Pantaleon Hebenstreit von 1724 bis 1763 besetzt.
Die Viola dagamba, von dem verwandten Viploncell
vorzüglich durch die Bünde auf dem Griffbrette verschieden, er-
hielt sich auch lange neben diesem und war in der Hofkapelle
von 1682 bis 1740 mit 1, 2 bis 4 Gambisten besetzt, von denen
Franz Hueffnagel excellierte.
Fnx ala Hofkapelimeister. 227
Der Bary ton, der Viola da gamba ähnlich, mit 5 — 7 Darm-
saiten ; die mit dem Bogen gestrichen werden und daneben mit
8 — 16 Drahtsaiten, die mit der Spitze des Daumens gerissen
werden, fand in der Hofkapelle nur zwischen 1721 und 1740 An-
wendung, ungeachtet er von edlem, angenehmen Klange gewesen
sein soll.
Die Violine. So wie die Instrumentalmusik anfieng selb-
ständig anfzutreten, war die Wichtigkeit der Violine im Orchester
für alle Zeiten entschieden. In der Hofkapelle wurden 1712 und
später 16 Violinisten zur Bestreitung der Hofdienste für unab-
weislich nothwendig befunden ; man ttberschritt diese Normalzahl
während dieser Periode bis 27 (1724), und dennoch wurde 1730
geklagt^, dass nur 13, dann 1732^ dass gar nur 12 diensttaug-
liche darunter seien, da das Alter und körperliche Gebrechen be-
deutende Verheerungen angerichtet hatten. Fux lobt beinahe aus-
nahmslos die virtuosen Dienste seiner Violinisten ^ aber als die
bravsten unter den braven hebt er doch noch J. G. Hintereder
(1721—1740), F. K. Pernember (1727—1740), Ferdinand
Grossauer (1732—1740) und Ign. Stadimann (1736—1740)
hervor.
Das Violoncell war in der Hofkapelle seit etwa 1680
neben der Viola da gamba in Verwendung, brauchte aber 60 Jahre,
um diese ältere ßivalin völlig zu verdrängen. In der letzten Periode
stieg die Zahl der Cellisten bis 4, aus denen Fux dem Gio van ni
Perroni (1721^-1740) auszeichnendes Lob ertheilt. Den höheren
Gehalten zufolge mttssen aber auch Pietro Adö (1720 — 1740),
Ant.Rajola(1721— 1740) und Franz Alborea (1721— 1739)
virtuose Leistungen für sich gehabt haben.
Der Contrabass. Fux spricht 1722* „von den dermal
üblichen so schweren Bässen^, lobt Andreas Freitig (1701 —
1718), noch mehr aber Anton Schnautz (1721 — 1740), der mit
grösstem Ruhme gedient, „ein Virtuos, dergleichen kaum mehr zu
ho£fen ist^.
Die Posaune (Trombone) war einst ein beliebtes Instrument
Air Begleitung des Gesanges, besonders in der Kirche; man
componierte ftir Alt-, Tenor-, Bassposaunen, auch noch ftlr
1 Beil. VI. 177. 2 Eb. 193. » Eb. 68.
15*
228 Fux ala Hofkapellmeister.
eine vierte. Fux hielt 4 Trombonisten in der Hofkapelle nnam-
gänglich nöthig', erklärt sich aber gegen die Quartposanne^
welche der kais. Musik keine Verbesserung beitragen könne ^,
sondern im Gegentheile wegen ihres unannehmlichen Klanges sie
deteriorieren würde. Auf der Posaune excellierte die Familie
Christian über ein Jahrhundert (1679 — 1783), Fux sagte von
ihr^, „dass dieses Instrument denen Christian angeboren sei, und
Leopold christian sen. (1679 — 1 730) der erste Virtuos in der
Welt auf diesem Instrumente sei ; auch LeopoldChristian den
jüngeren (1712 — 1740) nennt er einen Virtuosen, dergleichen
weder in vergangenen Zeiten, weder vielleicht in zukilnfligen
keiner sich finden wird.
Das Jägerhorn. Jägerhomisten, meint Fux^, haben selten
und wenig Dienst bei der Musik, und wusste von seinen 2 Horni-
sten nichts rühmliches nachzusagen.
Die Tro*mpeter. Aus den * musicalischen Trompetern hebt
Fux den Josef Holiandt (1712 — 1740)^ wegen seiner raren
virtü distinguiert hervor; von Job. Hainisch (1730 — 1740) be-
hauptet er, dass es ihm kein Trompeter bevorthun wird, und der-
selbe auch gewisse Töne auf der Trompete erfunden habe , die
kein Trompeter bisher zuwege bringen konnte.
Der Fagott. Von den 3 — 4 Bläsern auf diesem Instrumente
wird von Fux Johann Jacob Fried erich (1725 — 1741)® ein
ganz besonderer Virtuos genannt, der auch im Soloblasen vor-
züglich ist ^.
Die Oboe. Die Vorliebe für dieses Instrument mnss zu An-
fang des vorigen Jahrhundertes rasch zugenommen haben, da
dessen Besetzung von 1701 — 1711 von 2 auf 6 stieg, in den
Jahren 1712 — 1740 sogar die Zahl 9 erreichte. In diesem Instru-
mente thateu sich hervor als ausgezeichnete Virtuosen aus der
Familie Glätzl die drei Brüder Franz (1701—1717), Roman
(1701—1727) und Xaver Glätzl (1705—1726); femer An-
dreas Wittmann (1721 — 1740); von ihm sagt Fux , derselbe
sei auf seinem Instrumente dergestalt virtuos , „als ich noch all-
Mer einen gehört habe"^ Auch Johann Gabrieli (1705 —
1 Beil. VI. 99. 2 Eb. 120. » Eb. 102. * Eb. 14. » Eb. 39.
6 Eb. 214. 7 Eb. 243. » Eb. 57.
Fux als Hofkapellmeister. 229
1740) moss seinem Gehalte nach den genannten nicht nachge-
standen sein.
Ausser diesem Stamme virtuoser Musiker musste auch für
einen Ersatz der dienstuntauglichen in der kaiserlichen Hpfka-
pelle gesorgt werden. Das BedUrfniss dazu stellte sich zuvörderst
bei den Knabenstimmen oder wie sie in früheren Zeiten hiessen
bei den „Cantoreiknaben" heraus. Die erste Verordnung, wodurch
das Institut der Gantoreiknaben festgestellt wurde, wurde
von Kaiser Ferdinand I. im Jahre 1554 erlassen und von seinen
Nachfolgern im Jahre 1567, 1576 und 1612 theils bestätigt theils
modificiert K Aus diesen Erlässen geht hervor, dass eine nach Be-
darf wechselnde Zahl von Sängerknaben, welche aber nicht unter
die Zahl 12 herabgehen dürfte, unter Aufsicht des Kapellmeisters
gestellt, in allem beköstigt, in der Musik ebensowohl als in anderen
Lehrfächern unter eigenen Meistern Unterricht genossen und nach
ihrer Mutierung entweder mit Reisegeld in die Heimat geschickt
wurden, oder wens sie studieren wollten , noch einige Jahre mit
einem Stipendium versehen wurden.
Neben diesen Kapellsängerknaben war man auch bedacht,
eine Pflanzschule fUr Instrumentisten und erwachsene Sänger zu
grtlnden, welche Hofscholaren hiessen und ein Stipendium von
360 fl. bezogen. Fux spricht sich. mehrfach^ über ihre Bestim-
mung und Beschränkung aus. „Scholaren werden zu diesem Ziel
und Ende gehalten, dass Ihro Majestät an guten Virtuosen keinen
Abgang habe, und wenn selbe sich qualiflciert gemacht haben, in
wirkliche Dienste allezeit ohne Observation der Zahl angenom-
men werden. Anspruch zu Hofscholaren haben , welche an dem
kais. Hofe entweder eigene, oder von Vorältern Meriten haben."
Aber schon 1715 äussert er^: „Ich kann für die Scholaren nit ein-
rathen , weil die Spesen bei der Musik immer höher steigen und
man nicht versichert ist , ob dergleichen Scholaren reüssieren
möchten." Noch entschiedener lautet ein Ausspruch von 1722
und 1725*: „Weil einige Scholaren, sich verlassend auf die
Wirklichkeit sehr Übel bishero sich erzeiget, als haben Ihro kais.
1 Röchel, Hofmusikkapelle, p. 26 f. 124. 126. » Beil. VI. 165. 69.
79. 105. 191. 8 Eb. 9. * Eb. 74. 108. 118.
230 Fax als Hofkapellmeister.
Majestät allergnädigst 'resolvieret^ keinen wirklichen Scholaren
* mehr zu halten, aber wohl denjenigen, welchen Ihre Majestät eine
Gnad thun wollen, accidentaliter jährlich etwas auszuwerfen.^
Durch diesen letzten Ausnahmsfall war aber das Princip ziemlich
erschüttert und auch nach 1725 florierten die Hofscholaren be-
deutend, denn ihre Zahl war in der nachfolgenden Zeit von 5 auf
7, 9 und 13 gestiegen, nur die letzten 5, welche 1740 bestanden,
werden später in immer verminderter Zahl aufgeführt, bis sie um
1770 ganz verschwinden. Die Gegenstände des Unterrichtes
waren grösstentheils Orgelspiel, daher auch Generalbass, Contra-
punkt , Yiolin , Gesang und noch einzelne Instrumente , wie eben
ausgezeichnete Lehrer und befähigte Lehrlinge sich zusammenfan-
den. Unter den Meistern dieser Epoche (1715 — 1740) werden
genannt: Joh. Jos. Fux (Gontrapunkt), Gaet Orsini, Chr.
Praun (Gesang), Paul Alber, Franz Reinhard (Violine),
Max Hellmann (Cymbal), Franc. Conti (Teorbe), Gottl.
Muffat (Ciavier), Leop. Christian sen. (Posaune). •
Den meisten der Hofscholaren gelang es , Anstellungen
als wirkliche Hofmusiker zu erhalten, allerdings oft nach 7, 10,
12 und mehr Jahren; wie dies aus folgender Liste hervorgeht,
wobei die Jahre ihrer Lehrzeit in Klammem beig^esetzt sind :
Composition: Christ. Wagenseil (1735-.-1739) —
Gius. Bonno (1738— 1739).
Orgel: Gottl. Mnffat (1711—1717) — Franz Rn-
sovsky (1721—1726) — Karl Math. Reinhard (1723—
1739) _ Wenzel Pttrk (1726— 1739).
Gesang: Franz Timmer (1709—1728) — Anton
Werndle (1707—1727) — Pietro Petazzi (1722—1728) —
Jos. Moser (1724— 1729).
Violi-ne: Joh. Ign. Angermayr (1715?— 1721) — Fil.
Salviati (1718—1727) — Franz Reinhard (1725—1731)
— Jac.Jo8.Wolter(1732— 1736) — Karl Jos. Denk (1731
—1737) — Ign. St adl mann (1734—1741).
Violon: Joh. Ign. Schnautz (1735— 1752).
Posaune: Leop. Christian Sohn (1725 — 1736). -
Aber nicht allen Hofscholaren wollte der Stern der „Wirk-
liohkeit'' aufgehen; die Rechenbücher haben uns drei bemooste
Häupter aufbewahrt, die nach einer langen Reihe von Jahren als
F u X als Hofkapellmeister. 231
Scholaren ztir ewigen Ruhe eingehen mnssten; diese waren:
Jos. Muffat (Ciavier), der von 1734—1756 dnrch 22 Jahre,
Joh. P. Gumpenhuber (Cymbal), ^er von 1733 — 1767 durch
34 Jahre, endlich Ign. Conti (Teorbe), für den Fux wegen
kleiner Compositionen vergeblich auf den Compositortitel antrug \
worauf er von 1720 bis 1769, durch 40 Jahre, als Scholar in den
Hof kalendern paradierte, bis ein milder Genius des Todes ihm die
Augen schloss.
Bei ganz ungewöhnlichen Talenten bewilligten die Monar-
chen auch fieisestipendien zu weiterer Ausbildung, besonders
nach Rom, nach Neapel, dann auch nach Dresden zu dem berühm-
ten Cymbalisten Pantaleon Hebenstreit. Allein die Referate
der Ministerconferenzen und des Fux selbst fbhren nicht selten
Klage darüber, dass diese Stipendisten auf Reisen so grosse
Summen kosten, um zuletzt nur in seltenen Fällen den Erwartun-
gen zu entsprechen.
Ungeachtet im Vorhergehenden das wesentliche tlber den
Bestand der Hofkapelle in jener Periode erwähnt wurde, so dürfte
doch durch die Aneinanderreihung der Gutachten des Kapell-
meisters , hervorgegangen unter dem frischen Eindrucks der Ge-
genwart, ebensowohl zur Characteristik der einzelnen Mitglieder
der Hofkapelle, als auch ihres Leiters und des Treibens hinter
den Coulissen eine deutlichere Vorstellung erzielt werden, als
diess trockene Auszüge vermögen. Der endlose Jammer über die
traurige Lage der Musiker und ihrer Angehörigen war wohl bei
einem Theile derselben besonders in der üblen Wirthschaft und
der unregelmässigen Bezahlung der Gehalte begrtlndet, wenn aber
die Witwe Caldara nach dem Tode ihres Gatten , welcher 3900 fl.
Gehalt und 12.000 fl. Aversionalsumme ftü* die Witwe bekommen
hatte, noch über Noth klagt und eine Pension anspricht, dann wird
es wohl erlaubt sein an der Stichhältigkeit solchen Jammers zu
zweifeln.
1 Beil VI. 257.
232 Fux als Hofkapellmeister.
Gutachten des Hofkapellmeisters J. J. Fox ron 171&— 1740.
Kapellmeister und Vice-Kapellmeister.
Feiice Sances. 1715. Ich weiss keinen Kapellmeister,
welcher so viel geschrieben hätte ; als er Sances, massen mit
seinen Compositionen der meiste Theil der Kapelle annoch ange-
füllet sich befindet. (VI. 4.)
1715. Antonio Caldara will Kapellmeister oder erster
Compositor di camera werden. „Weil Ihre Majestät von diesem
Virtuose;! vollständige, ich aber wenige Wissenschaft habe, als
überlasse dieses Höchstgedacht Ihro kais. Majestät a. g. Dispo-
sition". (VI. 16.)
1730 28. Jänner. Derselbe kommt ein um eine Zulage von
1200 fl. zn seiner Besoldung von 1600 fl. und noch mit dem Bei-
satze, dass jene 1200 fl. seiner eventuellen Witwe zugesichert
werden. [Ohne Gutachten von Fux. Blieb für diesesmal in sus-
penso.] (VI. 174.)
1731 5. März. A. Caldara, der bereits 3900 fl. an Besol-
dung und Adjuta genoss , sprach nochmals für seine eventuelle
Witwe eine Pension von 1200 fl. oder ein für allemal 12.000 fl. in
barem an. [Obersthofmeister ist entsetzt, der Kaiser nicht sogleich
entschieden, aber später bewilligt er das Gesuch.] (VI. 179.)
1737 2. Mai. A. Caldara's Witwe sucht über die seiner Zeit
erhaltenen 12.000 fl. um die gewöhnliche Gnadenpension an;
Fux meint, ungeachtet möchte die Wittib in Ansehung der
Meriten ihres Mannes mit einer jährlichen Gnadenpension pr.
500 fl. versehen werden (erhielt sie auch später). (VI. 246.)
Luca Ant. Predieri, wurde 1738 4. December von Bo-
logna, wo er Dom - Kapellmeister war, berufen, seine Befähigung
zum Amte eines Kapellmeisters darzuthun. Fux sagt: „Wann
dieser Supplicant alle hierzu erforderlichen Eigenschaften und virtü
besitzet, auch sonder Zweifel mit seiner Composition Ihro kais.
Majestät ein sattsames contento gibt^, so räth Fux zu seiner An-
stellung ein. (VI. 249.) [Predieri wurde 6. Februar 1739 als Vice-
Kapellmeister mit 1600 fl. Gehalt und 400 fl. adjuta aufgenonmien.]
Fux als HofkapellmeiBter. 233
Compositoren.
Francesco Conti f 1732. „Der kais, Compositor und
Teorbist hat durch 33 Jahre ganz besondere virtuose Dienste ge-
leistet". (VI. 205) 1733, Jänner.
Giuseppe Porsile 1715. Kommt um einen Posten bei
der Hofkapelle ein. „Ich finde ihn einen guten Virtuosen von
gutem gusto".
1720 20. Mai. Ohne weiteres Gutachten von Fux wurde
Porsile mit 100 Thlr. Monatgehalt als Compositor aufgenommen.
(VI. 53.)
Georg Reutter jun. 1724. Zum Hofscholaren nicht an-
genonmien (VI. 105.) Ebenso. (VI. 118.) 1726.
1728. „G. Reutter jun., ein Jüngling von 19 bis 21 Jahren
spielet nit allein fein die Orgel, sondern gibt auch in der Compo-
sition gute Hofihung von sich." (VI. 154.)
1731 12. Febr. „Reutter hat Oratorien und andere Festinen
componiert und zeigt damit in seiner Jugend, was künftighin
vermög des besonderen talento aus ihm werden kann." [Desshalb
zum Compositor vorgeschlagen und angestellt.] (VI. 182.)
1733 17. Jänner. „Da diesem Supplicanten (R.) bei meiner
dermaligen ünvermögenheit nit wenig zu componieren aufge-
tragen wird" so räth Fux ein, dass Reutter 600 fl. als Compositor
beziehe. (VI. 202.)
1733. April. Reutter begehrt Gehalterhöhung bis 1500 fl.
Fux sagt: „Reutter sollte wie vorhin die 1200 fl. zugemessen
haben, die 300 fl. betreffend, weil es nur ein unzeitiges Begehren
scheint, kann ich nit einrathen. (VI. 218.)
Matteo Palotta, Priester. 1733 Febr. zum Compositor
vom Kaiser berufen für die kais. Kapelle „in einer Gattung Com-
position, welche ohne Orgel und Instrumenten pflegen abgesungen
zu werden". Fux sagt: „Weil von dergleichen Art Composition in
der kais. Kapelle ein ziemlicher Abgang ist und hierin nit ein jeder
Compositor reüssiert, dieser Palotta aber vermöge guten Funda-
ments hierzu „sonderbar tauglich wäre, so möge er mit 600 fl.
angestellt werden. [Wurde mit 400 fl. angestellt.] (VI. 209.)
Georg Christ. Wagenseil 1735. „Wann Ihro kais.
Majestät ja einmal einen Scholaren in der Composition aufzu-
234 Fux als Hofkapdllmeister. .
nehmen a. g. beliebten ^ so könnte ich pflichtmässig für diesen
Snpplicanten einrathen, weil Wagenseil nit allein schon dermalen
so gut als. andere Hoforganisten in der Orgel dienen könnte^
sondern auch nach den wahren Grundregeln des Contrapunktes
nit geringe Progressen gemacht hat, dergestallt^ dass von diesem
Subjecto in beiden , sowohl in der Orgel, als auch in der Com-
Position virtuose Dienste zu hoffen wären" . (VI. 234.)
1738 December. „Da dem alten Gebrauch nach einem
Scholar, der in seinem Studium so weit gelanget; dass er sich
getraue, virtuose Dienste zu leisten, und der Supplicant vor
andern in den Grundregeln des Contrapunktes zu schreiben sich
befleissigt'', so räth Fux zu seiner Anstellung als Compositor „um
so mehr, als durch denselben bei dermaliger licentioser Schreibart
die regelmässige Composition könnte erhalten werden. (VI. 250.)
[Wurde 1739 Februar mit 360 fl. angestellt.]
Giuseppe Bonno, 1737 März, welcher mit allerhöchstem
Gonsens nach Neapel gereist ist, um dort in Musik und Composition
instruiert zu werden, ist zurückgekommen und will Musices Com-
positor werden. „Weil ich nun aus des Supplicanten Compositionen
habe abnehmen können , dass er in den Giimdregeln des Contra-
punkts noch nicht genugsam unterrichtet ist, so ist meine Meinung,
dass er indessen als Hofscholar mit gewöhnlichem Gehalt aufge-
nommen und ihm aufgetragen werde , dass er in dem , was ihm
noch ermanglet, sich instruieren lassen soll". (VI. 242.)
1 738 4. December. Kommt um den Hofcompösitor-Titel ein.
„Da Ihro Majestät durch 3 Jahre hindurch verschiedene Compo-
sitionen des Supplicanten angehört, dafem solche A. H. Deroselben
zu gefallen das Glück gehabt haben möchten" könnte ihm der Titel
Compositor beigelegt werden. (VI. 251.)
Concertmeister.
KilianReinhard, 1 725 Concert-Dispensator und Concert-
meister, „ein hochmeritierter, alter Diener" (VI. 109) [braucht
einen Gehilfen.]
1728 April hat Seiner Majestät dem Kaiser ein von ihm mit
grosser Mühe und Emsigkeit verfasstes Diarium aller musicali-
schen Hofdienste überreicht. (VI. 157.) Fux empfiehlt dessen Ge-
such um Berücksichtigung seiner eventuellen Witwe und Töchter.
. Fux als Hofkapellmeister. 235
Andr. Amiller, 1722 von Fux als Noten-Copist empfohlen,
weil er dem verstorbenen Salki in das elfte Jahr im Copieren Bei-
hilfe geleistet, beinebens auch eine feine nnd correete Handschrift
hat (VI. 81.)
1729 April. Fux räth ein, dass dem Amiller die Stelle des
jüngst abgeleibten Concertmeisters Kilian Beinhard cum titulo
et vitnlo verliehen werde, jedoch mit dem Beding „dass er mit
dem Titel eines Concert-Dispensatoris sich begnügen lasse, indem
der Meister-Titel bei der Musik keinem mit Recht kann beigelegt
werden , welcher die Composition nit aus dem Grund versteht" ;
den Titel eines Musici möge er bekommen. (VI. 159.)
«
Organisten.
1728 Februar. „Vor dem waren nit mehr als 2 höchstens
3 Hofbrganisten, nach und nach ist aber die Zahl derselben bis auf
7 angewachsen, deren 5 noch wirklich dienen. Beinebens haben mir
Ihro kais. Majestät aufgegeben, selbe möchteii den Ueberfluss
der Organisten nach eines und des andern Ableben abgethan und
auf den alten Fuss gesetzt oder aufs meiste auf 4 stabiliert haben.^
(VI. 154.)
1733 Juni. „Dermalen sind nur zwei zum dienen taugliche
Organisten bei Hof«. (VI. 225.)
Reutter Georg sen. 1715 Juni kais. Organist hat die
Essential-Kapellmeisterstelle neben dem schon vorhin gehabten
Gnadenbild bei St. Stephan angenommen. (VI. 3.)
1 738 f. „hat allezeit virtuose Dienste geleistet und sonder-
bar mit Accompagnieren bei den Opern sich signalisiert.« (VI. 252.)
Gottlieb Muffat 1717-3. April fiofscholar, hat sich durch
„unermttdeten Fleiss und emsiges Studium fähig gemacht , dass
ihm nicht allein alle Dienste können anvertraut werden, sondern
dass er sich auch vor jedermann mit grossem Ruhme dürfe hören
lassen«. Fux schlägt ihn deshalb zum Hof Organisten vor, und
„möchte ihm zu seiner bevorstehenden Reise eine erkleckliche
Besoldung ausgeworfen werden.« (VI. 25.) ;
1723 März. Muffat, Hof- und Kammerorganist „wircl vor an-
dern wegen seiner erworbenen virttii mit Accompagnierung bei allen
Opern und Eammerfestinen verwendet, beinebens macht er seine
236 Fux als Hofkapellmeister.
Compositionen bei Hof mit Vergnügung Seiner Majestät hören."
(VI. 92.)
1733 17. Jänner. „Hat schon in das 18. Jahr nit allein in der
Kapelle, sondern auch bei allen Opern und Kanunerfestinen vir-
tuose Dienste prästiert, und . . . neben andern Meriten die Durchl.
Erzherzogin schon in das 6. Jahr in dem Ciavier informieret
ohne ein einziges anderes Emolomento, indem doch die übrigen
Informatores desshalben Besoldung oder aber andere Ergötzlich-
keit zu gemessen haben." (VI. 203.)
Anton Karl Richter 1715. Ich finde den Scolaren Anton
Karl Eichter noch nit qualificiert genug zu einem Hoforganisten,
daher erachte ich für nöthig, dass er vorhero noch mehr studiere
und bis zur besseren Perfection mit dem Scolarengeld sich zufrie-
den stellen möge." (VI. 6.)
1718 3. August. Fux findet ihn (zum Organisten) „capace,
gestalten er auch schon etliche Jahre dienet, weshalb Richter in
Ansehung seines Vaters seligen (Ferd. Tob. Richter, f 1711)
grossen Meriten mit der supplicierten Wirklichkeit consoliert
werde." (VI. 33.) [Wurde als Organist angestellt.]
1726. Gelegentlich eines Gesuches um Gehalterhöhung hebt
Fux Richter's eigene in das elfte und des Vaters in das 33. Jahr
treufleissige und besonders virtuose Dienste hervor. (VI. 126.)
Joh. B. Payer 1721 .„ehmals Organist der verstorbenen
Kaiserin- Witwe (Eleonora) ist ein guter Virtuos, hat auch im
langwährenden Dienst bei Ihrer Majestät sich Meriten erworben,
ausserdem in äusserster Armuth." Fux schlägt ihn zum Hoforga-
nisten vor. (VI. 67.) [Wurde nach Antrag angestellt.]
1727. leistet gute Dienste, besonders in der Kapelle.
(VI. 132.) .
1733. ist „ein vortrefflicher Organist, und leistet mithin in
der Kapelle sonderbar gute Dienste." (VI. 206.)
1733 f 11. April, war einer von den besten Hoforganisten.
(VI. 220.)
Franz Rusovsky, 1731, „etliche Jahr wirklicher Hoforga-
nist, leistet gleich andern Hoforganisten gute und virtuose Dienste,
dergestalt, dass niemal wider ihn eine Klag vorgekommen ist";
verdient Gehalterhöhung. (VI. 183.)
F u X als Hofkapellmeister. 237
Anton Werndle 1733, früher kais. Bassist, „aus Mangel
der Stimme ein weit besserer Organist als Singer." (VI. 225.)
[Wurde Organist.]
Bassisten.
1731 Februar. Gelegentlich zählt das Obersthofmeister- Amt
10 besoldete und noch dienstvermögliche Bassisten mit 2 — 4 —
500 _ 1080 — 1300 fl., zusammen 6680 fl. Gehalt auf. (VI. 178.)
Friedr, Götzinger, Bassist 1715, „hat für die Kapelle
eine sehr starke und ausgebige Stimme, der die Last der be-
schwerlichsten Dienste gar oft allein zu tragen hat, ist beinebens
einer von den fleissigsten Dienern." (VI. 10.)
Christ. Praun, Bassist 1721, „vor allen distinguiert, hat
sich in allen Opern, Kammerdiensten, Oratorien mit sonderbarem
Lob zu dienen qualificiert gemacht." (VI. 58.)
1727 „gibt an Emsigkeit und virtü keinem nach." (VI. 147.)
1736 „wie das erwähnte jedermann bekannt ist." (VI. 238.)
Math. H nett er, 1720, „ehmals Bassist der Kaiserin-Witwe
Eleonore, ist ein guter Virtuos^ und da von den kais. Bassisten
theils wegen Unpässlichkeit gar nicht mehr dienen, theils Alters
halber sehr abzunehmen beginnen", so empfiehlt ihn Fux zur kais.
Anstellung. (VI. 52.) [Wurde angestellt.]
Ignaz (Leop.) Piellacher, 1722 Bassist, „ehmals im
Dienste der Kaiserin- Witwe Eleonore, jetzt der regierenden kais.
Majestät ist wegen seiner starken und ausgebigen Stinune der
kaiserl. Kapelle sehr anständig." [Gehalterhöhung bis 500 fl.]
(VL 77. 96.)
AntonPöck,1724 November Bassist, „hat eine gute Stimm
und Capacität, singt beinebens auch manierlich und ist noch jung
von Jahren." (VI. 103.)
1733 ist ein guter Bassist. (VI. 216.)
1736 leistet schon 13 Jahre sowohl in der Kapelle als bei
der Tafel emsige und virtuose Dienste. (VI. 241.)
JosefMoser., 1728 kais. Hof-Scolar Bassist , „hat gleich
anfangs da er die Hofkapelle zu frequentieren angefangen, die
Kapell- und Tafeldienste gleich andern kais. Bassisten emsig und
mit Ihro kais. Majestät 'Zufriedenheit verrichtet und seither immer
mehr sich perfectioniert. Er möge mit 500 fl. angestellt werden,
238 F u X als Hofkapellmeister.
doch dass er daneben das Cimbalo erlernte, damit er zu Haus bei
seinem Studio sich selbst acoompagnieren lerne, auch seinen Lehr-
meister Cristoph Praun noch femer practiciere." (VI* 153.)
1729 seit 5 Jahren Hofscolar Bassist, „obwohl ohne sonder-
bare Tiefe hat eine gute ausgebige Stimme, singt beinebens sehr
manierlich und dergestalt fein, dass, als ich ihn kürzlich in der
Kirche habe singen hören, geglaubt habe, es sei dessen Meister
(Chr. Praun) selbst, gestalten er auch seiner Qualificierung halber
mit Oratorien und welschen Cantaten-Singen bei dem Tafeldienst
genugsam Prob abgelegt hat, auch fest in der Musik gleich
anfangs wie andere wirkliche kais. Bassisten hat angefangen zu
dienen. (VI. 165.)
'Anton Ign. Werndle, 1724, durch 1 7 Jahre Hofscolar.
Fux räth nicht ein die erledigte Bassistenstelle zu verleihen, wohl
aber da er für einen Scolaren ziemlich bei Jahren, ihm die
Wirklichkeit mit einer kleinen Zulage zu bewilligen. (VI. 104.)
Marco An t. Berti, Bassist, 1724, kann mit SOThlr. monat-
liche Besoldung nicht auskommen. (VI. 97.)
1729. „So viel kann ich bekräiftigen, dass Berti ein Funda-
mental-Musicus ist, mithin nit allein in der Kapelle bei den Con-
trapunktbttchem, sondern auch vermöge der Sprache bei der
Tafel und andern Functionen gute Dienste prästiere." (VI. 160.)
1734 „ist ein guter fundamentaler Musicus, dient schon lange,
ist verheuratet und sein- bedtlrftig." (^^. 229.)
1 736 „ist ein guter und fester Musicus, leistet sonderlich in
den Functionen, welche ohne Orgel abgesungen werden, vor
andern gute Dienste, hat 18 Jahre allhier und eine Zeitlang auch
in Spanien gedient." (VI: 239.)
Tenoristen.
1719 die kais. Kapelle hat an nichts mehr, als an Tenoristen
Abgang. (VI. 42.)
1 720 kfein gei-inger Abgang in Tenoristen. (VI. 60.)
TomasoBigelli, Tenorist 1715 Juni, „hat eine wofalaus-
gebende Stimme für die Kapelle." (VI. 8.)
Jo^efTimmer, 1719 April, gew, kais. Hofscolar, kommt
um die Tenoristenstelle ein. „Er ist nit allein ein sicherer Singer
sondern auch ein guter Violinist." (VI. 42.) [Wurde angestellt.]
Fux als Hofkapellmeister. 239
1*722 April y,i8t ein guter nnd der kais. Kapelle sehr an-
ständiger Virtuos.« (VI. 70.)
1733. Tenorist mit 700 fl. Gehalt sucht um Gehaltserhöhung
an. Wird von Fux nicht dazu vorgeschlagen, weil ein anderer
Tenorist in der kais. Kapelle von gleicher Besoldung sich befindet,
welcher ihn Timmer an Gttte der Stimme und Emsigkeit weit
übertrifft. (VI. 219.)
Giulio Cavalletti, Tenorist 1723 März, wvxAe zu König
Karl m. von Rom nach Barcelona berufen, „allwo er sowohl als
Musicus so wie auch als Vice - Kapellmeister zu Ihro Majestät
höchsten Vergnügung emsige. Dienste prästiert hat", auch ,,von
Ihrer Majestät der regierenden Kaiserin, welche er in der Musik
zu informiereil schon in Barcelona die höchste Gnad gehabt hat,
ist er hieher berufen worden", — sucht Alters halber die Jubilie-
rungen. (VI. 86.) [Wurde gewährt.]
Christian Payer, 1731 kais. Tenorist, „einer von den
besten Tenoristen, ja ich darf sagen in der Kapelle prästiert er
wegen seiner vortrefflichen Stimme vor allen andern gute Dienste,
auch mit Singen welscher Cantaten sich distinguierend." (VI. 187.)
Mathias Oettl, 1720 October „ehmals Kapellmeister der
f Kaiserin- Witwe Eleonore, will kais. Tenorist werden, leistete
auf kais. Befehl schon ein halbes Jahr Kapellendienste", wird von
Fux zur angesuchten Stelle empfohlen [und angenommen]. (VI. 50.)
Gaetano Borghi, Tenorist 1721 November«, wurde vom
Kaiser ohne das Einvernehmen von Fux angestellt. (VI. 65.)
Ignaz Finsterbusch, Tenorist 1727 Juni, hat seit dritt-
halb Jahren Zutritt zur kais. Hofmusik aber ohne Gehalt, sucht
die Wirklichkeit und einen Gehalt an. „Weil Finsterbusch damals
eine ziemlich schwache Stinmi und Brust gehabt, obwohl sonst die
Art zu singen gut ist, ich aber seither meiner Unpässlichkeit in
der Kapelle ihn nicht habe singen hören" ... so enthält sich Fux
des Bathes und compromittiert auf den Kaiser. (VI. 134.)
Altisten.
■
1729 Aug. „Von keiner Stimm ist ein grösserer Abgang als
an Contralten, indem kaum 3 oder 4 in concerto Dienste prä-
stieren können, die Übrigen nur in pleno zu brauchen sind."
(VI. 164.)
240 Fax als Hofkapellmeister.
1732 Mangel an Contralten. (VI. 194.)
Gaetano Orsini, Contraltist 1727. Fux lobt ausnehmend
die „vortreflfliche Schule des Gaetana Orsini, welche heutigen
Tags fast allein die wahre Singkunst emporhält." (VI. 131.)
Lorenzo Masselli, 1723 15. December Altist, hat
früher freiwilUg auf seinen höheren Gehalt verzichtet, als er
dienstunfähig wurde. Fux rühmt deshalb dessen zartes Ge-
wissen und fast niemalen erhörte Gutheit. (VI. 88.)
Pietro Galli, Musico contralto 1732 April, kommt ein
in kais. Dienste aufgenommen zu werden. „Obwohl er Galli noch
nit franco in Musica ist, doch weil er eine gute ergebige Stimm
hat und Mangel an Contraltisten ist. . . so möge er aufgenommen
werden, doch dass ihn die Wirklichkeit nit hindern, sondern
mehr Anlass geben soll , sich zu perfectionieren." [Wurde ange-
gestellt.] (VI. 194.)
Filippo Antonelli, Contralto 1734 Jänner, „wurde von
seinem stabilierten Dienste von M. Loretto* hieher berufen, ist
auch für die kaiserliche Kapelle sehr nöthig, auch tauglich". Fux
schlägt ihn daher zur Anstellung vor. [Wurde angestellt.] (VI. 237.)
Giuseppe Appiani, Musico Contralto 1739 December,
welcher vor Ihro kaiserlichen Majestät mit Dero gusto sich hören
zu lassen die Gnade gehabt, ist ein Virtuos di prima sfera und
zur Bestreitung der Hofdienste höchst nöfliig." [Nach Antrag mit
150 fl. monatlich angestellt.] (VI. 259.)
Sopranisten.
1717 seit 2 Jahren Mangel an Sopranisten. (VI. 24.)
1727 ein merklicher Abgang an Sopranen. (VI. 135.)
^ 1733 grosser Mangel an Sopranen. (VI. 222.)
Domenico Tollini, Musico Soprano 1717 April, bittet zu
wiederholtenmalen um Jubilierung, und verlangt „für seine Ab-
fertigung seiner angebomen Modestie nach nichts anders als den
speciosen Titel eines kaiserlichen Musici behalten zu können.
(VI. 24.)
Giovanni Vincenzi, Soprano 1721, konunt um Gehalt-
erhöhung bis 80 Thaler monatlich ein; Fux räth ein sie zu be-
willigen, weil „andere seines Gleichen, die noch nit so lang dienen,
dergleichen Besoldung gemessen." (VI. 59.)
Fux als Hofkapellmeister. 241
1 726 konunt um erneute Erhöhung bis 100 Thaler monatlich
ein. Fux sagt: „Wenn nun dieser Supplicant allein und ohne
Familie sich befindet, glaubte ich, er knnnte mit 80 Thaler
monatlich gar fein und ehrlich leben: es wäre dann, dass Ihro
Majestät ans besondem Ursachen ihn auf angesuchte Weis wollten
consolierter haben. ^ (VI. 123.)
Giuseppe Monteriso, Soprano 1721 sucht eine Oehalt-
erhöhungan. Fuxurtheilt: „Wann 'dieser Supplicant in den kais.
Dienstyerrichtung«n sehr emsig, auch diesen mehr und mehr habil
zu machen, eifrigst sich lässt angelegen sein, benebens auch
andere, welche das zu prästieren nit yermöge|^, was er Monteriso,
doch viel höhere Provision geniessen", so trägt Fux auf Zulage
bis 50 Thaler monatlich an, „durch welche höchste Genad sowohl
er als auch andere zu fernerem Studio und emsigen Dienstver-
richtungen würden angefrischt werden." (VI. 66.)
1724 Juli als er wiederholt um die Erhöhung einkommt,
sagt Fux, dass er „vermög seiner Befähigung und Emsigkeit weit
erspriesslichere Dienste leistet, als viele andere, welche 50 Thlr.
monatliche Besoldung gemessen." (VI. 100.)
1733 Apr. „Monteriso ist nach Domenico Genuesi dennalen
der beste Sopran, auch treffen Monteriso bei jetzigen grossen
Mangel die meisten Dienstfatiguen." (VI. 222.)
1734 März „dient schon lange und emsig und ist fast der
einzige, auf den man sich in der Kapelle in jedem Falle zu ver-
lassen hat", daher Fux auf Gehalterhöhung bis 1400 fl. anträgt.
[Erhielt sie.] (VI. 231.)
1718 „Domenico Genuesi Soprano ist von einer sehr
guten und starken, auch annehmlichen Stimme, beinebens «icher in
der. Musik, noch jung von Jahren, also dass er nit allein in der
KapeUe, sondern auch in teatro und allen Begebenheiten gute
Dienst leisten wird." Fux räth zu seiner Aufnahme in die kaiser-
lichen Dienste mit 80 Thlr. monatlicher Besoldung. [Nach Antrag
aufgenommen.] (VI. 30.)
1733 April, Fux sagt, er sei „der beste Sopran der Hof ka-
peile." (VI. 222.)
Giovanni Carestini, Soprano 1724 wurde vom Kaiser
liieher berufen. Fux findet ihn „für die kais. Hofkapelle und
Köehei, J. J. Fax. 16
242 Fux als Hofkapellmeister.
andere Dienste branchbar. ^ [Wurde mit 80 Thlr. monatlich anf>
genommen.] (VI. 93.)
Giacomo Yitali; Soprano 1727 nach Wien berufen, um
mit 1000 Thlr. Besoldung aufgenommen zu werden. Fux findet :
^er sei ein guter Virtuos (wann er in der Kapelle, wo ich ihn nit
hab hören können, eben so gut ist, als in camera und teatro.)
[Wurde angestellt.] (VI. 135.)
Pietro Petazzi, Soprano 1 722 sucht an, als Hofscholar
anzukommen ; Fux empfiehlt ihn dazu, „da der Supplicant schon
ttber ein Jahr die kaiserliche Kapelle frequentiert, auch gute
Hoffiiung von siq)i gibt, beinebens ein Abgang an Sopranen
besteht.« (VI. 69.)
Feiice Salimbeni, Soprano 1733, wurde vom Kaiser,
ohne Fux darüber zu vernehmen, als Hofsänger mit 1000 Thlr.
Gehalt angestellt. (VI. 226.)
Sängeriueu.
1731 December waren beiHof besoldete Sängerinen: Scon-
jans = 2700 fl., Schulz sammt Mann 1200 fl., Borrosini 1800 fl.,
Borrosini 400 fl., Contini 4000 fl., Schnautz 720 fl., Holzhauser-
Beutter lOOOfl. (nächstens 1500fl.), zusammen 13.440fl. (IV. 198.)
Maria Monica Hillverding, 1720. Joh. B. Hillverding,
deutscher Comicus kommt ein, dass seine Tochter von 11 Jahren,
Maria Monica als Hofscholarin in der Singkunst aufgenommen
werde. „Weil nun die zwei gewöhnlichen Hofcantatrici schon
mehr im Ab- als Aufoehmen sich befinden, und dergleichen in
Italien dermalen sehr rar, mithin gar zu pretios sind, dieses des
Supplicanten Töchterl aber eine gute Disposition spttren lässt,
auch in der Musik einen ziemlichen Progress gemacht hat, ^uch
des theatri schon in etwas kundig ist , beineben auch die Gnade
gehabt hat, von Ihro Majestät gehört zu werden", so trägt Fux
auf Bewilligung des Ansuchens an. (VI. 49.)
Anna d'Ambreville, Cantatrice 1724 JuM, kommt ein
um Erhöhung ihres Gehaltes von 80 auf 100 Thaler monatlich.
,, Weil nun die meisten kaiserlichen Virtuosen von der ersten Linie
100 Thlr. monatlich geniessen, die Sängerinen aber jederzeit
distinguiert worden sind mit 3 — 4000 fl. jährlicher Besoldung^ ,
so ^IH^bpIflMI Mf Bewilligung des Ansuchens. (VI. 101.)
Fux als HofkapellineiBter. 243
1725 A. kann unter 100 Thlr. monatlich nicht leben. Fnx
stimmt für die angesnchte GehalterhOhnng^ „weil sonst eine
andere^ welche vielleicht auch nit viel virtuoser sein würde, wohl
mit doppelten oder dreifachen Spesen mttsste unterhalten wer-
den.^ (VL 111.)
Lucrezia Panizza, Cantatrice 1723, des verstorbenen
6iov. Pietro Panizza, gewesenen Burggrafen zu Trient hinter-
lassene Tochter „gibt an, dass sie in einer Oper gesungen habe,
worüber Ihro kais. Majestät Wohlgefallen hätte verspüren lassen,
auch auf kais. Befehl in Abgang anderer Parte hätte auswendig
studieren müssen. Sie kommt daher ein, in wirkliche kais. Dienste
aufgenommen zu werden mit einer geringen Provision, dass selbe
das Leben durchbringen könne. Da es sich nun zum öftem
ereignet, dass ein oder anderer Sänger oder Sängerin durch
Katarrh oder andere Umstände verhindert die Parte zurück-
schicken , mithin die Oper oder andere Dienste ihren Fortgang
nit haben können, diese Supplicantin aber capace ist, gar in
einer kurzen Zeit einen Parte auswendig zu lernen", so räth
Fux, dieselbe mit 400 fl. jährlich aufzunehmen. [Wurde aufge-
nommen.] (VI. 91.)
Anna Barbara Bogenhofer, Sängerin 1727. Jänner
„aus der vortrefflichen Schule GaetanoOrsini, nachdem sie sowohl
in Opern, als auch andern Begebenheiten bei dem kais. Hofe
öfters ihre Prob mit nicht geringem Lob erwiesen, komtnt ein,
als wirkliche kais. Sängerin aufgenommen zu werden. Wann nun
diese Supplicantin neben der guten Stimm und Capacität nicht
eine geringe virtü schon erworben hat, auch zu hoffen ist, dass
durch die vortreffliche Anfbhrung ihres Lehrmieisters eine von
den besten Sängerinen mit der Zeit werden wird, als ist meine
wenige, doch zum kais. Dienst erspriessliche Meinung, sie Rogen-
hofer möchte mit 40 Thlr. monatlich ad interim in die Wirklich-
keit aufgenommen werden, zur Consolation auch des Lehrmeisters,
welcher diese seine Scholarin bisher nit allein gratis informieret,
sondern auch auf seine eigenen Unkosten mit aller Nothdurft
verpfleget hat. (VI. 131.) [Wurde mit 400 fl. jährlich als Hof-
scholarin aufgenommen.]
1727 Juni wiederholt ihr Gesuch um wirkliche Anstel-
lung. Fux beruft sich auf sein früheres Parere, und auch ihr
16*
244 Fux als Hofkapellmeister.
Lehnneister Gaetano Orsini findet sie „nit allein capace, solche
Stelle zu vertreten, sondern auch zum kais. Dienst nöthig zn sein.^
Fux wiederholt seineu früheren Antrag auf 40 Thaler monatliche
Besoldung mit dem Anfang von 1726. (VI. 136.) [Erhielt das
Placet des Kaisers.]
1733. Rogenhofer - Schnautz kommt um Erhöhung des Gre-
haltes bis 1200 fl. ein. Fux stimmt bei. (VI. 223.)
Marianna Lorenzoni (Conti), Cantatriee 1726 August.
Nachdem Ihre kais. Majestät sich belieben haben lassen, selbe
in Dero Dienste zu nehmen mit 4000 fl. jährlicher Besoldung,
kommt a. u. ein um ihre Expedition. Dass also ich meines Ortes
nichts beizutragen habe, als einer hohen Obrigkeit sdches ge-
horsam zu hinterbringen. (VI. 119.)
Theresia Holtzhauser, 1728 Februar, „welche in Opera
und verschiedenen Begebenheiten bei Hof ihre Prob gesungen
hat, kommt ein als wirkliche Sängerin angestellt zu werden.
Da nun diese Supplicantin mit einer ohne allen Mangel trefflichen
Stimme begäbet, beinebens auch in der Musik dergestalt fest und
sicher ist, dass sie prima vista, fast alles singen kann, welches ihr
wenige Sängerinen nachthun können, mithin zu der Musik geboren
scheinet, als ist meine wenige, doch zu Ihro kais. Majestät Dienst-
beförderung hauptsächlich zielende Meinung, sie Holtzhauser
möchte in die, wirklichen Dienste aufgenommen werden, auf das
wenigste mit 40 Thalem monatlicher Besoldung. (VI. 156.)
1728 10. December wiederholt ihre Bitte um Anstellung.
Fux beruft sich auf sein irttheres Parere und fügt hinzu , „dass
die Supplicantin von einer vortrefflichen , und durch eine Exten-
sion von drei Octaven gleichen Stimme, guten Triller und beson-
deren talento, benebens auch, welches bei den Sängerinen sehr
ungemein ist, vollkommen fest in der Musik sei , dergestalt , dass
selbe viel beitragen würde zur Verbesserung der kais. Theatral-
und Kammermusik*, um so viel mehr, als selbe noch jung, mithin
innner besser werden kann." [Wurde mit 750 fl.. angestellt.]
(VI. 158.)
1730 September konunt um Erhöhung ihres Oehaltes auf
1000 fl. ein. Fux stimmt dem Gesuche bei, „da fast keine von
den Sängerinen ist, welche alles prima vista zu singen capace ist,
gleich diese Sängerin prästieret. (VI. 171. 172.) [Wurde genehmigt.]
Fux als Hofkapellmeister.. 245
1732 Februar kommt um Erhöhung ihres .GehalteB auf
1500 fl. ein. Fux meint ^ es wllrde für ihre Meriten nit viel sein,
wenn ihr Gehali bis zu diesem Betrage erhöht würde. — Die
Cöneertations-Commission fügt hinzu, dass andere, die ihr in virtti
niebt beikommende kais. Sängerinen, namentlich die mit 1800 fl.
stipendierte Borrosini und die mit 1620 fl. jährlichen Gehaltes
begnadigte Perroni eine weit grössere Besoldung als die Suppli-
cantin gemessen. [Nach Antrag genehmigt.] (VI. 192.)
1734 December kommt ein, der Sängerin Pisani, die jünger
als sie im Dienst und 3000 fl. erhalten habe , gleich gestellt zu
werden. Fux findet das Gesuch billig, um so viel mehr als die
Reutter (Holzhauser) an Festigkeit der Musik der Pisani weit
überlegen ist. (VI. 233.)
1737 Mai dankt lUr die allermildest geschenkten 4000 fl.,
womit sie jedocli«käum ihre Schulden habe bezahlen können,
und bittet um Vermehrung ifires bisherigen Gehaltes von 1500 fl.
Fux meint, „weil diese Supplioantin nit allein alle kais. Hofdienste
gleich den vorigen vornehmsten Sängerinen, welche eine jähr-
liche Besoldung von 4000 fl. genossen haben, verrichtet, sondern
auch selbige an Festigkeit in der Musik weit übertrifil , folgsam
gleichmässige Besoldung anhoffen könne, dass sie wegen der
jetzigen schweren Zeiten sich mit der Besoldung der Hofsän-
gerin Scoonjans von 2700 fl. begnügen werde." [Der Kaiser bewil-
ligte eine Erhöhung bis 2500 fl.] (VI. 247.)
Barbara Pisani, Sopramsta 1731 December, kommt ein
in die kais. Dienste aufgenommen zu werden. Fux meint: „Weil
diese Virtuosin eine vortrefBiche Stimm und eine gute Art zu
singen habe, so habe sich Se. Majestät dem Vernehmen nach
entschlossen, sie in Ihre Dienste aufzunehmen, lieber die Be-
soldung weigert sich Fux etwas auszusprechen, weil er nicht
wisse, wie -stark sie in der Musik sei, und wie sie sich auf
dem Theater aufführen werde. [Wurde mit 1500 fl. angestellt.]
(VI. 189.)
1733 Februar kommt wegen Schulden um Erhöhung ihres
Gehaltes von 1500 fl. ein: Fux räth wegen Kürze ihrer Dienst-
leistung nicht ein. (VI. 208.)
1734 März konmit abermals um Gehalterhöhung ein. Fux
meint : „Weil diese Supplicantin mit einem ordinari accresciment
246 Fux als Hofkapellmeister. .
nit züirieden sein wird^ ihr auch nicht geholfen würde , und anf
ein grosses Quantum wegen der Folgen nit einrathen könne , so
mtlsse es auf den Ausspruch des Kaisers ankommen.^ (VI. 228.)
1734 Juli erklärt ohne 3000 fl. Gehalt könne sie nicht aus-
kommen. Fux meint mit Rücksicht auf andere Sängerinen ; die
3.1—4000 fl. genossen haben y möge man auch der Bittstellerin ihr
Verlangen gewähren. (VI. 232.)
Violinisten.
Peter Schmelzer, kais. Violinist 1729 December, ist
wegen stropierten Fingers gar nicht mehr dienstfähig (VI. 167),
ebenso ganz oder grösstentheils unfähig sind die Violinisten:
Jos. (Joh. Jacob?) Hof er wegen Kränklichkeit, und Johann
(Jos.?) Franck altershalber, Nicolo Matteis, Paul Al-
ber wegen hohen Alters, Ferdinand Lemberger wegen
geschwundenen Armes, Nicola Angropoli wegen Krankheit
in Italien, Karl Hartmann wegen blöden Gesichts, Josef
Fasching stropiert, Leo.pold Libano ebenso. (VI. 167.)
* Joh. Alber, kais. Violinist 1733 Jänner sucht um Gehalt-
erhöhung an. Fux stimmt bei , „da des Supplicanten grosse Be-
scheidenheit in Consideration zu ziehen ist, dass er durch so
viele Jahre um kein accresciment eingekommen ist, welches ver-
mög seiner so emsigen und guten Dienste er gar wohl hätte thun
können." (VI. 200.) [Genehmigt.]
Franz Eeinhard, kais. Violinist 1722, gegen 22 Jahre,
ist ein distinguierter Virtuos. (VI. 74.)
Ferd. Woller, 1726 gegen 20 Jahr kais. Violinist, macht
ein Ansuchen um Gehalterhöhung, das Fux sehr billig findet.
(VI. 124.)
Johann Otto Eosetter, 1727 durch 20 Jabre kais.
Violinist von besonderer virtü. (VI. 145.)
Karl Tomaso Piani 1718 dient als kais. Violinist emsig
seit einem Jahre, und hatte in Baiem weit mehr als 30 Thaler
monatlich. (VI. 29.) [Wurde mit 75 fl. monatlich angestellt.]
1726, erhielt gelegentlich seiner Verheuratung vom-Kaiser
eine Erhöhung des Gehaltes bis 90 fl. monatlich. (VI. 113.)
Leopold Libano 1721 durch drei Jahre kais. Violinist
ohne Gehalt , war früher Hofscholar, ist ein guter Virtuos und in
Fux als Hofkapellmeister. 247
kaig. Dienet gar wohl zn gebrauchen. Fnx schlägt ihn fhr die
wirkliche Anstellung mit 30 Thlr. monatlichem Gehalt vor. [Nach
Anirag angestellt.] (VI. 62.)
. 1729 wurde im Dienst bei einer Fahrt nach Laxenburg ein
Krüppel, bittet um Erhöhung seines Gehaltes um sich eines
Wagens bedienen zu können. Fux räth, da Libano einer von den
besten und emsigsten Violinisten ist, auf eine jährliche Gehalt-
erhöbung von 100 fl. (VI. 161.)
Joh. Ign. Angermayer 1722December Hofscholar, „hat
sich dergestalten in der Violin qualificiert gemacht, dass er
schon durch etliche Jahr gleich andern wirklichen Hof- Violini-
sten seine Dienste prästieret. ^ Fux schlägt ihn zum wirklichen
Hofnolinisten mit 500 ' fl. Gehalt vor. ptVurde mit 450 fl. ange-
stellt.] (VI. 79.)
1726 September bittet er aus Mailand, wo er um die Com-
position zu studieren sich aufhielt und .ausser seinem Gehalt von
1600 fl. bis 5000 fl. Schulden gemacht habe, um Aushilfe in
seiner bedrängten Lage. Fux nennt ihn einen jungen verderbten
Menschen, der nicht um zu studieren , sondern von seinen Gredi-
toren gedrängt wegen unntltz gemachter Schulden von 3000 fl.
sich von Wien geflüchtet habe, wesshalb F. von sich weist auf
Unterstützung anzurathen. (VI. 123.)
Franz Josef Timmer, 1727 December „seit 1718 wirk-
licher Hofviolinist zugleich Musicus der Kaiserin- Witwe Eleonore
ist einer von den emsigsten Dienern, dergestalt, dass er sich
rühmen kann, nie einen Dienst ausgelassen zu haben.^ (VI. 149.)
1730, wiederholt sein Gesuch um Gehalterhöhung, Fux sein
Parere. (VI. 175.)
1732, T. entleibte sich aus Trübsinn. Fux rühmt noch nach
seinem Tode , dass er dem kais. Ofchestro trefflich angestanden
sei. (VI. 197.)
Bernhard Ziller 1736, 17 Jahre kais. Hofviolinist kommt
um Gehaltverbesserung ein. Wird auf spätere Zeiten vertröstet.
(VI. 240.)
Johann Georg Hintereder, 1718 Juni „Se. Majestät
haben resolviert den Violinisten H. in Dero Dienste aufzunehmen.
Als Gehalt schlägt Fux 30 Thlr. monatlich vor, wenn Ihre Majestät
248 Fux als HofkapellmeiBter.
nicht in Ansehung der virtü des Snpplicanten ihn mit etwas mehr
begnaden wollen." (VI. 31.)
1723 kommt um Gehalterhöhung ein, weil er heuraten will.
Fux stimmt bei, „da Snpplicant nit allein durch seine virtü und
emsige Dienstleistung^ sondern auch durch sein PriTatstudinm
sich distinguieret." (VI. 83.)
1731 ein ähnliches 6esu<;h. Fux begutachtet beisthnmend^
„weil der Supplikant einer von den stärksten in der Musik unter
allen kais. Violinisten ist, massen er auch in der Composition
gar wohl erfahren ist." (VI. 185.)
1733, ein gleiches Gesuch befürwortet Fux in gleicherweise.
(VI. 221.)
1740 März H. ist in Schulden gerathen und bittet um Au&-
hilfe. Fux empfiehlt ihn als einen der virtuosesten und in kais.
Diensten emsigsten Violinisten. (VI. 260.)
Franz Karl Pernember, 1726 Violinist, „welcher wegen
seiner virtü unter die ersten kann gezählt werden, wird von Fux
empfohlen, dass auf ihn wegen seiner virtü und eigenen Ver-
dienste, auch wegen der meriten seines Vaters, der über 20 Jahre
als kais. Hoftrompeter dient , bei Besetzung eines Platzes reflec-
tiert werde. (VI. 117.)
1727 kommt um eine kais. Violonisten-Stelle ein. Fux räth
nicht dazu ein, weil er den Violon nur per accidens spielt, denn
Fux kann nicht verwilligen , dass ein so guter Violinist in einen
schlechten Violonisten sollte verwandelt werden. (VI. 140.)
1731 März kommt um Erhöhung seine» Gehaltes von
400 fl. ein. Fux schlägt für ihn , der einer von den besten kais.
Violinisten und überhaupt ein grosser Virtuos auf seinem In-
strumente ist, wenigstens, 100 fl. jährliche Aufbesserung vor.
(VI. 184.)
1732 bittet neuerdings um Gehalterhöhung, weil er in Schul-
den bis über die Ohren stecke. Ungeachtet F. von den jüngeren
Violinisten, auch erst unlängst ihm 60 fl. sind zugelegt worden,
so meint Fux, „weilSupplicant ein guter Virtuos und in äusserster
Noth ist, so könnten ihm doch noch 80 fl. aus Gnade zugewiesen .
werden. (VI. 196.)
Filippo Salviati, 1718 December. „Weil dieser Knab
noch in so jungen Jahren ein sonderbares Naturell in dem Violin
Fnx als Hofkapellmeister. 249
spüren lässt nnd Ihre kais. Majestät ihm ein allei^ädigstes con-
tentö gezeigt haben^, so schlägt Fax denselben zum Hofscholaren
vor. (VI. 38.)
1721 April bittet als Hofscholar zu seiner Fortbildung nach
Italien reisen zu dürfen. Fux stimmt für ein Reisegeld, da die
hiesigen Meister keinen Scholaren in Kost und Wohnung nehmen,
welches doch sowohl zur Information als Education höchst noth-
wendig ist; sonderlich bei diesem Supplicanten, welcher wegen
seines frischen und feurigen Geistes niemals aus des Lehrmeisters
wachsamen Augen gelassen werden solle. (VI. 54.)
1727 November kommt, „nachdem er als Hofscholar fast neun
Jahr dem Studio in Violin und Contrapunkt unter Anführung der
berühmtesten Meister in Italien mit grosser Emsigkeit obgelegen
sei und zur Bestreitung der Unkosten seine assignierte Provision
nit zulänglich gewesen'^ — um die Wirklichkeit ein. Fux schlägt
ihn dazu vor, „als einen Hofscholaren, der sich capace gemacht,
virtuose Dienste zu prästieren." [Wurde angestellt.] (VI. 142.)
Joh. Ernst Muffat 1728 Violinist unter Kaiser Josef I.,
später (1714) reduciert, bittet um kais. Wiederanstellung. Fux
empfiehlt seine Bitte, da er bereits seit 14 Jahren vertröstet wurde
und er noch der einzige unconsolierte ist. (VI. 156.)
1730 kommt neuerdings um Wiederanstellung ein, die Fux
warm befürwortet. (VI. 169.) [Wurde angestellt.]
Johann Paul Hammer, 1729 August in das achte Jahr .
VioUnista supemumerarius kommt um die WirkHchkeit ein. Fux
kann ihn dazu nfcht vorschlagen, aber sagt, dass er lange emsig
und fleissig dient und wegen der vielen impotenten Violinisten
der Hofkapelle sehr nöthig .wäre. (VI. 166.) [Wurde 1732 an-
gestellt.]
Ferd. Grossauer, 1732 April Violinist bittet in die kais.
Kapelle aufgenommen zu werden. Fux sagt von ihm: „Dieser
Supplicant ist «in sehr guter Virtuos, welcher eine treffliche
areada, gute Intonation, perfectes Tempo und musicalisches Ge-
hör hat^, und empfiehlt ihn zur Aufnahme. [Wurde nach Antrag
aufgenommen.] (VI. 193.)
IgnazSt«dlmann, 1735 kais. Hofscholar 4n Violin kommt
um die Wirklichkeit ein. Fux räth dazu, „weil der Supplicant nit
allein genügsame Fähigkeit für einen wirklichen Violinisten hat.
250 Fux als Hofkapellmeister.
sondern wohl auch ein Virtuos kann genannt werden.^ [Wurde
angestellt.] (VI. 235.)
1737 kommt um Gehalterhöhung ein^ wozu Fux beistimmt,
^als derselbe ein Virtuos ist, so unter die besten zu rechnen ist.^
(VI. 244.)
KarlJos. Denk, 1731 bisher Balletspieler bei Hofe, Sohn
der Amme des Kaisers , bittet Hofscholar zu werden. Fux befür-
wortet diess, ,,da dieser Jüngling schon alle Dienste gleich andern
kais. Violinisten zu verrichten capace ist." (VI. 190.)
Violoncellisten.
Job. Gramme r, 1722 October in die 22 Jahre kaiserlicher
Violoncellist kommt um Vermehrung seiner Besoldung von 460 fl.
ein. Fux trägt an auf Erhöhung bis 600 fl., „weil er wegen Em-
sigkeit im Dienen und christlichen Lebenswandels andern zum
Exempel dienen kann, auch unlängst durch eine kostbare Krank-
heit völlig in Ruin kommen ist." (VI. 76.)
Franz Peter Schnautz, 1719 will als kaiserlicher Vio-
loncellist aufgenommen werden. Fux findet ihn dazu geeignet,
„da er sich bereits bei allen Hofdiensten mit seinem Violoncell
brauchen liess und er auch ein guter Virtuos auf diesem Instru-
ment igt." [Wurde angestellt.] (VI. 43.)
Giovanni Ferroni, 1725 bittet um Gehalterhöhung, da
^r Freunde in Mailand erhalten müsse und Schulden habe. Fux
begutachtet : ,,Ich lasse dieses Supplicanten Schulden und Fami-
lia an seinen Ort gestellt sein ; was aber dessen wtü und Dienst-
verrichtungen anbelanget, muss ich bekennen, dass an Emsigkeit
und unermüdenden Fleiss bei allen Diensten er andern zu einem
Exempel sein könne." (VI. 115.)
Franz Karl Drenger, 1718 hat als Flötist dem Kaiser
gefallen, bittet um Scholarengehalt, um seine Studien fortsetzen
zu können. Fux bemerkt: „Weil ich jüngst, da er sich abermals
bei der Tafel hören liess ein sonderbares Naturell hab abnehmen
können, so möge der Supplicant mit so viel consoliert werden,
dass er in Neapel in einem Conservatorio sein Studium fortsetzen,
und das Violoncell, welches nöthiger, als die Flöte, erlernen
könne." (VL 28.) [Wurde 1725 kais. Violoncellist.]
Fux als Hofkapellmeister. 251
VioloDisten.
1722. „Weil Supplicant (K. J. Gigl) den Violon nur per ac
cidens ein wenig streichen kann, finde ich ihn bei den dermal
Üblichen so schweren Bässen gar nicht tauglich flir einen
kais. Hof-Violonisten. (VI. 68.)
Andreas Freitig, 1719 f kais. Violonist, „hat in die 32
Jahre dem Durchl. Erzhaus von Oesterreich emsigst gedient."
(VI. 45.)
Anton SchnautZ; 1720 kais. Violonist. Fux ist für seine
Gehalterhöhung; weil er einer von den emsigsten Dienern ist.
(VI. 48.)
1727. „A. Schnautz, durch viele Jahre mit grössten
Ruhme kais. Violonist ist in erbarmungswürdige Armuth verfal-
len, dergestalt, dass er sein Weib sanunt fünf kleinen Kindern aus
Mangel nothwendiger Kleidung &uf ein Dorf hinauszugeben ist
gezwungen worden, er selbst aber aus Furcht des Personal-
Arrestes mehrentlieils flttchtig geht. Wann nun höchst zu be-
dauern ist , dass ein solcher Virtuos , dergleichen kaum mehr zu
hoffen ist verderben sollte", so räth und bittet Fux für ihn um
kräftige Aushilfe. (VI. 148.)
Franz Peter Schnautz, kais. Violoncellist 1722 18. April,
sucht an Violonist zu werden. Fux trägt darauf an, „da der Sup-
plicant den Violon auch sehr wohl spielet, und an Violoncellisten
ohnehin kein Abgang ist". (VI. 72.) [Wurde Violonist.]
1731. „S. hat schon 16 Jahr die kais. Instrumentenkam-
mer unentgeltlich verwaltet, auch ist ihm seit 1722 den Vio-
lon zu spielen aufgetragen worden , mithin habe er keine Woche
frei, weil sonst nur ein Violonist dermalen beständig vorhanden
ist, indem der aus Spanien gekommene Violonist Domenico
Apuzzo wegen schlechten Gesichts wenig mehr dienen kann." Fux
findet daher sein Ansuchen um Gehalterhöhung billig. (VI. 188.)
Gambist.
Franz Hueffnagel, kais. Gambist 1717. Fux rühmt ,,die
unvergleichliche virtü" des bereits verstorbenen. (^. 26.)
252 Fax als Hofkapellmeister.
Teorbist.
Francesco Conti f tais- Compositor und Teorbist 1733.
Fux rühmt des Verstorbenen „durch 33 Jahre geleisteten ganz
besonderen virtuosen Dienste." (VI. 205.)
Cymbalist.
•
MaxHellmann, 1724, „welcherungefUhrvor 5 Jahren von
Ihre kais. Majestät dem famosen polnischen Gymbalisten (Pan-
taleon) als ein Scholar ist mitgegeben worden, dieses difficultose
Instri^nent zu lernen, kommt a. u. ein, nachdem er nach
vollendeten Lehrjahren von Dresden wieder zurückberufen wor-
den, als kais. Cimbalista aufgenommen zu werden. Weil nun
Ihre kais. Majestät den Supplicanten mit Unkosten zu dem Ende
verschickt haben , folgt von sich selbst und ist auch meine Mei-
nung, dass, weil dieser Scholar in diesem beschwerlichen Instru-
ment solche Progressen gemacht hat, dass, wo er seinen Meister
nit übertrifft , aufs wenigste nicht nachgibt, der Supplicant billig
in die kais. Dienste soll aufgenommen werden, und zwar mit
1000 fl. Gehalt." [Wurde nach Antrag angestellt.] (VI. 95.)
1725 Juni Hellmann weiss sich wegen Schulden nicht
zu helfen und bittet um erkleckliche Aushilfe. Fux bemerkt
darüber: „Weil mir bewusst, dass dieses Supplicanten elender
Nothstand (in welchen er vielleicht wohl auch aus der Jugend
gemeiniglich angebomen üblen Wi^thschaft theiis verfallen mag
sein) also beschaffen ist, dass sofeme ihm nit durch eine kais.
Gnad geholfen wird, er unfehlbar verderben müsste. Weil nun
höchst schade wäre um dessen unvergleichliche und mit grossen
kais. Unkosten erlernte virtü, so möge er durch eine adjuta von
wenigstens 400 fl. vom Untergang gerettet werden." (VL 112.)
1727 kommt wegen kostbarer Besaitung seines Instru-
mentes um Gehaltvermehrung ein. Fux findet das Gesuch billig
und trägt auf Gehalterhöhung von 200 fl. an. (VI. 133.)
1732 bittet aus demselben Grunde um Erhöhung seines
Gehaltes von 1000 fl. um 400 fl. Saitengeld, wie der Teorbist
geniesset. Di«s scheint Fux gar billig zu sein. (VI. 199.)
Fux als Hofkapellmeifiter. 255
PosauniBten.
Leopold Christian^ 1715 kais. Trombonist kommt ein
um Gehalterhöhung. Fiix berichtet: „Wejg^en des Supplicanten^
welcher in seinem Instrument seines Gleichen nit hat, und daher
die schwer^sten Executionen ihn allein treffen , kann ich wegen
oben angezogener Motive nit anders als einratheu; dass ihm mo-
natlich noch 10 fl. allergnädigst beigelegt werden." (VI. 18.)
1724 derselbe kommt ein, dass sein Söhnlein von zehn
Jahren königl. Hpfscholar werde. „Weil nun diese Familie das
durchl. Haus von Oesterreieh schon über 50 Jahre her in diesem
der Kapelle so anständigen Instrumente auf eine ungemeine Weise
bedienet , dergestalt , dass offenbar ist^ dass dieses Instrument
denen Christian angeboren sei; als ist meine unmassgebliche
Meinung, der Supplieant möchte allergnädigst consoliert werden,
doch dergestalt, dass die Scholarenbesoldung von 360 fl. nit d6m
Knaben , sondern dem Vater beigelegt werde , bis der Sohn im
Stande sein wird, in kais. Dienste einzutreten, wodurch der Vater,
welcher der erste Virtuos in der Welt in diesem Instrumente ist,
angefrischet werde, den Sohn dahin anzuhalten, damit dieses In-
strument auf gleiche Weise der kais. Kapelle erhalten werde.''
(VI. 102.)
1727 derselbe sucht eine Gehalterhöhnng an. Fux äus-
sert sich hierttber: „Er, Supplieant, stehe in Gefahr, bei seinem
ohnehin beschwerlichen Instrument (durch äusserliche Dienste)
sich zu ruinieren oder aufs wenigste die kais. Dienste nit mit
solcher Perfection wie dermalen zu verrichten , und da derselbe
ein solcher Virtuos ist, der seines gleichen nit findet, auch schwer-
lich mehr einer zu hoffen ist, mithin an dessen längerer Cou^er-
vation nit wenig gelegen ist, sohlst meine zum kais. Dienste
vorträgliche Meinung, seine dermalige Besoldung von 750 fl.
auf 1000 zti vermehren, doch mit dem ausdrücklichen Befehl,
dass er gleich bei dem Antritt dieses Genusses den Dienst bei
St. Stephan aufgebe." (VI. 127.)
Leopold Christian der jüngere, 1721 bittet um Ge-
haltverbesserung. „Weil dieser Supplieant ein solcher Virtuos ist,
dergleichen weder in vergangenen Zeiten, weder vielleicht in zu-
254 Fux als Hofkapellmeister.
künftigen keiner sich finden wird", so trägt Fux anf Vermehrung
seiner Besoldung bis 40 Thaler monatlich an. (VI. 55.)
1726 bringt ein gleiches Gesuch ein. Fux wiederholt, dass
„der Supplicant vermög seiner besondern virtfi weit ein mehreres
ineritierte, massen er in seinem Instrument seines Gleichen nit
hat«. (VI. 121.)
Andreas Boog, 1720 October gewesener Eleonorischer
Trombonist kommt um die kais. Anstellung ein. „Weil in der
Kapelle dermalen ein einziger dienstfähiger Trombonist sich be-
findet, deren sonst aQezeit vier gewesen sind, so beantragt Fux
seine Anstellung. [Wurde angestellt.] (VI. 51.)
1721 über dessen Gesuch um Gehalterhöhnng begründet
Fux seinen Antrag auf Bewilligung damit , dass „Boog nit allein
ein guter Virtuos sei, sondern auch in seinen Dienstverrichtungen
sonderbar emsig sich au£Ptthre, benebens auch seine Armuth be-
kannt sei.« (VI. 64.)
1731 gelegentlich eines ähnlichen Gesuches bezeichnet ihn
Fux als einen sehr guten Virtuosen , der emsig im Dienen , auch
privatim auf seinem fatigosen Instrumente unaufhörlich sich
exercieret. (VI. 186.)
Anton Steinbruckner, 1721 kommt nach Johann Chri-
stian's Tode um die Stelle eines kais. Posaunisten ein. Fux nennt
ihn dazu sehr tauglich und einen guten Virtuosen. [Wurde ange-
stellt.] (VI. 63.)
Ignaz Steinbruckner, 1724 kommt nach seines Bruders
Anton Tode um die erledigte Trombonistenstelle ein. Fux schlägt
ihn als guten Virtuosen vor. [Wurde angestellt.] (VI. 99.)
Jägerhornisten.
Friedrich Otto und .
Wenzel Rossi, Waldhomisten 1715 kommen um Erhö-
hung ihres Gehaltes von 20 Thalern monatlich ein. Fux findet die-
sen Gehalt allerdings gering, beinebens sei aber zu reflectieren,
dass selbe selten und wenig Dienst bei der Musik haben. (VI. 14.)
1725 kommt Rossi ein, als Oboist mit 500 fl. angestellt zu
werden. Fux findet, „dass Rossi nicht capace sei, als Oboist zu
dienen, da er die Hautbois nur per accidens und für sein diver-
tissement tractieret hat. Auch würden ihm 500 fl. Besoldung in
Fux als Hofkapellmeister. 255
seinem Elend mit Weib nnd neun lebendigen Kindern wenig hel-
fen. Deshalb ihm die von R. länger angesnehte Licenz sich von
hier zu retirieren zu ertheilen sei." (VI. 107.)
Trompeter.
Sebastian Nassoto, 1719 musicalischer Trompeter
kommt um eine Scholarenstelle für seinen Sohn Josef ein. In An-
sehung der so vieljährig treu-emsigen Dienste des Vaters befllr-
wortet Fux das Gesuch. (VI. 40.)
Josef Hollandt, 1718 musicalischer Trompeter wird von
Fux in dessen Gesuch um Gehalterhöhnng unterstützt ^ „weil H.
vor allen andern vermöge seiner raren virtü sich distinguieret."
(VI. 34. 39.)
Ernst Sessler, 1727 früher der Kaiserin- Witwe Eleonore
jetzt kais. Hof- und Feldtrompeter kommt um einen erledigten
höheren Gehalt ein. Fux rühmt von ihm, dass er „bei allen vor-
fallenden Begebenheiten sehr gute musicalische Dienste prästie-
ret habe". (VI. 138.)
Johann Hainisch, 1727 musicalischer Hoftrompeter
kommt um höheren Gehalt ein. Fux rühmt von ihm, dass er „in
seiner virtü sich distinguieret und treffliche musicalische Dienste
prästieret." (VI. 137.)
1732 bei gleichem Anlass berichtet Fux: „Obwohl dermalen
keine musicalische Besoldung vacant ist, jedoch weil dieser Süp-
plicant ein ganz besonderer Virtuos ist, dergestalt, dass es ihm nit
allein kein Trompeter bevorthun wird, sondern er auch gewisse
Töne auf der Trompete glücklich erfunden hat, welche die Kapell-
meister zwar bisher gewünscht, aber kein Trompeter hat können
zuwege bringen , so ist meine pflichtmässige Meinung, Hainisch
möge wegen seiner ungemeinen virtti mit noch 200 fl. mithin bis
400 fl. jährlich allergnädigst accresciert werden, wodurch er mit
weniger Sorg seinem Studio obliegen könne und angefrischt
werde, ferner nachzusinnen." (VI. 195. 217.)
Fagottisten.
Joh. Franz Sturmb, kais. Fagottist f 1733 hat in das
42. Jahr gute Dienste geleistet. (VI. 215.)
256 Fux als Hofkapellmeister.
Karl Maillardy kaig. Fagottist 1733 Jänner „ist ein- sehr
alter nnd dergestalt miselsüchtiger Mann, dass er muthmasslich
garnit lang mehr leben wird." [f 15. März 1733.] (VI. 204.)
Franz Martin Sturmb, 1733 in die 33 Jahr kais. Fagot-
tist (des obigen Sohn) kommt um Gehalterhöhnng ein. Fux be-
fürwortet das Gesuch, „weil der Supplieant dermalen im Range
der älteste Fagottist, auch virtuos und emsig im Dienen ist."
(VI. 215.)
TobiasWoschitka, 1721 April fürstl. Liechtensteini-
scher Fagottist kommt ein, kais. Fagottist zu werden. Fux räth zur
Aufnahme, „obwohl dermalen vier Fagottisten sich befinden, aber
wenig zum dienen mehr* tauglich sind, wodurch zuvörderst der
Tafeldienst leidet, ausserdem ist der Supplieant ein guter Virtuos."
[Wurde angestellt.] (VI. 56.)
Joh. 6. Schindler, Fagottist 1722 April, war kön. Fagot-
tist in Spanien, wurde dann in Wien reformieret und vertröstet,
kommt ein, kais. Fagottist zu werden. Fux kann nicht einrathen,
weil er bereits einen andern in Vorschlag gebracht hat, „ungeach-
tet Seh. auch seine Meriten und Habilität hat." [Wurde angestellt.]
(VI. 72.)
Johann Jacob Friedrich, 1727 kais. Fagottist' kommt
ein um Gehalterhöhung. Fux sagt: „Obwohl Supplieant nit lang
in kais. Diensten stehet, weil er aber ein besonderer Virtuos und
s^hr gebraucht wird, massen fast keine Woche vorbeigeht, wo er
nit 1 oder 2 Mal mit seinem beschwerlichen Instrument mass
sich hören lassen nit mit geringer Satisfaction der allergnädig-
sten Herschaften", so befllrwortet Fux eine Zulage von 300 fl.
(VI. 129.)
1733 April kommt um Gehalterhöhung bis 1080 fl. ein. Un-
geachtet Fr. als einer der jüngsten Fagottisten doch bereits den
höchsten Gehalt von 1000 fl. geniesst, so ist doch Fux nicht
gegen die letzte angesuchte Erhöhung, weil Fr. ein besonderer
Virtuos ist, (VI. 214.)
1737 in der gleichen Angelegenheit rUhmt Fux, dass Sup-
plieant in seinem Instrument ein ganz besonderer Virtuos ist und
neben den ordinari Diensten die aller^ädigsten Herschaften
mit Soloblasen öfters divertieret. (VL 243.)
Fux als HofkapeUmeiBter. 257
Anton Maillard; kais. Fagottist 1733 wird wegen Gehalt-
vermehrang auf den nahen Tod seines ^miselsttchtigen^ Vaters
vertröstet. (VI. 204.)
Franz Philipp Friederich, 1739 December, ein Sohn
des kais. Fagottisten Friederieh kommt um die erledigte Stelle eines
kais. Fagottisten ein. Fox schlägt ihn dazu vor mit 500 fl. Ge-
halt, „dieweil dieser Snpplieant nicht allein die kais. ordinari
Dienste zu versehen ftlhig ist, sondern aach vermög des annehm-
lichen nnd reinen Tons , so er aus seinem Instramente hervor-
bringet, mit Soloblasen einen gnsto geben kann^. []Nach Antrag
angestellt.] (VI. 256.)
Oboisten.
Franz Xav. Glätzl, 1715 reformierter Hoboist kommt ein,
wieder in Dienst aufgenommen zu werden. „Weil der Supplicant
ein guter Virtuos und in drei Instrumenten , als Hautbois , Flute
allemande und Fagott excelliert; beinebcns auch statt seines kran-
ken Bruders schon eine geraume Zeit gedieuet hat, auch sie drei
Brüder als zusammen gewohnt ein gutes Concert machen, so ist
meine Meinung, es möchte ihm indessen bis zu einer Apertur
noch femer, doch ohne Besoldung zu dienen allergnädigst er-
laubt sein. (VL 15.)
1718 August kommt um die erledigte Stelle eines kais.
Oboisten ein. „Da Supplicant seit zwei Jahren anstatt seines
kranken nunmehr verstorbenen Bruders die kais. Dienste mit
grosser Emsigkeit versehen, so erachtet Fux die höchste Billig-
keit zu sein, ihm die vacante Stelle zu verleihen, zumal er ein
guter Virtuos in dreierlei Instrumenten ist". (VI, 37.)
1726 nach dessen Tode (f 1726) rUhnat noch Fux, dass
derselbe so wie seine andern zwei Brüder (Franz und Roman Gl.)
dergestalten gute Dienste geleistet haben, dass deren schon zwei
wegen des beschwerlichen Instrumentes und der Fatiguen in
jungen Jahren ihr Leben eingebUsst haben. (VI. 122.)
Josef Lorber, 1718 vormals kais. Hoboist kommt ein,
wieder in kais. Dienste aufgenommen zu werden. Fux unterstützt
sein Gesuch, „da zu Bestreitung der Tafel- und anderen Dienste
noch ein Hoboits höchst nöthig, dieser Supplicant aber nit allein
ni diesem Instrument, sondern auch in der Flflte allemande und
Köehel,J.J.¥nx. 17
258 Fux als HofkapellmeiBter.
Chalumeau ein sehr guter Virtuos ist, auch anbei schon • in vori-
gen Diensten sich Meriten gemacht hat^. (VI. 36.)
1723 kommt um Gehaiterhöhung ein, da er auf der Laxen-
burger Reise aus Unvorsichtigkeit des Lofankutschers umgewor-
fen, geschleppt und in Todesgefahr ein Ohr verloren hat. (VI. 84.)
Joh. Ludwig Schulz, 1737 kais. Hoboist klagt, dass er
durch unrichtige Bezahlung der Gehaltquartale in eine Schulden-
last von 3955 fl. gerathen sei , desswegen der grösste Theil
seines Gehaltes sequestriert werde und bittet um Aushilfe. Fux
bestätigt den Nothstand, mittelmässige Hilfe komme dem Snppli-
canten wenig zu statten, auf ein grosses Quantum unterfange sich
Fux nicht einzurathen, weshalb er des Supplicanten Elend der
Milde des Obersthofmeisters recommandiere. (VI. 245.)
Andreas Wittmann, Hoboist 1721 April kommt um die
Stelle eines kais. Oboisten ein. Fux ist für die Verleihung , da
eine Stelle durch Todfall vacant geworden und zwei wegen
Unpässlichkeit keine Dienste mehr leisten können, „der Snppli-
cant aber in der Hautbois und auch im Chalumeau dergestalt
Virtuos ist, als ich noch allhier einen gehört habe.^ [Wurde an-
gestellt.] (VI. 57.)
Zacharias Gazaroll, Hoboist 1731 will als Oboista
Supemumerarius eintreten. Fux findet das Gesuch zu berücksich-
tigen, „da er ein guter Virtuos ist, auch vorher diych sechs Jahre
Hofscholar war. Doch soll er bis auf den Todfall eines Oboisten
ohne- Besoldung zu dienen verbunden , und weder etwas zu be-
gehren befugt sein". (VI. 181.)
XV.
Sehfller des Fnx — Portrftte — Wohnnngreii — Krankheit und Tod
— Seine YerUltnisBe in leitgendssisehen Componisten — Ankang.
Als Organist bei den Schotten so wie als Kapellmeister von
St. Stephan war Fux mit Gesangsunterricht beschäftigt, gleich-
zeitig und auch später als Hofkapellmeister hatte er Schüler
im Contrapünkte. Er erwähnt es selbst in der Vorrede zu seinem
Gradus, dass er viel und lange über eine leichtfas^liche Methode
in der Compositionslehre nachgedacht und bei seinen Schülern
mit Erfolg angewendet habe. Sein methodisch- didactisches Ta-
lent ist auch gar nicht in Zweifel zu ziehen, eben so wenig dass
ein solcher Lehrer, der zugleich seine Theorie mit einer glänzen-
den Praxis verband, gesucht ward. Es scheint auch, dass der
Unterricht bei Fux nicht blos eine Quelle des Erwerbes, sondern
ein Gegenstand innerer Neigung ward, und das im Gradus geschil-
derte Verhältniss des Schülers zum Lehrer dürfte nicht reine Fic-
tion gewesen sein, mindestens in manchen Theilen auf wirklichen
Zuständen beruhet haben. Von den ausgezeichneten Schülern nun,
die sich und ihrem Meister Ehre biachten, sollen hier nur von den
nachgevriesenen vorzüglicheren einige Lebensumstände gegeben
werden. Diese waren: Gottjieb Muffat, Johann Dismas
Zelenka, Franz Thuma (Tuma), Ignaz Prustmanu und
Georg Christoph Wagenseil.
Gott lieb Muffat, geboren um 1690, gestorben in Wien
10. Dec. 1770, 80 Jahre alt. (Wr. Zeitg.) Er war 1711—1717
Hofscholar und ein Schüler von J. J. Fux, wurde 3. April 1717
Hoforganist und blieb es bis zu seiner Pensionierung im Jahre
1764 durch 47 Jahre. Er war zugleich Organist der Kaiserin-
Witwe Amalie Wilhelmine und gab Unterricht im Ciavier in der
Familie des Kaisers Karl VL Von seinen beliebten Ciavierwerken
wurden Componimenti nmsicali per il Cembalo gestochen (Gerber,
Künstlerlex. Alte Ausg.). Im Manuscript waren in Träg's Catalog
17*
260 Schüler des Fux.
ausserdem 6 Clavier-Parthien , 8 Parthien Toccaten und Fugen,
72 Versetten, 12 Toccaten angezeigt (Gerber, Neue Ausg.). A. von
D 0 m m e r (Musikgeschichte p. 450) sagt von ihm : „ In Deutschland
waren die grossen Organisten auch tüchtige Ciaviermeister, Fro-
b erger an der Spitze, nach ihm insbesondere aber Gott lieb
Muffat, des alten Fux wUrdiger Schüler, ein ausserordentlich
feiner und gewandter Claviercomponist, dessen Componimenti
musieali (Wien , 1 727) Stücke enthalten , welche an Geschmack,
angenehmer Erfindung und Solidität mit den besten ihrer Zeit ge-
trost sich messen können." Von seinen Compositionen für Ciavier
und Orgel werden sechs Nummern in Ausgaben der neuesten
Zeit durch Becker, Weitzmann, Schletterer, Eiegel in den Monats-
heften für Musikgeschichte 1871. Beil. pag. 141 angegeben.
Joh. Dismas Zelenka, 1681 zu Launowiß in Böhmen
geboren (Dlabaö, Künstlerlexicon p. 437) scheint seine Erziehung
im JesuitencoUegium in Prag erhalten zu haben und ward 1710 in
Dresden als Contrabassist angestellt. Anfangs 1716 war er in
Wien, wohin er wahrscheinlich schon früher mit Erlaubniss des
Königs gegangen war, um Unterricht in der Composition beim
berühmten Kapellmeister J. J. Fux zu nehmen. Letzterer soll
ausserordentlich zufrieden mit ihm gewesen sein und den König
in einem Schreiben gebethen haben, Zelenka nach Italien zu
schicken, „damit er alles machen lerne und nicht blos in meiner
maniera". 1716 gieng er mit mehreren CoUegen nach Venedig
und soll dort bei Ant. Lotti studiert haben. 1717 kam er von
Venedig abermals nach Wien um den Unterricht bei Fux fortzu-
setzen. 1718 wurde er dem Gefolge des dort verweilenden Kron-
prinzen von Sachsen beigesellt. Ein Studienband, den er von
dort zurückbrachte {Collectnneorum Musicorüm libb. IV de diver -
818 Authoribus in Dresden) war ein beweis seines Fleisses ^ Nach
seiner Eückkehr von Wien 1719 benützte er in Dresden noch
den Rath Lotti's. Im Jahre 1 723 war er während der Krönung
1 Zelenka schreibt darin nach dem Titel: „16 Magnificat a 4 del
Morales".
„Praesens Excellentissimi in Rebas Musicis Magistri opus copiandum
accepi a Magno illo capellae Caesareae Magistro P. ac Generoso Dno
Joanne Joseffo FUX meo tunc in compositione magistro reverandissimo
(sie) Viennae Austriae 1718."
Schüler des Fux. 261
Kaiser Karl M. in Prag, wo nach der berühmten Auflführung
der Oper Coatanza e fortezza von Fux unter Caldara's Leitung,
Zelenka die Musik zu dem Melodrama de Sancto Wenceslno ge-
macht hatte. 1735 erhielt Zelenka das Prädicat „Kirchencompo-
nist". Er starb unverheuratet 23 Dec. 1745, 64 Jahre alt. Seine
zahlreichen Compositionen blieben in Dresden : die wenigen Einge-
weihten sprechen mit grosser Achtung von seinen Compositionen
(besonders den Chören und Fugen) „als Muster im Kirchenstile".
In Dresden befinden sich noch von ihm 15 Messen, 3 Requiem,
10 Litaneien, mehr als 60 Psalmen und kleinere Kirchencompo-
sitionen. An Instrumental-Compositionen : Concerte, Symphonien,
Ouvertüren, Capriecio, Sonaten u. dgl. Abt Gerbert (de Cantu et
Musica Sacra T. ü. p. 371) sagte: „Josephus Fux insignem impri-
mis discipulum in musica Sacra reliquit Joannem Zelenka, regis
Poloniae musicae praefectum Dresda^ , tot aliorum insignium ea
in arte magistrum" ^ Auch Quantz erzählt in seinem Lebens-
lauf*, dass er „an Fugen immer ein gross Vergnügen gefunden,
zumal, da er vormals in Wien von dem künstlichen Kirchencompo-
nisten Zelenka, der damals (vor 1720) unter Fuxen studierte,
darüber Begriflfe erhielt".
Franz Thuma (Tuma) geboren in Kostelec (Böhmen) um
1701, gestorben 4. Februar 1774, 73 Jahre alt, in Wien». Nach
zurückgelegten philosophischen Studien kam er nach Wien (um
1720) wo der Fürst Kinsky sein Beschützer wurde und ihn Fux
übergab, um seine Studien im Contrapunkte zu leiten*. 1741
ward er Kapellmeister der Kaiserin Elisabeth (nach Kaiser
Karl VI. Tode) und blieb es bis zum Tode der Kaiserin -% worauf
er eine Pension aus diesem Titel bezog. Er lebte sechs Jahre lang
im Stifte Geras in der Miethe, kehrte kränkelnd nach Wien zurück,
und starb da im Kloster zu den barmherzigen Brüdern. Seine
classischen Kirchencompositionen werden in den Musikarchiven
als kostbare Schätze bewahrt und Böhmen ist mit Becht stolz auf
diesen würdigen Sohn®.
IM. Fürstenau, Oesch. Dresd. Mus. II. 71—83. «Marpurg,
hist.-krit. Beitr. I. 210. 3 Wiener Zeitung. * F^tis. 5 21. Dec. 1750.
<< Schilling. — Auch die k. k. Hofbibliothek hat mehrere Compositionen
Ton ihm.
262 Schüler des Fux.
Ignaz Prustmann^ ComponiBt. In der k. k. Hofbiblio-
thek befinden sich von seiner Composition zwei Mottette, welche
die Aufschrift haben: „Del Sgr. Ignazio Prnstmann, Scolare
del Sgr. Maestro Fux", femer ein Stabat mater mit dem
Datnm 21. März 1744^ und ein Requiem mit der Jahreszahl 1733,
welche sämmtlieh zeigen , dass er den Unterricht seines Meisters
mit Nutzen genossen habe. Von seinem Leben ist nirgends eine
Aufzeichnung zu finden : F6tis, Gerber, Schilling erwähnen seiner
nicht, ebenso erscheint er nicht in den Hofschematismen, nicht in
den Todtenlisten von Wien — er wäre ganz verschollen ohne
obigen Beisatz bei seinem Namen.
Georg Christoph Wagenseil, geboren zu Wien 1715,
gestorben daselbst I.März 1777, 62 Jahre alt^ Nachdem er
schon früher den Unterricht von Fux genossen hatte, empfahl
ihn dieser* zum Hofscholar, „da von ihm in der Orgel und Compo-
sition virtuose Dienste zu erwarten seien". Als er hierauf von
1736 bis 1738 das Stipendium als Hofscholar erhalten hatte,
schlug ihn Fux^ zum Hofcompositor vor, „da er vor andern in
den Grundregeln des Contrapunktes zu sdireiben sich befleissigt,
um so mehr, als bei dermaliger licentioser Schreibart die regel-
mässige Composition durch ihn könnte erhalten werden". Ueber
diesen Vorschlag wurde er" 6. Februar 1739 Hofcompositor und
blieb in dieser Stellung biß an sein Ende. Neben diesem Hof-
dienste erhielt er auch die Stelle als Organist in der Kapelle der
Kaiserin-Witwe Elisabeth Christina (von 1741 bis 1750, wo sie
starb) und war durch lange Jahre Musikmeister der Kaiserin
MariaTheresia, wofllr er lebenslang eine Pension von 1 500 fl.
bezog. Als der sechsjährige Mozart im Jahre 1762 am Hofe
in Wien spielen sollte, fragte er: „Ist Herr Wagenseil nicht
hier, der versteht es", und als dieser kam: „Ich spiele ein Concert
von Ihnen, Sie müssen mir umwenden"*. Er besass in seinen
Compositionen Originalität und ist einer der älteren Lieblings-
componisten für Kenner und Liebhaber gewesen. Gedruckt er-
schienen von ihm mehrere Ciavierwerke , wie der Suavis artifi-
•
1 Wien. Zeitg. — nicht 92 Jahre alt, wie Gerber und Fötis angeben.
2 Beil. VI. 234. « Eb. 250. * F. Niemets chek. Leben W. A.
Mozart's. p. 7.
Schiller des Fnx. 263
ciose elaboraius concantus muricus und ähnliches; im Mannscripte
hinterliess er anch Orchestersymphonien , Kirchensachen nnd
einige Opern *.
Ignaz Holzbaner^ geboren zn Wien 1711, gestorben zu
Mannheim 7. April 1783 als knrpfälzischer Kapellmeister nnd
Hofkammerrath y der geachtete Componist der seiner Zeit be-
rühmten Oper Gttnther von Schwarzburg nnd zahlreicher
anderer Opern, Kirchen- und Kammermnsiken, wird von Dlaba6
(Hist. Künstlerlex. für Böhmen I. 436) ein 8chlller des J. J. Fnx
genannt. Das war er nnn nicht ^ aber wie er in seiner Selbstbio-
graphie ' erzählt, verdankte er viel dem 8tndinm des Oradus ad
pamassnm und machte einen emzigen Besnch bei Fax. Holz-
baner sagt darttber wörtlich: „Ich bettelte endlich so lange bei
meiner Schwester, bis sie mir Geld gab das Faxische Composi-
tionsbuch kaufen zu können. Ich verstand die lateinische Sprache
nnd fieng also darin zu studieren an. Der Speicher war .der Ort
dazu , denn auf meiner Stube hätte es nicht sein können. Ich
componierte bald Symphonien , Concerte und allerhand derglei-
chen , und diese meine Arbeiten wurden immer von meinen Mei-
stern (jungen Musikern des Domes von St. Stephan) mit dem
grössten Beifalle aufgenommen. Einsmals fiel mir ein, zum Ka-
pellmeister Fux selbst hinzugehen und ihn zu bitten mich
in der Setzung zu unterrichten. Ich Hess mich melden. Dieser
gute Alte, welcher beständig am Podagra und Chiragra krank
lag, fragte mich, was ich wollte. Ich bath ihn, mich als Schiller
anzunehmen. Ja^ sagte er, aber können Sie denn schon etwas
Musik? 0 ja, antwortete ich, auch schon etwas schreiben. —
Gut, nehmen Sie ein Blättchen von dem Papier, das auf d^n Cia-
vier liegt und schreiben Sie mir einige Zeilen Kote gegen Note.
— Ich that es und überreichte es ihm aufs Bett; er sah es an
und sagte ganz erstaunt : Das können Sie schon ? Nun so kann
ich Sie nichts mehr lehren. Wo und von wem haben Sie dieses
erlernt? — Aus Ihrem Buche. — Gehen Sie nach Italien, damit
Ihnen der Kopf von überflüssigen Ideen gereinigt werde , dann
werden Sie ein grosser Mann werden, Sie sind ein gebomes
1 F^tis. Gerber. ^ MusicaliBche Correspondenz. Speyer 1790. pag.
107 ff. 132.
264 Porträte des Fax.
Genie. — Nie gieng ich freudiger nach Hanse, als damals.^ An-
derweitige Beziehungen Holzbauer's zu Fux sind nicht bekannt.
Gelungene Porträte, welche nach dem Leben gemahlt und
beglaubigt sind, gehören, nachdem von dem Bilde in dem Vater-
hause des Fux keine Spur mehr zu finden war , zu den Selten-
heiten. Bekannt ist nur ein einziges , in dessen Besitz das Archiv
des Wiener Musikvereines sich befindet.
Es ist dies ein gut gemahltes Oelbild, Bruststück im
Costümc der Zeit. Die Beglaubigung liegt eben dort und besteht
in einem Briefe , den der frühere Besitzer J(ohann) Ch(ristoph)
Westphal (geb. zu Hamburg 1. April 1773 und seit 1803 an der
dortigen Nicolaikirche als Organist angestellt *) an einen Herrn
Zahl-Commissär Henk daselbst (Hamburg?) schreibt. Er lautet:
,,Meinem Versprechen gemäss mache ich Ew. Wohlgeboren
auf Dero Anfrage meine endliche Entschliessung bekannt. Un-
gerne beraube ich meiner musicalischen Bildniss- Sammlung, jetzt
an Anzahl 518 Stück, kins der seltensten Stücke, indem meines
Wissens dies das einzige noch vorhandene Porträt von dem alten
Ober-Kapellmeister Fux ist. Derselbe hat es seinem lieben
Freunde dem Kapellmeister H e r t e P eigenhändig zum Andenken
verehrt , und von dem letzten dieser Familie , der hier starb , ist
es seit 30 Jahren in meinen Händen. Kann ich indessen für dieses
Porträt 20 Fdor. erhalten, nun so will ich es fllr diesen Preis ab-
stehen. Es hat eine Höhe von circa 2V2 Euss und eine Breite von.
1^4 Fuss und ist unbeschädigt.
V. H. den 30. Juni 1819. J. H. Westphal.
Josef Sonnleithner hatte dasselbe bei Westphal gesehen und
kaufte es 1827 aus dessen Nachlasse für den Musikverein.
Dieses ausdrucksvolle Porträt wurde von einem sehr geschick-
ten Künstler zum Behufe der Photographie in natürlicher Grösse
mit Kreide gezeichnet und liegt dem Titelkupfer zum Grunde.
Die übrigen bekannten Abbildungen sind von untergeord-
netem Werthe und dürfen schwerlich einen Anspruch auf Aehn-
1 Gerber und Fötiß. ^joh. Christ. Hertel, meklenburg-stre-
litzischer Concertmeißter, geb. 1699, gest. 1754. (Gerb.)
Wohnungen des Fnx. 265
lichkeit machen. Es sind dies sämmtlich Brustbilder und
zwar:
1. Aquarell in der Privatbibliothek Sr. Majestät des Kaisers.
2. Lithographie mit der Unterschrift „Fnx" ohne weitere An-
gabe; nach W. E. Drngulin (allg. Portr. Catalog p. 258) soll
sie von Winther 1821 lithographiert worden sein.
3. Eapferstieh. Auf einem grossen Tablean^ 42 meistens
italienische Tonkünstler in Medaillons gruppiert darstellend , ge-
zeichnet YonLuigi Scotti, gestochen in Florenz im Studio Raimondi.
In dem einen Medaillon y beinahe in der Mitte des Bildes ist das
Profil von J. J. Fux neben dem von Piccinni, Jomelli und Sacchini.
(In der Porträtsammlung Sr. Majestät des Kaisers. Tonkttnstler^
Blatt 112.)
Fux wohnte in Wien 1696 nach der Trauungsmatrikel als
Organist des Stiftes im Schottenhofe in der Städte
7. December 1702 wurde ihm, als Hofcompositor, ein
Quartier in des Paul Kautz Barbierer Haus auf dem Neuenmarkt
angewiesen*. (Dieses Haus des Barbierers Paul Kautz zu den
7 Körben genannt, ist ein Eckhaus mit der jetzigen Nummer 17,
alt Nr. 1067.)
20. Juli 1715 erhielt er als Hofkapellmeister eine an-
dere Wohnung „in der Weinburg in weil. Martins gewesten Schnei-
dermeisters Haus ^. (Weil. „Johann Martin, Hoff-Befreiten Schnei-
dermeisters Hans, ein Eck" ist nun Nr. 5, alt Nr. 907 in der
Weihburggasse.)
23. Oct. 1719 wurde ihm sein letztes Hofquartier zuerkannt,
worin er auch starb „in dem sogenannten goldenen Bern an alten
Fleischmarkht*'' (d. i. Fleischmarkt neu Nr. 6, alt Nr. 697^).
Schon in seinem sechzigsten Jahre, vielleicht selbst noch
früher war Fnx von einer schmerzlichen chronischen Fussgicht
gequält, die ihn bis an sein Ende nicht mehr verlassen zu haben
scheint. Im Jahre 1723 Hess ihn der Kaiser in einer Sänfte, wie
erwähnt, zur Krönung nach Prag bringen, um dort der Aufführung
1 Beil. 1. 1. 2. 2 BeU. IL 18. » Beil. II. 19. * Beil. II. 20. * Die
Ennittlung dieser Häuser mit ihren gegenwärtigen Nummern verdanke ich
dem verehrten Freunde Dr. Th. G. von Karajan.
266 Kränklichkeit and Tod des F n x.
seiner grossen Oper Costanza e Foriezza beizuwohnen. Vielfach
klagt er darüber in seinen amtlichen Berichten;, im Jahre 1725
sagt er im Vorberichte des Gradns^ „er sei dnrch häufige Kränk-
lichkeit, manchmal durch mehrere Monate , ja sogar durch ein
ganzes Jahr in seiner Arbeit unterbrochen worden und jetzt kaum
genesen" ; femer wiederholt er am Schlüsse des Werkes (p. 279)
auf die Frage des Schülers, ob er jetzt sein Werk schon ab-
schliessen wolle? „Bemerkst du nicht die Steifheit und Mattigkeit
meiner Gelenke, die Vorbothen meines drohenden Leidens, der
Fussgicht? Du weisst überdies, dass ich sowohl durch meine
Jahre und mein fast nie ganz aussetzendes Uebelbefinden, schon
so gebrochen bin , dass wenn jene Krankheit mit ihrer gewöhn-
lichen Heftigkeit mich anfiele und nach ihrer Gewohnheit dnrch
sechs Monate festhielte, mein Gemüth die nicht grundlose Furcht
befallen mttsste, dass ich dieses Mal nicht wieder an ein Aufkom-
men denken könnte. . . Bin ich doch jetzt schon an das Ruhbett
gefesselt." — Auch an den Schriftzügen der amtlichen Gutachten
wird seine zunehmende Schwäche ersichtlich: nach dem Tode
seiner Frau (1731), besonders seit 1732 wird seine sonst feste
Hand oft zitternd, von 1737 bis 1740 muss er sich einer fremden
Hand bedienen, die auch seinen Namen unterfertigt. Vom 10. März
1 740 ist sein letztes Gutachten. Nachdem er noch den Schmerz
erleben musste, an dem Sarge seines kaiserlichen Gönners^ und
Freundes zu stehen und ihm mit dem grossen Requiem seine
letzte Huldigung zu bringen, unterlag kaum vier Monate später,
am 13. Februar 1741* seine eigene körperliche HttUc einem
„hektischen Fieber". Am 15. Februar wurde er am Freithofe von
St. Stephan in der Gruft bei seiner vorangegangenen Gattin bei-
gesetzt. Bei seinem letzten Kampfe waren seine treue Nichte
Maria Eva und der NeflFe Matthäus, ihr Bruder um ihn. Er
endete damit als ein Mann , der lange siegreich durch die Kraft
des Geistes über die Gebröchen des Körpers, zuletzt überwunden
von dem Drude seiner Jahre und erschöpft an Lebenskraft erlag
im Alter von 81 Jahren^. — Konnte er doch beruhigt zurücksehen
auf eine Reihe schöner Werke der Kunst und eine reiche Saat,
1 Kaiser Karl VI. starb 20. Oet. 1740. s Gestorben den 13.) beschaut
den 14., bestattet den 15. Febr. 1741. (Wr. Diar. und Beil. I. 6—9.)
3 Wiener Diar. 15. Febr. und Beil. I. 6.
Characterzüg^e deß Fax. 267
die befruchtet und genährt durch seine Ftihmng Beinen Namen
anf eine späte Nachwelt zu tragen bestimmt war.
Am Tage nach seiner Beerdigung (16. Februar) gaben die
Hofinusiker in der Hofkapelle seine schöne Messe: In fletu
solatium.
Fassen wir die im Vorausgegangenen zerstreuten Character-
Züge unseres Fux zusammen, so geben sie uns das Bild eines
Ehrenmannes, dem seine Kunst und sein Amt das höchste im
Leben galten, und der zugleich als Mensch sich allseitiger Achtung
und Anerkennung erfreute. Ausser den Bemühungen, seine Frau
und seine nächsten Verwandten versorgt zu wissen, erwarb ihm
sein Wohlwollen auch Freunde durch sein ganzes Leben, ja selbst
über dieses hinaus, wie sich diess in dem nahen Verhältnisse
seiner Erben zu den Verwandten seiner Frau in der Familie
Schnitzenbanm noch in späten Jahren kundgab. Sein Haushalt
mnsste durchaus geordnet gewesen sein, da ungeachtet seiner
kostspieligen Krankheiten sein Nachlass beträchtlich gewesen
war, indem der Neffe und Legatar Matthäus Fux allein 10.000 fl.
erhielt. Sein humanes Benehmen sprach sich auch in seinem Ver-
hältnisse zu den ihm unterstehenden Mitgliedern der Hofkapelle
besonders in jenen Fällen aus , wo er hilfebereit eintritt, wenn er
auch durch seine Amtspflicht dazu nicht veranlasst war. — Dass
er im Bewusstsein seines mnsicalischen Verdienstes auf den Bang
des ersten Kapellmeisters des ersten Kaisers der Christenheit
grossen Werth legte, und gelegentlich den Meistertitel nur jenem
zuerkannt wissen will , welcher die Composition aus dem Funda-
ment versteht, darf wohl bei einem Manne nicht befremden, der
sich sagen musste, dass er seine Stellung und sein Ansehen in
der musicalisehen Welt nur seinem Talente , seinen Kenntnissen
und seiner Thätigkeit verdanke. Seinem Herrn und Kaiser gegen-
über genoss er zwar ein besonderes Vertrauen , allein er überhob
sich dessen nie und liess darum die Rücksicht gegen seine un-
mittelbaren Vorgesetzten, besonders den Obersthofmeister niemals
aus dem Auge. Wenn er sich, wie bei der Beschwerde gegen den
Principe Pio, dem kaiserlichen Ausspruche zu unterwerfen erklärt,
so geschieht es doch nicht , ohne die Rechte des Kapellmeisters
ftir sich und seine Amtsnachfolger zu wahren. In seinen schrift-
lichen Aeusserungen , besonders den Gutachten, ist neben der
268 Characterzüge des F u x.
veralteten Form des Ausdrucks die klare Ansicht des Sach-
verhaltes und bei manchen hochgespannten Forderungen der
Bittsteller die kluge Corabinierung aller Umstände und ein inrnier
volles Mass der Billigkeit niemals zu verkennen. Indessen, wo es
gebothen erscheint , tritt er auch fest und entschieden auf^ zur
Strenge erhebt er sich nur in den seltenen Fällen, wo er in der
Handhabung seiner Amtsbefugnisse angegriffen wird, oder offen-
bare Böswilligkeit zu Tage tritt*. Nicht ganz selten ergeht er
sich auch bei ämtlichen Berichten in einem harmlosen Humor. So
sagt er, als der Violinist Hintereder wegen bedeutender Schulden
um Gehalterhöhung ansucht, dass „noch mehrere in eben diesem
Spital krank liegen, welche noch weniger Besoldung haben, als
der Bittsteller 3". — Dann meint er: „da der Supplicant, der So-
pranist Vincenzi ohne Familie sich befindet, so könnte er mit
80 Thalern monatlich gar fein und ehrlich leben*". Den Thomas
Sandtner, kais. Einspänner, der für seinen Sohn um eine Hof-
paukerstelle ansuchte, beschied Fux: „als wird dieser Suppli-
cant die Unterhaltung fllr seinen Sohn in dem Futteramt zu suchen
haben"*. Endlich als Vincenzo Losara, der 13 Jahre auf einem
KriegsschiflFe als Schreiber gedient hatte, cassiert wurde und ein-
kam, Hofmusiker zu werden, formulierte Fux den abweislichen
Bescheid in folgender Weise: „Weil nun L. in seinem Memoriale
frei bekennt, dass er zur Musik untüchtig sei, als erhellt von
selbst, weil zur Musik Vocalisten und Instrumentisten, aber keine
Matelotten nöthig sind, dass ich für den Supplicanten nit ein-
rathen kann*."
Da Fux durch mehr als zwanzig Jahre bei heftigen Gichtan-
fällen sein Amt versehen hatte, konnte er mit Recht von sich
sagen: „UnterSchmerzen habe ich meine Pflicht erfüllt." Wieviele
hätten sich unter ähnlichen Verhältnissen längst von allen Ge-
schäften zurückgezogen. Das zeichnet aber den starken Character
des Mannes und Künstlers, der auch von schweren körperlichen
Leiden sich nicht übermannen lässt.
Wie es von seiner früh erworbenen Berühmtheit kaum ander»
zu erwarten war, wurde seine Kunst in weitesten Kreisen aner-
1 Beil. VI. 1. 94. « Eb. 125. 141. 146. » Eb. 98. * Eb. 123.
» Eb. 170. « Eb. 237.
YerhältniBse zu gleicfazeitigen KUnstleni. 269
kannt und seine persönliche Bekanntschaft von reisenden
Künstlern gesucht. Im Jahre 1702 kam Maxmilian Zeidler^
Kapellmeister in Nürnberg nach Wien, „allwo er das Glück hatte
mit dem itzigen (1740) Ober-Kapellmeister Johann Josef Fux be-
kannt zu werden, dessen Gewogenheit und Treu« er lebens-
lang zu rühmen hat'^. Graf Franz Losy, einer der grössten
Lautenspieler in Böhmen (geb. 1638) bezeigte nach dem Zeug-
nisse des verdienstvollen Kapellmeisters Gottfried Heinrich
Stölzel (1690 — 1749) über nichts ein grösseres Vergnügen, „als
wenn ein Gang ungefähr in den Lulli'schen oder Fuxi'schen Gusto
einschlug, deim diese zwei Meister Lulli und Fux hatten bei ihm
vor allen den Vorzug*. Auch Johann Francisci (geb. 1691),
Cantor und Chordirector in Neusohl hebt besonders hervor , dass
er auf einer Keise nach Wien Bekanntschaft mit den kaiserlichen
Virtuosen gemacht habe, absonderlich mit dem Herrn Ober-
Kapellmeister Joh. Jos. Fux^. In seinem Testament erwähnt Fux
einer goldenen Medaille mit Kette, die er entweder von seinem
Monarchen oder einem fremden grossen Herrn erhalten haben
mochte. — In Dresden befindet sich in der Hofbibliothek von der
Hand des Joh. Dismas Zelenka ein fllnfstimmiger Canon, welcher
den Concertmeister Angelo Ragazzi, zugleich Violinspieler
in der kais. Hofkapelle zum Verfasser hat und über die Worte
gesetzt ist : Inveni hominem aecundum cor meum » während zwei
Stimmen singen: Joannes Josef Fux, excellens musicus.
Ungeachtet es an Anerkennung der Verdienste des Fux
durch gleichzeitige italienische und deutsche Tonkünstler nicht
fehlte , wie dies bei der Besprechung des Gradus und seines
Kapellmeisteramtes erwähnt wurde , so war es bei der Richtung
der Musik am Hofe zu Wien natüriich, dass die Augen auch der
bedeutendsten Componisten mehr nach Italien als nach Deutsch-
land gerichtet waren , da neben Fux grösstentheils nur Italiener
als Componisten auftraten, von denen einige, wie M. A. Ziani,
A. Caldara, Fr. Porsile, Fr. Conti bleibend, einige, wie die
beiden Bononcini, der Singmeister Tosi vorübergehend neben
Fux an der Hofkapelle angestellt waren, andere wie Legrenzi,
1 Mattheson, Ehrenpforte, p. 401. * Mattheson, eb. p. 171 f.
345. 3 Mattheson, eb. p. 79.
270 Verhältnisse zu gleichzeitigen Künstleni. — Anhang.
A. Lotti, Ariosti, Porpora u. s. w. hatten Compositionen
eingeschickt und konnten keinen Falls den dortigen Hofkapell-
meister ignoriert haben. — Von Interesse ist, zu erwägen, in
welchem Verhältnisse Fux zu den um 25 Jahre jüngeren Johann
Seb. Bach^ und Georg Friedrich Händel* gestanden habe.
Von persönlichen Beziehungen derselben ist durchaus nichts be-
kannt: Bach kam nicht aus seinen sächsischen Kreisen, Händel
hatte auf seinen Reisen niemals Wien bertthrt; Fux machte
niemals Reisen. Als beide anfiengen , durch ihre Compositionen
grösseres Aufsehen zu erregen, etwa nach 1725, war Fux bereits
über 65 Jahre alt und hatte mit dem Gradus und seinen Haupt-
werken der Composition den Höhenpunkt seines Ruhmes er-
reicht und es wäre naturgemäss an den jüngeren gewesen, an
den älteren Kunstgenossen heranzukommen. Wenn dies aber
auch nicht geschah , so konnte doch Bach , der die Werke von
Froberger, Kerl, Pachelbel eifrig studierte, den Werken des Fux
nicht fremd geblieben sein, und Händel, dem neben Fux von
Mattheson das beschützte Orchester dediciert wurde, konnte un-
möglich von Fux keine Notiz genommen haben. Die Richtungen
dieser drei Tonmeister giengen allerdings auseinander, allein dem
eifrig Strebenden kann das Verdienst eines älteren, und diesem
das Auftauchen so grosser jüngerer Talente nicht ganz fremd ge-
blieben sein. Mehr jedoch als die Wahrscheinlichkeit dieser all-
gemeinen Beziehungen ist aus dem Leben dieser drei Korj^Dhäen
der Tonkunst nicht nachzuweisen.
Da die Hoffnung, irgend welche schriftliche Aufzeichnungen
über das Leben des Hofkapellmeisters Fux entweder von ihm
1 Johann Sebastian Bach, geb. 21. März 1685 zu Eisenach,
1714 Concertmeister zu Weimar, von 1723 Cantor und Musikdirector an
der Thomasschule zu Leipzig bis an seinen Tod am 28. Juli 1750.
« Georg Friedrich Händel, geb. zu Halle 23. Febr. 1685, war
von 1703 bis 1706 bei der Oper in Hamburg angestellt, machte hierauf
Studien in Italien, kam 1710 das erste Mal nach London, wurde 1712 Ka-
pellmeister in Hannover, von 17 J 7 bis 1720 Musikdirector des Herzogs von
Chandos in Cannons, 1720 bis 1740 bei der Londner italienischen Oper
thätig ; seit 1732 kamen seine ersten Oratorien zur Aufführung. Er starb
13. April 1759.
Matthäus und Maria Eva Fux. 271
selbst oder seinen Angehörigen herrührend aufzufinden , lange
nicht aufgegeben wurde, so wurden wiederholte und mtthsame
Forschungen angesteUt, ob nicht bei seinen Erben, der Nichte
Maria Eva Fux unddemNeffen Matthäus Fux und deren Erben
und Bechtsnachfolgem sich etwas dahin einschlägiges erhalten
habe. Die bisherigen Bemtthungen erwiesen sich erfolglos. Allein
um etwa spätere, glücklichere Forscher in Kenntniss zu setzen,
was bisher über die Rechtsnachfolge in dem Erbe des J. J. Fux
an den Tag zu bringen gelang, mögen folgende Notizen dienen.
Matthäus Theophilus Fux, Sohn des Bruders des
Kapellmeisters * geboren 16. September 1719, ward bei dem Tode
seines Oheims 1741 Candidatus juris genannt*, erhielt durch
Legat seiner Muhme (Mämb) der Schwägerin seines Oheims, Fi*äu-
lein Maria Theresia Schnitzenbaum 1000 fl. In der Quittung darüber
aus Klagenfurt vom 6. Juni 1749 nennt er sich „Einleitungs-
Rectifications- Actuarins Registrator und Protocollista in Kämthen^^ .
Von da ab war weder in Klagenfurt noch anderswo etwas über
seinen Tod und seine letztwillige Verfügung zu erfahren. In der
Quittung verzichtet er auf eine Sicherstellung jener weiteren
1000 fl., die ihm seine Schwester, falls sie heuraten sollte, nach
demselben Testamente zu leisten verpflichtet war. Daraus lägst
sich auf ein gutes Einvernehmen der beiden Geschwister schliessen.
Da aber die Schwester Eva Maria Fux in ihrem Testamente vom
5. März 1771 ihres Bruders Matthäus weder als Erben noch als
Legatars erwähnt, während sie allen noch lebenden Geschwistern
und den nachgelassenen Kindern der verstorbenen Geschwister
Vermächtnisse aussetzt, so ist anzunehmen, dass Matthäus Fux
im Jahre 1771 bereits verstorben gewesen sei.
Maria (Eva) Fux*, geboren 18. November 1696 zu Hirten-
feld in Steiermark, gestorben unvermählt in Wien 6 April 1773
daher 76 Jahre alt, nicht 73 Jahre, wie das Wiener Diarium vom
10. April 1773 angibt. Sie war nicht nur durch das Erbe ihres
Oheims, sondern auch die weitere, nicht unbedeutende Erbschaft
der erwähnten Maria Theresia Schnitzenbaum (f. 19. Mai 1749)
in die Lage versetzt, unabhängig und behaglich ihre Tage zu be-
1 Stammbaum n. 16. ^ Beil. I. 12. 3 Eine von Maria Theresia auf-
gestellte Steuer-Commission. * Stammbaum n. 5.
272 SchluBS.
8chliessen ^ Sie muss mit den Verwandten der Familie Schnitzen-
banm in bestem Vernehmen gelebt haben und nach den Legataren
nnd Zeugen ihres eigenen Testamentes zu schliessen mit Personen
der höheren Beamtenwelt verkehrt haben*. Dartiber hat sie aber
die Verwandten ihrer eigenen Familie Fux in Steiermark nicht
vergessen, denen sie testamentarisch bei 8000 fl. legierte^, woher
sich wohl der verbesserte Vermögensstand derselben bis in die
neueren Zeiten schreiben mag. Ihre Stiftung einer wöchentlichen
Messe, die in St. Marein bei Pickelbach zum Andenken der Familie
Fux gelesen werden muss, besteht noch heutzutage : die Urkunde
darüber befindet sich im dortigen Pfarrarchive*. — Da Maria
Fux die unvermählte Josefa Perger ^ zur üniversalerbin einsetzte,
diese sich später vermählte und ihren Gatten Johann Elias Link
zum Erben einsetzte, auch in der Folge mehrfache ähnliche Ver-
hältnisse eintraten, so zersplitterte sich der Nachlass des Johann
Josef Fux in einer Weise, dass kein l'heil davon mehr nachweis-
bar ist^. Ein einziges Recht aus dem Nachlasse hat sich bis auf
unsere Zeit erhalten. Maria Theresia Schnitzenbaum hat eine
Stiftung fdr eine PfrUndnerin des St. Johannsspitals in Wien ge-
macht und zur Präsentantin ihre Erbin Eva Maria Fux und ihre
Bechtsnachfolger testamentarisch berufen. Dieses Präsentations-
recht kam durch Vererbung an Jungfrau Anna Nimpfling in Gratz,
welche im Jänner 1867 noch lebte ^
1 Ihr Vermögen belief sich bei ihrem Tode auf 25.100 fl. (Beil. I. 16.)
2 BeU. I. 15. 3 Eb. 17. * Eb. 18. * Eb. 15. « Vgl. Vererbung des
Vermögens des Fux. Beil. I. 19. ' Beil. I. 19.
Register.
Die beigesetzien Zahlen keziehen sich auf die Seiten.
Abbatia Ant. Mar. 45.
Abraham a S. Clara 14.
Addimari Cav. Dichter 41.
Add Pletro Violoncellist 227.
Alber Job. yiolinist 230. 246.
Albers Paul 246.
Alborea Franc., Violoncellist 227.
Aibrechttberger Job. G. 71. 163.
Allegri Gregorio 120.
Amalia Wilhelmina, Kaiserin 63. 77.
AmaKeo Aarelio 24. 40.
Amatori, Sänger 29.
d'AmbrevIlle Anna 148. 242 f.
d'Ambrevllle (Borretlnl) Reta 148. 225.
Amiller Andreas 235.
AncionI Glov. Batt., Dichter 42. 202.
AnclonI P. 192.
Angellco Michelangelo, Dichter 41.
Angermayer Job. Ign., Violinist 230.
247.
Angropoli Nie. 246.
Animuccia Glov. 35.
Antonelii Fll., Altist 224. 240.
Apolloni Apollonio 24. 41.
Apoilonl Glus. 41.
Appiani Glus., Altist 224. 240.
Apremont Karl Graf 151.
Apriie Bern^ 218.
Ariosti Attillo 64. 270.
Arrlgoni G. Giacomo, Comp. 45.
Bach Job. Seb. 36. 163. 270.
Badia Anna Lisi, Sängerin 225.
Badia Carlo Agost. 49. 64. 65 f. —
215. 223.
Köckeli J. J. Fux.
Bartolaia Luigi, Tenorist 29.
Baryten, Saiteninstrument 226.
BassanI 34.
B«ttbyani (SiraHmann) Gräfin 83.
Bellermann Heinr. Urtheil über den
Gradns 163 f.
Benevoli Grazie 120.
Berg Josefa Gräfin 150.
Bernarbei Giamb. 46. •
Bernabei Gius. Erc. 120.
Bernachi Ant. 28. 29.
Bernardoni Pier AnL 40. f. 64. 192 f.
198. f.
Bernini Glov. 41.
Bertali Anton., 7. 17. 42 f. Oper In-
ganno d'amore 17.
Berti Antonio, Bassist 224. 238.
Bianeccbia Glus., Sopran 29.
de Bicilly Benigne 45.
Bigelii Tomaso, Tenor. 238.
Bodoaro Giac, Dichter 41.
Bonarelli Prosp., Dichter 41.
Bonaventura Qiov., Comp. 45.
Bonni Stoff., Tenor 29.
Benno Gius., Hofcomp. 188. 215. 230.
234.
Bononcini Giovanni Maria, Vater der
beiden Componjsten Marc Antonio
und GioY. Bononcini 66.
Bononcini Marc Antonio und Giovanni
64. 66 f. 269.
Bononcini Giovanni 34 f. 49. 64. 67 if.
75. 114. 269.
Bontempi Glov. Andr., Sänger 27.
Boog Andr., Posaunist 254.
18
274
Register.
Boreiti G. A., Comp. 45.
Borghi Gaet., Tenor 171. 224. 239.
Borrosini Franc, Sänger 148. 171.
178.
Borrosini Rosa s. Ambreville.
Brown« Dr. Eduard, Reisen 21 f.
Burnacini Ludov., Architect 19. 42.
ButUtett J. H. 102. 107. .
Caccini Glul., Sänger 27 f.
Cftcilienbruderscliaft 169 f.
Caldano Conte, Dichter 41.
Caldara Antonio 35. 79. 86. 91 f. 114.
148. 150. 170. 172. 188. 215. 218.
220. 223. 232. 269.
Camilla, Op. von M. A. Boncini 67.
Cantoreil(naben 229.
Cappellini 0.< Comp. 45.
Caproli Carlo, Comp. 46.
Carestini Giov., Sänger 28. 148. 241.
Carissimi Glacomo 27. 28. 34.
Cassati Pietro 148. 171. 177.
Castelii Paoio, Altist 29. Dichter 41.
Comp.. 46.
Castlieti ioli. 23.
Cavalli Franc. 33. 45.
Cavalietti Giui., Tenor 239.
CavellA Conte 114.
Cavriani Friedr. Graf 150.
Cesti Marc. Ant. 19. 34. 40. 43 f.
Clierubini M. L. 163.
Cliristian, Familie 86. 126. CKrittian
und Leopold, Posaunisten 228.
Leopold sen. 230. 253. Leopold |un.
230. 253 f.
Ciallls Rinaldo, Dichter 41 f.
Cianci Franc, Bassist 29.
CicogninI Giac Andr., Dichter 41.
CiinI Lib. Nie, Dichter 42. .
Cobentzel Graf 114.
Cocchi Lor^, Sopr. 29.
Collälto Graf 114.
Concentus muslco-instrumentalis. 54.
La Contesa doli' aria, Caroussel 20.
39.
Conti Francetco 35. 64. 86. 91. 94 f.
114. 149. 170. 173. 188. 215. 223..
226. 230 f. 233. 252. 269.
Conti Ignazio 95. 231.
Contilli Aless., Altist 29.
Corradi Giul. Ces., Dichter 41.
Corvo Gasp. 178.
Costa Carlo 178.
Crammer Job., Violoncellist 250.
Cupeda Oonato 24. 40. 192. 199 f.
Cymbal, Tasteninstr. 226.
Dafne, erste Oper des Perl 32.
Dario Franc M., Dicjiter 42.
Denis Pietro. 159.
Denk Karl Jos., Violinist 230. 250.
Olabaö , Fabeln über J. J. Fux 5. 6.
Donati Gius. Cos., Sopran .29.
Oonati Gius. Mar., Tenor 29.
Donner Raphaei 13.
Draghi Ant. 7. 44. 49. 145. Dichter 41.
Drenger Franz., Violoncellist 250.
Ebner Marcas, Organist 7.
Ebner Woifg., Organist 16.
Elisabetb (von WolffenbflHel) Kaiserin
84.
Eugen Prinz von Savoyen 63. '82 f. 97.
216.
Eumaschl A., Dichter 41.
Eurldice, zweite Oper des J. Pen 32.
Fasching Jos. 246.
Faustina Bordoni-ÜMse in Wien 172.
205.
Faustini Giov., Dichter 41.
Federlci Domen., Dichter 41.
Feo, Sänger 29.
Ferdinand IL Kaiser 16. 23. 36.
Ferdinand ill. Kaiser, Pflege der Mu-
sik 16. 36. Oomponist 36. erste
Oper 36.
Ferrari Bened., Dichter 41.
Ferrari Jac Fll., Altist 29.
Ferri Baldass, Sänger 28 f. Dichter 41.
Hegrister.
275
Ficiani Pier Uigi, Dichter 41.
Figher Bar. Consi. 151.
Filipeschi Domen., Dichter 41.
Finsierbusch Ign , Tenorifit 239.
Fischer von Erlacli, Joh. Bernli., Archi-
tect 12 f.
Foggia Franc. 120. .
Francitci Joli., Cantor 269.
Franck Jos. 24.
Fretchl Domen., Comp. 46.
Freiiig Andr., Contrabass. ^27. 251.
Friedericli Franz Phli., Fagottist 257.
Fried ericli Joli. Jac, Fagotüst 228.
256.
Froberger Joh. Jac. 16.
II Fuoco Vestale, Oper 18.
Fux Andrea«, Vater des J. J. Fux 2. 4.
Fux Jacob, Neffe des J. J. Fux 3.
Fux /ohann, Grossneffe des J. J.
Fux 3.
Fux Johann Josef, Hofkapellmeister.
Persönliches:
Heimatland und Geburtsort 1. —
Geburtsjahr 2. ~ Abstammung
und Vei'wandtschaft. 2. — Stamm-
baum 2 f. — Bildungszeit 3 'ff. —
Vermählung 9. — Organist bei
den Schotten 9. — seine Ehe
kinderlos 10. — er wird kais.
Hofcompositor 47 f. — sein Gehalt
wiederholt erhöht 50. — nimmt die
Tochter seines Bruders an Kindes-
statt an 60. — gibt (1702) den Orga-
nistendienst bei den Schotten auf
60 f. — neue. Gehalterhöhung bei
Hofe 60. — Hofquartier auf dem
Neuen Markte 61. — wiederholte
Gehalterhöhung 65. — wird Ka-
pellmeister am Dome von St.
Stephan 71. — - wird kais. Vice-
Hofkapellmeister 75. — zugleich
Kapellmeister der Kaiserin- Witwe
Wilhelmina Amalia 76. — wird*
Hofkapellmeister des Kaisers 86 f.
— erhält eine Aversionalsumme
iiir seine eventuelle Witwe 144 f.
bei .der Krönung in Prag seine
Oper Costanza e Fortezza 146 f.
— der Gradus ad Pamassum er-
scheint 153. — F. vertheidigt die
Bechte des Hofkapellmelsters ge-
gen Principe Pio 165 f. — Vird
Mitglied der Cäcilienbruderschaft
169. — Faustina singt in seiner
Oper 172. «-« seine musicalische
Thätigkeit (1726—1728) 172 f. —
seine jOper Elisa erscheint ge-
druckt 186 f. — Kaiser Karl VI.
dirigiert seine Oper Elisa 187. —
seine letzte Oper 191. — seine
Gatän Clara Juliana stirbt 212. — •
er macht sein Testament 212. —
erhält vom Kaiser einen Erzie-
hungsbeitrag für seinen Neffen
Matthäus 213 f. — Fux als Hofka-
pellmeister 215 ff. — Caldara stirbt
215. — Schüler des Fux 259 f. —
seine Porträte 264 f. — Wohnun-
gen 265. — Kränklichkeit und Tod
265 f. — Characterztige 218—267.
— . Verhältnisse zu Zeitgenossen
268 f. — Anhang : Matth. Teoph.
Fux, Neffe 271. — Maria Eva Fux,
Nichte von J. J. Fux 271 f. — und
* seine Erben 272.
Fux als Künstler:
Seine Instrumental-Composi-
tionen 50. — Geschichtliches 50 f.
— seine Partite a tre 54. 57. — der
Concentus musico-instrumentalis
51. 54. 57. — Ouvertüren 55. — So-
nate a tre 58. — Kirchensonaten
58 f. — Sonaten für Ciavier 60. —
Ouvertüre für Giov. Bononcini
60. — Mus. Chronik (1702—1703)
60. — Mus. Chronik (1708—1709)
65. — Singfundament 73. — mus.
Chronik (1714—1716) 89. — Oper
Angelica vincitrice eb. f. — Chro-
nik (1717) 97. ^ Solmiaationstreit
18*
276
Register.
mit J. J. Mattheson 97 ff. — seine
Kirchenmusik: Geschichtli-
ches: Palestrinastil 117 f. — Stel-
lung des Fux darin 120 f. — Sing-
Btimmen und ihre Führung 123. ~
Stilo a cappella und concertante
123 f. — Instrumtiemng 124 f. —
Messen 126 f. ~ Missa canonica
128 ff. — Requiem 131 f. — Ves-
pern 132 ff. — Litaneien 136 f. —
Gradualien 137. — Offertorien eb.
ff.— Mottette 140. — Hymnen 141 f.
Te Deum 143. — mus. Chronik
(1719—1723) 144. — Aufführung
der Oper Costanza e Fortezza in
Prag 146 ff. — sein Gradus ad
PamasBum erscheint 153. — Ver-
anlassung und Zweck desselben
eb. f. — Methode 154 f. — Ueber-
setzungen 159 f. Urtheile ausge-
zeichneter Musiker dartlber : Lor.
Mitzier 160. Jos. Riepel 160. G. Pa-
sterwitz 160 f. Nie. Piccinni 160 f.
Padre Martini 162. G. Paolucci
162. Abt Gerber eb. Ad; Scheibe
eb. Kimberger 163. Heinr. Beller-
mann .163 f. — mus. Chronik
(1726—1728) 173. — Oratorien
von Fux 174 ff. — Textverfasser
dazu 174 f. — Allgemeines über
Oratorienmusik 175. — Sänger
darin 177 f. — die Oratorien: La
Fede sacrilega 89. 178. — La
Donna forte 89. 179. — H Fönte
della Salute 89. 180. — H Tri-
onfo della fede 89. 181. — II
Disfacimento di Sisara 97. 181. —
Cristo neir orto 97. 146. 182. —
Gesti negato da Pietro 144. 183.
— La Cena del Signore 144. 184.
— H Testamento di N. S. 172.
185. — LaDeposizione della Croce
173. 185 f. — Seine letzte Oper
191. — üebersicht seiner sämmt-
lichen Opern 192. — Texte dazu
192. — die grossen Opern 194. —
Operetten 194. — Behandlung der
Opern 194 ff. — ihre Instrumentie-
rung 194 f. — Gesangstücke 195 ff.
— Die Operetten: La Clemen-
za d'Augusto 60. 198. — Offen-
dere per amave 60. 199. — Pul-
cheria 65. 199. — Julo Ascanio
65. 200. — Gli Ossequi della Notte
65. 200 f. — n Mese dl Marzo 65.
201. — La Decima fatica d'Ercole
65. 202. — Dafhe in Lauro 89.
202. — Orfeo ed Euridice 89. 203.
— Diana placata 97. 203. — Psiche
144. 146. 204. — Opern: Giunone
• placata 172. 205. — Angelica vin-
citrice 89 f. 206. — Elisa 144. 207.
— Le Nozze di Aurora 146. 208.
— Costanza e Fortezza 146 f.
209. — La Corona d'Arianna 173.
211. Enea negli Elisj 191. 212. —
Fux als Hofkapellmeister 215 ff.
Fux Katharina, Schwester des J. J.
Fux 3.
Fux Clara Jullana, Gattin des J. J.
Fux 9. 212.
Fux Maria Eva, Nichte des J. J. Fux
2. 4. 10. 60. 213. 266.
Fux Matthftus Theophil., Neffe des
J. J. Fux 2. 4. 10. 213 f. 266.
Fux Peter, Bruder des J. J. Fux 2. 4.
Fux Sebastian, Neffe des J. J. Fux 2.
Fux Ursula, Mutter des J. J. Fux 2. 4.
Gabbrini Gius., Comp. 45.
Gabriell Joh., Oboist 228 f.
Gabrlelll Oiamante, Dichter 41.
Gallerate Marchese 150.
Galli Pietro, Contralt 240.
Garghetti Pietro Santi, Tenor 29.
Garghetti Silvio, Tenor 178. 224.
Gaucquier Alard, 23.
Gazaroll Zach., Oboist 258.
GenovesI Domen., Sänger 148. 171
224. 241.
^
RegiBter.
277
Cl«rb«rt Abt, ttber den Gradus 162.
aet angtkunst in ItaliM 27. — Wien 28.
CMaaettino Anton., Compon. 46.
Gigl K. 219.
Qiordnni Torquato, Sopran 29.
Glltzi Franz, Roman und Xaver, Oboi-
sten 86. 228. 257.
Gtttzin^er Fried., Bassist 170. 224.
237.
Qradiis ad Parnaeeum 153 ff.
araun K.. Heinr., Kapellm. 147. 149.
areil A. E. 163.
GrimanI Vinc, Dieliter 42.
Qrossauer Ferd., Violinist 227. 249.
Guadagnl P., Dieliter 41.
Guido von Arezzo 100. 112.
Gumpenliuber J. B. Gymb. 231.
Hainisch Job., Trompeter 228. 255.
Hammer leb. Paul, Violinist 249.
Hammer M. Jos. 219.
Hlndel Georg Fr. 36. 98. 109. 163.
270.
Hardedt Job. Karl Graf 151.
Harraob Ferd. Graf 150.
Hartmann Karl 246.
Hartner Jos., Besitzer des Greburto-
hauses des J. J. Fux 1.
Haue 114. 172. 188.
Haidn Josef 163.
Hayda Miebael 130. 163.
Hellmann Max, Cymbalist. 86. 218.
226. 230. 252.
Henkel Jos. Gräfin 151.
Herberstein Sigm. Graf 151.
von Hlldebrandt Lucas, Arohitect 18.
Hillverding M. Anna, Sängerin 242.
Hintoreder Georg, Violinist. 171. 227.
247 f.
Hirtenfeld, Geburtsort des J. J. Fux 1.
Hofeompoeitoron, ihr Ursprung und
ihre Bestimmung 49 f.
Hoffer lac. 170. 246.
Hofkapeilo dos Kaisers. — Beformie-
rung nach Josef I. Tode 74 f.
221. — unter dem Hofkapell-
meister J. J. Fux. 216. ff. Compo-
nisten 223. — Organisten 223. —
Sängerchor 223. — Bassisten, Te-
noristen, Altisten, Soprane, Sän-
gerinen 224 £ — Instrumentisten
225 f. -^ Violinisten 227. — Vio-
loncellisten 227. -^ Contrabässe
227. — Posaunisten 227 f. -*
Waldhomisten 228. -^ Trompeter
228. — Fagottbten 228. — Oboi-
sten 228.
Hofscholaren 86. 229 f. — Lehrer der-
selben 230. — Anstellung von
Zöglingen 230.
Hollandt Jos., Trompeter 228. 255.
Holzbauer Ign., Componist, iLcin
Schüler des J. J. Fux 263 f.
Heizhäuser Heinr. 77.
Holzhäuser (Reutter) Theresia, Sänge-
rin 177. 219. 225. 244. f.
Hueffnagel Franz, Gambist 226. 251.
HueHer Matth., Bassist 237.
Instrumental-ComposiUoaen. Geschicht-
liches 50. — Fux, Partite 52. —
Suite 52. — Symphonien, Ouver-
türen 52. — Tanzrhythmen der
Suite 52.
isaak Heinrioh 23.
losof I., Kaiser 62. — sein Character
62. — versucht sich in Composition
62. ~ sein glänaender Hofstaat
62. — Förderer der Musik 63 f. —
Bau des prächtigen Opernhauses
63. — nimmt die Widmung des
Concentus an 51.
Die Kaiserllcbo Famiiis wirkt bei
^dramatischen Darstellungen mit
22 f.
Karl VI., Kaiser. — Character 80. —
Urtheil des Ap. Zeno über ihn 80.
— Förderer der Wissenschaft 81.
278
Register.
— Leibnitz, Petz, Bernhard 82. —
Hofstaat 82. — Jagd — Scheiben-
schiessen 83. — musikfördemd
84. — Theilnahme des Hofes
daran 85. — seine Hofkapelle 85 f.
— dirigiert Caldara's Oper Euri-
steo 150 — ebenso die Oper Elisa
von Pux 187.
Karl Josef, Erzherzog 21.
Kerl Kaspar, Organist 8.
Keysof Reinhard 98. 109.
Kircher Athanaslut 15.
KIrnberger loh. Phli. 163.
Kuhnau Joh. 109.
Lambeck Pet., Bibliothecar 14.
Lamberg Ford. Graf 150. 215.
Undini<Conti)Marla, Sängerin 177.225.
dl Lasso Orlando 28.
LaudI spirituall 36.
Laute, Saiteninstrament 226.
Lazzari Mich. Baron 151.
Legrenzi 269.
Leibnitz 14. 62.
Lomberger Ford. 246.
Lomeno F., Dichter 41.
Longhoim Frfodr. Graf 151.
Loo, Sänger' 29.
Leopold I., Kaiser. -^ Character 13 —
Pflege der Wissenschaft 18 f. —
der Musik : eigene Compositionen
17. 42. — Liebe zur Musik 18 f.
— zur Oper 18. — Theilnahme
der kaiserlichen Familie daran
22. — die italienische Oper 87. —
Kaiser Leopold stirbt 61.
Lotma Ang. Maria, Bassist 29.
LIbano Loop. Violinist 246.
Liechtenstein Ant. Flor. Fürst, Oberst-
hofineister installiert J. J. Fux 88.
Liochtonstein Hans Adam Fürst 63. •
Limplacabii gelotia, *2weistimmige
Composition (nachMattheson) von
Fux, erscheint in der Oper Poli-
femo von G. Bononcini 69.
LobkowHz Christ. Fürst 150.
Lorber los., Oboist 257.
Loronzoni (Conti) M. Anna, Sängerin
225. 244.
Losy Anton Phil. Graf 151.
Losy Franz Graf 269.
Lotti Antonio 77 f. 114. 270.
Luti Glamb., Dichter 41.
Maccioni Glov. Batt.,- Dichter 41.
Compon. 45.
Maddali Bern. 174.
Maossanus Petrus 23.
Malliard Ant., Fagottist 257.
Maillard Karl, Fagottist 256.
Malvezzi Ottav., Dichter 41.
Mancini Qiamb., Sänger 29.
Manfred! Aiess., Uebersetzer des
Gradus 159. 161.
Marcollo F. Giov., Dichter 41.
Maria Anna, Erzherzogin 85. 150 f.
Maria Theresia, Erzherzogin 84 f. 97.
150 flF. :216.
Martinolii Domen., Architect. 13.
Martini Padre, über den Gradus 162.
Masselti Lorenzo, Contralt 240.
MassuccI Ant., Tenor 29.
Mattel Lor., Dichter 41.
MaHeis, Violin 86. 246.
Mattheson Joh. über die Partite des
Fux 59. — Fehde mit Fux wegen
Solmisation 98 ff. — mit Fr. Conti
95. das beschützte Orchester 99 f.
104 f. — Critica Musica 109.
160.
Mazza Domen., Dichter 42.
Mazzeila Nie, Tenor 29.
Mazzocchi VIrg., Singmethode 27.
Medolago Ant., Dichter 42.
Melani Aless., Componist 45.
Metastasio P., kais. Hofpoet 115. 165.
187 f. 192. 212.
Minato Conte Nie, k. Hofpoet 24. 40.
Mizler Lorenz, Uebersetzer des Gra>
dus 159 f.
Register.
279
Mollart Fenl. Ernst Graf , Hoftnusik-
Oberdirector 74 f.
U MosarcfaU Utina, Oper 18. 20. 24.
Monsella Giov. Andrea, Dichter 41.
MontaiHis Laily Mary, über die Oper
Alcina von Fux 84. 89 f.
de Monte Phillppiis 23.
Monterlso Gins., Sopran 224 241.
Monteverde Claudio 33. 119.
Moreto Agost., Dichter 41.
Morselli Adr., Dichter, 41.
Moser Jos., Bassist 230. 237 f.
Mozart W. A. 163 f. 262.
Mnffat Amad. (Gottl.), Organist 86. 126.
171. 223. 230. 235. 259.
Multet Joh. Ernst, yioUnist 249.
Miiflat Jos., Clav. 231.
MDIIer Jeach., Staatscabinet 20.
Musik am Vsterr. Hofe vor Kaiser Leo-
pold L unter Ferdinand Ol. 16. die
Niederlande!: 28. die Italiener 50 f.
— Sprache der Deutschen nnd
der Italiener an der Oper 24 f.
NaninI Giov. M. 119.
Nassotto 8ob., Trompeter 255.
del Negro Ant., Dichter 42.
Nerl HHppo 35 f.
Neri Qlanbatt., Dichter 42.
Neubauer, Organ. 86.
Noris Matt., Dichter 41.
Oper, italienische. — Ursprung 29 f.-*
Giacoppo Peri31 f.-* Claudio Mon-
teverde 33. — Franc. Cavalli 33. -*
Giac. Carissimi 34. — Marc. Ant.
Cestl 34. — Alessandro Scarlatti
34. — Verbreitung in Deutschland
36. -^ Opemtextbücher 37.
Operncomponisten ausser den Hof-
componisten 45 f.
Operntextdichtor 37. ^ ausser den
Hofpoeten 41 f.
Oratorium Entstehung aus der Kam-
mer-Cantate 35 f.
Oriandini L, Dichter 41.
Orsini Gaetano, Opernsänger 148.
170. 177. 224. 250. 240:
Oottl Matli., Tenorist 239.
Otto Friedr., Hornist 254.
Paobta Franz Graf 151.
Pacieri Gius., Comp. 46.
Paggioli Baldassaro, Altist 29.
PagiiardI G. M., Comp. 45.
Palestrina Pier Luigi 35 f. 118 f.
Paiotta Matteo, HofkapeUmeister 215.
223. 233.
Pamfiii Bened., Dichter 41.
Pancotti Ant., Altist 29. Hofkapell-
meister 50. 61. 75.
dei Pane Domen., Sopran 29.
Panizza Lucrezia, SKngerin 243.
Paolucci 6., über den Gradus 162.
ParlatI Piotro, Hofpoet 114. 116. 146.
172 f. 174. 189. 192. 202 f. 206 f.
208 ir. 211.
Pasquinl Bern., Comp. 46.
Pasquini Giov. Claudio, Hofpoet 174.
189. — sein Opemtext zu Don Chi-
Bciotte in corte della duch^ssa,
fälschlich dem P. Pariati zuge-
schrieben 190.
Passerini Franc, Dichter 41. Comp.46.
Pasterwitz G., über den Gradus 160 f.
Payer Cliristian, Tenor 171. 224. 239.
Payer Job. Bapt., Hoforganist 126. 236.
Pederzttoli J. P., Comp. 45.
Porgen Ford. Graf 151.
Pergen Joh. Bapt. Graf 151.
Pari Jaooppo, £rfinder der Oper 31 f.
Pernember F. K., Violinist 227. 248.
Perroni Giov., Violoncellist 86. 148.
227. 250.
PertusaU Cbrist Graf 151.
Petazzi Pletro, Sopran 230. 242.
Piani Giov. AnL 86. 149. 178.
Piani Tomaso, Violinist 246.
PIccinni Nie, über den Gradus 160 f.
Piccoiomini Ottav. Graf 151.
280
Register.
Pieliacher Ign., Bassist 237.
von Pilati Joh. Ant. 63.
Pio di Savoia, fiiDcipe Luigi 114.
150. Conflict mit Fux 165 f. — 187.
215. 217. 219.
Pitani Barbara, Sängerin 245 f.
Pistocchi Franc. Ant., Gesangschale
27flf.
Pistorini Baldatt., Bassist 29.
Piakai (Blagai) Gräfin 150.
Platzer Joh. Alb., Organist 16.
Pdck Ant., Bassist 237.
Pttllnitz Ludw. Baron, m^moires 82 f.
II Pomo d'oro, Oper 19. 38.
Porpora N. 29. 114. 270.
Porsilo Gius., Hofcompositor 96. 114.
144. 170. 172. 188. 223. 233. 269.
Praun Christoph, Bassist. 148. 171.
178. 224. 230. 237.
Prodiori Luc Antonio, Hofkapellmeist.
188. 215. 220. 223. 232.
do Pris Josquin 23.
Preyor Gottfr. , DomlEapellmeister 71.
Proglio Domen,, Sopr. 29.
Proskau Christ. Graf 151.
Protoo sui Rone, Oper von G. Bonon-
cini, Ouvertüre dazu von Fax 60.
de Prugkh Arnold 23.
Priistmann Ign., Scliüler des Fux 262.
POrk Wenzel, Org. 230.
Puttoanus Erycius 102.
Quantz Joh. Joach., über die Darstel-
lung der OperCostanza eFortesza
in Prag 147 ff. 149. 172.
Quellen der Forschung über Fux
im Vorworte.
Questenborg Adam Graf 150.
Rabutln Gräfin s. Sinzendorf.
Ragazzi Ang., Canon Fax zu Ehren 269.
Rajoia Ant., Violoncellist 227.
Ranucci Ott. 32.
Ratazzi Ang. 86.
Regnart Jacob 23.
Reinhard Franz, Violinist. 171. 230.
246.
Reinhard Georg 166 f. 170.
Reinhard Karl Math. 230.
Rotnhard Kilian, Concenmeister 74.
171. 234.
Remigio Don, Dichter 41.
Reutter Georg sen., Kapellmeister am
Dome von St. Stephan 71. 235.
Reutter Georg Jun. 188. 215. 219.
^23. 233.
Reutter Theresia s. Holzhauser.
RIccioni Ben., Bassist 29.
Richter Ant. Karl, Organist 223. 236.
Richter Ford. Tobias, Ho.forganist 45.
Riopei Jos., über den Gradus 160.
Renk Euch. Gottl., Leopold des Gros-
sen Leben 17 f.
Rodrano Riccardo, Dichter 41.
Rogenhofer (Schnautz) Anna Barb.
Sängerin 225. 243 f.
de Rore Clpriano 119.
Rosetter Joh. Otto, Violinist 246.
de Rossi Camilla 64.
ROssl Rocco, Dichter 42.
Rossi Wenzel, Hornist 254 f.
Rotal Karl Graf 151.
Rupprecht Hans Albr., Dichter 41.
Rusovsky Franz, Organist 230. 236.
Sabatini Pompeo, Sopran 29.
Salaburg Ludw. Graf 150.
Salimboni Fei., Sopran 225. 242.
Salm Kari Theodor.Fttrst.63.
Salm Karl Graf 151.
Salm Christiana Gräfin 151.
Salviati FIlippo, Violinist 219. 230.
248 f.
Sances Fellce, Kapellmeister 7. 16.
43. 232.
Sarti Domen., Sopran 29.
Sartorio Ant., Comp. 45.
de Sayve Lambert 23.
Sbarra Francesco, Dichter 24. über
Pomo d' oro 38. 40. ^
Register.
281
Searlatti Alett. 27. 29. 34 f. 46.
Scheibe Ad.^ über Cavalli 33. -* ttber
Fuz und Caldara 93. — über den
Gradus 162.
Schindler Geerg, Fagottist 256.
Schiegel, die Vermeinte Brüder 25 f.
Schmelzer Andr. Ant. 8.
Sehmeizer Jeh. Heinrich 7 f. 21. 44.
Schmelzer Pet. 246.
Schnautz Anna Barb. b. Rogenhefer.
Schnautz Anton, Contrabassist 227.
•251.
Schnautz Franz Peter, Vioioncelßst
250. 251.
Schnautz Joh. ign. 230.
Schnitzenbaum Joh. Joe., Schwieger-
vater des J. J. Fux 9.
Schnitzenbaum Clara Juliana, Braut
und Frau des J. J. Fux 9. 212.
Scfanitzenbaum Maria Anna, Schw&ge-
rin des J. J. Fux 10.
Schnitzenbaum Maria Theresia, Schwä-
gerin des J. J. Fux 10.
Schnitzenbaum Paul Ant., Schwager
des Fux 10.
Schnitzenbaum Ursula, Schwiegermut-
ter des J. J. Fux 10.
SchSnborn Friedr. Karl Graf 83.
SchOler des J. J. Fux 259 ff.
Schulz Joh. Ludw., Oboist 258.
Scirtonlano Alindo, Dichter 42.
Scooniant Regina, Sängerin 177. 225.
Seilern Graf 63.
Senetino, Sänger 28.
Sennfn Ludw. 23.
Serano Camilio, Dichter 41.
Serini Glut., Comp. 46.
Settier Erntt, Trompeter 255.
SInzendorf Sigm. Graf 166.
SinzendoH (Rabutin) Elitabeth Gräfin
63.
Solmisation und KirchentSne, Streit
darüber mit Joh. Mattheson 97 ff.
Stadimann , Viotin. 227. 230. 249 f.
Stampiglia Nunzio, Dichter 42.
Stampiglia Silvio, Ho^oct 41. 64. 192.
201.
Starhemberg Judith Gräfin 150.
Starhemberg ROdiger Graf 63.
Starhemberg Thomas, Graf 63.
Steffani Agott, Comp. 46.
Steinbrucicner Anton und Ignaz, Po-
saunisten 254.
Stella Pletro Marchese 150.
Stubenberg Jotef Graf 151.
Stradella, Sänger 27.
Stratoldo Anton Graf 151.
Sturmb Joh. Franz, Fagottist 255.
Sturmb Franz Mart. 256.
SutinI P., Dichter 41.
Tartini Glut, in Prag 146.
Telemann G. Ph. 98. 109. 159 f.
Teorbe, Saiteninstrument 226.
Thalmann Franz Dan. 50. 75.
Thurn Rota Gräfin 151.
Timmer Franz Jet., Violinist 247. Te-
norist 230. 238 f.
Tollini Domen., Sopran 117. 240.
Toti Pletro Franc, Sänger 28. Hof-
compos. 70. 75.
Tricarico Glut., Comp. 45.
Truchtett von Zeil Karl Robert Graf
151.
Tuma Franz , .Schüler des J. J. Fux
261.
Tychian, Comp. 45.
Utienghl C. M., Dichter 42.
Vaet Jacob 23.
Valentin! Giov., Eapellm. 16.
Vanadin! D. Ant. 140.
Ventura Domen., Balletmeister 42.
Verdina Pletro, Kapellmeister 16.
Vernio Giov. Bardi 30.
Vincenzi Joh., Sopran 171. 240 f.
Viola da gamba, Streichinstniment226.
VItali Giac, Sopran 242.
Vogler Abt, über den Gradus 162.
282
Register.
Wagenseii Georg Christ., Hofcomp.
215. 218. 223. 230. 233 f. Schüler
des Fux 262.
Weist 8llv. Leop. 147. 149.
Werdenberg Caeimir ßraf 151.
Wemdie Ant., Organist 237. Bassist
230. 238.
Westenrad Christ. Bar. 151.
Wien am £Dde des XVII. Jahrhun-
derts — sein Umfang — Architec-
tur — Sculptur 12 ff.
Wittmann Andr., Oboist 228. 258.
Weiler Ferd., Violinist 246.
Woller Jac. Jos. 230.
Woechitka Tob., Fagottist 256.
Ximenee Caval., Dichter 41.
Zacher J. Mich., Comp. 46. 71 i.
Zamponl Gins., Comp. 45.
Zarabeia Andr., Diehter 41. Comp. 46.
Zarlino 119.
Zeidier Max, Kapellmeister 269.
Zeitlinger 8eb. 170.
Zeienica Joh. Diem. 149. 260.
Zeno Apoetoio, Hofpoet 80 f. 113 f.
150. 152. 165. 172. 187. f. 192; 204.
Zlani Marc Anton., Vice - Hofkapell-
meister 50. 64. 74 f. 77 f. 86. 145,
269.
Zlani P. Ant., Comp. 45.
Ziiler Bernfa., Violinist 247.
Zinicen, Blasinstrument 226.
Zineendori Ant. Gräfin 151.
Zobur Jos. Graf 151.
j±.
Beilagen.
Beilage I.
Urkunden: Familien- and VermögensTerhftltnisse des i. i. Fux.
!• Trannngpsmatrikel der Pfarre zu den Schotten in Wien vom Jahre
1606. „Copulationen<* (vorhergeht „4. Juni«),
„Der Edle nndt Kunstreiche Herr Johann Joseph Fux, dessen
Grottshauss wohlbestellter Organist, wohnhafft in Schottenhoff, gebührtig in
Steyermark nimbt zu der Ehe die Edle Ehr- und Tugentreiche Jungfrau
Juliana Clara Schnitzenbaumin, gebührtig allhier wohnhafft in den
Winklerischen Hauss auff den alten Fleischmark, weyl. des Wohledlen undt.
Gestrengen Herrn Johann Joseph Schnitzenbaum N. Oe. Regierungs-Secre-
tarii undt Maria Vrsula dessen Ehefrau, so noch am Leben eheleibliche
Jungfr. Tochter.
Test. Hr. Andreas Anton Schmelzer,
Köm. Kays. Kammer-Musicus.
Hr. Bernardinus Tschuk,
Unter-Steyerhandler u. örundschreiber.
Hr. Paul Schmuderer,
des Innern Rathes und bilrgerl. Eisenhändler.
Hr. Conrad Scheffer,
Controlor in Kriegsrath.
■
t« Trauungsmatrikel der Dompfarre St. Stephan in Wien.
nCopnlatus 5. Juni 1696.
Der Wohl Edle vnd Kunstreiche Hr. Johann Joseph Fux, Orga-
nist bein Schotten Zu Hürtenfeldt in Steüermarkh gebürtig, mit der Edlen
Ehr vnd tugendsamen Jungfr. Clara Juliana Schnitzenbaumin weyl.
Hm. Johann Joseph Schnitzenbaum gewesten N. Oe. Regierungs-Secretarii
vndt Maria Ursula seiner Haussfrau Ehiiche Dochter. *<
Testes. Hr. Antoni Schmelzer, Hr. Bernardin Tschukh, Hr.
Paul Schmudterer, Hr. Conrad Scheffer.
Tax. a Scotensibus.
*
S« Aus dem Archive des k. k. Landesgerichtes in Wien.
„Wir Endtsgefertigte Bekennen Craft gegenwärtigen hiemit öffentlich,
wassmassen wir von wegen wayl. der Frauen Clara Juliana Fuxin,
gebomen Schnitzenbaumin, des Herrn Johann Joseph Fux Kay. Hof-Capell-
meisters Ehe-Consortin und unserer Frauen Schwester seel. betreffenden
286 Beil. I. 4.5.
Verlassenschaft zu ewigen Zeiten keine anfordemng stellen wollen*, £rclä-
ren uns hiemit gerichtlich demnach , das8 die diessfÜUige angelegte Spörr
hinwidemm ohne einzigen Bedenkhen hinweggenommen und obgedachten
Herrn Fux, als unsem Herrn Schwägern die Verlassenschaft gerichtlich ein-
geantwortet werden könne. Zu .Ifrkunde dessen unsere hierunter gestellte
Fertigung. Actum Wienn den 14. Augusti 1731."
(L. S.) Maria Anna Schnitzenbaumin,
Ihro Durchleicht Erzherzogin Maria Magdalena Camer-
dienerin.
(L. S.) MariaTheresiaSchnitzenbaumin,
bei Weyl. Ihro Höh. Elisabetha kön. Princessin von
Polen seel. Cammerdienerin.
(L. S.) Paul Anton Schnitzenbaum m./p.
Kay. Hof Cammer Concipist.
%• Erbserklärung des Joh. Jos. Fux nach dem Tode seiner Frau.
Archiv des k. k. Landesgerichtes in Wien.
Hoch, und Wohlgebohmer Reichss GraflF etc.
Gnädiger Herr 0. H. M.
Zufolge der nebenkommenden Auffleg vnd Verbscheidung A hab ich
mich auff die darinne mit lit. A hiebei B anliegenden Repudiation für uni-
versal Erben ab intestato zu meiner verstorbenen Ehewürthin Clara
Juliana Fuxin seel. Verlassenschaft sine beneficio legis et inventarii hie-
mit ordentlich erclären beynebens bitten sollen.
Euer E:(cel]enz geruhen diese Meine hiemit Thuende Erbs-Erklärung
gnädig zu acceptiren derselben protocoUando zu gedenkhen und Nunmehro
wegen eröffnung der Spörr auch Einantwortung der Verlassenschafift die be-
hörige Verwilligung abstö ergehen zu lassen, mich gehors. empfehlend
Euer Excellenz
gehors.
2048 Johann Joseph Fux m./p.
praes. 29. August 1731. Kay. Hof Capell Maister.
Bescheid.
Diese ErbserClärung bey der Oantzley aufzubehalten und denen In-
teressirten auf anlangen abschrifften zu ertheillen; annebenss will Hr. Oberst
Hof Marschall über die von deme ab intestato kommenden Erben beyge-
brachte schriftliche gefertigte repudiations erklärnng ddo. 14. Aug. inste-
henden Jahrs, so bey der Kantzley in origin. aufzubehalten in Eröffnung
der Spörr und Einandtwortung der Verlassenschaft gegen revers bewilligt
haben. Wien, den 29. Aug. 1731.
E. Martinitz m./p.
&• Nach dem im Archive des k. k. Landesgerichtes in Wien aufbe-
wahrten eigenhändig geschriebenen Originale.
,^prae8. 13. Februar 1741.
Beil. I. 5. 287
Letzter Wille.
Meines Bruders Petters hinterlassenen Sohn, alss meinem lieben
Vettern Matthaeo, welchen ich von kindheit auferzogen , legire ich die
güldene ketten sambt daran hangender Hedalia : Item alle meine Bücher,
Musicalisch- und ändere: femer alle musicalische Instrumenta, und dass
wenige gewehr. An Geld vermache Ihme Matthaeo Zehen Tausend Gulden
id est 10.000 fl. mit dem geding, dass er Matthaeus in seinem angefangenen
fltudio so wohl in litteris alss auch Musica sich embsig zu üeben fortfahre
und sich qualificirt zu machen trachte. Und weillen der knab annoch Mi-
norenis ist, so ernenne ich für dessen Gerhab qider Tutom der Rom. Kay.
May. Hof Cammer Concipisten Herrn Paul Anton Schnizenbaumb,
alss meinen liebsten H. Schwägern , dessen Integritet und Wohlgewogen-
heit gegen meine Famili von villen jähren Hero mir sattsamb bekant ist.
Wird derwegen ein Hochlöbl. Hof Marschallisch Gericht gehorsamb gebeten
Ihme Herrn Schnizenbaumb qua talem zu confirmiren. Meine Dienstbotten
-zu betreuen ,' überlasse der aequitet meinr bald Hernach zu declarenden
Universal Erbin, alss welche ermessen wird, was einem ieden neben der
gewändlichen klag nach proportion der Zeit und embsigkeit ihrer Dienste
ohne nachthail der Massae haereditariae und eignen Subsistenz könne ge-
reichet werden. Denen armen Häusern vermache ich dreissig Gulden, in
gleiche theil aus zu theilen.
Mein totter cörper solle nach Christlichem gebrauch auf St. Stephans
Freydhof doch ohne gepräng begraben , und zu meiner allerliebsten Ehe
Consortin beygeleget werden. Die anzahl deren Heiligen Messen für meine
arme Seelle , überlasse abermallen der Pietet meiner Universal -Erbin ; als
welche zwischen ihrer Schuldigkeit, gewissen und nptturfb zu ihrer ehr-
lichen Unterhaltung dass mitel zu ergreifen wissen wird.
Welches ich auch von dennen almusen, fUr andere arme ausser
-dennen armen Häusern wil verstandten Haben. Endlich setze ich zu meiner
Universal Erbin ein, von allen meinen übrigen vermögen, wie selbes Namen
Haben mage, nicht ausgenomen, meine liebe Maimb Eva Maria, des an-
fangs gesetzten legatarii Matthaei leibliche Schwester, ihres wohlverhaltens
Halber, lieb und trey, so selbe forderist nach ableiben meiner liebsten Ehe
Oonsortin seel. mir erwiesen Hat , doch mit dem beding , dass selbe ihren
Brueder Matthaeum , so lange es die Zeit leyden würd , bei sich behalten,
und sorg tragen, damit er Christlich erlich mit guten Siten erzogen werde,
auch sich erinnern ^olle , dass gleich wie Sie Eva Maria mit virthalb iahren
ihres alters an kindsstat von mir ist angenomen mit vätterlicher obsorg,
lieb und treu bis auf diese Stundt versorget worden, Sie auch dess sich er-
innernd Ihren Bruedem dergleichen thue, und ihme die Schwesterliche lieb
und treu solle lassen angedeyen.
In fahl aber mein Vetter Matthaeus wider ver Hoffen in der Minorenitet
mit Tott abgehen möchte, solle von dessen legat drey Tausend Gulden dessen
288 Beil. I. 6-9.
älteren Bruedern Sebastian oder in abgang dess seinen Bruedern,
welcher alssdann in rechtsamben besitz des Fuchsischen Haas zn HUrten-
feld in Steyer Markh in St. Mareyner Pfar gelegen , sein wurde, zuefallen :
dass übrige aber der Universal Erbin Eva Maria zu guten kommen solle.
Dass ist mein letzter Wille mit meiner aignen Hand aufgezeichnet,
deme in allen stucken solle naehgelebet werden.
Meine arme Seile endlich in die grundlose Barmherzigkeit Gottes
empfehlend übergibe Selbe in die Hände meines Erlesers. Den 5. Januarij
1732.«
(L. S.) Johann Joseph Fux,
Kay. Hof Capel Maister m/p.
Auf dem Umschlag:
„Lester Wille
mein
Johann Joseph Fux,
Kay. Hof Capel Maister m/p.«
•• WieÄer Diarium 1741 pag. 149.
„Den 14. Februarii«. Verstorbene.
^Der Wol-Edel-gestrenge Hr. Johann Joseph Fux, weil, der Rom.
Kays. Majest. Hof-Capellmeister, bei dem goldenen Bäm am alten Fleisch-
markt, alt 81 J.«
1. Commune von Wien, Todtenbeschaueramtsprotokoll 174. fol. 207.
„14. Februar. Der Wohl Edlgestrenge Herr Johann Joseph Fux,
Weyl. der Rom. Kay. Maytt. Hoff- Capellmeister ist beim golden Bäm am
alten Fleischmarkt an Hectica-fieber bscht. (beschaut) alt 81 Jahre."
9* Dom von St Stephan in Wien, Todtenprotokoll 1741 fol. 12 [be-
graben].
„15. Februar. Der fititl:] Herr Johann Joseph Fux, weyl. der
R. K. M. Hof-Capel Maister zu St. Stephan in die Kru£ften, grossgleuth 0 fl. |
1 Requiem 6 fl.«
O* Nach den Acten des k. k. Landesgerichtes in Wien erklärt sich
Eva Maria Fux auf Grund des Testamentes vom 7. Jänner 1732 unbedingt
zu Erbe des Nachlasses ihres Oheims des am 13. Februar 1741 verstorbe-
nen Joh. Jos. Fux.
Femer steht auf dem Original -Umschlag des Testamentes- von J. J.
Fux mit Bleistift geschrieben: „gestorben 13. Februar 1741«, ebenso auf
dem Originale des Testamentes: „praes. 13. Febraar 1741«.
Damit ist der Todestag des 13. Febraar 1741 vGllig sichergestellt
Aus allen diesen Angaben geht übereinstimmend hervor :
Joh. Jos. Fux ist gestorben 13. Februar 1741
., „ „ „ beschaut 14. .,
„„.,., beerdigt 15. ., .,
Beil.l. 10. U. 289
Fin.-Ministeriums- Archiv.
A, „Dem Capellmeister Hrn. Job. JosefFux an jährlichen 600 fl.
(adjuta) die 4. Quartalsgebühr 1737 laut Quittung IM) fl. (Anmerkung)
„Fernere Gebühr nemblich vom 1. J&nner 1738 bis Ende Juni 1740 ist der
Stadt-Banco verwiesen worden.
Vide die Lista fol. 101. <<
Bancalitats-Caineral-Zahlamts-Rechnung 1740 fol. 138.
B, „Aussgaab auf Claag- Gelder Ihro May. des Kaysers Hinterbliebenen
Hofstaatsbedienten.
„Herr JohannJosefFux Capellmeister laut Quittung 40 fl.*'
Banc. Cameral-Zahlamts-Reohnung 1743 fol. 317.
C, Fuxische Erben: „Int. dd. 25. Mai 1741 an die Minister.-Banco-De-
putation: mit des verstorbenen Hofkapellmeisters Joh. JosefFux nach-
gelassenen Erben seiner gehabten Hofbesoldnng und adjuta pr. jfihrl. 3100 fl.
bis den 14. Februar 1741 die Abrechnung zu pflegen.
An die Univ. Banco — ."
General Assign^tionsbuch von 1741 fol. 245.
Da Fux (in C) im Mai 1741 „verstorbener (nicht pensionierter) Hof-
kapellmeister'' genannt wird , und von seiner gehabten Hofbesoldung
und adjuta mit den Erben Abrechnung gepflogen werden soll ; da femer
noch im Jahre 1743 (nach B) den Erben die dem J. J. Fux für „Claag-Geld'<
40 Gulden ausbezahlt wird, als einem Ihro May. des Kaisers (Karl VI.
1 20.0ctober 1740) „hinterbliebenen Hofstaats-Bedienten •*; so scheint daraus
hervorzugehen , dass Fux nicht nur beim Tode des Kaisers als wirklich an-
gestellter galt) sondern auch später bis zu seinem Todestage 23. Fe-
bniar 1741) im Genüsse seiner Besoldung und seines Characters geblie-
ben ist.
tfl« Aus den Acten des Obersthofmarschallamtes, unadelige Abhand-
lungen Ur. 5006 im Archive des k. k. Landesgerichtes in Wien.
•
Erbserklärung der Eva Maria Fux nach Johann JosefFux'
Ableben.
Gnädigster Herr Obristhofmarschall etc.
„Nachdeme mein vielgeliebter Vetter Herr Johann Joseph Fux als
Weyl. Sr. Rom. Kay. und Kön. Cath. Maytt. glorwürdigster Gedächtnus
Seel. n^ichgelassene Hoff Capell Maister seel. den 13 diess M. dieses Zeitliche
mit dem Ewigen Leben verwechsslet und lauth seiner hier anliegenden
untern 5. Jenner 1732 verfasst letztwilligen Disposition A de puplicato 13
diess Monath mich als universal-Erbin eingesezet und benenet hat, als will
dann diese meines Vetters per Testamentum auf mich gediehene Verlassen-
schaft simpliciter et absque beneficio legis et Inventarij vergreifen und
solcher Gestalten mich als Erbin erclfiren.
Solchemnach Gelangt an Euer HochfUrstl. Durehleucht etc. mein De-
müthiges Anlangen und Bitten,
KbchtJ, J. J. Fax. 19
290 Beil.l. 12.13.
Dieselbe geruhen I*" diese meine ErbserclSrung gnädig zu aoceptiren
und dessen prothocollando zu gedenken, dann II* wegen Abthunng der
Spörr und Einantworthung der Verfassenschaft das behörige ergehii zu
lassen.
Mich empfehlend
Euer HochfÜrstl. Durchlaucht
praes. 21. Februar 1741. demttthige
Eua Maria Euxin.""
i %m Abhandlungs-Verlass.
„Bei der, von der zu Hungam und Böheimb Königl. May. Erzherzogin
zu Osterreich obristen Hofmarschall Ambt, zu Abhandlung Weyl. Johann
Joseph Fux, gewesten Kay. Hof-Capell Meisters seel. Verlassenschaft
angeordneten Bemittirung seynd auf beschehene Erfordenmg in der Ambts
Canzley erschienen : die in Testament eingesetzt — auch erclSrte Universal-
Erbin Eva Maria Fuxin durch ihren Bestellten D"!*" Ziegler aines: dann
Matthaeus Fux , U- J- Candidatüs andern TheiLls : Und ist in puncto ange-
Buohter Einantwortung der Verlassenschaft über die von beeden Theillen
vemohmen und von Weyssen Rath ad plenum referirte Nothdurften verao-
lasst worden :
Dass die von der Impetrantin eingelegte Quittungen wegen deren
abgestattete Legaten nebst des Mathaei Fux beigebrachten TaufPschein bei
der Canzley aufbehalten, Und Nachdeme derselbe wegen- des ihme per
Zehen Tausend Gulden angefallenen vetterlichen Erbtheiles mit seiner
Schwester verstanden zu seyn sich mündlich erkläret, solche Erklärung
schri£ftlich zur Canzley erleget; nach dessen Befolgung gegen Einlegung
des gewöhnlichen Revers, der Impetrantin ihres Vetters sei. Verlassenschaft
vermittels Eröfnung der Sperr eingeantwortet werden solle.
Wienn den 19. September 1741.
IS« Nach dem Urbar des Amtes Langegg , welches 1850* von der
Herschaft Stadel an das Bezirksgericht Weitz gelangte bestand 1797 die
Besitzung der ehmaLs Fuxischen Familie in Hirtenfeld aus einem
Viertel Bauemgrund sammt Wohn- und Wirthschafts- und Nebengebau
(Haus Nr. 50) und nachstehenden Grundstücken :
Aecker
16 Joch 9270 Klafter
Wiesen
3 „ 0 . „
Hutweiden
1 . 629
Wald
12 „ 171
Weingärten
1 . 184
zusammen 34 Joch 311 Q Klafter
und wurde im Jahre 1798 auf 500 fl., im Jahre 1838 auf 1000 fl. C. M., offen-
bar sehr niedrig, geschätzt.
Jacob Fuchs (Stammbaum 14) hinterliess bei seinem Tode (1797)
ausserdem ein Vermögen von 1017 fl. C. M.
Beil. I. 14.15. 291
Die Witwe desselben, Maria Fux geborne Griesl, heuratete 1799
den Bauer Jos. Hartner nnd Übertrug mit Ehevertrag die Hälfte des ihr
angefallenen Nachlasses nach ihrem ersten Gatten Jacob Fux , dabei auch
das Haus Nr. 50 in Hirtenfeld. In die andere Hälfte des Nachlasses theilten
sich die beiden Kinder des Jacob Fux , nämlich Johann Fux (Stammbaum
24) und Maria Fax (Stammbaum 25).
Im Jahre 1866 waren die Rechtsnachfolger Hartner noch im Besitze
des Hansses Nr. 50.
1 «» Wien. Diar. 10. April 1773.
Verstorbene den 6. April.
„Die wohledle Jgf. M. Josepha Fuchsin n. 455 bei St. Salrator alt
73 Jahre.«
[Sie war aber 77 Jahre alt, da sie 1696 geboren ist.]
iA« Aaszüge aus den Verlassenschaftsacten nach Jgfr. Maria Jo-
«ephaFu^in (f 6. April 1773) im Archive des k. k. Landesgerichtes in
Wien.
Aus dem Testamente derselben vom 5. März 1771.
„§. 5. für eine wöchentliche Stiftmesse in der Pfarre St. Marein für die
Faxische Freundschaft
§. 6. Legate den Geschwistern in Steiermark : Josefpux, Jacob
Fax, Elisabeth PuchmtUler geborne Fux, Katharina Leopoldin ge-
borne Fux, Magdalena Wolffin geborne Fux, und Anna Greimlin
geborne Fux, jedem 500 fl., zusammen 3000 fl. Im Substitutionsfalle deren
Kinder.
Des älteren verstorbenen Bruders Sebastian Fux hinterlassenen
4 Kindern folgende Legate: Dem Sebastian Fax und Andre Fux
jedem 1500 fl. ; ihren 2 Schwestern, deren Namen unbekannt, jeder 500 fl. ;
ihrer Mutter jetzt verehlichten Fleischhackerin 100 fl.
Meiner Freundschaft zu Hirtenfeld noch besonders 800 fl. diese bin ich
ihnen als ein Yermächtniss von meiner seel. Freile Maimb schuldig. Das In-
teresse habe ich immer richtig gesendet.
§. 12. Will ich die (Jungfrau; Josepham Pergerin (meine Firm-
godel) , welche ich von ihrer Kindheit an erzogen habe, und weil sie sich
jederzeit wohl aufgeführt hat, zu meiner wahren Universalerbin eingesetzt
haben.
Sie hat auch das Jus praesentandi für eine Weibsperson im S. Joann.
Nepomuceni-Spital hier, welches Recht ich und meine Freundschaft hatte,
diese aber weit abwesend ist.
Wien am 5. Merzen 1771.
Ignaz Stöckl von Gerburger m./p. Maria Fux m./p.
k. k. Hofrath, als Zeuge. Fran^Pachner m./p.
Phil, et Med. Dr. als Zeuge.
19*
292 Beil. I. 16—18.
!•« Im VennGgensbekenntnisde ist das Vermögen der Maria Fax
mit 25.138 fl.
angegeben ; die Legate nnd Steuern betrugen 14.988 y,
demnach blieben der Erbin 10.149 fl.
19« Empfangsbestätigung der Legatare nach dem Testa-
mente der Eva Maria Fux.
„Dass wir Endesbenannte diejenigen 800 fl., welche uns unsere geHeb-
teste Jungfrau Schwester und resp. Mume Maria Fuxin seel. zu Wien in ihrem
unterm 5. März 1771 errichteten und den 6. April 1773 bei einem löblichen
Wienerischen Stadt Magistrat publ. Testament §. 6** der Fachsischen
Freundschaft, mithin uns insgesammt als eine Vermächtniss von unserer
Fraule Mume , noch besonders legirt hat aus Händen der instituirten Uni-
versalerbin Jungfrau Josepha Pergerin baar, richtig und ohne Abzug em-
pfangen haben, solches bezeugen wür kraflt dieser Quittung, weilen wir aber
des Lesens und Schreibens unkundig sind, haben wir nachstehende
Herrn Zeugen gebethen statt unser zu unterschreiben und zu fertigen. Graz
den 20. May 1774.
X Joseph Fux. X Magdalena Wolfin, gebome
X KatharinaLeopoldin, geb. Fuxin hft. Oberflfiding. ün-
Fuxin. terth. in der Hinterleiten, Gley-
X Sebastian Fux. storf. Pfan*.
XAndreeFux. X M*ria Nostin, geb. Fuxin,
XElisabethFuxin. hft. Kieggerspurg unteith. zu
X Anna Greimlin, geb. Fuch- Prifing Sumereiner Pfarr.
sin herrsch. Herberstein. Un- X^l^^^^^th PuchmüUerin,
terth. zu Prunn. gebome Fuxin, hft. Mossen-
XJacobFux, hft. Stadl. unter- dorfunterthJ zu Langegg. ^
than und Bauer zu Hirtenfeld.
19* Stift brief über eine wöchentliche Messe in St. Marein nach
Bestimmung des Testamentes der Eva Maria Fux.
„Wir Joseph Georg Hörl Bürgermeister, wie auch der gesammte Bath
der k. k. Haupt- und Residenzstadt Wien geben hiemit jedermmanniglich
zu vernehmen, was maasen weil. Maria Fuxin seel. in ihrem den 6. Apr.
1773 bei uns als derselben rechtmässigen Abhandlungsinstanz eröffneten
Testament im 5. Abschnitt der Pfarre St. Marein in Steiermark beiläufig
2 Stunden ausser Graz zu einer wöchentlichen Heil. Mess auf einem priv.
Altar alle Montag für die sämmtliche verstorbene Fuxische Freundschaft xa
lesen 1000 fl. mit dem Beisatz vermachet habe , dass wenn diese Stiftmess
nicht angenommen, und für solches Quantum gar nicht gelesen werden
könnte deroselben Universal Erb (J ose fa Pergerin, bischöfl. Stiftbrief)
den Abgang und nöthigen Betrag daraufzuzahlen schuldig sein solle.'' Diese
Aufzahlung fand mit 300 fl. statt und die Stiftung wurde und blieb bis heute
(1866) wirksam.
Beil. I. 19.20. 293
„Solchemnach sind und zu ewiger Gedächtniss und Festhaltung dieser
gottgefälligen Stiftung 3 gleichlautende Ex. errichtet . . . eines davon der
milden Stiftungs-Comission , das 2** dem erwähnten Gotteshaus , das dritte
bei obgesagten Grundbuch zu den Stiftacten hinterlegt worden. Wien,
28. August 1774.«
10. Vererbung des Vermögens des Joh. Jos. Fux».
1. Joh. Jos. Fux (t 13. Februar 1741) setzt mit Testament vom
&. Jänner 1732 seine Nichte Eva Maria Fux zur üniversalerbin ein.
2. £vaMariaFux(t6. April 1 773 unverm&hlt) setzt mit Testament
vom 5. März 1771 die Jungfrau Josef a Perger zur Üniversalerbin und
Präsentantin der Stiftung Schnitzenbaum ein. (Der Stiftbrief Schnitzenbaum
ist vom 26. Juni 1750.)
3. Josefa Perger (f 17. October 1789 kinderlos) beuratet Sept.
1774 den gräfl. Kolowrath'soheu Koch später kOn. Hausinspeetor Johann
EliaerLink, und macht mit ihm 28. August 1774 einen Heuratsvertrag mit
wechselseitiger Erbseinsetzung, wodurch dieser nach dem Tode seiner
Frau ihr Vermögen erhält.
4. Joh. Elias Link (f 24. März 1792 kinderlos) henratet in zweiter
Ehe eine Jungfrau Maria Theresia Nimbfling (geb. 1761) 28. Juni
1790 und setzt diese mit Testament vom 2. November 1791 zur Universal-
erbin ein.
5. Maria Theresia Link, geb. Nimpfling (f in Gratz 1841 am
3. Februar), aus St. Peter in Steiermark, Tochter eines Tabakofficiers. Heu-
ratet 17 August 1793 in zweiter Ehe den Kaufinann Michael Anton
Constantin in Wien. Nach ihrem Tode (Februar 1841) erbt von ihr das
Präsentationsrecht
6. Josefa Jacklitsch, geb. Nimpfling, Schwester der vorigen und
Gattin des Primarwundarztes Dr. Andreas Jacklitsch in Gratz. Nach ihrem
Tode kam das Präsentationsrecht durch Testament an
7. Maria Josefa Nimpfling (fälschlich Jacklit seh genannt), un-
ehliche Tochter der vorigen. Nach deren Tode gelangt das ganze Erbe an
8. Jungfrau An-na Nimpfling, deren Cousine, Tochter eines
Gontrolors in St. Lamprecht (lebte noch Jänner 1867). Bei dieser letzten
ist noch das Präsentationsrecht zur Stiftung Schnitzenbaum.
%0. In den Urkunden, welche von Mitgliedern der FamllieSchniz-
zenbaum entweder ausgestellt und von denselben unterzeichnet wurden,
ebenso wenn sie in den Urkunden sich auf Verwandte ihrer Familie berufen,
bedienen sie sich niemals des Adelswortejs ,^y o n^ ; auch ist das Siegel, da&
sie ihrer Fertigung beidrttcken, kein adeliges, sondern eine Phantasiedevise,
einen Baum vorstellend ohne weitere adelige Embleme. Auffallend ist
jedoch, dass Gabr. Bucelinus in seiner Germania topo-chrono-
^ Die Daten tiad •immtlich nui Urkunde ii dea k. k. Landeag'erichti and der
Pfarre St. Stephan in Wien; yon Nr. S — 8 durch Organisten Sejdler in Gratz erhoben.
294
. Beil. I. 20. 31.
stemmatographica. fol. Ulmae 1678 pag. 525 in ^Leopold! I Imp.
Aulicorum Ministrorum Catalogo'' „Joannes Josephns de Schnitzenpaum*'^
als ersten Concipista des Niederösterreich. Kegimentes aufführt. Es ist der-
selbe Johann Joseph, der später Regier angssecretär wurde, 1683 starb und
der Vater der Frau des ELapellmeister J. J. Fux war. Noch mehr fallt es
auf, dass eine Schwester der letzten, MariaTheresiaSchnitzenbaum,
die eine Kammerdienerin einer Prinzessin von Polen war, 1749 starb, ihre
Verwandten Eva Maria Fux zur Erbin, deren Bruder Math. Theophilus Fux
mit einem Legat von 1000 fl. bedachte und eine Stiftung im Johannsspital
errichtete, in den amtlichen Acten, im Stiftbriefe, in der Todesanzeige
und in der Quittung des Math. Theophilus Fux, Fräulein MariaTheresia.
von Schnitzenbaum genannt wird. Nicht überall, aber je zuweilen wird
auch den Geschwistern derselben das Prädicat von beigelegt. Es fragt
sich daher: war die hier gemeinte Familie wirklich von Adel? — Die
Matrikel des öaterreicMschen Adels kennen den I^amen Schnitzenbaom
nicht : in Krain war nach Valvasor (Topogr. von Krain III. p. 112) ein schon
1679 erloschenes Rittergeschlecht dieses Namens, das von Kaiser Ferdi-
nand I. 1561 in den Freihermstand als „Schnitzenbaum Freiherm von
Sonegg'^ erhoben ward. Das passt durchaus nicht auf unsek-e Schnitzen-
baum, und wenn man femer erwägt, dass die Mehrzahl der letzten Schnit-
zenbaum Hofanstellungen hatten und sich des Adels gewiss bedient hätten,
wenn er ihnen de jure zugekommen wäre ; wenn femer das Höflichkeitswort
„von<< in Oesterreich im ganzen XIX. Jahrhundert (bis heute) und mehr als
wahrscheinlich schon im XVIII. Jahrhunderte allen Honoratioren beigelegt
wurde; so dürfte die grössere Wahrscheinlichkeit für die Ansicht sein,,
dass das Adelswort „von'' der Familie Schnitzenbaum nur als ein Act
der Höflichkeit, selbst in amtlichen Ausfertigungen, zu betrachten sei.
Itl. Stammbaum der Familie-Schnitzenbaum.
1. Josef,
n. o. Regierniig8~
t 19* Sept. 166.1.
Kinder erster EJlic.
2. Johann Josef,
Regier. -Secretär,
geb. 1«8],
t 5. Oet. 1683,
Term. mit MeriA
Ursula.
3. Joh. Gfeorg.
4. Anna Maria.
5. Clara Juliana,
geb. 1671,
t 8. Jiuai 1731,
verm. Fux
(kinderlos).
6. Maria Anna,
Kemzoerd. der
Erzh. Maria H&gd.,
t 16. Febr. 1736
(uDvermäiiU).
7. M. Theresia,
Kunmerd. der
Prinz, yon Polen,
geb. 1681,
t 19. Mai 1749
(unvermählt).
8. Paul Anton,
Hofkanun. • Oonelp.y
geb. 1676,
1 16. Märe 1740.
Beil.1. 22.83. 295
%
Commune von Wien, TodtenbeBchauunts-Protocoll (Vol. 49. Fol
245. V.) 1683. 5. October.
[2.] „Der Wohledelgestrenge Hr. Johann Joseph Schnitzen-
baum b, N. Oe. Regierungg Sepretarius ins Hm. Martin Todtenriederfaaus
in der Wohl Zeyl i»t an Rother Ruhr beBch.(aut) alt 52 J.*^
[5.] Wiener Diarium 1731 Nr. 46.
„1731, 8. Juni. Verstorbene."
„Dem Wohledel - Gestrengen Herrn Johann Joseph Fnx, Kais.
Hof- Capell- Meistern, s: Fr. Clara Jnliana, gebome Schntttzenbau^
merin bei dem goldenen Bäm am alten Fleischmark alt 60 J.*'
[6.J „Maria Anna Schnitzenbaum, Kammerdienerin der Erzher-
zogin Maria Magdalena , gestorben am 16. Febr. 1736.*' (Verlassenschafts-
acten im Archiv des k. k. Landesgerichtes in Wien.)
[7.] Wiener Diarium, 21. Mai 1749.
„Verstorbene den 19. Mai."
„Die Wol-£dle Frle. Maria Theres von Schnitze-nbaum im
Adelsburg H. bey unserm Herrn, alt 68 J."
[8.] Wiener Diarium, 19. M&rz 1740.
„Verstorbene den 17. Martii" (eigentlich: beschaut 17., gestorben
16. März. Verl. Acten).
„Der Woj-Edel-Gestrenge Hr. Paul Anton Schntttzenbaum,
Kais. Hofkammer-Concipist bey dem goldenen Bäm am alten Fleischmarkt,
alt 65 J.«
%%. Aus dem Testamente der Maria Theresia von Schnit-
zenbaumin (Stammb. Nr. 7), Wien 16. Sept. 1743.
„12**" Dem St. Joannis Nepomuc. Spittal zur Stifftung einer Weibsper-
sohn (vermache ich) 1500 fl., jedoch dass das Jus praesentandi oder das
Recht eine Persohn vorzustellen und hineinzubringen bey meiner Universal
Erbin und dessen anverwandten und befreunten zu allen Zeiten verbleiben.
13'"** meinen lieben Heren Vettern Matthaeo Theophilo Fux
1000 fl. sollte aber meine Universalerbin mit Tod abgehen (welches Grott
auf lang- und ville Jahre verschieben möge) od. mittels einer Heurath ihren
Standt verändern, so hat dieser obbemeldter mein Herr Vetter noch 1000 fl.
alss ein Ihme von mir gemachtes Legatum zu fordem.
16*'"* setze und ordne ich zur Universal Erbin meines zeitlichen Vermö-
gens meine liebe Jungfrau Maimb EvamMariamFuxin sage zur Uni-
versalerbin ein.
Wien den 16. Septembris 1743.
Maria Theresia schnitenzbaum.*'
Anmerkung. Nach dem Vermögensbekenntnisse belief sich der Nach-
lasB auf 12000 fl. Banco Obl. , davon die Legate abgezogen mit 8920 fl.
erübrigte für die Erbin ein Rest von 3080 fl.
ItS. Erklämng des Matthäus Theophil Fux in Klagenfurt, das
Legat der M. Theresia Schnitzenbaum betreffend. (Acten des Nachlasses
derselben im Archive des k. k. Landesgerichtes in Wien.)
296 Beil. I. 24.
„Ich zu Ende Gefertigter bekenne hiemit, dass ich nicht nur diejenige
1000 fl. welche meine Mämb Fräule Maria Theresia von Sohnitzenbaum
Boel. in Ihrem Testamente ddo. 16. September 1743 et pnbl. 19. Mai 1749
§. 13**" mir legirt hat richtig und bar empfangen habe , sondern ich erkläre
mich auch, dass die von vorgedacht meiner Frln. Mfimb. eingesetzte Univer-
salerbin und respective meine Schwester Eva Maria Fuxin wegen deren in
den bemelten Testament in praefato §. 13 in jenen Fall, wenn besagt meine
Schwester mit Tod abginge oder mittels heurath ihren Stand verändern
wurde, mir vermachten weiteren 1000 fl. eine Sicherstellung keineswegs mir
leisten dürfe So beschehen Olagenfurth den 6. Juny 1749.**
L. S. Matthaeus Theophilus Fux m./p.
Einleithnngs Rectifications Actuarius Registrator
und Protocollista in Kärnthen.
1t%. Stiftung der Maria Theresia von Schnitzenbaum (in den
Acten der k. k. Statthalterei in Wien).
Laut S tiftbrief es vom 26. Juni 1750 hat Frln. Maria Theresia Von
Schnitzenbaum in ihrem Testamente vom 16. September 1743 eine Stiftung
für eine erannte Weibsperson mit 1500 fl. in das St. Joannis-Nepomuceni-
Spital auf der Landstrasse in Wien mit täglich 9 kr. gemacht. Zur Präsen-
tation zn diesem Stiftungsplatze hat sie ihre eingesetzte Universalerbin Eva
Maria Fuxin und nach derselben hintritte ihre nächsten Anverwandten und
Befreundten zu allen Zeiten berufen.
Anmerkung. Nach Aufhebung des Klosters wurde die Stiftung. in eine
Betheilung auf die Hand umgestaltet, diese betrug (1866) 24V2 Kreuzer
täglich, und Präsentantin dazu war (1867) Jungfrau Anna Nimpfling
in Gratz, Tochter eines Controlors in St. Lamprecht.
Beilage II.
Urkunden : Anstellungen — Beförderungen — Beschwerden des J. J. Fux
— Reorganisierung der Hofkapelle.
t. 1698, 16. April. Arch. des Obersthofmeister- Amtes.
(„Vnterthftnigst geborsambstes Referat Hoffsachen betreffend in Wien
den 16. Aprilis 1698.)
„JoannesJosephus Fux Husicus Bringt gehorsambst ahn , dass
Ewer Kay. Maytt. iim wegen seiner compositionen in die Dienst aufgenohmen
haben, Bittet dahero Vnterthenigst in der Hoffstatt mit einer solchen Besol-
dung, wie es £wer Kay. Maytt. gdgst. gefallig sein wirdt, einzuverleiben.
Der Capelmaister berichtet , dass er auf dieses petitum Kein anderes
parere geben könne , als dass Ewer Kay. Maytt den Supplicanten wegen
seiner guetten Qualiteten Bereits in Dero Dienst mit 40 Thaler monathlicher
Besoldung aufgenohmen hetten.
Man wirdt Ewer Maytt. Befelch diessfalls erwartt«n, Ob, wieuill, Vnd
Von welcher Zeit man ihme seine Besoldung ausferttigen solle ?'^
(Eigenhändige Resolution des Kaisers :)
„„Weillen ich diesen Supplicanten als einen guetten
Virtuoso aus gewissen Yrsachen Zu meiner Musik auffzu-
nehmen resoluirt habe, als sollen Ihme Zur Besoldung
Monatlich 40 thaler oder 60 fl. von Anfang dieses Jahres
angewiesen werden.****
Bescheid :
„pro JanneJosephoFux. Ihro Kay. Mtt. haben den Supplicanten
alss einen guetten Virtuoso', auss gewissen Yrsachen zu dero Music mit
monatlicher 60 fi. Besoldung aufzunehmen gnädigst resoluirt, Welche das
Hoff-Controlorambt durch eine gewöhnliche Ordinanz von Anfang dieses
Jahres ihme an das Hoff-Zahlambt ausfertigen solle. Wien 16. Aprilis 1698.**
%. 1701. 27 Jan. Arch. des Obersthofmeister- Amtes.
Vortrag:
„Euer Kay. May. compositore. in musica JohanJacob (sie) F u c h s s
bittet allerunterthänigst, ihme seine Besoldung monatlicher vierzig Thaller,
mit zwanzig allergnädigst zu Verbesseren, auff dass er denen anderen
compositoribus gleich sey.**
„Der Capellmeister berichtet, dass der SuppUcant ein meritiertes
Subjectum Von gar guetten Qualitäten „„Vundt einer sonderbahrer Ge-
298 Beil. II. 2.3.
Hchicklichkeit sey, alles das jenige zu verrichten, was ihm au£fgetragen
wird, Vermeinet dahero, Wann Ewer Kay. May. es also allergnädigst gefällig
sey , dass die begerte 20 Thaller monatlich seiner Besoldung von An£Euig
Aprilis Vorigen Jahres zugelegt werden könnten, damit er dasienige, was
andere in seiner Sphaera haben, geniesse.**
Der Obrist HoflFmeister remittirt dieses Begehren zu Ewer. Kay. Maytt
resolution, Vnd wan deroselben gnädigst beliebig, den Supplicanten mit
einer Verbesserung zu Begnaden, von Wass für einer Zeit — Vundt ob mit
— oder ohne abbrach des ersten Quartals ihme die Besoldungs-Ordinanz
ausgefertigt werden solle?**
Res*. Caes'. (Eigenhändige Resolution des Kaisers.)
„„Weillen dieser Supplicant ein gutes Subjeotum ist,
Vnd wohl dienet, also solle Ihme die Besoldung monatlich
biss 60 Thaler in allem vermehrt werden."*^
Leopoldus m./p.
Bescheid :
„Dem hJupplicanten ist seine Besoldung mit 20 Thaler monatlich ver-
mehrt worden , dass er also 60 Thaler in allem zu geniessen haben solle,
dahero. der Hoff- Contralor darüber die Ordinanz Vom ersten Januari
vorigen Jahrs mit Abbruch des Quartals ausszufertigen hat. Den 27. Jan.
1701."
S. 1702, 19. August. Arch. des Obersthofmeister- Amtes.
Vortrag.
„JohannJosephFnx Compositore in musica hat seinen Vorgeben
nach Vmb Ewer Kay. Maytt. besser vnd ohne Verhindernus zu bedienen
seinen Posto bey den Scotten allhier quittirt, Wordurch ihme jährlichen
bis 400 fl. abgiengen, bittet dahero Aller- Vnterthänigst Ewer Kay. Maytt.
Wollen diesen seinen Verlust mit einer Besoldungs Verbesserung gnädigst
ersezen.
Hierauf vermeldet der Capelmaister, dass dieses Virtuos! talenta der-
gestidt bekannt vnd das motivum, so er anfihret so billig sey, dass er nicht
zweiflet, Ewer Kay. Maytt. werden sein aller Vnterthenigstes Ktten er-
hören , vnd seine Besoldung bis auf 80 Thaler vnd zwar Von anfang dieses
iahrs Monatlich vermehren.
Auss angefihrter Vrsach conformirt sich der Obrist Hoffinaister mit
dem Capelmaister, dass dem Supplicanten sein dermahlen geniessende Be-
soldung der 60 Thaler mit 20 Thaler Monatlich Vermehrt — Vnd dardurch,
wasB Ihme bei den Scotten abgehet, ersetzt werde, zumalen etwelche andere
musici auch so vüll geniessen, es Beruehet aber bey Ewer Kay. Maytt. Wass
Sie wegen der Verbesserung, alss Von Welcher Zeit solche anfangen solle,
allergnädigst befehlen werden.*'
(Eigenhändige Resolution des Kaisers :)
BeiLli. 4—6. 299
„„plaeet in Ansehung der verlasBenen 400 fl. vnd zwar
von anfang diese« iahres^ ''.
„Referat in Hoffsachen.
Wien den 19. Auguati 1702.«
%. 1711. 22. März. Arch. des Obersthofmeister- Amtes.
Hofresoltttiou. „Soiis 22. Martii 1711.
„ Johan Joseph Fuchs, Compositore in musica.
Ihre Kay. Mtt. haben vermög zurückstehender allergnädigster decre-
tirung, den Supplicanten die gnad gethan, vnd dessen Besoldung jälurlichen
biss 2000 fl. vermehret Weilen er nun anizo 1440 fl. hat y so bestehet die
Verbesserung in 560 fl. , welche der Hoff-Contralor dessen Besoldung zu*
schreiben ~ Vnd darüber die Ordinanz an das Hoff Zahlambt vom ersten
dieses lauffenden jahrs ausfertigen solle.«
ft. 1713 Arch. des Obersthofmeister- Amtes.
,Hoff-Prothocol in Parthey Sachen de Anno 1713.
Jovis 26. Januarij 1713. Joseph Fux.
Ihre Kay. May. haben den Joseph Fux alss Vice-Capelmaisteren
resolvirt vnd Ihme zur jährl. Besoldung Sechszeihnhundert Gulden
zugelegt, welche Ihme durch eine ordinanz an das Hoff Zahlambt vom
1. October des VIII. Jahrs (also 1708) ohne Abbruch des ersten Quartals
ausszufertigen seynd.«
6. 1715, 7. Febr. Arch. des Obersthofmeister-Amtes.
„Allerunterthenigst gehoraambs'tes Referat. Euer Kay. May. Vice
Capellmaister Johann JosephFuz allerunterthenigstes Begehren Vmb
die Erlangung der durch absterben de8S.Ziani erledigte Capellmeistersstelle
betr. Wienn den 7. Febr. 1715.
^Euer Kay. May. Vice Capellmeister Johann Joseph Fux (dessen
allerunterthenigstes Memoriale mit dem allergnädigsten Befehl darüber
gehörsambst zu referiren , mir Deroselben gehorsambsten Ob. Hoünaister
durch den Secretari Imbsen zugeschickt worden) bittet allerunterthenigst,
anstatt des Verstorbenen Marco Antonio Ziani für Ewr Kay. May. würkh-
liehen Capellmaister aufgenohmen zu werden,- mit dieser besonder aller-
höchster Kay. Gnad, dass wie Er jezo von Ewr Kay. May. alss Vice Capell-
maister Jährl. 1600 fl. vnd annebens alss Ihrer May. der Verwittibten Kay-
serin Amalia Capellmeister andere 1500 fl. — also in allem zu würkhhcher
Hoffbesoldung 3100 fl. angewisen hat, also Ihme solche bey der allergnä-
di^st gefalligster aufnähme für Ewr Kay. May. Capellmaister allermildist
placidirt werden mügten.
Nun seynd Ewr Kay. Mtt. dess allerunterthenigsten Supplicanten
Persohn, capacität und merita also allergnädigst bekandt, das man derent-
wegen auch das geringste femer zu allegiren für überflüssig haltet, dahero
es bey dessen allergnädigst resolvierender Aufnehmung blosshin auf die
300 Beil. II. 6—8.
Ihme darbe! zuzulegen seyende Hoffbesoldnug ankommet, in disem Be-
tracht , daBS derselb bey jez von Ewr Kay. May. zu einer seither alss Vice-
Capellmaister ynd zur anderer als Capellmaister von vor allerhöchst ged.
Verwittibter Kay. May. in allem Zu 3100 fl. genüssender doppelter Hoffbe-
soldung, Ymb jährl. 600 fl. mehreres , alss nit die alleinige Euer Kay. May.
ordinari Capellmaisters Besoldung von Jährl. 2500 fl. austraget, angewisen
hat, vnd solcher gstalten bey der Ihme widerfahrender Kay. Gnad der
wtlrkhlichen Anfhehmung mit besagter ordinari-Capellmeisters Besoldung
Ihme in utili Jährl. 600 fl. entgehen thätten, welch, besonderen Umbstand
man Ewr Kay. May. zur allermildesten Beherzigung gehorsambst anheimb
stellen solle , Vnd nur so vill , jedoch ohne Vnterthenigster Vorschreibung
darbey zu erinneren für Nöthig erachtet, dass im fall Ewr Kay. Mtt. dem
Supplicanten die jetzt obenerwehntermassen gnüssende 3100 fl. femer zu
uerwilligen allergnädigst geruhen, Ihme nur 2500 fl. alss dess Capellmaisters
ordinari Hoffbesoldung aussgeworffen , die übrige 600 fl. aber alss eine
neue adjuta nit auf den Dienst , sondern vor die Persohn in besonder Vmb
dadurch denen üblen Consequenzen vors Künfftig vorzubiegen, angewiesen
werden möge, alss warüber der allergnädigster Kay. Befehl gehorsambst
Erwartet wirdt"
(Eigenhändige Resolution des Kaisers.)
„Placet
Carlm./p.<*
•». Wiener Diarium Nr. 1205, 16. Homung 1715.
„Samstag, den 16. Homung. Nachdeme, bekanntermassen, derKidser-
liehe Capell-Maister, Herr Marco Antonio Ziani, dahier mit Tod abgegangen-,
Als haben Ihre Römisch-Kaiserlich- und Catholische Majestät, dero Vice-
Capellmaister , dann Ihrer Majestät der letzt - Verwittibten Kaiserin,
Wilhelmina Amalia, Capellmaister, Herm Johann Joseph Fuchs, die
erledigte Capellmaister-Stell, in allermildester Ansehung seiner langwirrig-
und unermttdet- treugehorsamst -geleisteten Diensten, wie nicht weniger
in der Music-Kunst erlangt-förtrefflicher Erfahrenheit , allergnädigst aufge-
tragen ; welchemnach heut allerhöchst-gedacht-Kaiserlich- und Catholischer
Majestät wtirklich geheimer Raht, und Obrist-Hof -Maister, Ihre Durchleucht
Herr Anton Florian, des heil. Rom. Reichs Fürst von und zu Liechtenstein,
Herzog zu Troppau und Jägeradorff etc , Ritter des goldenen Vliesses und
Grand von Spannien der ersten Class, den neuen Herrn Capellmaister, nach
zuvor abgelegter Eyds-Pflicht, den gesammten Herren Hofmnsicanten
gewöhnlichermassen vorgestellet.*'
9. 1715, 8. März. Arch. des Obersthofmeister- Amtes.
Decret.
„Johann Joseph Fux, gewesener Vice- nunmehr Neu-aufgenoh-
mener Capellmeister Besoldung und adjuta.
Beil. II. 9.10. 301
Ihro Kay. May. Vnser allergaMigster Herr haben den Supplicanten
an Statt ües jüngst Verstorbenen Ziani filr Dero Capelbneister nit allein
auff- und angenohmen, sondern demselben auch in ansehung der Innwerths
angezogener besonderer Vmbständen über die sonst gewohnliche Capell-
meisters Besoldung und Papiergeld von Jährl. 2500 fl. , annoch eine beson-
dere Adjuta von Jährl. 600 fl. (welche Jedoch ins Künftige zu keinem
£xempel vor andere angezogen werden solle) vom 1. April dises lauffenden
Jahrs allergnädigst placidirt, dass Er also von solchem dato vor Besoldung
Papier und adjuta in allem 3100 fl. zu geniessen habe, und der Hoff-Con-
tralor derentwegen ans Kay. Hoff-Zahlambt die gewöhnliche Ho£f-Ordouance
von gedachten 2500 fl. ohne — mit Abbruch des ersten Quartals aber über
die 600 fl. Adjuta vor selbigen aussfertigen solle.
p. Imprm.
Wien den 8. Martii 1715."
9. 1715, 18. März.
„Aller Vnthgst ghbstes Referat. Lunae 18. Martij 1715.
Capellmeister Johann Joseph Fnx Nachsehung des ersten Quar-
tals von der Adjuta von 600 fl.
In diesen besonderen Betracht, dass des Verstorbenen Capellmeisters
Ziani hinterlassene Wittib und £rben das Sterb-Quartal placidirt, und
derentwegen dem Supplicanten, ob Er schon vorhin an dessen Stelle auff-
genohmen worden, die darzu gehörige Besoldung mit benebens placidirten
Adjuta erst (?) vom 1. des zukünftigen monaths Aprilis aussgefertigt
worden , sollen demselben die gewöhnliche Hoifordonance von der Adjuta
sowohl alss Hoffbesoldung ohne abbruch des ersten Quartals aus Kay. Hoff
Zahlampt ausgefertigt werden.
Vom Kay. Obhfmstramte."
lO« 1721, 6. März. Arch. des Obersthofmeister- Amtes.
„Allerunterthänigst gehorsambstes Bitten Johann Joseph Fux
Hoff-Capellmaistem pr. Allergnädigste ausswerffung inberührter Kay.
Gnade betr.
Allerdurchleuchtigst-Grossmächtigst- und vnnberwündlichster Römi-
scher Kaysser, auch zu Hispanien, Hungam und Böheimb König, Ertzherzog
zu Gestenreich etc.
Allergnädigster Kaysser, König und Herr Herr etc.
Ich habe .die Gnade, Euer Kay. und Königl. Cath. May. und Dero
Durchleuchtigsten Ertzhause in das sechs und zweinzigste Jahr zu dienen,
in denen führgew^irten schweren Zeiten aber und bey meinen vielfaltigen
dispendiosen Krankheiten nicht allein keine Mitteln, zu dem nach meinem
ableiben benöthigten unterhalt der meinigen zusammen zu setzen, vermöget,
sondern auch mich in schulden stecken müssen; zumahlen nun bisshero
ausser der besoldung einige adjuta, wie vielle ander, ich niemahls genos-
sen habe und der zustandt meiner Krankheit solchergestalten zu nimbt,
302 Beil. II. 10.11.
dasB bei ohne deme erschöpiften Kräfften, dem Allerhöchsten es etwa ge-
fallig, meine tage in ktirtzen zu endigen.
Diesemnach Euer Kay. und Königl. C'ath. May. mich zu Füssen lege
mit der allerunterthftnigst gehoreambsten Bitte Selbde in Mildester ansehnng
meiner langjährig geleisteten Diensten , da auch mein Weib nach meinem
Todt einige Pension allerdemüthigst anzuhoffen hette, ein Capital, welches
80 viel Interesse, alss eine Pension jährlich betragen wurde, für ihre Subsi-
stenz äbwerffe, zu einer Kay. Gnade und abfertigung ausszuwerfen, und das
behörige darfiberhin aussfertigen zu lassen , Allergnädigst geruhen wollen,
womit ich gedacht mein armes Weib, so mir iederzeit mit sonderbahrer
Liebe und Treue alle Httlffe erzeiget hat, sambt der von meinem auch un-
bemittelten Bruder auferziehenden Tochter versorget zu wissen, in Lebzeit
annoch die consolation haben möge. Zu Allergnädigster Gewehrung dessen
mich allerunterthönigst-gehorsambst empfehle. Euer Kay. Kön. Oathol.
Maytt.
allerunterthänigst gehorsambster
Johann Joseph Fux
Hoff-Capellmaister.«
««•1721, 6. März.
Referat.
„Allerunterthänist gehorsambstes , mit Euer Kay. May. Hoff-Cammer
Pi'äsidenten , über verschiedene HoflF-Partheyen , Pensionen- und anderer
Extragnadengesuech concertirtes Referat.
Wien den 6. Martii 1721. Herunt. kommen d. 20. Martii
Expd. 23. Martii.«
„Wegen Ew. Kay. May. Hoff-Capellmeistem Johann JosephFux
welcher sich zu einer specialen Kay. Gnadt allerunterthänigst ausgebetten
hat, dass anstatt derjenigen nach dessen Todt vor seine nachlassende
Wittib gewöhnliche Gnadenpension Ihme noch bei Lebzeiten derselben
ertragnus in Capitali zur Kay. Gnadt und Abferttigung alleimildest auss-
geworffen werden möge, umb darmit sein Weib sowohl, alss die von
seinem leiblichen mittellosen Bruedern aulTerziehende Tochter consoliren
und versorgen zu können.
Von dieses »Supplicanten allerunterthänigsten Ansuchen findt sich ein
fast gleiches Exenipel vom Domenico Ventura gewest : Kay. HoflFtanzmei-
stern, bei dessen Lebzeiten vor die hinterlassende Wittib- und Tochter
von Wayl. Kay. Mtt. Leopoldo glorwürdigsten andenckens die gewöhnliche
gnadenpension wie aussgebetten , also , vnd zwar vor eine jede 300 fl, ; erst
nach dessen Todt den Anfang zu nehmen , ao. 1695 allergnädigst ausge-
worffen worden ist.
Seiner im Dienst letztgewesten zweyen Vorfahren alss des Dragfai
hinterlassener Wittib seynd zur Gnadenpension von Waylandt vor Aller-
höchst-Emannt-Kay. May. Leopoldo vor pension und Quartiergeld ad dies
vitae jährlich 800 fl. A* 1700 und des Ziani seinigen von Ew. Kay. Mtt. nit
Beil. II. 11.13. 303
allein 500 — sondern benebens seinem Bruedern Jährl. 300 fl. zu derglei-
chen Pension allermildest verwilligt , mithin des ein- wie andern geleistete
Dienste mit Jfihrl. 800 fl. post mortem recompensirt worden ; In welchen
gleichwie dieser Supplicant es üien beeden, in der Capacität und Fleiss
wo nit bevor, wenigst gleich gethan, also in deren Ansehung von £w. Kay.
Maj. allerhöchsten milde wegen seiner man eine gleiche gnaden Bezeugung
vor seine nachlassende Wittib in casum mortis fast zu vermuethen , dahero
in diesem betracht , dass die Wittib solche Jährl. 800 fl. auf 10 wo nitmehr
Jahren hinaus leicht gemessen könnte , kein Bedencken getragen hat , Ew.
Kay. May. vor den Supplicanten, als seiner langj&hrig und fleissiger Dienste
halber besonders meritierten Hoff-Oapellmeister dahin gehorsambst einzu-
rathen , dass Dirne ein vor allemahl ein Capital von 8000 fl. , Jedoch erst in
denen 4 ersteren Jahren , in Quartalsfristen zu bezahlen , eben so vill alss
die Pension von 800 fl. in 10 Jahren austragendt zur Kay. Gnadt und Ab-
fertigung allergnSdigst ausgeworfen werden möge.*'
(Resolution des Kaisers) :
„Placet"
Decret.
„Nachdeme Ihro Kay. und Königl. Cathol. May. Vnser Allergnfidigster
Herr etc. deroselben wttrkhlichem Hoff-Capell Meistern Johann Joseph
Fux in Ansehung solch seiner sowohl alss vorherig Vice-Hoff Capell-Meister
Trey-Eyffrig zu Dero Allergnfidigster Satisfaction geleisteter Dienste,
diese Allerhöchste Kay. Gnade verwilliget haben, dass selbigen anstatt der
nach dessen ableiben vor die hinterlassende Wittib sonst gewöhnlichen
Jährlichen Gnadenpension zur Gnad und Abfertigung, Ein vor allemal
8000 fl. in denen 4 ersten Jahren mit Jährl. 2000 fl. zahlbar gereicht werden
sollen , hat der Hoff-Contralor Ihme darflber die gebräuchige anweissung
also an seine Behörde ausszufertigen.
Per Imperatorem
Wien den 23 Martii 1721.«
i«. Finanz.-Min.-Arch. Erl. 27. Juni 1721.
„Demnach Ihro Rom. Kay. auch in Hispanien, Hungam vnd Bäheimb
Königl. May. Vnser Allergnädigster Herr etc. Deroselben würklichem Hof-
Capelhneistem Johann Joseph Fux, in ansehung solch seiner sowohl
alss vorherig Vice-Hof-Capellmaister Treu Eyifrig zu Dero Allergnädigsten
Satisfaction geleisteten Diensten diese Allerhöchste Kay. Gnade Verwilli-
get haben, dass selbigem, anstat der, nach dessen Ableiben vor die Hinter-
lassende Wittib sonst gewöhnlichen Gnaden Pension, Zur Gnad und
Abförttigung, Ein Vor allemahl Acht Tausend Gulden, in Dennen Vier
Erstem Jahren mit Jährlichen Zwey Tausend Gulden Zahlbar gereicht
werden sollen — Alss würdet solches Einer Löbl. Kay. Hof Cammer hiemit
in Frenndschafit intimiret , Dieselbe belieben möge ermelte 8000 fl. Vorbe-
riehrter Massen fflr besagten Fux gehörigen Orts anzuweissen , Inmassen
hieran beschichet Ihr. Rom. Kay. und Königl. Catholischen Mayestät Aller-
304 Beil. II. 13.14.
gnädigster Will vnnd Meinung. Actum Wien den Sechs und Zwainzigsten
Martii Anno Sibenzähenhundert Ein und Zwainzig.'^
Ant. Floh (?)
13« 1727. 3. Jänner. Arch. des Obersthofineister- Amtes.
„ Allerunterthanigst gehorsamstes Bitten Dero Hof - Capelmaisters
JohannJosephFux pr. Allergnädigste Verwilligung einer Gnadengabe
und derer abreichung ohne Tax betreffd.
£uer Kay. und Kön. Cath. May. haben in Anno 1721 über mein Aller-
unterthänigstes Bitten Allergnadigst zu resolviren geruhet, dass mir anstatt
der sonst gewöhnlich Jährlichen Gnaden-Pension, die meine Ehewürthin
nach meinem Ableiben anzuhoffen haben wurde Achttausend Gulden ge-
reichet werden sollten, welche ich auch in denen ausgesetzten vierjährigen
Terminen empfangen habe und fUr solche Allerhöchste Gnade mich aller-
unterthänigst gehorsamst bedanke •, Ob nun wohl mir zu grosser consolation
gereichet, dass besagt meine Ehewürthin hierunter nach meinem Todt ihres
Unterhalts versicheret seye, so liegt mir iedennoch ob, dahin furzudenken,
dass nachdeme ich von meinem verstorbenen unbemittelten Bruder einen
Sohn und eine Tochter als meine eigene Kinder angenommen habe , die-«
selbe nicht unversorget bleiben \ und zumahlen bey den Knaben ein solches
talentum vorscheinet, dass zu hoffen stehet, er werde durch die Studia und
andere nützliche exercitien die fahigkeit erlangen, hinkönftig zu Kay.
Diensten employeret werden zu können, weillen er aber erst das siebente
Jahr erreichet hat, folgsam ich bey meinem hohen alter mich nicht getrösten
kann, ihne selbst zu erziehen — wo hingegen nach meinem ableiben meine
geringe mittein zur education gedachten Knabens uixd zur Versorgung ob-
bemelter meines Bruders Tochter nicht auslangen wurden; Solchemnach
und auf dass meine langjährige Dienste auch meinen Freunden mit ange-
deyen mögen.
Euer Kay. und Königl. Cathol. May. mich zu Füssen lege mit der aller-
unterthänigsten Bitte , Dieselbe geruhen in allermildester ansehung meiner
Deroselben und Dero Durchleuchtigsten Erz Hauss von 32 Jahren hero
leistender allerunterthänigst-Treu-gehorsamsten Diensten mir eine Gnaden
Gabe allergnadigst zu verwiiligen und ohne Tax abreichen zu lassen. Zu
AUergnädigster Gewährung mich Allerunterthänigst gehorsamst empfehle
Euer Kay. und Königl. Cathol. May.
allerunterthänigst-gehorsamster
Johann Joseph Fux
Hoff-Capelmaister. *"
t«. Referat. Wien den 29. Aprilis 1727. exp. 10. Mai 1727.
„12" hat Euer Kay. May. Hoff-Ci^ellmeister Johann Joseph Fux
für die anstatt der Pension, so seine zukünfftige Wittib nach seinem Todt
zu hoffen gehabt haben würde, Ihme a*^ 1721 mit 8000 fl. in ausgesetzten
4jährigen Terminen allermildest angeschaffte und bereits abgeführte Gnad
Bell. II. 14. 305
sich alleninterth&ugBt bedanket, anbey aber gehorsambst gebetten, weilleii
er seinea Veratorbenen ohnbemittelten Bmders hinterlaaaene zwey Kinder,
einen Sohn und eine Tochter an Kindesstatt anffgenohmen bey aeinen albe-
reits habenden hohen alter aelbige -aelbst zu erziehen nicht Hoffen könne,
bevorab den Sohn , alss der erat 7 Jahr alt wäre , jedoch ein eolchea talen-
tum hätte, daaa aUerdinga zu hoffen, £r werde aich durch excolimng deren
Studien und anderen nützlichen ezercitien zu Kay. Dienaten mit der Zeit
fähig machen; nach aeinen dea Supplicanten Todt aber zur education dieaea
Knabens und Veraorgung deaaen obgedachter Schweater aeine geringe Mit-
tel nicht aualangen wtirden, daaa Ihme in anaehung 32jährigen Dienaten eine
Gnadengab allergnädigat verwilligt, und ohne Cameral-Tax und Abzug
abgereicht werden mögte damit aeine langjährige Dienate auch aeinen
Freunden mit angedeyen mögen.
Die gehorsbate Concertationa Ooon hat zwar dea Supplicanten be-
aondere, ganz offen kündige yirtü, nebet aeinen aeither a* 1698 (da Er alaa
ein guter Virtuoao und Compoaitore vom Anfang aelUgen Jahrea aufge-
nohmen worden) zu voUatändigfer Satiafaction geleiateten guten Dienaten
und andurch erworbenen Meriten gar wohl erkannt, wie auch, daaa zuweillen
deren veratorbenen Capellmeiaterdienate und meriten bey. und ihren
Wittiben , Kindern und angehörigen mit einer gröaaeren penaion allergnä-
digat erkant und belohnt worden, alaa nicht daa intereaae von obigem,
dem Supplicanten bereite a** 1721 allermildeat angewieaenen quanto deren
8000 fl. auatraget, alaa welchea auch gar zu 6 per 100 gerechnete mehrer
nicht alaa nur 480 fl. jährlicha abwirffet; maaaen 1* der Capellmeiater
a** 1674 in Anaehung aeiner dSjähr. Dienaten noch bey aeinen Lebzeiten
dieae Gnad erhalten, daaa die mit 60 fl. monatliche fltr 2 aeiner Söhne ge-
noaaenen Scholarengelter nach aeinen Todt für 5 aeinige Söhne dergeatalt
continüirt werden aollen, daaa 4 darvon jeder monatliche 10 fl., der fünfte
aber 20 fl. haben aollen, ao 720 fl. jährl. auaagetragen. 2* deaaen Succea-
aoria Johann Heinrich Schmelzer'a Wittib a* 1680 in Anaehung dea Ver-
atorbenen langwieriger guter Dienaten, für aich und ihre drey Kinder eben-
falla 720 fl. penaion zwar zu gleichen Theilen , jedoch dergeatalt auaage-
worffen worden, daaa einea etwa aterbenden Theill dem aerario gleich
wieder zurückfallen aollen ; 3* deaaen Nachfolgera Draghi Wittib a* 1700
wegen dea Veratorbenen 42jährigen Dienaten anatatt einea Quartiere 200 fl.
und pro penaione 600 fl. jährlicha ad diea vitae angewieaen, darvon auch
a* 1710 poat mortem matria der Tochter, die Halbacheid mit 400 fl. biaa zur
Standea Veränderung continüirt, alao auch von Ew. Kay. May. unterm
14. Febr. 1713 allergnädigat conflmiret; 4* aber dea letztveratorbenen
Capellmeiatera Ziani Dfenat, die doch nur 15 Jahr, daa iat a 1* Aprilia 1700
biaa gegen aelbige Zeit 1715 gedauret, nach deaaen Todt in der Wittib mit
500 fl. und in aeinen Hinterlaaa^nen mittelloaen Bruder mit 400 fl., alao in
totum mit 900 fl. penaion Jährlicha recompenairet worden.
Jedoch aber weilen 1" dem Supplicanten wegen aeiner langwierigen
guten Dienat nicht allein zur Veraorgung aeiner zukünfftigen Wittib , aon-
Köehel, J. J. Fax. 20
306 Beil. II. 14.
dern auch eben dieser seines mittelloss verstorbenen Brjiders aufferziehen-
den, anietzo dem Vernehmen nach schon genugsam erwachsenen, und bereits
heyrathsmässigen Tochter anff sein in Abschrifft anverwahrtes selbsteige-
nes Supplicatum sub D und das extractive anliegendes Concertations-Com-
mission^-Gutachten sub E eine so namhaffte Gnad und Abffertigung von
8000 fl. durch das sub dieta lit. £ ebenfalls befindliche Decretum bereits a'
1721 allergnüdigst verwilliget, angewiesen, und zu seinen bissherigen Ge-
nuss auch aussgezahlt worden, ohnerachtet es gleichwohl annoch ohngewiss
wäre, und auch noch zu dato ist, ob nach Gottes Willen Er, oder aber
seine Ehe-Consortin und Bruders Tochter vorauss sterben werde, weich-
letztem fallss der pensions Last auf Ew. Kay. May. nicht hätte kommen
können. 2* aber zu consideriren , dass die , auss diesem nach des supplici-
renden Capelhneisters selbst eigenem Verlangen, Ihme respectu seiner zu-
künfftigen Wittib- und Mahm zur Gnad vnd Abfertigung, wegen seiner lang-
wierigen Diensten bereits a* 1721 mit 8000 fl. angewiesenen Capitals, biss
anhero schon genossene , vnd annoch künfftighin biss zu seinem erfolgten
Todt, weiters ziehende Interesse von Jahr zu Jahr mehrers vergrössem,
3' aber dass , wann schon auch bey dem ktUifftigen Todesfall die Interesse
dieses Capitals das quantum deren, anderen Capellmeisters Wittiben und Er-
ben mit 800 fl. oder gar 900 fl. ehedessen allergnädigst placidirten pension,
noch nicht eiTeichen sollten, die Capitals Summ gleichwohl des Capellmei-
sters Erben, es möge bei seinem Todt eine Wittib vorhanden sein oder nicht,
ewig verbleibe, wo hingegen die pensiones bey deren Wittiben Absterbung,
oder jedoch sonst intra/^ertum tempus dem aerario wieder zurück- und an
heim fallen ; 4" der Supplicant seither a* 1715 da Er würcklicher Capellmeister
mit 3100 fl. jährlichen Genusses worden, jährl. 600 fl. mehrer, alss jemahls
ein seiniger Vorfahrer genossen , so in dieser 12jährigen Zeit mit znschla-
gung des Interesse wiederumb gegen 8000 fl. austraget; 5* diese neue
Gnadengab vbn dem Supplicanten pur allein zur Erziehung- und Versorgung
seines verstorbenen Bruders hinterlassener, von Ihme adoptirter zweyer
Kinder anbegehret wird, da doch die Tochter aniezo nicht mehr in consi-
deration kommen kann, weillen zu ihrer und der zukUnfftigen Wittib Ver-
sorgung bereits a* 1721 die 8000 fl. Gnad- und Abfertigung verwilliget wor-
den, wegen des adoptirten Knaben aber, alss welcher noch jüngst Todts
gefahrlich krank darnieder gelegen, es noch, dessen Jugend ohngehindert,
eben so wenig, alss wegen des Capellmeisters Ehe-Consortin und adoptirten
Tochter gewiss ist, ob und wer einer den andern überleben oder aber
vorsterben werde,
Abs hat bey solchen umbständen- und gegenwärtigen schweren con-
juncturen die gehbste concertations-Conmiission sich keineswegs getrauet,
zu des supplicirenden Capellmeisters allerunterth&nigst augesnchten, Ew.
Kuy. May. AUergnädigster Beurtheilung und Willkühr jedoch , tam ratione
temporis, quam quanti et modi, lediglich überlassender weiteren oder neuen
Gnaden Gaab allerunterthänigst einzurathen.
(Ohne Resolution des Kaisers.)
Beil. II. 15. 16. 307
t6. 1733, 9. April. Arch. des Obersthofmeister- Amtes.
„Alleranterthänigst gehorsambst bitten Dero Hoff-Capelbneisters
Johann Joseph Fnx.
Ener Kay. und Königl. Cathol. May. geprisene Milde veranlasset mich,
Deroselben allemnterthfinigst vorzutragen, wassgestalten, nachdeme durch
den mittellosen Stand meines in Nieder Steyermark zu Hirtenfeld haussässig
gewesten Bruders bewogen worden bin, von dessen nachgelassenen Sieben
Kindern zweye, nemlich einen unmtlndigen Sohn und eine Tochter als meine
eigene Kinder anzunehmen , ich zu dererselben guten erziehung, insonder-
heitlich um den Knaben, forderist in dem Studio latinitatis, dann auch in
der Musik auf dem Cymbalo zu unterrichten, bisshero nicht geringe Unkosten
aufgewendet habe ; wie zumahlen nun sotiianer Knab, nahmens Matthaeus,
bei welchen ein besonderes talentum hervorscheinet, erst das dreyzehente
jähr erreichet hat, mithin ich in betracht meines hohen alters , und allschon
sehr geschwächten leibskräfften, ihne selbst gänzlich zu erziehen, auch
keineswegs getrosten mag: nach meinem ableiben aber meine übrig blei-
bende, und durch die bekostung der erlittenen vielfältigen Krankheiten um
ein namhaftes geminderte mittein dahin nicht auslangen wurden, dass hier
von sowohl die von mir angenommene und annoch unversorgte obgedacht
meines verstorbenen Bruders Tochter ihren nOthigen unterhalt haben , als
auch der Knab Matthaeus seine Studia dergestalten, wie er darinfalls
biss hieher mit gutem progress angeführet worden ist , fortsetzen könnte ;
Solchemnach
Euer Kay. und König. Cath. May. mich zu ftissen lege , mit der aller-
unterthänigsten bitte, Dieselbe in allermildester ansehung meiner Ihroselben
und Dero Durchleuchtigsten Erzhaus als Musices Compositor, Vice- und
würklicher Capellmeister in das vierzigste Jahr leistenden allerunterthänigst
treugehorsamsten Diensten , mir zur letzten Gnade (massen Ew. Kay. und
Königl. Catholische May. nach meinem Tod niemand der meinigen um einige
Gnaden-gab mehr behelligen wirdet) ermelten von mir an ^indesstatt ange-
nommenen meines Bruders Sohn Matthaeo Fux , zu desto besserer prose-
quirung deren Studien , biss er sich zu einer Dienstelle fähig machen und
andurch aus höchster Kay. Clemenz zu seiner Versorgung gelangen möge,
jährlich etwas auszuwerfen, allergnädigst geruhen wollen. Zu allergnädig-
^ter Grewährung mich allerunterthänigst
gehorsamst empfehle
Johann Joseph Fux,
Hof-Capellmeister. ^
te« 1733, 29. Juli exp. 18. August.
Keferat des Obersthofmeister- Amtes und kaiserliche Resolution
29. Juli 1733. exp. 18. August.
„32'* hat mehr und ofTt wiederholter Hoff- Capell- Meister Johann
Joseph Fux, mittels einer allerunt. Bittschrifft angebracht, wie dass
er wegen MitUosen Stands seines in nieder Steur Marck behaust ge-
20*
308 Beil. II. 16—18.
we8t«n Bruders bewogen worden seye, von seinen nachgelassenen 7 Pu-
pillen einen ohnmQndigen Sohn Matthaeum und eine Tochter an Kindesstatt
aufzunehmen, und selbte alss seine eigene Kinder zu erziehen. Zumahlen er
nun auff Sie y forderist aber auff den Knaben , wegen seines guten Studij
latinitatis und zeigender progressen in cymbalo solche Unkosten auffge-
wendet hätte , dass Er die billige Beysorge tragen könte : es wurde nach
seinem bald bevorstehenden Todt , die durch solche unterweiss- und erzie-
hungstkosten und zuforderist durch alstäts erleidende ohnpasslichkeiten
sehr erschöpfte Mittel zu dieser seiner adoptirten Kindern benöthigten unter-
halt nicht hinlfinglich seyn; alss wollte Er Euer Kay. May. allerunterthanigst
gebetten haben; dass Allerhöchst Selbte, clementissimo intuitu, seiner alss
compositore , Vice - und würkl. Capellmeister in die 40 Jahr lang leisten-
der Diensten, wie auch dass nach seinem Tod niemand deren seinigen
Euer Kay. May. umb etwas behelligen werde , Ihme zur letzten gnad für
erdeuten (sie) seinen Sohn Mathaeum zu besserer prosequirung seiner
Studien eine jährL Gnadens Provision in so lang allergnädigst verwilligen
möchten biss selbter sich in stand, sein eignes Brod gewinnen zu können
auss allerhöchsten Kay. gnaden gesezet zu seyn sehen wurde.
Da dieses Snpplicantens aufhabende merita ohne deme sattsamb be-
kant seynd , hat die treu gehorsamste Concertations-Commision occasione
dieses seines petiti Euer Kay. May. nur so viel in unterthänigkeit zu erin-
nern : dass er A* 1715 einen Jährl. gehalt von 2500 fl., dann eine jährliche
Adjuta von 600 fl. sine consequentia pro successoribus und A* 1723 auss
£u. Kay. May. allerhöchsten Gnaden ein Capital von 8000 fl. auff einmal
überkommen, und anmit besagt: gehorsambst Commission zu glauben
ursach gegeben habe, dass Ihme Supplicanten gnad genug seyn könnte
wan Euer Kay. May. seinen adoptirten 13jährigen Sohn Matthaeo nicht
iezo gleich , sondern a die des Supplicirenden Capellmeisters erfolgenden
Todtfahls biss zu dess Knabens sich ergebender Yogtbahrkeit jährl. 400 fl.
allermildest zu verwilligen, ein allergnädigstes Belieben tragen würden."
(Eigenhändige Resolution des Kaisers:)
„„Soll ihm, was ein Scholar gehalt erhält geben wer-
den«^
1 ». Fin.-Min.-Hofprotokoll 1700. fol. 78.
„Fux Johann Joseph Kay. Musicus Compositor, remonstrirt
seine Etlich jährl. treu Eyffrige Hoffdienst, Mit gehors. Bitte Ihme einstens
mit einem Kay. Hoffqnartier in Gnaden anzusehen.
Bschaidt :
Wan der Supplicant auf ein würkl. vacirend, und seinen Dienst gezie-
mendes quartier künfftig zaigen würd, solle seiner vor auch gedacht wer-
den .dt. Wien den 29. Martii ao. 1700.«
19. Fin.-Min.-Hofprotokoll 1702. fol. 163.
„Fux Johann Joseph Kay. Musices Compositor sagt, dass er
schon einige Zeit ohne Quartier seye , mit gehors. Bitte , weillen er Ver-
Beir.ll. 19—21. 309
standten, dass in des Paul Kauz, Barbierer Hauss auf dem Neumarkht die
Frey Jahr negstens expiriren, Ihme hierinnea sein Quartier gnädig zu
assigniren.
Bschaidt :
Fiat y nach verflossenen Kay. Bau Frey Jahren , dem Kay. Hoffquar-
tiermaister Vnd hoffourier, hiemit auflfzulegen , wie gebetten etc. Wien den
7. Dec. So. 1702.
!•• Fin.-Min.-Hofprotokoll 1715. fol. 129.
Fux Johann Joseph Kay. Hoff Kappelmaister meldet , was ge-
stalten der Von Imbsen mit einen andern Hoff Qttier Versehen, undt ihme
sein vorheriges in der Weinburg in des Weyl. Martins gewesten Schnei-
dermeisters Hauss anständig wäre er also gehors. bittet , solches gdgst. zu
conferiren.
Beschaidt:
Fiat y den Kay. Hoff Qtiermeister und Hoffouriren auferlegt wie ge-
betten. Wien 20. Juli 1715.
AFz. Schwarzenberg."
Fin.-Min.-Hofprotokoll 1719. fol. 123.
,,Fux Johann Joseph Kay. Capelmaister bringet gehorsambst bey,
dass durch zeitliches Hinscheiden des Kay. Hoff Cammer - Rathes Hr. v.
Hayne sein Hoffquatier in den sogenannten goldenen Bern an alten Fleisch-
markht erledigt worden, und zumalen er in seinen in den Pockischen Hauss
in der Weihenburggassen nicht subsistiren kann , umb Weilen durch des
Nachbarn Gebau in den Eingang dass Liecht entzogen worden ist. Gelangt
des Supplicanten Vnterthänige Bitte ihme das obbenannt eröffnete Hoff-
quartier Vor andern gnädigst zu conferiren.
Beschaidt :
Den Kay. Hoffquatiermcister und Hofffourieren aufgelegen wie ge-
betten. Dat. Wien v. 23. October 1719.
AFz. Schwarzenberg."
■
«I. Fin.-Min.-Hofprotokoll 1741. fol. 22.
»Fux Joseph Hoff Capellmeisters Seel. Erben , bitten in Ansehung
ihres abgelebten Vetters seel. langjähr, treugeleisten Diensten ihnen den
Kön. Hoff. Qtiers-Genuss bis kiinfftigen Michaely zu verleyhen und gemes-
sen zu lassen.
Beschaidt :
Denen Supplicanten wird der ingebettene Kön. Hoff Qtiers Genus
(wegen übel entstehenden Cansequentien) bis ktinfitigen Greorgy instehen-
den Jahres hiemit gnädigst verwilligt. Act. Wienn, 8. Martii 1741.
HF. Auersperg.«
310 Beil. II. 33.33.
SS. Fin..Min.-£rl. 29. April 1741.
„Demnach Ihrer Rom.. Kay. aach in Hispanien, Hungam umd Bö-
heimb König. Cathol. May. Caroli 6*' unsersAllergnädigsten Herrn etc. Christ-
mildesten angedenckhens gewesten Hoff Capellmaister Johann Joseph
Fux dieses zeitliche geseegnet, Alss würdet solches Einer Löbl. Kay. Hin-
terlassenenHoff Cammer hiemit in Freundschafft intimirct. Dieselbe Belieben
möge mit Ermelten Fux nachgelassenen Erben seiner Jährlich per 3100 fl. ge-
habten Hoff Besoldung und Adjuta halber Bis den Vierzöhenden Februarij
inclusive gegenwärtigen Jahrs die gewöhnliche Abrechnung zu pflegen
gehörigen Orths anzudeutten , Massen hieran Beschichet Ihrer Kön. May.
unser Allergnädigsten Frauen Willen und Mainung^ Actum Wien den
Achtzöhenden Februarij Sibenzöhenhundert Ein und Vierzig."
Rudolph Gf. Zinzendorf m./p.
•
SS. 1725, 30. October (Copia).
Aussen : ^ An
Ihro Hochgräffi. Excellenz, den Hochgebohmen Herrn Sigmund
Rudolph des heil. Rom. Reichs Erb-Schatzmeister und G raffen von
Sinzendorff, Burggraffen zu Rheineck, ErbsQhenken in Österreich ob
der Enns etc. der Rom. Kay. May. Geheimben Rath, General-Feldmarsch^ill-
Lieutn. und Obristen Hoffineistem, grand d'Espagne und Ritter des gülde-
nen Yliesses vnterth. gehorsambstes Bitten
Johann Joseph Fux Kay. Hoff-Capellmeisters
pr. inberührt Gdge. protection betreff.*
Innen ;
„Hochgebohrner Reichs Graff. Gnädig Hochgebiettender Herr.
Obwohl Euer hochgräffl. Excellenz mit Klagen ungern behellige,
gleich dessen ungehindert verschiedener hierzu gehabten beweglichen Yr-
Sachen mich bisshero entschlagen habe, so kann jedoch, nachdeme mir
immer grössere Beeinträchtigung zugefÜget wird, nicht länger, und umb
so weniger an mich halten, Deroselben dasjenige, wormit mich beschweret
befinde, gehorsambst vorzustellen, alss auch dissfalls durch die hiebey-
liegende Instruction */. veranlasset werde, worinen articulo 13* enthalten ist:
dass wan der Capellmeister in einem oder anderen aggraviret wäre, den
Kay. Herrn Obrist-Hoff Meister umb abhelffliche Maass angehen solte,
Dahero der unterthänig. Zuuersicht bin, Ew. Hochgräffi. Excellenz diessen
Gehorsambsten Vortrag nachfolgend meiner Beschwerden Gnädig an-
gesehen werden. t
Von der Zeit an, dass des Herrn Principe Pio Ex' die Carica alss
Protector der Kay. Musique angetretten haben, wäre auss dem, von Der-
selben öfftermahlen gethanen Versuch, und allerhand eingriffen, die mit
stillschweigen übergehe, sattsamb abzunehmen, dass Ihre Absicht dahin
gerichtet, den Capellmeister zu unterdrucken, und dessen von verschiedenen
Kay. Majestäten befestigte, und in ruhigen Besiz hergebrachte Gerechtig-
keiten über den hauffen zu werffen ; wie den Hochgedacht Herrn Principe
Beil. II. 33. 311
Pio £z' mit der Ihro zuständigen Protection, und Besorgung des Ka^.
Theatri nicht znfriden, auch die direction der völligen Musique , die von
Niemand alss einem in arte perito der gebühr nach versehen werden kann,
wider den gebrauch an Sich zu ziehen trachten, und lauth hieran verwahr-
ter abschrifft eines mir iüngsthin zugeschickten bigliets Sich alss ein Capo
der ganzen Kay. Musique benennen, wohin gegen in obbemelter von Ihro
ELay. May. Leopolde Glorwtlrdigsten angedenkens herabgegebenen und von
der jetzt glorreichest Begierenden Kay. May. auff Mein einsmals besche-
hene allerunterth. anfrage, allergdst gutgeheissene Instruction eodem arti-
culo 13® die Capellmeister für Capi der Musique erkläret seynd, welcher
Ihnen zugeeigneter Character umb so mehr bekräftiget wird, als Sie Capell-
meister der gesambten Musique vorgestellet worden und der erstere beay-
diget ist: in dem ganzen enthalt aber iet^t besagter Instruction von dem
jeweiligen alss Protector der Musique angestellten CavaUer keine Meldung
gemacht ist. Allein zur Abfassung sothanen bigliets ist der anlass genom-
men worden, umb willen Ich dem Kay. Organisten Georg Reinhardt eine
Reisse nacher Prag zu thun, umb allda bey den heil. Joanne Nepomuceno
seine Andacht verrichten zu können, die bey mir angesuchte erlaubniss
gegeben h9be;.wie dan des Hm. Principe Pio £z* daiüber hin Ihre Andung
dergestalten bezeiget, dass Sie dem benannten Organisten dessentwegen
mit dem arrest gedroht haben, nicht zwar auss Eyffer für die Kay. Dienste,
die durch solche ab Wesenheit, indeme ein überfluss an Organisten dermals
vorhanden ist, nicht gelitten, sondern allein umb den Capellmeister hier-
unter zu kränken, alss ob derselbe derlei erlaubnuss zu ertheilen nicht be-
fugt wäre; da doch nicht allein ich alss 30jähriger Diener sondern noch
ältere Musici bei ihren gewissen bezeugen mögen, dass der Capellmeister,
oder in abgang dessen der YicerCapellnieister einem Musico auff eine kurze
Zeit zu verreissen, hat erlauben können, alss welchen am besten die Zeit
und gelegenheit bewusst ist, wie und wann solches ohne Nachtheil der Kay.
Dienste sich thun lasse. Ohne .Zweiffei auch auss dieser Vrsache, damit Ihro
Kay. May. mit dergleichen Kleinigkeiten nicht beunruhiget werden, und auff
das derienige, so die Musicos zur Schuldigkeit anhalten mus, ihnen auch
eine ergözlichkeit zu verstatten beuollmächtiget seye. Es möchte vielleicht
eingewendet werden, alle derley Vor- und eingriffe geschehen darumben,
weilen der Capellmeister nicht ieder zeit im stand seye, dem Dienst vor-
zustehen, welches Ich zwai* bekenne, und höchstens betaure, zu diessem
Zill imd ende aber und dessen Stelle zu vertretten ist derVice-Capellmeister
ein Mann von grosser Virtü und Capacität angestellet. Bey diesser der
Sache mir billig zu gemüth steigej^den Bewantnuss :
Gelangt an £w. Hochgräffl. Excellenz alss hoche Instanz mein unter-
thänig, gehorsamb- und angelegenstes Bitten, dieselbe geruehen die ge-
druckte Capellmeister in Dero hochen Schutz zu nehmen, und bey Ihro Kay.
May. ausszuwürcken, d<amit Sie Capellmeister bey Ihren alten zu Besorgung
des Kay. Dienstes so nothwendigen gerechtigkeiten gehandhabet werden,
und ich meines geringen orths von denen mir nachkommenden den üblen
^^^ Beil. II. 23.24.
nachklMg, d«. unter meinem M^^terio ein- so anderes abgebracht wor-
den, mcht z« be&hren habe. Solte aber Ihrer Kay. May. aUergdpit^ri^l
und wiUe seyn, d«« diese umbgekehrte administition ihren forSTn* haS
so unterwerflfe mich mit Tieffester Demuth Dero allergdgBten ^olun^'
;^e riSen'el;^ ''''"" ^^^'^ "'^'"«' Vorfahren fthigkeir^iÄ
«ze die Ihnen ertheilte praerogatiyen zu geniessen unwürdig seye- ob-
^^^l^^^'.'^T •'*"'*' -»'^««fe»-» - haben erachtl iTJch
Ätft f: h"*; ""^ ^^- "*^- «««""»^^rtb^rBt- «rehbst bittet«,
STh znlh f "' "^ ^' Gereehtiglceiten dem Capellmeiste;
h^lh w r 1 ""'^ «•»«re««met bleiben wurden, auff dass ich mich
J^^e TorTc,«" rr*';'"'^" "•""'■" "*"'^'*«"'« ''«^^'>*«" Zustand nicht
«ne morbhca ,on über die andere leyden mttsste, sondern die noch flbrigc
wenige Tage m gewünschter Ruhe beschliessen möge
Zu GnSdiger Gewehrung mich unterth. gehbst. empfehle
Euer HochgrSflI. Excellenz
unterth. gehorsambster
Johann Joseph Pux,
1 7QR an n . V „ .. ^"y- Hoff-Capellmeister.
1725. 30. Ootober. (Beil. zu ts.)
nCopia.
II Ppe Pio riy. dio". il Sig". M'~. di Cap". Gio". Gius-. Pux e le fa
«apere, come 1' Aug»-. Imp". commanda, che di qui avanti ninno dipendente
aeiia tes«. Musica possa assentarsi dal Ces«. Serviggio senza consaputa di
cm «crive, il quäle come Capo della Musica deve rendere conto all' Ang~ de
suoi subordinati, non avendo egli mai concesso il permesso ad alcuno di
pemottare faori, senza preventira consaputa e beneplacito della M". 8na il
dl cm ordine avendo adempito ecc/«
»«. Verhaltbefehle für die kais. Hofkapelle. (Abschrift in
dem InstrucHonsbuch des k. k. Obersthofmeister-Amtes.)
»?««>«, che voglio. siano sempre dal mio Maestro, o vice -Maestro
dl Cappella, e da' miei Musici inviolabilmente osservati.
l*. Che il Maestro, o vero in sua vece, o mancanza U vice-Maestro di
Cappella debba procurare in ogni miglior forma il mio buon servizio eon
insmuare la dovuta diligenza e pontualit* a' Musici.
2«. Che abbiano a cuore i di loro interessi et utili, con sollecitare ge-
neralmente le loro provisloni, e procurare particolarmente ancora quelle
grazie, che suol concedere la mia Clemenza a chi le merita o per distinzione
dl talento o per diligenza di servire senz» lasciarsi trasportare da parzialiti
m favore, o vero da passione verso di chi sia, accioche il mio servizio non
venga pregiudicato e la loro coscienza non resti aggravata.
3*. Che mantenghino bnona, sincera e cordiale amicizia con tutti li
Musici, onorando e rispettando ogn' uno.
4*. Che nascendo qualche disparere fra essi, o vero fra questi, e l'uno
e l'altro, debbano procurare, di componere tutto amichevolmente con
Beil. II. 34. 313
Cristiana eqniti, cercando, che resti pienamente soddisfatto, chi fosse
offeso.
5*. Che sia lor cura particolare 11 disporre delle composizioni, che si
devono produrre tanto in chiesa quanto in camera in conformitii del tempo
e del luogo, oome lo stimeranno piü a proposito p'er il mio Cesareo Servizio^
6*. Che ciaschednno de Musici debba pontualmente venire al buo Ser-
vizio ed a quell' ora, che gli sarä intimata, aspettando (come loro dovere)
il mio commodo , e che niuno di essi parta avanti che sia intieramente ter-
minata qua! si na funzione senza saputa del Maestro o vice -Maestro di
Cappella.
7*. Che quandof alcuno di essi fosse legitimamente impedito di venire
al suo servizio, debba farlo sapere al Maestro di Cappella, e -quello al vice-
Maestro, acciö possa V uno e V altro disponere le cose e rimediare alle man-
canze, che occorressero.
8*. Che ognuno de Musici debba senza contradizione accettare e can-
tare quella parte, che gli verrA data, senza riflettere a primo o secondo,
che cosi richiede il mio servizio e che lo commando assolutamente.
9*. Che tutti li Musici debbano cantare ne' ripieni ed al libro grande
di Cappella, acciochö il Servizio Divino (per quäle fb principalmente da'
miei Augnstissimi Antecessori instituita la Musica e da me mantenuta)
venga osservato col debito decore e possa meglio impraticarsi, chi non fosse
per il passato applicato a tale esercizio.
10*. Che debbuno li Musici in tutte le funzionl stare col debito ris-
pettD, ma particolarmente u quelle della Chiesa, con osservare la piü
profonda riverenza al Sacro hiogo e stare ben attenti, per rispondere pon-
tualmente al sacerdote celebrante quello che occoire, n6 divertirsi con dis-
corsi inutili, acciochö non succedatio scandali nel tanto importante servizio
di Dio.
11*. Che non sia lecito a veruno de' Musici mancare a Servizij ordinarij
Bul pretesto delle recite ; riserbando a me solo 1' arbitrio di dispensarli da
medemi alcuni giomi avanti 1' operazione, acciochö possano finire d'imparar
la parte e mettersi in ordine per tal funzione.
12*. Che gli Btromentisti tutti risarcischano la passata negligenza con
una esatta pontualitü nell' awenire e siano obligati a richiesta del Maestro
o vice-Maestro di Cappella impiegarsi in Cesareo servizio con ogni sorti di
stromenti, de' quali hanno prattica ; aneorche la loro ordinanza non esplichi,
che una sorte di stromento.
13*. Che coltivino fra essi una buona sincera cordialiti ed unione, col
portarsi vicendevolmente il dovuto rispetto e pratticar 1' istesso col Maestro
e vice-Maestro di Cappella come loro Capi da me istitiiitigli , e se acca-
desse mai alcun disgusto o mala sodisfazione fra essi, ed il Maestro o Vice-
Maestro di Cappella, debba, chi si trovasse aggravato, ricorrere al mio Mag-
giordomo Maggiore, che come loro Superiore havrä la piena autoritä di
componere le loro differenze e far ragione ad ogn' uno.
314 Beil. II. 25. 36.
14*. Che tutti qnesti punti vengano inviolabilmente osservati essendo
tale ü mio ordioe positivo ed espresso.
LeopolduB (I.;^
Sft. 1729, 23. Juni.
„Berichterstattung, Auf die Frag, ob für die Capellen ein Calcanten-
Adjunct nötig seye.
Weillen vor diesem die Dienste durch zwei Calcanten allein verrichtet
and erst 1717 Ihnen ein Adjunct, nemblich Ferdinand .Römer, ieziger
anderter Calcant mit 120 fl. zugegeben worden ist , scheinet dieser Dienst
unnötig zu sein.
Worauf gehorsambst geantwortet wird , dass dieser Calcanten Dienst
niemallen durch die Calcanten allein hat können verrichtet werden, sondern
iederzeit mit beyhilf ihrer geseelen.
Nun ist bekant dass die gesöllen nit immer bey einem Maister ver-
bleiben, sondern von einem zum andern wandern, mithin öffters neue leyt,
so keinen brauch wissen können, in die Capellen kommen seind ; auch, wie
bekant, die gesöllen gemeiniglich liederlich, und nachlässig seind. Ist fiir
gut und nöttig befunden worden, dass ein Orgimacher Adjunct mit der Or-
dinanz und geringer besoldung aufgenommen wurde, welcher, da indessen
der Calcant zum Tafeldienst zu richtet, und das Cimbalo stimmet, beständig
bey der Orgel bleibe, die blassbälge aufziehe, und, so ungefehr an der Orgel
etwas fellete , gleich es in meiner gegenwarth geschehen, er adjunct in in-
stant! gleich zu helffen wisse , und also nach und nach den Dienst und die
breuch lehre, damit er bey sich erreigneten fahl in die würkhliche Cal-
canten Steelle einrukhen könne : aus welchen dan auch abzunehmen ist,
dass zu Vertrettung der Calcanten-Adjuncten Steelle unumbgänglich em
Orgl Macher erfordert werde.
Und weillen das Sistema modernum musices von etlichen iahren her
sich fast verändert hat, und hirzue mehrere Musici erfordert werden, ist nit
zu bewundern , dass auch mehre Dienner für die Capellen nöttig befunden
worden; welches auch von dem Instrum enten-Diener und Lautenmacher-
Adjuncten zu verstehen ist.
Und dieses zu gehors. berichts erstattung
J. J. F. C. M.«
«e. 1733, 6. März.
(An Ferd. Graf Lamberg, Cavaglier Direttore della Ces. Musica.)
„An Ihro Hochgräfliche Excellenz !
Zufolg von £ur Hochgräfl. Excellenz in genaden an mich ergangenes
Decrets die Contraltisten Navetschanin und den Orgimacher Giovanni
Moy BÖ betreffend erstatte femer gehorsamben bericht, dass 1" mir wohl be-
wust seyn , dass er Moyse 2 Cimbala zu dem Prinz Pio habe hingestellet,
welche eine Zeit lang biss zu Deroselben abreiss von hir aldorten stehen
verbliben, nachgehends aber von Ihme Moyse widerumb abgehoUet, und
Beil. II. 37.28. 315
mithin niemahlen nach Hof gekommen seind nnd weillen dennallen bey Hof
an Cimbaln kein abgang ist; wan sich auch mitler Zeit einer eussero solte,
linde ich nicht , warumb die Hoforglmacher , welche weit feiner und besser
arbeiten, solten praeteriret werden, alss erachte unnöttig zu sein solchen
Cimbaln ferner nachforschen. 2" Die Navetshanin belangend habe selbe
abermahl angehöret und befunden, dass selbe nit allein eine ausgebige,
pastose und wohlkh'ngende stimbe habe, sondern auch bereits mit feiner
arth singe , dergestalten , dass sofern Ihro Kay. May. eine Scolarin aufzu-
nemen a. g. gesinet seind ; ist meine wenige mainung, es möchte diese Na-
vetshanin vor allen cindern umb so vil mehr a. g. erküsen werden , alss an
Altistinen ein merklicher Abgang sich befindet. So vil zu Vollziehung £ur
Hochgräfl. Excellenz befelch habe ich zu berichten nöttig befunden. Im
übrigen zu dero hohen genaden und prottection mich empfehlend
Euer Hochgräfl. Ezcellenz
unterthänig-gehorsamber
J. J. Fux
Capel Maister.^
S9. 1711, 3. Sept. Arch. des Obersthoüneistet-Amtes.
Die Königliche Majestät hatte befohlen, „dass man die Kay. HofsUtt
reduciren solle« und die Hof-Conferenz referirt an die Kaiserin-Regentin, in
welcher Weise diese Reducirung statthaben könnte und sagt in Hinsicht
der Hofmusiker:
„Denen Mosicis weren nur dieienigen zu behalten, welche die besten
seint, und allein zu dem Capeldienst erfordert werden, die übrige, wie auch
die Cantatricinen, Compositori, Vnd wass zu denen Theatris gehöret,
zu licentiiren."
«9. 1711, 11. Sept.
In dessen Folge ergieng folgender Auftrag an den Vice-Kapellmeister
Ziani.
„Dero auch hinterlassenen Vice-Capelmaisteren Marco-Antonio
Ziani hiemit anzudeuten, dass Er seiner biss dahero wohlgeleister Diensten,
Vie ingleichen die gesambte Kay. Musici, wie sie namen haben, vorderst die
Compositori, Cantatrici, Poeten und was zu denen theatris gebraucht
worden, hiemit in gnaden entlassen werden, dergestalt jedoch, dass Er Vnd
dieselbe Ihre Besoldungen , Adjuten und Pensionen biss end dieses lauffen-
den Monats 7^"' annoch zu gemessen haben „alssdann aber solche völlig
aufgebebt sein sollen , welches Ihme, Vice-Capelmeistem, vnd zugleich mit
dem beygebracht wird, auff dass er es gesambter Music vndt obspecificirten
darzu gehörigen Persohnen zu ihrer nac bricht ebenfallss intimire. Ueber
dieses da Ihro Kön. Mtt. Vnser Allergnädigster Herr dennoch mit einer
guter, wohleingerichter Music werden versehen sein müssen, so solle Er, von
iezgewesten entlassenen Musicis die beste, diensttauglichste vnd fleissigste
aufimerken iedoch nur allein so viel deren an vocalisten vnd instrumentisten
316 Beil. II. 29.30.
zur versehung des Capel- oder Eirchendiensts nothnrflftig vnd nit übeiflüssig
Tonnöthen seint, ynd solche beim Obristhoflfmeisterambt specificirter ein-
geben fUr uns.
Fürs änderte hinzusetzen , was einem ieden für eine zulängliche com-
petente Besoldung auszuwerffen were, wobey nicht anff die iez genossenen
theilss grosse , theils excessive, sonderen auff die bey vorigen Kaiseren ge-
nossenen Besoldung zu reflectiren. worzu fürs dritte zu diesser überleg- vnd
einrichtung er Vice Capelmaister einen bey der Music lang dienenden er-
fahrnen Mann, alss etwa den dispensatore delli concerti mnsicali Kilian
Rheinhard sich acyungiren kann.
£x o£f!cio
Wien den 11. 7^" 1711.«
US« 31. Dee. Archiv des Obersthofmeister- Amtes.
„Anfrag die Kay. Musieos betr. Wien den 31. Dec. 1712.
„Vber den von Ewer Kay. May tt. dero gehorsam bsten Obrist-Hoff-
maister-Ambt zugestehen Statum oder Specification derienigen Musicorum,
welche in Kay. Dienste \(ieder aufgenohmen worden. Hat man dero Capel-
maister die Lista zugeschickt, damit er wisse, welchen er künfftig femer
zum dienen- vnd welchen er nicht ansagen lassen solle.
Sonsten hat man auf erhaltenen allergnädigsten Befelch gleich ange-
fangen die Verordnung an das Hoff-Contralorambt wegen der einem ieden
allergnädigst ausgeworffenen Besoldung ergehen zu lassen, vnd ao fort die
Bezahlung an das Hoff Zahlambt, wie gewöhnlich anzuschaffen.
Weillen man nun bey ein vnd anderen noch einen anstandt gehabt, so
hat man sich über die von Ewer Kay. Ma3rtt. herausgegebene und wieder
hierbey ligende Lista mit Ewer Kay. Maytt. Obristen Kuchenmaistern
wegen der erläutterung vernohmen, der dan erkleret: 1" dass der Joseph
F u X Vice-Capelmeister mit der für denselben aussgesetzter Besoldung der
1600 fl. resolvirt worden, consequenter in der Lista alss Compositore aus-
zulöschen seye.« u. s. f.
SO« 1712. Von aussen: „Lista der Musicorum mit des Hm. Grafen
von Molart Gutachten.
„Vnmassgebig allerunterthänigster Vorschlag. Wie Ew. Kay. und
König. Maytt. Hoff-Music eingerichtet und stabilirt werden könnte.
„Gleichwie nicht allein die grosse confusion, in welcher Ew. Kay. imd
König. Maytt. Hoff-Music bis heuntigen tag stehet , und die daraus erfolgte
üble Bedienung Dero Allerhöchsten Person, sondem auch die diese Jahr
hero allzuhoch gestiegene Salarimng Dero Musicorum den billigen Anlas
geben, dass man bei Deroselben eine solche Einrichtung vor die Handt
nembe, damit ainerseits Ew. Kay. und Kön. Maytt. mit aller Ordnung und
Punctualitet alleranterthäüigist- bedienet anderseits aber die bisherige con-
fusion verhtiettet , und die so grosse Besoldungen restringirt werden , Also
hab ich auch an meinem Allerunterthänigsten orth für nöthig zu sein be-
B«ll. II. 30. 317
fanden, dass bey sothaner Einrichtung nachstehende puncta in AUergnä-
digste reflexion gezogen werden möchten , und zwar weillen 1* das Funda-
ment aller guetten Bedienung die Bichtige Bezahlung der Besoldungen ist,
ohne welcher kheiner zu seinem Dienst rechtschaffen angehalten werden
kann, allermassen dann bei zurückh gebliebener Bezahlung die Unordnun-
gen von Zeit zu Zeit dergestalten zuegenomben haben, dass man gleich-
samb gezwungen worden , unter der glorwUrdigisten Regierung Ihro Kay.
May. Leopoldi primi höchstseeligsten angedenckhens die Besoldung deren
Musicanten zu vergrösseren , oder mit adjuten das Gral Hpffzahl Ambt und
die geheime Kammer zu oneriren, dass weder eines noch das andere wegen
solch über die Maass erhöchten Besoldungen vnd Adjuten mit deren Be-
zahlungen mehr gefolgen khönnen , Alss wäre meines aller unterthänigsten
Dafürhaltens ftir Euer Kay. und König. May. Hoff. Music fürohin ein ge-
wisser fundus, aus welchem dieselbe quartaliter Richtig bezahlt werden
khönnte zu stabilim und zugleich
2*. allergäst zu verordnen, dass die völlige Music, und was darunter
gehörig ist, ins Khönfftig ihre Bezahlung bloss und allein anss Euer Kay.
und König. May. gral Hoffzahl ambt, und sonsten aus kheinem anderen
Ambt oder Cassa zu empfangen haben solle, als wordurch nicht allein die
Leichtlich sich ereignende doppelte- sondern auch in der Zeit die ungleiche
Bezahlungen verhiiettet und abgeschnitten werden khönnen, gestalten dan
öffteH geschechen ist, dass eben diejenige Musici, welche zum wenigsten ge-
diennet, aintweders umb ihrer importunitet willen , oder auch intüitu eines
regals vor allen andern und zuweillen wohl gahr anticipato bezahlt worden
seynt, die Jenige hingegen, welche ihre Dienste mit all- Schuldigsten Fleyss
und Eyfer praestirt, viell zeit lang haben zuewarthen miessen, welche
zahlungs- partialiteten aber mit deme von Selbsten cessim werden , wann
die Salarirung deren Musicanten aus dem gral. Hoff Zahl Ambt alleinig pri-
vadve bestritten = und von daraus einem ieden seine quartals Betragnus
zu gleicher Zeit, gleichwie es bishero die übliche observantz gewesen, ab-
gefUhret werden mues. Vnd dieses seynd die zwey Haubt-puncta, worauf
sowohl die reduction deren grossen Besoldungen, alss die khönfftige Ein-
richtung Selbsten i^othwendig ankhomben thuet: Und obwohlen
3'. Bey denen jenigen, welchen man Ihre grosse Besoldungen Schmöl-
lem und au deren statt ein wenigeres pro salario auswerffen wirdet /(so
zwar in der Wahrheit auch nicht unempfindlich ist) Verschiedene Ciagen und
lamentationes entstehen werden. So seynd doch all-solche Besoldungen von
etwelchen Musicis also Hoch getriben worden , dass Sie nicht allein unpro-
portionirt, sondern, wan Mir zu sagen allergnadigst erlaubt ist , wohlgahr
spropositirt gewesen; gestallten dan viell von denen Musicis Jährlich 4 bis
6000 fl. genossen, wohingegen andere Cavaglieri oder würkhliche Räthe
denen es doch mehr, alss einem Musico gebühret hätte, derley ergäbige Sa-
laria carim, und sich mit viell weniger begniegen lassen miessen, dahero
umb allem diesem abzuhelffen, denen Musicis bowohl Vocalisten, als Instru-
mentisten, welche Euer Kay. und König. May. aufs Neue aufzunehmben ent-
318 Beil. II. 30.
schlössen seynd, die Besoldungen gegen Cassier- und Aufhebung aller vor-
hin auss dem geheimben Cammer Zahl Ambt oder sonsten gehabten extra
adjuten nach jnhalt des zueligenden Status A allergnädigst determinirt, und
aussgeworfTen , annebens auch denen Altmeritirten Musicis Jubilatis und
Pensionarijs, deren ein- oder anderer noch bey Weyl. Kaysem Ferdinando
8* glorwürdigsten angedenckhens in Diensten gestanden ist, wie nicht weniger
denen armmen Wittwen und Kindern sowohl in ansehung ihrer respective
Männer und Vätter geleisten langwührigen Diensten, als zu forderist aus
angebohnier Clementz dieses Allerdurchleuchtigsten Erzhauses ihre pensio-
nes ad£xemplum beeder letztabgeleübtenKay.Mayttcn. Leopoldi et Josephi
glorwürdig^ter Gedächtnussen allermildreichist connnnirt werden khönten.
Mit welchem ausgeworffenen Salario dan bey Richtig fahlender Bezahlung
ein jedwederer gahr wohl zufrieden seyen , und davon auch Ehrlich leben
khan. Alles dieses nun wäre durch Euer Kay. und K^^nig. May. Obristen
Hoff Maister Ambt dem Capell Maister per Decretum zu notificiren, umb
damit sowohl diese , So in diensten behalten- als auch die jenige , welche
würkhlich licentzieret werden, sich darnach zu richten wissen, und solchem
Decreto unter ainsten zu inserim, dass man die Ausständte deren confirmirt-
und reformirten (umb das currens mit dem praeterito nicht zu vermischen)
auf einen sicheren fundum , gleichwie es nach dem zeittlichen Hintritt Ihro
Kay. May. Leopoldi Höchst Seligister gedächtnus beschechen ist, anweisen
wolle, auss welchem Fundo Sie mit gewissen Jährlichen ratis sucd^ssive
ihre völlige Consentirung überkhomben werden , Massen dan nicht billich,
ja wieder Euer Kay. und König. May. Allerhöchsten decoro wäre , wan die
Leuthe abgedankhet werden, und zugleich nicht auch ihren ausständigen
Lidlohn , welcher in allen geist- und Weltlichen Rechten vor allen anderen
Creditoribus die praecedentz hat , angewisener bekhomben sollten, zu des-
sen mehrerer Sicherheit aber sehr guett und Nutzlich wäre, wann Eur. Kay.
und König. May. Hoff-Cammer diesen fundum , wohin die Music mit ihrem
ansstandt assignirt werden khönte, Ehedessen denominim und ausfindig
machen thätte. Es entstehet aber occasione dieser Einrichtung
4*. die frag, wass filr einem termino erstlich diese Neue Einrichtung zu
nemben ? und wäre Ich disfahls der allemnterthänigisten meinung, dass man
die Besoldungen, wie nicht weniger auch die Pensiones nach dem Neuen
Fuess mit 1 October 1711 bis dahin die Völlige Music licentzirt worden ist,
anfangen solle. Im änderten aber, wass denen jenigen, welche nicht wieder-
umben aufgenomben, sondern völlig cassirt werden, für Ihre bishero geleiste
dienste ausszuwerffen seye ? glaubete ich unmassgebig, dass weillen die re-
forma nur auf etliche wenige Compositores, Vocalisten, Instrumentisten vnd
Tantzmeister ankhombet, denenselben ihre Besoldung vom 1 October 1711
bis auf diese Zeit der Reformation (jedoch dem neuen Grehalt nach) aller-
gnädigist khönte vergönnet, und in dem Decret an den Capell Maister bey-
genickhet werden, gestalten so gahr bey einem jeden Particular Herrn nach
seinem Todt denen Bedienten ein Halb- oder ganz Jährige Besoldung ge-
reichet zu werden pfleget.
Beil. II. 30. 319
5'. In was fhr einem Numero personarum aber die Mnsic sowohl von
Vocalisten als Instmmentisten znforderist zu der Ehre Gottes, zum decoro
Euer Kay. und König. May. und dero ergötzlichkeit in operen und derglei-
chen Mnsicalischen Festivitäten bestehen solle V zeiget ebenfalls der zueli-
gende Status individuaUter, und obwohlen zwar zu Bestreittung deren Kür-
chen-Diensten , wie selbe Euer Kay. und König. May. nach dem Stylo Ro-
mano des Canto fermo zu introducim allergnädigst intentioniret seyen, acht
Stimben per parte, absonderlich aber Sopran! und Bassi gahr wohl von-
nöthen wären, weillen öffters aintweders unpäs&lichkeit halber, oder aus
negligenz und Nachlässigkeit nicht alle zusamben khomben, und dahero, zu-
mahlen die Erste Stimb die voce acuta, die änderte aber das fnndament der
Music ist , Es sehr übel lautten wurdte , wan Sie von denen Mittl Stimben
überstigen werden sollte, allermassen dan Euer Kay. und König. Maytt,
wass zu dieser Arth deren Kürchen Diensten gehörig seye ? vom Selbsten
am allerbesten erkhennen, So khönte es nichts desto weniger doch mit
Sechs per parte und also zusamben mit 24 Stimben indessen bestritten wer-
den, wo vielleicht mit der Zeit ein paar Soprani und Bassi anfgenomben
werden, welche, wan Sie anch schon nicht die Beste wären, der Stimb nach
in dem ripieno dannoch viell ausgeben wurden.
Die Instmmentisten belangend, weillen in der Haubtsach wenig daran
gelegen ist, ob Einer mehr oder weniger gehalten wirdet, khönten ebener-
massen nach jnhalt des Status stehen verbleiben. Und zumahlen nun auch
unter diese Einrichtung der Mnsic die Scholam gehörig seynd, so habe
derenthalben Euer Kay. und König. May. allerunterthänigist ein rathen
wollen, dass ins Khönfftig khein Scholar anfgenomben werde. Er seye dan
ein solches Subjectnm vnd embsiger Knab , auss welchem Mittler Zeit ein
Stattlicher Virtuos zu hoffen, welches alles aber bishero wenig observirt
worden, und dahero auch geschechen ist, dass einige 20 Jahr lang Scholam
verbliben und unterdessen aintweders ihre Stimb mutirt, oder in der Instm-
mental Music also übel reussirt, dass Sie ihr Instmment stimben zu khönnen,
sich nicht einmal föhig gemachet haben. Bei Restabiliemng deren Tantz-
maistem, welche ebenfahls zu der Music gehören , wäre alleinig auf dieses
allergnädig^st zu reflectira, dass, weillen Inhalt der Specification oder Lista
Ihrer so viell vorhandten seynd und Selten etwas zu thuen haben, zwey aus
denenselben Euer Kay. und König. May. Knaben die lectiones geben, und
dieselbe also wohl und fleissig instruirn sollen, damit Sie Ejiaben auf denen
operen, gleichwie vorhin gewöhnlich wäre, auch Selbsten mit Dantzen
khönnen für eines, für das andere aber ist denen Dantz Maistem zuforderist
anzubefelchen , dass Sie , wan ein Ballet zu machen, sich der alten obser-
vantz halten, und nicht, wie bisshero beschechen, der Jenige, so den Ballet
machet, prätendiren solle, dass alle übrige , umb die lectiones zu nemben,
zu Ihm in sein Hauss khomben, als woraus nur unnöthige Competentzen
entstehen, in effectu aber Euer Kay. und König. May. bey allergnädigst
verlangender exhibirang deren operen in deren gusto gehembet werden
khönten. So viell nun Schliesslichen die Singerinnen und übrige Theatral-
320
Beil. IL 3L
Persohnen, welche in dem Statu speeifice benennet seynd, anlanget, benie-
het bey Euer Kay. und König. May. allergnädigister resolution, ob Sie diese
speeificirte Persohnen , sowohl in der Anzahl , alss auch dem Besoldung»
auswurff nach, allergnädigist zu confirmim auch sonsten dieses Allerunter-
thänigste £inrichtung8- project in einem und anderem zu approbim belie-
ben wollen. £s wirdet sich aber mittler Zeit von selbsten eysseren, wie in
einem und anderen vielleicht noch eine bessere Einrichtung gemachet wer-
den khönne. Vnd dieses ist , wass Ich hierinfahls zu Euer Kay. und König.
May. allerhöchsten Dienste derzeit in aller unterthänigisten devotion bey-
zubringen für nöttig erachtet habe, wobey mich dan auch allerunterthäni-
gist gehorsambst empfehle.
(Graf V. Molart.)"
81* 1712. Status, wie Euer Kay. und König. May. Ho
Sambt denen darzu gehörigen Partheyen und Pensionisten der
gnädigst stabilirt werden khönte.
fl,
Ceremoniarius:
N 400
Capellani:
6 zu 200 fl 1200
Capelldiener .... 240
Jung 36
Oratori-Diener:
N 120
Beicht-Vatter:
Sambt dessen Diener . . 336
Prediger:
N 100
Capell Maister:
Ziani ordinari Besoldung . 2000
Vor den Waagen und Pap-
pier 500
Vice Capellmaister:
Joseph Fux 1600
Compositores:
Carlo Badia 1440
Sopranisten:
Vicenzo Brutti .... 1800
Gio Batt. Vergelli . . . 1440
Dominico Tollini . . . 1800
Giovanni Vincenzi . . . 600
Altisten:
Salvator Mellini .... 1800
Gaetano Orsini
Loren zino (Masselli)
Tenoristen:
Silvio Garghetti .
Carlo Costa . .
Seb. Seydlinger .
Tomaso Bighelli .
Franc. Borosini
Tenor aus Catalonien
Bassisten:
Gio. Batt. Cativelli
Fr. Götzinger . .
Casp. Liedmayr .
Organisten:
Georg Reitter
Leopold Rommer
Georg Reinhardt
Theorbisten:
Francesco Contini
Cornetisten:
Leopold Promayr
Joh. Griessbacher
Concert-Maister:
Kilian Reinhardt .
dessen Adjunct .
Singerinen:
Lisi Badia . . .
ff-Music
Zeit aller-
fl.
. 1800
. 1080
. 1800
. 1440
. 900
. 720
, 1080
. 900
. 1080
. 780
900
. 900
. 540
. 900
. 1440
. 720
. 360
900
300
1800
BULII. Sl.
321
Cathar. Kapp- /sollen ab-
lerin . . < gedankt
Fmhewürthin ( werden
Maria Landim . . .
Violinisten:
Niclas Mattheis
Jacob Hofer
Andr. Abendt
Job. Frankb
Pet. Scbmelzer
Ferd. Peyer
Ferd. Lemberger
Jos. Frankh
Paul Alber
Franz Reinhardt
Job. Rosseder
Martin Woller
Karl Hartmann
Job. Alber . .
Seb. Gigl. . .
Jos. Fasching
Frz. Hintereder
Hamb . . .
Violonisten:
Andr. Freydig
Fichtl . . .
1 ans Catalonien.
Violon anss Catalonien
Violoncelli:
Jos. Malagadi . . .
Ant. Schnauz . . .
Job. Knunmer . .
Violoncello ans Catalonien
(jrambisten:
Frz. Schmidtbauer
Frz. Hueffnagel .
Fagottisten:
Frz. Sturmb . .
Carl Maillard . .
Martin Sturmb
Hauboisten:
l!>z.Gl&zl . . .
Rom. Gläzl . .
Job. Gabrieli . .
Köehel, J. J. Fox.
fl. fl.
Ludw. Schönn .... 500
400 2 Jkgerhormsten • - { ^^0
4000 Posaunisten:
Leopold Christian . . . 900
1440 „ ^ jqn« . . 600
900 Hanss Georg Christian . . 540
900 Christ. Chrisäan (Claudia) 540
720 Lautenist:
540 Bohr 210
720 Instrument-Diener:
720 Job. Schnautz u. Adjunet 690
540 Calcanten:
810 Ferd. Römer 360
900 Frz. Walter 360
900 Lautenmacher:
720 Ant. Rosch 400
540 Adjunet:
360 Johann Fux 180
360 Musicalische Trompe-
360 ter:
360 Seb. Nasotto 720
360 Thom.Bon 270
Reichh.E»gl 270
900 Tob. Andr. Perember . . 165
480 J. Georg Gortschek . . 135
N. Gessorka 135
Frz. Fomufsky .... 360
Frz. Jos. Holland . . . 540
900 Scholarn:
480 Karl Richter 360
360 Gottl. Mu£fat 360
Ant. Werndl 360
Wenger 360
720 Haan 360
720 Tanzmeister:
Claud. J. Apelshoffer . . 1200
900 Sim. P. La Motte ... 600
1080 Fz. Lang 500
540 Tob. Gumppenhueber . . 360
Frz. Jos. Selliers ... 360
720 Pet. Rigler 500
720 Aless. Pbillebois . . . 1500
540 Andr. Bruno 400
21
322
Theatral-Persohnen:
Gius. Briccio, Machin. . .
Secret. delle cose theatrali
Poeten:
Wällißcher Poet . . . .
Teutscher Poet TruUer .
Copist:
Mc. Ant. Maccarinelli . .
Musici Jubilati u. Pen-
sionisten:
P. Santi Garghetti
Gio. Batt. BonelH
Med. Bronzetti
Ran. Borrini . .
Georg Lautter
Fillö
Math. Decklmann
Oliviciani . . .
Gius. Galloni . .
Nie. Gelmini . .
Ant. Ferrini . .
Beil. II.
33.
fi.
fl.
Pel. Marcheselli . . .
300
400
Ant. Borosini sen. . .
440
500
G. Batt. Barbaretti . .
600
Hammer .....
540
1500
Jos. Hueffiiagel sen.
540
600
Ant. Salchi . . . ,
780
Mich. Ruckh ....
540
400
K. Schmidtbauer
540
Dom. Pera ....
240
Magi
. 360
1320
Manna
300
1440
Colm. Bamberger
100
600
Niederhausser .
60
1440
Witwen u. Kinder,
8€
540
Pensiones geniessen
300
16 Kinder von . .
100—400
900.
Summa:
600
Vorstehender Besoldungeii
i
1440
und Pensionen von
dei
•
900
Music und darzue gehöri-
600
gen Partheyen
•
. 99.227
Aus den Kirchenmeisteramts- Rechnungen der Dompi'arre
vonSt. Stephan in Wien, von den Jahren 1709 (älteste Rechnung). 1712.
1713. 1714. 1715.
1709. „Nicht weniger zalte ich Hrn. Fuxen auf erstge-
meltes 1709 Jahr solche Gebtthr vor seine 3 Knaben . . . 600 11. — kr.
„Dann habe ich auch dem Hm. Capelmaister Fux sein
Zimmer beyhilflf bezahlt 60 „ — .
Letztlich bezalte ich dem Hm. Capelmaister Fux das
vom 15. April bis 15. Oct. 1709 vor die Capelknaben vermög
Rathsverwilligung auf Vs J^i* gebührende InstractionsgebUr 37 „ 30 .,
(Mich. Zacher war in diesem Jahr Kapellmeister von St.
Stephan.)
[Die Rechnungen von 1710 und 1711 fehlen.]-
1712. „Entrichte die ordinäre Capelmaister Besoldung
und Kleydgelt pro anno 1712 (der Name nicht genannt) . . 324 „ — r
Verpflegung der 3 Knaben in das Capelhauss .... 600 „ — r
1713. „Bezalte dem Hrn. Capelmaister Fux umb Willen
der anno 1713 an den 6 Frauentagen gehaltenen Litaneyen
beim alten Gnadenbilde in der Kirchen die Gebühr mit . . 36 „ — .,
„Dem Hm. Capelmaister Fux wegen der Frau Salome
Siglbaum, Elisabett Millnerin, Veronica Kalchin und Caspar
Frankhen seel. quatcrabrischen Requiem pro anno 1713 . . 26 - — ^
Beil. II. 33. 323
„Hrn. Joh. Jos. Fax Capelmaister sein ordinari Besol-
dung und Kleydgelt pro 1713 324 fl. — kr.
„Mehr wegen den drey Capelknaben für dasselbe Jahr 600 „ — » .
(Georg Rentier war 1713 Organist bei St. Stephan.)
1714. „Entrichte dem Hm. Capelmaister Joh. Jos.
Fux seine Besoldung und Kleydgelt pro anno 1714 mit . . 324 „ — n
„Mehr wegen den 3 Knaben Verpflegungs Geld auf die-
ses Jahr 600 „ — „
„Dem Capelmaister Fux wegen der quatemberlichen
Kirchenmaister Requiem durch das ganze Jahr 1714 ... 26 „ -
1715. „Dem Hm. GeorgReiter Capellmeister Besol-
dung und Kleydgelt 324 „ -
Demselben die jährliche Verpflegsgebühr f^ 6 Knaben 1200 „ -
Demselben Instractionsgeld 75 „ -
T»
n
n
I. Aus dem „Sambier über Empfang und Ausgab^ (im Archiv der
Commune von Wien) 1696 bis 1715 ununterbrochen.
1696 bis 1711 gleiclüautend :
28. Febr. Hm. Mich. Zächeri, Capellmeister bei St. Ste-
phan für Salvatordienst 37 fl. 4 kr.
31. Aug. Demselben fttr dasselbe * . 37 „ 4 „
13. Nov. Demselben für Requiem 20„ — „
20. „ Demselben für Anniversarien 10 „ — „
24. Dec. Demselben für Rorate 33 „ — „
1712 dagegen :
28. Febr. Hm. Mich. Zacher, Capellmeister bei St. Stephan
für Salvatordienst . 37 „ 4 „
30. Juli. Demselben für die Musik 20 „ — „
27. Aug. Demselben für verfallenen Salvatordienst .... 37 „ 4 „
NB. 23. Nov. Hm. Joh. Jos. Fux, Capellmeister bei St. Ste-
phan für Anniversarien 10 „ — „
24. Dec. Demselben für Rorate 33 „ — „
1713.
28. Febr. Hm. Joh. Jos. Fux, Capellmeister bei St. Stephan
für Salvatordienst 37 „ 4 ,,
19. Aug. Demselben für Seel- und Lobämter . . . . 20 „ — ,,
eod. Demselben für Salvatordienst 37 „ 4 ,,
21. Oct. Demselben tilr 1 Requiem 40 „ — „
24. Nov. Demselben für Anniversarien 10 „ — ,.
20. Dec. Demselben für Rorate 33 „ — ^
1714.
27. Febr. Hrn. Joh. Jos. Fux, Capellmeister bei St. Stephan
filr Salvatordienst 37 „ 4 .,
1 Mich. ZXcher. f 30. Sept. 1712, 68 Jahr alt.
21*
324 Beil. IL 34.
31. Aug. Demselben für dasselbe 37 fl. 4 kr.
19. „ Demselben für Anniversarien 10 „ — „
29. Dec. Demselben für Rorate 33 „ — „
1715.
28. Febr. Hm. Job. Jos. Fux, Capellmeister bei St. Stephan
für Salvatordienst 37 „ 4 „
30. März. Hm. Job. Jos. Fux, Capellmeistem (sie) für 1
Requiem 40„ — „
NB. 31. Aug. Hm. Capellmeister bei St. Stephan (ungenannt)
für Salvatordienst 37 „ 4 „
NB. 16. Nov. Hm. Georg Reitter, Capellmeister bei St.
Stephan für Anniversarien 10 „ — „
NB. 28. Dec. Hm. Georg Reitter, Capellmeister bei St.
Stephan für Rorate 33 „ — „
8tt« Aus den Acten des Bürgermeisteramtes der Stadt Wien.
„Decret an Hm. Kirchenmaister bei St. Stephan wegen Separirung der
Capell Knaben und deren Verpflegung betreffend (Alt. Reg. =-r^
Vom Burgermaister vnd Rath der Statt Wienn wegen dem Herrn
Johann Georg Schmidt des aussem Rathss vnd verordneten Kürchenmaister
bei St. Stephan hiemit anzufügen. Vnd ist dem Selben ohne dem vorhin be-
kannt, wie dass der H. Michael Zacher Capellmaister allda auss vorhin
angebrachten Ursachen die tägliche Andacht MubIc bey dem Hung. Gnaden
bildt Vnser lieben Frawen beraits voriges Jahr schrifftlich resigniret
vnd solche hierauf dem H. Johann Joseph Fux Kays. Hoff-Musico und
Componisten von Anfang des Monaths Octob. zu versehen überlassen,
worüber danii verer veranlass und geschlossen worden, dass von denen
7 ordinary Cantorey Knaben der Hr. Zacher 4 behalten und die übrigen
drey der Hr. Fux zu sich nemben hingegen die untauglichen zuvolge der
negsthin den 21 Juny dis Jahrs ergangenen Verordnung aussgemustert und
an statt deren ainig andere von denen Sachsen, welche in dem Burgerspital
instmirt werden , heraussgenomben, und solches auch in das künftig in all-
weeg observirt werden solle. Wienn den 1. Juli 1706."
„Vom Burgermaister und Rath der Stadt Wien Erlass an den Kirchen-
maister bey St. Stephans Thumb.
Hiemit anzufügen, es habe eimelter Statt Rath geschlossen, dass bee-
den Herrn Capellenmaistem in erstbesagter Thumbkirchen, alss Herrn Jo-
hann Michael Zacher, und Herm Joh. JosephFux von d^nen alda aufge-
nohmenen oder vorhandenen sechs Capellknaben jeden drey in die kost
gegeben, und denenselben wegen jeden Knaben vor Kost, jährl. zwey khlay-
der, zuebuess Doctor, Medicamenten, Barbirer, Präceptor, Composition und
Instruction, wie auch Saiten und Spartitur geldt, wasch, Schueh, Strimpf,
Beil. II. 34. 325
hnt Leingewand und all andere Notturften , wie sie nahmen haben mögen
jährl. zwey hundert Gulden bezalt werden sollen.
Wirdt demnach Ihme Herrn Eirchenmaister hiemit anbefohlen , dass
er Eingangs ermelten beeden Hm. Capellmaistem solch aecordirtes kost-
gelt, wie auch dem Hrn. Fuxen wegen der drey Gapellknaben Zimmer bey
hilf Sechzig Gulden jährlich und zwar die Yert»flegung der jährl. austragen-
den 1200 fl. vom 1. April d. J. an, das Zimmergeld aber vom 1. Juli 1706 an
zu rechnen. Wien 1. Aug. 1707.''
„Vom Burgermaister und Rath der Statt Wien wegen dem Herrn Joh.
Joseph Fux Kays. Hoffund Capellmaister bei St. StephansThumb
und Pfarrkirchen allhier anzuzeigen*' (dass einige nachlässige
Instrumentalisten, „sowohl denen gewöhnlichen ordinary und extraordinary
Kürchendiensten und bey den Marianischen Gnadenbildt von Petsch^ zu
grösserem Fleisse vermahnt werden sollen.) — Wien 24. Oct. 1714.«
(Ein gleiches Decret erhielt auch „Capellmaister Reitter
Georg**.)
Beilage III.
J. Hattheson : Solmisationsstreit mit Fax — Beschuldigung des Fran-
cesco Conti.
Aus J. Mattheson, CriticaMusica U. Bd. pag. 185— 206 werden
hier die Briefe über Solmisation und Kirchentonarten mitgetheilt^
2 von J. J. Fox, ebensoviele von J. Mattheson, nebst des letzten Randglossen
zu den Briefen des ersten.
(xn.)
«
1« Die Ordnung, so im Orch. II. (d. i. dem „beschützten Orchester'')
mit AnfUhrung der Namen, nach dem Alphabet, gehalten worden, soll auch
hier beobachtet werden , und also haben wir nun zu sehen , was der S. T.
Eayserliche erste Kapellmeister dazu saget.
Monsieur.i
„Dass meinem Herrn hat belieben wollen, mich vndter diejenigen zu
„ setzen, dennen das beschützteOrchestrelst dedicirt worden, erstatte
„hiemit schuldigsten Danckh : weiUen aber weder das Orchestre, noch
„die Erfurterische Refutation mir iemahlen ins Gresicht gekommen, als kann
„ich auch mein Sentiment hürüber nit eröffnen; aber wohl mich höchst ver-
„wundem, das der arme , doch niemallen sattsamb gepriasene Guido Areti-
„nus , als deme Musica practica mehr schuldig als keinem Authori in der
„Welt, so lästerlich durch die Hächl gezogen wirdt, ich muss bekhennen,
„das ich mich hürüber nit ein wenige geörgert habe; indeme gewiss ist,
„das, wenn diese methode niehemallen erfunden worden wäre, die Musique,
„aufs wenigst die Singkunst ^, mit nichten so weit hätte können gebracht
„werden. Dan wo vor diesem Leute mit reufen ludicio durch uil Jahr, wegen
„der Beschwerlichkeit deren damallen üblichen Caracteren und obscuren
„Zeichen, nit haben hinkommen können, haben hernach durch die erfundene
„Scalam und das Edle ut, re, mi, fa, sol, la, die kleine Knaben durch etUche
^ In teuUchen Briefen weiset ein folchet Monsieur gar schlechten Respect, und
ist nur für inferiores.
^ Das ist, nach meinem Begriff, er habe sich gar nicht, auch nicht ein bisgeo,
gefirgert. Es soll aber wohl heissen: nicht wenig, non parum, i. e. multum: denn,
nicht ein wenig, bedeutet: ne panlulum quidem, i. e^ nihil.
^ Eine gute distinciion : denn die Singekunst ist nicht die ganse Music.
^
Beil. III. 1. 327
„Monat prestiren können, gleich es bim auf die heuntige stnndt die tagliche
„experienz lehret. Es ist nit in Abredt zn stellen, das successu temporis
„durch Vermischung des generis Diatonioi mit dem genere Cromatico,
„wegen zu folg dessen so vill sich eraignenden Semitonia, die mutation in
„etwass schwfir fallt, so gilt doch gleichwohl auch in diesem Fahl die Solmi-
„sation, weiUen alldort, wo die Semitonia nur per accidenz kommen, kein
„mutation gemacht, sondern durch die Stimme allein durch erhöher- oder
„emiedemng derselben geholfen wirdt. Durch Hinzusetzung eines Si zu
„dennen Aretinischen 6 Sylben, ist ia die Solmisation nit aufgehoben,
„(welches Ericio Puteano niehmallen in Willen wird gehabt haben) sondern
„wohl vermehret worden. Und wurde gedachter Puteanus an sein Si nim-
„mermehr gedacht haben, wan nit die Aretinische Sylben lehn darzu veran-
„lasset hätten; bleibt also dem ersten Erfinder allezeit sein gebierender
„Ruhm. Dass aber der Erfinder weiter criticirt wirdt, er hätte seine ezten-
„sion nit in Hexachordon, sondern in Heptachordon machen sollen, geschieht
„ihm auch meines Erachtenss, sehr Unrecht: indeme Pr Guido hierdurch nit
„so wohl die 6 intervalla musices ascendendo & descendendo hat lernen,
„als auch zuforderist die 6 Vocales, A, e, i, o, u, (als an welchen alles gele-
ngen ist) recht gut auszusprechen, vorstellen wollen. Auss diesem ist zu-
„schlüssen, das die alphabetischen Buchstaben A, be, ce, de, e, f , ge & c an-
„statt, ut, re, mi, fa, sol, la, in der Singkunst mit schlechten Grundt Kunten
„gebraucht werden. Deme der Numerus senarius zu wider ist der setze zwei
„Tetrachorda nach einander, so wird er eine ganze Octav aossmachen, e, g:
c defgaho
„Ut, re, mi, fa, ut, re, mi fa. Auss bishero angezogenen Ursachen ist Arentini
„Erfindung an allen Orten und Enden , alwo die Musique und Singkunst am
„meisten floriret, bis auf den heuntigen Tag allezeit behalten worden, und
„wirdt auch ins künfftig nimmermehr in Abschlag kommen weillen dessen
„gute Würkhung nit kan in Abredt gestellet werden. Man lese hiettber, wass
„Baronius von ihme schreibet. Kan also meiner Mainung nach auch einer,
„der die Musique durch das ut, re, mi, fa, sol, la, erlernet hat, gleichwohl
„ein Galant -homme sein. Ich bin gar kein Anbetter der superstitieusen
„ Antiquitet, doch wass durch so ville s«ßcula von vomembsten Maistem für
„gutt und recht behalten worden, biss nit wass bessers erfunden wirdt vene-
„rire ich auf alle weiss. Die 24. neue Modi haben auch gar keinen Grundt
„dann weillen Tonus oder modus nichts ist, als eine circolirende modulation
„intra limites octavsB , als folg^ notwendig , das so uill toni und nit mehr
„sein können, als offt gedachte modulation vermög dess Semitonii kan ver-
„ändert werden, welches nur 6. mahl geschehen kan. Und weillen eine jede
„Octave aus diesen Gen kan diuidiret werden Harmonicö und Aritmetic6;
„Harmonie^ mit der 4t in acuto; aritmetic6 mit der 4t in parte gr^ii, e. g:
„2, 3, 4. 4, 3, 2. alss das auss einer ieden Octau 2. toni entspringen, Auten-
„ticus und plagalis, müssen selbe also in 12. erwachsen: Die übrigen sind
„alle transpositi und müssen zu einem auss diesen 12. reduzirt werden. Da-
„hero ist in dess mir überschickhten Buchss Tabella linkher seits, 1. 2. 3. &
328 Beil. III. 8.
„c. de. modiB &c. nur ein einziger Ton Nr. 1 die andern Nr. 2. 3. 4. 5. 6. 7.
„8. 9. 10. 11. 12. seind alle von dem ersten tranaponirt, weillen das semito-
„niam (ml fa darf ich nit sagen) allezeit die dritte vnd 7te stOll oocupirt. ein
„transponirter ton ist weder genere weder speoie diversus ab iUo a quo
„transponitur. Juxta Axioma Aristot. omne tale est semper taie, ubicunque
„ponatur. Dieses habe ich meinen Herrn wohlmainend übeschreibdn, vnd
„zu ferneren nachdenkhen tiberlassen, und anbey so wohl wegen dess mir
„Überschikhten Buchs als auch Dedication schuldiger massen mich bedankhen
„wohlen, als der ich bleibe
Meines Hochgeehrten Herrn
Dienst^gebnister
Johan Joseph Fux.
Wien den 4. Dec. 1717.
Aufschrift :
A Monsieur Monsieur J. Mattheson. Secr. du MinL Brit. & Vicair au
Chapitre d'Hambourgue present
ä
Hambourgue
an der Elbe ^
(xra.)
]i« Das erste, so wir hieraus zu lernen haben, ist die Wahrheit jenes
französischen Satzes : La colere & la prevention derangent terriblement la
Dialectique. D. i. der Zorn, (da man sich ärgert) bringt dieV ernunfft-
Lehre in eine abscheuliche Unordnung. Das andere ist die Kraft
des praetjudicii, dafür sich niemand genug hüten kan. Denn wenn das Vor-Ur-
theil bey uns veraltet, so ist keine Httlffe mehr. Da hält man nichts fttr
recht, als was uns ehmals gefallen hat. Da meynet man, es sey schimpflich,
jungem Leuten Gehör zu geben , und was ohne Bart erlernet worden, im
Alter zu verwerfen :
Vel quia nil rectum, nisi quod placuit sibi, ducunt:
Yel quia turpe putant parere minoribus : & qu»,
Imberbes didicere, senes perdenda fateri 3.
Daher ist es kein Wunder, dass wir die zierlichere, galantere Musik um-
sonst solchen Personen anbieten, die alle Zierlichkeit und auserlesene
HUlffs-Mittel von sich werffen, massen sie sich in der gemeinen und lausich-
ten Lehrart schon alzu lange Zeit herumgeweltzet habe. Sie wollen sich
auch keines bessern berichten lassen, von denen die es nicht mit ihren
Künsten halten, insonderheit leiden sie es nicht von jungem. Es gehet ihnen
schwer ein , dasjenige , so sie als Knaben in der Schule , mit vieler Mühe er-
^ Wir haben die gantze Schreib-Art hier beybehalten , so wie sie im Original
stehet.
^ Don, de Praest, Vet. Mus. p. 111.
Beil. IN. 3. 329
lernet, im Alter auf die Seite zu setzen, und zu bekennen, daM sie ihre Zeit
übel angewandt habend
(XIV.)
S* Inzwischen theile ich dem geneigten Leser meine, auf obigen,
den 15. December erhaltenen Brief, am 18. ejusd. ergangene Antwort von
Wort zu Wort allhie mit:
Hoch-£dler, insonders Hochgeehrter Herr Ober-Capellmeister.
„Zuförderst bin schuldig mich zu bedanken, dass £w. Hoch-£dl. sich
„die Mühe haben nehmen wollen, so hurtig auf meine depeche zu antworten :
„immassen mir mit deroselben dissensu mehr Ehre^ widerfiUirt, als mit dem
„consensn aller andern. Will mir aber die Erlaubniss ausbitten, etwas weni-
„ges darauf zu antworten.
„Ihren nie -sattsam- gepriesenen Aretinum, dem freylioh Musica illa
„quondam practica & puerilis vor 700 Jahren mehr schuldig war, als allen
„heutigen solmisatoribus insgesamt, hat niemand lästerlich dnreb die Hechel
„ziehen wollen, wie es meinem Hochgeehrten Herrn etwan im beschützten
„Orchester mag vorgekommen sein, und wie mich dessen Dero sonst ge-
kehrtes Schreiben vom 4. December mit etwas Verwunderung vergewissert.
„Es ist freylich an dem, dass diesem ehrlichen Patri die damals ver-
„grabene Singkunst (welche ich doch mit dem generalen Namen der Music«ß
„practioae nicht beehren mOgte) eine grosse Verpflichtung gehabt hat, weil
„er sie hervorgezogen , und ein wenig aus dem gröbsten gebracht haben
„mag 3; allein ich will hoffen, es sei auch dem sogenannten Erfinder seine
„ehmalige billige Forderung und Schuld in d^n gantzen sieben Seculis
„siebenhundeitfaltig, ja dermassen redlich bezahlt und abgetragen worden,
^dass sich einer vergebens bemühen dürfte, hac luce die vorgebene Bestau-
nten einzufordern; welche auch, wenn sie annoch illiquide vorhanden sein
„sollten, lange schon verjähret oder pnescribirt sein würden.
„Wenn denn nun meine Absicht eben nicht gewesen ist, den Aretinum
„eigentlich durch die Hechel zu ziehen (nam de mortuis bene) sondern viel-
„mehr zu weisen, dass er mit seiner Kunst und Erfindung, ein monumentum
„publicum verdienet habe, so sehe nicht, wie sich Ew. Hoch-Edl. davon so
„sonderlich haben ärgern mögen ; welches jedoch mit rechtem Leydwesen
^ ita miriuD est; elegaotioreni Muficam frustn üs oMrudinus, qui omnem ele-
gaotUni reapuoiit : qui in hac vnlg'ari ae aordkt« tamdiu Toloteti aunt. Nolunt etiam ab
ii« doc0ri, qui noB eandem quam sibi artem profitentut': praMertim ab juniorfbua. No-
lunt quae magno labore diutinoque tempore in ludls pueri «Hdicerant, ea provectiore«
dediseere, atque operam ae perdidiase confiteri. Id. ibid.
^ Wir baben dennoch vorhin, p. 85. de 59. veracbiedene Zeugniaee Ton gelehrten
Minnem wider des Aretinf ao sehr beacbriebene Verdienste angefUhret; abaonderlich
erinnere man eich, dass es beim lo Vossio heisse; Multa Guidoni perperam tribuuntur,
d. i. dem Aretino werden viele Erfindung mit Unrecht lugescbrieben. vid. pag. 157. b. T.
330 Beil. III. 3.
^vernehmen muss, da ich sonst gedacht habe, Deroselben alle Ehre und
^plaisir, mit Vorstellung der Wahrheit^ (nach meinem Begriff) und Beseu-
ffgung meiner Hochachtung zu erweisen.
„Dass solches meine wahre intention gewesen und noch sey, betheure
^höchlich.
„Es mag auch wohl seyn, wie Ew. Hoch-£dl. schreiben, dass, wenn es
n Aretinus nicht gethan hätte , die Singekunst (seiner Zeiten) schwerlich so
^weit gekommen seyn würde. Aber es steht doch nicht zu läugnen , dass,
„wenn es eben Aretinus nicht gethan hätte, es wohl ein anderer auch so
„gut, wo nicht besser, hätte verrichten kOnnen, ja, dass es, aller Wahr-
„scheinlichkeit nach, von Dunstan^ lange vorher geschehen sey.
Ich lasse nun so wohl diesem , als jenem , und einem jedem seine ver-
„diente Ehre gar gerne, nur die Sache an ihr selbst, mit den sechs Silben,
„hat so viel Unruhe und Verwirrung gestifftet, und ist so wenig hinreichend,
„bey heutigem genere Diatono-chromatico-enhannonio, dass es ein Jammer
„anzusehen ist, wenn sonst vemttnfftige und ansehnliche Leute sie treiben^
„ihr noch das Wort reden, und die Welt irre machen wollen.
„Dieses hat mich bewogen, das Ding ein wenig ridicul zu machen,
„und satyrisch abznmahlen, nicht denkend, dass dadurch das geringste
„Kind, geschweige weltberühmte Virtuosen, sollten noch könten geärgert
„werden; ich kan es auch unmüglich glauben, dass, was Ew. Hoch- Edl.
„deswegen an mich haben schreiben wollen , deroselben rechter Ernst sey;
„sondern stelle mir vielmehr vor, dass sie nur ihren Scherz,- unter einer
„ernsthaften Maske, mit ihrem Diener getrieben haben.
^ Ob ft benu montrer la veriU; si on ne preiid pas bien sou tems, eile sera i-e*
jet^e : il faut atteodre que lea hommea aoient degont^s de leur erreur. Mem. HUt. et
Grit. Octob. 1722. p. 05. Das beisst: Mhii möge mit der Wahrheit ipiten Tag: haben»
wenn die Zeit, solche zv sagen, nicht wohl in acht genommen wird, muss sie doch Ter-
worlTen bleiben. Man sollte warten, biss die Leute einen Eckel vor ihren Irrthfimem
bekfimen. (Da hätte man fein lange zu warten !)
^ Was halten wir uns aber noch beim D uns tan und dem zehnten Seculo auf, da
Zeugnisse vorhanden , dass schon in der Mitte des siebenden Jahrhunderts vom Pabst
Vitaliano ein Erz-Bischoif und ein Abt, gelehrte Musici,'ausdrilcklich nach England ge*
sandt worden , dass sie die Christen daselbst im Glauben stärkten , und die bereits in
Italien eingeftihrten Orgeln, samt vielen andern musicnlischen Instrumenten in den Kir-
chen bekannt machten, welches ad p. 85. big. T. zu mercken dienlich ist. Die Worte
meines Auctoris lauten ao: Hmc circa tempora, nimirum Annum 645. Papa Vitalianus,
natione Signinas ex oppido Volscorum, Tbeodoruni Archiepiscopum, & fladrianum Abba-
tem, viros omnis scienti« et eruditionis expertissimos, in Magnam Britanniam misit, nt
eo» (seil. Britannos) in fide Christiana perseverandos informarent. Is (Papa) OrguBU,
aliaque Instrumenta musicalia in ßcciesiis (Briiannicis) ad divinorum, sacrorumque cul-
tum primus ihstituit. Tho. Carve, Lyra Hibernica, p. 29. edit. 2. Sulzbaci. Das war 400
Jahr vor Aretino.
Beil. III. 3. 331
„Gesetzt aber es sei Enust; so ist wohl unstreitig, dass durcli die Pu-
nteanische Hinzusetzung der Sylbe Si zu des Aretini sechsen das ganze
^Sohnisations-Systema, wo nicht aufgehoben, doch auf solche Art verändert
„und verbessert worden, als etwan ein neu-aufgebautes Haus, dazu man von
„einem alten, niedergerissenem Gebäude noch einige Uiberbleibsel gebraucht
„und beibehalten. Dieses hat Erycius allerdings nicht nur im Sinn gehabt,
„sondern würklich und in der That pnestirt, wie seine Schrifften es klärlich
„bezeugen i.
„Wieder diese siebensylbichte Solmisation nun habe ich nicht nöthig er-
nachtet etwas einzuwenden; mein ganzer Discurs war nur auf die Marter-volle
^sechssylbiehte, und die daraus entspringende ungeheure Mutation, gerich-
„tet: Denselben habe das Valet Herzlich gerne ertheilen, und sie um desto
„lieber zur Buhe begleiten wollen, weil die tägliche Erfahrung, und eines
„jeden gesunde Vemunfft, hierin mit mir ttbereinstimmen müssen.
„Dass aber Aretin mit seinen 6 Sylben nicht so wohl die intervalla
„musica, als die 6. vocales (bei uns sind sie nur 5. im Gebrauch) hat recht
„aussprechen lehren wollen, wie M. H. Hr. schreibet, solches kan man sich
„gerne gefallen lassen; allein diese Sachen gehören zum Lesen, nicht zum
„Singen, und wäre gänzlich airpo^iov*j9ov, wenn einer daher argomentiren
„wollte. Ich mag den Syllogismum nur nicht in die Form bringen : der defect
„verräth sich so genug.
Sollte inzwischen diese Pronunciation die Hauptabsicht unsers Aretins
„gewesen seyn, so hätte derselbe ja nicht 6 Sylben nöthig gehabt , sondern
„das eine a mOgte immer ersparet worden seyn. Allein ich lasse es passiren,
„und frage nur, mit Erlaubniss: warum der Sylben nicht so wohl 7. als 6.
„haben seyn mögen? Da ja 7. diatonische intervalla in der Octave nicht
„geiäugnet werden können. Die Antwort wird ungezweifelt (wenn ich den
„Senarium nicht berühre) darauf hinauslauffen : weil der siebende sonus
„noch nicht Mode gewesen , und auf den Instrumenten noch keine rechte
„volle quintam gehabt.
„Da aber nunmehro, nicht nur dieser siebende diatonische Klang, son-
„dem auch ein jeder chi-omantischer, seine reine Quintam feUciter gefunden,
„und völlig in Mode gekommen, so fallen ja die 6. zu kurz, und ist viel be-
„quemer, jedem Klange seinen eigenen Namen bey zulegen, als 12. Tone
„mit 6. oder gar mit 4. abgelöseten Sylben, zu benennen.
„Für so einfältig wird man mich ja wohl nicht halten, dass ich nicht
„wissen sollte, wie aus zweyen Tetrachordis eine Octava zu machen sey.
„Ob solches aber mit den abgewechselten und wiederholten ut, re, mi. fa,
„oder mit einem anderen zulänglichen Hülffs-Mittel, geschehen müsse,
„darüber mögen die Schüler den Ausschlag geben. Es ist Sünde, Schande
„und Schade , dass verständige Komponisten ein Wört'gen solcher Possen
„halber verliehren sollen. Ich hätte nimmer daran gedacht, wenn man sich
^ Vid. cj. MusMlheniiiii, Cap. IX, p. 34. 32». & ex illa Oreh. 11. p. 325. s^.
332 Beil. III. 3.
„nicht zu mir gedrungen, und mit dem Ut an mir zum Ritter werden
„wollen.
„Aus den im beschützten Orchester sattsam -angezogen Ursachen aber
„ist es des Aretini Erfindung schon vor hundert Jahren , ob gleich nicht
„aller Ort und Enden, wo die prätendirte Musik auf solche Bttttelhaffte
„Weise getrieben, dennoch bey klugen und nachdenkenden Leuten, nach
„und nach, biss auf den heutigen Tag, gänzlich abgeschaffet worden, wird
„auch ganz gewiss ins künfftige immer mehr und mehr ins Abnehmen ge-
„rathen; weil man die Sache viel wohlfeiler haben kan, und die alte Leiter
„bei weitem nicht mehr zureichen will.
„Sonst kan M. H. Hm. versichern, dass ich seiner Ermahnung, den Ba-
„roniumi hierüber zu lesen, augenblicklich Folge leisten würde, wenn
„solches nicht schon längst zuvor geschehen wäre, so dass ich nicht nur
„diesen Auctorem, sondern wohl hundert dergleichen, darüber zu Rathe
„gezogen habe, ehe meine Feder einen einigen Strich gethan. Ich fahre
„auch noch in dieser lecture so munter^ eifrig und vorsichtig fort, als ob ich
„nichts anders zu thun hätte , und noch nicht das grosse A von der Music
„kennte ; wie es denn wohl eben nicht viel weiter mit mir gekommen sein
„mag, indem ich Je länger je mehr finde, was mir fehlet.
„£w. Hoch-Edl. Meynung, dass einer, der die Musik durch das Ut er-
„lernet hat, gleichwohl ein galant homme seyn könne, kan kein galant-
„homme in der Welt vernüniftig wiedersprechen. GOtt behüte mich, dass ich
„jemals sowas abgeschmacktes denke, vielweniger schreibe. Nein, mein Hoch-
„ geehrter Herr Ober-Capellmeieter, dahin gehen ja gar meine Gedancken
„nicht. Es mag einer durch ein Glass Wein, oder durch eine Pfeiffe Toback,
„zu seiner Kunst gelangen, das gilt mir gleich; wenn er nur was rechtes
„kan, ist er schon in diesem Stück ein braver Mann. Seimus, & hanc veniam
„damus, petimusque vicissim. Wenn nur ändern Theils zugestanden wird,
„dass einer, der weder sein Singen, noch sein Componiren, (Spieleu geht
„ohne dem nicht an) mittelst der Solmisation erlernet, eben so wohl ein
„guter Kerl seyn könne , als jener : so ist die Sache schon richtig. Dieses
„wird aber gleichfalls kein galant homme bestreiten wollen; ob es schon
„andre thnn und gethan haben. So lange behalten wir hier zu Lande
„auch, was die vornehmsten Meister, von so vielen Seculis her, für gut und
„recht gehalten haben, biss nns etwas bessers vorf&llt: und wenn dieses
„bessere ankömmt, wie es denn, GOtt Lob! alle Tage aufstösset, so lassen
„wir das alte immer fahren, wenns auch, von der SUndfluth her, durch Noam
„selbst, für gut und recht wäre erkennet, und eingeführet worden. Darnach
„fragen wir nichts.
„Wegen der Modorum mögte die Sache ein wenig wichtiger und
„emsthafftiger aussehen, als wegen der Solmisation. M. H. Hr. sagt schlecht
„weg: die 24. im Orchester angeführten Modi hätten gar keinen Grund. Ew.
1 Wer seine Anoal. ficclesiast. lesen will, vergesse des P. Psgi. Criticain nicht,
so wird er nutzen heben.
Beil. III. 8. 333
„Hoch-EdL beweisen es aber nicht; hingegen will und kann ich das Gegen-
„spiel ad ocnlom demonstriren , weil mir alle proportiones temperatae voll-
„ kommen bekannt sind, und ich nichts ohne Grund setze. Ich kOnte wohl
^mit eben der Leichtigkeit sagen , der Stephan-Thurn zu Wien hätte auch
„gar keinen Grund; allein wir wollen, mit ihrer Erlaubniss, die Argumente
„ein wenig untersuchen und beleuchten. Mein Grund ist mathematisch, und
„soll zu seiner Zeit öffentlich erscheinen i, hier ist der Raum zu enge.
„Modus ist ein circulirende Modulation intra limites Octavse. So lautet
„M. H. Hm. definitio , Daraus soll folgen, und zwar nothwendig, wie gesagt
„wird, dass so viel toni, und nicht mehr, seyu können, als offtgedachte Mo-
„dulation, vermöge des semitonii, kann ver&ndert werden: welches, Dero
„Meynung nach, nur sechs mahl geschehen kan.
„Diese Folge vermag keine Vemunfft zu begpreiffen und ist ganz me-
„taphysisch. So weiss ich auch noch nicht, womit die infallibilitas desjenigen
„musikalischen Lycurgi sich legitimiren könne, der da gesagt, dass die
„yerSndung der Stelle des semitonii auch die Veränderung der Modorum
„mache. Ich weiss wohl, dass es per traditionem, von des Boethi^ Zeiten
„her, so geglaubet worden, dass es sich auch damals hat hören lassen. Aber
„dieser Glaube und dieses Mährlein geben mir gar kein Grenügen: ich will
„rationes in experientia hodierna fundatast & approbatas haben; sonst ist
„alles nur Wind.
„Wolte man auch gleich obigen Vorsatz, oder die definitionem Modi,
„hingehen lassen, so kann doch weiter nichts daraus folgen, als etwan
„dieses, dass so viel Modi als Octaven sind. Und das ist auch nicht so gar
„unrecht; wenn nur die Terzien mit ins Spiel kommen, als an welchen fast
„alles gelegen , und wodurch die Zahl der Modorum hauptsächlich verdop-
„pelt wird.
^ Das ist in der Organisten-Probe xum UeberAuss geschehen, und kan in
der Vorbereitung gelesen werden.
^ Boethitts hat gleichwohl nie an die locationem semitonii gedacht: wer mirs
ans seinen Schrifllen welatfn kann, «oll ein gntes Triuck-Geld haben. Von Glareano
aber, lese man den Donium de Pr. Vet. Mus. p. £3. allwo er dessen Arbeit inntiles Gla-
reani Incnbrationea nennet nnd hinan aetset, in quibas doleo sane, totos Tiginti annos
ab eo oonsnntos. D. i. die Muhe sey gar annnts gewesen und an beklagen , dass der
Mann 20 Jahr daran gewendet, im Anfange des Trattato de Generi e Modi lieset Donius
diesem Glareano ebenfalls den Text. Salinas aber sagt ausdrücklich : Ks habe Giareanus
falsche Gründe gehabt, und sey mit dem Pranckimo in gleichen irrthnm verfallen, da sie
nehmiieb beyde gewihnet , man misse die Tone nach den Speciebns der 7. Octaven be-
trachten, umd nur nach der verschiedenen Stelle der hemltoniorum benrtheilen; da doch
alle Alten öffentlich .gesagt haben, dass der Unterschied nicht darin, sondern allein in
der flöhe nnd Tiefe, stecke. Des Salini» eigne Worte, die er L. IV. cap. 31. p. %2S
ffihret, stehen avf der allerletsten Seite der Organisten Probe und verdienen hiebey
nachgeschlagen «i werden.-
334 Beil. III. 3.
„Derowegen mögte jemand (con licenza) mit bessrem Fortgang seine
y^definitionem Modi solcher Grestalt einrichten : Modus est modulatio intra
^limites Octav» , mediante vel Ditono vel Semiditono. Und darauf wäre
„diese Schhiss-Rede zu bauen:
„Major: Quot Ditoni, tot Modi majores: quot vero Semiditoni, tot
sunt Modi minores.
„Minor: Atqui in Genere chromatico duodeeim sunt Ditoni in speeie,
totidemque Semiditoni.
„Conclusio: Ergo sunt viginti quatuor Modi in specie.
„Das schliesset richtig und ist einer von den Gründen, darauf die 24
„Modi wohl ruhen können, so lange die Scala nicht verbessert oder vermeh-
„ret wird; welches, weil es unnOthig ist, nimmer in dieser Welt mit succes
„geschehen wird. Weswegen nun solten meine Terzien nicht so viel gelten,
„als der alten ihr omnipotens-vermeyntes semitonium? anerwogeu jene bey
„aller heutigen modulation das factotum sind; dieses aber nicht mehr, als
„andere intervalla, zu sagen hat. Welches kein erfahrener Mensch streiten
„wird. Et hoc probat majorem ; minorem natura & instrumenta.
„Hiemächst setzet M. H. Hr. weil eine jede seiner sechs Oktaven har-
„monice&arithmetice kOnne dividirt werden, so erwtlchsen ans den 6. tonis
„Zwölffe, nemlich 6. authentici, und so viel plagales. 0! ich kan meine 24.
„eben also harmonice und arithmetice theilen, und wenn das was helffen
„soll, so werden ihrer gar 48 herauskommen. Allein, es thut wahrlich nichts
„zur Sache. Und mein! warum sollten auch nur 6 Oktaven also kOnnen
„dividirt werden? Wir leben ja, GOtt sei Dank I nicht mehr in der diatoni-
„ sehen Armuth, sondern haben ein chromatisches, temperirtes Basta vor
„uns, darin wir alle 12. intervalla Oktaven weiss so herrlich arithmetice und
„harmonice theilen können, dass es eine Lust ist. Welches keiner läugnen
„wird, der nur ein Ciavier oder monochordum von ferne erblicket.
„Ich setze Z. E. d e f g a h eis d. (re mi fa hätte ich schreiben sollen).
„Man sage mir doch, was das für ein Modus sei? Er findet sich nicht im
„Glareano, noch sonst wo. Dennoch ist eine reine Octave da, die arithmetice
„und harmonice kan dividirt werden, und die lieben semitonia liegen im
„andeiii imd siebenden Grad: welches ja eine Verändenmg ist, die noch
„unter den 6. bekannten alten Modis niemals vorgekommen. Darum muss
„gewiss der Satz weg fallen, dass das Semitonium (ich weiss wohl, dass es
„dem sogenannten natural! gilt) nur sechsmal könne verändert werden.
„Denn liier ist es zum siebendenmal aller Welt vor Augen, und eine Melodie
„gar natürlich daraus zu setzen. Hiebey behält auch das fUsohlich-angege-
„bene semitonium naturale nichts voraus: weil kein einziges semitonium
„unnatürlich ist.
„Ich wollte es über zwanzigmal verändern, wenns der Raum zuliesse,
„und drey biss vierfach in einer ordentlichen Octava anbringen, dabey auch
„mehrentheils so einrichten, dass die verlangte divisio beybehalten würde.
„Wenn ich aber M. H. Hrn. Schreiben werde drucken lassen, (wie ich zu
Beil. Hl. 8.
335
„meiner juBtification aller derjenigen Briefe thun muss , denen ich das be-
„schützte Orchester zugeeignet habe, damit die Welt aus dem pro & contra
„schliesse, wer Recht oder Unrecht hat) alsdenn will ich, mit GOttes HUlffe,
„in meiner Antwort diese vielfältigen Veränderungen mit diesem semitcnio
„ hinsetzen 1, und sine adjumento artis combinatori» zeigen, dass solche
„wenig oder nichts zu der Eigenschafft heutiger Modonim beytragen können.
^ Hier muss ich Wort htlten, und behaupten, dass, ausser den 6. Lagen der Se*
mitonien, in den alten Modis fictitiis, alwo sie diese Grade einnehmen: 3. 7. | 2. 6. |
1. 5. I 4. 7. I 3. 6. I 2. 8. I noch wenigstens 24. Verinderungen damit zn treffen sind:
die doch eben so wenig, afs jene, einen neuen Modum machen. Zum Versuch mag die
folgende Tabelle dienen ;
er
jr
ÖT
3
' 1. 4. d die f g as b c d.
1. 6. d dis f g a b c d.
1. 7. d dis f g a h eis d.
2. 4. c d dis fis g a h c.
2. 7. d e f g a h eis d.
3. 4. d e fls g as b c d.
3. 5. d e fis g a b 0 d.
4. 5. d e fis gis a b c d.
4. 6. de e fis gis a b c d.
5. 6. f. g a b eis d dis f.
5. 7. f g a h eis d e f.
6. 7. f. g a h eis dis e f.
'1. 3. 5. d dis fis g a b c d.
1. 8. 6. e f gis a h eis d e.
1.4. 5. d dis f gis a b c d.
1. 4» 6. d dis f gis a b c d.
1. 4. 7. d dis f gis a h eis d.
2. 3. 6. f. gis a b c d dis f.
2. 4. 6. d e f gi» a h c d.
2. 4. 7. f gis a h c d e f.
3. 6. 7. f g a b c dis e f.
4. 5. 7. c d e fis g as h c.
1. 4. 8. 6. d dis f gis a b eis d.
^ 2. 4w 5. 6. d e f gis a b eis d.
D. moll. Har. k Arith.
D. moll. H. A.
D. moll. U. A.
C« m. U.
D. m. U. A.
Ü. dur Arithm.
D. dur. Harm.
D. d. H.
D. d. H.
F. dur. per 6 & 3 dio.
F. d. eod. mod.
F. d. eod. mod.
ü. dur Ar. Sc H.
E. dur. A. Sc U.
D. moli. Harro.
D. m. fl.
D. m. H.
F. dur. H. & A.
D. m. H.
F. dur. H.
F. d. U. & A.
G. dur. H.
D. m. H.
H. m. H. &c. 3ec.
Nun gestehe ich zwar gerne, dass einige sehr wunderliche scal» hierunter be-
findlich sind, und sonderlich drey davon nicht per Quintam vel Quartani, sondern per
Sextam & Tertiam getheilet werden mögen. Inzwischen ist Iceine so seltsam , aus der
ich mir nicht getraute eine Melodie henronubringep : und viele sind überaus geschickt
dazu. Es geschiehet aber nur exercitii gratia , dass diese Tabelle hier eingerfickt wird,
damit man unter anderm daraus lerne, dass alle diese Veränderungen des Semitonii
keinen neuen Modnm machen, sondern die blossen Terxien, mittelst welchen die
12 Modi tonici verdoppelt werden, und eine xweyfache speciem bekommen.
336 Beil. Hl. 3,
„Was die gogenannten tonos transpositos anlanget, so ist hoffentlich
„Im beschützten Orchestre^ deswegen satisfaction gegeben, und wenn
„mans nur recht ansusehen beliebet, so wird schon erhellen, dass es nicht
„einer, sondeiii wirklich und wah]:haftig 24 verschiedene Tone sind, die in
„Tabella Modonim daselbst linker seits specificirt werden, und dass die
„temperirten claves dem Dinge ein ganz anders Aussehen geben, welchem
„zu Folge keine eigene species Octav» mit der andern in allem tiberein
„kommen kan; sondern vielmehr recht wesentlich, fiirmlich, augenscheinlich,
„handgreiflich und hörbar differiret, obgleich nicht gestritten worden, noch
„wird, dass, crassa Minerva loquendo, die 24 species, dem ersten Anblick
„nach, auf 2. genera reducirt werden können. Ich habe aber mit transponirten
„Tonen nichts zu thun, und will den terminum diesenfalls gar nicht erken-
„nen; sondern meine Gedanken gehen auf selbststandige, wesentliche und
„authenti^ue Tone, deren jeder seine eigene Figur, Zahl, Wirkung, Eigen-
„schafften und Kraffte besonders, und von allen andern in specie dennassen
„unterschieden, hat, dass es auch ein EJnd merken kan. Man muss dem Ge-
„hör^ in diesem Stttck mehr trauen, als dem zerbrechlichen raisonnement,
„wiewohl dieses ebenfalls auf meiner Seiten stehet, wie an seinem Orte', mit
„mathematischen Gründen, deutlich unwiederspreohlich demonstrirt werden
„solL Tale enim a tali potest differe quoad minus vel. majus &c. cum pace
„Aristo teils.
. „Dieses habe £w. Hoch-£dl. wiederum wohlmeynend, und mit aller
„Submission vor Deroselben grosse virtü, auch ohne der geringsten Lust
„zum Wiederreden, vielmehr ans ungemeiner Begierde Dero fernere Ge-
„dancken und ErlSntenmgen hierüber zu vernehmen, und davon bester-
„massefl zu profitiren, antworten wollen und sollen: der ich wahrhafftig
„hierunter nichts anders suche, als recht hinter die Sache zu kommen, und
„einmahl das Glück zu haben, dass mich ein solcher hochberühmter Mann,
„wie £w.Hoch-£dl. durch reine Vemunfftschlüsse, und unstreitige Erfahrung,
„der Wahrheit überzeugen möge. Wenn dieses geschieht, und ich Unrecht
„habe, will ich gerne alle meine Sätze öffentlich wiedemiffen, auch mich
„gar nicht entsehen, noch aufs neue wieder in die Schule zu gehen.
„Indessen thun mir Ew. Hoch-Edl. die Liebe sich selbst die justice;
„derMusic aber die Ehre, und senden mir einige particularia von ihrem
„Lebens-Lauff ein , damit solche in der zu edirenden Ehren -Pforte den
„vornehmsten Platz mit bekleiden mögen. Wenn Ihnen auch sonst dahinge-
„höriges aufstossen sollte, bitte gar schön um communication und Beistand
„zu solchem löblichen, der ganzen musikalischen Welt zu Ehren gereichen-
^ Auch vorDebnlich in der OryttDisteo^Probe.
^ ?(on magnopere refert, qae alt burmoBi» ratio, quam non approbat sensus. Et
ideo non approbat aeDattti .quia noo eTidentor percipit. ERASM. in A4ag. m. p.
435 sq.
^Solches ist bereiU in der Vorbereitung der Organislen- Probe, eeiC diesem
Brieff-Wecbtel, geacheben.
Beil. IH. 4. 337
^den Werke, mit der Versicherung, dass ioh eines jeden Verdienste, nach
^seiner Art, ohne einige Passion, zu schätzen wissen, auch mich übrigens
q willig belehren lassen werde, wo ich etwan geirrt haben sollte ; womit end-
nlich, um Entschuldigung dieser langen Epistal ersuchend, in aller Ergeben-
„heit mich Ew. Hoch-Edl. Gunst, Gewogenheit und Güte bestermassen
„empfehle und stets verharre
Hoch-Edler, insonders Hochgeehrter Hr. Ober- Gapellmeister
Ew. Hoch-Edl.
Dienstwilliger Diener
Mattheson.
Hamburg den 18. Dec. 1717.
P. S. Ich nehme mir die Freiheit Ew. Hoch-Edl. ein Exemplar meiner
Clavier-Arbeit hiebey ttberzusenden etc : etc :
Inscriptio
A Monsieur, Monsieur Fux, premier Maitre de Chapelle de S. M. J. &
Cathol. &c :
a Vienne sur le Danube."
(XV.)
^ Einige Wochen nach Abgang dieser Antwort, erhielte der Auetor
eine duplicam von dem Herrn Ober-Gapellmeister, folgenden Innhalts :
„Monsieur
„Hochgeehrter Herr Desselben Schreiben vom 18. Decemb. verflosse-
„nen Jahrs, sambt denen Glavir-8tükhe ist mir richtig zu Händen kommen,
„ich habe dieselbe dnrchsechen, und so vill ich in Kürze der Zeit habe ab-
„nemmen kOnnen, gar fein, artig, und von gutter invention befunden, vor
„welche ich schuldigen Danckh erstatte. Das dem Aretino und dessen rume
„in dem beschitzten Orchestre an verschiedenen Orthen zu hart geredet
„wird, ia in der Lobrede Menippi in Autorem, gar vor einen Atheisten pas-
„siren muss, weiss niemandt besser als M. H. und ist mir umb so vill weniger
„übel auszudeiten, das ich mich hürüber befirembdet habe, als in diesen Land-
„ten wegen der Beschwerlichkeit der Aretinischen Sylben sich niemand be-
„klaget, sondern im Gegenthaill deren gutte Würkhung täglich zu gehör
„kommet: indeme allhir Knaben von 9. und 10. Jahren zu ünden, welche
„die schwäriste stückhe all improuiso wekh singen, welches ia nitsein kunte,
„wan die Aretinische erfindung so voller iammer und Eilend wäre: Auch
„bleibt man in Italien, alwo ohne widerredt die vomembsten Singer hervor-
„ kommen, noch immer bey dieser methode; und weillen ii^ Hamburg nit die
„gantze musikalische Welt ist, und nur aldorten so beschwärlich ist, die
„singkunst auf solche weiss zu erlernen, so lass ichs gar gern geschehen,
„dass man alldorten das ut, re, nd, £a, sol, Ia, zu Grabe tragen möge. Wun-
„derlieh komt mir vor das M. Hr. schreibet, grosse Virtuosen sollen an der-
„ gleichen baggatellien nit einmal gedenkhen; ich halte M. Hr. vor einen
„solchen grossen Virtuosen , und gleichwohl hat er sich erniedrigen wollen
KöcAd, J. J. Fux. 22
338 Beil. m. i.
„darvon Bücher zu schreiben. Ich meines theils, als der ich an den grossen
^Nutzen dieser Erfindung zn zweiflen niehmallen CJrsache gehabt habe, hätte
„niehmallen daran gedacht. H. Hr. hat mir die Ehre gegeben, meine Mei-
„nung über das geschützte Orchestre zu vernemmen, diese habe ich ganz
„anfrichtig, in allen ernst ohne scherz Überschreiben wollen, wan man dar-
„mit nit zu frieden ist, kan man bey seiner Mainung verbleiben, ich bins gar
„wohl zu frieden. Die Gleichniss meiner Meinung von dennen modis mit
„dennen Stephanss Türen ist zimblich piquant. Ich bin sonst gewandt alzeit
„mehrer in Werkh darzn thuen als ich vorgibe; und kostete mir mein asser-
„tum, das die 24. modi keinen Grundt haben, gar kein Miehe dar vor die
„Augen zu legen, wan ich mit einem zu thun hfitte, der kein esclaue, und
„gar zu sehr eingenommen wäre von seiner aignen Mainung.
„Wann ein Singer mit einer Cantata bey einem Clavicymbel den
„Accompagnanten ersuchet, er möchte ihm, Bequemlichkeit halber seine
„Cantate e. g. aus dem C
b g ^^
ZL
ut, re, mi etc.
„um einen Ton höher transponiren e. g.
4
h'l -^
Ut, re, mi etc.
„wird hiedurch ein neuer Modus gemacht?^
„Woraus nothwendig erfolget, das die in dem beschizten Orchestre
„12. pnetendirte modi nur ein einziger seye, wie in beyligenden Zetl zu
„sehend, dise Prob ist Handtgreifflich, indeme in allen 12. Systematibus diser
„Octaven die toni uAd semitonia gleich eintreffen. Dass die modi allein aus
„dem genere Diatonico müssen genommen werden, ist dar. Dieses zu be-
„weisen ist vorher zu wissen, das die semitonia auf zweyerley weiss können
„gemacht werden: essentialiter und per accidenz. Essentialiter, wan die
„Kreuze oder b zu An&ngs deren Linien gesetzt werden, und mit einem
„aus dennen 6. modis naturalibus Diatonicis eintreffen, in welchen fahl Sie
„modi transpositi seind, und keinen neuen modnm zu machen vermögen.
„Per accidenz werden die semitonia gemacht , wan die Kreuz oder b in der
^ Auf lothtnen beylief^enden Zettel «tanden 1% actlae i« Noten deren ertte wv
cdefgahc. mit der Unterschriffl : ut, re, mi, fa, nt, re, ml, fa, wobey jederteit das
wertbe ml, fa eehwarfte Noten hatte, anf die Art wie aie iu der Org^aniaten- Probe 1. c.
▼orgeateflet worden. Die fibrigen 11. Scalae modorum m^jomm hatten eben die Unter-
fchrin, doch stand über einer jeden die Masse der Erhöhung oder Brni«dri|ning, Z. E.
i*isteaso modo d'iin mexo tnono piA alto kc. Und das siehet alles mit einander sehr
trAstlich aus.
Beil. III. 4. 339
„Mitten ungefehr zu Veränderung der modulation gesetst werden , als das
„Kreuz vor dem c, oder das b vor dem h, welche keinen Ton zu ändern ver-
„mögen, quia accidenz non mutat rei subatantiam. Und würde gar unge-
„reimbt sein, wenn ich e. g. aus dem D moll ein Stukh machte, und setzte
„per accidenz im c ein Kreuz, deswegen einen neuen modum zu formireu ;
„bey solchen Umbständen kundte man niemallen sagen: das Stuck ist auss
„diesem modo gemacht. Wan man aber das Kreuz im c essentialiter setzen,
„und dadurch einen neuen modum formiren wollte, ist wohl zu erwegen, ob
„dieser neue modus von solcher Wichtigkeit seye , dass man etwas neues
„wider derer alten Autoritet statuiren solte. Die modulation wurde es
„weisen, wie arm dieser neue modus (D moll mit dem Yorgesetzten Kreuz
„ins c) seyn wurdte. Wollte ich in das F als seiner tertia, moduliren, hätte
„das eis keinen Platz mehr. Wollte ich in das A , als seiner quinta , moduli-
„ren, und etwan eine Cadenz vom e ins a machen, wurd das eis einen üblen
„effect machen 1. Gesetzt, dato, non concesso, ich liesse dieses systema :
„defgahcisd, fiir einen modum gelten, so wäre dieser der erste und
„der abgesetzte im C der andere modus. Wo blieben denn die übrigen
„22. modi^? Ans welchem inconvenienti clar zu sehen ist, das die toni oder
„modi anf kein Weiss auf der tertia majori oder minori zu formiren seind,
„wie IeL Hr. vorgibt. Ich habe dieses etwas weitleifflger überschreiben
„wollen, umb M. Hr. auf bessere Gedankhen zu bringen, auss Beysorge
„M. Hr. mochte sonsten bey dennen der Musique recht kündigen eia
„schlechten Ruhm darvon tragen, welches mir sehr leydt seyn sollte, indeme
„M. Hr. sonsten wegen seiner besonderen Gelehrheit, und Eyfer gegen der
„lieben Musique ein besondere estime meritirt. Bitte sonsten mich zu ver-
„schonen mit Eintruckhung meiner unpolirten zweyer Briefen . . .^ meine
„Mainnng aber von der Solmisation und den modis kan der ganzen Welt
„bekannt seyn^. Bei diesen, meine Mamung anbelangend, soll es seine Be-
„wandniss haben, dann ich weder Zeit weder humor, noch iucliuatiou zu
„dergleichen strittigen Schreib- Art habe. Kan M. Hr. ich sonsten alhier ein
^ Wenn dietea Argument achlietst , «o sind 4. von den 6. alten modia in eben
der, i« in noch firgerer Verdamniss, alt Z. E. D moll mit dem h ; E rooll ohne fis ; F dur
ohne b; G dar ohne fis. Denn wer bei dem ersten, als Dorio, im P, als seiner Tertia,
moduliren will, der kann kein h gebrauchen; wer bey dem andern, als vermejnteu
Phrygio, nor im H, als seiner Quinta, modniiren will, der findet Tor dem F keinen Platz
mehr; der dritte, seilicet Lydias, kan kaum iu seiner chorda flnali, geschweige denn io
Sexta vel Quarta eine modulation, ohne b, anstellen; und hat es doch niebt. Wie will
auch der vierte, quasi Mizo-Lydius mit seinem f au rechte kommen? findet das wohl
Raum, wenn ich nur im D als Quinta, im H, als Tertia, im E, als Sexta, moduliren will ?
dann da muss lauter fis seyn.
^ Sie sind oben f. 14 in Lebens-GrÖsse dargestellt.
' Was hier fehlt wird mit Fleis« ausgelassen.
^ Wie kunte dieses besser geschehen, als ipsissimis verbis Fuxianis; doch mit
Weglassnng derjenigen Ausdriickungen, die eigentlich nicht zur Sache gehören.
2-2*
340 Beil. III. 5« 6.
„angenemmen Dienst erweisen, wolle man nur iVey mit mir befehlen, aU
„der ich bin und verbleibe
Meines Hochgeehrten Herrn
Dienstwilliger
Johann Joseph Fux.**
„Wienn den 12. Jan. 1718.
„P. S. Ich kundte vttü vortheilhafftiges für mich, von meinem Auf-
^khommen, unterschiedlichen Dienst-Verrichtungen Überschreiben, wan es
„nit wider die modestie wäre leibst meine elogia hervorzustreiohen : In-
„dessen seye mir genug, das ich wirdig geschätzt werde, CAROLI VL
„erster Capellmeister zu sein^.
(XVI.)
ft« Wir sehen hieraus, dass allerhand krumme Wege von denen gesucht
werden müssen, die auf dem geraden Wege fortzukommen sich nicht ge-
trauen. Diese Abwege sollen wir kennen lernen, so kümmern sie uns nicht.
Die erste Ausflucht in obigem Briefe betriflft den g^ten Menippum, als wenn
der Auetor Orchestrae verbunden wäre , einen pseudonymum zu vertheydi-
gen. Zweitens will man nicht verstehen, dass ein anders sey : de Sohmsatione
Bcribere, & contra Solmisationem scribere. Drittens werden mir ganz andere
Worte angedichtet, und die expressiones verdrehet. Viertens mnss sich die
•Hamburgische Musik spotten lassen. Fünftens kommen gar Scheltworte auf
den Plan. Sechstens wird tonorum locatio mit den semitoniis unbillig ver-
mischt. Siebendes entstehet ein unphilosophischer circulus, und Achtens
erscheinen ganz unzeitige Weissagungen. Ob dieses nun gute Gründe sind,
dadurch sich einer zur Solmisation und zu den alten Modis bewegen lassen
wird, mag die Welt urtheilen. Wir wollen sehen, wie sie in der Beantwortung
gerathen sind, und wie insonderheit das Postscriptum so abgefertiget worden,
dass sich die falsche Modestie hiniUhro nur gar verstecken mag.
(XVII.)
6* Hoch Edler etc :
Hoch V. vielgeehrter Hr. Ober-Capellmeister,
„MenippuB, dessen Sie in ihrem Briefe von 12. Jan. erwehnen, hat
„nichts weniger, als eine Lob-Rede, in Auctorem Orchestrae, gemacht; er
„hat nur blos einen eylfertigen Fluch, wider die Aretinische Solmisation
„und deren Verfechter, dergestalt ausgestossen, wie es ihm, als einem
„experto Ruperto, ums Herz gewesen ist. Dass er aber daneben den frommen
„Guidonem zum Atheisten ^ macht, solches rühret aus einem gelehrten Ver-
^ Die Aufschrifft dea Briefes ist der vorigen g^leicb, nur da«« es heisst: HHam-
bourgne an der Elbe.
^ Im in. Orcb. ist dennoch p. 787. & 788 snttsam erwiesen worden, duts dem
Aretin auch hierin «^ar nicht zu Tief, sondern wob! in wenig, geschehen ist.
Beil. III. 6. 341
^aehen her, das im blossen Namen steckt: weil nicht Gruido, sondern Petrus
n Arentinus, dafür passiret. Grosse Leute können auch fehlen, und hätte man
^den Innhalt des Carminis vor dem Druck überlegen können, würde es ohne
t, Zweifel geändert worden seyn. Inzwischen darff man mir anderer Leute
„Uibersichten, dabei ich keine Hand gehabt, desto weniger beymessen. —
„Um Verzeihung, mein Herr Ober-Capellmeister, ich habe keine Bücher
^von der Solmisation schreiben, sondern nur ein einziges Capitelgen
„wieder die Solmisation^ weil ich dazu genöthigt worden, im beschützten
„Orchestre, mit einrücken wollen; wie ungern, weiss ich am besten, und
„bezeuge es auch an mehr als einem Orte.
„So gebrauche ich femer keines Weges solche expressiones , wie
„M. Hr. mir voriiält, nehmlich: dass grosse Virtuosen nicht eintnal
„an dergleichen Bagatellien gedenken sollten; sondern meine
„Gedanken sind in diesen Worten abgefasst: Es ist Sünde, Schande
,^und Schade, dass verständige Componisteu ein Wörtgen,
„solcher Possen halber, verliehren sollen, c' est ik dire: mitder
„Frage, ob die Tone durch das abgelösete ut, re, mi, fa, oder durch ein an-
„deres, zulängKchers Hülffs-Mittel, ausgesprochen und benennet werden
„müssen? Dabei bleibe ich, und verlange gar nicht das prtedicatum eines
„grossen Virtuosen zu behaupten, importunus enim amat laudari; sondern
„verharre gern auf dem geraden Mittel- Wege: zumal da Hamburg ja nicht
„die ganze musicalische Welt ist , wie M. Hr. ziemlich verächtlich schreibt.
„Ich habe mir sonst sagen lassen, das gute Welsch-Land, ob es wohl einiger
„massen das vornehmste Seminarium musicum mit ist, könne sich doch
„dieses Titels der ganzen musikaiisohen Welt noch lange nicht anmassen :
„weil hinter dem Berge auch Leute wohnen , und so wohl in Teutschland
„als England hin und wieder (Franckreichs zu geschweigen) ein kleines,
„doch reiches und solides, musikalisches Pegn hervorraget, welches tusci
„turba impia vici noch niemals auf der Ca8traten*Land- Carte hat finden
„können. Ich erinnere mich hiebey der Worte des Monzambani, alias Puf-
^ Dut hiit ein reehtscbaffener TeuUcber, zumal bcy er^ng«n«r provocation, desto
mehr Ursache, weil man, id DurchlesttDi? alter Kirchen-Geschichte« nicht ohne Befrem-
^dao^, ersehen mass, wie so manohera ehrlichen Mann, dieser Schol-Possen halber, su
nahe geschehen ist. Z. E. A. I$d8. Ist xu LGbeck ein Rector gewesen, Namens Panera-
tius Cnigerius, ehmaliger Cantor Martinianas in Braunschweig, denselben bat das Lfibe-
kische Ministerium, anter andern, auch deswegen übel tractirt, ron den Kanseln ge-
scholten, Toro Abendmal verwiesen, und endlich gar vom Dienste gebracht, weil er das
•
ut, re, mi ke: ins », b, e, verSndert. Denn so schreibt der Reeensente Athenar. Lubec.
in Actis Erudif. lat. 17Z2. Oct. p. 499 »q. Querto, eum (Crugerium) in jus rocabant
(sacerdotes) ob novitatem musicam. Abrogarat enim Crugerius vetus illnd: ut, re kc
c^jusque in locum cani jusseral: a, b, c. Und also sieht man, wie schon vor hundert und
etlichen Dreyssig Jahren die solmisirende inqnisitores so gerne A, B, C Mirtjrer
machen mogten , selbige Lehrart aber eben so wenig haben* verlilgen können , als die
Jesuiten das Evangelium.
342 Beil. III. 6.
^fendorffs, da er in seinem Buche , de Imp. Kom. uns italiSnisirten
„Teutschen diesen artigen, obwohl stichelichten, Text lieset. Apnd transal-
npinos all quam prudentiie opinionem conciliat, vel de sumrois montibus
^fltaliam conspexisse. Wenn ich nun dieses an seinem Orte gestellet seyn
,, lasse, so gehet doch, hier zu Lande, in unsrer Barbarey, die Bede sehr
^starck, dass die Herrn Italiäner mehrentheils recht gute Puteanisten seyn
^sollen, und die ehrliche siebende Sylbe si, so wie auch die Herren Franzosen,
^anfalle Weise zur Erfflllong der Octava, hinzu setzen. Doch werde mich
„ein wenig weiter erkundigen, ehe ich es umstfindlicher bejahe.
„Mein Hochgeehrter Herr hat sonst in dieser Oorrespondenz mit einem
„zu thun gehabt, der nichts weniger, als ein Esclave, weder seiner eigenen
„noch andrer ungegrilndeten , Meynungist; der so frey gebohren, so frey
„lebet, und einer solchen freyen Nation dienet, dass bey ihm Sciaverey und
„Böhmische Dorffer, im gleichen Grad, unbekannte, fremde Dinge sind. Er
„hat auch neulich noch ein Buch gelesen , das heisst : la libertö de penser ;
„und ob er gleich mit dessen Auetori nicht in allen Stücken einig ist, so
„liebt er doch den Titel der Freyheit; deprecirt aber mit aller Macht den-
„ jenigen garstigen Namen, so M. Hr. ihm beylegen will: der, ob er zwar
„nichts minder als piqnant ist, doch, Tentsch zu sagen, etwas grob klinget.
„Sie haben mir die Ehre gethan , mein werther Herr Ober-CapeUmei-
„ster, und ihre Meynung wegen des beschützten Orchesters übergeschrieben;
„damit bin ich auch anitzo gantz gerne zu frieden, weil sie mich nunmehr
„in ihrem zweiten Briefe versichert, dass es in allem Ernst, und ohne Scherz,
„gemeynet sey. Ich will demnach weiter nichts von der Sache an diesem
„Orte beriihren, sondern meine Gedanken biss auf eine bequemre Gelegen-
„heit versparen, da wenigstens, wo nicht die gantze, doch die halbe, und
„zwar teutsche musikalische Welt urtheilen soll, wer eigentlich von uns ein
„wirklicher Sclave seiner alten Meinung sey, quis antiquum obtineat? Da-
„ selbst 1 und als denn wird auch die Frage völlig aufgelöset werden: Ob ein
„neuer Modas entstehe oder nicht, wenn ein Stück aus dem C ins D versetzt
„wird, etc: Es ist mir sonst lieb, dass der Herr Ober-Capellmeister uns die
..loeationem Semitonii, in allen 12. Systematibus (majoribus) so fein und
„artig, auf einen kleinen Zettel vorgeschrieben hat, auch den Unterschied
„inter ens & accidens dabey lehren wollen : man hat es noch hier zu Lande^
„auf die Art nicht gesehen, und weil die piece curieuse ist, werde um Er-
„laubniss bitten, sie mit in der Druck zu gebend ob ich gleich dabey, nach
„Ew. Hoch-Edl. Befehl, das anstössige in den von M. Hn. selbst sogenannten
„beyden unpolirten Briefen auszulassen besondere Sorge tragen werde, und
„bloss dero Meynung von der Solmisation und den Modis (die ja nach ge-
„ gebener eigenhändigen permission der gantzen Welt bekandt seyn mag)
„in gehörigen terminis zu entdecken gesinnet bin. Wenn ich aber solchem-
' Vid. OrguDisCen- Probe in der Vorbereitung p. 6.^ & seq.
^ E8 ist oben schon eine Bescbretbung' davon ertbeilet, die, in Ermanf^lung der
Noten, einiger mnssen zureicbt.
Beil. III. 6« 343
^nach nur ein Paar unpolirter Briefe von M. Hr. erhalten haben soll, so ver-
klangt mich ungemein, einen einzigen polirten zu sehen ; doch stehet dahin,
„ob £w. Hoch<£dl. mich damit bewürdigen wollen.
„Wo das Semitonium sitzet, das habe durch meines Hochgeehrten
„Herrn gütige Manuduction nun endlich begriffen, dass es nehmlich in allen
„12. Octaven meines systematis (majoris) gleich eintreffe; aber, dassEw.
„Hoeh-Edl. zu setzen belieben, die Tone thäten solches auch, das wird wohl
„ein kleines, durch anderweitige grosse virtü zu bedeckendes, Versehen
„seyn. Mandarffnur, unbeschwert, die tonos majores a minoribus unter-
„seheiden, so wird sich weisen, wie C und D so artig damit spielen. Perraro
„haec alea fallit : Diese Kunst geht fest
„Wenn aber die Modulatio, sie sey reich oder arm, de Modis eorumque
„distinctione den Ausspruch geben soll, was haben denn die Semitonia fllr
„ein unnöthiges Amt bekommen ? Circulus hie vero Musica indignus est.
„Falls mein Hochgeehrter Herr dasjenige Systema, wo die Semitonia
„im andern und siebenden Grade liegen (das ich nur zum Spass gemacht)
„für einen neuen Modum gelten Hesse, und früge denn in Ernst, non dato;
„sed concesso, wo die übrigen 22 blieben? so wollte ich darauf antworten i.
„Ich habe sie schon entworffen und dachte sie weiter auszuarbeiten; (i. e.
„mit exemplis zu erläutern) allein Horatius gerieth mir eben in die Hände,
„mit dem Vers in seiner VIII. Satyra:
Responsura tuo nunquam.est par fama labori.
„Ob ich übrigens schlechten oder krausen Ruhm, wegen meiner un-
„massgeblichen Gedancken, bei den recht- und schlecht-kundigen der Music,
„davon tragen werde, als worüber M. Hr. mit einem angemassten Leidwesen
„in antecessiun etwas bekümmert zu seyn scheinet, solches ist mir gleich-
„giltig : sintemal ich keiner von denen bin (mit Nazianzeno zu reden) quos
„magis movet gloria, quam amor bouL Genug, wenn mir, wegen des herz-
„lichen Eyfers für die liebe Music, eine besondere Achtung gehöret und
„gebühret; ob ich sie bekomme oder nicht, daran liegt blutwenig. Mein
„Wahlspruch ist dieser:
Un generoso cor s'appaga e gode
Di meritar, non d'ascoltar, la lode.
„Und hiebei mag es denn^in Gottes Namen, mit unserm kleinen Brief-
„weehsel über obgeregte Materien sein Bewen4en haben; dieweil ich meines
„Hochgeehrten Herrn Zeit , humeur und inclination bey Leibe nichts in den
„Weg zu legen gedenke, sondern mir immer die grosseste Ehre machen
„werde, mit aller Hochachtung zu ersterben
Ew. Hoch-Edl.
meines Hoch- und Vielgeehrten Herrn Ober-Gapellmeisters
gehorsamer Diener
Hamb. den 12. Febr. 1718. Matthesou.
^ Es ist solches oben sur Genüge geschehen, und iiUes mathematisch erwiesen
worden; mehr die Ohnmacht des Semitonii, als sonst etwas, ans Licht lu stellen. '
344 Beil. Hl. 6.
„P. S. Ich bitte M. H. hieinit nochmals auf das nachdrücklichste und
„inständigste, nicht eben mir, sondern vielmehr der hin und wieder unterge-
,, drückten Music, die unverweigerliche Ehre zu erweisen, und sowohl von
„andern dasigen Orten, als insonderheit von £w. Hoch-Edl. Aufkommen,
„Dignitaten, Einkommen, Rang, etc. solche facta & acta mitzutheilen, die
„gar mit keiner Modestie streiten, und veritatem, absque elogio, enthalten,
„auch hierauf (nehmiich auf diesen einzigen Punkt nur) eine kurze doch
„gewierige, hochgeneigte und baldige Antwort zu ertheilen; sintemal ob es
„gleich Ew. Hoch-Edl. Person gnug ist, dass sie würdig geschätzt werden,
„des unüberwindlichsten Romischen Kaysers CAROLI VI.
„erster und vornehmster Capellmeister zu seyn; so ist doch solches der ge-
nlehrten und curieusen Weit damit noch gar nicht genug, und sind Ew.
„Hoch-EdL als die gleichsam an der Spitze musikalischer Republick stehen,
„ex officio & vocatione verbunden, durch den Beytrag der Erzehlung ihrer
„rühmlichen Verrichtungen, besonderer Ehren-Steilen etc: dem Ansehen,
„dem leyderl an vielen Orten schrecklich-gefallenen Ansehen unsers aller-
„liebsten und alleredelsien Studii kräfftigst mit aufzuhelffen :
plerumque modestus
Occupat obscuri speciem : taciturnus acerbi.
„Wird mir diese Bitte (als welcher wegen ich, die Wahrheit zu sagen,
„eigentlich noch diesesmalil mit meinem Schreiben beschwerlich fallen muss;
„da es sonst wohl nachgeblieben wäre) wird mir, sage ich, dieses allerbil-
„ligste Begehren zum viertenmal abgeschlagen: so will ich vor der Welt
„entschuldiget seyn , wenn sie etwan sinistre von dergleichen misgünstigen
„Weigerungen urtheilen sollte.
„Ist es denn so was seltenes , seinen eigenen Lebens-Lanff selbst zu
„beschreiben? Hat es nicht der fundator Monarchie RomansB selbst derge-
„stalt gethan, dass es biss auf diese Stunde nützlich und löblich ist? Ich
„weiss zwar wohl, was Cicero Lib. V. ad Famil. Epist. 12. davon hält. Allein
„man kan ihm eine Menge gelehrter Leute, und unter andern, neuem, in-
„ Sonderheit Cardanum, Thuanum &c. entgegen setzen, die es mit gutem
„Glück gethan haben. Bussy ^ gehört hier oben an ; seine Gredanken sind
„recht edelmüthig, und verdienen billig Platz: Je parlerai (sagt er pag. 2.
„seiner Memoires) moi-mSme de moi , & je ne ferai pas comme ceux , qui
„pour avoir pretexte de faire leur panegyrique de leur histoire, reerivent
„sous des noms emprnntez: je ne serai ni assez vain, ni assez ridicule, pour
„me louer sans raison; mais aussi n'anrai-je pas une assez sötte honte, pour
„ne pas dire de moi des choses avantageuses quand ce seront des veritez.
„d. i. Ich werde selber von mir reden, und es denen nicht
„gleichthun, die ihren Leb ens -Lauf f unter entlehnten Namen
„abfassen, damit sie nur einen Vorwand bekommen, sich
^ Dieser Zusatz von Bussy, und die zweite Stelle des Taciti , befandeo sich nicht
im Original; ich habe sie aber, um das unnöthige Bedeeken desto besser zu heben,
hier mit eingerückt.
Beil. III. 7. 345
„eine Lob-Rede zu halteiif Ich heg^e keine solche lächerliche
„Einbildung, dass ich mich selber, ohne Ursache, rtthmen
„sollte; aber es wohnet mir auch keine solche alberne
„8chaam bey, dass ich etwas vortheilhafftes von mir zu
„melden Bedenken tragen sollte, wenn es die lautere Wahr-
„heit ist.
„ Jonsius recensirt die alten berühmten Leute , die sich selber ihr cur-
„riculum vitse gestellt haben, Lib. III. de Sciiptor. Uistor. Philosoph, cap. 2.
„§. 222. Vom Rutilio und Scauro sagt Tacitus, in yita Agric. cap. I. no. 3.
„dass ihre Beschreibungen, die sie sich mit eigner Hand verfertiget, nee
„citra fidem, nee obtrectationi, gewesen sind: das ist, sie haben weder un-.
„glaubliche Prahlereyen, noch verkleinerliche Dinge vorgebracht; man hat
„ihre £rzehlungen aufrichtig und so befunden, dass nichts dawider zu sagen
„gewesen. Es redet Tacitus I. c. von der damaligen löblichen Grewohnheit
„berühmter Männer, dass die meisten von ihnen ihr eigenes Leben selbst
„beschrieben haben ; nicht aus Hoffart, sondern aus fester Zuversicht ihres
„g^tes Wandels. Plerique suam ipsi vitam narrare liduciam potius morum,
„quam arrogantiam, arbitrati sunt. Zudem hat es hier ja noch eine ganz
„andere Bewandniss, und ist solchen Falls das beste Mittel, dass, ob gleich
„ein jeder seinen Lebens-Lauff selbst entwirfft, weil er solchen am besten
„kennet; dennoch sothane Beschreibungen, Wohlstands halber, einem drit-
„ten Mann, zur Bearbeitung und Herausgabe, überlassen werden. Wüste ich
„M. Hr. Verichtungen und Thaten so wohl, als er selbst, oder könnte die-
„ selbe aus Büchern erlernen, (vielleicht erfahre ich doch noch etwas) ich
„wollte gewiss nicht viel gute Worte darum verlieren; doch werden auch
„diese die letzten sein. Adio !
9* Johann Mattheson's Anschuldigung des kais. Hofcompositors
Francesco Conti.
Obwohl diese Angelegenheit seit ihrem Entstehen (1739) viel mehr
als ein Jahrhundert hinter sich hat , so rumort sie noch heutigen Tages in
musikgeschichtlichen Werken, so in der zweiten Auflage (1861) des vielver-
breiteten Werkes F. J. Fötis, Biographie universelle des musi-
ciens wie in dem verdienstvollen Handbuche der Musikgeschichte von
Arey von Dommer (1868). Beide nehmen von der Ehrenrettung Fran-
cesco Conti's durch Simon Molitor in der AUg. Mus. Zeitg. 1838
pag. 153 ff. keine Notiz, und da von Anschuldigungen, aueh wenn sie durch
und durch lügenhaft sind, immer etwas hängen bleibt, so soll hier der ganze
Sachverhalt in allen belastenden und entlastenden Stücken kurz aufgenom-
men und was aus amtlichen Urkunden in neuester Zeit hinzugekommen ist,
zusammengestellt werden.
Nicht leicht ist ein niedertrachtigeres Gewebe von Lügen mit ganz
erfundenem Detail, welche für viele als der Ausspruch einer Autorität, wofür
Mattheson galt, als wahr angenommen werden konnten, im günstigsten
Falle mit seltenem Leichtsinne , im schlimmeren als ein Ausfluss raffinierter
346 Beil. III. 8.
Bosheit in die Welt geschickt worden ids in diesem berüchtigten Handel.
Mattheson gibt in seinem vollkommenen Kapellmeister au , einen Brief aus
Regensburg vom 9. October 1730 erhalten zu haben, welcher die Scandal-
geschichte F. Conti's wegen thätlicher Beleidigung eines Priesters und der
darauf erfolgten Kirchenstrafe, des vierjährigen Kerkers auf dem Spielberge^
und der ewigen Verweisung aus den österreichischen Staaten mit minutiöser
Genauigkeit enthalten haben soll. War Mattheson damit mystificiert worden,
was nOthigte ihn denn, in einem Werke, wie der vollkommene Kapellmeister
war, eine solche Scandalgeschichte aufzunehmen? Allerdings, der schreib-
wttthige Mattheson findet überall und zu allem PUtz, und einer solchen
Verlockung konnte ein solcher Freund des Scandals nicht widerstehen. Seit
1730, wo diese Begebenheit sich zugetragen haben sollte, bis zur Heraus-
gabe des „Kapellmeisters^ im Jahre 1739, also durch volle neun Jahre
hfttte der Mann, der wie er sagt, „voll Hochachtung für dieses ungemeinen
Virtuosen (F. Conti) Verdienste als Tonmeister*^ überfliesst, Zeit genug
gehabt, von der Wahrheit jenes infamierenden Briefes sich zu überzeugen,
allein das „herzliche Mitleiden (! !) so er über Conti's Unglück und grosse
Sittenschwachheit empfindet" musste den elenden Tartüffe bestimmen , der
Welt, die nichts davon zu wissen begehrte, alle diese ehrenrührigen An-
schuldigungen aufzutischen; im entgegengesetzten Falle wäre freilich die
Welt um die schon fertigen schalen lateinischen Verse gekommen, die
„man" auf Conti gemacht hat. — Auch von der 1754 in Marpurgs krit.
Beitr. I. 219 ff. erschienenen Richtigstellung der Thatverhältnisso hätte der
alte hartgekochte Sünder Kenntniss nehmen können und sollen, allein
das war für einen Menschen mit Mattheson 's eherner Stime eine lächerliche
Zumuthung.
Dem Leser, welcher die nachfolgenden Actenstücke durchzugehen
Anstand nimmt, sei gleich hier erwähnt, dass Francesco Conti sich keines
Vergehens schuldig gemacht, dessen Sohn, Ignazio Conti, aber in der
Hitze eines Wortwechsels einen Priester thätlich beleidigt habe, worüber
er zum Kirchenbann verurtheilt, durch Abbitte auch hievon nach einem
Monat der Untersuchung Absolution erhielt. Alles übrige wegen Stehens
an der Kirchthüre, Festungsstrafe und Landesverweisung ist vollständig
Erdichtung.
8. Joh. Mattheson, vollk. Kapellmeister, p. 49, schreibt:
„§.46. Conti, der grosse, aber auch unglückselige Tonkünstler,
ehemals kais. Vice-Kapellmeister (!) ein in seiner Wissenschaft vortrefflicher
Mann, von dessen Fatalitäten ich bei dieser Gelegenheit einige glaubwürdige
Nachricht zu geben nicht umhin kann, war
§. 47. Die Hochachtung, so ich für dieses ungemeinen Virtuosen Ver-
dienste als Tonmeister trage, und die ein jeder, der solche Verdienste recht
einsiehet, mit mir hegen wird, sammt dem herzlichen Mitleiden, so ich über
sein Unglück und grosse Sittenschwachheit empfinde, werden mich ent-
schuldigen, dass ich hier einschalte den folgenden
Beil. III. 9. 347
§. 48. Auszug eines Briefes aus Regensburg vom 9. Öct. 1730: „Am
10. 8ept ist zu Wien der kais. Compositore di Musica Francesco Conti
vermöge des, von dasigem Consistorio über ihn erkannten Kirchenbannes^
vor die Thtir der Cathedralkirche zu St. Stephan gestellet worden. Es hat-
ten zwar Ihro kais. Maj. aus angebomen höchsten Milde das dreimalige
Stehen auf eines gesetzt; nachdem sich aber der Mann das erste Mal im Gre-
sichte vieler hundert Personen, sehr übel aufgeftihret, als ist derselbe den
17. Sept. zum andern Male, vor obgedachte Kirchthüre in einem langen
härenen Rock, so man ein Busskleid nennet, zwischen zwölf Rumorknech-
ten , die einen Kreis iim ihn geschlossen , mit einer brennenden schwarzen
Kerze in der Hand, eine Stunde lang gestellet worden, desgleichen auch am
24. dito geschehen soll. Seine Speise ist Wasser und Brot, so lange er unter
der geistlichen Obrigkeit stehet; nach üebergebung aber an die weltliche
soll derselbe dem von ihm geschlagenen Geistlichen 1000 Gulden
Schmerzengeld und noch alle Unkosten bezahlen, sodann vier Jahre auf dem
Spielberge sitzen und nachgehends auf ewig aus den östr. Landen verwie-
sen werden ; die weil er als er zum ersten Male vor der Kirche nthüre gestan-
den eine so grobe und ärgerliche Unverschämtheit gebraucht. Vorgemeld-
ter Hofcompositeur ist darum zu solcher Strafe verurtheilt worden, dass er
an einen weltlich. Geistlichen gewaltthätig Hand geleget und selbigen mit
vielen Schlägen übel tractieret hat. Es ist folgendes Epigramma auf ihn ge-
macht worden.
Non ea Musa bona est, nee Musica composuisti
Quam Conti, tactus nam fuit ille gravis:
Et Bassus nimium crassus, neque consona clavis:
Perpetuo nigras hinc geris ergo Notas.''
^0 weit Ehren Mattheson's Anschuldigung.
•• Joh. Joach. Quantz in Marpurg krit. Beitr. (1754) I. 219 f.
sagt gelegentlich der Schilderung der Oper Costanza e Fortezza von Fux:
„Ich bediene mich dieser Gelegenheit, diesen braven Mann (Fran-
cesco Conti) gegen die sogenannte glaubwürdige Nachricht aus Regens-
burg vom 10. Oct. 1730, mit welcher Hr. Legationsrath Mattheson hinter-
gangen worden , und die S. 40 des vollkommenen Kapellmeisters einge-
schaltet ist zu retten. Es war nicht dieser Conti, sondern sein Sohn,
der den Geistlichen geschlagen hatte, und deswegen die dort beschriebene
Kirchenbusse thun musste. Die Übrigen Umstände sind wahr. Weil dieser
Sohn damals unter den sogenannten kais. Hofscholaren war und sich auf
die Composition legte, so hat es leicht geschelien können, das3 man ihn mit
dem Vater verwechselt hat. Ausser glaubwürdigen Zeugen, die damals in
Wien anwesend gewesen sind und beide gekannt haben , ist auch dieses ein
sicherer Beweis, dass es der Vater nicht gewesen sein könne, weil er im
Cameval 1732 die auf dem kais. Theater aufgeführte Oper Issipile in Musik
gebracht, welches man mit dem in Wien gedruckten Buche dieser Oper
allzeit beweisen kann. Dem Sohne ist die Landesverweisung erlassen wor-
348 Beil. III.- 10.11.
den. Er ist nach der Grefangenschaft wieder nach Wien gegangen , kommt
aber dem Vater in musikalischen Verdiensten in geringstem nicht bei. Man
nennt ihn insgemein Contini.*'
flO* Simon Molitor, Ehrenrettung des weiland kais. Hofcompo-
siteurs in Wien Francesco Conti gegen eine in Mattheson's Voll-
kommenen Kapellmeister überlieferte ehrenrührige Anecdote. [A. Mus. Ztg.
1838. p. 153 ff.]
„Ignazio Conti, kais. sogen. Hofscholar — Sohn des kai8..Hofcom-
positeurs Francesco Conti — zur Zeit des Vorfalles 31 Jahre alt, gerieth
zu Anfang des Monats August 1730 mit einem Geistlichen aus Sicilien,
Namens Steffano Bertoni, in einen Worstreit, in dem er sich so weit verga&s,
den letztern thätlich zu mishandeln. Dieser forderte ihn vor das geistliche
Gericht, welches nach gepflogener Verhandlung über den Ignazio dem
kanon. Rechte gemäss, den Kirchenbann aussprach , von welchem derselbe
jedoch schon am 18. Sept. auf seine demüthige Bitte die Absolution er-
langte. Ignazio Conti war übrigens gegen geleistete Bürgschaft während
der Untersuchung auf freiem Fusse, und es kommt herv^or, dass gegen den-
selben das brachium seculare nicht aufgerufen worden war. ^
Alles übrige von Mattheson angeführte ist reine Erfindung.
11. Ignazio Conti erscheint in den Hofschematismen ununter-
brochen von 1721 bis'l760, namentlich auch in den Jahren 1731, 1732, 1733,
1734 als kais. Hofscholar. Wäre er wegen eines schweren Vergehens zu
mehrjähriger Geföngnissstrafe vemrtheilt und gefangen gehalten worden,
so würde er in den Hofschematismen sicher nicht als Hofschoiar fortgefiihrt
worden sein. Man hatte daher auch von Seite des Hofes diesem unbeson-
nenen Streiche des heissblUtigen Italieners keine besondere Bedeutung bei-
gelegt, da überdies schon vom Jahre 1733 durch mehrere aufeinanderfol-
gende Jahre Serenaden und Oratorien seiner Composition aufgefiihrt wur-
den, und Fux denselben im Jahre 1739 (Beil. VI. 257) zum Titular-Hofcompo-
sitor vorgeschlagen hatte. — Auch auf den noch lebenden Vater muss dieses
Ereigniss keinen nachhaltigen Eindruck gemacht haben, denn in dessen Te-
stament vom 2. Juli 1732 wird sein Sohn Ignaz ohne Bemerkung mit den
Worten zum Universalerben eingesetzt : „8® Istituisco, facio e nomino e vo-
glio, che sia mio erede universale vero e legitimo il d** mio carissimo
figlio Ignazio 'Conti.** — Am Schlüsse heisst es amtlich: „Gegenwärtiges
Testament ist im Beisein des eingesetzten Universalerben Ignaz Conti
und des Julii Consojno eröffnet worden." Wien 19. Juli 1732 (L. Ger. Arch.
in Wien Test. ^
Alle diese Behelfe zusammengenommen, sollte man meinen, können
genügen, die grundlose Beschuldigung des Francesco Conti durch Joh. Mat-
theson filr alle Zeiten darzuthun. — Allein man hat Belege zu dem Worte
des Dichters: L'homme est de feu pour le mensonge, il est de glace pour
la v6rit6.
Beilage IV.
Zum Gradus ad Paroassum — DedicationeD.
!• Der vollständige Titel dieses berühmten Werkes lautet:
Gradus adParnassum, sive Manuductio ad Compositionem Musicae
Regulärem Methodo novl, ac certa, nondum antö tarn exacto ordine in lucem
edita: Elaborata a Joanne JosephoFux, Sacrae Caesareae, ac Regiae
Catholicae Majestatis Caroli VI. Romanorum Imperatoris Supremo Cbori
praefecto. Viennae Austriae, Typis Joannis Petri Van Ghelen, Sac. Caes.
Regiaeque Catholicae Majestatis Aulae-Typhographi, 1725.
Es ist in Folio, die Notenbeispiele mit beweglichen 'lypen gedruckt,
enthält 280 paginierte und 6 nic)it-paginierte Seiten. Einigen Exemplaren
ist ein Titelkupfer beigegeben, den Musenberg vorstellend mit Stufen, auf
deren oberster ein Jüngling, mit einem Buche im Arme, von Apollo mit
einem Lorberkranze gekrönt wird, während die Musen sich in verschiedenen
Entfernungen gruppieren.
Das Buch eröffnet mit folgender Dedicationan den Kaiser Karl VI.
gerichtet.
Augustissimo, Invictissimo ac Potentissimo Principi Carolo VI., Ro-
manorum Imperatori.
Auguste Caesar *
Si flumina ad Oceanum , unde originem trahunt , cursum suum reflec-
tunt : si terra rore matutino madefacta eundem humorem , tanquam in grati
animi tesseram, ad aethera denuo mittit ; quo alias Opusculum hoc se vertat,
nisi ad Te Auguste Caesar? Tuum enim est jure Dominii ; quia partus
clientis. Tuum est origine; quia Inclytorum Antecessorum Tuorum sub
Auspiciis Musica mea initium sumpsit, et incrementum traxit. Tu, excelse
Monarcha, animum addidisti : Tu sumptus suppeditasti : clementissimo Be-
nignitatisTuae annutu in lucem prodit. Quidquid itaque emolumenti studiosa
Juventus exinde caeperit, totum MajestatiTuae in acceptis referendum
est. Quam ob rem non dedignaberis, benignis oculis adspicere, quod omni ex
parte tuum est; et cujus ante actae vitae labores tam clementi assensu
coinprobasti (quantae autem molis est, exquisito selectoque sapori satisfa-
cere Tuo) ejusdem postremum ferme, quasi Cygni cantum, eadem benignitate
Tua Te complexurum esse, minime diffido. Hac spe fretus ad Sacratos pro-
volutus pedes emorior
Sac. Caes. Regiaeque Cathol. Majestatis Tuae
Clientum infimus
Joannes Josephus Fux, Styrus.*'
350 Beil. IV. 2.
Auf diese folg^ Praefatioadlectorem. (Veranlagung zu diesem
Werke.) Das ganze Werk zerfällt in 2 Bücher — die speculative und die
practische Musik; das erste Buch ist in 23 Capita das zweite ist in V
Exercitia abgetheilt, welche zu Unterabtheilungen mehrere Lectiones haben.
!K« Die Aufschriften der Abtheilungen mit einer kurzen Angabe
des Inhaltes, wenn er nicht schon aus der Aufschrift hervorgeht, sollen
hier folgen.
übrf Primi (pagg. 1—42;.
Caput I.
[Begriff der speculativen (theoretischen) und practischen Musik.J
Caput IL De Sono.
fPhysicalische Erscheinung des Schalles.]
Caput III. De Numeris, eorumque Proportionibus et
Differentiis.
[Rationale und irrationale Zahlen — Proportionen — Musicalische
Proportionen — Folgen daraus: verschiedene Genera: multiplex etc.]
Caput IV. De Genere multiplici.
[Genus multiplex Begriff. Dupla. Tripla. Quadnipla.]
Caput V. De secundo Prop ortionum Genere.
[Genus superparticulare e. gr. 3:5. — sesquialtera etc.]
Caput VI. De tertioProportionis Genere.
[Proportio superbipartiens u. dgl. rationale und irrationale Ver-
hSltnisse.]
Caput VII. De quarto Proportionis Genere, multiplex
Superparticulare nuncupato.
[Dupla sesquialtera — Tripla sesquialtera u. dgl.]
Caput VIII. De quinto Proportionis Genere, multiplex
superpartiens dicto.
[Dupla superbipartiens tertias, quartas etc.]
Caput IX. De Divisione. De divisionearithmetica.
[Drei Theilungen arithmetisch , harmonisch , geometrisch. Begriff und
Beispiele der arithmetischen Theilung.]
Caput X. De Divisione harmonica.
[Begriff und Beispiele.]
CaputXI. De Divisionegeometrica.
[Ebenso wie voriges Caput.]
Caput XII. De Multiplicatione Rationum.
Caput Xin. De Additione Rationum.
Caput XIV. De Subtractione Rationum.
Caput XV. DeÖctava.
[Intervalle der Octav. — Monochord. Schallverhältnisse.j
Caput XVI. De Quinta seu Diapente.
f Schallverhältnisse zum Grundton und zur Octav u. s. w.]
Beil. IV. 2. 351
Caput XVII. De Quarta seu Diatesseron.
Caput XYIII. DediviBioneQuintae^siveDiapentes.
Caput XIX. DeDivisioneTertiaemajorisseuDiatoni.
Caput XX. De Format ione Sextae major is et miuoris.
Caput XXI. De fo rm an die Semitonio majore et minore
et Commate.
Caput XXIL De Intervallis compositis, eteorum com-
ponendorum methodo.
[Grosse und kleine Non — die Decimen — Undeeimen, Duodeeimen
U. 8. W.j
Caput postremum. De hodierno Musicae Systemate.
[Genus Diatonicum modemum — Genus Cromaticum modemum —
De Unisono — Secunda — Tertia — Quarta — Quinta — Sexta — Septima
— Octava mit ihren Unterabtheilungen — Consonantise — Motus rectus —
contrarius — obliquusj.
Liber Secuniittt. (pagg. 43 — ad finem.)
Dialogus.
[Der Schüler Josef wird vom Meister Alois zum Unterrichte in der
Composition angenommen. — Begriff des Ausdrucks Contrapunkt.
Exercitii I
Lectio I. De nota conira natam,
[Note gegen Note gleicher Zeitgeltung, nur durch Consonanzen. —
Cantns firmus.]
Lectio II. Sive secunda Contrapuncti ipeciet,
[Arhsis — Thesis — Zwei oder drei Noten des Contrapunkts gegen
eine Note des Cantus firmus.]
Lectio III. De tertia Contrapuncti Specie.
[4 Semiminimae (Viertelnoten) gegen eine Semibrevis (ganze Note).]
Lectio IV. De quarta Contrapuncti specie.
[Ligaturen oder Syncope — der Consonanz — der Dissonanz — Auflö-
sung der Dissonanzen.]
Lectio V. De quinta specie Contrapuncti,
[Contrapunctum floridum = alle bisherigen Species des Contrapunkts
zusammenfassend] .
Exercitii II
Lectio I. De Nota contra Notam in Tricinio,
[Note gegen Note im dreistimmigen Satze].
Lectio IL De positione minimae contra brevern in Tricinio,
[Zwei halbe Noten gegen die Ganze im dreistimmigen Satze.)
Lectio III.
[Vier Viertelnoten gegen eine Ganze im dreistimmigen Satze.]
Lectio IV. De Ligatura,
[Die Ligatur im dreistimmigen Satze.]
j::^
352 Beil. IV. 2.
Lectio V. De CotUrapuncio florido.
[Wie Exerc. L Lect. V. — hier für den dreistimmigen Satz.J
f^xercitiilll
Lectio I. De Quatriclnio sive QtuUuor partium compoMone,
[Wie früher zuerst Note gegen Note — hier im vierstimmigen Satze.]
Lectio U. De nUnimtB colura Semibrevem.
[Wie Exerc. II. Lect. II. — hier im vierstimmigen Satze.]
Lectio III. De Semiminimis contra Semibrevem,
[Wie Exerc. II. Lect. III. — hier im vierstimmigen Satze.]
Lectio IV.
[Ligaturen im vierstimmigen Satze.]
Lectio V.
[Das Contrapunctum floridam im vierstimmigen Satze.]
Exercitii IV
Lectio unica.
[Von der Imitation.]
Exercitii V
Lectio I. De fugis in genere.
[Das Subject in jeder der sechs Modi (Tonarten).]
Lectio II.
[Die zweistimmige Fuge.]
Lectio III.
[Die dreistimmige Fuge.]
Lectio JV.
[Die vierstimmige Fuge.]
Lectio V.
[Der doppelte Contrapunkt in der Octav ~ Anwendung auf die Fuge.]
Lectio VI.
[Der doppelte Contrapunkt in der Decime ^ Anwendung im drei-
stimmigen Satze.]
Lectio YIL
[Der doppelte Contrapunkt in der Duodecime ^ Umkehrung — Fuge
mit 3 Subjecten — Die Figur der Variation — der Anticipation — Die 6
Modi (Tonarten) mit den transpositis — Von den verschiedenen Subjecten
der Fugen — Vom Geschmacke — Vom Kirchenstile — Vom Stile a Cap-
pella ohne Orgel — Analysen von Mustern dazu — A Cappella mit Orgel
und Instrumenten. -- Vom Stilus mixtus ^ Vom Becitativ -^ Der musicali-
sche Ausdruck — Schluss.]
Als Musikbeispidie führt Fux in diesem Werke folgende grössere
Sätze eigener Composition in Partitur an :
1. Kyrie aus der Missa Vicissitudinis. pag. 244 squ.
2. Offertorium: Ad te Domine levavi. pag. 247. squ.
3. Hymnus Ave Maria gratia plena. pag. 2ö6 squ.
4. Kyrie aus der Missa In Fletu solatium. pag. 263 squ.
Beil. IV. 3.4. 353
5. Chrisie eleüon aus derselben Messe, pag. 266 squ.
6. Amen aas der Missa Credo in nnom Deum. pag. 268 squ.
8* Das Wiener Diarium vom 25. Juli 1725 zeigt dieses Werk mit fol-
genden Worten an :
„NB. Bei mir Johann Peter v. Ghelen der E6m. Kais, und Königl.
Catholischen Majestät Hof-Buchdrackem, gegen dem Hof Ball-Haus über
ist nunmehro zubekommen und verlegt ein neues Musicaliselies Opus intitn-
liret: Gradus ad Pamassum, sive Manuductio ad Compositionem Musicae
regulärem Methodo novä ac certil, nondum ante tarn ezacto ordine in lucem
edita: elaborata a Joanne Josepho Fux, Sac. Caesar, ae Reg. Cathol. Maje-
Btatis Caroli Sexti Romanorum Imperatoris Supremo Chori praefecto.
Kostet ungebundener 8 Gulden i.*'
Im Wiener Diarium 27. November 1726 kündet van Ghelen an: „Bei
mir seynd noch einige Exemplarien des neuen musicalischen Operis intitu-
liert,: Gradus ad pamassum a J. J. Fux zu bekommen".
Die „Neue Zeitungen von gelehrten Sachen ** (Leipzig) auf das Jahr
1725, 6. December pag. 985 enthiUt darüber folgende Anzeige: „Wien.
Allhier ist neuerlich folgendes herauskommen: Gradus ad Pamassum —
a Jo. Jos. Fux 1725. Fol. Se. Kays. Majestät haben selbst die Unkosten zu
diesem Werke gegeben. Es besteht aus 2 Theilen und handelt im ersten de
Mnsica Theoretica und im zweiten De Musica Practica. Der letzte Theil ist
sonderlich sehr vollkommen, und das Latein nicht zu verachten.*'
H» Von Fux Gradus ad Pamassum wurden folgende Uebersetzun-
gen veröflfentlicht:
In deutscher Sprache:
Gradus ad Pamassum oder Anführung zur Regelmässigen Musikali-
schen Composition auf eine neue , gewisse und bishero noch niemahls in so
deutlicher Ordnung an das Licht gebrachte Art ausgearbeitet von Joh. Jos.
Fux Weil. Sr. Kais. u. KOn. Cathol. Majestät Carls VI. Ober Capellmeister.
Aus dem Lateinischen ins Teutsche übersetzt, mit nOthigen und nützlichen
Anmerkungen versehen und herausgegeben von Lorenz Mizlern, der
freien Künste Lehrer auf der Academie zu Leipzig. Mit 57 Kupfertafeln in
Quart. 4. Leipzig im Mizlerischen Bücherverlag. 1742.
In italienischer Sprache:
Salita al Pamasso o sia Guida alla regolare composizione della Musica
con nuovo e certo Metodo non per anche in ordine si esatto data alla luce
e composta da Giovanni Giuseppe Fux, Prindpale Maestro di Cappella della
S. C. e R. C. Maest^ di Carlo VI., Imperatore de* Romani. Fedelmente tras-
portata dal Latino nelP Idioma Italiano dal Sacerdote Alessandro Man-
^ Im Jahre 1869 kOttdet List k Franke in Leipzig ein Exemplar um 7 Rtbr.
15 Sgr. prent«. Cour. «n.
Kbehel, J. J. Fox. 23
354 BeU. IV. 4.5.
fredi, Cittadino Reggiano e Professore di Musica. Fol. In Carpi 1761 Nella
Stamperia del Pubblico per il CanfHignani. Con Licenza de Superiori.
In französischer Sprache:
[P*, U**, III"' et demiöre Partie du] Traitö de Composition Musicale
Fait par le Celebre'Fux. On peut en Tetudiant avec attention parvenir ä
bien composer en trös peu de tems. II fut entrepris par ordre et aux döpens
de TEmperear pour les ölöves d'Allemagne, depuis il a ^tö adoptö par
Mr. Caffro, Maitre de Musiqüe du Roi et de la Reine de Naples et du Con*
servatoire Royal; Il Ta traduit en Italien et c*est aujourd*hui le seul livre
ölementaire de Composition que V on mette entre les mains des ^löves de ce
Conservatoire. Dedi6 a Monsieur le Comte de Montausier-Crussol Colonel
du Regiment d' OrleiinB etc.
C'est ce m^me traitö traduit en fran^ois par le Sr.Pietro Denis. Qui
est present^ au Public. Se vend a Paris ch^s Bignon, Place du vieux Lou-
vre, r accord parfait : Et a V opera sous le Vestibüle. Prix de la Partie l***
7 Ib. 4 s. et de m<gme de la IL et III.
In Octav, Text und Noten in Kupfer gestochen, der I. Theil mit 80,
der II. mit 100, der III. mit 92 Seiten. [Soll 1773 erschienen sein, der Titel
enthält keine Jahreszahl.]
In sohlechtem FranzOsich mit vielen willkürlichen Abänderungen und
Auslassungen, so dass F6ti8 Biogr. mit Recht sich sehr tadelnd darüber
ausspricht K
In englificher Sprache:
Faux's Practical rules for learning composition, translated from the
Latin. 4. London 1791. Mit dem Zusätze : This Book is in the very iirst
Estimation all over Italy and Germany. (Preston, Catalogue 1797.)
Eine andere Ausgabe in Folio , 49 Seiten , welche ich der Güte des
Mr. George Grove in London verdanke, hat den Titel :
Practical Rules for learning Composition. Translated from a Work
intitled G radus ad Parnassum written originally in Latin by John Jo-
seph Feux (sie !) late chief Composer to the Roman Emperor Charles VI.
NB. this Work has recieved the approbation of the best & näost ap-
proved Masters in this kingdom. London. Printed and sold by John Pre-
ston at his Musik Warehouse, n® 97, near Beaufort Buildings, Strand.
Ein mit ebensoviel Unkenntniss als Leichtsinn zusammengestellter
Auszug. Völlig unbrauchbar.
A« Concentus musico-instrumentalis in Septem Partitas ut
vulgo dicimus, divisus, dedicatus Josepho primo, Romanorum Regi
^ C. F. Becker am«. Literatur col. 441 sagt: »Rine andere fransösische Ueber-
•etzang (Paris chez Nadermann) wird in Whistling*« Literatur Seite li40 augefuhrt *".
Dort heisst es: „i. J. Fux, Trait^ de Composition. Paris, Nadermann. 15 Fr.* Diese
rage BuchbSndlerankQndigung lasst eber rermuthen, dass dsmit die obige Uebersetzun^
ron Denis gemeint sei.
Beil. IV. 5. 6. 355
Antfaore JoandeJoBephoFux, Sacrae Caes. Maj. Compositore. Opus
primnm. Norimbergfae Typis hacrediun Felseckerianorum. An. MDCCI.
Fol (Dedicatio.)
Auguste Rex !
Quod olim Penis Medisqne in more positum, ut nonnisi quae prius
censorio Prineipis oculo exhibita £ju6 digna visa sunt Majestate, in manus
auderent offerre et sacrilicium , id et ego mihi sacra lege sancitum sancte
observandum duxi, Auguste Rex, dum sacratissimis Majestatis Tuae
ans Ooncentum hunc meum musico-instrumentalem debiticultus,
ao Bubjectissimae observantiae anathema figere et litare meutern subiit
cogitatio.' Yerebar fateor tenuitatem muneris ac levitatem, qua post modi- -
cum fors etiam non per omnia gratum in auribus sonum evanescit in auras,
niliilo superstite praeter folium, quod et ipsum vento raperetur, nisi tu,
Auguste Rex, grande pondus cum pondere addidisses et pretium, quando
Ipsemet Husices sublime peritus Coneentui huic meo non solum benig-
nissimas aures praebuisti, sed et placere clementissimo annutu tedtari dig-
nirtus es, argumento mihi perquam abundanti, ut tanta Majestate Tua ap-
probatum opnseulum tibi Auguste Rex demiasissimo genu offerre ultra
non metuerem , spe optima fretus , quod auribus jam complacite exceptum,
una mecum substemi pedibus gratiosissime patieris. Majestatis Tuae
humiUimus et obedientissimus
Johannes Josephus Fux.
Ad Musicum.
Habes, amice leetor, Ooncentum meum musico-instrumentalem qualem
in phiribus locis desiderari deprehendi, non in eum finem editum , ut tibi
grandis artiücii dem probam (quod in alio Musices genere petendum est) sed
ut etiam auditoribus Musices imperitis, quorüm maxima pars est, satisface-
rem. Caeterum habeo quod moneam, vocabula : allegro, presto,' prestissimo
et alia-temporis alterati indicia, ad amiissim esse observanda, alias enim
sperato Compositio destituelur effectu. Signum hoc 0 virgula traversatum
mensurae brevis, vnlgo alla breve indicium est. Temporis ordinarii in qua-
tudr quartas divisi Signum est C sine virgula. Fruere, indulge, vale.
>
•• Messa di 8. Carlo. Tutta in Canon e. [Hofbibl. AN. 33. B. 74.]
Widmung.
Sacra Cesarea e Cattolica Reale MaestÄ.
Fra tutti gli altri firegi, de* quali e per merito, e per fortuna si adorna
La Musiea, il piü glorioso ö certamente quello, che a felicissimi giomi nostri
essa riceve dal favore della Sacra Ces*. e Catt* Maestra Vostra La quäle non
solamente si compiace di rigvardarla benignamente come suo innocente
diletto; ma si degna qualÜicarla come cosa sua propria con l'intiero pos-
sesso che ne tiene, e con Tintero conoscimento delle sue interne bellezze.
Oonsiderandola io perciö in questo sublime grado di onore appresso della
M. y. ho giudicato mio dovere il consacrare alP invitto, e trionfante Suo
Nome la presente Opera mia musicale, ed insieme ho creduto mio impegno
23*
356 Beil. IV. 6.
di redimere questa illustra professione dair indiscreta opinione di alcani^
li quali vogliono , che nel progresso de' tempi siasi cotanto diminuita la
sostanza della Musica antica, che perdutasi poscia a poco a poco anche
ridea di quella, a noi non ne sia rimasta che Tombra sola del buo Nome
occupato della moderna. Ho scelto per questa riverentissima Consacrazione
il giorno dedicato al Nome di San Carlo che pur ö quelle della Maesta
Vostra per festeggiare neiristesso tempo i fregi di quel gran Santo ed ap-
plaudere alla Sourana Yirtü del Nome di Y. M. della quäle la principal cur»
6 ringrandimento della Rellgione, la'feliciti della chiesa e la gloria de suoi
Santi. Se fra le gravissime occupazioni deir impero e dall* altezza del suo
Trono Cesareo restera, come sospiro, alla M. V* qualche momento per ab*
bassare un clementLssimo suo sguardo a Messa Canonica , che in atto di
riverentissimo omaggio Le presento, mi lusingo, che conosceri non esser
affatto smarrita T antica Musica e che a noi ne rimane qualche avvanzo, il
quäle coltivato dalla meditazione , e dallo studio pu6 far comparire ancor
vivente il gusto e la digniti della medesima. Questo ö stato sempre il mio
Bcopo, ed il mio pouero talento a solo oggetto di conseruare cid che di lei
ci resta ha raccolte tutte le sue forze maggiori , sperando con il merito di
questo laborioso genio di render piü compatibili tutte V altre mie debolezze.
Offro dunque arditamente alla Sourana Clemenza della M. V. questo debole
ma sincero tributo delPattuale mia servitu, implorandone queir Augusto
gradimento, che pu6 influire al mio lavoro la perfezione , che non ha da se
stesso in quella gvisa che il sole, volgendo i suoi raggi ad un vile, ma puro
cristallo , pnö farlo credere una g^mma preziosa con il reverbero della sua
benefica luce. Con la speranza di questa grazia e con la piü sommessa vene-
razione dell animo mio nli prostro al soglio Imperiale, e mi umilio
Della Sacra Cesarea Cattolica Real Maestä Vostro
Vmilissimo, Deuotissimo e fedelissimo seruo e suddito
Giovan-Gioseffo Fux.
Beilage V^
StkDd« der kaiserlichen Hofiausikkapelle ron 1680 bis 1740.
A. Von 1680-1711.
(K. Ui^oid I. i680—170lS. K. Jotef I. i70S—i7ii.)
Mutlk-Ob«rdir«ctor. y g.
Harchese Scipione di S. Croce .... 1709 .... 1710
Kaptllnititttr.
1 Johann Heinr. Schmelzer
(2000 fl.) 1. Oct. 1679 t 30. Juni 1680
2* Ant. Draghi (2000 fl.) . . . 1. Jan. 1682 f 18. Jan. 1700
3* Ant. Pancotti (2000 fl.) . . 1. Apr. 1700 f 11. Jnni 1709
VlM*Kap«lliii«itt«r.
4* Ant Pancotti 1697 81. M&rz 1700
5* Marc. Ant. Ziani .... 1. Apr. 1700 31. Dec. 1711
Hofthaater-Intandant.
6 Anton Draghi 1680 . . £nde 1681
Composltoran.
7* Karl Aug. Badia (60 fl.) . . 1. Jfin. 1696 f 23. Sept. 1738
8* Joh. Job. Fax (60 fl.) ... 16. April 1698 . 25. J&n. 1713
9* Job. Hoffer, Violinist und
Dirigent 1695? .... 1705?
10* Fn. Dan. Thalmann, Kam-
mer-Compositor 1696 . . £nde 1712
11* Giov. Batt. Bononcini ... 1. Juli 1700 11. Sept. 1711 p«»«.
12* Pet. Franz Tosi (100 fl.) . . 1. Juli 1705 .... 1711
Organitten.
13 AleBB. Pogtietti "... 1680 . fJuli 1683
14 Cado Cappellini 1680 . f Juni 1683
15 Joh. Kaspar Kerl (75 fl.) . . 1. Oct. 1680 . . Ende 1692
358
Beil. V. 16—44.
1680-1711.
16* Ferd. Tob. Richter (60 fl.)
17* Franz Matth. Tecjielmann
(30 fl.) .....
18* Carl Draghi . . . • .
19* Leopold Rammer (45 fl.)
20* Georg Reutter . . .
21* J. Georg Reinhard . .
(K, Leopold L 1680— 170ä.
K. Josef I. i70S—i7ii,)
Von Bis
1. Juli 1683 t 3. Nov. 1711 62 J.«it.
. 1. Mai 1685 . 1. Oct. 1711 pen..
1. Oct. 1698 . t Mai 1711
1. Oct. 1700 t 28. Oct. 1730 69 J, •lt.
3. Aug. 1700 29. Aug. 1738
1. Jan. 1708 .... 1740,
t e. Nov. 1742
Bastisttn.
22 Ang. Mar. Lesma . 1680 .. 30. Juni 1692
23 Ad. Feiice Sances . 1680 1 3. Sept. 1711e7j.ait.
24 Giul. Ges. Donati ....... 1680 . f Juni 1692
25 Lor. Coscia 1680 .... 1685
26* Ferd. Mar. Ansalone (45 fl.) . 1, Jan. 1682 • f 30. Juni 1709 51 j. »it.
27* Rainen Borrini (75 fl.) . . 1. März 1685 . h Oct. 1711 p«n>.
28* Job. Ferdinand Oepflknab
(37 fl. 30 kr.) . .
29* Lor. Gaggiotti (90 fl.) .
30* Giu8. Badia (25 fl.) .. .
31* Joh. Jos. Mager (50 fl.)
32* Joh. G. Lautter (30 fl.)
33* Joh. B. Cativelli (45 fl.)
34* Dom. Ant. Manna (100 fl.)
1. Juni 1685
1. Apr. 1686
. . 1690
• » •
• • •
1. Apr. 1691
1. Jan. 1693
. . . 1697
1. Apr. 1700
35* Friedr. Götzinger (50 fl.) . . 1. Apr. 1702
36* J. B. Cavanna (120 fl.) 1705
37* Jac. Ant. Filet (FI116) ... 1. Apr. 1706
38* Casp.Linätmayr(Liedmayr) . 1. Aug. 1710 .... 1724
t 21. Jan. 1724, 65 J. alt.
t Aug. 1706
. 1687
. 1693,
tSl. Mars 1706, 64 J. alt.
t Juli. 1698
1. Oct. 1711 pens.
t Mal 1713
. . . 1716
. . . 1705 (Priest,
tit. mens.)
. . . 1727,
t S. Deo. 1735, 74 J. alt.
. . . 1708
1. Oct. 1711 pens.
Tenorlstsn.
39 Ant. Massucci ........ 1680
40 Steff. Bonni 1680
41 Giov. Paolo Bonelli 1680
42 Nie. Maz^ella 1680
43 Pietro Santi Garghetti 1680
44* Fabrizio Cerrini (90 fl.)
1. Jan. 1687
. . . 1683
t Jan. 1688
. . . ifll penA.
1 10. Dec. 1718, 71 J. Alt.
. . 1684 pens.
1. Oct. 1711 pen«.
t 27. Jaal 1718, 80 J. alt.
. Ende 1709
(l709Q.aleiie-I&sp.}
Ml. V. 45—77. 359
1680--1711« (K, Leopold 1: 1680-^1700,
K. Jo%ef L irOS—ilii.)
Von Bis
45* Cajet. GoUini (75 fl.) ... 1. Jta. 1687 . . . . 1689
46* Medardo Bronzetti (90 fl.); . 1. Apr. 1687 . 1< Oct. 1711 pen«.
47* Job. Angermayr (45 fl.) . . 1. Apr. 1691 1 18. Juli 1712 s« j. alt.
' 48* Joh. Jos. Badia (2b. fl.) 1694 .... 1702 p»».
49* M. Sebastian ZeitUnger (83 :fl.) 1. Juli 1698 ... .1740
50* Carlo Costa (100 fl.) . . . 1. Apr. 1700 .... 1740
51* Jioh. B. Barbaretti (100 fl.) . 1. Apr. 1701 . 1. Oct. 1711 pens.
t 21. Jon! 1730, 5i J. alt.
52* Tomaso Bigelli (50 fl.) . ■. 1. Jan. 1702 f 23. Apr. 1732 52 j. »u.
53* Silvio Garghetti (120 fl.) 1702 t 27. Mai 1729
54* Ant. Borrosini . . . ... 1. Jan. 1710 . 1. Oct. 1711 peas.
Altistsn.
55 Aless. Contilli . 1680 .... 1684
56 Paol. Castelli ......... 1680 . t I>ec. 1685
57 Ant. Pancotti ........ 1680 . . März 1699
58* Nie. Gelmini (95 fl.) ... 1. Oct. 1683 . .1. Oct. 1711 p«ns.
59* Ant. Giuliani (90 fl.) ... 1. Apr. 1687 f 18. Aug. 1709 50 J. »it.
60* Seb. Moratelli 1691 .... 1694
61* Lor. Masselli (60 fl.) .... 1. Juli 1691 . 23. Deo. 1707 p«„.
t 21- Oct. 1730, 57 J. alt.
62* Salv. Mellini (120 fl.) 1698 .... 1711
63* Caj. Orsini (110 fl.) 1699 .... 1711
64* Ant. Ferini (120 fl.) ...... 1700 . 1. Oct. 1711 pem.
Sopranistsn. (? einige Altisten.)
65 Giuseppe Sardina 1680 . f Apr. 1699
66 Clem. Hader .1680 . . März 1687
67 Dom. Laurenzio 1680 .... 1684
68 Ad. Franz Günther 1680 f 16. Juni 1706 46J.»h.
69 Carl. Franc. Maggio 1680 . f März 1682
70 Gius. Galloni (120 fl.) ( 1680 . . März 1685
1 ... 1. Juli 1696 . i. Oct. 1711 pen«.
71 Matth. Schober 1680 .... 1693
72* Franc. Grandie (90 fl.) . . . 1. Jan. 1687 .... 1692
73* Vinc. Brutti (60 fl.) ( . . . 1. Jan. 1687 .... 1694
\ 169& t27.Febr. l72455J.»it.
74* Steff. Romani (60 fl.) . . . l.Jän. 1690 .... 1693
75* Vinc. Olivicciani .... 1. Jan. 1700 . • 1. Oct. 1711 p«»,.
76* Ranuzio Valentin! (120 fl.) . 1. Apr. 1700 .:.... ?
7t* Joh. Heldt 1701 . 1. Oct 1711 p.«.
t 7. Sept. 1787, 59 J. Alt-
360 Bell. V. 78—109.
1680-1711. (TC, Leopold 1. 1680^170$.
K. Jotef L i70S—i7ii,)
Von Bit
78* Giov. B. Vergelli (120 d.) 1. Juli 1703 .... 1739,
t «T. I>«C. IT46
79* Dom. ToUini (120 fl.) . . . 1. Jan. 1706 .... 1717
Singtrinen.
80* Anna M. Lisi Badia (120 fl.) . . 1. Juli 1700 t 9. Jan. 1726
81* Kunig. Sutterin (90 fl.) . . 1. Apr. 1700 . f »ept. 1711
82* Kath. Kaplerin (65 fl.) . . . 1. Jan. 1707 . . . .1713 pew.
Violinisten.
88 Burkart Khugler 1680 30. März 1683
84 Paul Pückl 1680 f 15. Sept. 1688
85 Guisto a Castro 1680 . . . f 1682
86 Leop. Kessler 1680 . f I>öc- 1692
87 Mich. Ruech (Rauch) 1680 . 1. Oct. 1711 pen..
t4. Jttli 1715, 88 J. alt.
88 J. B. Riotta (Riotti) 1680 .... 1683
89 Joh. Bonif. Strael 1680 . f Dec. 1702
90 And. Ant. Schmelzer 1680 . f I>ec. 1700
91 Joh. Ferd. Schilling 1680 . f Febr. 1684
92 Ign. Leop. Khugler 1680 .... 1686
93* Karl Sohmidbauer (Gambist) (45 fl.) . 1682 . 1. Oct. 1711 p«M.
t 29. März 17U. 58 J. alt.
94* Joh. Ant. Salchi (45 fl.) 1682 . 1. Oct. 1711 pem.
t ]. Oct. 1722, 73 J. ftU.
95* Joh. G. Sackh 1. Nov. 1684 .... 1694
96* Andr. Abendt (37 fl. 30 kr.) . . . 1686 f 3. Dec. 1729 73/. ait.
97* Franz Müller (30 fl.) ... 1. Juni 1687 . f J«w 1^01
98* Joh. Jos. Hoffer (30 fl.) . . 1. April 1687 .... 1706
99* Joh. Alb. Franokh (30 fl.) . . 1. Mai 1690 f 18. Jftn. 173367 J. ut.
100* Ferd. Barth. Bayer (Peyer) i . 1. Mai 1691 .... 1692
(30 fl.) ( . . . 1697 .... 1714
101* Pet. Clem. Schmelzer (30 fl.) 1. Aug. 1692 .... 1740 penB.
t 20. S«pt. 1746, 7i J. alt.
102* Franz Römer (50 fl.) ... 1. Juli 1696 . f Juni 1700
103* Josef Huefhagel (Gambist) (30 fl.) . 1697 . 1. Oct. 1711 p«ns.
t 28. Dac. 17U, 58 J. «lt.
104* Joh. Jac. Hoffer (30 fl.)
105* Ferd. Lemberger (45 fl.)
106* Nicol. Matteis (75 fl.) .
107* Andr. Zacher (45 fl.) .
108* Jakob KUndler (45 fl.) .
109* Gottfr. Muffat (45 fl.) .
. . . 1698 1 14. Aug. 1737 64 j. »it.
1. Juni 1698 .... 1740 p«a«.
l.JuUnOO t23. Oct. 1738
1. Juli 1700 . t März 1707
1. April 1700 . t Juni 1.708
I.Juli 1701 . . . tl709
Beil. V. 110—188.
361
110*
111*
112*
113*
114*
115*
116*
117*
118*
119*
120*
121*
122*
123*
124*
125*
1680—1711.
Paul Alber (67 fl. 30 kr.) .
Josef (Joh.?) Franokh (30 fl.)
Kasp. Wenger (30 fl.) . .
Franz Strael (40 fl.) . .
Dom. Nanini
Job. Alber
Joh. Albi. Hain ....
Leop. Ign. von Harn (30 fl.)
Franz Beinhart (45 fl.)
Franz Ant. Schmidbauer
(Gambifit) (60 fl.) . .
Ferd. Woller (30 fl.) . .
Franz Hnefhagel (Gambist)
(30 fl.)
Mich. Jac. Orammer (40 fl.)
Karl Hartmann (45 fl.)
Joh. Ant. Rosetter (75 fl.)
Ferd. Lindt (66 fl. 45 kr.)
(K. Leopold I. 1680^1700.
K. Jo9efL 1700-^17110
Von Bis
1. Juni 1701 t30. Oct. 1732
1. J&n. 1702 t 5. Juli 1713 ss J. ait
1. Jan. 1702 . Sept. 1711 pen..
1. Jfin. 1702 .... 1710
, . . 1705 t7. Sept. 1708 24 J. »It.
1. Dec. 1706 .... 1740
1. Dec. 1706 1 24. Nov. 1727 wj. «it.
1. Aug. 1706 .... 1710
15 Juni 1706 f 27. Sept. 172745 j, »it.
1. J&n. 1707 1 1- Dec- 1 737 48 J. »it.
1. Jfin. 1707 t 28. Juli 1736 49 J. »it.
. . . 1707 . . . .1714
. . . 1708 .... 1713
1. Oct. 1708 1 1- Aug. 1730 66 J. »it.
1. J&n. 1709 .... 1740
1. Aug. 1709 .... 1710
126
127*
128*
129*
VIolencellisisn.
Ferd. Leop. Pückl (30 fl.) . . 1. Mai 1686 . f Juni 1711
Jos. Malagodi (Malagotti) (45 fl.) 1. Juli 1702 f 28. Febr. 1719 45 J. »u.
Joh. Crammer (40—50 fl.) .... 1705 . 30. Juni 1740
Ant. Schnautz (40 fl.) 1710 . 30. Juni 1740(voni72i
Yiolonlst.)
VIolonistsn.
130 Andreas Freitig 1. Oct 1701 f 15. Oot. 1718 64 j. »it.
131 Ferd. (Fried. ?) Fichtel (40 fl.) . . . 1705 f 8. Feb. 1722 35 J. »it.
Tsorbisten.
132 Orazio Clementi (100 fl.) .
133* Georg Reutter (25 fl.) . .
134* Franc. B. Conti (100 fl.) (
135* FiL Sanü (25 fl.) . . . .
. . . 1680 1 1- Aug. 17087ij.»u.
1. Juli 1697 .... 1703
1. April 1701 30. Sept. 1705
1. Jan. 1708 t 20. Juli 1732 51 J. »u.
1. Jfin. 1707 .... 1709
Fagottisten.
136 Siro Mangiarotti 1680 15. Bept. 1684
137* Joh. Fr. Sturmb (45 fl.) 1682 f 18. Mfirz 172264J.»it.
138* Karl Maillard (45 fl.) ... 1. Jfin* 1704 f 15. Mfirz 173373 J.ut.
362 Bell. V. 189—167.
1680—1711, (K. Leopold I. teSO-^irOS.
K, Joaefl. i70S-'i7ii.J
•Von Bis
139* Joh.Baufil8 1705 . . Oct. 1711 p«n..
140* Franz Mart. Stnrmb <4ö fl.) . 1. Jftn. 1708 f 30. Jnni 1739 soj.ait.
•
Posaunisten.
141'«' Mattfa. Jos. Hammer (30 fl.) .. 1. Oct. 1679 . . . . 1711 pe»«.
1 19. MSrs 17S6, 8S J. alt.
142 Leopold Christian 1680 f 27. Aag. J1730
143 Job. Fr. Fontana ....... 1680 . + Juli 1707
144* Christian Christian (45 fl.) . . 1. Jan. 1696 f 17. Dec. 17125? j.ait.
145* Hanns Georg Christian . . 1. Apr. 1702 f 22. Oct. 1721 45J.«it.
146* Silv. Aug.. Fortuna (30 fl.) . 1. Juni 1709 .... 1711 p«..
Oboistsn.
•
147* Franz Glätzl (45 flO ...... 1701 f 13- Nov. 171740 J.*it.
148* Roman Glätzl (45 fl.) . * 1701 f 6- J^li 1727 uj. »it.
149* Job. Gabrieli (60 fl.) 1705 .... 1740
150* Wbnzel Leuttner ^ 1705 .... 1711 peu.
151* Xav. GlÄtzl (41 fl. 40 kr.) .... 1705 t 20. März 1726*1 j.»u.
152* Jos. Lorber (41 fl. 40 kr.) ; . .. . 1705 . f 4. Mai 1724*2 j. alt.
153* Job.. Georg Zechner (30 fl.) . 1. JÄn. 1710 . . . .1711 (Hof.
masiens?)
154* Ludw. Schön (21 fl. 40 kr.) . 1. Aug. 1711 1740
■
Coroshisten.
155 Ben. Reithenberger ...... 1680 . f I>ec. 1708
156* Pelegr. Marcbeselli (30 fl.) ' . . . . 1689 . 1. Opt 1711 pe»..
t 24. Mal 1729, es J. alt.
157* Leop. Pramayer (30 fl.) . . 1. Juji 1700 t- 26. Oct 1737 ssj.ait.
Lautsnist.
158* Andr. Boor (42 fl. 30 kr.) .... 1697 f 6- April 1728 65 J. alt.
Trompstsr.
159 Wolf Khlepauer . 1680 . t Aug. 1687
160 Georg Sigm. Hammer 1680 . . . f 1700
161 Andr. Wagenhuber . 1680 . f Juni 1701
162* Marx. Khämpf 1 1680 . f M&rz 1699
163* Tob. Ändr. Pemebmer (8 fl.) 1. Juli 1698 1 16- J^oi 1727
164* Joh. Reinh. Engl (8 fl.) . . 1. JuU 1698 f 38. Oct. 17184« J. alt.
165* Thom. Bon (22 fl. 30 kr.) . . . 1. Juli 1698 f 16. Mai 1717 65 J, alt.
166* Joh. Grünauer (22 fl. 30 kr.) . 1. Juli 1698 . f März 1704
167* Seb. Nassoto (60 fl.) . . . 1. März 1701 f 5. April 173369J.ait.
Beil. V. 168—188.
363
1680—1711. (K.Uopoldl.ieSO^iraS.
K. Jo%ef L 170^-^1711,)
Von BU
168* Peter Laboassier (Insirac-
tor der Knaben) : 1701 f 6. Sept. 1713 70 J. ait.
169* Oeor^ Gortschek .... 1. Juni 1706 .... 1712,
t ». JSa.'l718, 8SJ. alt.
170* Nie. Gesorka i . . . HOÖ
171* Franz Jos. Hollandt ... 1. Jan. 1711
172« Franz Tumovsky .... 1. Jfin. 1711
Cantoreiknaben, deren
Zahl nicht angegeben ist.
2 Orgelmacher und Cal-
cante'n. '
1 Lautenmacher.
2 Diener.
1 16. Mai 173778j.ftiu
. . . . 1712
. . . . 1712,
t 20. S«pt. 1738, 60 J. ftit
B. Von 1712— 174Ö.
(K,Karl VL 171t^l740.)
Miitik*Ob«rdirectorM. .y^^^
Ferdi Ernst Graf MoUart. 1712
Don Juan Bnxados Conde de CavelU . . . 1717
Principe Luigi Pio di Savoia . .^ . . . .. 1721
Ferd. Graf Lamberg . . . 1732
Kaitellmelster.
173 Marc. Ant. Ziani (2500 fl.)
174* Joh. Jos. Fux (3100 fl.) . .
1. Jan. 1712 f 22. Jäa.
8. Febr. 1715 30. Juni
1 13. Pebr.
Vieekapellmelster.
175* Joh. Jos. Fux (1600 fl.)
176* Anton Caldara (1600 fl.)
177* Luc. Ant. Predieri . .
26. Jan. 1713 . 7. Febr.
1. Jan. 1716 f 28. Dec.
6. Febr. 1739 . 1. Sept.
Bit
1716
1721
1732
1741
1715 69 J.
1740, .
174], 81 J.
1715
1736 66 J.
1747
ftit.
ftit.
alt.
Compotitoren.
178 Carl Aug. Badia (1440 fl.) .... 1742 f 23. Sept. 1738 66 J. alt
179*. Franc. Conti (1440 fl.) . . . 1. Jan. 1713 t 20. Juli 1732 51 j.ait.
180* Gregor. Genuesi ..... I.April 1718 f 1. Oct 172065J.ait.
181* Georg Porsile (1440 fl.) . . 17. Dec. 1720 f 29. Mai 1750
182* Georg Reutter jun. (600
—1200 fl.) ..;... 1. Mai 1731 . 1. Sept. 1747
183* Matt Palotta (400 fl.) . . . 25. Febr. 1733 . . . .1741 react.
1749
364
Beil. V. 184—811.
1712—1740. (K. Karl VI. 17i1--i?40.J
Von Bis
184« J. G. Reinhardt 1734 .... 1740
t 6. Not. 1742, 65 J- alt.
185* Georg Christ Wagenseil
(360 fl.) 6. Febr. 1739 fl- Mär» 1777
186* Gins. Bonno 6. Febr. 1739 . 31. Jan. 1774
Cencertmsistsr.
187* Killan Reinhard (720 fi.) 1698 f 23. H&rz 1729 75J.ftit.
188* Andr. Amiller (900 fl.) 20. April 1729 .... 1740
Organlstsn.
189 Leopold Rammer (640 fl.) .... 1712
190 Georg Reutter (900 fl.) 1712
191 J. G. Reinhardt (900 fl.) 1712
192* J. Franz Keubauer (720 fl.) . 1. Juli 1713
193* Gottlieb Muffat (720 fl.) . . 8. April 1717
194* Anton Karl Richter (500 fl.) . 3. Aug. 1718
195* Joh. B. Payer (500 fl.) 1721
196* Franz Rosofsky 17. Juli 1726
197* Ant Wemdle (550 fl.)
198* Wenzel Pürk ....
199* Matth. Karl Reinhardt .
Bassisten.
200 Joh. B. Cativelli . . .
201 Friedr. GOtzinger (900 fl.)
202 Casp. Liedmayr (900 fl.)
203* Casp. Corvo (720 fl.) .
204* Pet. P. Pezzoni (1260 fl.)
205* Christ. Praun (1080 fl.)
206* Christ. F. Denck'(500 fl.)
207* Matth. Huetter (500 fl.)
208* Leop. Piellacher (500 fl.)
209* Ant. Pöck (500 fl.) . .
22. Juli 1733
6. Febr. 1739
6. Febr. 1739
t28. Oct. 1730 69 J. alt.
t 29. Aug. 1738 82 j. «lt.
30. Juni 1740 p«n>.
t 6. Not. 1742
tl. Oct. 1732 es J. »lt.
.... 1763 ponc.
1 11. Nov. 1763
tlO.Aprill73355J.au.
. • 1740 pons.
raact« 1750, t Not. 176S
.... 1741 peDS.
r«act. 1750
1 18. Juli 1763 45 J. alt.
.... 17o2 pens.
t l.Febr. 1767
210* Jos. Moser (400 fl.)
211'' Ant Ign. Wemdle (400 fl.)
1. Oct. 1711
1. Oct. 1711
1. Oct. 1711
1. Juli 1713
1. Jan. 1715
1. Juli 1715
. . 1720
. . 1720
. . 1720
Mfirzl725
1726
23. März 1727
.... 1716
t3. Dec. 1735 74 J. alt.
1 15. Aug. 1724 55 J. alt.
1 18. Oct. 1728 48 J. alt
1 17. Juli 1736 60 J. alt!
.... 1740,
t 28. Febr. 1772, 76 J. alt.
. 4. Aug. 1726
.... 1739
.... 1739
.... 1740,
t ]S. Aug. 1766, 67 J. alt.
.... 1740,
t 8. Juli 1750, 50 J. alt.
.... 1732 1TS3
Hoforgaalst.
Beil. V. 213—241.
365
1712-1740.
212* Ant. Perti (Berti)
213* J. Karl Herrich .
(K. Karl VI. i7i1—i740.)
Von Bit
. . 1729 .... 1740,
t8. Deo. 1741, 56 J.Alt.
. . 1729 .... 1740,
t 82. Not. 1779, 74 J. alt.
Ttnorliten.
214 Job. Seb. Zeitlinger (900 fl.) ...
215 Carlo Coata (1440 fl.) ......
216 Tomaso Bigelli (900 fl.) .....
217 Silvio Garghetti (1400 fl.) ....
218 Francesco Borrosini (1800 fl.) . . .
219« Vinc. Gampi 1. Juli
220« Lor. Masselli (1440 fl.)
221* Jos. Timmer (540 fl.)
222* Jul. Cavaletti
223* Christ. Payer (500 fl.) . . . 1. Oct.
224* Matth. Oettl (720 fl.) . . . 1. Oct.
225* Gaet. Borghi (1800 fl.) . . 1. Juli
226* Jos. Timmer jun. (200 fl.) . 27. Dec.
227« Claud. Pasqnini
228* Ignaz Finsterbnsch (300 fl.) . . 1. Mai
229* Ant. Wemdle (Bass) ... 28. März
1712
1712
1712
1712
1712
1713
1714
1719
1720
1720
1720
1720
1728
. 30. Juni
1 10. April
30. Juni
1 23. April
t 27. Mai
t 20. Mai
t 20. Aug.
1 12. Oct.
t 27. Aug.
* • . •
. te.Mai
1 11. Juni
. ' . . .
10. Nov.
...
1733
1730 t 29. April
1728 . . . .
1740 pens.
1749, 78 J. alt.
1740 pen«.
1732MJ.4U
1729
1731 jab.
1 718 52 J. alt.
1730 67 J. alt.
1750 54 J. alt.
1723 pon>.
1759 64 J. alt.
1725 51J. alt.
1740
1729 anage-
traten.
1739
1753 49 J. alt.
1732
Alttsttn.
230 Salv. Meilini . . . .
231 Gaet. Orsini (1800 fl.) .
232« Lor. MasselU ....
233* Ludw. Miraglies (750 fl.)
234* Giov. Greco (900 fl.) .
235* Pietro Cassati (1800 fl.)
236* Ant. Amaducci (400 fl.)
237* Pietro Galli (720 fl.) .
238* Fü. Antonelli . . .
239* Gius. Appiani (1800 fl.)
Sopranltttn.
240 Vinc. Brutti (1800 fl.) . .
241 Giov. B. Vergelli (1440 fl.)
1. Oct. 1711
1. Oct. 1711
1. April 1712
...
. . . 1715
1. Oct. 1716
1. April 1717
. . 1729
10. Mai 1732
1. Jan. 1734
1. Jan. 1739
. 1716
30. Juni 1740
. . . 1721?
1 12. Oct. 1730, 57 J. alt.
16. Juli 1726 jub.
. . . 1740,
1 1. MSra 176S, 85 J. alt.
.. . . 1740,
t 23. Not. 1745, 61 J. alt.
. 1739
. 1740
. 1740
. 1741
...
* * •
...
1. Oct. 1711 t 27. Febr. 172455J.ait.
1711 .... 1739 pens.
t 37- I>«o* 17^7i 80 J. alt.
366 Bell. V. 842—272.
1712— 1!740. (k, Karl 17. 1^-^1740.)
V^n Bis
24ä Domen. TolUni 1712 . : . . 1717
243» GiDv. Vincenzi (1440 fl.) . . 1. JSn. 1713 . 8. April 1739 « J. au.
244* Carlo Menga 1. Juli 1713 .... 1717
245»A. Galli 1. Jan. 1715 . . . .1718
246* Pietro Rauzzino (648 fl.) . . 1. Oct. 1716 .... 1740
247* Gius. Monteriöo (7—1400 fl.) 1. Oct. 1716 .... 1740
248« Domen. Genovesi (1440 fl.) . 1. April 1717 ... .1740
249* Nie. Signorile (Alt) (lOÖO fl.) 1. März 1721 .... 1740
250» Gibv. Carestini (1440 fl.) . . 1. April 1723 . 1. Oct. 1725
251* Giac. Vitali (1500 fl.) . . . 1. Jan. 1728 . . . 1 1736
252* Pietro Petazzi (900 fl.) . . 12. März 1728 . 30. Juni 1740 pen«.
253* Angelo Antonelli (900 fl.) . 1. Jan. 1733 .... 1740
254* Angelo Mqnticelli (1800 fl.) . 1. Jan. 1783 .... 1740 enti.
255* Feiice Saliinbeni (1500 fl.) .... 1733 .... 1738
*
' Stngtrintn.
256 Anna M. Lisi Badia (1800 fl.) 1. Oct. 1711 f 9- Jan. 1726
257» Mar. Landini (Conti) (4000 fl.) 1. Jan. 1713 . . . 1 1722
258« Reg. Schoonians (2700 fl.) . . Juni 1717 ..... 1740 peu*.
259* M. Anna Htilverding (Schulz)
(600 fl.) 1718 . . . : 1740 pen..
260* Rosa d'Ambreville (Borro-
aini) (1800 fl.) .... 1. März 1721 .... 1740 pen».
261* Anna d'Ambreville (Perroni)
(1440 fl.) L März 1721 . . . .1740
262* Lucr. Panizza (400 fl.) . . 1. Juli 1723 ..'... 1740 pen..
268* AnnaRogenhofer(Schnautz)
(1000 fl.) . . . . : . 1. Juni 1726 1740 pens.
264* M. A. Lörenzoni (Contini)
(4000 fl.) L Juni 1726 . . März 1732 au»««.
treten.
265* Ther. Holzhauser (Reufter)
(1700 fl.) 1. Juli 1728 .... 1740
266* Barb. Pisani (1500 fl.) . . . 1. Jan. 1731 31. März 1738 au.go.
^ treten.
Violinistsn.
267 Andreas Abend (900 fl.) . . . . . 1712 f 3. Dec. 1729 73 j. ait.
268 Joh. Alb. Franckh (720 fl.) .... 1712 f 18. Jan. 17386t j. ait.
269 Ferd. Barth. Peyer (720 fl.) .... 1712 . . 1714
270 PetClem. Schmelzer (540 fl.) . . . 1712 30. Juni 1740 pen..
t so. Sept. 1T46, 74 j. »It.
271 Joh. Jac. Hofer (900 fl.) 1712 1 14. Aug. 1737 64 j.»u.
272 Ferd. Lemberger (720 fl.) .... 1712 30. Juni 1740 pens.
BelL V. 878—306. 367
1712—1740. . (K, Karl VL 17U--1740.J
Voa Bis
273 Nie. Matteis (JL440 fl.) 1712 t 23. Oct. 1737
274 Paul Alber (glO fl.) .;..... 1712 f 30. Nov. 1732 so j.»u.
275 Jos. Franckh (549 fl.) 1712 .... 1714
276 Joh. Alber (540 fl.) 1712 .... 1740 pen..
t 28. Uai 1745, 7S J. alt.
277 Joh. Alb. Hain (360 fl.) 1712 f 24. Nov. 1727 50 J. ait.
278 Karl Hartmann (540 fl.) ..... 1712 f L Aug. 173066 J.ait.
279 Franz Reinhard (900 fl.) .... . 1712 f 27. Sept. 1727 45 J. »h.
280 Mich. Jac. Crammer (540 fl.) . ! . 1712 .... 1713 •
281 Ferd. Woller (-720 fl.) -.'1712 t 28. Juli 1736 49 J. «it.
282 Joh. Otto Rosetter (900 fl.) . * . . . : 1712 .... 1740
283* Seb, (Karl?) 01^1(360 fl.)- . . . . 1712 . . . . 1740 pen*.
284* Jos. Fasching (360 fl.) .;.... 1712 f 6- Febr. 1732
285* Franz Hintereder (360 -fl.) . . . '. 1712 f 26. Dec. 1724
286* Angelo Ragazzi (1080 fl.) . 1. Juli 1713 .... 1740 pen».
t 12. Oct. 1750, 70 J. «lt.
287* Jos. Karl Denk (700 fl.) . .. 1. Juli 1713 . . . .1740
288* Nicolo Angropoli (522 fl.) . 1. Juli 1713 t 22. Juni 1732
289* Tomaso Piani (900 fl.) . . 1. Juli 1717 30. Juni 1740
290* Giov. Anl. Piani (1800 fl.) .... 1721 30. Juni 1740
291* Leop. Libano (500 fl.) . . 12. Nov. 1721 . 30. Juni 1740
292* Franz Wolter ........: 1721 .... 1731
293* Joh. Ign. Angermayr (450 fl.) 1. Febn 1721 f 23. Febr. 1732 si j.«it
294* Franz Jos. Timmor (540 fl.) . . . . 1721 f 8. Dec. 1731
295* Bernard Ziller (500 fl.) 1721 .... 1740,
t 5. JuU 174S, 46 J. alt.
296* Joh. Georg Hintereder (540 fl.) . . 1721 .... 1740,
t 28; Febr. I76d, 79 J. «lt.
297* Gottfr. Schweinberger (360 fl.) 1. JÄn. 1727 .... 1740 pen».
- t 14. Oct. 1768, 88 J. «It (B«lletgeiger).
298* Franz Karl Pemember <400 fl.) 25. Nov. 1727 . . . .1740,
t 2. JvLai 1754, 57 J. «lt.
299* Pilippo Salviati (460 fl.) . . 25. Nov. 1727 .... 1740,
t 27. Mir« 1766, 60 J. «lt.
300* Joh. Franz Reinhard (460 fl.) 1. Dec. 1730 1740,
t 22. April 1761, 47 J. alt.
301* Joh. £m8t Muffat (500 fl.) 1. Dec. 1730 .... 1740, .
t 25. JanI 1746, 48 J. alt.
302* Joh. Paul Hammer (500 fl.) . 30. Jan. 1732 . . ; • 1740,
t 6- Oct. 1748, 45. J. alt.
303* Ferd. Grossauer (400 ff.) . 10. SUi 1732 1740,
t 14. Sept. 1763, 59 J. alt.
304* Ign. Stadimann (500 fl.) . . 1. Jan. 1736 .... 1740,.
t 24. Febr. 1753, 89 J.«alt.
305* Franz Karl Kammermayr (260 fl.) 1. Aug. 1736 . 30. Juni 1740 ange-
treten.
368 Beil. V. 806— 327,
1712—1740. (K. Karl VI. 17ii-'1740.J
Von Bit
306* Jac. Jos. Woller (500 fl.) . . 1. Nov. 1736 .... 1740
307* Karl Jos. Denk (430 fl.) . . . 9. Mai 1737 .... 1740
ViolonctUiittn.
308 Jos. Malagodi 1712 f 28. Febr. 1719 45 j. ut.
309 Ant. Schnautz 1712 . 30. Juni 1740 (ron
1721 Violoain).
310 Job. Crammer 1712 . 30. Juni 1740 p«»,.
311* Franz Pet. Schnautz (540 fl.) 1. Jan. 1719 .... 1722 (»piur
. Vlolonlst).
312* Pietro Adö (900 fl.) 1720 .... 1740,
t 7. Aag. 1769, 75 J. alt.
313* Ant. Rajola (720—1000 fl.) . . . . 1721 . 30. Juni 1740 pew.
(Weltprietter).
314* Franz Alborea (1260 fl.) 1721 f 20. Juli 1739
315* Giov. Perroni (1800 fl.) . . 1. April 1721 . . . . 1740,
1 10. Mir« 1748, 60 J. alt.
316* Karl Franz Drenger (500 fl.) 28. Dec. 1725 .... 1740,
1 15. Juni 1745, 43 J. alt.
317* Cbristian Röttig (450 fl.) . . 7. März 1740 .... 1740,
t T. April 1764, 55 J. alt.
ViolonitUn.
318 Andreas Freitig 1712 f 15. Oct 1718 64j.ait.
319 Ferd. (Friedr.) Fichtl (480 fl.) . . . 1712 f 28. Febr. 4722 55 J. alt.
320* Domen. Apuzzo (700 fl.) . . 1. Juli 1713 f 10. Oct 174063J.ait.
321* Ant. Schnautz (480 fl.) 1721 . 30. Juni 1740,
t 2. Febr. 1756, 67 J. alt.
322* Fr. Pet. Schnautz (540 fl.) .... 1722 30. Juni 1740,
1 18. jQDl 1755, 54 J. alt.
GafflbitUn.
323 Franz Ant. Schmidbauer (720 fl.) . . 1712 f 1. Dec. 1737 48 J. alt.
324 Franz Hueffnagel (720 fl.) .... 1712 .... 1714
Baritonist.
325* Marc. Ant Berti (540 fl.) . . 1. März 1721 .... 1740
Tsorbist.
326 Franz Conti (1440 fl.) 1712 f 20. Juni 1782 öu.ait.
Clmbatist.
327 Max Hellmann (1000 fl.) 1724 . . . .1740,
t 20. Mara 1768, 60 J. alt.
Mi. V. 828—36$. 369
1712—1740. (K. Karl VI. 17ii^1740.J
Cornettitton. ^
V«A Bli
828 Leop. Pramayer (Bromayer)
(720 fl.) 1712 . 26. Oct 173788J.iat.
329* Johann Georg Griesbacher
(500 fl.) 1721 t 27. Juni 1740 66 j. »lt.
330* Jod. Ad. Christ (500 fl.) . . 1. Juli 1738 .... 1740,
t 4. Febr. 1746, 6l J. alt
Lautenitt.
331 Andre Boor (Pohr) 1712 f 6. April 1728 65 J. «it.
Fagottitton.
332 Joh. Franz Sturmb (540 fl.) .... 1712 f 18. Mftrs I72264j.ait.
338 Karl Mailliard (540 fl.) 1712 f 15. März 1738 78 J. «it.
334 Franz Hart. Sturmb (540 fl.) . . . 1712 t 30. Juni 1739 50 j. «it.
335* Tob. Woßchitzka (500 fl.) . 1. April 1721 .... 1740,
t S9. Wuz nbi, 69 J. «lt.
336* Joh. G.'Bchindler (500 fl.) . . 1. Mai 1722 f 15. März 1725&5 J.«it.
387* Joh. Jac. Friederich (500 fl.) 28. Dec. 1725 1 18. April 1741 50 j.«it.
388* Ant. Maillard (540 fl.) . . . 13. JuK 1733 .... 1740,
t 8. April 1755, 54 J. «lt.
389* Franz Phil. Friedrich (500 fl.) 7. März 1740 .... 1740,
t 4. rabr. 1777, 60 J. «lt.
Oboisten.
340 Franz Glätzl (540 fl.) 1712 f 13. Nov. 1717 40 J. «it.
341 Roman Glätzl (540 fl.) 1712 t 6. Juli 1727 44 j. «it.
342 Joh. Gabrieli (720 fl.) 1712 ... . 1740 p^.
t 1. Not. 1741. 66 J. «lt.
343 Xav. Glätzl (500 fl.) 1712 t 20. März 1726 41J. «it.
344 Jos. Lorber (500 fl.) ....... 1712 f 4. Mai 1724 48 J. «it.
345 Ludw. Schön (500 fl.) 1712 . 30. Juni 1740 pens.
1 18. April 1753, 68 J. «lt.
346* Franz Faaser (500 fl.) . . . 1. Juli 1713 .... 1714
347* Ludw. Schulz (600 fl.) . ..... 1721 f 28. FebM740 55 J. «it.
348* And. Widmann (540 fl.) 1721 .... 1740,
t 8. D«c. 1767, 98 J. «lt.
349* Dan. Franz Hartmann (550 fl.) . . . 1721 .... 1740,
1 17. Mai 1772, 81 J. «lt.
350* Dav. Hermann 1721 . . . . ?
351* Zach. Gazzaroli (360 fl.) 1732 . . . .1740
Potaunitten.
352 Leopold Christian (900 fl.) . . . . 1712 f 27. Aug. 1730
358 Hanns Georg Christian 1712 f 22. Oct 1721 45jr. «it.
Köcktl, J. J. Txix. 24
370
Beil.V. 854—383«
1712-1740.
354 Leop. Christian jon. (600 fl.)
355* Andr. Boog (500 fl.) ...
3o6« Andr. SteinbrackiiM' (440 fl.)
357« Ign. Steinbrucker (440 fl.) .
358* Steph. Tepser (400 fl.)
• •
359* Leop. (Ferd.?) Christian
(400 fl.)
Jlforlioniitttn.
360 Wenzl Bossi (360 fl.) . . .
361 Friedr. Otto (360 fl.) . . .
CK. Karl VI. i7ii-^i740.)
Von Bit
. . . 1712 .... 1740,
t 9. IHo. 1760, 77 J. »lt.
1. Oct. 1720 .... 1740,
t2l. JoiiiJ763, 78J. «It.
8. Dec. 1721 f 6. Aug. 1724 S9 j.ait.
30. Jan. 1725 .... 1740,
t 9. Sept. 1766, 64 J. alt.
1. Dec. 1730 .... 1740,
t 9. Kot. 1769, 80 J. «It.
11. Dec. 1736 .... 1740,
1 96. April 1783, 66 J. «lt.
1712 .... 1738?
1712 t 4. Dec. 1718 88j.4it
362
363
364
365
366
367
368*
369*
Musical. Trompeter.
Tob. Andr. Pemebmer (165 fl.)
Joh. Reinh. Engl (270 fl.)
Seb. Naasoto (720 fl.) .
Thom. Bon ....
Joh. Gortschek (135 fl.)
Nie. Jesorka (135 fl.) .
Franz Efiefel (790 fl.) .
Thom. Wlach (750 fl.) .
370* Joh. C2i£ek (400 fl.) .
371* Andr. Zechart (300 fl.)
372* Math. Schmidt (400 fl.)
373* Georg Rud. Hien (Hein) (750 fl.) 1. Juli 1713
. . 1712
. . 1712
. . 1712
. . 1712
. . . 1712
. . 1712
1. Oct. 1711
1. Oct. 1711
1. Oct. 1711
1. Oct. 1711
1. Oct. 1711
1 16. Juni
...
t 5. April
1 16. Mai
1 12. Jfin.
tl6.
374* Math. Koch (400 fl.)
...
1. Juli 1713
4. Juni
375* Joh. Mich. Rebhendl (400 fl.) . 1. Juli 1713
376* Franz Tnmovsky (360 fl.) .... 1712
877* Franz Jos. Hollandt (540 fl.) ... 1712
878* Joh. Franz Bonn (240 fl.)
379* Franz SchOn ....
1720
1721
1 17. Juni
t 20. Sept.
....
t 81. Oct.
« • • •
« • • •
t 98. Febr.
t 7. März
...
380* Christ. Grünauer 1721
381* Rud. Koberer 1721
382* Jac. Ernst Sesler 1721 f 21. Febr.
383* Joh. Hanisoh (400 fl.) . . . 10. Juni 1730 . . . .
1727
1724
1733 69 J. «lt.
1717 65 J. »lt.
1718 68 J. mit
173779J.ÄU.
1740
1740 au«»«,
treten.
1714
1730
1740
1740 «usge.
treten.
1740 aasge-
treten.
1728
17386oj.au.
1740,
1747, 60 J. alt.
?
1731,
1749, 60 J. «It.
1721 44 J. alt.
?
1739 66JF. alt.
1740
Beil. V. 384—390« Register.
371
1718—1740.
384* Job. Ernst Peyer (250 fl.)
dS5^ Franz Ereybich (160 fl.)
BSe* Ferd. Hölzl (160 fl.) .
CK. Karl VL i7H^i740.)
Von Bit
. 1. Juli 1733 .... 1740
. 2. Aprü 1738 .... 1740
. 2. April 1738 .... 1740 .a«g«
treten.
Pauker.
387 Max Helhnann (400 fl.) 1720 f 9. Febr. 1722
388 Job. Gottfr. Denk (400 fl.) . 1. Jan. 1720 f 28. Juni 1732
389 Jac. Leop. Hellmann (400 fl.) 10. Juni 1730 .... 1740,
t n. MSrx 1742. 58 J. «H.
390 Leop. Pbil. Vogl (250 fl.) . . 1. Juli 1731 t 24. Juli 1787 40 J. ait.
Gantoreiknaben, deren Zahl nicht angegeben ist.
3 Copisten. 2 Caleanten. 1 Diener. 1 Lauten mach er.
Alphabetisches Register der St&nde der Hofkapelle von 1680—1740.
Abendt Andr. 96. 267.
Adö Pei 312.
Alber Job. 115. 276.
Aibor Paul 110. 274.
Alborea Frane. 314.
Amaducci Ant 236.
d'Ainbroviile (PorroiU) Anna 261.
d'Ambrovlilo (Borrotini) Rota 260.
Amilior Andr. 188.
Angormayer Job. 47.
Angermayer Job. ign. 293.
Angropoli Nie. 288.
Antalone Ferd. Mar. 26.
Anionelli Ang. 253.
Antoneili Fit. 238.
Apuno Dom. 320.
Applanl fiiut. 339.
Badia Anna M. Liti 80. 256.
Badia Cari Aug. 7. 178.
Badia Giut. 30.
Palotta Matt 183.
PancotH Ant. 3. 4. 55.
Panizza Lucr. 252.
Barbaretti Job. B. 51.
Patquini Claud. 227.
Baufilt Joh. 139.
Payer Cbritt. 228.
Bayer (Peyer) Ferd. Barth. 100. 269.
Payer Joh. B. 195.
Pornembor Fr. Karl 298.
Pornofflbor Tob. Andr. 163. 362.
PerronI (d'Ambreville) Anna 261.
Perronl Giov. 315.
Peru (Berti) Ant 212. 325.
Petazzl Pietr. 252.
Peyer Job. Erntt 384.
Pezzoni P. Paul 204.
Pianl Giev. Ant 290.
Piani Tom. 289.
Pieilacher Leep. 208.
Bigeili Tofflate 52. 216.
Pio di Saveia, Princ. Luigi vor 173.
PItani Barb. 266.
Pbck Ant 209.
Poglietti AI. 13.
Bon Tbom. 165. 365.
Bonelli Giov. P. 41.
Bonn Fr. Joe. 378.
Bonn! Steif. 40.
Benno Giut. 186.
Bononelni Giov. B. IL
Boog Andr. 355.
Boor Andr. 158.
Borgbi Gaet 225.
Borrini Rain. 27.
24*
372
Beil. V. Register.
Borrotini Ant 54.
Borrotini (d'Ambrevilie) Rota 260.
Portiio Gius. 181.
Pramayor (Bromayor) Loop. 156. 328.
Praun Clirist. 205.
Prodieri Luc. Ant. 177.
Bronzotti Hod. 46.
Brutti Vinc. 73. 240.
PDcl(I Ford. Loop. 126.
Pacicl (Bicicl) Paul 84.
POric Wonz. 198.
Caldara Ant. 176.
■
Kanmormayr Franz K. 305.
Cappoilini Carlo 14.
Kapiorin Catiior. 82.
Carottini Glov. 250.
Cattati Plotr. 235.
Cattoiti Paolo 56.
a Cattro Giutto 85.
Cativolli Joh. B. 33.
Cavallotti Jul. 222.
Cavanna J. B. 36.
Caveili Juan Graf, vor 172.
Kerl Joli. Katp. 15.
Corrini Fabr. 44.
Klilmpfl Harz. 162.
Kliiopauor Woif. 159.
Clirist Jos. Ad. 330.
Clirittian Christian 144.
Clirittian Hanns Goorg 145. 353.
Christian Loop. 142. 352.
Christian Loop. ()un.) 354.
Christian Loop. (Ford.) 359.
Khuglor Burkh. 83.
Kuglor Ign. Loop. 92.
CloRionti Oraz. 132.
Koboror Rud. 381.
Koth Math. 369.
Conti Franz B. 134. 179. 326.
Conti (Landini) üar. 257.
Contiili Aless. 55.
Contini (Lorenzoni) ü. A. 264.
Corvo Kasp. 203.
Coscia (Cascia) Laur. 25.
Costa Cario 50. 215.
Crammor Joh. 128. 310.
Crammor üich. iac. 122. 280.
Kroybich Franc. 385.
Kuofei Franz 368.
KOndlor Jao. 108.
Cziiolc Joh. 370.
Tochoimann Fr. Hatii. 17.
Oonclc Christ F. 206.
Oonic Jos. Gottfr. 388.
Donic Jos. Kari 287.^
Donic Karl Jos. 307.*
Topser Btoph. 357.
Thalmann Fr. Dan. 10.
Timmor Franz J. 294.
Timmor Jos. 201.
Timmor Jos. (Jun.) 226.
Toliinl Domon. 79. 242.
Donati Jui. Caos. 24.
Tosi Pot. Franz 12.
Draghi Ant. 2. 6.
Draghi Cario 18.
Drongor Kari Friodr. 316.
Turnovsicy Franz 172. 376.
Engl Joh. Hoinr. 164. 363.
Valontini Ranuzio 75.
Fasching Jos. 284.
Fassor Franz 283.
VergoHi Joh. Bapt. 78. 241.
Forini Ant. 64.
FIchtoi Ford. (Friodr.) 131. 319.
Fiiot Jae. AnL 37.
Finstorbusch ign. 228.
Vinconzl Dom. 243.
Vitall Glov. 251.
VogI Loop. Phil. 390.
Fontana Joh. Friodr. 143.
Fontana Silv. Aug. 146.
Francl(h Joh. Albr. 99. 268.
Francfch Jos. (Joh. 7) 111. 275.
Frottig Andr. 130. 218.
Friodorich Franz Phii. 339.
Beil. V. Regster.
373
FrMeridi Job. Jmc. 337.
Fux Joh. Jm . 8. 174. 175.
fiabrioli Joh. 149. 342.
Qaogiotti Lor. 29.
Mli A. 246.
Mll Plotro 237.
Mioni Jof . 70.
Gampi Vinc. 219.
Qarshotti P. San« 43.
Garghotti Silv. 58. 217.
Gazzaroili Zick. 351.
Golmini Nie. 58.
Goauoti Oomon. 248.
ttoimofl Grof. 180.
Gof oreka Nie. 170.
GIgi Sob. Kari 283.
Gittliaai Ant. 59.
Giltzl Fraai 146. 340.
Giltzl Rom. 148. 341.
Glltzi Xav. 151. 343.
Golilnl Ca). 45.
Gortediok Goorg 169.
Gortschok Joh. 866.
GMziagor Friodr. 35. 201.
Graatfit Franc. 72.
Groeo Giov. 234.
Griothachor Joh. G. 329.
Grotsauor Ford. 303.
GrBaaaor Christ 380.
Grlaaaor Joh. 166.
GOathor Ad. Fr. 68.
Hador Ciom. 66.
Mala Joh. Aibr. 116. 277.
voa Haai Loop. 117.
Hamaior Goorg Signi. 160.
Haaiaior Joh. Paul 302.
Haatmor Math. Jos. 141.
Haaloch Joh. 883.
Harlaiaan Dan. Fr. 349.
Nartaiann Kari 123. 278.
Noin (Hioa) G. Rad. 373.
Hoidt Joh. 77.
Hoilmann Max 327. 387.
Hoilmann Jac. Loop. 389.
Hormaaa Dav. 350.
Horrich J. Kari 213.
Hioa G. Rud. 373.
Hiatorodor Franz 285.
HIntorodor Joh. G. 296.
Hoffor Joh. Jac. 104. 271.
Hoior Jos. 9. 98.
Hoilandt Fr. Jos. 171. 311
HOizI Ford. 386.
Hoizhautor (Roattor) Thor. 265.
Huofnagol Franz 121. 324.
Huofnagoi Joo. 103.
HuoHor Matlh. 207.
Hlilvording (Schulz) M. Anna 269.
Jooorica Nie. 367.
Lahounior Pol 168.
Lamhorg Ford. Graf, vor 171
Laadlai (Conti) Mar. 257.
Lauronzio Domen. 67.
Lauttor Joh. G. 32.
Lomberger Ford. 105. 272.
Looma Ang. Mar. 22.
Leuttner Wenz. 150.
Llbano Leop. 271.
Liodtmayr Kasp. 38. 202.
Liadt Ford. 125.
Lorbor Joo. 152. 344.
Loroozoni (Contini) M. A. 264.
Mager Job. Joe. 31.
Maggie Oari. Ford. 69.
Maliiard AnL 338.
Mailiard Kari 138.
Maiagotti (Maiagodi) Jos. 127. 308.
Mangiarotti Giro 136.
Manna Dom. Ant 34.
Marchosolli Poii. 156.
Masseiii Lor. (Alt) 61. 232.
Masseln Lor. (Ten.) 220.
Massucd AnL 39.
Matteis Nie. 106. 273.
Mazzella Nie. 42.
374
Beil V. Register.
Meiiiiii Salv. 62. 230.
Menga Carlo 244.
Miragiiet Ludw. 233.
Mollart Ford. E. Graf, vor 173.
Montariso Giut. 247.
Monticalli Aug. 254.
Moratolti Sab. 60.
Moser Jos. 210.
Muffat Gottff. 109.
Muffat Qottl. 193.
Muffat Joh. Ernst 301.
MDIIor Franz 97.
Nanini Dom. 114.
Nattotto Seb. 167. 364.
Noubauer J. Franz 192.
Oiivicciani Vinc. 75.
Oopflknab Jos. Ford. 28.
Ortini Cajei. 63. 231.
Ootti Matth. 224.
Otto Friodr. 361.
Ragazzi Ang. 286.
Rajoia Ant. 313.
Rammor Loop. 19. 189.
Rauzzino Piotr. 246.
Rebhondi J. Mich. 375.
Roinhart Franz 118. 279.
Roinhart Joh. Franz 300.
Reinhardt Joh. Georg 21. 184. 191.
Reinhard KU. 187.
Reinhardt Math. Karl 199.
Relttenberger Bened. 155.
Rest ier (ROssier) Loop. 86.
Reutter Georg (sen.) 20. 133. 190.
V. Reutter Georg ()un.) 182.
Reutter (Hoizhauter) Ther. 265.
Richter Ant. Karl 194.
Richter Ford. Tob. 16.
Riotta (Riotti) Joh. B. 88.
Rogenholer (Schnautz) Anna 263.
Remani Stoff. 74.
Ribner Franz 102.
Rost i Wenzel 360.
Rosetter Joh. Ant. 124.
Rotsetter Joh. Otto 282.
ROttIg Christ. 317.
Rueh Mich. 87.
Rusofsky Franz 196.
Sackh Joh. G. 95.
Saichl Joh. Ant. 94.
Salimbeni Fol. 255.
Salviati Fil. 299.
Sancet Ad. Fol. 23.
Santa Croce, March. Scip. vor 1.
Sardina Glus. 65.
Sauii Fll. 135.
Schilling Joh. Ford. 91.
Schindler Joh. G. 336.
Schmelzer Andr. Ant. 90.
Schmolzer Joh. Heinr. 1.
Schmelzer Pet. Clem. 101. 270.
Schmidbauer Franz Ant. 119. 323.
Schmidtbauer Kart 93.
Schmidt Math. 372.
Schnautz (Rogenbofer) Anna 263.
Schnautz Ant. 129. 309.
Schnautz Franz Pet. 311. 322.
Sehober Math. 71.
Schon Franz 379.
SchOn Ludw. 154. 345.
Scheonians Reg. 258.
Schulz Ludw. 347.
Schulz (HQIIverdIng) M. Anna 259.
Schweinberger Gottfr. 297.
Sesler Jac. Ernst 382.
Signorlle Nie. 249.
Stadimann ign. 304.
Steinbruckner Andr. 356.
Steinbruckner Ign. 357.
Straei Franz 113.
Strael Joh. Bon. 89.
Sturmb Fr. Mart. 140. 334.
Sturmb Joh. Franz 137. 332.
Stttterin Kunig. 81.
Wagenhuber Andr. 161.
Wagenseil G. Christ. 185.
Woiigor Kup. 112.
Warndio Ant. 197. 229.
Werndio ign. 211.
«idmann Andr. 348.
Wimch Tbom. 869.
W«il«r Ford. 120. 281.
Wolter Franz 292.
Wolior Jac. Jos. 306.
Beil. V. Register.
WooebHzka Tob. 335.
Zlcbor Andr. 107.
Zoobart Andr. 371.
Zoobnor Job. G. 1&3.
ZoHHngor Job. 8ob. 49. 214.
ZianI M. Ant. 5. 173.
Zlilor Bomb. 295.
375
Beilage VI.
Urkunden: Fox, Gutachten aber Hofmusiker von 1715 bis 1740.
Am dem Archive des k. k, OberMhofmeUteranUes,
1715. Referat vom 29. Junii.
t» „Sebastian Nachtigall kombt ein vmb ein Hof-Violinisten-
Btell weillen aber dermahlen kein apertur vorhanden, er auch Nachtl^ll
zum geigen nit tauglich ist, alss kann ich in dessen anbringen nit einrathen.<<
[Wurde nicht angestellt]
1715. eod.
%• „Johann Baptista Schnauz Kay. Instrument Diener ver-
siebet schon in das 48 Jahr disen Dienst mit grosser embsigkeit. Hat bey-
nebens auch die obsicht gehabt über die Kay. Instrument Cammer ohne
einziges extra emolumentum : biss erstlich ein webcher Orgelmacher deme
360 fL nachgehendts Georg Reitter Kay. Organisten mit 400 fl. iahrlichen
adjuto dise inspection ist aufgetragen worden , vndter welche beden villi
Sachen verdorben und auch verloren gangen seynd, alsso dass desshalben
ihme Schnauz die Verwahrung gedachter Cammer widerumb anuertraut
worden ist. Kommet also aller unterthgst. ein nur vmb die Helffte von
einer deren obbenannten besoldnngen. Ich finde seine allerunterthfinigste
bitt billich, geschieht derohalb meineinratfaen, dass ihme Schnauz wegen
seiner so langjährigen embsigen Diensten 150 fl. jährlich in seinem Hoch- •
erlebten alter zu einer consolation möchten aUergnädigst verwiUigt wer-
den, doch seinen nachkommenden zu keiner Consequenz.^
1715. eod.
S* „Johann Fetter Mair Organist ist veranlasset worden, da
Georg Reitter Kay. Organist die Esential Oapelmaister-Stell neben dem
vorhin schon gehabten Gnadenbildt bey St. Stephan angenommen, vmb
dessen Hof Dienst einzukommen in mainung, dass er Reitter den Hof Dienst
nit wurde versehen kOnnen, gestalten er sich auch zu diesen Zill vnd £ndt
in der Kay. Oapellen vndt sonsten auch hat hören lassen , Weillen er aber
nachgehends erfahren, dass er Reitter dessen vngehindert den Kay. Hof
Dienst zu behalten die Gnad hat: alss kombt er Mair allerundterthgst. ein
vmb die Gnad vmbsonst zu diennen ; vnd weillen hierdurch der Music das
geringste aggrauio nit anwachset, ah» ist mein einrathen, dass Ihme Mair
Beil. VI. 4:— 7. 377
solche orgaiuBteii Stell ohne Besoldung allergdgst. möchte conferirt wer-
den, damit er durch dieses tnitl saluo suo honore stehen möge.^
1715. eod.
tu „Ferdinand Carl Sances dess in die 38 Jahr gewesten Vice-
nnd Würcklichen Capell Maisters Feiice Sances Hinterlassener Sohn Icombt
alleranterthgst ein vmb die vnter beden Kay. May. Leopolde vnd Josephe
müldtreichsten angedenkhens genossene 10 fl. monatlich. Weillen ich nun
keinen Capelmaister weiss, welcher so uül geschrieben hätte alss er Sances,
massen mit dessen composition der maiste thail der Capelle annoch ange-
füllet sich befindet, dahero Ihme auch su seiner lotsten Kay. Gnad für seine
5 Söhne 60 fl. monatlich lauth beyliegenden Attestationen seynd allergdgst.
anssgeworffen worden, auf so lang von solchen 5 Söhnen einer in Leben
sein möchte, voa welchen 60 fl. 10 monatlich auf dem supplicanten gefahlen,
alas ist meine mainung, ess möchte Ihme solche 10 fl. in lerwegung angezo-
gener motiuen noch femer ad dies vitae allergdgst gereichet werden, weil-
len er Supplicant ohnedem schon aimblich bei iahren.«'
1715. eod.
Ift» „AugustinFontanist einer von denen ienigen so dass ynglickh
getroffen reformiret su werden; vnd weillen die reformation zu dem endte
ist vorgenommen worden, damit die UbetflUssigen und vntauglichen sollten
vorbeygegangen werden, alss kan ich in dessen ansuchen, damit er wider-
nmb in Dienst angenomben wurde nit einrathen, wohl aber dessen grosse
Armnth und zahlreiche Familie Ihre Kay. May. su füssen legen mit aller-
anterthgst Bitt, dass seinem grossen Elend auf eine andere Weiss möchte
abgeholfen werden."
1715. eod.
•• „Ich finde diesen Scolam Antoiri Carl Richter noch nit quali-
ficfft genug au einem Hof-Organisten, dahero erachte ich für nöttig dass er
vorhero noch mehr studire vnd biss zur besseren perfection mit dem Scolam
geldt sich sufriden stellen möge." '
[Wurde erst 1718 angestellt.]
1715. eod.
■
9« „Giuseppe Porsille Ihre Kay. May. gewester Capel-Maister in
Barcellona, von seinen posto der Vice-Capel-Mabter Stell in Neapel abge-
fordert sich dato ohne Dienst in grosser Noth befindend, kommet bey Ihre
May. alleranterthgst ein, bey geschehenen Tott&hl des CapeUMaisters
Ziani seel. mit einem posto in Dero Hof-Capellen consolirt zu werden. Ich
finde ihn einen guten virtuosen von gutten gusto. Weillen aber Ihre May.
mehrere Wissenschaft von ihme haben, erachte ich mein einrathen vnnöthig
zusein."
[Wurde 1720 Hofcompositor.J
378 Beil. VI. 8—1«.
1715. eod.
§• „TomasoBigelli Tenorista hat ein wohlaussgebende Stimme
für die Capellen vnd gar ein geringe Besoldung gegen denen andern Teno-
risten, alss ist meine mainnng ess möchte Ihme seine pronision mit 10 Thal-
ler monatlich accrescirt werden.^
1715. eod. (n. 17.)
••,^FranciscusCarolu8Drenger,Kay.hürt8chirenAottMai8teFB
seel. verwaister Sohn suchet Hof Scholar zu werden, ziehet an seines Vat-
ters durch mehr dann 80 iahr so wohl bey Hof alss auch in Feldt prästirte
beschwj&rBche Dienste erworbene meriten der gestalten, dass ich den Sohn
einer Kay. Gnadt wirdig acht Ich kan aber fttr die Scolam nit einratiien
auss vrsachen, weillen hirdurch unnottwendiger weiss die Spesen bey der
Music immer Höher steigen vnd mithin beschwärlicher fahlen man andi nit
▼ersichert ist, ob dergleichen Scolaren reusciren möchten, beynebens auch
haubtsSchlich zu reflectiren ist, dass die arme reformirte bey sich eraigneter
apertur vor allen andern sollen accomodirt werden.^
1715. Referat vom 29. Juni. (n. 20.)
lO« „Friderich Gazinger (Götiinger)Basista, so für die Capellen
eine sehr starkhe vnd aussgebende stimme hat, der auch den last deren be-
schwftrhehsten Diensten gar offt allein hat tragen müssen ; beynebens auch
einer von denen fleissigsten Dienern ist, doch aber viU weniger Besoldung
hat, alss einige von seinen mit Basisten, meritiret gar wohl mit dem von
ihme allerunterth. gebettenen accrescement der 15 fl. monatlich consoUrt zu
werden, damit er Supplicanf seinen alterlebten armen Vattem desto fügli*
eher zu undterhalten vermöge.''
1715. eod. (n. 26.)
it. „Francesco Scarlati 26 Jahr gewester Capel Maister zu Pa-
lermo in Sidlien Von dennen dem Erz Hauss von Oesterreich ttbel gesimen
von aldort vertriben kombt alleruntertii. ein vmb die Vice Capel Maister
Steell in der Kay. Hof CapeUen. Ich finde diesen SuppHcanten wegen seiner
virtü vnd sonst beywoneten gntten aigenschafften sehr tauglich: Weillen
aber dieser posto von mehrer consideration , alss vndterwerffe Ihro Kay.
May. allergnSdigst. Verordnung mich ganz und gftr.^
[Wurde nicht angesteUt]
1715. eod. (n. 27.)
ItK» „Georg Hftmetter Ihro May. der Verwittibten Kayserin Eleo*
nora Violonist hat 4 ganzer iahr vndter Iro May. Kaysers Josephi glorreich*
ster Regirung in Dero Hof-Capellen vnd allen andern Diensten vmbsonst
gedienet mit der Hofnung in Dienst au kommen , kombt abermahlen aller*
unterthgst. Supplicando Ein vmb die würkhliche Violonisten Stell : weiüen
aber dermahlen kein apertur vorhanden, er aber Supplicant ein gntter Vir-
Bell. VI. 18—17. 379
tao8 in seinem Instrument ist beynebens auch ein Clauir spillet, alsso das«
er der yrsachen halben bey dennen operen vnd andern welsch-gesnngenen
Festen mit dem Violon zn aecompagniren sehr tanglich seynwflrde: alas
geschieht mein allemndterthftn. einrathen es möchte disen Snpplicanten
indessen biss zu einer apertnr vmbsonst ohne besoldnng zu dienen aller-
gdgst erlaubt werden, damit seine yfilf^ltige Dienst vnd Eyffer künfftighin
nit fruehtloss ablauffen möchte."
1715. eod. (n. 29.)
tS» „Deren zwey Supplicanten Johann Gabriels und Johann
Albers Memorialien seynd so confns eingericht, dass ich deren anbringen
nit verstehen vnd zu folge dessen kein berieht dariber erstatten kann."
1715. eod. (n. 38.)
im. „Wentzl Rossi vnd Fridrich Otto bede Kay. Jftgerhor-
nisten komen allerunterfhgst ein umb ein aecrescement: ess ist war dass
deren Besoldung 20 Thlr. monatlich für einem wenig, mithin hart damit zu
leben ist beynebens aber auch zu reflectiren ist, dass selbe selten und wenig
Dienst bey der Music haben überlasse demnach dises zu Ihro May. allergdst.
disposition."
1715. eod. (n. 39.)
11^. „Frantz Xaveri Qläzl reformirter Hautboist kombt aller-
unterthgst. ein widerumb in Dienst aufgenommen zu werden. Weillen nun
dieser Supplicant ein gutter Virtuos, vnd in dreyen Instrumenten, als Haut-
bois. Flutte Allemande, vnd Fagott excellirt, bey nebens auch an statt
seines kranckhen Bruders schon ein geraumme Zeit gedienet hat, auch Sie
drey Brüder alss zusammen gewönnet ein gutten Concert machen: alss ist
meine mainung, es möchte ihme in dessen biss zu einer apertur noch femer
doch ohne Besoldung zu diennen allergdgst. erlaubet werden.
1715. eod. (n. 41.)
IS« „Antonio Caldara, Compositore di Musica kombt ein vmb
die Capel Maister oder Vice-Capel Maister Stell, vnd in fahl selbe vergeben
wären, vmb erster Comp ositor di camera zu sein. Weillen Ihro May.
von disem Virtuosen volständige , ich aber wenig Wissenschaft habe , alss
überlasse dieses Höchst gedacht Ihro Kay. May. allergsten disposition.^
[Wurde 1716 Vice-Hofkapelhneister.]
1715. eod. (n. 44.)
19. „Francesco Ziani Bruder dess ittngst verstorbenen Capel
Maisters khombt allerunt vmb ein pension: ich weiss zwar kein exempel
dass die geschwistrigten deren verstorbenen bedienten wären mit penslonen
versehen worden , kan doch aus mitleiden nit vmbgehen , dero Kay. May.
^llermüldtreichsten gütte selben zu recommendiren vnd zu beherzigen vor-
380 Beil. VI. 18—22.
zustellen, dass er Supplicant mit aeinem Weib vnd 8 Kindern seine maiste
yndterhaltung von dem verstorbenen Brüdern genossen mithin durch dessen
Tottfahl in die eusserste Noth gerathen ist.*'
1715. eod. (n. 45.)
18« „Leopoldt Christian Trombonist, welcher in seinem instru-
ment seines gleichen nit hat, vnd dahero die schwäristen executionen Ihn
allein treffen, khombt allemntg. ein vmb ein accrescement, ich kan wegen
obangezogenen motiuen nit anders alss einrathen, dass ihme zu seinen letzt
habenden 50 fl. monatlich noch 10 fl. allergdst. beigelegt werden.^
(Schluss des Referates.)
!•. „Weillen nun dises mein wahrhafte, vnd von aller Freundtschafft
vnd passion entfemete mainung ist über die mir zugeschickte memoralien,
alss hoffe vnd zugleich vndterthgst. bitte Ihro HochfUrstl. Durchl. (Oberst-
hofinstr.) möchten sich belieben lassen mein in der warheit vnd aufrichtig-
keit gegrUntes einrathen mit dero referat und hohen protection zu secun-
diren, damit dardurch gleich anfangs meiner carica ich bey der Music io
Credit gesetzt und mithin zur Beförderung Ihro May. Diensten ein Haubt-
sachlicher Vorschub gegeben werde.
£w. Hochf. Durchl.
vndterthfinigst gehorsambster Diener,
Johann Jos. Fux,
Capel Maister.t"
1716, 30. Juü.
SO* Tenorist Franceso Borosini. „Weillen dieser Supplicant
wegen seiner Virtü so wohl in Teatro, Camera alss auch Capellen fast in
allen Festen gebraucht wirdt und dennoch weith weniger besoldnng genüsst,
alss andere, Welche dergleichen Dienste nit praestiren; alss ist meine
wenigste mainung, er Supplicant möchte mit 20 Thaller monatlich aller-
gdgst. consoliret werden.^
1716. eod.
tll. Joh. Georg Reinhardt Kay. Organista. „Weillen dieser Sup-
plicant neben seiner Organistensteil auch in der Composition gute Dienst
leistet, gleich beyliegende lista aufweiset, aber darfÜr noch zu dato die ge-
ringste consolation nit genoss; alss ist meine allemnterthg. Mainung, er
Supplicant möchte mit dem ingebettenen accrescement allergn. consoliret
werden.«
1716, 7. Sept.
%%• In dem Gutachten des Obsthfmstramtes über das Gesuch des
Gfen. Leopold von Windischgratz um die Direction über die Kay.
Musik wird gesagt „dass derselbe sicherem Vernehmen nach von Jugend
Beil. Vi. 23—25. 381
an auf die fondamenta d^r Music sieh mit solcher Erlehrnungsbe^erde yndt
Freud verlegt, anch darbei so wohl reassiret, dass bereits verschiedene
Compositiones, deren Einige vor Ew. Kay. May. aller Höchster Person pro-
duciret worden wäre, verferttigt, welche deroselben Capellmaisters Pn x
approbation verdienet haben. ^
[K. Karl VI. ernannte aber den Kammerherm Conde de CavelU zu
dieser Stelle.]
1717, 3. April.
SS. „Dise 4 Snpplicanten , alss Ferdinand Fichtl, Antoni
Schnanz, Frantz Hindter Edter, Johann Cr&mmer kommen
allernnterth. ein nmb ein accrescement; obwohlen ich wohl weiss, dass Ihro
May. dermalen nit gesindt seynd iemand zu accresciren ; Weillen aber die
noth dieser 4 Snpplicanten so gross vnd die Gelegenheit Ihnen zu helfen
ohne ein neues -aggravio da ist, indeme durch den Tottfahl des iüngst ver-
storbenen Ferdinandt Peyer Violinisten Ihro May. 40 Thaller monatlich
heimbgefallen , alss ist mein allernnterth. einrathen, es möchte disen 4 ab-
sonderlich denen letzten zweyen , welche nur 30 fl. monatlich haben, auch
ohne Quartir seindt geholfen werden.
■
1717, 3. April.
tKH. „Weillen albereit 2 Jahre verflossen, dass diser Snpplicant Do-
menicoTollini Musico Soprano vmb seine Dimission allerunterth. ange-
halten hat, auss mangel anderer Sopranen aber auf ihme dissfahl gethanner
remonstrirung biss hiehero in Kay. Diensten sich hat gebrauchen lassen —
alss ist meine unterth&n.*Mainung, es möchte ihme Tollini solche reiterato
supplicirte Dimission allergdgst accordiret; vnd weillen er für seine Abfer-
tigung seiner angebohmen Modestie nach, nichts anders verlanget, alss den
speciosen Tittl eines Kay. Musici behalten zu können, das ingebettene Di-
ploma allergnd. conferirt werden.*'
1717, 3. April.
tllft. Oottlieb Muffat, Kay. Hoff-Scolar. „Weillen die Scolaren zu
disem Zill vnd Endte gehalten werden, damit Ihro May. an gutten Virtuosen
keinen abgang haben solten, und wann selbe sich qualificirt gemacht haben,
in die Wttrkhliche Dienst allezeit angenommen worden , Alss attestire hie-
mit, dass dieser Scolar Gottlieb MuÜat durch seinen Vnermiedten vleiss vnd
Embsigen Studio sich fSÜiig gemacht hat , dass ihme nit allein alle Dienst
können anuertraüt werden , sondern dass er sieh auch vor iedermann mit
grossen Ruhm dörffe hören lassen ; alss ist zufolg dessen , mein wenigste
meinung, es möchte Ihme Muffat die gebettene wirkl. Organistenstelle aller-
gngst conferirt, vnd zu seiner beuorstehenden Jiaiss ein erkleckliche Be-
soldung ausgeworfen werden.''
[Placet Carl m./p.] [Wurde 3. April 1717 Hoforganist.]
382 Beil. VI. 26—2».
1717, 3. April.
M%» Jos. HuffnageTs Kammer -Musici 5 arme Pupillen. ,,WaQ
iemalen arme Papillen sich gefunden haben, seind es dise 5 verwaiste Huf-
naglische Töchter, alss welchen der Vatter seel. gar keine Mittel hindter-
lassen, vnd dahero vom Brüdern biss zu dessen Tottfahl vndterhalten wor-
den, nunmehro aber auss mangel auch dieser letzten Subsistenz in euserster
noth sich befinden ; alss lebe der Hoffnung Ihro Kay. May. werden dem
Löbl. Gebrauch nach auch in ansehnng der langwirdigen Diensten des
Vatters, wie auch der vnvergleichlichen Virtü dess Bruderss disen armen
Waisen mit einer erkleckhlichen pension begnaden.'^
[Erhielten 220 fl.]
1718, 23. Mai. (Attestation.)
S9. „Dass Kegina Sconians, Cantatrice
Maria Anna Schulzin mit Ihren Man
Pietro Casati, Contralto
Domenico Genuesi, Soprano
Johann Georg Hinter Edter, Violinista
Joseph Franz Timer, Violinista
alle nit allein gutte Virtuosen, sondern auch die maiste zu Ihro Kay. May.
Diensten nottwendig seind, vnd, so uill ich von H. Grafen v. Savallia (Ca-
vellä) verstanden , von Ihro Kay. May. würkhlich resolvirt seind , Attestire
hiemit.''
[Zum Behufe eines Vortrages an Se. Maj.j
1718, 17. Juni.
tK§. „Franciscus Carolus Drenger, dess in 30 Jahr gewesten
Kay. Hartschiren vnd ßot Maister Hindterlasener Waiss, hat noch bey Lebs-
zaiten Capel Maisters Ziani seel. sich verschidemahl auf der Flöten hören
lassen mit solchen Success, dass Ihro Kay. May. Ihme versprochen haben
Ihn Drenger nit zu uerlassen: Kombt also allerunterthgst. ein vmb die
ScoUiren Besoldung, vnd waillen ich iüngst, da er sich abermahlen bey der
Tafel hören liese ein sonderbares naturel abnemmen hab. können: ahis ist
meine unterthste mainang es möchte diser Supplicant wo nit mit der völli-
gen Scolaren Besoldung, auffs wenigst mit so vill consolirt werden, dass er
in Neapel in ein Conservatorio sein Studium fortsetzen , vnd dass Violon-
cello, welches nötiger als die Flöten erlehmen könne. ^
1718. eod.
{!•• „Es ist schon weit über ein Jahr, dass Ihro Kay. May. allergdgat.
resolvirt haben, diesen Violinisten TomasoPiani in Dero Dienst au&u-
nemmen, gestalten er Supplicant auch schon ein zimbliche Zeit embsig
dienet: alsso ist mein vnmassgebliche Mainung, es möchte Ihme Supplican-
ten, sein Decretum de Dato der allerhöchsten Kay. Resolution aussgeferti-
get werden : vnd weillen er Piani in Bayern weit ein mehrers als 30 Thaller
Beil. VI. 30—83. 383
monatlich genossen hat, alss vndterwärffe mich Ihro Kay. May. aUer^g^sten
Verordnung: ob Selbe in ansehung dessen vnd anderer Motiven ihme Piani
mit wass mefarers allergnftdst consoliren wollen.^
[Wurde mit 75 fl. monatlich angestellt.]
1718. eod.
SO* „Diser Supplicant Domenico Genuesi Soprane ist yon einer
sehr gutten vnd starkhen, anbey auch annemblichen stim, beynebenss sicher
in der Music, noch Jung von iahren , also dass er nit allein in der Capellen,
sondern auch in Teatro vnd allen begebenheiten gutte Dienst leisten wirdt:
Wftre also mein ohn massgebliche meinung , er Domenico solte in Kay.
Diensten mit 80 Thaller monatlicher Provision aufgenommen werden.*'
[Wurde nach Antrag angestellt.]
1718. eod.
Si« ff Ihro Kay. May. haben allergdgst. resolvirt, disen Supplicanten
OeorgHindter Edt er Violinisten in Dero Dienst anzunemen. Die Besol-
dung belangend ist meine allerunterth. mainung ess möchten Ihme Hinter
Edter 30 Thaller monatlich ausgeworflfen werden, es seye dann Ihro May.
möchten diesen Supplicanten in ansehung dessen virtä mit etwass mehrers
zu begnaden sich aller gnSdgst. belieben lassen. <<
[Wurde 1721 mit 80 Thaler angestellt.]
1718. eod.
SS« nDise Supplicantln Regina Sconians Cantatrice dienet schon
in das fünffte iahr in allen Operon, Camer, auch Dafeldienst vnd Oratoriis
mit sonderbarer embsigkeit, vnd Vergnügung Ihro Kay. May. Alss ist meine
vndterdiftn. mainung es möchte diso Supplicantln in Kay. Dienst angenom-
men werden, vnd zu mallen Maria Contini Cantatrice iähriich 4000 fl. ge-
nüset, Ihr Sconians aufs wenigst Hundert und fttnffzig Thaller Monatlich
allergdgst. accordiret werden, vnd weillen selbe schon in das dritte iahr
für ihre geleiste Dienst die geringste consolation nit genossen hat, alss
remettire Ihro Kay. May. allerhöchsten Clemenz von wass Zeit diser SuppU-
cantin expedition seinen Anfang nemmen solte."
[Erhielt das Placet.]
1718, 3. Aug.
99* „AntonCarlRichter Hof Scholar khombt allerunt. ein, alss
Organist mit der gewendlichen besoldtung allergst. aufgenommen zu wer-
den ; weiUen ich dan selben capace befinde; gestalten er auch schon etliche
iahr dienet, alss ist meine wenigste meinung. Er Richter möchte in ansehen
seines Vatters seel. grossen meriten mit der Supplieirten würkhliehkeit
allergdgst consolirt werden.**
[Erhielt das Placet]
384 Beil. VI. 34— S8.
1718, 3. Aug.
SU. „Joseph Hollandt, miiBiealiacher Trompetter kombt aller-
nntth. ein vmb Verbessenmg seiner, besoldnng. Weillen diser SnppUcant
vor allen andern vermög seiner raren virtä sich distingniret; alas ist mein
alleninterth. Einrathen , er Hollandt mOchte denen andern Ersten Trompet-
tem in der Besoldung aufs wenigst gleichgemacht werden, auf dass er mit
weib vnd Kind leben könne, vnd (nit) geswnngen werde, durch extra Dienst
vor der Zeit zu ruiniren.^
a718. cod.
SA. „Johann Georg Harn metter Violonist, kombt allernnterth.
ein vmb die musicalische Besoldung, und weillen er SnppUcant schon 7 Jahr
mit unermiedtenten Vleiss treufleissigsi gedinnet hat, ohne die geringste
consolation, alss ist mein allerunterth. meinnng, er Hammeter solle mit der
ordinari musicalischen Besoldung deren 30 Thaller monatlich allergdgst.
consolirt werden, vmb so nill mehr, weillen der Freytig Violonist nit mer
in standt ist zu diennen.<<
1718, 3. Aug.
••• „JosephLorber, gewester Kay. EUraboist kombt allerunterth.
ein wider in Kay. Dienst aufgenommen zu werden. Weillen nun zu bestreit-
tung der Tafel- vnd auch anderen Diensten* noch ein EUiuboist h{(chst nOttig
diser Supplicant aber nit allein in disem Instrument, sondern auch in der
Flutte allemande vnd Chalimeaux ein sehr gutter Virtuos ist, auch anbey
schon von vorigen Diensten sich meriten gemacht hat, also geschieht mein
wenigste mainung, er Lorber möchte mit conferirung dess Supplicirten
Dienst allergn&d. consolirt werden. "
1718, 3. Aug.
S9« „Diser Supplicant Xaverius Glätzl (reformirtcr Kay. Musi-
cus) hat nit allein dennen vorigen zweyen Kaysem gloreichsten angeden-
kens treuvleissig gedienet, sondern auch vnter letzt regierenden Kay. May.^
vnd zwar seit zweyen iahren her an statt seines krankhen nunmehro ver-
storbenen Bruders seel. die Kay. Dienst mit grosster Embsigkeit versehen,
also dass ich die Höchste billichkeit zu sein erachte ihme Supplicanten dise
vacirend wordene stelle, vor allen andern allergudgst. zu conferim, vmb so
uill mehr weillen er anbey ein gutter Virtuos in dreyerley Instrumenten ist,
alss Hautbois, Flutte traversiere, vnd Fagott. *<
1718, 22. Dec.
SS. „Weillen dieser Knab Filippo Sal viati noch in so jungen iah-
ren ein sonderbahres naturel in dem Violin spflren last, vnd Ihro Kay. May.
Selbsten an disen Supplicanten, nachdeme er sich öfters Höreb zu lassen die
Höchste genad gehabt, ein allerguädigstes contento gezeiget haben, alss
wäre meine ohnmassgebliche mainung, es möchte diser Supplicant mit der
Beil VI. 39—42. 385
ingebettenen Scolaren Stell vnd ordinari Scolaren Provision der 20 Thaller
monatlich allergnfidigst consolirt werden. <<
•
1718, 22. Dec.
S9« nJoseph Hollandt, mnsicalischer Trompetter kombt aller-
unterth. ein vmb ein accressement seiner Besoldung, damit er denen andern
Trompetfem, so die gröste Besoldung genflssen, möchte gleich gemacht
werden. Vnd weill er Hollandt in seinem Instrument sich sonderbahr distin*
gniret, also ist meine wenigste mainung er Supplicant möchte neben seiner
Besoldung deren 30 Thlr. aufs wenigste noch mit 10 Thaller monatlich alier-
gnädigst consolirt werden."
[Erhielt noch über den Antrag von 180 fl., 210 fl.]
1719, 7. März.
ttO« „Sebastian Nassotto, Musicalischer Trompetter von Ihro
Kay. May. Leopoldo gloreichister gedächtnus von dennen Landtständten
vngefähr vor 25 Jahren abgefordert, vnd in die Kay. Dienste angenommen
kombt allerunterthän. Supplicando ein für seinen Sohn Joseph damit selber
für einen Hof Scolam möchte allergnädigst aufgenommen werden. Weillen
nun gedachter sein Sohn Joseph nit allein in dem Clavir vnd Violin schon
zimblich gutte progressen gemacht, sondern auch in dem 17. iahr seines
Alters mit einer zimblichen Bassstimm versehen ist Alss ist mein wenigste
mainung er Supplicant möchte in ansehung seiner so vilUährig treu-embsi-
gen Diensten allergdst. consolirt werden."
1719, 18. April.
m* „Francesco Borosini Tenorista kombt allemnterth. ein, auf
dass ihme seine Besoldung von 60 Thaller bis 100 ThaUer monatlich aller-
höchst möchte augmentirt werden, und dass dis^s acorescement von anfang
des nagst verflossenen iahrs 1718 seinen anfang nehmen möchte; auf dass
er das letzt lauflfende Quartal von ersten January biss lezten Martii 1719
würkhlich genüssen könne. Weillen nun dieser Supplicant ein sehr gutter
Virtuos ist; vnd in Teatralsachen sich sonderbar distinguiret, ihme auch
das accrescement bereits vor zwey iahren allergdgst. ist versprochen wor-
den; alss ist meine wenigste mainung, er Supplicant möchte auf solche
weiss allergnädigst consolirt werden."
1719, 18. April.
%%. „Joseph Timmer gewesener Kay. Hof-Scholar, welcher sowol
vor der geschehenen Reformation vill, auch ietz de novo widerumb in der
Gapellen dienet, kombt allemnterth. ein vmb die Tenoristen StöU. Weillen
dann di Kay. Capellen an nichts mehrer, alss Tenoristen ein abgang hat, er
Timmer aber nit allein ein sicherer Singer^ sondern auch ein gutter Violi-
nist ist, alss ist meine wenigste mainnng dieser Supplicant möchte in die
Kbehel, J. J. Pnx. 25
/
386 Beil. VI. 4S— 46.
Kay. Dienste aa- und aufgenommen werden mit 30 Thaller monatlicher Be-
soldung."
[Wurde 1719 angestellt.]
1719, 18. April.
ttS. ;,Frantz Petter Schnauz, welcher etliche iahr als Sopranist
in der Capellen gedienet hat, nunmehr aber auch vill iahr als Instrument-
Diener-Adjunct seines wegen hohen Alters unuermögenden Vatters Dienst
versiehet, beynebens auch bei allen begebenheiten und Hofdiensten mit
mit seinen Violoncello sich gebrauchen last, kombt allerunth. ein, alss Vio-
loncellist aufgenommen zu werden, weill ich nun ein Violoncell höchst nöt-
tig finde und diser Supplicant ein guter Virtuos ist. Alss ist meine wenige
mainung er Schnauz möchte sowohl in ansehung des Vatters 50 jähr.
Diensten, als eigenen Meriten mit der gebettenen Viollisten Stöll und
30 Thaller monatl. J)esoldg. allergnüdigst consoliret werden. <<
[Wurde arfgestellt.]
1719, 29. Juli.
im* „OatherinaTheresiaBonellingibtIhro May. wehemtttigst
zu uememmen, wass massen ihr man Giovan Battista Bonelli in die 45 iahr
gewester Kay. Musieus Tenorista den 11 Dec. dess verflossenen iahrs selbe
in den armen Wittibstandt gesezet habe mit 6 meist vnmttndigen kindem.
Komt derohalben alleninterthgst Supplicando ein.Tmb die gewändlicbe
wittiblichs Vnterhaltungs Pension. Die Meriten vnd gntte Dienst, so diser
Bonelli seel. biss in sein unuermögendes alter embsigst präsentiret hieher zu
sezen ist unnOttig, in demme sowohl Ihro May. der Kayser als auch alle
Herrschafften hiruon gnädigstes angedenkhen haben werden. Ist dahero
mein wenigste mainung es möchte dise Supplicantin mit einner, dennen Me-
riten Ihres Mannes seel. proportionirten, vnd für Ihre Zallreiche Familie er-
kleckliche Pension allergdst versehen werden.^
1719, 29. Juli.
9kft. „Maria Freydigin des Andreass Freydig Kay. Violoni-
sten seel. hindterlassene Wittib mit 2 unerzogenen Kindem kombt aller-
unterth. ein vmb die gewändliche Vndterhaltungss Pension. Weillen Er
Freydig seel. in die 32 Jahr dem durchlauchdigisten £rtzhauss v. Oester-
reich embsigst gedienet hat, Sie Wittib aber mit Ihren unversorgten KUn-
dem zu leben keine zulängliche Mittel hat. Alss ist meine wenigste mai-
nung, Sie Wittib möchte mit einer Pension von 300 fl. jährlich allergnädigst
consolirt werden; in welchem Fahl von Ihres Manss iährlichen besoldung
deren 900 noch 600 fl; in Ersparung verbleibeten. <<
1719, 29. Juli
QIS* „Dise Supplicantin Maria Theresia dess Kay. Hof vnd Feld-
trompetters Johann Oeorg Gortschek seel. hindterlassene Wittib hat tra-
siendo ad secunda vota sich der Kay. Pension vnfähig gemacht.*'
Beil. VI. 47—50. 387
1719, 16. Nov.
UV. „Ignatio Conti kombtallenmterthgst Supplicando ein, vmb
als Scolar in der Tiorba aufgenommen zn werden. Weillen nun noch ein
Tiorbista nöttig wäre, diser SupUcant auch von einem besondem Naturel
vnd Talento, anbey auch zu uermuten ist, dass sein Vatter einen extra
Vleiss in instruirung mit seinem Sohn anwendten wirdt, also ist meine we-
nige mainung dieser Supplicant möchte mit der Scolaren Steell vnd ge-
wendlichen Provision der 20 Thaller monatlich allergdst eonsolirt werden.^
1720, 10. Juni.
||§. „Antonius Schnautz Violonista kombt allernnterth. ein, dass
Ihme von des verstorbenen Hanss Jörgs Hametters auch Kay. Violonisten
erledigten Besoldung der 80 Thatter monatlich eine Verbesserung seftier Be-
soldung möchte allergst zugelegt werden, damit nach dessen Yatters Tott,
welcher wegen hochen Alters nit lang aussbleiben kan, die von Ihm Vat-
tern zur Erziehung und instruirung so uiller Kinder vnumbgSngUch ge-
machte Schulden könnten bezallet werden. Wan nun dennen zweyen Brü-
dern bey deren ohnedem geringen Besoldung vnmöglich fallen will solchen
schulden >- last abzuführen. ~ Alss ist meine wenigste mainung der Sup-
plicant möchte vmb so uill mehr allergst eonsolirt werden, weiiren er einer
von dennen vleissigsten Dienern ist.«
1720, 20 Juni.
II9* „Johann Baptista Hilverding, Teutscher Comicus kombt
allernnterth. Supplicando ein vmb die Hohe genad, dass seine Tochter
Maria Monica von 11 Jahren flir eine Hof-Scolarin in der Singkunst allergst
möchte aufgenommen werden. Wan nun die zwey gewfihnlicheHof-Oantatrici
schon mehr in ab- alss aufnehmen sich befinden, vnd dergleichen in Italien
dermahlen sehr rar — mithin gar zu pretios seind: dises des SuppUcanten
Töchterl aber eine gntte Disposition spüren Iftsset, auch in der Music einen
zünbliehen progress gemacht hat, auch des teatri schon in etwas Idndtig
ist; beyneben auch die Hohe' genad gehabt, von Ihro Kay. May. gehöret
zu werden. Alss ist auss angezogenen Motiven meine ohnmassgebliche
mainung vnd weillen ich nit zweiffle dises Mädl werde künfftighin gutte
Dienst leisten, der Supplicant möchte in seiner allerunterth. Bitt allergnst.
eonsolirt werden. *<
1720, 8. Oct.
AO« „Mathias Oettl nachgelassener Kay. Eleonorischer Capel-
maister kombt allemnth. Supplicando ein für einen Tenoristen bei Ihro regi-
renden Kay. May. mit der vorhin bei Ihro verwittibt Kay. genossener Be-
soldung deren 1000 fl. allergst aufgenommen zu werden. Wan nun in der
Kay. Capellen an Tenoristen kein geringer Abgang dermahlen sich eussert
Ihro Kay. May. aber Ihnen Hinterblibenen Musicis ohne deme die Helfte
der vor diesen genossenen Besoldung genüsen zu lassen, mildreichest sich
25*
388 Beil. VI. 51—58.
resolvirt haben, auch Er Oettl auf Kay. allergsten Befelch schon ein halbes
Jahr in der Kay. Capellen Dienst leistet Alss ist mein wenigste Mainung
er Snpplicant möchte zwar allergst aufgenommen werden nit mit der vori-
gen Besoldung doch dergestalten, dass sEwischen Ihme vnd dennen anderen
Mttsicis ein vndterschid mftchte beobachtet werden.«
[Wurde angestellt]
1720, 8. October.
ftt. ^^AndreasBoog gewesener Eleonorischer Tromponist, wel-
cher auch auf allergsten Befelch schon ein halbes iahr Dienst leistet kombt
allemnterth. ein vmb die trttrkhliche Tromponisten Stell. Wan nun der-
mahlen nur ein einsiger Tromponist in der Gapellen sich befindet, welcher
diennen kan, deren sonst allezeit 4 gewesen seind, auch weillen dises Instru-
ment der Capellen sehr anständig nothwendig so vill erfordert werden,
diser Snpplicant auch wegen halb genflsend Kay. Eleonorischer Besoldung
mit geringeren vnkosten kann unterhaldten werden. Alss ist meine wenigste
mainung, er Boog möchte mit der wttrkhlichen Tromponistenstell vnd der
Besoldung von 500 fl. allergdgst consoliret werden."
[Wurde angestellt]
1720, 3. Oct
fk%* „MathiasHuether nachgelassener Eleonorischer Bassist, wel-
cher auch von der Zeit des höchstbetrübten Tottfahl auf Kay. Befelch
würkhlich in der Capellen diennet, kombt allerunt ein umb die wflrkhiiche
Bassistensteil. Wan nun einige von den Kay. Bassisten thailss vnbösslich-
keit-halber gar nicht mehr diennen können, thailss alters halber sehr
abzunemmen begünen: dergestalten, dass dieser abgang vnumbgftnglich
muss er sezet werden, diser Snpplicant aber ein gutter Virtuos iung von
iahren, anbey auch wegen ohnedem gen&sender halben Eleonorischen be-
soldung mit geringen vnkosten kan erhalten werden. Alss ist meine we-
nigste mainung er Snpplicant möchte allergst consolirt werden mit einer
iährlichen besoldnng von 500 fl."
[Wurde angestellt.]
1720, 27. Nov.
AS. „Giuseppe Porsile gewesener Capelmaister in BaroeUona
kombt allemnterth. ein widerumb in die Kay. Dienst angenommen au wer-
den. Weillen Ihro Kay. May. wie ich von Hm Grafen Savella bin berichtet
wordten, sich würkhlich allergst resolnirt. Ihn Supplicanten aufznnemmen
mit 100 Thaller monatlicher provision, so ihme auss hiesigem Vniversal-
Bancalitets-Zahlamt gleich anderen Musicis sollen besallet werden, doch
mit der Condition, dass er aller seiner andern anforderung sich begeben
solte, Alss habe ich alhier nichts beyzuaesen alss einem hochlöbl. Obrist-
Hoff-Maister-Amt solches gehorsambst veraemmen zu geben. ^
[Wurde als Vicekapellmeister angestellt]
Beil. VI. 54—57. 389
1721. 21. April.
ftH« „Filippo Salvati Hofscolar in Violin kombt alleranterth. ein
vmb allergste. Licenz in Italien zu nerraisen vmb alldorten seine Studia za
prosegniren ; vnd weillen sein mitlloser Vatter mit 8 lebendigen Kindern
beladen die raissunkosten henngeben nit vermag: bitt er Scolar zugleich
nntertfa. vmb ein kleines Ylaticnm. ObwoUen es alUuer an gutten Maistem
nit ermanglet: weillen aber selbe die Scolam wegen wichtigen vrsachen in
Ihre Behausung vnd Kost nicht annemmen können, welches doch sowohl
zur Information als education höchst nottwendig ist, sonderlich bey diesem
Snpplioanten, welcher wegen seines frischen und feyrigen Geistes nieh-
mallen auss des Lehrmaisters wachtsammen Augen gelassen werden solle.
Alss ist maine wenigste mainung Er Scolar möchte allergndst. consoliret
werden. «
1721, 21. April.
AA. „Leopold Christian der jüngere Trombonist widerholdt
seine drejShrig-allemnterth. Bitt der Verbesserung seiner Besoldung deren
570 Gulden. Wan nun dieser Supplicant ein solcher Virtuos ist, dergleichen
weder in vergangenen Zeiten, weder villeicht in zukttnfftigen keiner sich
finden würd. Alss ist meine allerunterth. mainung, er Supplicant möchte
mit Vermehrung seiner Besoldung bis 40 Thaller monatlich allergst. auss
angezogenen motiven consoliret werden.
1721, 21. April.
A#. „Tobias Woschitka, hochfOrstl. Liechtenstein. Fagotist
kombt allerunterth. Supplicando ein in Kay. Dienst an- vnd aufgenonunen
zu werden« Obwollen dermallen 4 Fagotisten bey Hof sich befinden : weil-
len aber theila Alters halber theils wegen stötig^r Unbösslichkeit zum
Diennen wenig tauglich ; dergestalten, dass kaum auf einem ein gewisser
conto zu machen ist, mithin neben andern der Tafeldienst zu forderist lei-
det; so ist meine allerunterth. mainung er Supplicant möchte in die Kay.
Dienst vmb so uill ehender allergnst. angenommen werden, weillen er zu-
gleich ein gutter Virtuos ist.'
[Nach Antrag angestellt]
1721, 21. ApriL
A9« „Andre Wittman Hoboist kombt allerunterth. ein vmb die
Hof-Hoboisten Steel. Weillen nun nit allein durch des Fassers seel. Tott-
fahl eine stell vaoant, sondern auch, dass deren zwey noch bey Leben Un-
pösslichkeit halber keine Dienst mehr leisten können; die Kay. Dienst aber
KU bestreitten vnumbgänglich andere Hoboiaten nöttig seind ; dieser Suppli-
cant aber in der Hobois alss auch Chalimeaux dergestalten Virtuos ist alss
ich noch allhir einen gehört habe: Alss geschieht meine wenigste Mainung,
er Wittman möchte vor allen andern mit 30 Thaller Monatlicher Besoldung
in die Kay. Dienst an- und au^nommen werden.^
[Nach Antrag angestellt]
390 Beil. VI. 58— 6L
1721, 4. Juni.
AS. „Christoph Praunn Kay. Basist kombt allerunt Snpplicando
ein, dass ihme seine biss hero genossene Besoldung deren 50 fl. monatlich
biss 60 Thaller allergst möchten vermehret werden. Weillen nun andere
Bassisten seine Camar&ten dergleichen Provision gei^essen, er Prannn aber
vor allen sich distingniret: in deme er nit allein in der Capellen vleissig
dienet, sondern auch in allen Operen, Canmier-Diensten, Oratorien, mit
sonderbahren Lob zu dienen sich qualificirt gemacht hat. AIss ist mein we-
nigste Mainung, er Supplicant möchte vmb so nill mehrer consolirt werden,
damit er dadurch femer angefrischet vnd auch in accompagniren sich qua-
lificirt machen möge.^
1721, 4. Juni.
A9« „Giovanni Vincenzi Musico Soprano kombt allerunterth.
Supplicando ein dass ihme seine bisshero genossene besoldung biss 80
Thaller monatlich möchte allergst. vermehret werden. Wan nun andere
seines gleichen, so noch nit so lang dienen, alss er Vincenzi, dergleichen
Besoldung genüssen ; Alss ist meine ohnmassgebliche mainung er Suppli-
cant möchte allergst consoliret werden.''
1721, 4. Juni.
•O« „Franz Antoni Hinteredter Kay. Violinist gibt wehmüttig
zu uememmen, dass er wegen zahlreicher Familie vnd geringer Besoldung
deren 460 fl. sich in die schulden, so sich biss 1200 fl. belauffen, nottwendig
hat stekhen müssen, dergestalten dass, weillen seine Greditores ein Verboth
von Hof-Marschall- Ambt ausgewürkhet, er nur die Helffte seiner Besoldung
dermahlen genüssen kan. Komt derohalben allerunterth. ein, dass ihme
seine Provision biss 900 fl. möchte accrescirt werden. Weillen nun hierdurch
ein üble consequenz introduciret wurde, angesehen dergleichen nottdürff-
tige vndter der Music gar uill sich befinden, Alss ist meine wenigste Mei-
nung, er Supplicant möchte doch mit einem accresciment von 140 fl. allergst
consoliret werden."
1721, 4. Juni.
•t. „Johann Georg Qlandinger in die 16 Jahr bey Ihre Kay.
May. Eleonora seeligster GedSchtnuss Instirument-Dienner kombt allerun-
terth. ein vmb die erledigte Instmments-Diener Adjuncten Steell. Weillen
nun ein Adjunct vnumbgfinglich vonnöthen, massen einer allein dass an-
sagen bey disen Vmbstfinden, alwo so vüll Musici auss mangl deren Quar-
tiren in denen Vorstetten wohnen vnmöglich bestreitten kann: diser Sup-
plicant das Versichemngsdecret schon vorhin auf die nächste Apertur ver-
wisen worden. Alss ist meine wenigste mainung er Glandinger möchte in
seiner allerunt. Bitt allergst gewehret werden.
Beil. VI. ^2—M. 391
1721, 31. October.
•tt« „Leopold Libano Bchon albereith 3 iahr Kay. Violimsta ohne
Besoldung, vorhin aber yndter Ihro Kay. May. Josepho gloreichisten ange-
denkhens gewester Hofscolar kombt alleranterth. ein gleich andern wfirkh-
liehen Musicis in die Besoldung zu kommen. Wan nun er Supplicant ein
gutter VürtuoB und in Kay. Dienst gar wohl zu gebrauchen ist, aber ohne
Besoldung fernerhin zu subsistiren Ihme ynmöglich fallet. So ist meine
unterth. ohnmassgebliche mainung, er Libano möchte mit der allerunt ge-
bettenen Besoldung und zwar mit 30 Thaller monatlich; und zumallen er
auch bey beeden durchl. Erzherzoginnen durch 6 Jahr ala Balletgeiger sich
hat gebrauchen lassen, auch schon so lange umbsonst gedienet, ohne Ab-
zug, oder mit anticipation eines iahrs allergst. consolirt werden. *<
[Nach Antrag angestellt.]
1721, 26. November.
•S* „Nach deme iüngsthin Johann Christian seel. gewester Kay. Po-
saunist mit Tott abgegangen, mithin solche Posaunisten Steel erlediget
worden ist; Alss kombt Antoni Steinbrucker allerunterth. ein mit
solcher vacirend wordenen Steel allergst consoliret zu werden. Wan nun
zi^ bestreittung deren Kay. Diensten noch ein Posaunist hochnOtig, diser
Supplicant aber sehr tauglich vnd ein gutter Virtuos ist. Alss ist meine
ohnmassgebliche mainung er Stainbruckher mochte in seiner allerunterth.
bitt der erledigten Posaunisten Steel mit 440 fl. iftrlicher prouision vmb
so vill mehr allergst. gewehret werden , weillen hirdurch dem Kay. aerario
keine neue Spesen anwachsen sondern uon der iüngst erledigten Besoldung
genommen werden können.^
[Nach Antrag angestellt.]
1721, 26. November.
•4* „Andjreas Boog Kay. Posaunist kombt allerunterth. ein vmb
Vebesserung seiner biss hero gering genossener besoldung deren 400 fl.
iährlich, wehemüttig klagend, dass er mit seiner zahlreichen Familie bey so
schwären Zeiten mit so geringer Provision vnmöglich zu subsistiren uer-
möge. Wan nun dieser Supplicant nit allein ein gutter Virtuos, sondern
auch in seinen Dienstverrichtungen sonderbar sich embsig aufführet, be-
nebenss auch dessen Armuth mir bekandt ist. Alss ist meine unterworfenste
Mainung er Boog möchte mit dennen ienigen 100 fl., welche vermög meines
unterthän. Einrathen für den Stainbruckher von des Jobann Christian seel.
Heimbgefahlener Besoldung deren 540 fl. noch überbleiben, allergst. accres-
ciret werden.«
1721, 26. November.
•A» „Gaetano Borghi Tenorista kombt allerunterth. ein umb in
Kay. Dienste angenommen zu werden , vnd dass seine expedition zuruckh-
geschrieben vnd den Anfang vom 1. Juli 1720 nemmen möchte mit 100 Thal-
392 Beil. VI. 66—68.
ler monatlicher Besoldung. Weillen nun Ihro Kay. May. disem Supplican-
ten seinem alleruntertk. Anbringen gemäss alles zugestandten haben : alss
habe einem Hochlöbl. Obrist-HoCmaisterambt solches gehorsambst hinter-
bringen vnd mich in hohe Gnaden befehlen wollen.^
[Mit Gehalt vom 1. Juli 1720 angestellt.]
■
1721, 26. November.
%%• Giuseppe Monteriso Soprano kombt allenmterth. Suppli-
cando ein, dass weillen er mit seiner bisshero genossenen Besoldung deren
36 Thaller monatlich sich und seine zalreiche in Neapel sich aufhaltende
Familie zu vndterhalten nit vermöge, ihme seine Besoldung möchte ver-
bessert werden. Wan nun dieser Supplicant in denen Kay. Dienst- Verrich-
tungen sehr embsig, auch zu disen mehr und mehr habil zu machen eyflfrigst
sich last angelegen sein; benebenss auch andere, welche bey weiten dass
zu prästiren nit vermögen, wass er Monteriso , doch vüU höhere Provision
genissen, Alss ist meine wenigste doch biligste mainung, es möchte ihme
Supplicanten seine Besoldung biss auf 50 Thaller monatlich allergst ver-
mehret werden. Durch welche höchste genad sowohl er Supplicant, alss
auch andere zu ferneren Studio vnd embsigen Dienstverrichtungen wurden
angefrischet werden. *<
1721.
•Y. „Johann Baptist Peyr verwittibt Kay. May. Höchstseel. Ge-
dächtnuss gewester ^oforganist kombt allerunterth. ein ftir einen Organi-
sten aufgenommen zu werden in Kay. Capeilen. ObwoUen kein Abgang
dermallen ist an Organisten, doch weillen deren zwey schon ausser Standt
seynd, Dienst zu leisten, vnd er Peyer ein gutter Virtuos ist, auch lang-
werende Dienst bei Höchstgedacht Kay. May. seel. sich meriten erworben,
zuforderist aber in der Eusersten noth vnd Armuth mit seinen Weib und
Kindbm sich befindiet Als ist meine wenigste mainung, er Supplicant
mochte mit der allerunterth. gebettenen Organistensteil mit 500 fl. jähr. Be-
soldung allergdgst consoliret werden."
[Nach Antrag angestellt]
1722, 14. März.
•§• „Carl Jacob Gie gl Verwittibt-Kay. May. £leonora seeligsten
angedenkhens hinterlassenen Hoff-Musicus , vnd dermalen Verwittibt Kay.
Amallschen Hofeiolinisten kombt allerundterthänigst Supplicando ein vmb
die durch den Tottfahl Ferdinands Fichtl seel. erledigte Violonisten Steell.
Weillen nun dieses Supplicanten principal - Instrument mit nichten der
Violon, sondern das Violin ist; vnd den Violon nur per accidenz ein wenig
streichen kann: finde ich Ihme Giegl bey dermahlen leblichen so schwären
Bässen gar nit tauglich für einen Kay. Hof- Violonisten. Ist derowegen mein
wenigste Mainung er Supplicant möchte bey einstens sich ereigneter Aper-
tur mit einer Violinisten Steelle allergdgst. vertröstet werden."
Ml. VI. 69—72. 393
1722, 14. Mfirz.
•9. „Pietro Petazzi Soprano kombt aUeranterth. ein umb in
Kay. Dienst alss Scolar mit der gewfindlichen Seolarn-provision aufgenom-
men zn werden. Wann nun der Supplicant schon über ein iahr die Kay.
Capellen frequentiret, auch gatte Hoffnung von sich gibet^ bey nebens ein
Abgang an Sopranen sich befindet. Alss ist meine olmmassgebliche mai-
nung, er Petazzi möchte mit der ailerunterth. gebettenen Scoiaren Steell
und gewändlichen Scoiaren Provision deren 20 Thaller monatlich ailergdgst.
consolirjt werden.^
17^, 24. März.
90. »Joseph Timmer Musicus Tenorista gibt ailerunterth. vor,
daas er. mit seiner dermahlen genüsenden geringen besoldung deren 45 fl.
monatlich mit seiner nun anwachsenden Familie nit allein kttnmterlich leben
müsse, sondern auch gar nit ausskhommen könne: kombt derohalben ailer-
unterth. supplicando ein umb eine Vermehrung solcher seiner besoldung.
Wann nun der Supplicant ein gutter und der Kay. Capellen sehr anständi-
ger Virtuos ist: benebens auch andere seiness gleichen mit grösserer Pro-
vision versehen seind. Alss ist meine ohnmassgebliche mainung, er Timmer
möchte in seiner allerunterthän. bitt gewehret werden; Vnd damit der Kay.
Cammer kein neue Beschwemuss anwachse, kunnte ihme der jüngst ver-
storbenen Schoberin pensionistin des Mathiess Schober sei. Schwester oder
sogenannten Mathiesslin genossene pension deren 120 fl. beygeleget vnd
seiner Besoldung einuerleibet werden.^
1722, 18. April.-
9t« »Leonardus Graf durch 12 Jahr gewester Kay. Eleonorischer
Fagotist kombt ailerunterth. ein umb die durch den iüngst gesehenen Tott-
&hl des Alten Sturm erledigte Fagotisten-SteU. Weillen nun solche Stehle
vnumbgänglich widerumb mit einem tauglichen Subjecto ersezet werden
muss; diser Supplicant auch ein gutter Virtuos ist: benebenss nach seelig-
sten ableiben Höchstgedacht Kay. May. Eleonora allergnäd. vertröstet wor-
den ist bey einer sich ereignender apertur consolirt zu werden. Alss ist
meine wenigste mainung, ec Graf möclite mit der ailerunterth. gebettenen
Fagotisten;Stehle vmb so uill ehender begnadet (werden) alss darduroh die
von ihme bisshero genossene pension in ersparung komete, vnd ihme 500 fl.
ifihrlich allergnftdigst aussgeworffen werden.««
[Wurde nicht angestellt.]
1722, 18. April. ,
Vtt* nJohann Georg Schindler gewester Kön. Fagotist in Spa-
nien, welcher aber nachgeliends allhir reformiret worden; doch lanth Bey-
lag A mit der allergnäd. Vertröstung bey einer sich ereigneten* apertur
widerumb in die Kay. (Dienste) angenommen zu werden. Weillen ich aber
schon für den Leonsxd Graf, Hinterlassenen Kay. Eleonora seeligsten ange-
394 Beil. VI. 73—75.
denkhen Fagotisten, alss dessen Memorial mirvorhero KngeBohickht-wor*
den iBt, allerunterth. eingerathen habe; diser Snpplicant aber auch seine
Meriten vnd Habilitet hat: alss vnterwerffe Ihro Kay. May. allergn. Dispo-
tion meine wenigste Mainnng einen anss disen beden aUergpAftdigst zn er-
wöblen.**
[Wurde angestellt]
«
1722, la April.
YS» „Franz Peter Schnauz Kay. Violoncellista verlanget von
dem Violoncello zu dem Violon zu kommen : Kombt also allerunterth. Sup-
plicando ein vmb die durch den Tottfahl dess Fichtlss iüngst erledigte Vio*
lonisten-Stehl vnd umb ein beytrag von dessen besoldung. Wann nun er
Supplicant den Violon auch sehr wohl spillet; vnd an Violoncellisten ohne
dem kein ab^r^ng ist-, bey nebenss auch hirdurph ein ganze iahrsbesoldnng
in erspanmg kombt: Alss ist meine wenigste mainung^; es möchte Ihme
Schnauz die allerunterth. angesuchte Violonisten Stehl allergst. conferiret,
vnd von des verstorbenen Fichtl seel. Besoldung 200 fl. zugeleget werden;
in erwegung, dass sonst ein neuer Violonist aufgenommen werden müsste;
auf diese weiss aber 400 fl. ersparet werden kOnnen."
[Wurde Violonist]
1722, 3. Juli.
Yll* „Franciscus Reinhardt, in die 22 Jahr Kay. Violinist, ein
distinguirter Virtuos kombt allerunterth. ein, damit sein ältestes SOhnlein
vngefehr von 9 iahren möchte ftlr einen Kay. Hoff-Scolaren mit der gewänd-
lichen Provision aufgenommen werden. Weillen aber einige Scolaren, sich
verlassend auf die würkhlichkeit sehr Übel bisshero sich aufgeführet haben,
auch in studio sehr nachlässig sich erzeiget: alss haben Ihro Kay. May.
allergst. resolviret keinen wfirkhlichen Scolaren mehr zu halten; aber wohl
dennen jennigen, welchen Ihro May. eine gnadt thuen wollen, aocidentaliter
iährlich etwas ausszuwerffen: zufolg dessen ich nit anders einrathen kau,
alss auf die lezte weiss. Jedoch weillen der Supplicant selbst des Scolarens
Maister sein wurde, vnd zu muthmassen ist, dass ein Vatter auf sein kindt
genauere obsicht habe, mithin die vorhin angebogene vrsach alhir aufhöre;
auch meines erachtens des Supplicanten Vatters 46iährige Dinste in consi-
deration zu ziehen sind. Alss übergibe Ihro May. vnd einer hohen obrigkeit
gnädigsten Disposition, auf wass weiss der Supplicant zu consoliren seye.<'
1722, 3. Juli.
YA. Filippo Sauli gewester Kay. Tiorbista bey Ihro May. Kaiser
Josephe gloreichen angedenkhenss, kombt allerunterth. ein in Kay. Dienst
widerumb aufgenommen zu werden. Weillen aber dermallen schon Zwey
Tiorbisten bey Hof seind ; nemblich Francesco Conti vnd Ignatio sein Sohn,
welcher in kurzer zeit auch diennen wird können, alss kan ich vermög
meiner pflicht darzue nit einrathen. £ss wäre dan die sach; dass des Sup-
Beil. VI. 76—78. 395
plicanten vorhinige Dienste Tnd anss deBsen zahlreicher Famili erwachsende
nothdnrfft, wie auch, dass der Francesco Conti, weillen er zugleich compo-
positor ist, mithin zu allen Diensten zu kommen nit verbunden ist; auch
sein Sohn der Scolar noch nit würkhlich dienet in gnädigste Consideration
gezogen wurde.**
[Wurde nicht wieder angestellt]
1722, 27. October.
?•• JohannCrammerindie22 iahr Kay. Violoncellist kombt aller-
onterth. ein umb Vermehrung seiner iährlichen besoldung deren 460 fl. Wan
nun leicht zu erachten, dass dieser Supplioant mit einer zahlreichen Familie
vnmOglich subsistiren kan: vnd von disen Instrument der Elteste in Diensten
ist, auch andere seiness gleichen mit 900 thailss mit 1080 fl. vnd auch mehrer
iährlicher besonldung versehen seind. Alss ist meine wenigste mainung, es
möchte Ihme Crammer seine besoldung biss auf 600 fl. i&hrlich umb so uill
eher allergdgst vermehret werden, weillen Er wegen Embeigkeit in dien-
neu, vnd christlichen Lebenswandl andern zum exempel diennen kan: auch
vnlängst durch eine % iahr lange vnd kostbare kranckheit vOUig in min
kommen ist: welches desto leichter zugeschehen ich ohnmassgeblich er-
achte, weillen durch den Tottfahl der Cantratrice Maria Conti sonsten Lan-
drini genannt, der LOb. Cammer 4000 fl. iilhrlich anheimb fallen.**
1722, 27. October.
99« „IgnatiusPiellacher, ehemal gewester Kay. Eleonorischer,
letzt aber seyt dero ableiben regirend Kay. May. Hof-Bassist kombt aller-
unterth. ein umb Vermehrung seiner besoldung deren 400 fl. ifihrlich. Wan
nun von selbsten offenbar, dass ein Verheyrather man, ohne Hof-Quartir,
mit so geringer besoldung nit ausskommen kann, vnd dahero mit schulden
sich zu überladen gezwungen wird. Alss ist meine mitleidige doch ohn-
massgebliche nuunnng er Supplicant möchte mit der Vermehrung seiner
besoldung biss auf 30 Thaller monathlich, welches vorhin die geringste
musicalisehe Besoldung war vmb so uill mehr allergnfid. consoUret werden;
alss er Piellacher wegen seiner starkhen vmd aussgebigen Stimme der Kay.
Cape\len sehr anständig ist.**
[Erhielt 500 fl.]
1722, 2. December.
9§* „J ohann Zir nhoffer bey Ihro May. Kay. Eleonora: vnd nach
dero ableiben bey Ihro May. Kay. Amalia biss zur Mutation gewester Dia-
cantist kombt idlerunterthän. supplicando ein vmb als Kay. Hof Scolar
allergdgst. an- und aufgenommen zu werden. Weillen aber Ihro Kay. May.
nit gesinnet seind, kttnfftighin mehr würkhliche Hof-Scolaren zu halten. So
stelle Ihro May. dero allerhöchster Clemenz anheimb, ob Selbe dem Suppli-
canten wegen angezogenen Motiven vnd hoher Becommendation der durchl.
Erzherzogin Amalia, nunmehr Churprinzesin aus Bayern zu erlemung
f
396 Beil. VI. 79—82-
fehreren virtü extra etwasa i&hrlich zn raihen sich allergdgBt möchten be-
lieben lassen."
1722, 2. December.
Y9» „Nachdeme Johann Ignatius Angermayr Kay. mnsica-
lischer Hof-Scolar sich dergestalten in dem Violin qnalificirt gemacht, dass
er schon durch etliche iahr gleich andern würkhlichen Hof Violinisten seine
Dienst prästiret : kombt er allerunterth. Snpplicando ein umb die würkh-
liche Hof-Violinisten Steelle. Wan nun dem alten Hofgebrauch nach die
würkhliche Hof-Scolaren so -baldt Sie sich capabel gemacht haben gleich
anderen Hof-Musicis zu diennen allezeit in die würklichkeit gekommen vnd
Hof-Musici worden seynd: Alss ist meine ohnmassgebliohe mainung, er
Snpplicant möchte mit der würkhlichen Hof- Violinisten Steel und musica-
lischer Besoldung deren 500 fl. iährlich, das ist mit zuwerfPbng zu denen
bisshero genossenen 360 fl. noch 140 vmb so uill mehrer allergst'consolirt
werden, weillen auch dessen vatter etlich vmd zwainzig iahr alss Hofte-
norist gutte Dienst gethan.^
[Wurde mit Gehalt vom 1. Febr. 1721 angestellt.]
1722, 2. December.
§0* „Johann Ziper kombt allerunterth. ein vmb die erledigte
Hof-Copisten Stelle. Weillen aber Ihn Supplicanten wegen einiger Ihme
beywohnenden vnanstfindigen eigenschafften mit nichten tauglich finde.
Alss ist meine wenigste mainung, es solle diese seine ansnchung nit statt
finden."
1722, 2. December.
§t«„Andrea8Amiller kombt allerunterth. ein vmb durch den Tott-
fahl Antoni Salki seel. vacirend wordene Copisten-Steell. Weillen bey Ray.
Leopols seeligsten angedenkhens Zeiten andere Oopisten für das Teatrum
vnd andere für die Capellen iederzeit seind gehalten worden; vnd disea
darumb, weillen, wan operen, servizi di Camera, Serenaden und Oratorien
zu oopiren sejmd, welchess schir vnaussetzlich geschieht, die Capellen zu-
rückstehen muss vnd mit Copiatur nit kan versehen werden, gleich ich es
selbst erfahien hab müssen. Alss ist meine ohnmassgebliche mainung, es
möchte ihme Amiller die Copiatur für die Capellen umb so uill mehr con-
feriret werden, weillen er Snpplicant dem verstorbenen Salki in dass eylffte
iahr in Copiren BeyhilfF geleistet, bey nebenss auch eine feine vnd correcte
Handschrift hat"
1722, 2. December.
§ti* „Andreass Johann Zi SS kombt allerunterthgst ein umb die
Copisten Steell des verstorbenen Antoni Salki seel. Wan ich nun diesem
Supplicanten diese stelle zu uertreten gar tauglich finde, zu mahlen er noch
bey lebsB Zeiten des Salky bey dessen vnvermOgenheit dises werkh ge-
Beil. VI. 88-86. 397
ftthret hat. Ales ist meine wenigste Meinung, er Ziss möchte mit der aller-
anterth. angiesnchten Copisten-Steell wasader Operen, Servizi di Camera,
Serenaden, in Summa, waaa in wellischer Sprach zu copiren vorfahlen wird,
anbelanget, allergdgst consoliret werden.^
1723, 6. März, (praes. 17. Aug. 1722.)
§•• „Georg Hindereter Kay. Yiolinista kombt allerunterth. sup-
plicando ein, vmb Vermehrung seiner besoldung deren 30 Thaller monat-
lich : mit Vorstellung dass, weillen er seinen ledigen Standt zu uerendem
Vorhabens, küniftighin mit weib und hindern bey so geringer Provision
ausBZukommen ihme unmöglich fahlen wurde. Wan nun er Supplicant, nit
allein durch seine virtä und embsige Dienstleisung, sondern auch durch sein
Privatstudium sich distinguiret, Alss ist meine ohnmassgebliche meinung;
es möchte ihme Supplicanten seine bisshero. genossene Besoldung mit
10 Thaller monatlich allergst. vermehret werden."
1723, 6. März, (praes. 16. Aug. 1722.)
§ll* „Joseph Lorber, Kay. Hautboist kombt allemnterth. ein
vmb Vermehrung seiner Besoldung deren 500 fl. iärlich mit clfiglicher Vor-
stellung, dass er nit allein durch den vor ein iahr vnglickhlichen zufahl, da
er auf der laxenburger raiss auss unuorsichtigkeit des Lechengutschers
umbgeworffen, geschleppet vnd in Tottsgefahr ein Ohr verloren hat, son-
dern auch durch andere verschiedene vnglückhss-fUhle in eusserste Nt)th-
standten gerathen seye. Weillen mir dises Supplicanten eüendter standt zu
genüge bekannt, kan ich aus christlichen Mitleiden nit umbhingehen sein
nothdringendess ansuchen mit meinen wenigsten parere zu secundiren, dass
ihme entweder durch ein accrescement oder auf eine andere weiss möchte
geholfen werden."
1723, 6. März, (praes. 24. 8'. 1722.)
§A» „Maria Barbara Salkin des Antoni Salki, gewesten Kay.
Musici, vnd in die etlich 40 iahr Hofcopisten Hindterlassene arme Wittib
kombt allerunterth. ein umb die gewändliche genaden pension. Obwollen
Sie Snpplicantin ohne kind auch nur 5 iahr ihrem Man seel. ehelich beyge-
wohnet hat, Sie doch wegen dess Manss statten vnbösslichkeit vüll onge-
mach hat ausstehen müssen. Alss ist meine wenigste mainung, Sie Skalkin
möchte mit 200 fl. iährlicher pension in ansehung ihress Manss grossen Me-
riten vnd der Wittib bedürfftigkeit allergst. consolirt werden : vnd weillen
er Salki schon den 29. Septemb. 1722 gestorben ist vnd dises Memorial
wegen meiner lang anhaltenden Krankhheit von mir nit hat expediret wer-
den können, möchte der anfang der pension von dem tag des Tottfahl ge-
macht werden."
1723, 6. März, (praes. 24. Oct. 1722.)
§•• „GiulioCavalletti Musico Contralto, von Ihro damahligen
König May. von Rom nach Barcellona beruffen, alwo er sowol als musicus
398 Beil. VI. 87.88.
wie auch alBs Vice-Capel Maister zu Ihro May. Höchsten Vergnügung seine
embsige Dienste prästiret hat, mit monatlicher Provision deren 25 Doblen,
deren 15 in Milano, die übrigen. 10 in Napel zu bezallen angewisen waren,
nunmehro dise 10 in das alhisige General-BancalitfitB Zahlambt transferirt
sein : kombt allerunterth. ein, dass weillen er alterss halber nit mehr zu die-
nen vermag, er giubiliret, vnd in Italien in sein Vatterland sich zu begeben
Ihme die allergste Erlaubniss möchte gegeben werden. Wan nun Ihro May.
der Kayser Dune Supplicanten bei dero anhero reiss zu mayland ietzt an-
gesuchte giubilation gnfidigst angetragen haben, aber von Ihrer May. re-
girenden Kayserin, alss welche er in der Music zu informiren schon in Bar-
cellona die hohe genad gehabt, hieher beruflfen ist worden. Alss ist mein
wenigste mainung es möchte solche giubilation allergst ertheilt vnd auff-
wenigst die 15 Dohlen monatlich an das hissige Bancalitets Zahlambt
allergst assignirt werden. <<
[Wurde jubiliert.]
1723, 6. M&rz. (praes. 3. Jänner 1723.)
§Y* „Christian Franz Schiman einer von dennenjenigen kna-
ben, so zu Zeiten Kay. Leopold! höchstseel. angedenkhens auss Branden-
burg alhir angekommen, vnd sich zu dec Rom. Cathol. Heligion bekennet
vnd dahero alss Musicalische Hof-Scolaren aufgenommen worden seind,
kombt allerunt ein dass weillen er mit andern reduciret zu werden 1712
das vnglttckh gehabt, vnd mithin in einen eilenden standt sich befindet,
umb eine kleine pension. Wan nun disen Knaben bei Aufhemmung ver-
sprochen worden ist, auf ihr lebenlang versorgt zu werden, auch wegen
changirter Religion von £ltem und Befreindten nichts zu hoffen haben,
auch sonsten von disen keiner mehr übrig, der nit accomftiodirt wäre,
Alss ist meine ohnmassgebliche meinung er Supplicant möchte mit einer
iährliche pension von 100 Thaller consolirt werden. '^
1723, 15. Dec. (praes. 19. März 1723.)
§§• „Lorenzo Masselliin die 30 iahr Kay. Musicus Altista gibt
allerunterthän. wehemütigst zu uememmen, dass er bei gloreichster Re-
girung Kay. Joseph! in eine dergestalten schwäre vnd gefährliche Krank-
heit gefallen seye, dass die Medici an seiner genäsung verzweiffelnd, so
fem nit die geburts-lufft Ihm widerumb zurecht brechte, ihme dahero ge-
rathen in sein Vatterland zu verraissen. Vor der abraiss habe er durch ein
Memorial Ihro Kay. May. unterthgst gebetten, Ihme seine biss dahin ge-
nossene Besoldung deren 80 Thaller auss den Zahlambt und 10 Thaller aus
dem Cammerbeitl mithin 90 Thaller monathlich in 400 fl. iährlich zu uer-
andem, mit Vorgeben, dass, weillen er nit mehr zu diennen in Standt s^ye,
er solche besoldung mit gutten Gewissen hiefüro nit genissen kundte ;
welches von Ihro damahligen Kay. May. gleichsamb wider dero willen ent-
lich ihme ist zugestandten worden. — Nachdeme er aber wider alles Ver-
hoffen zu seiner vorigen Gesundheit gelanget seye, vnd von Ihro jetzt re-
Beil. VI. S9.90. 399
girend Kay. May. widemmb in die vorige Dienate beniffiBii worden, wären
Ihme nit mehr dann 60 Thaller monatlich assigniret worden, ohne zweiffei
anss Ursachen, daas man sich dessen vorhin genossener besoldung nit wird
erindert haben ;indeme alle ttbrige seines gleichen mit der vorhin genos-
senen Besoldung seind confirmiret worden. Kombt derohalben allerunterth.
Snpplicando ein, umb in seine norige Besoldung allergst. gesezet zu wer-
den. Wan ich nun nicht für billich erachte, das des Supplicanten zartes Ge-
wissen vnd fast niemahlen erhörte Gntheit ihme für alle Zeit zur Nachteil
gereichen solte auch dass durch dessen freiwilliger begebung der Kay.
Cammer durch so vil iahr nit ein geringes in ersparung komen ist Alss ist
meine wenigste mainung, er mOchte mit der allenint. angesuchten vorhin
auss den Hofzahlambt genossenen Besoldung deren 80 ThaUer monatlich
allergst consolirt werden.*'
1728, 13. December. (praes. 5. Mfitz.)
90* nAugnstinFontana, gewester Kay. Josephinischer Trom-
bonist welcher aber nachgehends bey jetzt gloreichst regirendenKay.May.
Begirung nebst anderen reformiret worden, gibt aller unterth&n. wehemti-
tigst zu uememmen, dass er neben der unglückseeligen Eeformation auch
durch einen Schlagfluss ausser Standt gesezet worden seye sein Brodt vnd
Lebensmitl sich zu uerschaffen mithin in einem eilenden und erbarmens-
würdigen Nothstandt sich befinde. Kombt derohalben allerunt vnd von der
euBsersten Noth gedrungen Supplicando ein vmb eine kleine Kay. Pension.
Weillen nun für diesen armseligen Supplicanten kein anderss mitl mehr
übrig denselben von eussersten Vntergang zu erretten. Alss geschieht
meine ohnmassgebliche, benebends auch mitleidende mainung, ess möchte
die unterth. angesuchte pension sowohl in ansehung seines Nothstandes
auch dessen Vatters in die 46 iahr dem durchl. Erzhauss embsig gelaiste
Dienste Ihme gnädigst zugestandten werden."
1723. 10. Dec. (praes. 14. April.)
•O« nFerdinandRömmer 39 iahr Kay. Orgelmacher und Cal-
chanty Alterss krankh- und Schwachheit halber nit mehr in standt seinen
Dienst vorzustehen kombt allerunterthän. ein, dass diser sein Dienst Sei-
nem Sohn Johann Römmer dermaligen Adjuncten allergnst. möge conferirt
werden. Wan mir nun sowohl des Supplicanten Vnvermögenheit, alss auch
dessen Sohns capacitet dise Steel zu uertretten (massen er schon durch
uill iahr anstatt des Vatters diesen versichet) zu genügen bekandt ist. Alss
ist meine wenigste meinung es möchte dem Supplicanten, alss einem 66-
jährigen man, wegen seiner 39 iahr treu geleisten Diensten zur Consolation,
seine Calchanten Steell dessen Sohn allergst. conferirt werden, doch der-
gestalt, dass er Sohn Johann biss zu des Vatters Tottfahl mit seiner Ad-
juncten-besoldung solle zufrieden sein.''
r
400 Beil. VI. 91— M.
1723, 10. Dec. (praes. 9. Mai.)
•i«„LucreziaPanizza Cantatrioe, dess verstorbenen 6!o. Pietro
Panizza gewesten Pnrkhgrafen zn Trient hinterlassene Tochter, gibt aller-
nnterth. zu nemehmen dass selbe die allerhöchste genad gehabt, anf einer
opera zu singen, woriber Ihro Kay. May. ein allergstes Wohlgefallen hätten
verspüren lassen; auch auf Kay. befelch in abgang anderer parte hätte aus-
wendig Studiren mössen. Kombt also allemnterth. Supplicando ein in die
würkhliche Dienste allergst. an- und aufgenommen zu werden, mit einer ge-
ringen Provision, dass selbe dass leben durchbringen könne. Wan es sich
nun zbm öfftem ereignet, dass ein oder anderer Singer oder Singerin durch
Cathar oder andere Vmst&ndten verhindert die parte zuruckh schickhen,
mithin die opera oder andere Dienste ihren fortgang nit haben können,
dise Supplicantin aber capace ist, gar in einer kurzen Zeit einen parte aus-
wendig zu lernen. Alss ist meine wenigste mainung, Sie möchte in Ihrer
allerundterth. bitt gewehret, vnd mit einer jährlichen Provision von 400 fl.
vmb so uillmehr allergst. versehen werden, weillen selbe fUr ihre bisshero
gehabte mibe vnd Dienste die geringste consolation nit genossen hat.*'
[Nach Antrag angestellt.]
1723, 6. März, (praes. 3. Jänner.)
•tt • „Gottlieb Mu f f a t Hof- und Cammer-Organist kombt aller-
undterth. ein vmb Vermehrung seiner Besoldung deren 40 Thaller monat-
lich. Weillen diser Supplicant vor andern wegen seiner erworbenen virtä.
mit accompagnirung bey allen Operen und Cammerfestinen emploiret wird,
beynebenss seine Compositionen bei Hof mit Vergniegung Ihro Kay. May.
hören machet : auch in seinen Dienstverrichtungen sehr eyffrig sich erzeiget.
Alss ist' meine wenigste mainung, er Muffat möchte mit 10 Thaller monat-
liche Verbesserung umb so uill mehrer allergst consolirt werden, weillen
auch der andere sein Mitorganist, mit welchem er gleiche Dienstverrich-
tungen hat, 50 Thaller monatlich genüset, auch hirdurch andere zum emb-
sigen Studio angefnschet werden."
1724, 7. Jänner, (praes. 29. Juli 1723.)
•8« nGiovanniOarestiuiMusico Soprani von Ihro Kay. May. aus
Italien berufifen vmb in die Kay. Dienste angenommen zu werden, kombt
allerundterth. ein umb sein Stabiliment. Weillen ich nun diesen Supplicanten
für die Kay. Hofcapelle vnd andere Dienste brauchbar finde, also ist meine
ohnmassgebliche mainung er Carestini solle in die Kay. Dienste mit 80
Thaller monatlicher Besoldung aufgenommen ; vnd der anfang damit ge-
macht werden von ersten April dieses 1723 Jahres alss von der Zeit seiner
Ankunfft allhir in Vienn."
[Nach Antrag angestellt.]
1724, 7. Jänner, (praes. 4. Dec. 1723.)
•H« „Franz Daniel von Thallmann Priester gewester Kay.
Josephinischer, nachgehends reformirter musicae compositor: aniezo Pfar-
Beil. VI. 95—97. 401
rer zu Göllersdorff kombt allenmterth. ein vmb in die Kay. Dienste qua
talis widemmb aufgenommen zu werden. Wan nun der Kay. Hof mit Capel-
maistem und Compoaitom zu genügen dennaUen versehen ist: dess Sup-
plicanten habilitet aber weiter nit erstrekhet alss kleine Partien ynd Con-
certinen zu machen. Alss geschieht meine pflichtmässige Mainung er Hr.
Pfarrer solle seinem Berufe gemäss bey seiner Pfar verbleiben, vnd mit der
Kay. Pension deren 600 fl. iährlich sich begnügen lassen.''
1724, 4. Jänner, (praes. 14. Dec. 1723.)
•&• „MaximilianHelman (Hellmann), welcher vngefehr vor fünff
iahren von.Ihro Kay. Mky. dem famosen Königl. Polnischen Cimbalisten
alss einScolar mitgegeben worden, dises difficultose Instrument zu lehmen^
kombt allemnterth. ein, nachdeme er nach vollendeten lehrjahren von
Dressden wider zumckhbemffen worden, vmb in die Kay. Dienste als Mu-
sicus Cimbalista aufgenommen zu werden. Weillen nun Ihro Kay. May.
Ihme Supplicanten zu dem Ende mit vnkosten verschicket haben. Folgt von
sich selbst, ist auch meine wenigste mainung, dass weillen diser Scolar in
disem beschwerlichen Instrument solche progressen gemacht hat, dass wo
er seinen maister nit übertrifft aufs wenigst nichts nachgibet, der Supplik
cant billig in die Kay. Dienste solle aufgenommen werden: vnd weillen sein
Instrument von 100 vnd etliche 80 Saiten ist, mithin selbes in Standt zu er-
halten aufs wenigst 400 fl. erfordert werden : alss kan ihme meiner wenigen
mainung nach für Saiten und Subsistenz weniger nit als 1000 fl. iährlich
ausgeworffen werden, vnd immassen seine lehr-iahr schon den letzten
Martii 1723 sich geendiget haben alss möge seine ezpedition von ersten
April eben dieses iahrs anfangen. '^
[Nach Antrag angestellt]
1724, 12. Juli.
•S« „Ignaty Leopold Piellacher Kay. Bassist kombt allemn-
terth. Supplicando ein, es möchte ihme zu seiner geringen Besoldung deren
400 fl. iährlich von des iüngst verstorbenen Borini auch Kay. Basisten er-
ledigten Besoldung ein Betrag allergnd. uerwilliget werden. Wan nun von
sich Selbsten klar, dass ein man mit weib und Kindern mit 400 fl. iährlich
nit leben kann, diser Supplicant auch noch ohne Kay. Quartir ist, vnd da-
hero vmb leben zu können, nicht allein in die schulden sich zu stekhen ge-
zwungen wird, sondern auch durch vnzulässige pratiquen mit nit geringen
nachtail des Kay. Hofs sich zu helffen gedrenget wird. Alss ist meine
pflichtmässige und vnvorgreifliche mainung, er Supplicant möchte mit einem
accrescement von 100 fl. iährlich allergndgst. consoliret werden. <<
• ■
1724, 12. Juli.
•y* „MarcoAntonioBerti Bassista gibt gehorsambst zu uer-
nemmen dass er mit 30 Thaller monatlicher Besoldung mit Weib und kin-
dem nit leben könne: kombt derohalben allemnterth. gehorsambst ein vmb
Kfichet, J. J. Tax. 26
y
I
402 Beil. VI. 9S— 101.
ein aocreBcement. Weillen aber uiU seines gleichen seind, welche nit mehr
als 4 oder 5 hundert Gulden iährlich zu genüsen haben: alss kan ich für
diflsmahl dises Supplicanten Begehren nit billigen: aber wohl gehorsambst
einrathen, es möchte durch ein adjuta di costo, etwan von der Graf Kuif-
Bteinischen Cassa seiner nottdurfft geholffen werden.^
1724, 12. Juli.
•S« „FranzHintereder Kay. Violinista gibt wehemütigst zu uer-
nemmen dass er schon in das 22 iahr erstlich alss Scolar mit 170 fl., nach-
gehends 6 iahr lang mit 360 fl. endlich vnd nit gar lang mit 600 fl. in Dien-
sten stehe, vnd habe wegen anfangs so geringer besoldung mit seiner Fa-
milie in grosse Schuldenlast sich stekhen müssen worauss er sich nit mehr
wükhlen mithin vnmöglich sich durchbringen könne. Mir ist dises Suppli-
canten erbarmswürdiger zustandt zu genügen bekandt; weillen aber noch
mehrer dergleichen in eben disem spital krankh ligen, welche noch weniger
Besoldung haben alss diser; alss kan ich vermög meiner pflicht in dessen
ansuchung eines aocrescements von 120 fl. nit einrathen; wohl aber einer
hohen Obrigkeit dessen eilenden nottstandt gesorsambst vor äugen
stellen.
1724, 26. November.
••• „IgnatiusStäinbrugger Trombonist kombt allerunterth.
Supplicando ein vmb die durch seines Bruders ablciben erledigte Trom-
bonistensteell. Wan nun diese erledigte stelle vnumbgänglich muss ersezet
werden : diser Supplicant aber ein gutter Viituos ist. Alss ist meine we-
nigste mainung er Stainbrugger möchte mit der allerunterth. gebettenen
Trombonistensteell vnd 500 fl. iährlicher besoldung allergst. consoliret
werden.
[Wurde 1725 mit 400 fl. angestellt.]
1724, 28. Juli.
i OD* „GiuseppeMonteriso Soprane gibt allerunterth. zu uemeh-
men dass er iuNapel Vatter, Mutter, Schwestern und Brüdern zu vndterhalten
habe, seine Besoldung aber deren 59 fl. monatlich diese vnkosten zu be-
streitten nit zulfinglich seyen. Ich will von disen Spesen praescindiren vnd
nur die Meriten dises Supplicanten in Consideration ziehen. Mit anfuegung
dass er vermög seiner fehig- vnd embsigkeit weit erspriesslichere Dienste
leistet, alss vüU andere, welche 50 Thaller monatlicher Besoldung genüssen,
wurde also meiner schuldigen Pflicht zuwider handeln, wenn ich in das aller-
nndterth. gebettene accrescement nit solte einrathen. Ist also meine we-
nigste mainung, er Monteriso möchte mit der Vermehrung biss auf 50 Thal-
ler monatlicher Besoldung allergn'. consolirt werden.''
.1724, 28. Juli.
lOI* nAnnad'Ambreville Cantratrice kombt allerunterth. ein,
weillen Sie nit mehr dan 80 Thaller monatlich dermalen hat, vmb ein
Beil. VI. 102—106. 403
accrescement ihrer Besoldang bis auf 100 Thaller monatlich. Wan nun die
meiate Kay. Virtuosen yon der ersten Linien hundert Thaler monatlich ge-
nässen; die Singerin aber iederseit distingnirt worden seind mit 3, 4000 fl.
ifirlicher Besoldung. Alss ist meine innigste mainung die Supplicantin
möchte mit dennen allerunt. angesuchten 100 Thaller monatlich allirgndgst
consolirt werden. *<
1724, 6. JuU.
I OS« i^LeopoldChristian Kay. Trombonist kombt allerunterth.
Snpplicando ein, dass sein Sdhnlein von 10 Jahren möchte für einen Kay.
Hofscolam allergnfid. aufgenommen werden. Wan nun dise Familie das
durchleichtigste Hauss von Oesterreich schon über 50 iahr hero in diesem
der Capellen so anständigen Instrument auf eine ungemeine weiss bedienet,
dergestalten, dass offenbar ist, dass dieses Instrument dennen Christian an-
geboren seye. Alss ist meine ohnmassgebliche mainung, er Supplicant
möchte allergst consoliret werden: doch dergestalten, dass die Scolaren-
besoldung deren 360 fl. nit dem knaben sondern dem Vatter beygeleget
werden, -biss der Sohn im Standt sein wird in Kay. Dienste elnzutretten.
Wordurch der Vatter, welcher der erste Virtuos in der Welt in disem In-
strument ist, angefrischet werden wird, den Sohn dahin anzuhalten, damit
dises Instrument auf gleiche weiss in der Kay. Capellen erhalten werde. *"
1724, 26. November.
iOS* „Antoni Pöckh Bassist kombt allerunterth. ein umb den
durch den Tottfahl des Caspar Lindmair seel. erledigte Bassistensteell. Wan
nun dieser Supplicant eine gutte stimb vnd capacitet hat, benebends auch
manirlich singet , auch noch iung von Jahren ist. ALbs ist meine wenigste
mainung, er Pöckh möchte vmb so uill mehrer mit der gebettenen Bassisten-
steel vnd 600 fl. iährlicher besoldung allergst. consolirt werden, alss er
schon ein ganzes iahr die Kay. Hofcapellen vmbsonst frequentiret.'^
[Wurde März 1725 angestellt.]
1724, 26. November.
ton. „Antoni Wem die in die 17 iahr Kay. Hof-Scolar, kombt
allerunterth. Supplicando ein vmb die iüngstbin erledigte Bassistensteell.
Ich kau zwar für besagte Steele in Specie nit einrathen. Weilten aber er
Supplicant schon zimblich bei iahren, mithin der Scolaren Tittl gar nit wohl
ihme anstehet. So ist doch meine wenigste mainung er Wemdle möchte
doch einstens in die würkhlichkeit gesetzet vnd mit einer kleinen zulag zu
seiner Scolaren Provision zu trost seines alten Vatters, so in die 40 iahr das
Dnrchleicht. Hauss von Oestereich bedienet, allergst. consoliret vnd auss
dem Scolaren standt gezogen werden.*'
1724, 26. November.
IO(^ Georg Rentter in die 27 iahr Kay. Organist kombt aller-
unterth. Supplicando ein dass sein Sohn Georg für einen Scolaren in der
26*
¥
404 Beil. VI. 106—108.
Orgl möchte allergtst. anfgenommen werden. Wan nun Ihro Kay. May. mit
nichten gesandt seind würkhliche Scolaren fernerhin anfennemmen alss kan
ich für disen Supplicanten vmb so yttll weniger einrathen, weillen die ZaU
deren Organisten ohne deme Über die Massen angewachsen. *<
1724, 26. November.
tos« »Carl Giegl gewester Kay. Eleonora Höchstseel. gedScht-
nuss Hinterlassener Violinist, vnd dermallen pensionist kombt aliemnterth.
ein vmb die genad für seine genüsende pension bey der Kay. Music dienen
zn können. Weilen aber dermallen bei Hof Violinisten genug sind: kan ich
in dises Supplicanten begehren vmb so nill weniger einrathen , alss er mit
dem blossen diennen nit lang sich befridigen lassen , sondern gleich nach
der würkhlichkeit trachten wurde,"
1725, 24. April. (Aussen.)
iOV« „An Ein Hochlöbl.^ Kay. Obristhofmaister Amt gehorsamster
Bericht Johann Joseph Fnz Kay. Hof-Capel-Maisters den Kay. J&gerhor-
nisten WenzclRossi betreffend.
Hochlöbl. Kay. Obristhofinaister-Amt. Gnfidig Hochgebiettender Herr!
Auf dass von Eur Hochgräfl. Excellenz mir zugeschickte Decret den Wen-
zel Rossi Jägerhomisten betreffend, erstatte nochmallig gehorsamben be-
rieht, dass ich gedachten Rossi keineswegs capace befinde Ihro Kay. May.
mit der Hautbois zu bedienen : auss ursach, weillen er in disen instmment
niemallen ein Solids Studium gemacht, und die Hant-bois nur per accidenz
vnd für ein divertissement tractiret hat : auch die Jägerhomisten vnd Haut-
boisten Stelle in uno eodemque Subjecto mit nichten compatibel seind ; zu-
mallen bede Instrumenta zugleich in der Musique gebrauchet werden. Fer-
ner mit 500 fl. iährlicher Besoldung wurde dessen Eilend gar wenig können
abgeholffen werden, massen solche, wie leichtlich zu erachten, mit weib,
9 lebendigen kündem vnd Dienstbotten nit einmal zu leben, zu geschwei-
gen die schulden, welche auf ein grosses respective quantum sich belaufen
abzutragen zulänglich sein wurde.
Ist demnach mein abermallig ohnmassgebliche mainung, es möchte
Ihme Rossi die schon lang allerunterthänigst angesuchte Licenz von hir
sich retiriren zu können, vmb so schleiniger allergst. ertheilt werden, als er
sonst immerhin in grössere Schuldenlast verfallen müste. Die Zeit seiner
Zurückkunft auszustellen ist darumb nit wohl möglich, weil man nit wissen
kan, wass er Rossi alldort in Prag gewünnen , vnd wie balt er von seinen
Schulden sich wird können loss machen.
Dieses zu gehorsamb pflichtmässiger Berichterstattung. <<
1725, 2. Mai (praes. 12. Dec. 1724).
I09« „Johann Georg Bayer in die 9 iahre bey verschiedenen
Schlachten vnd Belageiungen in Hungern, Hernach bey den DuroUeucht.
Heusem, Lotheringen vnd Nauburg etlich iahr, nunmelu' in das sechzehnte
Beil. VI. 109— lU, 405
Jahr N. De. LandBchafiPt und Veld Höq)aukher kombt allerunterth. ein umb
die Kay. allerhöchste genad, daas sein ältester Sohn von 18 iahren Ignaz
für einem Kay. Hof-ScoUren in der Composition mOchte aufgenommen
werden. Weillen aber Ihro Kay. May. nicht gesinnt seind Scolaren künfftig.
hin mehr zu halten kan ich auch dahin nit einrathen. Ess wäre dan dass auf
dieaes Jünglings besonderes Naturel und Inclination lauth heiligenden
Attestationes auch meinen aignen wissen nach bey so iungen iahren vnge-
mainen progressen allergst. reflectirt wurde.
1725, 2. Mai.
I09« „Kilian Reinhardt, in die 48 iahr Kay. thailss dispensator
thailss concert Maister, nachdeme er durch obbenannte iahr den Dienst
alein yerrichtet; nunmehro aber wegen 72Jährigen hohen Alters entkrefftet
eines gehülffen nöttig, auch der Kay. Dienst erfordert, dass bey Lebzeiten
dessen einer vndterrichtet werde, kombt allerunterth. ein vmb einen Ad-
juncten vnd dass ihme die 1713 ftlr einen A^uncten zugelegte 300 fl.
iarlich verbleiben vnd zu seiner besoldung möchten einuerleibet werden.
Wan nun er Reinhardt neben seiner embsigen Dienstverrichtung laut beyli-
gender Specification dem Kay. aerario biss 20.000 fl. ersparet hat, weillen
er mit geringerer Besoldung vnd ohne Adjuncten den Diens versehen. Alss
ist meine wenigste mainung der uon ihm Vorgeschlagene vnd tauglich be-
fundene Andreas Amiller Tenorista möchte vmb so uill mehr uor andern
mit 300 fli. i&hrlicher Besoldung adjungiret werden, alss er selber treulich
zu vndterrichten versprichet, Ihme Reinhardt aber damit wan ihme als
einem so hoch meritirten Dlenner in seinem so hohem Alter etwas entzogen
werden solte nit sein Tott befördert werden möchte, die obbenante 300 fl.
in salvo bleiben möchten.'
*
1725, 7. Juni, (praes 12. Dec. 1724.)
HO* „Dess Ferdinands Richters in die 30 Jahr gewesten Kay.
Hof- vnd Cammer-Organisten hinterlassene 4 arme weysen kommen aller-
unt. ein vmb fernere Continuation der Ihnnen bereiths vor zwei iahren aller-
gst aussgeworffenen genaden pension. Wie gross die Virtü vnd Meriten
diser Weysen Yatters gewesen seye ist weltkundig indem £r neben seiner
ordinari Dienst nit allein die durchleicht. Herrschaften, sondern auch Ihro
jezt regirende Kay. May. selbsten in der music zu informiren die aller-
höchste genad gehabt hat. Ist also meine vnterworffenste meinung Sie
Weysen möchten allergdgst consolirt werden.*'
1725, 7. Juni, (praes. 22. Dec. 1724.)
III« „Anna Ambreville Cantratrice ist vngeführ vor anderthalb
iahren allerunterth. einkommen, es möchte ihre besoldung deren 60 Thaller
biss auf 100 Thaller monatlich allergdgst vermehret werden. Nachdeme
aber iüngsthin ihre expedition dahin aussgeschlagen, dass Sie anstatt der
verhofften 100, nur 80 Thaller erhalten, Kombt Sie Supplicantin aber-
/
406 Beil. VI. 112—114.
mahlen alleranterth. ein, bestendig vorgebend, nachdeme Sie bei so gerin-
ger besoldung in ein grossen Schuldenlast verfallen seye; mit weniger
nicht, alss mit 100 Thaller Monatlich alhir leben kdnte. Alss ist meine aber-
mallige Submisse mainnng Sie Ambreville möchte vmb so uill mehr aller-
gst consoliret werden, weillen sonsten eine andere, welche villeicht auch nit
vill virtuoser sein wurde, wohl mit dopleten oder dreyfachen Spesen müste
vndterhalten werden.»
1725, 7. Juni, (praes. 25. Februar 1725.)
iltt« „MaximilianHelman Kay. Cimbalist gibt wehemütigst zu
aememben, dass, weillen fast stetter vnbösslichkeit vnd vnkOsten der Sai-
ten seines Instruments, seine Besoldung nit erklOckhlich, er in ein solchen
Schuldenlast verfallen seye, dass er seine gage auf ein ganzes iahr verschrei-
ben müssen, vnd mithin sich nit mehr zu helfen noch zu rathen wisse. Nimbt
also seine Zuflucht zu Ihro Kay. May. Allerhöchsten Olemenz vmb eine er-
kleckhliche allergste adjuta bittend. Weillen mir bewust, dass dieses Sup-
plicanten eilender nothstandt (in welchem er villeicht wohl auch auss der
lugend gemeiniglich angebomen üblen würthschafft theilss verfallen mage
sein) also beschaifen ist«- dass so ferne ihme nit durch eine Kay. Grenad ge-
holfen wird, Er Helman vnfehlbar verderben vnd völlig zu grund gehen
müsse. Wan nun höchst Schad wäre vmb dessen unvergleichliche vnd mit
grossen Kay. vnkosten erlernte Virtü. Alss ist meine wenigste mainung, es
mochte Ihme durch eine allergste Ajuta geholfen vnd von dem vntergang
aufs wenigst mit 400 fl. errettet werden. Es soll künfftighin durch einen
Curatorem seiner üblen würthschaft vorgebogen werden.''
1725, 7. Juni, (praes. 7. April 1725.)
118* »Tomaso Piani Kay. Violinist, kombt allerunt ein, es
möchte ihme seine geniesende Besoldung deren 50 Thaler monatlich noch
mit 10 Thaller bei ver&ndemng seines Standts allergst vermehret werden.
Wan ich den glaubwirdig vemomben, dass Ihro Kay. May. ihme Piani sol-
ches angesuchte accrescement der 10 Thaller monathlich bereits allergst
zugestandten haben, villeicht in erwegung, dass durch diese Henrath 100 fl.
i ährliche pension, so die Borinische PupilHn nun mehro Braut genüset, dem
Kay. aerario heimbfallet : alss habe meiner seyts nichts beizutragen, alss
der allergst. Verordnung meine wenigste mainung zu undterwerffen.»
1725, 7. Juni, (praes. 9. März 1725.)
im* „Domenico Genuesi Kay. Soprano kombt allerunterth.
Supplicando ein, dass ihme seine iezt genttsende besoldung deren 80 Thal-
ler monatlich mit 20 Thaller möchten vermehret werden. Es ist zwar schon
vor ein geraumer Zeit von disen Supplioanten bey mir vorkhommen eben
dises enthalts ein Memorial. Weillen aber damallen ich der mainung war, er
Genuesi genüse schon die 100 Thaller monatlich, habe ich damallen nit kön-
nen einrathen. Nachdeme ich aber in erfahrung gebracht, dass er nur
Beil. VI. 115—118. 407
80 Thaller habe, andere aber von seinem rang, virtü vnd Dienstverrich-
tungen 100 Thaler genüsseni Ist meine wenigste mainung, er Genuesi könne
flieh Hofibang machen dennen lennigen gleichgehalten su werden, forderist,
weillen er in Kay. Diensten sonderbar embsig sich einstellet.^
1725, 7. Juni, (praes. 24. April 1725.)
II ft* n^iovanniPeroni Kay. Violoncellist, gibt alleranterth. zu
vernehmen, dass weillen er neben seiner person auch einige Erfinde in
Meyland zu unterhalten habe, zu bestreitung solcher Spesen seine genü-
sende Besoldung deren 60 Thaller monatlich nit erkleckhlich mithin in
grosse Schulden verfallen seye : kombt derohalben allerunterth. ein vmb ein
beliebiges accrescement. Ich lasse dises Supplicanten schulden vnd Familie
an seinem Orth gestellet sein. Wass aber dessen virtü vnd Dienstverrich-
tungen anbelanget, muss ich bekennen, dass an embsigkeit vnd vnermie-
tenden Fleiss bey allen Diensten er andern zu einem exempel seyn könne.
Welches Ihro ELay. May. am besten bekandt : also dero allergqten Verord-
nung meine wenigste mainung gehorsambst vndterwerffe.^
1725, 21. Nov. (praes, 30. Oct. 1725.)
liS. „FilippoBalatri Musico Soprane, nachdeme er schon durch
fast ganze 7 Monat sich alhir aufhaltet, ein opera recitiret vnd fast bei allen
Capelldiensten sich einfindet kombt allerunterth. ein in die Kay. würkliche
Dienste allergst aufgenommen zu werden. Obwollen die stimme vnd iahre
dises Supplicanten nit seind, wie wohl zu wintschen wäre*, weillen aber ein
grosser abgang an Sopranen dermallen sich befindet, er Supplicant aber
gar eine feine Art zu singen hat und sonst von lobwirdigen Wandl ist. Ist
meine wenige mainung er Balatri möchte allergst aufgenommen werden die
Besoldg belangend remettirt er sich in Ihro Kay. May. allerh. Clemenz u.
Generosität. Ich aber vnterwerffe Ihro Kay. May. allergst. Verordnung
meine wenige mainung dissfahl umb so uil mehr, weil ich disen Sopran in
der Capellen wegen meiner unbasslichkeit niemahlen hab hören können.''
[Wurde nicht angestellt.]
1726, 24. März, (praes. 5. Jänn. 1725.)
11 V. n^ranz Carl Pernember, Violinist, welcher wegen seiner
virtü wohl vndter die ersten kann gesellet werden, kombt allerunterth. ein
vmb die vacirend gewordene Violinisten Stelle. Wan aber solche Stelle der-
mallen nit ersezet wird : er Supplicant aber neben seiner virtü vnd aigenen
Verdiensten (massen er auch am Kay. Josephinischen Hof eine Zeit lang
alss Discantist gedienet hat) auch seines Vatters Meriten, welcher schon
über 20 iahr als musicalischer Trompetter am E^y. Hof zu dienen die
Höchste genad hat, anziehen kau. ALss ist meine wenigste mainung es
möchte zu seiner Zeit auf ihne Pernember gnädigst reflectiret werden.*'
1726, 24. März, (praes. 1. März 1726.)
ll§.„GeorgReutter kombt allerunterth. ein vmb abwechsslungs-
weiss mit anderen Kay. Organisten zu dieuen; auch filr einen würkhlichen
' 7
408 Beil. VI. 119—128.
Hof Scolaren aufgenommen zu werden. Wan nun 1* Ihro Kay. May. den
nach und nach angewachsenen überflus deren Organisten auf die gewand-
iiche Zahl reduciret haben wollen 2* auch keine Scolaren mehr zu halten
allergdgst resoluiret sein. Kan ich in dises Supplicanten ansuchen nit ein-
rathen.^
1726, 17. Aug. (praes. 5. Aug. 1726.)
HO« „Marianna Lorenzani Conti Cantatrice, Nachdeme Ihro
Kay. May. allergst sich belieben haben lassen Selbe in dero Dienste zu nem-
ben mit 4000 fl. iährlicher besoldung, kombt allerunterth. ein umb ihre ex-
pedition: dass also ich meines wenigen orths nichts beyzutragen habe, alss
einer hohen Obrigkeit solches gehorsamb zu hinterbringen.
1726, 17. Aug. (praes. 5. Aug. 1726.)
tÜO* „Johann Georg Sturmb Turner Maister zu Closter Neu-
burg kombt allerunterth. ein umb alss Quart-Posaunist in die Kay. Dienste
aufgenomben zu werden. Wan nun dieses Instrument der Kay. Musique
keine Verbesserung beytragen kan, sondern in gegentheil wegen dessen
unannemblichen Glang deterioriren wurde: Alss kan ich in dises Suppli-
canten ansuchen nit einrathen.''
1726, 20. Sept. (praes. 8. Mai 1726.)
\%\* „Leopold Christian der lungere, Trombonista, kombt
allerunterth. ein umb Vermehrung seiner besoldung deren 740 fl. Obwollen
diser Supplicant vermög seiner besonderen virtü weit ein mehreres meri-
tirte, massen er in seinem Instrument seinem gleichen nit hat, weillen er
aber unlängst ist accresciret worden, alss ist meine wenige mainung^ er
möchte für disamahl biss auf eine vacirend werdende besoldung vertröstet
werden."
1726, 28. Sept. (praes. 2. April 1726.)
\%%. „Anna Maria, des abgeleibten Xaverj Gläzl in die 'j7 iahr
gewesten Kay. Hautboisten und Fagottisten hinterlassene arme Witib
kombt allerunterth. umb die gewändliohe Kay. genaden Pension. Wan nun
nit allein der Supplicantin Man, sondern auch die andern zwey Brttder der-
gestalten gutte Dienste geleistet haben, dass deren schon zwey wegen des
beschwärlichen Instrument vnd Fatiguen in iungen iahren ihr leben einge-
bfiset haben, auch von disen Dreyen nur eine einzige Wittib zu uersorgen
ist. Alss ist meine wenige mainung Sie Gl&zlin, obwohlen ohne Kind, doch
weillen selbe einen grossen Schuldenlast abzutragen hat, möchte mit 200 fl.
ifihrlicher pension allergst. versehen werden. <<
1726, 28. Sept. (praes. 3. Juni 1726.)
%%%• „Giovanni Vincenzi Musico Soprailo kombt allerunterth.
Supplicando ein, es möchte Ihme zu seiner bisshero genüsenden besoldung
Beil. VI. 124—126. 409
deren 80 Thaller monatlich noch 20 Thaller monatlich allergst. beygetragen
werden* Wan nun diser Snppiicant allein ynd ohne Familie sich befindet :
glaubte ich er knnte mit 80 Thaller monatlich gar fein vnd ehrlich leben:
es wäre dan, dass Ihro Kay. May. aus besonderen Ursachen Ihn Vincenzi
nuf angesuchte weiss wolten consolirter haben. '^
1726, 28. Sept. (praes. 22. Aug. 1726.)
IttH. „Ferdinand Nicola Wpller gegen 20 iahr Kay. Violinist,
kombt allerunterth. ein ihme seine bisshero genüsende besoldnng deren
40 Thaller monatlich noch mit 10 Thaller monatlich möchten allergndgst
vermehret werden. Wan nun dises SuppHcanten ansuchen ich sehr billig er-
kenne, auch dessen beygebrachte motiven in der Wahrheit fundiret seind,
welche hieher zu sezen Schwachheit halber ich vndterlassen muss und da-
hero auss dem Memorial zu ersehen sind. Alss ist meine wenige mainung er
WoUer möchte mit dem angesuchten accrescement deren 10 Thaller monat-
lich allergst. consoliret werden.^
1726, 28. Sept (praes. 5. Aug. 1726.)
iSft* nl^r^^Atius Angermair, Kay. Violinista, welcher seinem*
Vorgeben nach, allergsten Kay. befehl gemäss, dermallen in Mayland, vmb
in der Composition informiret zu werden, sich^aufhaltet , gibt allerunterth.
zu uememben, dass auss mangel der bezaHung deren neben seiner besol-
dnng zu seinem undterhalt ihme assignirten 1600 fl. er biss auf 5000 fl. un-
gefehr schulden zu machen seye gezwungen worden; vnd werde derohal-
ben uon denen Creditoribus dergestalten geängstiget, dass er in seinem
Studio keinen progress machen könne, bittet mithin allerunterth. umb
schieinige Hilfinitl. Wan ich nun weder von der Licenz der abwesenheit
dieser iungen verderbten menschen* noch weniger von dennen Ihme assig-
nirten 1600 fl. die geringste wissenschafft nit habe ; alto kan ich hierauf
keinen bericht erstatten, wol aber aus schuldigster pflicht gehorsambst zu
vememben geben, dass Ihne Angermair nit sowohl der eyfer zum Studiren,
alss die auf seine person dringende Creditores wegen der von Ihme noch
aiss Scolar unnuz gemachten schulden, so sich auf 3000 fl. belauffen von hir
wekh getriben haben. Ob beyligende Attestation von dem Maestro wegen
in so kurzer Zeit so hochgestigenen Schulden den Supplicanten rechtferti-
gen könne überlasse ich einer hohen Obrigkeit als höchst vemünfftig zu
überlegen.^
1726, 18. August.
ISS* nAntoni Carl Richter Kay. Organist kombt allerunt. ein
vmb Vermehrung seiner iährlichen besoldnng deren 500 fl. Wan nun dieses
Supplicanten eilender notstand zu genttgen mir bekantist, auch von sich
selbst zu ermessen ist, dass er mit so geringer besoldnng ohne schulden zu
macheQ nit leben köne. Alss ist mein ohnmassgebliche mainung, er Richter
möchte sowohl in ansehung seiner aignen in das 11. iahr also auch dessen
410 Beil. VL 127—12».
Vatters in die 38. iahr trenvleissige und besonders virtuose Dienst mit
100 fl. iährlich umb so nil mehr allergdgst acerescirt werden, alss in kurzem
verschiedene besoldungen und Pensionen, durch Tottfahl dem Kay. aeraria
heimbgefahlen seynd.*'
1727, 3. Jftnner.
ISV« „Leopold Christian, Kay. Trombonist gibt allerunt. zu
uemefamen, wie dass er wegen geringer besoldung mit eusseriichen Dien-
sten abzumaten umb leben zu können gezwungen wird, mithin in gefahr
stehe, bey seinem ohnedem besehwärlichen instrument vor der Zeit sich zu
ruiniren, oder aufs wenigst die Kay. Dienst nit mit solcher perfection wie
dermallen zu uerrichten. Kombt derohalben allerunt ein umb ein acoresce-
ment. Wann nun dieser Supplicant ein solcher Virtuos ist, der seines glei-
chen nit findet, auch schw&rlich mehr einer zu hoffen ist, mithin an dessen
längerer conservation nit wenig gelegen zu sein glaube. *Al8s ist meine
wenige, doch zum Kay. Dienste vorträgliche mainung, es möchte ihme Sup-
plicanten seine dermalen genüsende Besoldung deren 750 fl. jährlich auf
1000 vermehret werden : doch mit dem beding und austrfickhlichen befelch
dass er gleich bey antrit dieses genüs den Dienst bey St. Stephan aufgebe.*^
1727, 10. Jänner.
- 1S9« „Ludwig Schön, in die etlich zwainzig iahr, Kay. Hautboist
gibt allerunterth. zu uememben, dass er mit seiner bisshero genüsenden
geringen besoldung deren 500 fl. iährlich ohne Quartier biss gar eine kurze
Zeit hiehero mit seiner Familie nit allein sehr kümmerlich leben, sondern
auch in die schulden sich habe steckhen müssen: kombt derohalben aller-
unt. ein umb Vermehrung seiner Besoldung. Wan nun dieses Supplicanten
nothstandt mir zu genügen bekandt, und er undter dennenKay.Hautboisten,
so dermalen dienst thuen der älteste ist, auch von dennen Calvinischen
Knaben ist, welche noch bey Lebszeiten Kaysers Leopold glorreichster gh-
dächtnus von Berlin anhero gekommen, und meistens zur Bedienung letzt
regierender Kay. May. damaligen Erzherzog seind aufgenommen worden;
Alss ist meine ohnmassgebliche mainung es möchte ihme Schön seine Be-
soldung mit 100 fl. iährlich vermehret werden. *<
1727, 1. April.
190. „Johann Jacob F ride rieh Kay. Fagotist gibtwemietig zu
uememben dass er mit seiner geringen besoldung deren 500 fl. iährlich mit
seiner Familie von 9 personen unmöglich leben könne; und etwas extra zu
uerdienen ihme die heufigen Hofdienst nit zulassen: kombt derohalben
allerunterth ein um eine ergebliche Beylag seiner Besoldung. ObwoUen
diser Supplicant nit lang in Kay. Dinsten stehet, weillen er aber ein beson-
derer Virtuos, und sehr gebraucht wird, massen ifast kein wochen vorbey
gehet, wo er nit ein oder 2 mahl mit seinem besehwärlichen Instrument
mus sich Hören lassen nit mit geringer Sadsfaction der allergnäd. Herr-
Beil. VI. 130—132. 411
schafften. Alss ist meine wenige matnnng er Friderich möclite mit einer
Beylage von 300 fi. iährlich allergnäd. consolirt werden.^
1727, 28. Jänner.
ISO* „GioachinoSarao ArciliutiBta oder Tiorbista nachdeme er
angeftttir vor acht Monath von Ihro Kay. May. auB Napel hieher berufen ist
worden, kombt nun alleninterth. ein umb in die Kay. Dienst qua talis
allergst. aufgenommen zu werden , mit anticipation einer iahresbesoldung
und schieiniger conferinmg eines Kay. Quartirs. Wan nun er Sarao zu dem
ende ist hiehero berufen worden, auch weillen der Kay. Tiorbist Francesco
Conti nunmehro dffters unbässlich zu werden anfanget, nOttig ist. Alss ist
meine wenige nudnung, er Supplicant möchte mit der würkhlichen Tiorbis-
stell und gewfindlicher besoldung deren 80 Thaller Monatlich allergst. con-
soliret werden. Die anticipation einer iahrs-besoldung und Quartir alss
Special genaden bemen bloss in der allerhöchsten Olemenz Ihro Kay. May.«'
1727, 28. Jänner.
iSl« „Anna Barbara Rogenhofferin Singerin aus der vor-
trefflichen Schnei Gaetano Orsini, nachdeme Sie sowohl in Operen alss auch
anderen begebenheiten bey dem Kay. Hof öffters ihre prob nicht mit ge-
ringen lob erwisen, kombt nun allerunterth. ein in die Kay. Dienst alss
wttrkhliche Singerin allergst. aufgenommen zn werden. Wan nun diese
Supplicantin neben der guten Stimb und Capaeitet nicht eine geringe virtü
schon erworben hat; auch zu hoffen ist, dass durch die vortreffliche anfüh-
rung Ihres lehrmeisters, welcher heuntigs tags fast allein die wäre Sing-
knnst emporhaltet, eine von dennen besten Singerin mit der Zeit sein werde.
Alss ist meine wenige , doch ^m Kay. Dienste erspriessliche mainnng Sie
Rogenhofferin möchte mit 40 Thaller monatlicher besoldung ad Interim in
die würkhlichkeit allergst aufgenommen werden, zur consoladon auch des
Lehrmeisters: alss welcher diese seme Scolarin bisshero nit allein gratis
informiret, sondern auch auf seine aigne Unkosten mit aller notturfft ver-
pfleget hat."
[Wurde als Hofscolarin mit 400 fl. aufgenommen.]
Der Vortrag des Ob. Hofm. Amtes sagt, dass 6 würckliche Singerinen
und 1 Scholarin mit nachfolgenden Besoldungen vorhanden seien, nämlich
die Schultzin mit . . . 600 fl. die Panizza mit ... . 400 fl.
die Sconianzin mit . . . 2700 „ die Conti mit 4000 „
die Borosinin mit ... 1800 „ die Hilverding mit . . . 360 „
die Perronin mit . . . . 1620 „ Zusammen mit iÜsÖI
1727, 21. Juni.
iStt. „Johann Baptist Peyr, 8 iahr lang verwittibt Kay. Eleo-
norae gewester, nunmehro in das 7. iahr an regirenden Hof würkhlicher
Hof-Organist mit 500 fl. iährlicher besoldung , weillen er bey so geringer
besoldung mit seiner Famili kttmerlich oder gar nit bestehen kan, kombt
412 Beil. VI. 133—136.
allerunterth. ein umb eine beliebige zulag zu seiner besoldnng. Wan nun
dieser Supplicant gute Dienste leistet, sonderbar in der Capellen, beyne-
bens auch sehr bedürfftig ist. Ist meine wenige mainung er Peyr mOchte
mit einem beytrag von 100 fl. allergst consolirt werden."
1727, 21. Juni.
ISS« „Maximilian Heeiman (Hellmann) Cimbalist gibt aller*
unterth. zu uernemen dass weillen er, umb sein instmment von 185 Saiten
in einem g^ten standt zu erhalten, einen grossen thail Yon seiner Besoldung
darzu anwenden müesse , er mit den Überrest mit weib und kind unmöglich
leben könne, und dahero in schulden habe verfallen mtlssen. Kombt dero-
halben allemnterth. ein umb Vermehrung seiner Besoldung. Wan nun war
ist, dass umb dises Instrument in guten' standt zu erhalten, gleich ich ihme
das lob geben mus, nit geringe Unkosten erfordert werden. Alss ist meine
wenige mainung es könnte ihme zu disem- ende , und wegen dessen beson-
deren virtu ein beytrag von 200 fl. iährlich allergst. gereichet werden.^
1727, 27. Juni (praes. 1. Mai 1727).
IS^ „Ignatii Finsterbusch, Tenorista, nachdeme Ihme unge-
fehr vor drithalb iahren der zutrit zur Kay. Hof-Musique allergst. ist ver-
stattet worden, doch biss zu einer Vaoatur ohne besoldung: Nachdeme bey
immer anwachsender Family er auf dise weiss nit mehr ausszukommen
weiss, kombt allerunterth. ein umb die wttrkhlichkeit: und wollte sich in-
dessen bis zu einer apertur mit der Scolaren besoldung befridigen. Wan
nun diser Supplicant damallen eine zimblich schwache stimb und brüst ge-
habt, obwoUen sonsten die arth zu singen bey ihm gut ist: ich aber ihne
seythero wegen meiner unbässlichkeit in der Gapelen nit habe hören kön-
nen, und also nit wissen kan ob sich die stimb verbessert habe. Ihro Kay.
May. aber alss Höchst verständig selben fast bey allen Diensten anhören.
Alss undterwerffe und überlasse solches alles Ihro Kay. May. allergst. Ver-
ordnung. <<
1727, 27. Juni (praes. 15. Juni 1727).
las« „GiacomoVitali Musico Soprane kombt allerunt. ein umb
in die Kay. Dienste angenommen zu werden mit 1000 Thaller iährlicher
besoldung und vorschreibung einer ganzen iahrsbesoldung. Wan nun er
Vitali zu dem ende anhero beruefen worden benebens ein guter Virtuos ist,
(wan er in der Capellen, alwo ich ihn nit hab hören können, eben so gut ist
als in Camera und Teatro) auch an Sopranen in der Kay. Capelle ein merk-
licher abgang ist Alss ist meine wenige mainung er Vitali möchte in seiner
allerunterth. ansuchung in allem allergst. consoliret werden.^
[Wurde 1. Jänner 1728 angestellt]
1727, 27. Juni (praes. 12. Juni).
„Nachdem Barbara Rogendorferin (Rogenhoferin) vor
einiger Zeit allerunterth. eingekommen, umb alss eine würkliche Singerin
Beil. VI. 137—189. 415
in die Kay. Dienste allergst aufgenommen zu werden , die allergste Be80>
Intion aber dahin ergangen ist, dass selbe als Scolarln mit 400 fl. i&hrlicher
besoldnng eine Zeitlang dienen solte; von solcher allerhöchsten genad und
Clemenz angefrischet kombt Selbe nochmallig allemnterth. ein umb die
würkhlichkeit. Wan nun sowohl ich lauth meines vorigen parere , auch ihr
Lehrmaister Gaetano Orsini selbe nit allein capace finden, solche Stelle zu
uertretten, sondern auch zum Kay. Dienst nOttig zu seyn erachten. Alss ist
mein abermalliges geringes einrathen , Sie Rogendorferin möchte mit der
gebettenen wttrklichkeit und 40 Thaller Monatlicher besoldung allergst.
consoliret und der anfang von 1726 gemacht werden: damit der Lehr-
maister nit noch ein ganzes iahr continuiren müsse, alss welcher diese Sup*
plicantin aus purer christlicher Liebe und eyfer Ihro Kay. May. eine gute
Virtuosin zu stellen nit allein gratis instruiret, sondern auch durch etliche
iahr her mit kost, kleider, Zimmer und allen nothwendigkeiten aus seinem
aigenen mitlen versihet. Wordurch er Gaetano animiret wird werden, seine
virtuose Instruction zu Ihro Kay. May. Diensten noch femer zu continuiren
gleich er schon verschiedene ohne einigen entgelt gelemet haf
[Erhielt das placet nach der Meinung des Kapellmeisters.]
1727, 27. September (praes. 3. Juli 1727).
iSV* nJohannHanisch Kay. musicalischer Hoftromp etter kombt
allemnterth. ein umb des Tobiä Andre Pemember seel. erledigte musica-
lische Hofbesoldung deren 165 fl. ObwoUen nun dieser Supplicant in seiner
virtü sich distinguiret und treffliche musicalische Dienst prästiret : Weillen
er aber unlängst in die Kay. Dienst getretten , Alss ist meine mainung, er
möchte biss zur anderen erledigung sich gedulden.^
1727, 27. September (praes. 9. Juli 1727).
tS8. ,£rnestSessler vorhin Ihro verwittibt Kay. May. Eleonora
Höchstseeligsten angedenkens, nach dero ableiben aber an Regierenden Hof
mithin in die 25 Jahr Kay. Hof und Feldt-Trompetter kombt idlemnt ein
umb des abgeleibten Kay. Hof-Trompetters Tobias Andre Pemembers er-
ledigte musicalische besoldung deren 165 fl. iärlich. Wan nun dieser Sup-
plicant bey allen vorfallenden begebenheiten sehr gutte musicalische Dienst
praestiret. Alss ist meine .wenige mainung er möchte in ansehung seiner in
die 25 iahre gut geleiste Dienste wie allemnterth. gebetten, allergst. conso-«
liret werden.
1727, 27. Sept (praes. 20. Juli 1727.)
ISO. Franz Ferdinand Müller bereits ein Jahr Kay. Hoboista
sapemumerarius, nachdeme Roman Glazel gewester Kay. Hoboist jüngst-
hin mit Tott abgangen, mithin eine würkhliche Steelle vacirend ist,
Kombt allemnt. ein umb die würkhlichkeit. Wan nun zu bestreitung der
Kay. Diensten solche Stelle mit einem tauglichen Subjecto widerumb zu
ersezen nöttig ist, er Müller aber nit allein ein gutter Virtuos, sondern auch
414 Beil. VI. 140—142.
einen besonderen eyffer in seinem Studio verspüren lasset : auch dessen
Vatter seel. Ferdinand Müller biss 40 iahr als Cammerdiener und Quarda
Dames dem durchleichtigsten Haus v. Oesterreich treufleissigst gediennet
hat. Alss ist meine pflichtmässige mainung, er SuppUcant möchte mit der
a. u. angesuchten würkhlichen Hoboisten Steelle vnd 500 fl. iährlicher be-
soldnng umb so uil mehr allergst. consoliret werden, alss von des Glazl
seel. erledigten besoldung keine wittib mit pension zu uersehen ist.
[Wurde nicht angestellt.]
1727, 27. Sept. (praes. 9. Juli.)
tflO« »Franz Carl Pernember, Violinista supemumerarius
kombt allerunterth. ein umb eine würkhliche Violonisten Stelle. Wan nnn
dermaUen kein solche Stelle vacirend ist; er Pemember auch verm5g seiner
virtü unter die ersten Violinisten zu zellen ist, den Molon aber nur per ac-
cidenz spillet, kan ich in dessen Begeren nit einrathen, weder verwilligen,
dass ein so guter Violinist in einen schlechten Violonisten solte verwandlet
werden."
1727, 27. Sept. (praes. 20. Sept. 1727.)
t <H . „C a r o l u s J a c 0 b u s G i e g e l Waylland Ihro verwittibten Kay .
May. Eleonora hinterlassener Musicus, von der Zeit aber Ihre verwittibten
Kay. May. Amaliae Hofviolinist kombt allerunt. ein umb die erlaubnus bey
dem Regirenden Hof mit dem Violon zu diennen. Wan nun die Kay. Ca-
pellen mit Violonisten zu gentige versehen ist; diser Supplicant auf den
Violon niehmallen gespillet hat: mithin für. einen Violonisten mit warheit
sich nit ausgeben kan. Alss folgt von sich selbsten, dass ich in dessen ver-
messene anmassung nit einrathen solle."
1727, 15. Nov. (praes. 3. Oct. 1727.^
mit« „Philippo Salvati, Kay. Hofscolar in Violin gibt allerun-
terth. gehorsambst zu vememben, dass nachdeme er fast 9 iahr dem Studio
in Violin und Contrapunct undter anführung deren beriembtesten maistem
in Italien mit grosser embsigkeit obgelegen seye, und zu bestreitung deren
Unkosten seine assignirte Provision nit zulänglich gewesen, dahero sein
Vatter mit beytrageu sich zimblich erschöpffet habe, er dahero sich in
standt befinde als würkhlicher Mnsicus IhroKay.May. zu bediennen. Kombt
also allerunt. Supplicando ein, umb die würkhlichkeit. Weillen nun jeder-
zeit die Hofscolaren, sobald selbe capace sich gemacht haben virtuose
Dienst zu praestiren, gleich diser Supplicant ist, abo hoffete ich in die aller-
höchste Clemenz, dass Ihme Salvati auch solche Kay. Gnade widerfahren
könnet.
[Wurde angestellt.]
[In dem Referat des Ob. Ho6n. Amtes v. 15. Nov. 1727 wird erwähnt,
dass für Violinisten jährlich 16.782 fl. verausgabt werden.]
Beil. VI. 143—146. 415
IKS* AuB dem Referate des ObersthofmeiBter- Amtes vom 15. Nov.
1727.
BernardAprile, pens. Kapellmeister in Innsbruck bittet um eine
Anstellung oder sonstige Aushilfe in seiner Bedrfingniss, darüber f&hrt das
Referat fort :
„Hierüber um" gehet £w. May. Hoff Capell Heister Fux in seinem sub
lit C (fehlt!) erstatteten Bericht gutachtlichen, des Supplicanten Gesuch
für billig erkennende Meynung dahin, dass, weilen Er seiner fast stäter ohn-
pfissiichkeit- und siemblioh hohen Alters halber wenig mehr zu prästiren
vermöge; der Compositor Conti aber in eine g&nsliche ohn Vermögenheit
verfallen, mithin ein Abgang an Compositoren seye, der supplicirende
Aprile (alss deme er Zeugnüss geben könne dass er seine profession ver-
stehe) auf die Prob gesetzt werden könte, ob £w. Kay. May. Er mit seiner
Composition ein a. g. contento zu geben vermöchte, welchen nach A. h.
dieselbe seiner accomodirung wegen den allermildesten Entschluss fassen
könnten."
Darüber bemerkt der Obersthofmeister (Rudolf Gf. Zinzendorf) , dass
der Vicekapellmeister Caldara, die Compositoren Badia und Porsile ausserdem
•der Organist Joh. Georg Reinhard vorhanden seien „mithin an denen nö-
tigen Compositoren noch kein solcher Abgang, wie der Capellmeister will
•erscheine."
[Wurde nicht angestellt]
1727, 15. Nov.
IKVl« „^n dem Vortrage des Ob. Hof-Meisteramtes von diesem Datum
wird Aber das Gesuch des Johann Franz Reinhard, als vermeintlicher
wirklicher Ho£scolar um eine Anstellung als wirklicher Hof-Violinist gesagt:
^Wan nun aber des Supplicanten, von Ihme nicht ohne einige Arglistigkeit
auch dem Capellmeister (Fux) bey seiner schon abnehmenden Gedachtnüss
beygebrachten Supposition, ob wäre er bereits ein würkl. Hofscolar an
«ich selbst falsch und irrig ist."
[Wurde angestellt.]
1727, 15. Nov. (praes. 27. Oct. 1727.)
tVlft. „Johann Otto Rosetter, in die 20 iahr Kay. Violinist mit
^ lebendigen unversorgten Kindern kombt allerunterth. Supplicando ein
umb die allerhöchste Gnad, damit sein 16 iähriger Sohn Joannes, welcher
vor ein iahr schon die allerhöchste genad gehabt vor Ihro Kay. May. in
dem Violin mit Ruhm sich hören zu lassen^ für einen Hof-Scolaren möchte
allergst. aufgenommen werden. ObwoUen uht nit unbewust ist, dass Ihro
Kay. May. nit incUmren Scolaren zu halten; auch ich meiner wenigen Seyts
aus gewissen Ursachen nit für rathsamb erachte. So glaube ich doch diser
Suppiicant möchte in ansehung seiner besondern virtü, 20 iährigen Dienste,
grossen armuth, und des iflnglings trefflichen talento mit durch den Tott-
fahl des gewesten Kay. Hofscolaren Nasotto erledigten 360 fl. iährlich
416 Beil. VI. 146.147.
«
allergst. consolirt werden, wo nit mit aufBehmang dess Sohns für einen
würkhlichen Hofssolaren aufs wenigst dem Vatter zu einem beytrag, damit
er nit allein seinen Sohn Joannes neben den Violin das Clavir lehren zu
lassen in standt gesetzt werde, sondern auch mit seiner zahlreichen Fami-
lie leichter leben könne. ^
1727, 15, Nov. (praes. 14. Oct. 1727.)
i^MI« „Mathias Joseph Hammer Trombonista ginbilato bekla-
get sich bey Ihro hochgrftfl. Excellenz, dass ich seinen Sohn Johann Paul^
alss welchem nngef&hr vor 6 iahren ohne aufnahmb zu diennen allergst. ist
erlaubet worden, ein unreeht gethan hätte, indeme ich Ihme den neulich
aus Italien angekommenen würkhlichen Hof-Scolaren Philipp Salviati dem
alten Hoibrauch zuwider hfttte in dem Rang vorgesezet, bittet derohalben
Ihro hochgräfliche Excellenz Hm. Obristhof Maister mir anzubefehlen, dass
ich seinen Sohn dem Salviati vorsezen solte. ObwoUen dieser Kläger ein
sibenzigiähriger Man, und in die 40 iahr in Kay. Dienst stehet, so mus
er doch von dem alten Hofbrauch wenig Information haben, alss nach wel-
chem die würkhlichen Kay. Hof Scolaren, weillen selbe in der Ordonanz
und in dem Register eingetragen seynd und besoldung genüsen, allen ex-
traneis welchen des klägers Sohn sambt allen seines Gleichen ist, iederzeit
vgrgegangen seind : weillen diese letztere ohne Ordonanz in dem Buch de-
ren würkhlichen Hof-Musicorum sich nit befinden. ObwoUen ich zufolg der
angezogenen ursach halber grund genüg gehabt hätte dieses für mich allein
zu thuen, habe doch zu meiner mehrer Sicherheit bey Ihro Kay. May. mich
desswegen allerunterth. angefraget, alss Welche meiner mainung allergst.
approbiret haben, Ueberlasse demnach Ihro hochgräfl. Excellenz höchstver-
nünfftigen Gutbefinden, ob diser vermessene Anklager nit mit einem Ver-
weis abzustra£fen seye.^
F. S.
Die beylag B (einen abscheidlichen Beweis des Hammer betreffd.) ist
ohne deme bewust, dass durch das Obristhof-Maisterambt dem Max Helman
kein Scolar zugegeben ist worden. Müste nur durch extra weege dem Hel-
man anbefohlen sein worden einen auf seinen Instrument zu lehren, wouon
ich keine Wissenschaft habe.
1727, 7. December. (praes. 1. Aug. 1727.)
tWtH* „Christof Praunn in die 13 iahr Kay. Basist, welcher nit
allein in der Capellen, sondern auch bei allen Teatral und Cammer-Festivi-
teten bisshero Virtuose und embsige Dienste praestiret hat, kombt aller-
unterth. ein umb Vermehrung seiner besoldung deren 60 Thaller Monatlich.
Wan nun der Basist Borini seel. dessen Steelle er Praunn in allem ver-
tritt<et, 100 Thaller monatlich genossen hat Alss ist meine wenige mainung
es möchte Ihme Praunn seine bisshero genossene besoldung biss 80 Thaller
Monatlich umb so uil vermehret werden, alss an embsigkeit und virtü er
keinem nachgibet.*'
Beil. VI. U8— 150. 417
1727, 7. December. (praes. 9. Juli 1727.)
t«9. „Antoni Schnauz durch ville iahre mit grOsten Ruhm Kay.
Violonist: nachdeme er von seinem Vatter seel. bia 1000 Thaller schulden
zu bezallen ererbet hat, selbe aber abzustossen bei seiner geringen besol-
düng bisshero nit vermOget hat, und dahero weillen seine Quartale immer
sequestriret seind, umb leben zu können dureh Anticipirung deren lang her-
nach verfallenden Quartalien gegen einen unleidentliohen Interesse in eine er-
barmungswirdige armuth hat verfallen müssen. Dergestallten dass er umb ^
offendlichen schand zu entgehen, sein weib sammt 5 kleine kinder auss man-
gel notwendiger kleidung, so aus not thailss versezet thailss verkhauft ha-
ben werden müssen, auf ein Dorf hinauszugeben ist gezwungen worden, er
aber Schnauz aus forcht des personal arrest mehreren theils flichtig gehet ;
weder bey Hof zu erscheinen aus Abgang der Kleidung sich getrauet
Nimbt also in seiner eusersten noth umb vor dem gfinzlichen Untergang er-
rettet zu werden seine Zuflucht zu Ihro Kay. May. allerhöchsten Olemenz
umb eine erkleckliche adjuta seine dringende Creditores zu befridigen.
Wan nun höchst zu bedauern ist, dass ein solcher Virtuos dergleichen
kaum mehr zu hoffen ist, verderben sollte, welches ohne allerhöchste Kay.
Freygebigkeit unfehlbar geschehen mus. Alss ist nit i^lein mein weniges
einrathen, sondern auch mein allerunterth. bitten, er Schnauz möchte aller-
gnädigst consolirt werden.^
1727, 7. Dec. (praes. 15. Juni 1727.)
t«l9« „Franz Timmer Kay. Josephinischer ge wester Hof- Scolar,
seyt 1718 aber wtlrklicher Hof- Violinist, welcher auchIhroKay. verwittibte
May. Elenora gloreichsten angedenkhen zugleich als Violinista bediennet
hat, und deswegen nach dero ableiben mit einer iährlichen pension von
120 fl. begnadet ist worden, gibt wehemütig zu vememmen, dass nach-
dem er solche pension als würklicher Hof-Musicus 3 iahr genossen, vor
einiger Zeit ihme sey benomben worden, mithin ausser standt sich befinde
mit Weib und 5 Kindern zu leben; kombt derohalben allerunterth. ein umb
ein mildreichen beytrag zu seiner besoldung. Wan nun dieser Supplicant
einer von dennen embsigsten Diennem ist dergestalten, dass er sich rümen
kan nich einen Dienst ausgelaeen zu haben; mutmasslich auch sich nit
wurde veriieurath haben, wan er sich nit auf gedachte pension verlassen
hätte. Alss ist mein weniges einrathen, er Timmer möchte mit einem bey-
trag von 100 fl. lährlich allergst. consoliret werden.
1727, 7. Dec. (praes. 7. Sept 1727.)
IAO. „Maria Anna Glatzlin des abgeleibten Kay. Fagotisten
Xaveri Glatzl hindterlassene Wittib, nachdeme selbe mit einer iährlichen
gnaden pension mit 150 fl. ist versehen worden (vor welche allerhöchste
genad Sie allerunterth. und gehorsambst sich bedankhet) gibt allerunterth.
zu uememben, dass selbe mit solcher pension unmöglich leben könne, zu
geschweigen ihres Maus, wegen dessen stötter unbösslichkeit aus noth ge-
Köchtl, J. J. Fax. 27
418 Beil. VI. 151-168.
machte schulden zu bezallen in stand seye. Kombt derowegen allerunterth.
ein, es mOchte ihr von durch den Tottfahl ihres schwager Roman GlatxeUr er-
ledigten besoldung ein beytrag von 50 fl: iährlich allergat. beliebet werden.
Wan nun von dreien verstorbenen Glatzelen nur eine einzige Wittib jiiit
Pension zu uersehen ist, Sie Supplicantin auch allen dreyen Glatzlen in
Ihren Krankheiten beygestandten ist, und vill ungemach ausgestandten hat;
Alss ist meine wenige mainung, Sie arme Wittib möchte angezogener ur-
eachen halber mit einem beytrag von 40 fl. iährlich welche vielleicht nach
«rsezter Hauboisten mOchte übrig verbleiben, allergst consolivet werden;^
1728, 24. Febr. (praes. 9. Jänn. 1728.)
Iftt« »Nachdeme auf Ihro Kay. allergsten Befelhe Bernardo
d* April e gewester Capelmaister in Insprugg in der Kay. Hof-Oapellen an
Vorabend St. Tomae mit einem Psalm : in ipso festo aber mit einer Mess
seine prob gethan, lebet er tröstlichen zuuersicht es wurde soliche seine
Composition Ihro Kay. May. nit allerdings missgefallen haben. Kombt de-
rohalben allerunterth. ein, um b alss Kay. Compositor allergst. aufgenomen
zu werden. Wan dises Supplicanten Compositien das glickh gehabt' hätte
Ihro Kay. May. zu gefallen ; so wäre meine wenige mainung er Aprile
möchte mit der allerunterth. gebettenen Compositom-Steel umb so vil
mehr allergst. consolirt werden, alss ein abgang an Compositom dermahllen
bey Hof ist: indeme fast alle arbeith auf den Vice- Capelmaister Caldara al-
lein fallet: und mir scheinet, dass diser Supplicant wan er mit ruehigen ge-
müeth arbeiten könte, und nit umb das tägliche broth für sich, Weib und
6 Künder sorgen müsste, vor allen andern in den hiesigen Stylum sich
schttkhen wurde : woczu ich das meinige beyzutragen bereith bin : Die Be-
soldung überlasse Ihro Kay. May. allergsten Disposition, alss Velche auf
dem Caracter eines Compositom, und bedürfftigkeit und zahlreiche Famili
zu reflectiren die Allerhöchste Clemenz haben werden."
1728, 24. Febr. (praes. 22. Nov. 1727,)
iftS« Pietro Petazzi Soprano,' nachdeme er schon 7 iahr alss
Kay. Hof-Soolar in der Capelen embrig dienet, kombt allerunterth. ein umb
die würkhlichkeit. Wan nun diser Supplicant gleich andern Sopranisten
schon concertiret, und in dennea Diensten en^bsig sich einfindet: und so
vil alss seine Btimb und capacitet zulast, praestiret; Ihro Kay. May. mut-
masslich Ihne Petazzi nit immerdar in Scolaren-Standt lassen werden. Ist
meine wenige mainung, er Petazzi möchte mit der würkhlichkeit allergst.
consoliret werden. Die besoldung anlangend, überlasse Ihro Kay. May.
allerhöchster Clemenz und Ausspruch, alss Welche höchst verständig den-
selben fast bey allen Diensten hören ; ich aber wegen meiner stötten un-
bösslichkeit zu meinem ungUkh in der Capellen mich nit einfinden kan.«<
[Wurde angestellt.]
1728, 24. Febr. (praes. 15. Dec. 1727.)
tftS« „JosephMoser Kay. Hof-Scolar Basist, bey gelegenheit,
da zwey Kay. Bassisten pensionisten in Italia, alss Battista Cativelli und
B0il.VI. 154.156. 419
Antonio Hanna iüngsthin mit Tott abgangen seind, mithin 500 fl. dem Kay.
aerario anheimb gefallen seind, kombt allernnterth. ein umb die Wfirkhliche
BaaoBten Stell. Wan nun diser Supplicant gleich anfangs, da er die Kay.
Hofcapellen zu frequentiren angefangen, die Capel- und Tafeldienste,
gleich andern Kay. Basisten embsig, und mit Ihro Kay. May. Zufriedenheit
▼errichtet, und seythero immermehr sich perfectionirt hat. Alss ist meine
wenige maihung er Moser möchte mit der allernnterth. angesuchten würkh-,
lichkeit allergst. consofiret werden mit 500 fl. iShrlieher besoldung, doch
dass er dameben das Cimbalo erlehme, damit er zu Hauss bey seinem Stu-
dio sich selbst accompagniren könne, auch seinen Lehrmaister Christoph
Braun noch femer practicire."
[Wurde mit Gehalt von 1726* angestellt.]
1728, 24. Febr. (praes. 9. Jfinn. 1728.)
Iftik »Georg Reitter (Reutter) des Kay. jubilirten Hoforganisten
Georg Reitters Sohn, nachdeme er schon ein iahr seines Vatters Dienst in
der Kay. Hof-Gapel)en verrichtet, kombt allernnterth. ein umb die wflrkh-
lichkeit. Wan ich mich nun erinnere, dass vor disen nit mehr alss 2 : aufs
höchst 3 Hof-Organisten waren : nach und nach aber die Zahl deren biss
auf 7 angewachsen ist: deren 5 noch wttrkhlich diennen; dass also dieser
Supplicant, wan er aufgenommen wurde, der achte wäre : benebens Ihro
Kay. May. auch mir allergst. zu uerstehen gegeben haben, Selbe möchten
den ttbenflus deren Organisten nach eines und des andem ableiben abge-
than, und auf dem alten Fus 'gesezet oder aufs maiste 4 stabilirter haben.
Alss kan ich in dises Supplicanten anbringen mit nichten einrathen. Wohl
aber, weillen er Reitter nit allein die Orgl fein spület, sondern auch in der
Composition gutte Hoffnung von sich gibet, der mainung wSre, dass Ihme
von einer extra passa so inl möchte allergst. ausgeworffen werden, dass er
indessen leben, sein Studium fortsezen, und answarten könne bis eine
apertur auf obbesagte weiss an Ihne komme welches Ihme nit schwär fallen
soUe, weillen er ohnedem ein Jüngling von 19 biss 21 iahren ist^
1728, 24. Febr. (praes. 2. Jänn. 1728.)
iftft. „Theresia Holzhauserin, welche in Operen und verschi-
denen anderen begebenheiten bey Hof ihre prob gesungen, kombt allernn-
terth. etn umb als ein wflrkhliche Singerin allergst. aufgenommen zu wer-
den. Wan nun dise Supplioantin mit einer ohne allen Mangel trefflichen
Stimme begäbet, benebens auch in derMusique dergestaltenfest und sicher
ist, dass Sie prima vista fast alles singen kan, welches Ihr wenig Singerin
nachthun können, mithin zu der Musique gebohren scheinet. Alss ist meine
wenige, doch zu Ihro Kay. May. Dienstbef^rderang haubtsächlich zillende
mainung, Sie Holzhauserin möchte in die wUrkhliche Dienst allergst. ange-
nommen werden auf wenigst mit 40 Thaller monatlicher besoldung. **
[Wurde 1. Juli 1728 angestellt]
27*
420 Beil. VI. 156—158.
1728, 24 Febr. (praes. 15. Dec. 1727.)
tft^« ,,£r liest Müffat, bei Ihro Kay. May. Josepho glorreichiaten
angedenkens in würkhlichen Dienst gestandene, nachgehens redncirte und
einzig noch unconsolirter Violinist kombt allerunterth. ein nmb des kürzlich
abgeleibten Albert Heins erledigte Violinisten Stell. Wan nun Ihme Mnffat^
lauth beiliegender Copie eines Versicherungs Beeret bei der reduction die
sichere Vertröstung ist gegeben worden, bey nächster apertur widerumb in.
die Kay. Dienste aufgenommen zu werden; und bereits 14 iahr vorbey: da
entzwischen verschidene, ia gar frembde Violinisten seind in die Dienst an-
genommen worden, finde ich die höchste bilichkeit, dass er vor allen an»
dem mit der allerunterth. gebettenen Violinisten Stell möchte, allergstcon-
soliret werden ; oder wan Ihro Kay. May* ia nit beliebten, dise Steel zu er«
sezen, aufs wenigst mit einem neuen allergstn. Deoret möchte versichert
werden, dass Ihme Muffat bei erster apertur keiner solle vorgezogen
werden."
[Wurde 1. Dec. 1730 angestellt.]
1728, 15. April, (praes. 11. März 1728.)
15 V« „KilianKeinhardt Kay. Concert Maister gibt allerunterth*
zu vememmen, dass er in einer allergsten Audienz Ihro Kay. May. ein von
Ihme mit grosser miehe und embsigkeit verfastes Diarium aller musicali-
sehen Hof-Capel-Diensten mit einem Memorial überreichet habe, des in>
halts, dass ihme zu sonderbarer Kay. genad für dise arbeith und seine in
die etlich 40 iahre so embsig geleistete Dienste die sonst nach dem Tott-
fahl wittibliche genaden pension für sein Weib und zweyen Töchter noch
bey dessen Lebzeiten möchte allergst. stabilirt werden, doch dass solche
pension erst nach dem Tottfahl des Supplicanten anfangen solte. Worauf .
die allergste Resolution ergangen seye, dass für die Wittib 150: für ein
iede Tochter 100: in allem 359 fl' solte ausgeworfen werden: mit dem bey-
saz, dass die Töchter die pension nur biss ad annos pubertatis solten zu
genttsen haben. Weillen aber eine von den zweyen Töchtern indessen ge-
storben, die andere aber schon in die 15 iahr ist; mithin vogtbar von der
Kay. genad nicht zu genfisen hätte : bliebe nicht mehr als 150 fl. für die
Wittib, welches für dem Supplicanten mehr Herzelaid alss Consolation sein
wurde, khombt derohalben nochmallig allerunterth. ein, dass für sein Weib
200 fl. für die Tochter 150 fl. iährlich bis zur Versorgung möchte lülergst.
ausgeworffen werden. Die guten Dienste dieses Supplicanteh in dem Me-
morial ausführlich angezogen bemüssigen mich, einzurathen, dass er auf
solche weiss möchte consoliret werden.^
1728, 10. Dec. (praes. 22. Mai 1728.)
tft§. „Theresia Holzhauserin Singerin, welche unlängst aller-
unterth. eingekommen ist, umb in die Kay. Dienste allergst angenommen
zu werden, aber zum bescheid lauth beylag erhalten hat, dass Ihro Kay.
May. sich weiter darüber resolviren wolten. Kombt abermahl allerunterth.
Beil. Vi. 159. 160. 421
«in Ihre bitt widerhoUend Ich betufe mich hierinfahls auf mein voriges pa-
Tere, dass diese Supplicantin von einer vortrefflichen, und durch eine ex-
tension von dreien octaven gleichen stimme, guten Triller, und besonderen
talento, benebena auch, welches bei dennen Singerinen sehr ungemein ist,
ToUkominen fest in der Musique seye, dergestalten, dass selbe vil bejrtragen
ward zur Verbesserung der Kay. Teatral- und Cammer Musique, umb so
Til mehr, dass Selbe noch iung mithin immer besser werden kann. Ist dero-
halben meine widerholte münung, Sie Holzhauserin möchte in die Kay.
Dienst mit 1000 fi. iährlicher besoldung allergst. aufgenommen werden. *<
[Wurde mit 750 fl. aufgenommen.]
Der Vortrag gibt Sr. Haj. zu bedenken, dass der im ledigen Stand
aufoehmenden Singerinen die Condition bey der Aufnahme gesezt werde
dass, wann sie anders ihrer Hofbesoldung sich nicht veriustig machen wol-
len Ihnen von einer gewissen von Ew. May. & proportion ihres Alters al-
lergst determinirenden Zeit von so und so viel Jahren nicht erlaubt sein
soll, ihren ledigen Stand zu verfindem.
1729, 1; April (präs. 29. März 1729).
t ft9« „AndreasAmiller, Kay. Concert-Adjunct kombt allerunth.
ein umb des ittngst abgeleibten Kay. Concert-Maisters wlirkhliche Stelle
cum Titnlo et vitulo. Wan nun dieser Supplicant dem Kilian Reinhard ge-
Westen Kay. Concert Maister auf dessen selbst ansuchen und versprechen
selben abzurichten, bereits vor 3 iahren für einen Adjuncten mit 300 fl.
iährlicher besoldung laut beyligenden Decret's A iir copia zu dem ende ist
zugegeben worden, dass er Amiller nach ableiben des Kilian Reinhard in
dessen Steelle eintretten solle. Alss finde ich billich , dass er Amiller mit
der a. u. angesuchten würkhlichen Steelle zwar consolirt werde, iedoch
mit dem beding, dass er mit dem Titel eines Concertsdispensatoris sich be-
gütigen lasse : in deme der Malster-Titel bey der Musique keinem mit Recht
kann beygeleget werden, welcher die Composition nit aus dem grundt ver-
stehet. Finde aber auch anbey nöttig dass ihme der Tittl eines Musici,
weillen er ohne deme yiDe iahre in Kay. Amalischen Capellen alss würk-
licher Tenorist gedienet hat, möchte allergst. beygeleget werden, damit
er von denen Musicis nit verachtet und so gering geschSzet werde, wodurch
der Kay. Dienst leyden mäste. Die besoldung belangend glaube ich, er
Amiller kunte anfänglich mit einer beylag von 300 fl. iährlich zu seiner der-
mallen gentisenden besoldung, in allem mit 600 fl. zufrieden sein, indeme
der Kilian Reinhard seel. erst nach vil i&hrigen Dienste nach und nach ist
accresciret worden. **
[Wurde angestellt.]
1739, 1. Juni (praes. 16. Mai 1729).
tttO* „Marco Antonio Berti Kay. Bassist gibt a. u. zu vemem-
ben, dai» er etliche iahr ein krankhes weib gAiabt habe, und dahero grosse
Unkosten habe machen müssen; auch mit zweyen kindem gesegnet seye
422 Beil. VI. 161—163.
und mit seiner besoldung deren 30 Thaller oionatlich nit leben kOnne.
Kombt derohaiben a. u. Supplioando ein, es möchte ihme seine besoldung
biss 50 Thaller monatlich vermehret werden. So vil kan ich bekr&fitigen,
dass dieser Supplicant ein fundamental Musicns ist, mithin nit allein in der
Capellen, bey dennen Contrapunct büehern, sondern auch vermOg der
Sprach bey der Tafel und andern functiones gute Dienste praestire, derge-
stalten, dass er Berti meines wenigen erachtens wohl eine Accrescement
meritire: dass quantum überlasse einer HochlObl. Concertation.^
»
1729, 1. Juni (praes. 12. Nov. 1727).
!•!• „LeopoldLibano undter Kayser Josepho glorreichsten an-
gedenkens Hofscolar, nachgehends bey iezt regierenden Hof würklicher
Violinista gibt wehemüttigst zu uememen, dass disen Sommer von Laxen-
burg von Dienst zurückkehrend durch unobsicht des Lehen-Gutschers er
sich ein Fus ausgeköglet und dergestalten unglücklich curirt worden seye,
dass er in seinen iungen iahren ein Erippel worden ; auf sein leben lang so
verbleiben müsse; mithin wegen beschwerlichkeit in gehen, sich bei üblen
wetter zu dennen Diensten nach Hof sich tiuigen zu lassen gezwungen seye;
welche Unkosten von seiner besoldung deren 500 fl. neben Weib und Kinder
er nit bestreiten kOnne. bittet dahero a. u. umb Vermehrung seiner besol-
dung. Wan nun das unglickh dieses Supplicanten iedermann vor äugen und
dessen beschwärden war seynd: er Libano auch einer von denen besten
und embsigsten Violinisten ist. Alss ist meine mainung, er möchte mit
einem accrescement von 100 fl. iahrlich a. g. consoliret werden. *<
1729, 2S. Juni (praes. 1. Juni 1729).
tOli« „Valeri Fächer, Calchanten oder Orghnacher Adjunct gibt
a. n. zu vememben, dass er sich schon 18 iahr in der Kay. Capellen bey der
Orgel gebrauchen habe lassen, erstlich in der lehr bei Ferdinandt ROmmer
gewesten Kay. Calchanten und Orgimacher seyt 6 iahr aber als chalchant
Adjunct seine nit allein , sondern auch des Arnold Vorländer seel. Dienste
w&hrend seiner krankheit embsig verrichtet habe, und dieses fast 4 iahr:
auch wehrender dieser Zeit bey allen* Kay. Reisen mit seinen unermietten
Diensten sich eingefunden habe, kombt also a. u. ein umb die durch den
Tottfahl des gedachten Arnold Vorländers vacant gewordene Ansager»
A^juncten Dienst. Wan nun sich alles in der warheit also befindet, gleich
als der Supplicant vorbringet: er Valeri Fächer diesen Dienst zu verrich-
ten auch fehiger ist, alss zum Orglmachen. Als ist meine wenige mainung,
diser Supplicant möchte mit der a. u. angesuchten Ansager- Adjuncten
Steelle und gewändlichen iährlichen besoldung deren 240 fl.'a. g. consolirt
werden,"
1729, 23. Juni (praes. 9. Juni 1729).
lOS« „Johann Leydeckher kombt a. u. ein umb die Chalchan-'
ten-Adjuncten Steelle ; in fsJil der iezige Adjunct Valeri Fächer anstatt des
Beil. VI. 164—166. 423
Abgeleibten Arnold Vorländer Ansager Adjoneten Dienst einrackhen
möchte. Wan nun dieser Supplieant nit allein ein gelehmeter Orgimacher
ist, welches zu diesemi Dienst annmbginglich erfordert wird, mittun nit allein
Orgel nnd Instrument stimmen, sondern auch von Neuen machen kan, auch
fast 7 iahr hindurch, da er bey dem. Kay. Orgimacher Franz Walter in der
Lehr wäre den Calchanten dienst helfen versehen, mithin allen brauch weiss.
Alss ist meine wenige mainung, dieser Supplieant möchte vor andern mit
der a. u. angesuehten Orglmacher-A^uncten Steell und i&rlichen besoldung
deren 180 fl. a. g. consoliret werden.''
1729, 6. August (praes. 9. Juni 1729).
tBVt. „Domenico Giuseppe Qalletti Musico Contralto kombt
a. u. ein in die Kay. Dienste a. g. aufgenommen zu werden. Wan nun von
keiner Stimb ein grösserer Abgang ist, alss an Contralten, in deme kaum
3 oder 4 in concerto Dienst praestiren können, die übrigen nur in pleno
gebraucht werden können : dieser Supplieant aber eine angenembe Stimbe
und eine guete Arth zu singen hat, auch annoch in besten alter ist. Alss
ist meine wenige mainung, er Galletti, wan änderst er genugsambe festig-
keit in der musique besizet, welches ich , weillen ich beständiger unböss-
lichkeit halber die Capellen nit frequentiren kan, nit wohl wissen kan,
möchte in die Kay. Dienste mit 60 Thaller iährlicher (?) besoldung umb so
vil mehr an und aufgenommen werden, weil er auch in Teatro, alwo seine
meiste stärke zu sein erachte, gute dienste zu prästiren capace ist."
[Wurde nicht angestellt]
1729, 6. August (praes. 9. Juni 1729).
iÖft« „Jos'eph Hoser 5 iahr Kay. Hof-Scolar Bassiifta bey dem
Kay. Bassisten Christoph Praun kombt abermal ein umb die Würkhlichkeit.
Wan nun dem alten gebrauch nach die Scolaren, nachdem Sie sich genug-
samb qualificirt haben , allezeit in die würkhlichkeit ohne Observation der
Zahl seind aufgenommen worden : Er Moser aber, obwoUen ohae sonder-
bare Tiefe, eine gute ausgäbige stimme hat; beynebens sehr manirlich und
dergestalten fein singet, dass, als ich Ihn kürzlich in der kürchen habe sin-
gen hören, geglaubt habe, es seye dessen Maister selbst, gestalten auch
seiner qualificirung halber mit Oratorien und welschen Cantaten Singen bey
dem Tafel Dienst geniigsamb prob abgeleget hat, auch fest in der Musique
gleich anfangs*, wie andere würkhliche Kay. Bassisten hat angefangen zu
diennen. Alss ist meine wenige doch billige mainung, er Moser solle nit der
a. u. angesuchten würkhlichkeit und besoldung von 500 fl. iährlich so von
des verstorbenen Silvio Garghetti 1080 fl. erledigten besoldung kunten ge-
nommen werden, welches zu seiner dermahlen geniesenden Provision deren
360 fl., 140 fl. ausmachet.»
1729, 6. August (praes. 12. Dec. 1728).
!••• „Johann Paul Hammer in das achte iahr Kay. Vlolinista
snpemumerarius kombt a. u. ein umb die offters gebotene Würichlidikeit.
424 Beil. VI. 167. 168.
Wan nan dermahlen keine apertur vorhanden ist, kan loh in dessen Gesuch
nit einrathen, wohl aber, weillen er Snpplicant bereyts so lange embsig und
fleissig und Ofiters in beden Classen diennet, auch wegen viUen impotenten
Violimsten und andere, welche öffters krankheit halber nit diennen können,
sehr nöttig ist. Wftre meine wenige mainung, es möchte Ihme indessen,
weillen dessen Vatter arm, zu seiner Subsistenz etwas a. g. ausgeworifen
und ihme zugleich ein auf die wtirkhlichkeit versicherungs-Decret ertheilet
werden : doch anderen, welche viileicht schon vorhin eine solche Versiche-
rung haben mOchten, ohne praejudiz.*^
1729, 31. December.
t09. „Obwollen bey antrettung der Begirung izt glorreichist regi-
renden Kay. und Kön. May. und damalligen Stabllirung der Kay. Music zu
bestreittung deren Dienste 16 Violinisten genug seind befunden wor-
den : weillen aber mitler Zeit nit wenige, theilss alters- theilsa unglickseeli-
ger Zufählle halber zu diennen ausser standt gesetzt worden seind, mithin
die Kay. Dienste merklich leyden. Alss befinde nöttig , dass an statt des
iüngsthin abgeleibten Kay. Violinisten Andre Abend ein anderer Violinist
solle aufgenommen werden. Es seind aber die unvermögende , so gar nicht
diennen können nachstehende :
Fremde Sand :
KiColaMattheis . . . . jubilatO. [dus dieser ordenOIeh JubUlrt seya
solle, welM m«ii noch nicht.]
Fremde Hand:
[dieser Ist ohne
dem unter dieS2 AugeloRagazzi jubilato in Italia.
nicht mitgereoh>
net.]
Paul Alb ex hohen alters halber.
Johann Frankh alters halber.
Peter Schmelzer .... wegen stropirten Finger.
Ferdinand Lembberger . wegen geschwundenen arme.
Nicola 4-ngropoli . . . wegen krankheit in Italien.
Nachgehende diennen zwar dan und wan vermögen aber wenig mehr:
JosephHofer fast iederzeit krankh.
Carl Hart mann wegen blöden Gesicht.
Joseph Fasching .... stropirt.
Leopold Libano .... welcher vor 2 Jahren auf den laitenbur-
ger weg nmbgeworffen, den Fusa gebrochen, und unglickhlich curirt wor-
den ist, also, dass bey verenderlichen weter schmerzen halber Offters nit
diennen kann."
1730, 11. Jänner (praes. 29. Dec. 1729).
!•§. „Francesco Grisi Musico Soprane, welcher auf a. g. Kay.
Befelch aus Italien hiehero sich begeben, umb die 6. noch vacirende Sopra-
nisten Stell zu ersetzen ; nachdeme er ungefehr in das drite Monat so wohl
in der Kay. Hof-Capellen, alss auch bey denen Tafel Diensten beständig
dienet, kombt a. u. ein umb die a. g. Kay. resolution. Weillen ich diesen
Beil. VI. 169.170. 425
Supplioanten nur einmahl in den Zimmer, in der Capellen aber niehmallen
habe hdren können; mithin Icein absolutes parere geben kann; Ihro Kay.
May. Selben durch diese Zeit hindurch fast bey allen Diensten angehöret
haben, mitiiin als höchst verstendig am besten judiciren werden können ; so
kombt es allein dahin an, ob er Francesco Grisi Ihro. Kay. May. ein gusto
geben , nach welchen a. g. contento sowohl dessen Stabilirung als aucli die
besoldung einzurichten sein wird.^
lieber dieses Q-utachten äussert sich das kais. Obersthofmeisteramt
(Rudolph Gf. Zinzendorf 0. H. M.) in seinem Vortrage an den Kaiser: „Die
zwischen dem Cavaglier Direttore (Principe Pio) alss welcher diesen So-
prano auf £. Kay. May. a. g. Befehl , vielleicht ohne Vorwissen des Capell-
Meisters anher beruffen haben mag umb sich hören zu lassen , dan dem Ca-
pellmeister und Vice-Capellmeister immerdar obdchwebende Competentzen
und Jalousie scheinen Vrsach zu seyn , dass der Capell Meister in seinem
Bericht mit der Sprach nicht allerdings recht heraussgehen, sondern des
SuppUcirenden Qrisi a. g. Auffnahm und Besoldungsdeterminirung lediglich
£. Kay. May. a. g. Beurtheillung überlassen wolle , da ja sonsten Er den,
die Dienst immittelss versehenden vice-Capellmeister, wie weit £r den Sup-
plicanten qualificirt, oder Sufficient halte, hätte vernehmen vnd seinen be-
^ rieht darüber einrichten können, solte nun £. May. der Supplicant in seiner
Stimmen und Arth anständig seyn, so dienet zur nötigen Nachricht, dass
von denen jetzt vorhandenen Sopranisten der DomenicoGenuesi 1440 fl.,
der Giuseppe Monte rise 1000 fl., der Pietro Rauzzino 648 fl., der
Giacomo Vitali 1500 fl. und der Pietro Pet azz 1900 fl. iährlicher Be-
soldung habe."
Als Erledigung dazu schrieb Kaiser Karl VI. eigenhändig :
„Wird nechstens wider nach Haus gehen."
1730, 11. Jänner (praes. 23. Dec. 1729).
!••• „Joha^inErnstMu ff at gewester Kay. Josephinischer Vio-
linist, welchem mit andern, weillen er einer von dennen iüngem war, das
unglickh getroffen hat bei Stabilirung der Kay. Music reduciret zu werden,
doch mit der a. g. Vertröstung bey sich ereigneter apertur wider in die
Kay. Dienste angenommen zu werden , kombt abermahl a. u. ein umb des
iüngsthin abgeleibten Andre Abend erledigte Violinisten Steelle. Wan nun
war, dass er Muffat vertröstet, öffters praeteriret, und bereyts 16 iahr an-
wartet mithin vor allen praetendenten den rechtmässigen Zuspruch hat. Alss
ist meine wenige mainung, er Supplicant möchte vor allen andern mit der
a. u. angesuchten Violinisten Steelle und 30 Thaller monatlicher besoldung
a. g. consoliret werden."
[Wurde angestellt 1. Dec. 1730.J
1730, 11. Juni (praes. 9. Juni 1729). .
ttO« „Thomas San dt ner in die 32 iahr Kay. Ainspäniger,- nach-
deme Ihro Kay. May. ihme die Höchste geaad gethan, und dessen Sohn
426 B0il.Vr. 171—178.
Joseph Sandtner die Panckhen haben lehren lassen, nnd er nnn aosgelehr-
net und frey gesprochen , kombt a. n. ein umb eine besoldnng. Wan nun
bey der Mnsic dermallen 2 musioalische Pauckher sich befinden, mithin
keine apertur vorhanden ist, alss wird dieser Supplicant die Unterhaltung
für dessen Sohn in d^m Fuetter Ambt zu suchen haben.*'
1730, 28. Sept. (praes. 28. Sept. 1729).
tVl* „Teresia Holzhauserin, welche schon drey iahre Ihro
Kay. May. als Singerin zu bedienen die a. h. gnad hat, und erst den 17. Dec.
1728 lauth beyliegender Oopia mit 750 fl. i&hrlicher besoldung in die Actua*
litet gekomen ist, gibt a. u. zu vernemben, dass nach ihres Vatters Tott
die arme Mutter sambt 8 G^ohwistrigten zu erhalten ihr fast allein oblige
welche Unkosten bey so geringer besoldung zu bestreitten ihr unmöglich
falle, kombt derohalben a. u. ein um Vermehrung obgedachter besoldung.
Wan nun wegen angezogener Motiven, auch dass fast keine von dennen
Singem ist, welche alles prima vista zu singen capace ist, gleich diese Sup-
plicantin prastiret; ich voriges mahl auf 1000 fl. iährlich eingerathen habe :
alss Wille hiemit solches parere auch diessmahl a. u. widerhoUet haben.**
1730, 28 Sept (praes. 28. Dec. 1729).
IVÜ* nl^^i'^sii^Splzhauserin gibt wehemUtig a. u. zu vemem-
men , dass nach dem Tottfahl ihres Vatters und Mutter sechs geschwistrig-
ten zu unterhalten ihr oblrge, weiches mit ihrer besoldung deren 750 fl«
iährlich -Sie zu bestreitten nit vermöge, nimbt derohalben Ihre Zuflucht zu
der höchsten Clemenz Ihro Kay. May. mit der a. u. bitt umb ein a. g. accres-
cement. Wan dan dlse Supplicantin unter allen Singerin die stfirkheste ist^
was die Music anbelangt, ich auch dest^egen gleich anfangs auf 1000 fl.
iährlich fUr Selbe eingerathen habe; alss kan ich nit änderst, alss solche»
mein erstes parere nochmallen widerhoUen.**
Die kais. eigenhändige Resolution lautet :
„kan nach ihren begehren wegen dass sie schir allein dienen kan con-
solirt werden und soll gesehen (werden) bey den andern vntauglichen es
nach und nach in ersparung zu bringen.**
1730, 28. Sept. (praes. 1729).
IVS. „Catharina Garghettin, des den 25. May dieses 1729'^
iahrs abgeleibten in die 40 iahr gewesten Kay. Tenoristen Silvio Garr
gh.etti hinterlassene arme Witüb kombt a. u. ein umb eine mildreiche Kay.
gnaden pension. Was vir virtuose Dienst dieser Supplicantin Man, sonder-
lich in Teatro etlich dreysig iahr praestiret habe, ist dem ganzen Kay. Hof
zu genügen bekandt, dass also diese Wittib nit allein von Man, deme Selben
etlich 20 iahr ehelich beygewohnet, und in dessen kranckheiten vil unge-
mach ausgestandten hat, sondern auch von dem Vattem Marco Antonio
Ziani.Ihro May. Kayser Leopoldi und Joseph! glorreich, angedenkhen vice
3B jetzt regirend. Kay. May. aber gewesten Capellmaisters aufzuweisen hat
Beil. VI. 174—177. 427
Alss iBt meine wenige nudnung, dise Supplicantin möchte mit einer iähr-
lichen gnadenpension von 400 fl. umb so vil mehr a. g. versehen werden,
alsB selbe von Man» obwollen-Mitlen vorhanden, sehr wenig betreuet wor-
den ist, und die Tochter des Capitals, was nach vilfültigen äbgestossenen
Legaten und Legitima für deil Geistlichen Sohn überbleiben möchte alss
Universal Erbin nur usum fructum ad dies vitae m geniissen hat''
«
1730, 28. Jänner.
199I« Vice Gapellmeister Caldara kam ein um eineZulage von
1200 fl. zu seiner Besoldung von 1600 fl., und noch mit dem Beisätze das»
jene Zulage von 1^00 fl; seiner eventuellen Witwe zugesichert werde. Das
Oberst-Hofineisteramt rieth davon ab und das Gesuch „biss ad casum in
Suspenso zu lassen''. Darüber schrieb Kaiser Karl VI.: „plaeet, aber ihm
noch sein Salario was beyzulegen weyter anzttrathen.''
«
1730, ? . . .
IVft« „Franz Timmer Kay. Violinist, welcher schon vorhero drey-
mahl a. u. umb Vermehrung seiner besoldung deren 540 fl. iährlich ein-
komen ist, ich auch wegen dessen guten und embsigen Dienst eingerathen
habe, aber allezeit abgewisen worden ist, das leztemal aber mit yertröstung
auf bequemere Zeiten, kombt nun auch das viertemahl a. u. ein umb ein
accrescement. Ich beziehe mich auf meine vorige parere und überlasse
einer Hochlöbl. Concertation ob die in diesem bescheid bestimte bessere
Zeiten bey iezigen umbst&nden ankommen seynd.''
1730, 13. November.
%!!%• „Ferdinand Wolle r in dists 29ig8te iahr Kay. Violinist:
Nachdeme er seinen Sohn Jacob Joseph nit allein in studio litterario so
weit gebracht, dass selber nit allein mit rahm den grösten Theil der Philo-
sophiaabsolviret, sondern auch in der Husic nemblich auf dem Violin nit
geringe progresen gemacht hat: aber aus mangel deren mitlen solche bede
Studia femer fortzusezen Ihme Supplicanten unmöglich fallen wiL Kombt
a. u. ein umb eine iährliche beyhilf, so vil nemblich Ihro Kay. May. für
einem-Hofscolaren a. g. passiren. Was für progressen der Sohn dieses Sup-
plicanten in Studio litter&rio gemacht habe, zeigen beyligende testimönia-
lia. Von der Music kau ich Zeugnus geben, dass ich ihn mit Verwunderung
habe spülen gehöret, . dass ein Jüngling darin bey müssigen stundten so vil
habe profitiren können; dass alsb schad wäre, wan eine so gute Hofnung
aus mangl deren mitlen solte zurukhbleiben. Alss ist meine wenige mainung,
er Supplicant möchte auf die angesuchte weiss consolirt werden.
[Wurde 1. Nov. 1736 angestellt.]
1730, 13. Nov. (praes. 20. Aug. 1730.)
tu 7* „Johann Em est Muffat, gewester' Josephinischer würk-
lieber, hernach reformirter Violinist kombt abermal a. u. ein umb die durch
428 Beil. Vi. 178. 179.
den Tottfahl des gewesten Violinisten Carl Hartmann, erledigte Violinisten
Steelle. Wan nun von nit langer Zeit hero 3 Kay. Violinisten, nemblich
Franz Reinhardt, Andreas Abend und ganz küi'zlich Carl Hartman mit Tott
abgangen seind, von welchen 2 noch würkhlich gedienet haben, mithin die
Zahl deren zu diennen vermögenden biss auf 13 herunter gestiegen seind,
womit die Kay. Dienst nit kennen bestriten werden, und dahero aufs we-
nigst noch einer solle aufgenommen werden. Alss ist meine wenige mai-
nung, er Muffat, als welcher fast von 18 iahren hero die anwartung hat,
und der einzige noch Übrig von dennen reformirten, so annoch unconso-
lirter ist solle mit der a. u. angesucfaten Violinisten-Steelle und der gering-
sten mnsicalischen besoldung deren 500 fl. ifthrlich vor allen andern umb
so vil mehr a. g. consoliret werden, alss Ihro Kay. May. auf meinen a. u.
Vortrag es nötig und billig befinden.^
In dem Referat des 0. H. Amtes an den Kaiser ob bei der Besetzung
Ernst Muffat oder sein Mitbewerber Paul Hammer zu berücksichtigen sei,
überlässt das 0. H. A. dem „gerechtesten Ausspruch Sr. May. die Entschei-
dung, und schlfigt als Gehalt 400 fl. vor; und schliesst mit Bezug auf obi-
ges Gutachten des Oapellmeisters Fux: dass „dem Oapellmeister keines
Weeges gebühret dero zeitlichen Obristhofmeistem durch dergleichon sub
H von Ihme selbs]; anziehenden Vortrag bey Ew. Kay. May. ein und vor zu
greiffen.«
Der Kaiser entschied :
^ „Quo ad salarium ist genug 400 fl., quoad personam glaub den taug-
licheren in arte zu nemen.^
[Joh. Ernst Muffat wurde 1. Dec. 1730 mit 500 11. angestellt.]
1731, 17. Febr.
t9S* Gelegentlich eines Gesuches um eine kais. Bassistenstelle z&hlt
der Vortrag des Oberst-Hofmeisteramtes folgende 10 „besoldete und
noch Dienst vermögliche Bassisten" auf:
der Götzin ger mit 1080 fl.
„ Praun „ 1300 „
„ Piellacher „ 500 „
„ Hueter „ 500 «
Peck
n
500 ,
Berti
r
940 „
Pezzoni
n
1260 ,
Werndl
n
400 „•
Moser
»
400 „
Herrich
n
200„
Summe 6680 fl.
1731, 5. März.
199. Vice-Gapellmeister Anton Cal dar a, der bereits 3900 fl. an
Besoldung und adjuta genois, sprach nochmals für seine eventuelle Witwe
Beil. VI. 18Ö— 188. 429
eine pendon von 1200 fl. oder ein für allemal 12.000 fl. im baren mit der
Versicherung, „nach Erhaltung dieser Gnad £« Kays. May. alasdann nmb
nichts mehr zu behelligen.*^ — Der Vortrag des Ob. H. Amtes von ob dat
ist über dieses Begehren entsetzt, hftlt des Capell Meisters Fux Gehalt von
3100 fl. und die demselben ausbezahlten 8000 fl. fUr die Wittve entgegen,
und meint dasselbe könne nicht dazu einrathen, »indeme hiedurch ganz
gewiss der Capell Meister selbst zu Begehrung eines gleichmässigen ac-
cresciment's veranlasset werden müsse. ^
Der Kaiser schrieb dazu: „kan vnbescheidt biss auf mein weytere
befelh ligen bleiben^.
1731, 13. Juni.
1§0* Ueber das Gesuch der Angehörigen des verst. Tenoristen
B o n e 11 i um eine Pension äussert sich in dem Vortrage (ob dat.) das Oberst-
Hofmeisteramt unter andern: „Ob nun zwar Euer Kay. May. alter Hof-
Capellmeister F u x in seinem hierüber erstatteten Bericht zu weiterer Be-
gnadigung deren Supplicantinen mit einem Theill der pension aus seiner
allzu grossen Leichtgläubigkeit positive einrathet, weillen 1. der verst.
Tenorist Bonelli ungehindert seiner bei der Music gehabten übergrossen
Meriten gleichwollen in seinen Lebzeiten ausser der blossen besoldflng
keine extra gnad begehret oder überkommen mithin 2. gar wenig in £r-
sparrnng habe bringen können, das wenige aber, 3. so vorhanden gewest,
zu Versorgung deren geistlichen 2 Schwestern vermag des Closters Quit-
tung hätte verwendet werden mttss. dergestalt , dass 4. diese 3 Supplican-
tinen anjetzo ganz mittellos waren. — So kan und will u. s. f.''
1731, 17. Februar (praes. 24. Nov. 1730).
191« „Johan Zacharial Garzaroll Hautboist kombt nach des
Millers Tott&ll, welcher bisshero die Stelle eines Hauboisten Supemume-
rarii vertretten hat, a. u. ^in, um qua talis a. g. aufgenommen zu werden.
ObwoUen zwar dermallen 4 Hautboisten bei der Kay. Music sich befinden,
welche noch in standt seind zu diennen, weillen aber öffter unbösslichkeit
halber ein- oder anderer nit kommen kan, mithin die Harmonie incomplet
verbleibet: dieser Supplicant aber ein guter virtuos ist; auch schon vor
hero biss auff die reforma als Kay. Hof-Scolar 6 iahr gediennet hat. Alss
ist meine pflichtmässige mainung, er Garzaroll möchte mit der a. u. ange-
suchten Supemumerarii Hautboisten Steelle mit dem gewändlichen Decret
allergst. consoliret werden, doch mit dem geding, dass er biss auf Tottfahl
eines Hautboisten ohne besoldung zu diennen verbunden , weder etwas zu
begehren befugt sein solle.''
1731, 17. Februar (praes. 16. Dec. 1730).
199* lyGeorg Beutter der iüngere, welcher ungefehr von
5 iahren her alss Organisto Supemumerarius dienet, aber wegen 7 würk-
430 BeiLVI. 188—185.
liehen noch in leben seyenden floforganisten quatalis in die würkhlichkeit
zu kommen keine Hofnnng- haben kan« Kombt a. u. ein, als würkhlicher
Compositor a. g. anfgenomen zu werden. Wan nun Ihme Rentier unter der
Zeit verschidene Oratoria und andere Festinen zu componiren seind aufge-
tragen worden, auch dermallen wtlrkhlich an der Fasschen (?) opera arbei-
tet, mithin schon in seiner iugend zeiget, was kfinfftighin vermög de» be-
sonderen tallento in diser profession aas ihn werden kau. Abs ist meine
mainung er Rentier möchte mit der a. u. ang«suchten Compositor-Steelle
mit 40 Thaller monatlicher Besoldung a. g..con8oKret werden.*'
[Wurde als HofoompoMtor mit 400 fl. angestellt.^
«
1731, 5. Mfirz (praes. 20. Aug. 1730).
1§S. „Franz Joseph Rusowsky schon etliche Jahre würkh-
licher Hof-Organist, annoch mit der Scolaren-Besoldung deren 360 fl. iähr-
lich, kombt a. u. ein umb die Musicalische besoldung. Wan nun dieser Sup-
plicant gleich andern Hoforganisten guete und virtuose Dienste praestiret,
dergestalt dass niehmahl wider ihme eine dag vorgekommen ist; er Ru-
sowsky auch bey so geringen gehalt , wie zu erachten unmöglich mit weib
und kündem leben kan. alss ist aus angezogenen Motiven meine wenige
meinung es möchten ihme Supplicanten von der BarbaretlBchen Pension
zu dennen 360 fl. noch 140 fl. a. g. zugeleget werden.^
1731, 5. März (praes. 29. Dec. 1729).
194k* „Franz Carl Pernember (Pemebmer) einer von dennen
besten Kay» Violinisten nur mit 400 fl. iährlicher besoldung, ohne Kay.
Quartier, und dahero, wie leicht zu erachten, in der höchsten armuth, kombt
a. u. ein umb Verbesserung seiner so geringen b^oldung. Wan nua dieser
Supplicant ein grosser Virtuos in seinem Instrument ist, und dennoch von
der eussersten armuth mit seiner zahlreichen Famili gedruokht wird. Alss
ist mein weniges parere, er Pernember möchte mit einer Vermehrung seiner
80 geringen besoldung aufs wenigst mit 100 fl^ ifthrlich umb so vil mehr
a. g. consoliret werden, alss von einiger Zeit hero durch verschiedene Tott-
f%hl bey der Music ein namhafftes dem Kay. a^rario heimbgefallen ist.*"
1731, 5. März (praes. 20. Aug. 1730).
1§I^. nJo^AQQ Georg Hihtereder in das 13 iahrKay. Violinista
mit 600 fl. iährlicher besohlung kombt a. u. ein umb Vermehrung seiner be-
soldung. Wan nun dieser Supplicant einer von den Stärkesten in der Mu-
fiique undter allen Kay. Violinisten ist, mässen er auch in der Composition
gar wohl erfahren ist: und gleichwohl andere Violinisten mit weit grösserer
besoldung versehen seind. Alss ist meine unmassgebliche mainung, er
Hintereder mochte sowohl in ansehen seiner besizenden virtü alss auch
schwär ausgestandtener krankheiten und anderen unglückseeligen zufalle
mit einer erklecklichen Zulage a. g. consolirt werden.''
BeH. VI. 186—188. 431
1731, 5. M&rz (praes. 11. Oct. 17S0).
!§•• „Andreas Boog Kay. Trombonista kombt a. u. ein, es
möchte Ihme von des iüngsthin abgeleibten auch Kay. Trombonisten Leo-
pold .Christian erledigtcj^ besoldnng deren 900 fl. iährlich zu seiner geringen
iährlichen besoldnng pr. 500 fl. ein beytrag a. g. gereichet werden. Wan
nun dieser Supplicant ein sehr guter Virtuos, embsig in diennen, auch pri-
vatim auf seinen Faticosen Instrument unaufherlich sich exerciret, auch mit
seiner zahlreichen Familie deren albereith 7 kindem und.ausgestandtenen
schwSren kranckheiten bey so geringer besoldnng wie leichtlioh zu erach-
ten, unmöglich leben kan. Ist meine pflichtmasaige mainung er Boog
möchte von der obbesagt erledigten besoldnng mit einem dessen virtü und
bedürftigkeit proportionirten von 200 fl. iährlich umb so vil mehr a. g. con-
aoliret werden, abs bey disen des Leopold Christian Tottfahl keine Wittib
zu versorgen ist.^
1731, 5. März (praes. 9. Juni 1729).
tSI« „Christian Payer vorhin Kay. Eleonorischer, seyt dero
seeL Hinscheiden an regierenden Hof Tenorist, kombt a.ii. ein umb Ver-
mehrung seiner i&hrlichen besoldnng deren 500 fl. Wann nun dieser Suppli-
cant einer von dennen besten Tenoristen ist , ia ich darf sagen in der Ca-
pellen wegen seiner treflichen stimme "^or allen andern gutte Dienste prae-
stiret, auch mit welischen Canteten singen sich distinguiret, iedoch unter
allen Tenoristen die geringste besoldnng genüset : Alss wird eine Hochlöb.
Concertation leichtlich gnädig erachten, dass er Payer ein ergäbiges accres-
cement üit allein meritire, sondern auch als verheyratt nöttig habe.'^
1731, 13. Juni (praes. 26. April 1731).
1 99« „Frantz Schnäutz Violoncellist gibt a. u. zu vememmen,
dass er schon 16 iahr die Kay^ Instrument-Cammer zu verwalten habe, und
umb besorgung derselben auch sein aignes Geldt ausgelegf habe ohne den
geringsten biss hero Genuss: da doch Georg Reutter Kay. Organist vor
diesem 400 fl. iährlich genössen hat mithin durch Verwaltung dieses Suppli-
canten durch 16 iahre 6400 fl. in ersparung komen seind. Auch Ihme seyt
1722 den Violon zu spillen seye aufgetragen worden, mithin keine woche
frey habe, und diese wochen mit dem Violoncello, die andere mit dem Vio-
lon diennen müssen, weillen sonsten nur ein Violonist dermallen beständig
vorfaan^n ist, in deme der aus Spanien gekommene Violonist Domenico
Appuzi wegen schlechten gesichts wenig mehr diennen kan, mithin wan
dieser Supplicant nicht bede wochen auf sich genommen hätte , ein neuer
Violonist müste aufgenommen werden: kombt derohalben a. u. ein umb
vermehrong seiner 700 fl. iährlichen besoldung mit noch 200 fl. iährlich.
Wan ich nun dieses Supplioanten Ansuchen in allen billig finde , alss ist
meine wenige mainung es möchte seine besoldung biss 900 fl. jährlich mit
dem beding vermeret werden dass er in seiner Verwaltung noch femer fort-
fahre.
432 Beil. VI. 189.190.
1731, 18. Dec. [praes. 9. Nov. 1731.]
!§•• »Giuseppe Pisani der ältere nachdeme seine Tochter Bar>
bara Sopranista die a. h. gehad gehabt vor Ihro Kay. May. gehöret zu
werden, kombt endlich ein umb in die Kay. Dienst an and aufgenommen
zu werben, und weil er sich schon in das 14. Monath mit Weib und Familie
alhier sich aufhaltend nit allein das seinige verzehren sondern auch schul-
den zu machen ist bemüssiget worden, alss bittet er Pisani a. u. dass seiner
Tochter Barbara ein ganzes Jahr möchte zuruckh geschriben werden. Weil
diese Virtuosin eine vortreffliche stimb und eine gute artb zu singen hat.
Alss haben Ihro Kay. May. dem Vememben nach sich a. g. entschlossen
Sie Pisanin in dero Dienst aufzunehmen. Die iährliche besoldnng betfef-
fend, Weillen ich nicht weiss wie starkh in der Music und (weillen Selbe
noch niehmalen recitiret) wie Sie sich auf dem Theatro aufführen wird kan
ich hirinff^ls meine mainung nit eröffnen. Ihro Kay. May. bedes anheimb
stelle.«
Ueber dieses Gutachten bemerkt der Vortrag des k. Ob. H. Meist.
Amtes : „Da der das Werck bestens verstehen sollende Capell Meister
selbst in pto. des Besoldungsquanti mit der Sprach recht herauss zu gehen
sich nicht allerdings getrauet'' will auch dks 0. H. M. Ambt nichts ent-
scheiden und gibt nur zur Nachricht, dass zur Zeit
DieSconiaazin iährliehs • die Sero sinin . . . 400 fl.
habe 2700 fl. „ Continingar. . . 4000^
„ Schultzin sambt ih- „ Schnautzin . . . 720,»
rem Mann nur . . 1200 „ ^ geweste Holtzhau-
„ Borosinin . . . 1800 „ serin jetzt Reu te-
„ Pe ronin ihre Schwe- rin 1000 ,>
ster 1620 „
so aber des nechstens mit 500 fl. a. g. accresciret werden dürffte.
[Der Kaiser bestimmte 1500 fl. für die Pisani.]
1731, 18. Dec. (praes. 12. Dec. 1731.)
lOO* „CarlJosephDenk, einer von dennen knaben, welche Ihro
jetzt gloreichst regirende Kay. May. als Erzherzog zu bedienen, und von
derselben Zeit hero beständig so wohl in Spanien • als hir nit allein bey
allen Capell-Opem und anderen Festinen, sondern auch bey denen DurchL
Erzherzogin die Ballett zu spülen die a. h. genad hat, beynebens auch Ihro
Kay. May. dieses Supplicanten Mutter Brust gesogen haben, kombt a. u.
ein, dass sein älterer Sohn Carl Joseph für einem würklichen Hofscolarn in
Violin möchte a. g. Aufgenommen werden. Wan nun derHamer in des
verstorbenen Timmer steelle einnicket, dessen erledigte Steelle aber, weil-
len von denen 16 Violinisten öffters einige nit in standt seind zu dienen^
widerumb solle ersezet werden: diser iUngling auch schon alle Dienst«,,
gleich anderen Kay. Violinisten zu verrichten schon capace ist. Alss ist
meine wenige mainung er Denck möchte mit der a. u. angesuchten wUrkli*
Beil. VI. 191—198. 433
chen Hofacholaren Steelle und gewändlichen iährlichen Provision deren
' 360 fl. a. g. consoliret werden.''
1731, 18. Dec. (praes. 11. Dec. 1731.)
191 • „FranceBCoFacchini, nachdeme er, seinen vorgeben nach,
unter der Direction verschiedenen Meistern in Italien sowohl in Oontra-
pnncto alss in Violino studiret hat, kombt a. u. ein nmb die a. h. genad bey
der Kay. Mnsic dienen zu können ohne Besoldung und ohfte Decret. Es ist
dieses Supplicanten a. u. Ansuchen dem schein nach sehr gering. Weillen
iedoch einigen anderen, welche an dem Kay. Hof entweder aigne, oder von
Voreltern Meriten haben, praejudicirlich wäre, kan ich in dessen anbringen
umb so vil weniger einrathen, alss ich von dessen Contrapunct keine Wis-
senschaft habe, in Violin aber Ihne Facchini nit allein schwach befunden,
sondern auch wenig Vocation zu diesem Instrument habe spüren können :
es wäre dan, dass Ihre Kay. May. aus besonderen absiebten diesen Supplt-
cante#a. g. consoliren wolten.'^
1732, 20. Februar, [praes. 20. Sept. 1731.)
lOtt» „Theresia Holzhauserin Singerin kombt a. u. ein umb
Vermehrung Ihrer besoldung deren 1000 fl. iährlich. Es scheint nit nöttig
zu sein dieser Supplicantin virtü, alss welche ohne deme bekandt ist mit
Villen anzuziehen : Alss glaubte ich, doh ohne die geringste Massvorschrei-
bung, es würde für ihre Meriten nit vil sein, wan deren besoldung biss auf
1500 fl. iährlich a. g. vermehrt würde.**
eod.
„Hierüber nun ist die gehorsambste Concertations Commission der
a. u. und einhelligen Meynung gewest, dass Ew. Kay. May. ihr Supplicantin
annoch 500 fl. accresciment a 1' Octobris 1731 umb so mehrer a. g. beyle-
gen könnten; alss 1' der Kay. Capell-Meister Sie solches in seinem Bericht
unvorschreiblich eingerathenen quanti wohl würdig achtet 2* aber andere,
ihr in der virtü nicht beykommende Kay. Singerinen benantlich die mit
1800 fl. sdpendirte Borosinin und die mit 1620 fl. iährlich gehalts begnä^
digte Perronin eine weit grössere Besoldung dann die Supplicantin ge-
nüesen.**
Der Kaiser schrieb dazu „Placef
1732, 29. April.
19S* „Ferdinand Grossaur Violinista k<Mnbt a. u. ein umb in
die Kay. Dienste qua talis a. g. aufgenommen zu werden. Wan nun zu be-
streittung deren Kay. Dienste 16 Violinisten bey Stabilirung der Kay.
Musio seind höchst nöttig befunden worden; dermallen aber nit mehr dann
12 Violinisten, welche Dienst thuen können, vorhanden seind; dieser Sup-
plicant aber ein sehr gutter Virtuos ist, welcher ein treffliche arcada guette
Intonation, perfectes Tempo und musicalisches Gehör hat, Alss ist meine
Köch€l, J. J. Fux. 28
434 Beil. VI. 194—197.
mainang er Grossaur müchte vor andern in die Kay. Dienste a. g. aufge-
nommen werden mit 500 fl. iährücher besoldung.^
[Wurde anfgenonmien.]
1732, 29. April.
104k« ,,PietroGalli Musico Contralto kombt a. u. ein in die Kay.
Dienste angenommen zu werden. ObwoUen er Galli noch nit vollständig
franco in Musica ist, doch weillen er eine gnette ergäbige stimb hat, auch
ein abgang ist an Contralten, so ist meine wenige Mainung dieser Suppli-
cant möge mit 40 Thaller monatlicher Besoldung in die Kay. Dienst a. g.
aufgenommen werden. Doch dass Ihme die würkhlichkeit nit hindern
sondern mehr anlass ^eben solle sich zu perfectioniren.^
[Wurde 10. Mai 1732 nach Antrag angestellt]
1732, 14. Mai. (praes. 7. Febr. 1732.)
lOft. „JohannHeinisch, musicalischer Trompetter, konüt a. u.
ein umb Vermehrung seiner musicalischen Besoldung deren 200 fl. iährlich.
Obwollen dermallen durch Tottfahl eines Trompetters keine musicalische
besoldung vacant ist: iedoch weillen dieser Supplicant ein ganz beson-
derer Virtuos ist, dergestalten, dass es ihme nit allein kein Trompetter be-
vorthuen wird, sondern er Heinisch auch gewise Tuons auf der Trompetten
glickhlich erfunden hat, welche die Capellmaister zwar bishero gewunt-
schen; aber kein Trompetter hat können zu wegen bringen. Alss ist meine
pflichtmässige mainung, er Heinisch möchte wegen seiner ungemeinen virtü
mit noch 200 fl. mithin biss 400 fl. iährlich a. g. accrescirt werden. Wor-
durch er verheyrath mit weniger sorg seinem Studio obligen könne , und
angefrischet werden wird, femer nachzusinnen."
1732, 14. Mai.
109. „Franz Carl Pernebner, Kay. Violinista gibt a. u. wehe-
mütigst zu vememben, dass er in st^hulden biss über die obren stecke, und
bey seiner geringen besoldung deren 460 fl. nit zu leben vil weniger aus
dennen schulden sich heraus zu wiklen vermöge ; kombt derohalben a. n.
ein umb Vermehrung solcher besoldung. Obwollen er Bememb^r unter
denen lungeren Violinisten ist, auch ihme unlängst die 60 fl. seind zuge-
leget worden. Weillen jedoch er Supplicant ein guetter Virtuos und in der
eussersten Nott ist. So ist meine wenige mainung, er möchte mit einer
beylag von 80 fl. begnadigt werden, damit er auf 30 Thaller monathlich
komme, welches vor diesem die geringste musicalisehe besoldung ge-
wesen ist.*'
1732, 14. Mai (praes. 3. Jänner 1732).
±911. „Barbara Timmerin des itlngsthin durch verwürung in
köpf und Melancoley verlohren gegangenen und Totter gefundenen Kay.
Violinisten Frant z Timmer hinterlassene arme Wittib mit 4 unmündigen
Beii. VI. 198.199. 435
kindern kombt a. u. ein um die gewändliche genaden pension. Wan nun
der MannalB Scolar an JoBephinischen Hof schon guete Dienste geleistet:
nachgehends an verwittibten Eleonorischen Hof sieh immer besser perfec-
tioniret hat, seyt dero Höchsten Ableiben aber der Regirend Ray. May.
Orchestro trefflich angestanden ist: alss ist meine Christ-mitleydente mal-
Tautkg Sie Wittib möchte für sich und ihre 4 kinder mit einer genaden pen-
sion von 400 fl. iShrlich angefangen vom 17. November abgewichenen iahrs,
an welchem tag der Man unsichbar worden ist, umb so vil mehr a. g. ver-
sehen werden, alss der Zufahl betauernngswirtig ist ; die kinder auch noch
klein , deren das erste in 8. : das änderte in 7. : das drite in 4. : das vierte
in 3. iahr ist: darunter 2 in einen solchen elenden standt seind, dass selbe
einsmahls zu dienen schw&rlich in standt sein werden.^
1732, 14. Mai.
109* »Was durch Tottflihlle deren Musicorum in kurzer Zeit hero
dem Kay. aerario Heimbgefallen ist. Wie folgt:
' Durch FrantzTimmer . . . . . 600 fl.
„ Angermair , . 450 „
„ Fasching . 450 „
„ Leither 200 „
. 1700 fl.
Wan nun die gegenwertige Supplicanten nach meinem wenigen guet^
achten beg^nadet wurden. Wie folgt :
Für die Timerische Wittib und Kinder . ; . 400fl.
„ Heinisch Trompetter 200 „
„ Faschinge Waisen 150,,
„ Hueter Bassista .• • • ^^ n
„ Libano Violinista . 100 „
„ Zi 11 er Violinista 100 „
y, Muffat Violinista :...;. 100 „
„ Garzarol Hautboista superuum 200 „
'„ Leyd eck er Orgimacher Adjunct 30 „
1380 fl.
bliben also nach abzug in ersparung 320 ü.^
1732, 30. December.
!••« „Max Hellman Kay. Cimbalist gibt allerunt zu vememben,
dass er die Unkosten der saiten für sein Instrument von seiner iahrlichen
besoldung deren 1000 fl. unmöglich be~Streiten könne. Kombt also allerunt.
ein umb 400 fl. Saitengeldt iährlich gleich alss wie es der Kay. Teorbist
gentteset Wan nun auf das Cimbal 3 oder 4 mal mehr saiten aufgehen alss
auf die^eorba: alss scheind mir gar billig zu sein, dass dieser Supplicant
aufs wenigst auch die 400 fl. saitengeld habe. Weillen aber der Teorbist
28*
436 Beil..VI. 200—208.
solche 400 fl. aus der Kay. resenärten Cassa ziehet , so wird dieser Suppli
cant aldorten umb selbe sich zu bewerben wissen.^
1733, 17. Jänner, (praes. 15. Dec. 1732.)
SOO* „Nachdeme ittngsthin Paul Alber Kay. Violinist mit Tott ab-
gangen ist; mithin dem Kay. aerario 810 fl. iährlich anheimb gefidlen seind;
kombt Johann Alber, des abgelebten Paul Albers n&gster anver-
wandter, auch iA die 27 iahr Kay. Molinista a. u. ein, es möchte ihme von
seines Vetters seel. erledigten besoldung ein beitrag von 10 Thaler Monat*
lieh a. g. verwilliget werden zu der bisshero genüsenden besoldung deren
540 fl. ifihrlich. Wan nun dieses Supplicanten grosse besoheidenheit in Con*
sideration zu ziehen ist, dass er durch so ville iahre umb kein accrescement
eingekommen ist, welches vermög seiner so embsigen und gueten Dienste
gar wohl hätte thuen können, Alss ist meine wenige mainnng, er Suppli-
cant möchte mit der a. u. angesuchten Vermehrung deren 10 Thaller monat-
lich umb so mehr a. g. consoliret werden , alss bey diesen Tottfahl weder
Wittib noch kinder zu versorgen seind.**
Auch das Obers-Hofm.-Amt anerkennet, dass „er mit ungemeiner dis-
cretion sich 20 Jahr eines solchen Gresuches enthalten hat'' und stimt mit
dem Antrag des Capellmeisters. £t placuit Caesari quoque.
1733, 17. Jänner, (praes. 8. April 1732.)
itOfl« „Johann Georg Reinhardt in die 31 iahre Kay. Hof- und
Cammer-Organist , welcher nit allein in der Kay. Capelen , wan selben die
woche betroffen , sondern auch bey allen Theatral- und Cammer-Festinen
guette, und Virtuose Dienste praestiret hat: und bey allen Kay. Raison
sich eingefunden; anbey auch mit vilßltigen Compositionen die Kay. Ca-
pellen versehen hat; also dass noch Öffters von seinen Compositionen in
der Kay. Capellen produciret werden ; kombt nun a. u. ein umb die a. h.
genad, dass Ihme der Tittl eines Compositoris möchte a. g. beigeleget
werden mit einer beliebigen augmentation seiner iährlichen besoldung deren
1000 fl. Wan nun alles in der warheit sich also befindet , gleich der Suppli-
cant vorbringet. Alss ist meine wenige mainung er Reinhardt möchte nit
allein mit dem Compositom Tittl, sondern auch mit einer beylag von 200 fl.
iährlich zu einer consolation wegen dessen längwerigen Virtuosen Dienste
a. g. consoliret werden.^
[Wurde 1734 Compositor.]
■
1733, 17. Jänner, (praes. 26. Mai 1732.)
%0%* „Georg Reutter gibt a. u. zu vememben, dass, nachdeme
er als wflrklicher Compositor mit 600 fl. iährlicher besoldung in die Kay.
Dienste einzutretten die a. h. genad gehabt, Ihme gleich die vorhin aus der
reservirten Cassa genossene 600 fl. iährlich seind eingezogen worden, bittet
derohalben a. u. dass Ihme solche aldorten verweigerte 600 fl. möchten in
das Universal-Bancalitets Zahl Ambt transferiret werden. Wan nun diesem
Bell. VI. 208—206. 437
Snpplicanten bey meiner dermalligen uiivermögenheit nit wenig zu compo-
niren aufgetragen wird, auch als Compositor mit 600 fl. nit vorlieb nemmen
kann. Alss ist meine wenige mainung er Reutter möchte auf gebettene
weiss a. g. consoliret werden.*'
1733, 17. Jfinner. (praes. 16. Oct. 1732.)
SOS. pGottlieb Muffat, Kay. Organist, welcher schon in das
18. iahr nit allein in der Capelle, sondern auch bey allen operen und Cam-
mer-Festinen mit accompagniren Virtuose Dienste pra'estiret , kombt a. u.
Supplicando ein umb die a. h. genad, dass sein 12iShriger Sohn Joseph für
einen Kay. Hof-Scolar in Clavir möchte a. g. aufgenommen werden mit der
gewSndlichen Scolaren-provision deren 360 fl. ifihrlich. Wan nun der knab
sowohl in Studio latino, alss auch in der Music id est in Clavir sonderbare
Specimina spüren lasset, der Vatter auch als Supplicant neben andern Me-
riten die Durchleicht. Erzherzogin schon in das 6. iahr in den Clavir zu
informiren die a. h. genad hat ohne einzigs anders Emolomento , indeme
doch die übrige Informatores desshalben besoldung oder aber andere er-
gözlichkeit zu genüsen haben. Alss ist meine wenige mainung er Muffat
möchte auf die a. u. angesuchte weiss a. g. consoliret werden.''
1733, 17. JSnner. (praes. 30. Oct. 1732.)
SO«. „Antoni Maliard Kay. Fagottist mit 300 fl. iährlicher besol-
dung kombt a. u. ein umb eine Vermehrung. Wan nun dises Supplicanten
Vatter auch Ejiy. Fagottist ein sehr alter und dergestalten Miselsichtiger
man ist, dass er mutmasslich gar nit lang mehr leben wird. Glaubte ich, er
Supplicant möchte sich biss zum Ableiben des Vatters gedulten; alssdan
kunte er von des Vatters erledigten Besoldung der 1080 fl. iährlich mit
mehreren versehen werden.^
1733, 17. Jänner, (praes. 26. Aug. 1732.)
%0(k* „Ca tarin* Angiola Conti des abgeleibten Kay. Composi-
toren und Tiorbisten Francesco Conti hinterlassene arme Schwester kombt
a. u. ein umb eine Kfij, Gnaden Pension. ObwoUen sonsten die Pensionen auf
die Collaterales gew&ndlicher Massen nit extendiret werden, iedoch weillen
dieser Supplioantin Bruder durch 33 iahre ganz besondere virtuose Dienst
geleistet hat, auch durch dessen Tottiahl und Resignation seiner Ehegemahl
&8t 7000 fl. iährlich in ersparung kommen seind. Alss ist meine ohnmass-
gebliche mainung Sie Supplicantin möchte mit einer gnaden pension von
200 fl. iährlich umb so vil mehr versehen werden, alss selbe stättiger unbäss-
lichkeit halber nit in standt ist, das brod zu gewinnen.''
1733, 17. Jänner, (praes. 7. Oct. 1732.)
%9%* „Johann Baptist Peyer Kay. Organist, welcher schon in
das 12. iahr sehr embsig diennet mit geringer besoldung deren 500 fl. iähr-
lich: kombt a. u. ein das von des iüngsthin abgeleibten auch Kay. Orga-
438
Beil. VI. 207.
niBten Neubaners erledigten besoldnng eine yerbessening Ihme möchte bey-
geleget werden. Wan nnn dieser Sapplicant ein vortreflioher Organist ist,
mitbin in der Capellen sonderbar guete Dienst leistet, Alss ist meine mai>
nung, er möchte mit einem accrescement von 100 fl. iährlich consoliret
werden. •*
1733, 17. Jänner. In Abschrift dem Vortrage des Obersthofmeister-
Amtes beigelegt.
Lista.
ttOV« »Was in kürze bey der Music durch Tottüsdil vnd Resignation
an Besoldungen dem Kay. aerario anheimb gefallen.
Durch Resignat Mar** An'* Conti
Ableiben Franc' Conti
Thomae Bigelli
Fran* Timer
Franz Neubauer
Jos. Fasching .
Ign. Angermayr
Nie* Agropoli .
Gottfr. Tenkh .
4000 fl.
2800 „
900„
600 „
720,
450,
450,
522 „
400,
Latus 10.842 fl.
Von dieser Summa wurden auf weniges Einrathen vnd Repartition an
Pension und Vermehrung deren Besoldung verwendet wie folgt:
Payr Organist . . . .
. 100 fl.
Richter Organist . .
■ 150 „
Hell mann Paucker . .
. 200„
Rusovsky Organist
. 90„
Wittib Bigelli . . .
. 300„
„ Neubauers . .
■ 200„
T r e n g e r Violoncellist
. 100,
Reitter Compositor . .
Conti Schwester . . .
Gottl.Muffat Sohn . .
Moser Bassist ....
Bon Trompetter ....
Posch Lautenmacher- Adj.
Griesbacher Cometist .
600 fl.
200„
860 „
100,
50,
70,
100.
Latus 2620 fl.
Bleiben noch in Ersparung 8222 fl.«"
,Bey lezt vorgewester Concertations-Commission hat der Kay. Capell-
Meister nachfolgende Posten alss ein in Ersparung gezogen: heimgefallenes
quantum adduciret, vnd albereits in die von Ihme gutachtlich vorgeschla-
gene accrescimenter schon damals repartiret alss
des FranzTimmer heimgefallene
n
Jos. Fasching
Ign. Angermair
Nie. Ancropoli
600 fl.
450,
450,
522.
Summa 2022 fl.
Beil. VI. 208—211- 439
Wan nun diese Sjpuna von derjenigen, so der Capell-Meister
alhierputativö als eine Erspamngpr. *. • • 8222 fl.
anf&hret, abgezogen wird, so verbleibet dem Kay. aerario ad ulte-
riorem dispositionem kein mehreres qnantam dan 6200 fl.
Wan nun anch die Tor die Wittib Denckin nunmehro von
Ihme einrathende 200 fl. pension abgezogen werden, verbleiben
mehrer nicht denn 6000 fl.
1733, 3. Februar.
SOS* „Barbara Pisani Cantatrice gibt allemnt. zu vememmen,
dass wegen obhabender schulden ihre besoldung deren 1500 fl. iährUch nicht
zulänglich wäre, selbe abzustossen und ihre Familie zu erhalten. Kombt
derowegen allerunt ein umb Vermehrung obbesagter besoldung. Wan nun
diese Supplicantin noch nit lang in Kay. Diensten stehet: durch solche
Vermehrung auch einige Consequentien erwachsen wurden, kan ich in die-
ses Begem nit einrathen.''
1733, 18. Febr.
SOO« MatteoPallota Priester kombt a. u. ein umb als Compo-
sitor fUr die Kay. Capelle in einer Gattung Composition, welche ohne Or-
gel und Instrumenten pflegen abgesungen zu werden, a. g. an- und aufge-
nommen zu werden. Wan nun Ihro Kay. May. durch Hm. Grafen von Lam-
berg a. g. mir haben bedeyten lassen, dass höchstgedacht Selbe diesen
Supplicanten zu consoliren a. g. gesinnet wären : ich zu diesem ende ein
mitel vorschlagen solle. Weillen nun von dergleichen Arth Composition in
der Kay. Capellen ein zimblicher abgang ist und hierin- nit ein ieder Com-
positor reusciret, dieser Pallota aber vermög guten Fundaments hirzu
sonderbar tauglich wäre. Alss ist meine wenige mainung, er Pallota möchte
auf die a. u. angesuchte weiss mit 600 fl. iährlicher besoldung a. g. conso-
Jiret werden."
[Wurde mit 400 fl. angestellt.]
1733, 18. Febr.
SlO« „Johann Ignaz Peyer kombt a. u. ein nach ableiben Fran-
cisoi Conti gewesten Kay. Compositom und Teorbisten alss Kay. Compo*
sitor'a. g. aufgenommen zu' werden. Ich bekenne zwar, dass dermalen ein
Abgang ist an Compositom, welche sowohl für die Capellen als Camera
und Teatro zu componiren fähig wären. Weillen ich aber diesen Suppli-
canten a\is mangel der italienischen Sprach nit so universal finde, kan ich
für denselben nit einrathen.«'
1733, 18. Febr.
Sllrf „Maria Sophia Navetschanin Contraltistin kombt a. u.
ein als würkhliche Hofscolarin a. g. aufgenommen zu werden. Mir ist be-
kannt, dass diese Supplicantin ungefehr vor 3 iahren öffters vor Ihro Kay.
440 Beil. VI. 212—214.
May. sich hören zu lassen die &. h. genad gehabt, ^^uch seythero gar offt
bey der Tafel gesungen hat, wobey iederzeit Ihro Kay. May. sonderbahr
die guete stime gefahlen hat dergestalten diss Höchstgedacfat Selbe Ihr
Navetschanin 300 fl. iährlich ansgeworffen haben sich damit sowohl in der
Music alss weiischer Sprach zu perfectioniren. Nun kombt es blos auf Ihro
Kay. May. a. g. befelch an, ob diese Supplicantin die 300 fl. noch fehmer
aus der reservirten Cassa odw aber mit beylag 60 fl. alss würkhliche Hof-
scolarin aus der Bancalitets Oassa solle zu genüesen haben. **
Zu dem Vortrage des Obersthofmeister- Amtes schrieb der Kaiser:
„werdt mich Vüyters resolviren, soll auch der capellmeister sie noch hier-
über (?) ein oder andersmal hören. <<
1783, 18. Febr.
SIS« „Giovanni Moysö gibt vor dass £ur. Kay. May. ein Orgel
und zwei Cimbola a. u. überreichet habe und zufolg desMrn sich Hofnung
machet, dermallen eins in die Kay. Dienste aufgenommen zu werden. Weil-
len nun er Supplicant auf den Oaldara Vice-Capelmaister und Reiter sich
beziehet, auch seine praetension nit specificiret,- weder dermallen ein
Apertur für ihme vorhanden ist, kan ich kein parere erstatten.^
1733, 18. Febr.
91S* „Johann Baptist Gumpenhueber kombt a. u. ein umb
alss Kay. Hofscolar a. g. aufgenonunen zu werden, und das Oimbal von
dem Max Helman zu erlernen : Wan nun Max Helman mit einem gefährli-
chen zustandt behafftet ist, dergestalten, dass er Helman mutmasslich nicht
lange tauem werde; Ihro Kay. May. aber nit wollen, dass dieses Instru-
ment mit dem Helman absterben solle : sondern dass solches in einem an-
dern tauglichen Subject solte fortgepflanzet werden: dieser Supplicant
aber bereits einen guten progress unter anführung des Max Helman ge-
macht hat. Alss ist meine wenige mainung dieser Supplicant möchte mit
der würkhlichen Hof-Scolaren Stelle sambt der gewändlichen iährlichen
Scolarenpro Vision deren 360 fl. a. g. cönsoliret werden."
Das Obersthofmeister- Amt geht auf diesen Antrag ein und begründet
ihn weiter damit, dass „die Hellmanische Erlernung dieses Instruments bey
dem Pantalon ^ £w. Kay. May. auf mehr den 12.000 fl. zu stehen gekom-
men. *< Et „placet^ Oaesari.
1738, 14. April.
%±%» „Johann Jacob Friderich, Kay. Fagottist kombt aller-
untert ein umb des verstorbenen auch Kay. Fagottisten Antoniijtfalliard er-
ledigte Besoldung deren 1080 fl. Wan nun dieser Supplicant noch einer von
den lungeren Fagottisten ist: aber gleichwohl die gröste besoldung genüe-
set, nemblich 1000 fl. ist zu verstehen von allen Fagottisten, alss kan ich
1 PanUleon Hebeostreit« Cinbalist in Dresden. (Ffirstenta II. 90 f.)
Beil. VI. 215-^218. 441
in solches begehren mit nichten einrathen. Jedoch weillen er Friederichein
besonderer Virtuos ist : auch der verstorbene Malliard 1080 fl. genossen
hat Alss ist meine venige mainnng es kunten Ihme die abgängige 80 fl.
zu denen 1000 aUergst. zu geleget werden.''
1733, 20. April.
ttift* „Franz Martin Sturmb in den 33. iahr Kay. Fagotist
.kombt allerunt. ein um Vermehrung seiner besoldung deren 700 fl. iShrlich:
und zvar von. des verstorbenen auch Kay. Fagottisten Antonii Malliard
erledigten besoldung deren 1080 fl. Wan nun dieser Supplicant dermahlen
in ränge der älteste Fagottist, auch Virtuos vnd embsig in dienen ist. Alss
ist meine Meinung er Sturmb möchte in ansehen so wohl aigner in dem 33.
alss auch des Vatters in das 42. gutgeleiste Dienst mit 100 fl. iährl. Bey-
lage allergnd. consolirt werden. *<
1733, 9. Febr.
MÄ%* pAntoni Peckh in das 10. iahr Kay. Bassist mit 500 fl. iähr-
licher Besoldung kombt allerunt. ein nmb ein accrescement. Wan nun die-
ser Supplicant ein guter Bassist ist : und andre seines gleichen 600 fl. iähr-
lich genfiesen. Alss ist meine wenige mainung er Peckh möchte mit einer
jährl. Beylag von 100 fl. iärlich allergnd. consoliret werden."
1733, ?.
Slt*JohannHeinisch Kay. musioalischer Hof-Trompeter, kombt
allerunt. ein, es möchte Ihme von deme durch den Tottfahl des Sebastian
Nasotto auch Kay. Trompetters erledigten 720 fl. ein beytrag zu seiner
dermallen genüesenden besoldung deren 400 fl. iährlich allergnädigst be-
liebet werden. Wan nun dieser Supplicant ein ganz besonderer Virtuos ist.
Alss ist meine wenige mainung er Heinisch möcht von der erledigten Be-
soldung mit 200 fl. iährlich allergdgst accresciret werden.^
1733, 3. April.
1K1§* Nachdeme Georg Beitter (Reutter) Kay. Compositor in sei-
nem vorletzten Memorial allerunt. gebetten hat, dass Ihme die auss der
Kay. reservirten Cassa bisshero genossene 600 fl. iährlich in das Universa-
li täts-Zahlambt transferiret und denen andern alldort assignirten 600 fl. möch-
ten incorporiret werden ich auch damals also eingerathen habe eine Hoch-
löbl. Concertations-Commission aber beliebet dessen ganze Besoldung mit
1000 fl. zu Stabiliren. Kombt er Beitter abermahl unterth. ein, es möchte
Ihme solche tausend noch mit 500 fl. iährlich vermehret werden. Ich wieder-
holle mein voriges parere, welches ist, dass er, wie vorhin die 1200 fl. solte
zugenfiesen haben. Die 300 fl. betreffend weilen es mir ein unzeittiges Be-
gehren scheinet, kan ich in selbige nit einrathen."
442 Beil. VI. 219—223.
1738. 10. ApriL
t±9m „Joseph Timmer Kay. Tenorist mit 700 fl. jährlicher besol-
dang kombt allerunter. ein umb vermehnmg besagter besoldnng Wan nun
ein anderer Tenorist in der Kay. Capellen von gleicher besoldung sich be-
findet welcher Hüne Timmer aki güete der stimbe und embsigkeit weit
übertrifft, mithin wie billich, eine Consequenz sich ereignen wurde: auch
Torhero die ienige Musici, welche entweder gar keine, oder aber kleine be-
soldungen von 3—400 fl. haben, müssen versorgt werden. Alss ist meine
wenige mainung, er Timmer solte sich auf eine bequemere Zeit gedulten
biss zugleich der andere Tenorist mit ihme könne accrescirt werden. (<
1733. 11. April.
{•SO* „VeronicaPeyerin des den 10. April verstorbenen Kay.
Hof-Organisten Johann Baptist Peyer hinterlassene arme Wittib mit der
Tochter kombt allerunt. ein umb eine genaden pension. Wan nun dieser
Supplicantin Mann einer von denen besten Kay. Organisten gewesen i«t: ie-
doch eine geringe Besoldung pr. 500 fl. genossen hat : mithin die arme Wittib
mit Villen Schulden gedrucket ist. Alss ist meine wenige mainung es möchte
ihr mit der Tochter zur jfihrl. genaden pension 300 fl. allergdgst. ausge-
worffen werden, anfangend vom tag des at>leibens ut supra."
' 1733, 13. März.
SSi» „Johann Georg Hinteredter Kay. Yiolinista kombt
alleruntert. ein umb Vermehrung seiner besoldung, Wan nun dieser Suppli-
cant einer von dennen besten Violinisten ist, auch schon viele iahre embsige
und virtuose Dienste praestiret, auch beynebens in der Gomposition wohl
erfahren ist. Alss ist meine wenige mainung. Er Hinteredter möchte mit
einer beylage von 100 ^. i&hrlich umb so vil mehr allergst. consoliret wer-
den, alss ganz kürzlich auf ein neues durch Ableiben Paul Alber 1080 fl.
widerumb durch Tottfahl Johann Frankh 720 fl. seynd heimbgefahlen, bey
welchen Tottfählen weder kinder weder Wittib zu versorgen seind.*'
1733, 7. April.
{•1Klt*„GiuseppeMonteriso, Kay. Soprano kombt allerunt. ein umb
accrescement seiner dermaligen besoldung deren 1000 fl. iährlich. Wan nun
dieser Supplicant nach den Domenico Genuesi dermahlen der beste Sopran
ist; auch bei iezigen grossen mangel deren Sopranen ihme Monteriso die
meiste Dienst-Fatiquen treffen. Alss ist meine wenige mainung, der Sup-
plicant möchte mit einer beylage von 200 fl. iährlich allergdst. consolirt
werden."
1733, 6. MaL
%%S» „Anna Barbara Schnauzin Cantatrice kombt aUerunt.
ein umb Vermehrung ihrer respective geringen besoldung deren 720 fl.
Wan nun diese Supplicantin schon in das 9.9ahr auf dem Teatro, Cammer
Bftil. VI. 224—336. 443
bei der Tafel und Oratoriis virtuose Dienste prftstiret hat; andere Singe-
rinen aber, welche lang nach dieser in die Kay. Dienst eingetretten seynd,
iärlich mit 1500 fl. besoldnng versehen seind. Alss ist meine wenige mid-
nnng Sie Schnauzin möchte mit einer beylage dergestalten allergst. conso-
liret werden: dass derer besoldung biss 1200 fl. iährlich erreichen möge.<^
1733, 9. April.
9%9f „FerdinandSchr Otter wohlerfahmer Orgimacher kombt
a. u. ein umb die durch einruckung des Johann Leydekhers in die würkh-
liehe Hoforglinacher stelle erledigte Adjuncten Stelle: mit Versprechen der
desiüngst abgeleibten Römers mit drey kündem hinterlassenen Wittib
Tochter zu heyrathen. Wan nun dieser Supplicant nit allein in seiner kunst
wohl erfaren, sondern auch ein fromber embsiger mensch ist. Alss ist meine
wenige mainung, er Schrötter möchte mit der a. u. angesuchten Orglma-
cher Adjuncten Stelle mit der gewändlichen iährlichen besoldung deren
180 fl. a. g. consoliret werden: iedoch mit dem austricklichen beding, dass
er, seinem Versprechen gemess, die To^ter heyrathen solle, damit die arme
mit schulden beladene Wittib in etwas erlenchtert werden mOge."
1733, 10. Juni.
%%fk» „AntoniWerndle Bassist kombt a. u. ein umb eine Organi-
stensteelle und umb Verbesserung seiner besoldung deren 450 fl. iährlich.
Wan nnn dermallen nit mehr alss zwey zu diennen taugliche Organisten bey
Hof sich befinden ; diese aber die vilfaltigen Dienste zu verrichten nit zu-
länglich seind: Er Wemdle auch aus mangel der stimb ein weit besserer
Organist als Singer ist. Alss ist meine wenige mainung, es möchte ihme
solche Organisten Stelle samt 100 fl. beylag zu dessen dermallen iährlichen
genüsenden besoldung deren 4ö0 fl. umb so vil mer a. g. conferiret werden,
alss hirdurch eine Organistenbesoldung ersparet wird.^
[Wurde Organist mit 550 fl. Gehalt.] .
1733, 13. October.
%%%. Referat des Ob. Hof-Meisters Rudolph Gf. Zinzendorf an den
Kaiser.
„Es hat FeliceSalimbeni, Musico Sopranista, miteis nebenge-
hender Supplique allerunterth. vorgestellet; wasmassen er von Zeit, alss er
die gnad gehabt auf Eu. Kay. May. Theatro in dero a. h. gegenwart zu
singen, nichts mehrers gewünschet habe; dan in die Kay. wttrkliche Dienste
a. g. an : und aufgenohmen zu werden, wolte demnach in krafft ermelter
Bittschrift umb diese Kay. gnad a. u. gebetten übrigens aber seinen konff-
tigen gehalt, da Er nach anleitung der Natur sich und seine arme, all- an-
derweitiger Hilff destituirte Mutter zu versorgen hätte, in Eu. Kay. May.
a. h. Clemenz gestellet haben.
Eu. Kay. May. Direttore della Musica Graff von Lamberg hat occa-
sione dieses petiti mir dero treugehors. Obrist Hoffmeister mündlich zu
444 Beil VI. 827—229.
yernehmen gegeben : wasmassen allerhöchst Selbte den Snpplicanten mit
der a. g. aufnähme für einen Sopranen, und beylegenden Gtehalt von mo-
natlich 125 fl., oder Jährlich 1000 Reichsthr. consoliret haben wolle. Wa-
nenhero dann £u. Kay. May. gehors. Ob. Hofmeister.Ambt einzig und allein
dessen a. g. Confirmation sowohl als auch determination von was dato
(umb willen der Supplicant sich schon eine Zeit lang hier Itufgehalten hat)
ihme obbesagter gehalt angewiesen werden solle ? in aller tiefesten Respect
zu erwarten hat.
Rud. Gf. Zinzendorf.<<
Der Kaiser schrieb dazu : „placet xnd das tempus von anfang dieses
iahrs.**
Carl m./p.
[Fnx gab kein parere in diesem Falle.]
»'
,1734, 14. J&nner.
MY« „Filippo Antonelli Musico Contralto kombt a. u. Suppli-
cando ein, umb qua talis in die Kay. Dienste a. g. aufgenommen zu werden.
Wan nun dieser Supplicant von seinen stabilirten Dienste vonBCariaLoretto
ist hieher bemefen worden, auch für die Kay. Capelle sehr nOttig auch
tauglich ist. Alss ist mein weniges parere er Filippo Antonelli möchte mit
50 Thaller monatlicher besoldung in die Kay. Dienste a. g. aufgenommen
werden. Und weillen deren alle über drey Quartale rückständig soind: auch
denen neu aufgenommenen dem gebrauch nach zwey Quartale abgezogen
werden; mithin kaum vor zwey iahren von der besoldung etwas zu genüe-
sen haben wurde. Alss ist meine anmassgebliche mainung es möchte der
anfang der besoldung umb ein iahr zurückgeschrieben werden, und anfang
vom ersten Januari 1733. <<
[Wurde angestellt.]
1734. 23. März.
MS* Elisabetta Barbara Pisani virtuosa di S. M"' Ces* kombt
nit allein a. u. ein umb Vermehrung ihrer iährlichen besoldung deren 1500 fl.,
sondern auch umb ein Adjuta di costo umb damit ihre schulden zu zahlen,
welche selbe umb ihre zalreiche Famili zu erhalten hat machen müssen. Die
Adjuta die costo belangend wird Sie Fisani an gehörigen orth sich zu ad-
dressiren wissen. Was aber das accrescement anbetrifft: ist war, dass diese
Supplicantin eine vortreffliche stimb hat, und fast in allen Festinen emploi-
ret wird: mithin zu consideriren ist. Weillen aber diese Supplicantin mit
einem ordinari Accresciment nit zufnden sein, ihr auch damit nit wurde ge-
holfen werden: und auf ein gross quantum wegen folgerung ich nit ein-
rathen kann : so wird nach meinem wenigen erachten die sach auf Ihro Kay.
a. g. ausspruch ankommen.^
1734, 23. März.
•••• „MarcoAntonioBertiindiel5. iahreKay.Bassista kombt
a. u. ein umb Vermehrung seiner besoldung deren 30 Thaller Monatlich.
Beil. VI. 280—283. 445
Wan nun diser Supplicant ein guter fundamentaler Musicus, schon lange
dienet, verheyrat und sehr bedttrfftig ist. Alss ist meine ohnmassgebliche
mainung, es mOchte Ihme Berti noch 10 Thaller monatlich a. g. zu ge-
leget werden.**
[Auf bessere Zeiten verwiesen.]
1734, 23. März.
•SO* n-^nna Barbara Schnauzin Singerin, welche schon in die
9. iahr bey Operen, Serenaden, Oratorien und Taflfel virtuose Dienste prae-
stiret kombt a. u. ein umb Vermehrung Ihrer besoldung deren 720 fl. iähr-
Hch. Wan ich nun iüngst hin so wohl wegen dieser Supplicantin guten arth
zu singen alss auch in betrachtung was andere Singerinen genüesen auf
1200 fl. iShrlich eingerathen habe, so wil ich solches mein damahlss ohne
massvorschreibung gegebenes parere widerhoUet haben. '^
[Sie erhielt 1000 fl.] •
. 1734, 23. März.
•Sl« n^iusePP® ^oi^teriso Soprano in die 16 iahre in Kay.
Dienste kombt a. u. ein es möchte ihme seine.bisshero genüessende besol-
dung deren 1200 fl. auf 1440 fl. iährlich vermeret werden. Wan nun dieser
Supplicant schon lange Zeit und embsig dienet und fast der einzige ist, auf
den man sich in der Gapellen in allen fahl zu verlassen hat, alss ist meine
wenige mainung er Supplicant möchte auf a. u. angesuchte weyss a. g.
consoliret werden. <*
[Erhielt 200 fl. Zulage.]
1734, 31. Juli.
SS9. „Elisabetta Barbara Pisani Virtuosa di Sua M**. Ces\
kombt abermahl a. u. ein umb Vermehrung ihrer ithrlichen besoldung deren
1500 fl. Wan nun diese Supplicantin lauth dieses Memorials von Duro Hoch-
gräfl. Excellenz Herrn Obrist-Hofmüstem die Vertröstung habe, a. g. mit
einem zu ihrer Unterhaltung erklöcklichen accrescement consoliret zu wer-
den: gegen mir auch sich mindlich erkläret hat, dass selbe ohne 3000 fl. nit
leben könne, femers auch bekannt ist, dass vor diesem die Singerin von
ersten rang nit allein 3 sondern 4000 fl. genossen habe. Alss ist meine un-
terworfenste mainung, Sie Pisani möchte noch mit einer beylage von 1500 fl.
iährlich a. g. consoliret werden.^
1734, 4. Dec. (praes. 5. Nov.)
•SS« „Anna Theresia Reitterin Hof-Singerin gibt a. u. zu ver-
nemmen, dass Sie schon acht iahr die a. h. genad habe Ihro Kay. May. zu
bedienen: anfänglich 3 iahr ohne besoldung: nachgehends mit 700 fl. iähr-
licher besoldung: biss endlich erst vor 2 iidire ihre besoldung auf 1500 fl.
seye vermeret worden^J^achdeme aber Sie Beitterin eriahren, dass der Pi-
sanin besoldung -biss auf 3000 fl. solte erhöht werden: kombt Sie Eeitterin
446 Beil. VI. 234—237.
al88 älterer im Kay. Dienste a. u. Supplicando ein, dasB sie nit geringer ge-
halten werden möchte. Wan nun die Pisanin auf gedachte weyss solte ac-
cresciret werden : so finde ich billig, dass diese Supplicantin gleich tractiret
werde : umb so vil mehrer, weillen Sie Reitterin an Festigkeit der Music
der Pisanin weit überlegen ist.^
1735, 20. Dec. (praes. 12. Mai 1735.)
•S4I. j^Ohristoph Wagenseil Organist kombt a. u. Supplicando
ein umb alss Kay. Ho&colar in der musicalischen Oomposition a. g. aufge-
nommen zu werden. Wan Ihro Kay. May. ia iemallen einen Scolaren in der
Oomposition aufzunemmen a. g. beliebeten, so kunte ich pflichtmässig fUr
diesen Supplicanten einrathen : Weillen er Wagenseil nit allein schon der-
mallen so gut alss andere Kay. Hoforganisten in der orgel ilienen kunte,
sondern auch nach dennen waren grund reglen desGontrapuncts nit geringe
progressen gemacht hat: dergestalten, dass von diesem Subjecto in beeden
sowohl in der Orgel alss auch in der Oomposition virtuose Dienste zu
hoffen wären."
[Wurde angenommen.]
*
1735, 20. Dec. (praes. 28. Oct. 1735.)
•S5« „IgnatiusStadlmair Kay. Hofscolar in Violin kombt a. u.
ein umb die wttrkhlichkeit. Wan nun er Stadlmair nit allein genuegsambe
ffthigkeit für einen wUrkhlichen Violinisten, sondern wohl auch ein "Virtuos
kan genant werden. Alss ist mein weniges parere, dieser Supplicant mOchte
mit der wttrklichkeit umb so vil mehr a. g. consoliret werden als er mit dem
Scolarengehalt deren 360 fl. biss auf ein bequemere Zeit sich will befridigen
lassen. *<
1735, 20. Dec.
•80. „Johann Jacob Hammer Bassista kombt a. u. ein umb an-
statt des ittngst abgeleibten Kay. Bassisten Friderich Gotzinger a. g. auf-
genommen zu werden. Wan nun dermallen an Bassisten in der Kay.Oa-
pellen kein abgang ist; wohl aber an Sopranen und Tenoristen; derge-
stalten, dass zu bestreitung deren Kay. Oapeldienste man würkhlich 2
frembde Discantisten und so vfl Tenoristen zu hilf nemmen muss : mithin
diser abgangige stimme vorhero zu ersezen sein. Alss kan ich in dieses
Supplicanten ansuchen diessmahl nit einrathen.^
1735, 20. Dec.
•8V* „Vincenzo Lpsada, nachdeme er 13 iahre auf dem kriegs-
schiffS. Michaele genandt alss Schreiber gedienet, und endlich cassiret
worden ist, kombt a. u. ein umb in die Kay. (Music) einverleibet zu wer-
den. Wan ich nun diesen Supplicanten niehmallen gesehen, noch weniger
kenne : er Losada in diesem seinen Memorial auch frey bekennet, dass er
zur Musique undichtig seye, Alss erhellet von sich selbst, weillen zur Mu-
Beil. VI 288—241. 447
sique Vocalisten und Istnunentalieiten : aber keine Matieloten ndttig seind,
dass ich für diesen Supplicanten mit nichten einrathen kann.^
1736, B. März, (praes. 5. Dec. 1735).
•S§« „Christoph Praun 21 iahr Kay. Bassist kombt a. u. ein, es
möchte ihme von des verstorbenen auch Kay. Bassisten Friderich Gotzinger
erledigten besoldun'g deren 1080 fl. ifthrlich zu. seiner dermallen geniessen-
den besoldnng pr. 70 Thaller monatlich eine Vermehrung a. g. beygeleget
werden. Wan nun er Praun nit allein bey allen Operen, Serenaden, Gammer-
Festinen, und Oratorien Virtuose Dienste praestiret, sondern auch in der
Oapellen, und bey dennen Tafel-Dienste embsig dienet, wie iedermann be-
kannt ist. -Alss ist meine pflichtmässige miunung, er Praun möchte mit
einer beylag von 10 Thaller monatlich umb so vil mehr a. g. consoliret wer-
den, alss vil andere welche mit ihme Praun an Virtü und Dienstverrichtun-
gen gar nit zu vergleichen seind, 80 ia auch 100 Thaller Monatlich ge-
niesen.^
1736, 3. Ml^rz.
•89* „Marc Antonio Berti Musico Bassista kombt a. u. ein umb
Vermehrung seiner damals geniisenden besoldung pr. 30 Thaller monatlich.
Wan nun dieser Supplioant ein guter und vester Musicus, sonderlich in
dennen Functionen, welche ohne orgel abgesungen werden, vor anderen
gnete Dienst leistet, in die 18 iahr alhir und in Spanien auch eine Zeit lang
gedienet hat: auch auf mehrmaliges einkommen unconsolirter verblieben
ist. Alss ist meine nit ungrttnte mainung er Berti möchte mit der durch den
Tottfahl der Salkischen Wittib erledigten pension pr. 100 fl. iährlich umb
so vil mehr a. g. consolirt werden, alss er Berti mit seiner Famili in der
Höchsten Armuth sich befindet."
1736, 14. August, (praes. 19. April 1736.)
MWO. „Bernhard Ziller in die 17 iahr Kay. Hof Violinist kombt
a. u. ein, dass ihme von durch den Tottfahl des Kay. Trombonisten Joseph
Hammer erledigten besoldung eine Vermehrung seiner dermallen genttesen-
den 600 fl. iährlich möchte a. g. beygeleget werden. Wan nun vorbesagte
erledigte besoldung vermög meines wenigen parere bereits unter die Trom-
bonisten ist repartiret worden. Alss wird er Ziller auf eine mutmasslich
bald sich ereignende ledige Violinistenbesoldnng zu vertrösten sein.^
>
1736, 14. August.
•Hl« „Antoni Peckh Bassist, welcher schon 13iahre, sowohl in
derXapelle, alss bey der Taffei embsige und virtuose Dienste leistet, kombt
a. u. ein umb eine Vermehrung seiner besoldung pr. 600 fl. Bey itlngSter
Concertation hat für diesen Supplicanten der Ursachen halber nit mehr als
auf 40 fl. können eingerathen werden , wodurch ihme die 600 fl. seind com-
plet gemacht worden, weillen damallen auf SuppUcanten hat müssen reflec-
448 BeiLVL 243—245.
tiret werden, welche noch geringere besoldong haben. Nun ist meine wenige
meinnng er Peekh möchte von der durch den Tottfahl des Basauten Pex*
zoni erledigten besoldnng mit einem beytrag von 100 fl. a. g. eonsoliret wer-
den.«"
1737, 11. März.
•HS. „Giaseppe Bonno, welcher ohngefahr vor llJahren mit
Ihro May. a. g. ConBens von hier nacher Neapel abgereiset, um aldorten in
der Mnsic und Composition inatroirt za werden, and von danen, beylanfig
vor 11 Monath, anhero zurückgekommen ist, auch ein und andere Compori-
tion von seiner arbeit produciret hat, bittet nunmeliro a. u. als würklicher
Musices Compositor aufgenohmen zu werden. Weilen ich nun aus des Sup-
plicantens Compositionen habe abnehmen können; dass er in denen Grund-
Beguln des Contrapuncts noch nicht genugsam unterrichtet ist: Ihre Kay.
May. aber denselben , dem vernehmen nach consoliret wissen wollen ; alss
ist meine pflichtmässige mainung, dass er Bomio indessen f&r einen Kay.
Hof-Scolaren , in der Composition mit gewöhnlicher Scolam-Provision der
jährl. 360 fl. möchte a. g. aufgenohmen und demselben hierunter aufgetra-
gen werden; dass er in deme, was ihme noch ermanglet , sich instruiren
lassen solle.
1737, 2. Mai.
•HS* „Johann Jacob Fridrich Kay. Fagotist kommt a. u. Sup-
plicando ein, um Vermehrung seiner dermahl in 1020 fl. geniessenden besol-
dung. Wan nun dieser Supplicant in seinem Instrument ein ganz besonderer
Virtuos ist, und neben den ordinari Diensten die a. g. Herrschaften mit Solo-
blasen öfters divertiret. Alss wäre meine gehorsamst ohnmassgebige mai-
nung, er Fridrich möchte mit einer zulag jährlicher 100 fl. consoliret werden.
1737, 2. Mai.
%%%• „IgnatiuB Stadlman, welchen Ihre Kay. May. von der
Hof-Scolaren-Stell in dem letzt verwichenen Jahr zu einen wfirklichen Vio-
i nisten , iedoch dass er sich mit der Scolam-provision deren 360 fl. biss zu
einer apertur vergnügen solle, a. g. resolviret haben, kommt a. n. Supplik
cando ein um eine wUrkliche musicalische besoldung. Wann nun durch er-
folgten Todtfahl des Ferdini^nd Woller, gewesten Kay. Violinisten nach
Provision der Wittib und accommodirung des Sohns, von seiner genossenen
besoldung annoch 200 fl. überbleiben, so ist mein gehors.-ohnvorgreifliche
mainung : er Stadlman möchte zu denen dermals genüessenden 360 fl. mit
einer Zulage von 140 fl. um so vil mehr a. g. consoliret werden, als derselbe
ein Virtuos so unter die beste zu rechnen ist.^
» ■
1737, 2. Mai. (praes. 20. Nov. 1736.)
•HA* „Johann Ludwig Schulz Kay. Hautboist stellet Ihro Hoch-
gräfl. Excellenz Herrn Herrn Obristhoflneister etc. (6rf. Sigm. Rüd. Sinzen-
Beil. VI. 246.247. 449
dorf) wehemütig vor, wie dass, obwohlen er als Haatboiat und sein weib als
Singerin von anno 1716 beyde zusammen mit 1200 fl. besoldung in Kay.
Dienste aufgenohmen worden, wegen unrichtiger bezahlung derer quartalen
in einen Schuldenlast von 3955 fl. yerfiülen und dahero auf ansuchen der
Creditom von dem Hof Marschall. Gericht der meiste Theil seiner besol-
dung sequestriret worden seye , dergestalten dass er nunmehro weder sich
noch seiner Familiae das Brod, und nothwendige Kleidung verschaffen
möge'; nihmt derohalben seine Zuflucht zu Ihro Hochgräfl. Excellenz mit
unterth. gehors. bitte seinen elenden zustand Einer HochlObl. Concertation
gnädig vorzubringen und mit Dero hohen Protection zu secundiren. Dieses
Süpplicanten nothstand ist mir zur gnüge bekannt; weillen ihme aber eine
mitelmässige Hülf wenig zu statten kommen wurde; und ich auf ein
grosses quantum einzurathen mich nicht unterfange ; alss vermag hierinfalls
nichts anderes zu thun ; alss Ihro Hochgräfl. Excellenz des Supplicantens
dürftigkeit und elend unterth. gehors. zu recommendiren.*<
1737, 2. Mai.
94k0. „Gate ri na Caldarin, des den 27. Decembris letzt abge-
ruckt- 1736*" Jahres abgeleibt- und 22 Jahr gewesten Kay. Vice-Capel-
maisters Antonio Caldara hinterlassene arme Wittib kommt a. u. Sup-
plicando ein um die gewöhnlich- Kay. Gnaden -Pension. Ob nun wohl er
Antonio Caldara noch bey Lebenszeit anstatt solcher pension aus der ge-
heim-reservirten Hof Cassa 12000 fl. würklich empfangen habe ; mithin sie
Wittib nichts mehr zu praetendiren hätte; weilen aber nicht allein solches
Capital, annoch im Leben ihres Manns dem veiiiehmen nach völlig consu-
miret worden, sondern auch nicht geringe Schulden sich hervorthun. Alss
ist mein gehorsamst ohnmassgebige meinnng , sie Wittib in Ansehung der
Meriten ihres Mannes mit einer jährl. Gnaden-Pension pr. 500 fl. möchte
a. g. versehen werden , damit selbe , samt ihrer 86iährigen Mutter, und einer
unversorgten Tochter, von allen lebensmitteln entblösset, in derarmuth
nicht gänzlich verlassen bleibe. <<
[Die Concertation trug auf 400 fl. Pension an ; der Kaiser schrieb dazu :
„Werd mich weyters daryber resolviren.«]
1737, 6. Mai (praes. 7. April 1737.)
SUV* „Theresia Reutterin, virtuose Kay. Hof-Singerin, kommt
a. u. Supplicando ein um Vermehrung ihrer dermahls in 1500 fl. geniessen-
den besoldung. Wan nun diese Supplicantin alle Kay. Hofdienste, nicht
allein in solcher perfection gleich denen vorigen vornehmsten Singerinen,
welche eine jährliche besoldung pr. 4000 fl. genossen haben, verrichtet, son-
dern auch selbige an Festigkeit in der Music weit übertrifft, folgsam gleich-
mtässige besoldung anhoffen*könnte; so glaubte ich iedoch, dass Sie Reut-
terin wegen umständen der iezigen zelten, mit der besoldung der Sconianz,
auch Kay. Singerin , nemlich deren 2700 fl. sich wurde befriedigen lassen ;
Kfiehelf J. J. Fnx. 29
450 Beil. VI. 248—250.
wohin dan auch mein gpehorsamst - ohnmassgebiges parere abgegeben
haben will.^
Im Gesuche dankt sie für „allennildest geschenkte 4000 fl.^, womit
sie jedoch kaum ihre Schulden habe bezahlen können.
Die Concertation trägt wegen „dermalen schw&ren- und geldmanglen-
den Zeiten^ auf ein accresciment von jährl. 1000 fl. an. Der Kaiser schrieb
dazu: „placet bis bessere Seiten nacher weyter zu gedenken *<.
1738, 4. December.
•HS* „Christoph Haager Musicus kommt a. u. Supplicando ein
um bei der Kaj, Hof-Music als Tenorist a. g. aufgenommen zu werden.
Wann nun bey derselben an Tenoristen ein abgang sich befindet, der Sup-
pUcant aber ein fester Musicus und forderist auf dem Theatro zu singen
und zu recitiren wohl gettbet ist , Alss beruht es bloss auf deme ob die
Stimme des SuppUcantens Ihre Kay. May. bey welcher derselbe sich hören
zu lassen bereits die a. h. Gnade gehabt, ein a. g. Gefallen gebe?*^
1738, 4. December.
• %9* „LucaAntonioPredieri, Capelmaister der Domkirche zu
Bologna ist zu dem ende hieher beruffen worden, um bey vacirender Kay.
Vice-Capel-Maisters-Stelle , die Specimina , ob er hierzu tauglich befunden
werde, zu geben, und da derselbe bereits über ein iahr hero hierinfahls
seine proben abgeleget, so ist er Predieri um besagte Vice-Capelmaisters
Stelle, wie auch um die Anwartschaft auf die hinkünftig in erledigung
kommende Kay. Gapelmaisters-Stelle a. u. Supplicando eingelanget. Wann
nun dieser Supplicant alle hierzu erforderliche aigenschaften und virtü be-
sizet, auc)i sonder zweifei mit seiner Composition Ihro Kay. May. ein satt-
sames contento gibet. Alss ist mein gehors. ohnmassgebige Mainung; es
könnten a. gedacht Ihro Kay. May. ihme Predieri in seinem a. u. gesuch
a. g. deferiren."
[Wird mit 1600 fl. Gehalt und 400 fl. adjuta aufgenommen (6. Februar
1739).]
1738, 4. December.
•50* „Christoph Wagenseil, vor einiger Zeit Kay. Hofscolar
in der Composition kommt a. u. Supplicando ein als würklich^r Compositor
a. g. aufgenommen zu werden. Zumahlen nun dem alten Gebrauch nach
einem Scolam, der in seinem Studio so weit gelanget, dass er sich getraue
Virtuose Dienste zu leisten iederzeit die würklichkeit verliehen worden ist,
und der Supplicant vor andern nach den Grundregnln des Contrapnncts zu
schreiben sich befleyssiget. Alss wäre meine gehors. ohnmassgebige mal-
nung er Wagenseil möchte mit der a. u. angesucht : würklichen Composi-
tom-Stelle und 500 fl. iährlicher Besoldung allermildest und um so viel
mehr begnadet werden, als durch denselben bey dermaliger licentiosen
Schreib-arth die regulmässige Composition könnte erhalten werden. <<
Beil. VI. 351—264. 451
[Erhält den Titel Hofcompositor, aber nur 360 fl. Gehalt. Der Kaiser
schrieb : „placet wie eingerathen und soll er mit den 360 fl. zufrieden sein**.]
1738, 4. December.
S51* „Joseph Bonno, welcher ohngefehr vor 16 Jahren von hier
nacher Neapel abgangen um aldorten dem Studio mnsicalischer Composi-
tion obzuliegen, auch darin einen zimlichen progress gemacht, und darüber-
hin vor 3 Jahren zu einem würklichen Hofscolam in der Composition a. g.
aufgenommen worden ist, kommt a. u. Supplicando ein am den Titul eines
würklichen Compositoris. Wann nun Ibro Kay. Maytt. dieBe.3 Jahr hindurch
verschiedene Compositionen von dem Snpplicanten angehöret; dafeme
solche a. h. deroselben zu gefallen das Glück gehabt haben möchten ; so
w&re meine gehorsamste mainung; dass ihme Bonno der a. u. angesucbte
titul eines würklichen Kay. Compositoris allermildest könnte beygelegt
werden."
[Erhielt den Titel Hofcompositor.]
1739, 30. Jänner.
•5S* „Margaretha Reitterin ^ des in das'4d. Jahr gewest- und
den 29. Ang. jüngst abgerückten 1738. Jahrs abgeleibten Kay. Hof- und
Oammer-Organisten Georg Reitters mit zwey ohnversorgten Töchtern
hinterlassene arme Wittib kommt allerdemütigst Supplicando ein , um die
gewöhnliche Gnaden-Pension. Zumahlen nun er Reitter alzeit virtuose
Dienste geleistet, und sonderbahr mit accompagnirung bey denen Operen
sich signalisiret hat; so ist meine gehors. ohnmassgebige meinung, Ihro
Kay. May. geruheten ermelter Wittib in ansehung deren von ihrem Mann
langjährig praestirten Diensten sowohl, als ihrer grossen Dürftigkeit eine
Gnaden-Pension pr. jährlicher 300 fl. a. g. zu verleyhen.**
1739, 30. Jänner.
•AS« yjLeopold Denck vor diesem bey Ihro May. verwittibten
Kayserin Eleonora Höchstseel. andenkens in das 8. Jahr gewester Musicus,
nachgehents bey Ihro Durchlaucht Gouvemantin in denen Niederlanden
12. Jahr Hofpaucker , und nunmehro qua talis am Regierend Kay. Hof in
Diensten bittet a. u. um eine musicalische Besoldung. Da nun er Denck
nicht allein gut musicalisch, sondern auch ein virtuoser Paucker ist; so er-
achtete ich gehorsamst, derselbe möchte mit einer musicalischen besoldung
jährlicher 100 fl. a. g. versehen werden; worzu 60 fl. von der erledigt Tur-
nowskyschen besoldung : die übrige 40 fl. aber von des verstorbenen Hof-
Pauckers Salario könnten genohmen werden.*'
1739, 30. Jänner.
S54« „Johann ErnestMu f f a t Kay. Hof- flnd Cammer Mnsicus
Violinista steUet a. u. und wehemütigst vor, welcher gestalten er durch
anticipirung deren Quartallen und bezahlung übermässiger Interessen in
29*
452 Beil. VI. 255.356.
solchen Nothstand verfallen seye, dasB er sich nunmehro nicht mehr zu
belffen wisse, bittet derobalben a. u. um eine a. g. Adjuta. Wiewohlen Qun
Ihro Kay. May. dergleichen Adjaten oder Gnaden-Gaben anderwärtig a. g.
zu ertheilen pflegen, so habe ich iedoch den Supplicanten wegen seines
grossen Nothstandes, und weilen er ander orthen Keine Hilfe zu hoffen hat,
Einer HochlÖbl. Concertation um Ihme durch einen Gnädig beliebigen weeg
einige consolation angedeyen zu lassen gehorsamst recommendiren wollen.^
1739, 16. December.
SAA. n^&fl Gieg], Kay. Hof-Mnsicus Violinista stellet a. u. und
wehemütigst vor; wie dass er zwar, noch den 2. Novembris 1736 bey aus-
fallend ersterer Apertur, auf eine besoldung per Decretum versichert- fol-
gends aber,^ nachdeme zweye, nemlich die Jacob Hoferisch- und Nicolo
Matteisische Violinisten -Besoldungen in erledigung gekommen, ihme auf
sein widerholt- a. u. Ansuchen der Bescheid, dass er sich mit seiner Pension
und Quartier annoch befriedigen könne , per Decretum vom 5. Juny dieses
1739. Jahrs ertheilet worden seye. Nun habe es mit seiner Pension und
dem Hofquartier diese Beschaffenheit: dass er an der ehedessen in 250 fl.
genossenen ihme aber den 1. April 1733 in totum benommenen Kay. Eleo-
norischen Pension erst unterm 7, Octobris 1735 mithin nach dritthalbjährig-
gänzlicher Carirung in ansehen seiner Bedürftigkeit, de novo 150fl. ver-
willigter überkommen, dann von seinem Hofquartier, so er wegen Enge des
Raumes mit seiner Familia nicht beziehen können ; lediglich mit der dop-
pelten Tax pr. 33 fl. sich contentiren : dahingegen jährlich 142 fl. Zinns für
seine Wohnung bezallen müsse ; ein folglich ein sehr geringes emolumen-
tum erübrige, welchemnach er Giegl , lun ihme eine besoldung a. g. zuzu-
legen mehrmals a. u. bittet. Wann nun dem Supplicanten von ermelt- seiner
Pension und Hof- Quartier remonstrirter massen gar wenig zu nutzen bleibet,
und derselbe bereits in das sechste Jahr ohne Besoldungs-Genus dem Kay.
Hof dienet, auch alle obligende Dienste bisshero mit besonderer emsigkeit
verrichtet: alss beziehe ich mich auf meine seiner wegen in anno 1737 da-
hin erstattete geh. meinung, dass Ihro Kay. May. ihne Supplicanten mit
einer Besoldung jährlicher 500 fl. zu consoliren a. g. geruhen möchten. *<
1739, 16. December.
lt5S. „Franz Philipp Fridrich, ein Sohn des Kay. Hof-Musici
Fagotistens Fridrich kommt a. u. Supplicando ein , um die durch den Tod-
fall Francisci Sturm erledigte Fagotisten-Stelle. Dieweil nun dieser Snppli-
cant nicht allein die Kay. ordinari Dienste zu versehen fähig ist, sondern
auch vermög des annehmlich- und reinen Thons , so er aus seinem Instru-
ment hervorbringet, mit Solo-Blasen einen gusto geben kann ; alss beruhet
es an Ihro Kay. May. die vacirende Fagotisten-Stelle mit diesem tauglichen
Subjecto nebst zula^e einer jährlichen besoldung pr. 500 fl. a. g. zu er-
setzen.«
[Nach Antrag angestellt.]
Beil. VI. 257—260. 453
1739, 16. Dec.
959* „IgnatioContiin das 20. Jahr Scolar in der Tiorba kommt
a. u. Suppticando ein, um als Compositore di Camera a. g. aufgenommen zu
werden. Wann nun der Supplicant wenig inclination und taient zu der
Tiorba verspfiren lasset, sondern bisshero sich mehrers in der Composition
geübet, und bereits verschiedene Oratoria und Servizy di camera bey Hof
produciret hat, auch als Compositor schon würklich in denen Bttchln ein-
getrucket worden. Alss ist meine geh. meinung: es möchte demselben sol-
cher titul per Decretum a. g. beygeleget werden."
1739, 16. Dec.
•A 9. Christian Röttig Musicus Violoncellista kommt a. u. Sup-
plicando ein, umb die durch den Todfall Francisci Alborea erledigte Kay.
Violoncellisten-Stelle. Wie ich nun diesen Supplicanten für die Kay. Dienste
tauglich befinde, dieweü er auf seinem Instrument nicht allein einen fein-
und angenehmen Thon hervorbringet, sondern auch vest in der Musio ist
Alss wäre meine geh. meinung: es möchte ihme Supplicanten ermelt-vaci-
rende VioloncelUsten-Stelle mit einer Besoldung i&hrlicher 500 fl. vor an-
dern a. g. conferiret werden."
[Nach Antrag angestellt]
1739, 16. Dec.
•••• Giuseppe Appiani Musico Contralto, welcher vor Ihro
Kay. May. mit dero gusto sich hören zu lassen die a. h. Gnade gehabt,
kommt a. u. Supplicando ein, um in Kay. Dienste a. g. an- und aufge-
nommen zu werden. Da nun dieser Supplicant ein Virtuos di prima sfera
und zu Bestreitung derer Hof-Diensten höchst nöthig ist alss wäre meine
gehors. Meinung, er Appiani möchte in die a. u. ansuchende Kay. Dienste
mit einer monatlichen Besoldung per 150 fl. von dem 1. Januario nechst
künftig-1740 Jahres anfangend a^. g. aufgenommen werden. *<
[Nach Antrag angestellt.]
1740, 10. März.
•SO« „Johann Georg Hintereder in die 22 Jahr lang Kay. Hof-
und Cammer-Musicus Violinista stellet a. u. wehemütigst vor, wie dass er
wegen grossen Abzugs und Anticipirung der Quartallen, welche Anticipa-
tionen ohne übergrosses Interesse nicht zu erlangen, in einen Schuldenlast
von 700 fl. verfallen seye ; und davon sich nicht nur nicht loszumachen,
sondern auch die Unterhaltung für sich und die seinige zu verschaffen nicht
vermöge. Derselbe bittet daheroa. geh. um eine allermildeste-aushilf Da nun
dieser Supplicant einer derVIrtuosest- und in Kay. Diensten emsigsten Vio-
linisten ist, anderwärtig aber nichts zu hoffen hat; alss habe Einer hoch-
löbl. Concertation das a. u. Ansuchen des Supplicanten geh. recommen-
diren wollen.«
454
Beil. VI. Eegister.
Register.
Alber Joh. 13. 200.
Alber Paul 167.
Afflbrevllle Anna 101. 111.
Amiller Andr. 81. 159.
Angermayr Job. Ign. 79. 125.
Aagropoll Nie. 167.
Antonelli Fil. 227.
Applani Glut. 259.
Aprile Bern. 143. 151.
Pacber Val. 162.
Balatri Fll. 116.
Palotta MatL 209.
Panizza Lucr. 91.
Payer Christ. 187.
Payer Joh. B. 67. 132. 206. 220.
Payer Joh. G. 108.
Peyer Fr. Ign. 210.
Pernember F. Karl 117. 140. 184. 196.
PerronI Glov. 115.
Berti M. Ant. 97. 160. 229. 239.
Petazzi PI. 69.
PlanI Tom. 29. 113.
Piellacher Ign. 77. 96.
Bigelll Tom. 8.
PisanI Barb. 189. 208. 228. 232.
Bonelll Cat. 44. 180.
Benno Gius. 242. 251.
Boog Andr. 51. 64. 186.
Ptfck Ant. 103. 216. 241.
Borghl Gaet. 65.
Porsile Gius 7. 53.
Praun Christ. 58. 143. 238.
Predieri L. Ant. 249.
Caldara Ant. 16. 174. 179. 246.
Carestini Giov. 93.
Cavalletti Glul. 86.
Christian Leop. 18. 102. 127.
Christian Leop. ()un.) 55. 121.
Conti Catar. Ang. 205.
Conti Ign. 47. 257.
Conti (Lorenzoni) M. Anna 119.
Crammer Job. 23. 76.
Denk K. Jos. 190. -
Denk Leop. 253.
Thalmann Fr. Dan. 94.
Timmer Franz 149. 175. 197.
Timmer Jos. 42. 70. 219.
Tollini Dom. 24.
Drenger Fr. Karl 9. 28.
Fachini Franc. 191.
Fasching Jos. 167.
FIchtl Ferd. 23.
Finsterbusch Ign. 134.
Fontana Aug. 5. 89.
Frank Joh. 167.
Freitig üar. 45.
Friederich Joh. Jac. 129. 214. 243.
Friederich Fr. Philipp 256.
Gabriel Joh. 13.
Gaili PI. 194.
Galletti Dom. Gius. 164.
Gargbetti Catar«173.
Garzaroll Job. 181.
Genuesi Dom. 30.
Gigl Karl Jac. 68. 106. 141. 2^.
Glandinger J. G. 61.
GUtzl Fr. Xav. 15. 37.
Beil. VI. Register.
455
GlXtzl Anna Mar. 122. 150.
Gorttchek M. Thar. 46.
Gdtzingar Friadr. 10.
Graf Laonh. 71.
Grisi Franc. 168.
Grosaauer Fard. 193.
Gumpanhubar J. B. 21B.
Hagar Christ. 248.
Hainitch ich. 137. 195. 217.
Hammadar Gaorg 12. 35.
Hammar Jah. Jac. 236.
Hammar Joh. Paul 166.
Harimaan Karl 167.
Hallmann Max 95. 112. 133. 199.
Hilvarding M. Man. 49.
Hintaradar Franz 23. 60. 98.
Hiataradar Gaarg 31. 83. 185. 221. 260.
Haffar Jas. 167.
Holiandt Jas. 34. 39.
Halzhautar Tbar. 155. 158. 171. 172.
192. 233. 247.
Hiilhiagart Puplllan 26.
HuHar Matth. 52.
Lambargar Frld. 167.
Laydackar Joh. 163.
LIbana Laap. 62. 161. 167.
Lorbar Jaa. 36. 84.
LaranzanI (Conti) M. Ann. 119.
Latada Vinc. 237.
Malllard Ant. 204.
Mair J. Pat. 3.
Maaaalll Lar. 88.
MaHait Nie. 167.
Moltb Giov. 212.
Mantarita Glut. 66. 100. 222. 231.
Matar Jas. 153. 165.
Muffat Ernst 156. 169. 177. 254.
Muffat Gottl. 25. 92. 203.
MOIIar Fr. fard. 139.
Nachtigall Sab. 1.
Naasatto Sab. 40.
Navatschanln M. Saph. 211.
OaHl Matth. 50.
Otto Friadr. 14.
Ragazzi Ang. 167.
Ralchard J. Ga. 21.
Ralnhard Franz 74.
Reinhard Joh. G. 201.
Reinhard KU. 109. 157.
Rauttar A. Thar. 233. 247.
Reuttar Gaorg 3. 105. ^52.
Rauttar Gaorg dun.) 105. 118. 154.
182. 202. 218.
Richter A. Karl 6. 33. 126.
Richter Ferd. 110.
Ragenhafer A. Barb. 131. 136. «
R5mmer Ferd. 90.
Rosetter J. Otto 145.
Rossl Wenzel 14. 107.
Rusovsky Fr. Jos. 183.
Salchl M. Barb. 85.
Salimbani Franc. 226.
Salvlati Fii. 38. 54. 142.
Sances Ferd. Karl 4.
Sandtner Thom. 170.
Sarao Glach. 130.
Sauii Hl. 75.
Scarlatti Fr. 11.
Schiman Chr. Fr. 87.
Schindler J. G. 72.
Schmelzer Pet. 167.
Scbnautz Fr. Pet. 43. 73. 188.
Schnautz A. Barb. 223. 230.
Scbnautz Ant. 23. 48. 148.
Schnautz Joh. B. 2.
Schröttar Ferd. 224.
Schulz Joh. Ludw. 245.
Sessler Ernst 138.
Stadimayr (Stadimann) Ign. 235. 244.
Steinbruckner Ant. 63.
Steinbruckner Ign. 99.
Sturmb Fr. Mart. 215.
Sturmb J. G. 120.
456
Beil. VI. Register.
Vicenzi Giov. 59. 123.
Vitali Giacb. 135.
Wftgenseil Christ. 234. 250.
Werndie Ant. 104. 225.
Wiitmann Andr. 57.
Wolter Ferd. Nie. 124. 176.
WotchiUka Tob. 56.
Zlani Franc. 17.
Zilier Bernli. 240.
Ziper Job. 80.
ZIrnbofer Job. 78.
ZiM Job. Andr. 82.
Beilage VII.
Compositionen Kaiser Ferdinand III. , Kaiser Leopold I. und J. J. Fax.
!• In der k. k. Hofbibtiothek zu Wien befinden sich von den Compo-
sitionen Kaisers Ferdinand m. (1608—1657):
1. Hymnus de Nativitate Domini: „/p«tf Redemptar amnium für48ing-
stimmen, 8 Flöten, 3 Tromben [A. N. 43. A. 1.] — Wurde in der Hofkapelle
in Wren noch 1788—1765 aufgeführt.
2. Psalmos: Miserere^ „ab Auctoribus Augiistis Davide Rege Is-
raelis et Ferdinando III. Magno Deo decantatus (Pro una et pluribus voci-
bus, respondente choro.) [Hofbibl. Mpt. neue Nr. 11.774.]
8. Das „Drama musicum compositum ab Augiistissimo Ferdi-
nando in. Romanorum Imperatore, Justo, Pio, Felice et ab eodem ad
P. Athanasium Kircherum transmissum 1649*' befindet sich in Abschrift
in der k. k. Hofbibtiothek in Wien (A. 1^. 49. F. 27. Mpt.). Es ist von sehr
massigem Umfange (Partitur von 77 locker geschriebenen Seiten) und un-
geachtet der lateinischen Aufschrift in italienischer Sprache verfasst. Die
singenden Personen sind Amor protervo (irdische Liebe) Sopran,
Amor Diyino (Sopran), Gio vinetto (Tenor), Judicio (Bass) und ein
Chor von 4 und 8 Stimmen. Der Inhalt ist höchst einfach: Die irdische
Liebe sucht einen Jttngling zu verlocken, die göttliche Liebe strebt ent-
gegen, der Jttngling schwankt, zuletzt siegt die göttliche Liebe. Das Drama
musicum könnte daher heissen : L'amor protervo e Tamor divino. — Die
Musik ist sehr ruhig gehalten, contrapunctische Kttnste sind ihr fremd,
doch wechseln Arien, Recitative, kleine Chöre mit Sonaten von 4 Violen
gut ab, auch fehlt es nicht an Bewegung und textgem&ssem Ausdruck. Der
einzige Final-Chor von 8 Stimmen ist von einigem Umfange und einer et-
was grösseren Entwicklung des musikalischen Gedankens. Ob es in Wien
aufgeführt wurde, ist nicht bemerkt, aber wahrscheinlich, da jeder Com-
ponist, auch wenn er kein Kaiser ist; seine Werke zu hören strebt.
4. Ausserdem führt P. Athanasius Kircher in seiner Mosurgia
p. 685 ff. eine Composition desselben Kaisers, einen madrigalartigen Gesang,
als „MelothesiaOaesaris Ferdinand! HI. ^ mit folgenden emphatischen Worten
ein : „Ponam primo loco pulcherrimam illam de mundi vanitate melothesiam
Caesaream, ab Augustissimo Imperatore Ferdinando III. compositam, qui
sicuti primatum in politico mundo jure tenet, ita partem quoque inter suae
conditionis similes sive scientiarum vatietatem, linguarum peritiam, et mu-
458
Beil. VII. L
sicae reconditioris spectes habere non videtar: sed mira hannoniae latentis
emphasis Animi vero Caesarei admirandam emphasin, talentaque incredi-
bilia verias pronanciabit, qaam ego multis verbis non descripserim." Das,
wie es 8c|ieint, humoristische Gesangstttck beginnt:
ünr-rr.if ßi\*i^;ßßß^\l^s^:^ß\i*,
Chi volge
ij. ne la mente Chi volge ii.
nela
U^UU
■#';
tq«2:t
Chi volge
ii. nela mente Chi volge
ii.
nela
Chi volge
ii. nela mente Chi volge
11.
nela
k4 £7«.'
*! ^ J Jl\*tf.JMJ'^\^*if.U\l*^^.l'^n'
Chi volge
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ii. nela mente Chi volge
11.
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I diletti
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I diletti
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mente I diletti
A: *^ 1 1 fl ^^ r" ß\
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Qzza:
del mon - do I di - let-ti
z:
s
f
g* g #
t
1^ g^ jg I
Sp&ter imitatorisch bezeichnend ... e un rapide torrente . . e un
veiro . . e un fumo . . e im punto . . eun niente»
Beil. VII. 1.2.
459
ib ^ ifii ^ n
fichliesst
NB. im Schluss die Terz!
5. Endlich gab der Hoforganist Wolfgang Ebner (geb. 1612,
1 1665) 36 Variationen für Clavicimbel über ein Thema des Kaisers heraus
welche 1648 in Prag erschienen und dem Kaiser gewidmet sind. Ein Exem-
plar in der k. k. Hofbiblothek [A. N. 36. G. 71] hat den Titel: Ana | Au-
gustissimi ac Inuictissimi Imperatoris | Ferdinandi III. | XXXVI media
uariata ac pro | Cimbalo accommodata | Eidemque { Sacrae Caesareae Ma-
jestati hnmillime dedicata | a | Wolffgango Ebner | Ejusdem S. Caes. M"'
Camerae Organista | Augustano | MDCXLVIII. Pragae.
Das Thema des Kaisers lautet dort:
Aria,
i^^
U\tij'^f'J^'J
5=3
i i*^ T [^
7SL
^
^
^
9« Musicalische Compositionen K. Leopold I., welche sich
in Partituren in der k. k. Hofbibliothek befinden. Die frühesten derselben
(Litaneien Hymnen) etc.) fallen in die Jahre 1655—1657, die spätesten in
das Jahr 1697.
Dramatisches.
1. Apollo deluso Dramma per
mus. (1669.)
2. Chi piü sa manco Tin-
ten de. (1669.)
3. Die vermeinten Brüder
und Schwester. (1680.)
4. Die thörichte Schaeffer.
— Comoedi. (1683.) *
5. Die Sclavinen auf Samie.
(1685.)
6. Musica zu deren hochadel. Da-
men-Comedi. (1686.)
7. Musica per la festa delle Ser.-*
Arcidttcbesse e Signore Dame
di Corte. (1695.)
460
Beil. VII. 2.
8. Timone Misantropo. Oper.
(1696.)
9. Musica composta per la Come-
dia recitata dalle Ser"' Arci-
duchesse e Sgre Dame di
Corte. (1697.)
Kirchliche Oratorien.
10. II sagrificio d' Abramo.
(1660.)
11. II figliaol prodigo. (1663.)
12. II Lutte deir universo.
(1668.)
13. L'ingratitudinerimprove-
rata. (1676.)
14. Die Erlösung des Men-
schengeschlechtes.
(1679.)
15. Sieg des Leidens Christi.
(1682.)
16. II Transite diS. Giuseppe.
(1681.)
17. OratoriodiS. Antonie. (1684.)
18. LiVIImaggieridoleridellaB.V.
(1660—1697.)
Zweifelhaft:
19. Orat. senza tit. (Maria Virgine?).
20.
21.
22.
23.
„ (GiosafEate?).
„ (S. Francesco ?).
(Bersabea?).
n n
n n n
„ di S.' Pietro piangente.
Kirchenmusik.
24. Missa Angelt cuModü.
25. ^ pro defunctis.
26. 2 Litaneien.
27. III Lectiones.
28. 8 Mottette. Stabat mater,
29. 25 Hymnen.
Kammermusik.
30. 3 Cantaten.
31. Sonata a 4 Viele.
32. 5 Canzonetten und Madrigale.
33. Zahlreiche EntremesesundArien
für Gesang.
34. Cn Arien (Tänze fUr Violine
und Bass).
Nach Kilian Reinhardts Rubriche generaU wurden bis 1725 (wahr-
scheinlich noch in späterer Zeit) folgende Compositionen K. Leopold I. in
der k. k. Hofkapelle aufgeführt:
Das Oratorium vom h. Josef (im März).
Hymnus an den h. Josef (19. März).
Offerterium Del prezieso sanguine (am 2. Freitage im März).
Messe, Stabat mater, Offerterium Primo vertaiur (am Freitage der
Passionswoche).
Miserere (Gründonnerstag).
Stabat mater (Charfreitag).
Lectiones, Missa pro defunctis (5. Mai, Todestag K. Leopold L).
Hymne Decora lux aetemitatü (am Tage der hh. Peter u. Paul).
Offerterium (August, am Tage des h. Dominicus).
Messe und Offerterium (August, am Tage des h. Rochus).
Messe (Sept. am Schutzengelsenntage).
Aoie lignum (Sept. am Tage der Kreuzerhöhung).
Cantate alla Behema (Sept. am Tage des h. Wenzel).
Hymne Te splendor et virtus (Sept. am Tage des h. Michael).
Alle Musikcompositionen am Tage des h. Leopold (Nov.).
Beil. VII. 3 a).
S* Compositionen von J. J. Fax.
461
a) Andante aus der Sonate Beil. X. 320.
Violino /.
^'[:^\^M<i'J\
I
Violino IL
i
1
&S.
Violoncello,
Ttrißi
3
J \i7l\
^'r^' Jl[
462
Beil. VII. 3 a).
^r Hrr t |,
Ja # I I
a^^VH
^^r.t I
'f.ctijiH'f I« *■
Beil. VII. 3 b).
463
, Adagio.
.AUegro,
h) Entrata der Partita Beil. X. 321.
Violino f.
mm
3
Violoncello,
3
^=3^
-^
t
t^^
^=^=^
w=^
k
is
j r |tf r j^^
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Beil. VII. 5.
481
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sanges der verlassenen Ariadne.
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31
Beilage VIII.
Terzeichiilss der Opern ^ Serenaden^ Feste teatrali und
Oratorien^ welche am kaiserlichen Hofe in Wien von 1681
bis 1740 gegeben wurden.
31*
JL)ie nachfolgende Zusammenstellulig der musicalischen Ausfühningen
bei Hofe in der Periode der Kaiser Leopold I., Josef I. und Karl VI., und
einiger aus früheren Zeiten beruht zum grössten Theile auf den Parti-
turen, welche sich früher im Archive der k. k. Hofkapelle befanden, im
J. 1829 1 aber an die k. k. Hofbibliothek in Wien übergingen. Es ist auf
diesen Partituren ausser dem Titel des Musikstückes, 'die Jahrszahl, die
Veranlassung der ersten Aufführung, der Name des Componisten, vom
J. 1726 auch jener des Textverfassers angemerkt und oft auch die ersten
Darsteller genannt. Diese werthvollen Urkunden für die Musikgeschichte
jener Periode werden übersichtlich gemacht durch drei ältere Partituren-
Verzeichnisse, welche noch gegenwärtig im Archive der k. k. Hofka-
pelle aufbewahrt werden. Sie beziehen sich auf die eben erwähnten in der
k. k. Hofbibliothek befindlichen Partituren, umfassen als Hauptsache die
Jahre 1712 bis 1740, geben aber anhangsweise auch frühere Compoaitionen
bis 1675 hinauf und spätere bis zum Ende des XVHI. Jahrhunderts herab,
welche letztere aber für unsere Zwecke nicht weiter berücksichtigt wurden.
Sie ergänzen und controllieren sich wechselseitig, sind in zwei Hauptrn-
briken der Opera nebst den opernartigen Gompositionen und den italieni-
schen Geistlichen Oratorien untergebracht und in italienischer Sprache ge-
führt. Das älteste Verzeichniss fuhrt den Titel:
„Catalogo delle Compositioni Musicali Continente Oratori Sacri,
Componimenti da Camera, Serenate et Opere. Oomposte e rappresentate
sotto il Gloriosissimo Goverao della S*. Ces* e Real Catt" Ms" di Carlo
VI. Imperadore de Romani sempre Augusto dair anno 1712. Con un appen-
dice in fine d'alcune compositioni rappresentate in Tempo che regnarono
gP Aug"* Imp" licopoldoe Giuseppe Idi sempre gloriosa Memoria:
consistente di Sepolcri, Oratori Sacri, Componimenti da Camera et Opere.
Compresovi le altre simili Composizioni Musicali dedicate humilissimamente
alla stessa Ces' Real Cattolica Maestä di Carlo VI. Da diversi autori.^
Dieses Verzeichniss scheint der Schrift nach im J. 1725 angelegt wor-
den zu sein und wurde hierauf bis zum J. 1739 fortgeführt. Es enthält 97
Oratorien' und Sepolcri (Musiken des h. Grabes) von 1712 bis 1739, ferner
119 Componimenti da camera e da teatro vom J. 1712 bis 1738, endlich als
Appendice 26 Oratorien und Sepolcri von 1675 bis 1711 und 82 verschie-
denartige Compositionen mit und ohne Jahreszahl von 1699 bis 1738 be-
zeichnet.
^ Mosel, Gesch. der k. k. Hofbibl. zu Wien. 1835. p. 271.
486 Beil. VIII. 1—6.
Das zweite Verzeichniss hat die einfachere Aufschrift :
„Catalogo Musicale Continente Opere, Feste, Serenate ed Oratori Sa-
cri.'' Er hat die Einrichtung eines Manuals, ist in seiner ersten Abtheilung
alphabetisch nach den Titeln der Compositionen, in der zweiten nach der
Zeitfolge derselben ganz praktisch angelegt.
Das dritte Verzeichniss endlich heisst:
„Catalogo delle Opere, Serenate, Cantate, Oratori, Messe, Goncerti,
Sinfonie e Partite, le quali Sua Imp. Reale Maesta Llmperadore Giuseppe
II. si compiacque di trasmettere nell' Archivio di Musica della Imperiale
Reale Cappella MDOCLXXVni.'' Ungeachtet dieses Verzeichniss bis in eine
spätere Zeit (1758) herabgeht, so liegt doch auch hier der Schwerpunkt
in den Compositionen von 1707 bis 1739. Von diesem Catalog ist ausser-
dem ein zweites Exemplar vorhanden mit Zusätzen bis zum Ende des
XVin. Jahrhundertes.
Es schien nicht nöthig, die einzelnen Verzeichnisse in den Gitaten zu
unterscheiden, welche einfach mit „Partitur- Verzeichniss" angedeutet sind,
da das Wesentliche sich überall auf die noch vorhandenen Partituren
bezieht
1631
1« AUegresBtse del Mondo. Melodramma e Balletto.
Text von Prosp. Bonarelli. (Allacci.) Mus. von ?
Zur Vermählung Ferdinand III. (K. von Ungarn) mit der Infantin
Marie von Spanien. 21. Febr. 1681. (Allaoci.)
%• Donna Beal. Gantata a 4. v.
Text von ? Mus. von Ant Bartail.
Zu derselben Vermählung.
1642.
8« Egiato. Favola dramm. ~ Part, k, k. HofbibL
Text von 6iov. Ftuttini. Mus. von Fr. Cavalli.
1648.
tt. €}anUUa für Soprani, 2 Bassi, 2 Violini.
Text von ? Mus. von Fsl. Sancss.
Zum Namenstage der Erzherzogin Marianne. (Molitor.)
ft. La Bace irionfante. Gantata per 2 Gori di Guerrieri e di
Amoretti a 4 Sopr.
Text von ? Mus. von Ant. Bsrtali.
1649.
•• „Drama nuuicum.^ — Part. Hoßibl AN. 49. F. 27. Mpt
Text von ? Mus. von K. Ferdinand ill.
„Ad Athanasium Kircherum ab Imperatore Ferdinande transmissum.*'
Beil. VIII. 7—16. 487
H* II Secondo Adcvmo ddaf&rmaio nel riformare ü primo.
Orat
Text von ? Mus. von Y
Vorgetragen in der kais. Hofkapelle 1649. (Molitor.)
1650.
9« UUsae erranie nett' iBoia di Circe» Dramma muBieale. —
Part k. k. HoßibL Mpte. n 10.044 (neu).
Text von ? Mnfl. von Qiut. Zamponi.
6f legentlich der Verm&hlung K. Philipp IV. von Spanien mit Erzh.
Marianne von Gestenreich in Brüssel anfgeflihrt.
•• Jl Qiaeane» Dramma per Mnsica. — Part. k. k. Hoftibl.
Text von D. 6iac. Andr. Clcognlni. Mos. von Fr. Cavaili.
Die Zeit der Aufführung ist auf der Partitur nicht bemerkt.
1653.
lO. 1/ Inganno d'ofmore^ Dramma per mus.
Text von Ben. Ferrari. Mus. von Ant. Bertall.
Auf dem Reichstage zu Regensburg 1653 unter K. Ferdinand III. Ital.
und deutscher Text Fol. 1653 Christ Fischer (Hofbibl. 47. Kk. 74.) mit
Kupfern, darunter ein gutes Porträt des kais. Architecten Jo. Bumacini.
11« 1/ Arpa fesUM/nie. Festa mus.
Text- von Qiov. B. Maccloni. Mus. von B. B. Maceieni.
Zur Ankunft K. Ferdinand in. in München im August 1659.
1654.
±%m Cfaniaia per 4 voci. Vieni deh vienL
Text von ? Mus. von Fei. taaoet.
1. Jänner per V academia di S. M. C. (Molitor Mpt.)
1655.
18* Cantata. ffTre eori uniäce Amore* U OceuptUOf ia Jm-
mutahUe, e ü Creacenie»^ (Nomi academici deir Imperatore Ferdinande
III., deir Imperatrice Eleonora di Mantua e deU* Arciduca Leopolde.)
Text von ? Mus. von Fei. Sanctt.
1656.
Ift* TM* Fav. drammatica. — ParL k. k, Hofbibl
Textb. Fol. 1656. Wien, M. Cotmerov. (Hofbibl. 70. G. 35.) nScene
e machlne di L. Bumacini. — La musica di Ant Bartolli (!). BalH di S. Ven-
tura.^ Wurde 1652 in Mantua gegeben. (Allacci.)
1657.
Ift. OU AmaH d' AieaBondro Magno e di BoBaane. Festa
teatr. K. Leopold I. gewidmet
Text von Hiae. Andr. acogainl. Mua. von 6. Biac. Arrifloai.
488 Beil. VIII. 16—24.
lt. Textb. 4. 1665 M. Cosmerav. (AUacci.) Deutsch : 4. 1655. £b. (k. k.
Hofbibl.) Wurde wabracbeinlicb 1665 wiederbolt.
1658.
m« Ckintaia „Guerra, guerra^*. a 4 voci.
Text von? Mus. von Fol. Sances.
Für die Kaiserin- Witwe Eleonora. (Molitor Mpt.)
1658.
1 9. II Be Oelidoro* Fav. dramm. mus.
Text von Aur. Amalteo, Mus. von Ant. Bortali.
Rappresentata in musica nel Teatro di S. M. C. in Vienna 1659. Textb.
Fol. Vienna, Cosmerov. mit Kupfern. (Hofbibl. ♦37. 57.) „Nomi de Caval-
lieri , che sequitorono S. M. C. nel Ballo degli Eroi : I Conti Franc Walle-
stain. — Helmard di Weissenwolf. — Wenceslao Althan. — Giacomo Sla-
wata. — Christof d* Althann. — Lud. Rabbata. — Massim. di Dietrich-
stain. — Franc. Ad. Losenstein. — Gilb. Santillier. — Paolo Sisto Traut-
son. — Barone G. Mass di Schenkirch."
19* La Virtü guerrierra. Inv. dramm. di Aurel. Amalteo
(senza mus.).
m. U Belape geio90* Inv. dramm.
Text von F. Qiov. Marcelio. Mus. von ?
Zum Geburtsfest der Kais. Eleonora Gonzaga. — Textb. 4. 1659, ohne
Diuckort (Wr. Mus. Ver. Arch.)
1660.
90. Amori di ApoUo con OMa. Festa teatr. — Part k. k.
HoßibL
Text von Aufol. Amalteo. Mus. von Ani B«rtili.
Zum Geburtstag des Kaisers Leopold 1.
9tm La CräUUea. Festa per mus. ~ Part, k, k. HoßibL
Text von Ant. Draghi. Mus. von P. A. Ziani.
««« 11 Sa^yrifizio d^AhrcMno. Orat. — Part, k, k. HoßibL
Text von Conte Caldano. Mus. von Kaiser Leopold I.
1661.
tiS* H Ciro crescente. Div. in 3 Intermezzi. ~ Part, k, k. HofbibL
Text von Aar. Amalteo. Mus. von Ant. Bertali.
Zum Geburtsfeste Kaiser Leopold I. — : Textb. 4. 1661. Wien, M. Cos-
merov, (Wr. Mus. Ver. -Arch.)
%^* l^ AlmofUe. Dramma per mus.
Text von Ant. Draghi. Mus. von Ant. Draghi.
Zum Geburtsfeste der Kais. Elenore. In der Favorita. Textb. 4. 1661.
M. Co9merov. (Wr. Mus. Ver. Arch.)
Beil.vm. 26—88. 489
Itft. Zenobia» Opera in tre Atti. — Part, k, k, HoßibL
Text von ? Mus. Ton G. A. Boretti.
9«. La Ga/ra deUa Misericordia. Orat. — Part. k. k. Hofbibl,
Text Ton Camillo Serano, Mns. Ton 6iHs. Trfoarico.
1662.
99« Broiogo e Intermedia deiia Ma/rianna. Seren. — Part-
k, k. Hofbibl
Text von Airel. Amalteo. Mus. 'von Fei. Sances h« Ant. Oraghi.
. 21. Febr. 1662 in Wien aufgeführt, früher in Florenz.
%%• La ChnerasUä di Alessandro, Dramm. per mus. — Part,
k. k, HoßibL
Text von Franc. Sbarra. Mus. von 6ius. Tricarico.
Zum Geburtsfeste Kaiser Leopold I. — Textb. 4. 1662. M. Cosmerov,
(Allacci.)
M9m Mercurio eepUtratare. Op.
Text von Aur. Almateo. Mus. von ?
SO. Lagrime deUa Vergine nel Sepotcro» Orat. — Part, k, k,
Hofbibl,
Text von Aur. Amalteo. Mus. von P. A. Ziani.
3t., Santa CataHna. Orat. — Part. k. k, Hofbibl,
Text von ? Mus. von Tychian.
9%. Düuvio. Orat. a 5 voci. — Part, k, k, Hofbibl,
Text von ? Mus. von ?.
Gesangen in der Kapelle der Kaiserin Eleonora. — Textb. 4. 1662.
Wien, Cosmerov, (Allacci.)
1663.
88. L* Oroniebe. Gompos. dramm. — Part, k, k, Hoßibl,
Text von Ant. Oraghi. Mus. von Ant. Oraghi.
Textb. 4. 1663. Wien, M, Cosmorov, (AUaoci.)
8«. La Congiura deL VMo controia Virtä. Scherzo mos.* —
Part, k, k. Hofbibl,
Text von Oonato Cupeda, Mus. von P. A. Zianl.
Zum Namensfeste des Kaisers Leopold L — Textb. 4. ~ 16 . . . Cos-
merov, (Allacci.)
3ft. AehdUe in Sciro. Op. <- Part, k, k, Hofbibl,
Text von Cav. Ximenes. Mus. von Ant. Oraghf.
88. Ma/ria Moffdaiena. Orat. -• Part, k, k. Hofbibl.
Text von Ant. Oraghi. * Mus. von* Ant. Bertali.
89. II FigUucio prodigo. Orat. — Part, k. k, Hofbibl,
Text von ? Mus. von Kaiser Leopold I.
89. Oratorio Sacra (senza titulo.) — Part, k, k, Hofbibl.
Text von ? Mos. von Ant. Bertall.
490 Beil VIII. 89-^0,
1664.
99. OpereUa. — Part. k. k. HofbibL
Text von ? Mub. von Ant. B«rttli.
Zum Greburtsfestc der KaiBerin Eleonora.
ttO* La Darif owero lo Schiavo regio. Dramma. — Part, k, k.
HofbibL
Text von Apolloiiio Apolloni. Mus. von M Ant. Cestl.
„Rappresentata a Vienna l'anno 1664 per festeggiare la pace con gli
Turchi.« (Allacoi.)
«1« 1/ Tnvidia concuieata. Comp, dramm. per mns. — Part, k. k.
HofbibL
Text von Ant. Oraghl. (Kais. Leopold I. gewidmet.) Mub. von P. A. Ziani.
1665.
ttJt. La doridea. Dramma per mus. — Part. k. k. HofbibL
Text von Ant. Oraghi. Mub. von Ant. Oraghi.
Kaiser Leopold L gewidmet. — Textb. 4. 1655. M. Cosmerov. (Wr.
Mub. Ver. Arch.)
ttS. L^ Mdndo. Dramma per muB. —ParL Ar. k. HoßibL
Text von ? Mub. von Ant. Bertali.
Textb. 4. 1665. Wien, M. Costnerov. (Wr. Mub. Ver. Arch.)
9191. Cantata per Camera. — Part, k. k. HofbibL
Text von ? Mub. von C. Capeliini.
9lft. Jl I^rineipe ffeneroeo. Opera. —
Text von Don. Remigio. Mub. von M. Ant. Cesti.
9M. La Strage degl' InnoeetM. Orat. a 5 voci. — Part k. k.
HofbibL
Text von ? Mus. von Ant. Bortalf.
1665. Partitur.
1666.
ttV. La Maaeheraia. Becreaz. Cameval. — Part, k. k. HofbibL
(Mit Arien von Kais. Leopold L)
Text von Ant. Oraghi. Mus. von Ant. Oraghi.
Textb. 4. 1666. Wien, M. Cotmerov. (Wr. Mus. Ver. Arch.)
919. Onore trianfafUe. Dramma per muB. — ParL li. k. HoßibL
Text von Oomen. Federicl. Mus. von Ant. Oraghi.
Zum Geburtsfeste des Kaisers Leopold L in der Favoiita. — Textb.
1666. Wien, Cotmerov. (Allacci.)
^9. dbele ei AUL Dramma per muB. —
Text von ? * Mus. von Ant Bertaii.
Zur Vermfthlung Kaiser Leopolds L mit Margaretha von Spanien.
ftO. Cancorso dMAUegresusa universale. Ballet mit Mus. —
Text von ? Mus. von Neinr. SehmtUer.
Zur bevorstehenden Ankunft der kais. Braut.
Beil. VIII. 61-«9. 491
it. 11 JPomo d' Oro. Festa teatrale. — Part, k. k. Hoßibl.
Text TOD Franc. Sbarra. Mas. von Marc. A. Ccsti.
Balletmus. von H. Schmelzer.
Textb. Fol. 1668. Wien, M. Cotmerov. Mit 24 grossen Kupfern. (Hof-
bibl. 72. A: 91. Aus der Bibl. des Pr. £agen.) „La musica rappresentata dei
primi Virtuos! dl qutoto seculo.^
iZ* Nethino e Fiara fesieggianU. Dramma mus. — Part Ar. k.
HoßibL
Text von Fr. Sbarra. Mus. von M. A. Cetti,
Zum Geburtsfeste der Kaiserin Margarethe.
ft3'. 1/ EUee per fnusica* Introd. ad un Ballo. — Part. k. Ar.
EofbibL
Text von Oofflen. Federlci. Mus. von Andr. Zlani
Zum Geburtsfeste der Kaiserin- Witwe Eleonore. „Sollenizata'' dalla
8. C. R. M. Leopoldo. Col mezzo delle Seren. Arciduchesse Leonora e Ma-
rianna sue soreUe. Textb. 4. 1666. Wien, (Wr. Mus. Ver. Arch.)
ft4l* Jone» Dramma per mus. —
Text von ? Mus. von Ant. Mar. Abbatini.
ftft. Jnirodusrione draimn. cH Gioeo deUe SartL — Part. Ar. k,
Hofbtbl,
Text von Ant Oraghl. Mus. von Ant. Oraghi.
Im Appartement der Kaiserin Eleonore. Textb. 4. 1666. Wien,
M. Cotmerov, (Wien. Mus. Ver. Arch.)
»•• X6 JLachrime di 8. Bietro. Orat. -> Part, Ar. k. Hoßibl.
Text von ? Mus. von Fol. Saaces,
1667.
ftV. Xa Cantesa dM^ Aria e dM Aqua. Festa a GavaUo con.
Mu& -^ Part. k. k. Hofbibl.
Inventata di Fr. Sbarra. Mus. von Ant. Bertali.
Trompetenmus. von J. M. Schmelzer.
21. Jftnner 1667. Zur Vermählung Kaiser Leopolds L mit der Infantin
Margareth von Spanien auf dem BurgpUtz im freien mit grossem Pomp
dargestellt — Textb. Fol. 1667. Wien, M. Cosmerov, Mit vielen Kupfern.
(Hofbibl. 66. F. 10.)
ft9. La Monarehia LaUna trionfaniem Festa mus. ^ Part,
k. k. HofHbl.
Text von Nicold MInato. Mus. von Ant JHraghi.
Balletmus. von J. H. Schmelzer.
1667. Zu demselben VermShlungsfeste. -> 16. Juli 1678 bei der Ge-
burt des nachherigen Thronfolgers, Josef L, wiederholt. --- Textb. Fol. 1678^
Wien, M. Cosmerav. Mit vielen grossen Kupfern. (Hofbibl. SA. dd. A. 1.)
ftO. La Semdramiide* Dramm. mus. — Part. Ar. k. Hofbibl.
Text von Giov. Andr. Moneglia. Mus. von Cav. M. A. Cetti.
492 Beil. Vm. 60—69.
Zum Geburtstage des Kaisers Leopold L — Textb. 4. 1667. Witm,
Cosmertw, (Wien. Mus. Ver. Areh.)
•O. t« DiBgraoAe d* Atnore. Opera. — Part. k. k, HofbibL
Hit Arien des Kaisers Leopold I.
Text von Fr, Sbarra. Mus. von Cav. M. A. Costi.
Für den Cameval.
•i« La Schiava fortutiata» Dramm. per mus. —
Text von Fr. Sbarra. Mus. von Cav. M. A. Cesti.
Text 1674 Venezia. (Allacci.)
%%• Opera [senza titulo.] (Fidalba ed Arbante?) — Part. k. Ar.
NofbtbL
Text von ? Mus. von Ant. Oraghi.
63* Eretile acqvisatore deU^ ItnmortaUtd* Dramma per mus.
— Part. k. k. HofbibL
Text von ? Mus. von Ant. Oraghi.
Zum Geburtsfeste der Kaiserin Margarethe in Linz 1677. — Textb.
8. 1677. Lim, G. Freysckmid. (Allacci.) Auch deutsch u. it. Textb. conf.
1677.
64. Vero anuyrefa soave ognifaHca, Introduzione ad un nobi-
lissimo ballo di 12 Dame etiope.
Text von ? Mus. von Ant. Draghi.
Balletmus. von J. H. Schmelzer.
1. Febr. Part. Schmelzer. — Textb. 4. 1667. Wien, M. Cosmerov. (Wien.
Mus. Ver. Arch.)
•ft« Cknnedia ridtcula nei Camevaie. Dp. — Part. k. k. HofbibL
Text von ? Mus. von Ant. Oraghi.
1668.
••• OU Amori di Cefälo e Brocri. Rappr. dramm. — ParU k. k.
HofbibL
Text von Pietro Bonarelll. Mus. von Ant. Draghi.
Zum Geburtsfeste Kaiser Leopold I. — Textb. 4. 1668. Wien, M.
Cosmerov. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
•y. 11 LuUo deU' UfUversQ. Orat. — Part. k. k. HofbibL
Text von ? Mus. von K. Leopold I.
1669.
•8. BeneM vinto vince Amore, Dp. (Uebersetznng ans dem
spanischen £1 Prometeo.)
Text von Ant. Oraghi. Mus. von Ant Oraghi.
Zum Geburtsfeste der Königin von Spanien Marianna d*Austria. —
Textb. 4. 1669. Wien, Cosmerov. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
••• Ataiania* Dramma per mus. — Part. k. k. HofbibL
Text von Nie Minato. Mus. von AnL Draghi.
Beil. Vlli. 70—79. 493
Zum Geburtsfeate der Kaiserin - Witwe Eleonore. — Textb. 8. 1669.
Vietma, M. Coemerov» (AUacci.) — Deutsches Textb. Ib. (k. k. Hofbibl.)
VO« ApfjUo deluso. Dramma per mns. — Part, k, Ar. Hoßibl,
Text von Ant. Oraghi. Mus. von Kais. Leopold I.
VI. Osdo pigro e neglUUoso. Seren — Part, k, k. Hofbibl, '
Text von Nie. Minato. Mns. von Ant. Oraghi,
Balletmus. von Bar. Storzenau,
V«. CM piü sä manco Vintende o gU Amari di Clodio e di
JPampea* — Part, k, k, Hoßibl.
Text von Cav. Ximenet. Mus. von Kalt. Leopold I.
Textb. deutsch. 8. 1699. Wien, Cosmerov, (k. k. Hofbibl.)
93. H Perseo. Dramma -mns. — Part, k, k. Hoßibl,
Text, von Aur. Amaiteo. Mus. von Ant. Oraghi.
Zum Qeburtafeste der Kaiserin Margareth. — Textb. 12. 1669. Cos-
merov, (Wien. Mus. Ver. Arch.)
Vtt. I/HumanUä redenia. Orat — Part, k, k. Hoßibl,
Text von Ant. Oraghi. Mus. von Ant. Oraghi.
1670.
Vft. Xa Brikspwitä di JEUo S^ano. Dramma per mus. — Part,
k. k. Hoßibl,
Text von Nie. Minato. . Mus. iion Ant Oraghi.
Zum Namensfeste des Kaisers Leopold I. — Textb. 8. 1670. Wien,
Cosmerov, (Allacci.) — Deutsches Textb. Ebd. (k. k. Hofbibl.)
Ire. La Costa Pendope. Opera. — Part, k, k, Hoßibl.
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Oraghi.
Zum Geburtstage der Kfdserin Eleonore. Im Ballete tanzten die Erz-
herzogin Marianne und 4 Hofdamen. — Textb. 12. 1670. Wien , M. Cosme-
rov, (Wien. Mus. Ver. Arch.) Deutsches Textb. Ebd. (k. k. Hofbibl.)
31. Leanida in Tegea^ Dramma per mns. — Part, k, k. Hoßibl,
Mit einer Arie von Kait. Leopold I.
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Oraghi.
Ztirn Geburtsfeste Kaiser Leopold I.
Wurde 1676 und 1694 wiederholt. — Textb. 8. 1670. Wien, Cosme-
rov. (Allacci.) — Deutsches Textb- Ebd. (k. k. Hofbibl.)
18. Arisiamene Messenio. Dramm. per mus. — Part, k, k. Hoß,
Mit einer Arie von Kais. Leopold I.
Text von Nie. Minato. Mus. von Fei. Sancet.
Zum Geburtsfeste der Königin von Spanien Marianna d'Austria. —
Textb. 8. 1670. Wien, Cosmerov. — Deutsch. Ebd. (k. k. Hofbibl.)
le. Le Bisa di Demoerito. Festa nel Camevale. — Part, k, k.
Hoßibl,
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Oraghi.
Wiederholt 1673. — Textb. 12. 1673. Wien, Cosmerov, (Wien. Mus.
Ver. Arch.)
494 B«ll. VIII. 80—91.
■
90. ^flde greea. Dramma per mos. — - Pari, k. k. ffoßibL
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Dragiil.
Zum Geburtsfeste der Kaiserin Margarethe. — Textb. 12. 1670. Wien,
M, Comnerae, (Wien. Mus. Ver. Arch.)
91« Oratorio deUa vUa humana a 5 voci. — Part. k. Ar. EoßibL
Text von Giov. Bernini. Mus. von Benigne de Bicilty.
9«. Le SetU ConBoUutUmi di Maria. Orat. — Part. Ar. L ffofbibl.
Text von Nie. Minato*. Mus. von Fei. Saneee.
4. April 1670.
1671.
98« La Oara di Gem4f* Feata teatr. — Part. k. k. Hofhibl
Mit Arien von Kais. Leepeld I.
Text von Nie. Hinato. Mus. von Ant. Draglii.
Zum Geburtsfeste der Kaiserin Margareth.
991- CidJIippe. Dramma per mus. ^ Part. k. Ar. BoflM.
Mit Arien des Kais. Leepeld I.
Text von Nie. Minate. Mus. von Ant. Draghi.
Zum Geburtsfeste der Kaiserin Eleonore. — Textb. 12. 1671. Wien,
Camnerw. (Allacci.) -^ Deutsches Textb. Ebd. (K. k. Hofbibl.)
9ft. 1/ AvidUä di M:id€^ Tratenim. per mus. — Part. Ar. Ar. Hofbtbl.
Text von Nie. Minate. , Mus. von Ant. Draglii.
Im Cameval 1671.
96* La Fd4eUä di 8^no. Op. —
Text von Nie. Minate. Mus. von Ant Draghi.
Wiederholung von 1670.
9V. IM Mal io meftos. Comed. famosa del SeS. D.
Ant de Cordora. (Spanisch.)
Im Frühling im Park von Laxenburg. — Textb. 4. 1671. Wien, Co$~
merav. (Wien. Mus. Ver. Aroh.)
99« H THanfo deUa croee* Orat — Part. k. k. Hoflibl.
Mit Arien von Kais. Leepeld 1.
Text von Nie. Minate. Mus. von Fei. Sanees.
9«. Bpitafli äopra U gepoiera. Orator. -^ Part. k. k. Hof HU.
Text von Nie. Minate. Mus. von Ant Draglii.
1672.
•O« GV AtonU d'Bipicwro. Dramma per mus. — Fan. i. k. Hoflibl.
Text von Nie. Minate. Mus. von Ant Draghi.
BaUetnms. von Job. H. Schmeizer.
Zum Geburtsfeste des Kaisers Leopold I. *- Textb. 12. 1672. Wien,
Cosmerov. (Wien. Mus. Ver. Arch.) -^ Deutsches Textb. Ebend. (Hofbibl.)
•1« Gundeberga. Dramma per mus. — Part. k. h. ßoflibi.
Text von Nie. Minate. Mus. von Ant Draghi.
Balletmus. von Jeh. H. Schmelzer.
Beil. VIII. 92—102. 495
Zun Geburtstage der Kaiserin Margaretha. — Textb. 12. 1672.
Wien, M, Cotmerov. (Wien. Mus. Ver. Arch.) Deutsch. (K. k- Hofbibl.)
9Z» SkUpitia* Dramma per mus. — Part. i. i. Hoflnhh
Text Ton Nie. Minato. Mus. von Ant. Oraghi.
Balletmus. von Joh. H. Schmelzer.
Zum Geburtstage der Kaiserin -Witwe Eleonora. — Textb. 12. 1672.
Wien, Coemerof}. (Wien. Mus. Ver. Arch.) Deutsch. (K. k. Hofbibl.) Im Ballet
tanzte die Erzherzogin Marianne mit mehreren Damen.
•S« Orfeo ed Euridice. Op.
Text von? Mus. von Ant. Sartorlo.
•91 r La Vaghezxa del Foto. Dramm. per mus. —
Text von P. Guadagni. Mus. von Glov. Bonaventura.
•ft« IfUroduaUyne ad una feäta di Camera. — Part. k. h. Hofbibl.
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant Oraghi.
„Per la felicissima gravidanza delP Imperatrice Margharitta.**
••• La Flecha del Amor. Comedia. (Spanisch.)
Text von?
1672, 22. Dec. Zum Geburtstage der Königin Marianne von Spanien. —
TextbL 4. 1672. Wien, J. B. Hacke. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
•!• H^lPara^dieo aperto per la morie di Cristo. Orat. — Part,
k. k. Hofbibl. — Mit Arien des Kaisers Leopold I.
Text von Nie. Minato. Mus. von Fei. Sances.
1673.
•9. Gl' Tncantesimi discMtL Introd. d'unBallo. — Por^. ib. il.J5r0/&.
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Oraghi.
Balletmus. von Jeh. H. Sehmoizer.
15. Oct. ZurVermlUilnng Kaiser Leopolds I. mit Claudia Felicitas von
Tirol in Gratz. Textb. 4. 1673. Gratz , Widmanstetten. (Wien. Mus. Ver.
Arch.)
••• Trova/re per not* reeUare. Comp, per mus. — Part. i. k. Hofb.
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Oraghi.
Zu derselben Vermählung. In der Favorita in Wien. — Textb. 4. 1673.
Wienj M. Coemerov. (Allacci.)
lOO« Batio eonverUto in Saseo. Mus. di Cam. — Part. k. k. Hofb.
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Oraghi.
Zum Namensfeste Kaiser Leopold 1.
lOl« La Tessaionica. Dramma per mus. — Part k. k. Hofbibl.
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Oraghi.
Zum Geburtstage der Kaiserin- Witwe. — Textb. 8. 1673. Wien, Cos-
merov. (Allacci.) — Deutsch. Ebd. (K. k. Hofbibl.)
iO«. IntrodusfUme ad un BaUeUo. — Part. k. k. Hofbibl.
Text? Mus. von Ant. Oraghi.
Zum Geburtstage der Erzh. M. Anna Josefine.
496 Beil. VIII. 103—118.
103* I^ritnero es la Honra» Comedia. (Spanisch.)
Text von Ag. Moreto.
18. Jänner. Zum Geburtsfeste der Erzherzogin M. Antonia. — Textb.
4. 1673. Wien, Coamcrov. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
i04* La Piet-ä contrasiatiju Orat.
Text von? Mus. von Ant. Oraghi.
1674.
lOft. La NasoUa di JkRnerva, Festa mus. — Part Ar. Ar. Hofbibl
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Oraghi.
Balletmus. von Joh. H. Sclimelzer.
Zum Geburtstage der Kaiserin Eleonora. — Textb. 4. 1674. Wien,
6. Chr/ Casmerov. (Wien.Mus. Ver. Arch.) — Deutsch. Ebd. (k. k. Hofbibl.)
Im Ballete tanzte die Erzherzogin Marianne mit 4 Gräfinen.
i06. Fuoco etemo cugtodito daUe VestaU. Dramma per mns. —
Part k. Ar. Hoßibt
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Draglii.
„Per Tuscita del parto dcll Imperatrice Claudia. *<
lOl. La Lantema äi Diagene» Dramma per mus. — Part Ar. Ar.
Hofbibt
Mit einer Arie vom Kaiser.
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Oraglii.
Fastnachtsunterhaltung. — Deutsches Textb. 12. Wien, Co^merav,
(K. k. Hofbibl.)
109. Jl Ratio deUe Sabine* Dramma per mus. — Part Ar. Ar.
HofHbt
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant Oraghi.
Zum Geburtsfeste des Kaisers Leopold I. ^ Deutsches Textb. 12.
1674. Co$nierov, (k. k. Hofbibl.)
lOO. Le StaggiofU oesequioae. Festa mus. — Part Ar. Ar. HoßibL
Text von Nie. Minato. - Mns. von Ant. Oraghi.
12. April 1674. In einem der acht Säle der kais. Gemäldegalerie. —
Textb. 4. 1674. Wien, Cosmerov. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
liO. 12 Trionfator de CetUauri. Introd. d'un Balleto. — Part
k, k, HoßibL
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Oraghi.
„Nel Parco di Scemprun."
lli« Nufna Pampüio. Dramma. — Part Ar. k. Boßibt
Text von Matt. Norit. Mus. von G. M. Pagiiardl.
lit« FOeno e dori. Tratten, mus. — Part Ar. k. Hofbibl
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant Oraghi.
1675.
tt^» Li Sagni Begif. Serenata. — Part Ar. Ar. Hofbibt
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant Oraghi.
Zum Namensfeste der Kaiserin Claudia.
Beil. Vlli. 114—133. 497
1 1 91« Birro. Dramma per muB. — Part. k. k» HofHbl.
Text von Nie. Minato. Mns. von Ant. Draghi.
Zum Geburtstage der Kaiserin Claudia in Laxenburg. — Textb. 8.
1675. WteH, Cosmerov. (Allacci.)
I i ft» Turia IMcrexUi. Dramma per mus. — Part, k. Ar. HofhibL
Text von Nie. Minato. Mos. von Ant Draglii.
Balletmus. von Joli. H. Sclimeizer.
Zum Geburtstage der Kaiserin -Witwe Eleonora. — Textb. 12. 1675.
Wien, M, Coemerov, (Wien. Mus. Ver. Arch.) Im Ballete tanzte die Erz-
herzogin Marianne mit mehreren hochadeligen Damen.
litt* IPazzi AbderUH. Dramma per mus. — Part. k. k. Hofbibl.
Mit Arien von Kais. Leopold I.
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Draglii.
Balletmus. von Joh. H. Schmolzor.
Im Cameval 1675. — Textb. 12. 1675. Wien, M. Cosmerov. (Wien.
Mus. Ver. Arch.) Deutsch. Ebd. (k. k. Hofbibl.)
IIY« Mvaie Amare di tre fratMi per la persa sareUa, —
Comed.
•
Text von P. Suslnl. Mus. von?
Im Cameval dargestellt von den Pagen. — Textb. 4. 1675. Wien,
Leop. Voigt» (Wien. Mus. Ver. Arch.)
119« Zaleuco. Dramma. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von Nie. Minato. ' Mus. von Ant. Oraghi.
Zum Geburtstage des Kaisers Leopold I. — Textb. 8. 1675. Wien,
Coemerov. (Allacci.) Deutsch. Ebd. (k. k. Hofbibl.)
119« La Carofia di Spine cangiata in Corona di trianfo.
Orat. — Part. k. k. Hoßibl.
Text von Nie. Minafo. Mus. von Ant. Dragbi.
190« 8ta. Catarina d^ Alessandria. Orat.
Text von? Mus. von?
%%%• L* IngraUtudine rimproverata. Sepolcro. — Part. Verx,
Text von Nie. Minato. Mus. von Kais. Loof old I.
1676.
tZZ* ChUonida* Dramma per mns. — Part. k. k. Hoßibl.
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Draghi.
Balletmus. von Joh. H. Sohmolzor.
Vom Jahre 1676 übertragen auf 21. Febr. 1677. — Textb. 12. 1677.
Wien, Cosmerov. (Wien. Mus. Ver. Arch.) Deutsch. Ebd. (k. k. Hofbibl.) —
Im Ballete tanzte die Erzherzogin Marianne mit 5 Gräfinen.
lÜS* ScegUere fhM% pcietido adopra/re* Mus. di oamera. —
Part. k. k. Hoßibl.
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Draghi.
Zum Geburtstage der Kaiserin- Witwe Eleonora.
Köehef, J. J. Fux. 32
498 Beil. VIII. 124—134.
tZ^» L^ Oracolo d' Amare. Dramma per mus. ~ Part, k. k, Hofb.
Text von Nie. Minato. Mos. von Ant. Oraghi.
tttft« QU Dei concarrenU. Epitalamio mus. — Part, k, k, Hoßxbl.
Text von? Mus. von Ant. Draghi.
%%%• 1/ Ore paghneridiane di I^artutsso. Mus. di Cam. — Part,
k, k. Hofbihl
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Draghi.
IttV. Xo Specchio* Cantata. — Part. k. k. HofbibL
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Dragbi.
22. Nov. 1676. (Part.)
%%%• n Sole ecciissiUo, Azione sacra. — Part, k. k. Hofbibl,
Text von Nie. Minato.- Mus. von Ant. Draghi.
1677.
IttO. Modogone* Dramma per mus. — Part, k. k, Hofbibl.
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Draghi.
Balletmus. von Joh. H. Schmolzer.
Zum Geburtstage der Kaiserin- Witwe Eleonora. — Textb. 12. 1677.
Wien, Cosmerov. (Wien. Mus. Ver. Arch.) Deutseh. Ebd. (k. k. Hofbibl.)
Im Ballete tanzte die Erzherzogin Marianne mit 5 Hofdamen.
150. II Süenzlo di HdrpocrtMte, Dramma per mus. — Part. k. k.
Hofbibl.
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Draghi.
Balletmus. von Joh. H. Schmolzer.
Im Cameval. — Textb. 12. 1677. Wien, G. Cosmerov. (Wien. Mus.
Ver. Arch.) Deutsch. Ebd. (k. k. Hofbibl.)
151. Adriano 9ul mofUe Casio. Dramma per mus. — Part. k. k,
Hofbibl.
Mit Arien von Kais.'Leopoid I.
Text von Nie. Minato. Mus. von AnL Draghi.
Zum Geburtstage des Kaisers Leopold I.
ISlt- Chüanida. Dramma per mus. ^ Part. k. k. Hofbibl.
Mit Arien von Kais. Leopold I.
Text von H\e, Minato. Mus. von Ant. Draghi.
Balletmus. von Joh. H. Schmelzer.
Abgeändert (von 1676) für den Cameval.
t38. Xe Maghe di Tessalia. Dramma per mus. — Part, k. k,
Hofbibl.
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant Draghi.
Am 22. Juni im Thiergarten von Schönbrunn. — Deutseh. Textb. 12.
1677. Cosmerov. (k. k. Hofbibl.)
t89k. Xi I>e9idera d^Eco e di Nsi/rciwo. Serenata. — Part. k. k.
Hofbibl,
Text von Nie. Minato. . Mus. von Ant. Oraghi.
In der Favorita.
Beil. VIII. 135—144. 499
ISft. La Fortuna deUe €}ariL Introd. d*an balleto. -> Part, k, Ar.
Hoßibi.
Text von ? Mus. von Ant. Oraghi.
In einem der acht Säle der kais. Gemäldegalerie.
13^« Le Cinque piaghe di Cristo. Oratorio. — Part, k.k, Hoßibl
Text von Nie. Minato. Mns. von Ant Oraghi.
iSV. IHe Stärke der lAebe beim hea. Grabe. Orat. — Part,
k. k. HofbihL
Text von? Mub. von Joli. H. Sdimelzer.
1678.
tS9« La CanquUia del VeUo d'aro. Festa teatr. ~ Part, k. k.
Hofbibl,
Text von Nie. Hinato. Mus. von Ant Oraglii.
Balletmus. von J. H. Sclimelzor.
In Ncnstadt. Zur Vermählung der Königin- Witwe von Polen Eleonora
mit dem Herzoge Karl von Lothringen. — Textb. 12. 1678. WVcti, Chr. Cos-
merov. (Wien. Mus. Ver. Arch.) Deutsch Ebend. (Hofbibl.)
ISO. Anuyr vifiarUMo. Applauso mus. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von ? Mus. von Ant. Oraglii.
6. Febr. Zu derselben Vermählung.
1 40« Le JPampe ddV Hstro. Applauso per mus. — Part. k. k.
HoßibL
Text von? Mus. von Ant Oraglii.
Zu derselben Vermählung.
141. Creso. Dramma per mus. — Part, k. k. Hofbibl,
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Oraghi.
Balletmus. von Joh. H. Schmoizer.
Zum Geburtstage der Kaiserin Margaretha. — Textb. 12. 1678. Wien,
4r, Cotmerov, (Wien. Mus. Ver. Arch.) Deutsch Ebend. (Hofbibl.)
149« Leticippe JFesHa. Dramm. per mus. — Part, k, k, Hoßibl.
Mit Arien des Kaisers Leopold I.
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Oraghi.
Zum Geburtstage des Kaisers Leopold I. — Textb. 12. 1678. Wien,
Coemerov. (Wien. Mus. Ver. Arch.) Deutsch Ebend. (Hofbibl.)
t4S. 14 JFavarUi deUa Fortuna. Festa mus. ~ Part, k, k,
Hofbibl,
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant Oraghi.
Balletmus. von J. H. Sehmolzer.
Zum Geburtstage der Kaiserin Eleonore. Textb. 4. 1678. Wien, Com-
merov. (Wien. Mus. Ver. Arch.) Deutsch Ebend. (Hofbibl.)
14«. II Tempio di IHana in Taurica. Festa mus. — Part,
k. k. Hofbibl.
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant Oraghi.
Balletmus. von J. H. Schmelzer.
32*
500 Beil. VIII. 146—154.
Im Garten von Schönbrann. — Textb. 4. 1678. Wien , G, Cosmerov^
(Wien. Mus. Ver. Arch.)
J «ft. La VUa nei marH de* serpenU. Introd. d*un Ballo. — ParL
k, k. HofbibL
Text von ? Mus. von ?
1678. Im kais. Garten am Tabor aufgeführt. ^ Textb. 4. 1678. Wien,
G, Cosmerov, (Wien. Mus. Ver. ArcL) Deutsch. Wien Ebend. (Hofbibl.)
1 fk%, La Monarchui tatina trionfante. Festa mus.
Wiederholung von 1667 „zu Befrolockung der beglicktesten Geburt
Ihrer erzh. Durchleucht JOSEF deren Rom. kays. Mayest. Leopold und
Eleonore Magd. Theresia glücklichst erzeugten Prinzen auf der grossen
Schaubühne gesungener vorgestellt." — Deutsches Textb. Fol. 1678. Wien,
Cosmerav, (Hofbibl.)
my. JBhiea in MaUa. Dramma per mus. — Part, k, k, Hofbibl,
Mit Arien vom Kaiser Leopold.
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Oraghl.
Balletmus. von J. H. Schmelzor.
Zur Vermählung der Erzherz. Marie mit dem Pfalzgrafen von Neuburg
in Neustadt 25. Octob. — Deutsch. Textb. 12. 1678. Casmerov, (Hofbibl.)
i 4k§. 11 Vincüor magnandmo in OMto Quinta FlanUnio. —
Part. k. k, HofbibL
Text von ? Mus. von Ant. Oraghl.
Textb. 8. 1678. Wien, Caemerov. (AUacci.)
i 4kO« 8. Agaia. Orator. — Pari, k, k, Hofbibl,
Text von P. Lulgf FIcianl. Mus. von J. A. Tychian.
Textb. 4. 1678. Wien, Cosmerov, (Allacci.)
t&O. Li Tre CMadi. Grat. -> Part, k, Ar. Hofbibl,
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Draghi.
tftl. Le Memarie doiarase cH sepoUro. Orat — Part, Ar. k.
Hofbibl,
Mit Arien von Kaiser Leopold I.
Text von ? Mus. von Joh. H. Sehmelzor.
Deutscher Text. 4. Wien, Sus. Cosmerov 1678. [Im Besitz von Th. G.
von Karajan.]
ift«. B Fra^Mddio di Caino. Orat.
Text von Bened. Pamfili. Mus. von Aless. Melani.
1679.
J ftS. Le VegUe ossequiose* Serenata. — Part, k, k, Hofbibl,
Text von Nie. Minato. Mus. von Joh. H. Schmelzor.
Zum Geburtstage des Kaisers Leopold I.
tft«. Mlashim AugMaeum in 4 Parti. — Part, k. k. Hofbibl,
Text von ? Mus. von Ant. Oraghl.
Zur Feier des jüngst geborenen Erzherzogs (Josef) am 24. Aug. 1679
vom Prälaten in H. Kreuz dargebracht. — Textb. 12. 1679. Wien, Cosmerov,
(Wien. Mus. Ver. Arch.) Deutsch. Ebend. (Hofbibl.)
Beil. Vm. 155—166. 501
Iftft. Curzio. Oper. -^ Part, k. k, tlofhibL
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Oraghf.
In Laxenburg. Zam Geburtstage Kaiser Leopolds I. — Deutsches
Textb. 12. 1679. Wien, Cosmerav. (Hofbibl.)
ftftfl, B€UdT€icca* Dramma per mns. — Part k, k, HofbibL
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Draghi.
Zum Geburtstage der Kaiserin Eleonore. — Deutsches Textb. 12.
1679. Wien, Co9merov. (Hofbibl.)
IftV, Musica di CcMuera. — Part. Ar. Ar. HofbibL
Text von Nie Minato. Mus. von Carlo Capeilini.
tftS. La Fama iU/ustrata. Festa teatr. ~ Part. Ar. k. HofbibL
Text von ? Mus. von Carlo Cappeliinl.
IftH« La SvegHaia» Festa nel Camevale. — Part Ar. Ar. HoßibL
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Oraghl.
ISO. VUnna fesUggiante con un Sonette per ü Bitiyrno
-dW Im/peraJtore.
Text von ? Mus. von J. P. Poderzuoll.
%%%.. I/Ossequio di Flora. Introd. d*nn Ballo nel Camevale. —
Part. Ar. Ar. HofbibL
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Draglii.
t%%. Xl TiMo posto sopra la Oroce di Cristo. — ParL k. k.
HofbibL
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Draghi.
Für die Kapelle der Kaiserin- Witwe. — Textb. 4. 1779. Wien, Cos-
merov. (Allacci.)
tflS. IHe Fri^sung des tnenscldiehen ChscMechte» in der
Figur des a/iis Aeggpten geführten Volkes Israel. Orat. — Part.
Jt. k. HofbibL
Text von Hanns Albr. Ruprecht. Mus. von Kaiser Leopold I.
Am Gründonnerstage aufgeifuhrt. (Part.)
1680.
lfm« I Vafieiftf di Tiresia Tehano. Fest« di mus. — Part. k. Ar.
HofbibL
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Draghi.
Zum Geburtstage der Kaiserin Eleonore. — Textb, 4. 1680. Prag, Cos-
merov? (Allacci.)
t%lk. II CielOf la Terra, V Abisso prostroH al Nome ineffa-
bOe di Gesü. — Part k. Ar. HofbibL
Text von Fll. Lutl. Mus. von Gius. Qabbrini.
!••• Maguaf^ deUa fama* Serv. di Cam. — Part. k. Ar. HofbibL
Text von ? ■ Mus. von G. B. Pederzuoli.
Zum Geburtstage der Kaiserin Eleonora.
502 Beil. VIII. 167—178.
Ittl. Arien zur Kofnedie: IMe vermeinten Brüder und
Schwestern. — Part, k, k, HofbibL
Text von Schiegel. Mus. von Kaiser Leopold i.
%%%. La Baaienza di SocrtUe con due mogUe. Scherzo per
mu8. — Paru k» k, HofbibL
Text von Nie. Minato. Mus. von Ani Oraglil.
Tanzmus. von Joh. H. Sclimeizer.
Textb. 12. 1680. Prag, Joh. Arnold, (Wien. Mus. Ver. Arch.) Deutsch.
12. 1680. Cosmerov. (Hofbibl.)
160. 11 Genio deluso. Orat per St. Omobono. — Part, k, k.
Hofbibl.
Text von A. Eumaiclii. Mus. von 6ius. Serini.
Textb. 4. 1680. Cosmerov. (Allacci.)
I yo. 1/ Ingenio a sorte. Serenata per il di St. Maddalena. —
Part, k, k. Hofbibl.
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Oraglil,
1 9 i • Die sieben Mter eUmben zusamben. Seren. — Part, k* k.
Hofbibl.
Text von ? Mus. von Joh. H. Schmelzer.
Zum Geburtstage der Erzherzogin M. Anna.
1 y 9. Inl/rodusiiene od un BaUo di Teutoni* — Part. k. Ar.
Hofbibl. •
Text von ? Mus. von Ant. Draghi.
1 93. GK ObUghi deU* universo. Cantata. — Part. k. k. HofbibL
Text von ? Mus. von Ant Draghi.
Zum Geburtstage Kaiser Leopold I.
II«. Oratorio di VencesHao. — ParL k. k. HofbibL
Text von Nie. Hinato. Mus. von Ant Draghi.
i Ift. La Sacra Lancia* Orat. — ParU Ar. Ar. Hofbibl.
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Draghi.
1681.
1 ?•. 1/ Aibero del Bamo d*oro. Introd. ad un Ballo. — Part,
k. k. HofbibL-
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Draghi.
Zum Namensfeste des Kaisers Leopold L
1 y Y. Xa BivaUtä nell* Ossequio. Tratt. mus. — Part, k..k. HoßibL
Text von ? Mas. von Ant. Draghi.
Symph. von Andr. Schmelzer.
Zum Namensfeste der Kaiserin Eleonore.
119. AcMUe in TessaglUu Tratt. mu». — Part. Ar. Ar. HoßibL
Text von ? Mus. von Ant Draghi.
Tanzmus. von Andr. Schmelzer.
Zum Geburtstage des Erzherzogs Josef. — Textb. 12. 1681. Wien,
Cosmerov. (Wien. Mus. Ver. Arch.) — Deutsch Ebead. (Hofbibl.)
Bell. VIII. 179—190. Ö03
t lO. T^mistode in Fersia» Dramma. —■ Part, k, k, Hoßibl,
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Oraghl.
Zum Geburtstage des Kaisers Leopold I. — Textb. 12. Wien, Cos-
merov. (Wien. Mus. Ver. Arch.) Deutsch. Ebend. (Hofbibl.)
i 90. GU AbarH deUa FVeita. Mus. di Oam. in Oedenburg. —
Part. k. k, Hofbibl.
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant Oraglii.
Zum Geburtstage der Kaiserin Eleonore.
t^t. 14 TrünOL Introd. — Part. k. k. Hoßibl.
Text von Caresana. Mus. von A. Pancotti.
Zum Geburtstage der Kaiserin Magdalena.
i %Z» Echo rawivaUa» Festa mus.
Text von ? Mus. von Ant. Gianettino.
Zum Geburtstage der Königin von Polen Eleonore.
193. JE»pero feategffianie» Serenata. — Part, k, k. Hofbibl.
Text von ? Mus. von Ant. Draglii.
Zum Geburtstag des Kaisers Leopold L In der Favorita. — Textb.
4. 1681. Chr. Cosmerov. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
19«. La Forza deU' AmMMa. Dramma per mus. -^ Part. k. k.
Hofbibl.
Text von Nie, Hlnato. Mus. von Ant. Oraglii.
Tanzm. von Andr. Schmelzer.
Im Cameval in Linz, 1694 auch in Wien. — Textb. 12. 1681. Wien,
Cosmerov. (Wien. Mus. Ver. Arch.) — Deutsch. Ebend. (Hofbibl.)
t9ft« Amor non vuol Jnganni. Fav. Past. per 11 Otm. — Part,
k. k. Hoßibl.
Text von ? Mus. von Aleet. Scarlattl.
19S. II CHudice di ViUa. Intermezzo zu vorigem. — Part. k. k.
Hoßibl.
Text von ? Mus. von Pederzuoli.
Textb. 12. 1681. Wien, Cosmerov. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
199. II Tranaito di QitMeppe. Orator. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von Nie. Minato. Mus. von Kaiser Leopold i.
1682.
199. GU JEnMenU. Festa mus. ~ Part. k. k. Hoßibl.
Text von? Mus. von Ant. Oraghl.
Zum Namensfeste Kaiser Leopold I.
199. Le Gore degV afnanH, Mus. di Cam. -> Part. k. k. Hoßibl.
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Oraghi.
In Laxenburg 1682.
tMI. II Sogno deUe Grazie* Introd. d' un Ballo. — Part. k. k.
Hofbibl.
Text von ? Mus. von Ant. Oraghi.
Zum Geburtsfeste des Kaisers Leopold I. In Laxenburg.
504 Beil. VIII. 191—800.
191. Oü Stratagemi di Bian^. Dramma. — Part. k. k. Hofhibt.
Mit Arien von Kaiser Leopold I.
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant Draglii.
Tanzmus. von Ant. Andr. Schroetzor.
Zum Geburtsfeste der Kaiserin Magdalena. — Teztb. 12. 1682. Wien,
Cosmerov. (Wien, Mus. Ver. Arcb.)
t9t« La Camera. Dramma fant. mus. — Part, k, k, Hoßibl.
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Oraghi.
Tanzmus. von A. Sebmoizer.
Im Cameval. Wiederholt 1692. — Textb. 12. 1682. Wien, Caemerav.
(Wien. Mus. Ver. Arcb.)
tflS. II fnonte ClUmera. Tratt. mus. -^ Part, k. Ar. HofbibL
Text von Nie. Minato. Mus. von Q. B. Pederzsoil.
Im Freien in der Favorita. — Textb. 4. 1682. Wien, Coemerov. (Wien.
Mus. Ver. Arcb.) Deutscb. Ebend. (Hofbibl.)
Ifl4t. Le FonU deUa BeaUa. Festa mus. — Part. k. k. Hoßibl
Text von ? Mus. von Q. B. Pedorzuoli.
Im Garten von Scbönbrunn. Zum Namenstage der Kaiserin Magda-
lena. — Textb. 4. 1692. Wien, Cosmerov. (Wien. Mus. Ver. Arcb.) Deutscb.
Ebend. (Hofbibl.)
tfift. M Tempio d' Apollo in J>elfo\ Introd. d' nn Ballo. — Part,
k. k. Hofbibl.
Text von Nie. Minato. Mus. von Anf. Draglii.
TanzmuB. von A. Selimolzer.
Zum Vorgang der Kaiserin Magdalena nach der Geburt des Erzher-
zogs Leopold. — Textb. 4. 1682. Wien, Cosmerov. (Wien. Mus. Ver. Arcb.)
%9%. OU ArgonauH in viaggio. Mus. di Cam. — Part. k. k.
Hoßibl.
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Draghi.
Zum Geburtstage des Kaisers Leopold I.
IflV« Tntrodusdone per la festa e baUo di Zingare. — Part,
k. k. Hofbibl.
Text von Nie. Minato. Mus. von Q. B. Podorzuoii.
Im Carneval. Für die Königin von Polen.
199. Sieg des Leidens ChrisH Über die Sinnlichkeit. Orat.
— Part. k. k. Hofbibl.
Text von Joh. Allir. Rupreelit. Mus. von Kaiser' Leopold I.
t99» n Terretnoio. Orat. — Part. k. Ar. Hofbibl.
Text von Nie Minato. Mus. von Ant. Draglii.
Wiederholt 1687.
1683.
SOO. 11 Trionfo dei OameväU. Mascher. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant Oraghi.
Mascherade des reg. Hofes fUr die Kaiserin-Witwe Eleonora..
Beil. VIII. 801—212. 505
SOt« jLo Smßmaraio» Operetta. — Part. k. k. Bofbiöl.
Text von Nie. Mlnato. Mos. von Ant. Draghi.
Im Garneval.
SOS. H Oiardino ddla virtü. Festa mus. — Part, k. k. Hofbibi,
Text von Nie. Minato. Mas. von Ant. Draghi.
Znm Geburtstage der Kaiserin Magdalena.
SOS. Mtisica zur Kamedie : der tfUMchte SchäfFer. — Part,
k, k, Hoßibi,
Text von? Mus. von Kais. Leopold i.
Im Cameval
S04» La Lira d' Orfeo. Tratt. mus. — Part, k, k, IfofbibL
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Draglii.
Tanzmusik von A. Sdimeizor.
19. Mai in Laxenburg. — Textb. 4. 1683. Wien, Cosmerov. (Wien.
Mus. Ver. Arcb.) Deutsch. Ebd. (k. k. Hofbibi.)
SOS. n Trianfo di Ikwide. Orat — Part, k. k, Hofbibi,
Text P. Catteili. Mus. von Paol. Cattelli.
In der Kapelle der Kaiserin- Witwe Eleonora.
SOS. Davide revoHcanie pai penMto. Orat. — Part, k, k,
Hofbibi,
Text von? Mus. von Carlo Caproii.
S09* UEiemUä soggeUa ai Tempo. Sepolcro. — Part, k, k,
Hofbibi.
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Draghi.
S09. Oratario di S. Elena. — Part, k, k, Hoßibi,
Text von? Mus. von G. B. Pederzuoli.
SOS. La Sete di Cristo in croce. Orat. — Part, k, k. Hofbibi.
Text von Nie. Minato. Mus. von G. B. Pederzuoli.
StO. AW Ingresso di Oriato nei deaerto. Orat. ~ Part, k. k,
Hofbibi.
Text „d'una Anima devota^. Mus. von Ant. Draghi.
1684.
Stt* TuUio HosUUo aprendo ü Tempio di Qiaho. Festa mus.
— Part. k. k. Hoßibi.
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Draghi.
Tanzmus. von A. Schmelzer.
Zum Geburtstage des Kaisers Leopold I. — Textb. 4; 1684. Ltitt,
Redlmayr. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
SIS. QU JElogif. Festa teatr. per mus. — Part. k. k, Hofbibi,
Text von Nie. Minato. Mua. von Ant. Draghi.
Zum Geburtstage der Kaiserin Eleonora.
506 Beil. VItl. 213—223.
SIS« Iniermediio per la Camedda del F%fUo Astroiogo. — Part,
k. k. UofbibL
Text von Nie. Minato. Mub. von Ant. Onighi.
Im Carueval von Cavalieren dargestellt
SI4t« IfUroduzione d'una fegta con Ballo.
Text von? Mub. von Q. B. Pedariuoli.
Stft. Oratario di 8. Antonio di Padua. — Part. k. k. HofhibL
Text von ? ^ Mub. von Kais. Leopold 1.
SI6. Le L€iffrime piü giusie di tuUe le lagrime» Orat. — Part,
k, k, Hofhihl,
Text von Nie. Minato. Mus. von Q. B. Podorzuoli.
SI V. 22 Segno dM^umana saiute, scopertosi ü 8. C. sepclcro.
Orat. — Part. k. k. HoßibL
. Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Draghi.
SI9» Altera Bethlehem. Mus. sacra. — Part. k. k. HofhibL
Text vonV Mus. von Ferd. Tob. Riehtor.
Zur Frohnleichnamsprocession in Linz.
1685.
SIS. La Biü generoaa 8parian€h Uns. di Cam. — Part. k. k.
Hofbibl
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Draghi.
Tanzmus. von A. Sehmolzer.
Zum Geburtsfeste des Kaisers Leopold I. — Deutsches Textb. 12. 1685.
Wien, Cosmerofo. (k. k. Hofbibl.)
SSO» 11 Bisarcimento deUa rtiota dMa Fortuna* Introd.
d'un Ballo. — Part. k. k. UofbibL
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Draghi.
Tanzmus. von A. Sehmolzer.
Zum Namenstage Kaiser Leopolds I. — Deutsches Textb. 4. 1685.
Wien, Cosmerov. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
SSI« Didone costante» Comp, per mus. — ParL k. k. HofhibL
Text von? Mos. von G. B. Podorzuoli.
Von Hofdamen der Kaiserin -Witwe dargestellt. — Textb. 4. 1685.
Cosmerov. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
SSS. Le Bichexze dMa nuidre de^ Or€Uxhi*
Text von? Mus. von G. B. Podorzuoli.
Tanzmus. von A. Schmolzor.
Zum Geburtstage der Kaiserin Eleonora. — Textb. 4. 1685. Cosmerov.
(Wien. Mus. Ver. Arch.)
SSS« I Va/ri effetU d'Amore. Introd. d'un Ballo. — ParL k. k.
HofhibL
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Draghi.
Zum Geburtstage der Kaiserin Magdalena. -^ Textb. 4. 1685. Cos-
merov. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
Beil. VIII. 334—335. 507
a
99^« 12 FaUadio in JRoma. Dramma per mus. ~ Pari, Ar. Ar.
Hofbibl.
Text von Nie. MInato. Mas. von Ant. Oraghi.
Zur Vermählung des Kurf. Max Emanuel von Bayern mit Erzh. Maria
Antonia. — Textb. 4. 1665. Wien, Cosmerov*s Erbe. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
— Im Ballet tanzten 7 Grafen. — Deutsch. Wien, Joh. Coamerov, 1685.
(Im Besitz von Th. G. v. Karajan.)
99ft* 11 Sagrifldo d'Amore. Serenata. — Part, k, k. Hofbibl,
Mit Arien des Kaisers.
Text von Nie. Minato. ' Mus. von Ant. Oraglii.
Zu derselben Vermählung. — Textb. 4. 1685. Wien, Cosmerov. (Wien.
Mus. Ver. Arch.)
99B».MuM€a; Pittura e Poesia» Tratt. mus. — Part, k. k. Hofb,
Text von Nie. Minato. Mus. von G. B. Pederzuoil.
Zu derselben Vermählung. — Textb. 4. 1685. Cowierov's Erben.
(Wien. Mus. Ver. Arch.)
9Z7* Concerto fnusicale al 8er. Arcid. Giuseppe. — Part,
k, k, Hofbibl.
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Drughi.
999. Mu9ica zur Kofnedie: Die Ergetzungsstund der Sdo'
vinen aufSamie» — Part. k. k, Hofbibl.
Text von? ' Mus. von Kais. Leopold I.
Für die hochadeligen Hofdamen.
%%%. Le Mecreazioni d4 Tempe. Festa mus. — Part. k. Ar. Hofb.
Text von Nie. Minato. . Mus. von Ant. Draglil.
Zum Namenstag der Kaiserin Magdalena.
SSO. MuMca per Prologo: Le yozze di Mercurio. — Part,
k. k. Hoßibl.
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Draglii.
Von Cavalieren dargestellt.
9Si. Scherzo musicale. — Part. Ar. k. Hofbibl.
Text von Nie. Minato. Mus. von G. B. Pederzuoil.
Im Carneval von Damen dargestellt.
%%%• Acadetnin VL Cantata per Tanno 1685. — Part. k. k. Hofb.
Text von Nie. Minato. Mus. von G. B. Pederzuoil.
%%%• 11 S{uyHfizio d^Ahrmno. Orat.
Text von G. B. Luti. Mus. von Frane. Passerini.
Deutscher Text 4. Wien, Sus. Cosmerov. 1693. (Im Besitz von Th. G.
von Earajan.)
9S«« La Bevenda dijMe. Orat. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von Nie. Minato. Mus. von G. B, Pederzuoil.
1686.
SSft. La GroUa di Vulcano. Oper. -^ Part. k. k. Hofbibl.
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Draghi.
Zum Namensfeste des Kaisers Leopold I.
508 Beil. VIII. 236—247.
tse. n Nodo Gardiano. Operetta. — Part. k. Ar. Hofbibl.
Text von? Mus. von Ant. Draghl.
Zum Creburtstage des Kaisers Leopold I.
Ü3 V. Lo Studio d* Amore. Introd. ad un Ballo. — Part k, k. Hofb,
Mit Arien von Kais. Leopold I.
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Draglii.
Zum Geburtstage der Kaiserin Magdalena.
%%%• Muaicaper unafesta di Carnevale, — Part, k, Ar. Hofbihl-
Text von Nie. Minato. Mus. von G. B. Poderzuoli.
999* Le Scioccaggini degii BMiU» Tratt. mus. per U Camev. —
Part. k. k. Hofbibl.
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant Oraglii.
Textb. 4. 1686. Wien, Cosmerov, (Allacci.)
. SHO* MfiHca zu der Hofdafnenkamedie» -* Part. Ar. Ar. Hofbibl,
Text von? Mus. von Kais. Leopold i.
S4tt. Le Ninfe ritrose. Testa teatr. — Part. k. k. Hofbibl.
Mit einer Arie vom Kaiser.
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Draglil.
Zum Namenstage der Kaiserin Magdalena.
SttS. II MUorno di Teeeo dal Lahirinto di Greta. Intr. d'un
Ballo. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Draglii.
Darin tanzte der Kurfürst von Baiem mit Damen.
SttS. CanUca di Salomone. Orat. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von Loretto Mattei. ' Mus. von ?
Text. 8. 1686. Vienna. (Allacci.)
«««• U JOono dMa VUa eierna. Sepolcro. — Part. Ar. Ar. Hofbibl.
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Oraghi.
1687.
9ttft« La Vendetta dM* anestä. Rappr. mus. — Part. k. Ar. Hofb.
Text von Nie. Minato, Mus. von Ant Draglii.
Zum Geburtstage des Kaisers Leopold I. — Textb. 4. 1687. Cos-
merov*s Wittoe. (Allacci.)
SttS« La Faana addormenttUae rieuegU€U€u Op. — Part. Ar. k.
Hofbibl.
Text von Nie. Minato. . . Mus. von Ant Draghl.
Zum Namenstage des Kaisers.
S«V. La VUtaria dMa fortezxa. Introd. ad un Ball. — Part,
k. k. Hofbibl.
Mit einer Arie des Kaisers.
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant Draghl.
Tanzmus. von A. Sehmelzer,
BeiLVIll. 248—260. 50»
Textb. 4. 1687. Wien, Comerav^s Witwe. (Wien. Ma8. Ver. Arch.) —
Znm Namenstage des Kaisers. — Deutsch. Ebd. (Im Besitz von Th. 6. von
Karajan.)
S«9« EfUraia di Oriato nel deäerto. Orat. — Part. Ar. k. HofhihL
Text Yon ? Mus. von'Ant. Draghi.
tl«fl. Oraiorio di SUt. Agnese. — Part, k. k, Hofbibl.
Text von Bened. Pamfiil, Mus. von Bern. PasquinL
»ftO« Dio placato. Orat. — Part. k. k. Hofbibl,
Text von Giov. B. Luti. Mus. von Franc. Pattorini.
1688.
Sftl. Psiche cercando Amare. Seren. — Pan, k. k, Hofbibl,^
Mit Arien Kait. Leopold I.
Text von? Mus. von Ant. DraghL
Zum Namensfeste der Kaiserin Magdalena.
%^%. II Marita ama piü* Festa teatr. — Part, k, k, Hofbibl,
Mit Arien vom Kalter.
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Draghi,
Zum Geburtstage der Kaiserin Magdalena. — Text. 4 1688. Co$^
merov, (AUacci.)
SftS. Gii I>H festeggianU. Oper. — Part, k, k, Hofbibl,
Text von ? Mus. von G. B. Bernaboi.
Von der Kurfürstin Maria Antonia von Baiem gesendet.
Üfttt. X^ Specchio hisUyrico. Mus. di cam.
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Oraghi.
Zum Geburtstage König Josef I.
Sftft* Tameo. Opera?
Text von? Mus. von Bornabei.
SftS. La TanMa» Dramma per mus. per il Camevale. — Part^
k, k, Hofbibl,
Mit Arien vom Kalter.
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Oraghi.
Deutsches Textb. 12. 1688. Wien, Cosmerov'B Witwe, (k. k. Hofb.)
SftV. M Trionfb d^ Imeneo, (Molitor.)
Text von? Mus. von?
9ft9. 1/ UscUa di Oristo nd I>eserto. Comp, sacro. — Part, k, k.
Hofbibl.
Text von? Mus. von Ant. Draghi.
Sftfl* La VUa neUa marie. Sepolcro. — Part, k, k. Hoßibl.
Mit Arien des Kaitert.
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Draghi*
1689.
960« ITianeU benign^ Epital. mus. ^Part, k, k. Hofbibl,
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. DraghL
Zur Vermählung des span. Königs mit der Pfalzgräfin Marianne.
510 Beil. VIII. 261—271.
tSt. U Harpocrate» Opera. — Part, k. *. HofbibL
Mit Arien des Kaisers.
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Oraghl.
Zum Namenstage des Kaisers von Damen und Cavalieren dargestellt.
%%%. La MogUe ania megUo* Fest. mus. — Part, Ar. k, HofbibL
Mit Arien des Kaisers.
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Draghi.
Zum Geburtsfeste des Kaisers. — Deutsch. Textl). 4. Wien, Site, Cos-
tnerov, 1688. [Im Besitz von Th. 6. von Karajan.]
tes. La Forza deU' amor flUale. Op. — Part. k. k. HoßibL
Text von Donate Cupeda. Mus. von Ant. Dragbi.
Zum Namensfeste des röm. Königs Josef. — Textb. 8. 1698. Cos-
merov. (Allacci.)
96«. II Bipoäo nei Dieturhi. Festa di Cam. -^ Part, k, k,
Noßibi,
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant Draghi,
Zum Namensfeste der Kaiserin Magdalena.
S6ft. I JDoni heroM» Seren, di Cam. — Part, k. k, HofbibL
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Draghi.
Zum Namenstage des ung. Königs Josef.
%%%. HPigmaNone in Cipro, Festa mus. -^ Mit Arien des Kaisers.
— ParL k. k, HoßibL
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Draghi.
Zum Geburtstage der Kaiserin Magdalena.
SSV. La Bosauraf avero Amore flgUo di graHtudifie» Dramma.
— Part, k, k, HoßibL
Mit einer Arie des Kaisers.
Text von Ottav. Malvezzi. Mus. von Ant. Draghi.
Tanzmus. von A. Sehmelzer.
Im Cameval. — Textb. 12. 1689. Wien, Cosmerav^s Witwe, (Wien.
Mus. Ver. Arch.) Deutsch. Text. Ebend. (Hofbibl.)
1I69. AtnuUo e Nutnitare» Op.
Text von Adr. Morseili. (Allacci.) Mus. von Gius. Tosi.
%%9* L^ Esclamar a gran voce di Christo spirando. Orat. -^
ParL k, k. HofbibL
Text von ? Mus. von Ant. Draghi.
1690.
S90. II Teatro deUe passioni umane. Festa mus. — ParL k, k.
HofbibL
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Draghi.
Zum Namenstage des Kaisers Leopold I.
SYl. 1/ Eraclio* Op. — Kaiser Leopold gewidmet.
Text von ? Mus. von G. A. Bernabei.
Ballet von Ardespin.
Beil. Viil. 872—281. 511
9V9« La Begina de Vdaci. Dramma per mus. Mit Arien des
Kaisers. — Part k, k. Hoßxbl,
Text von Nie. MInato. Mus. von Ant. Oraghl.
Zorn Geburtstage der Kaiserin Magdalena. — Textb. 4. 1690. Wien,
Cosmerov's Witwe» (Allacci.)
SVS. II SegreUo ä? Amore in petto del savio» Melodr. » Part,
k. k, HofHhL
Text von L Orlandinl. Mus. von Q. A. Bernaboi.
In München. (Allacci.)
«1». Jefte. Oratorio. — Part. Ar. Ar. Hofbibl
Text von Qiut Apolioni. Mus. von Ant. Draghi.
1691.
SV 5« Le AzUyni ffyrtuncOe di Berseo. Mit 4 heroischen Tänzen.
— Part, k, k. Hofbibl.
Text von ? Mus; von Ant. Draghi.
Tanzmus. von A. Scliinelzer.
•
Zum Namenstage des Kaisers Leopold I. — Textb. 4. 1691. Cos-
merov's Witwe. (Wien. Mus. Ver. Arch.) Deutsch. Ebend. (Im Besitz von
Th. G. von Karajan.)
S96. n iUnffiavenUo» Festa mus. -^ Part. k. k. Hofbibl.
Text von Nie. MInato. Mus. von Ant. Draghi.
Tanzmus. von A. Schmelzer.
Zum Geburtstage des Kaisers. — Deutsch. Text. 4. Wien, Sus. Cos-
merov. 1691. [Im Besitz von Th. G. von Karajan.J
S9V« La CMeria deUa forHina* Festa mus. — Part. k. k.
Hofbibl.
Text von Nie. Minate. Mus. von Ant. Draghi.
Tanzmus. von A. Schmelzer.
Zum Geburtstage des röm. Königs Josef-
S99. 11 BeUegrifUMggio dOie Cfrazie tU orticoio I>odaneo.
Festa. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von Nie MInato. Mus. von Ant. Draghi.
Zum Namenstage der Kaiserin Magdalena.
SVfl« La Fiera* Tratt. mus.
Text von ? Mus. von G. Ant. Bernabel.
t90. IFrutti deU' Jibero ddla Croce. Orat. — Part.-Vert.
Text von ? Mus. von Ani Draghi.
1692.
99t. Le Va/rietä 4i fortuna in Lucio Junio Bruto. Festa per
mus. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von Nie. MInato. Mus. von Ant. Draghi.
Tanzmus. von A, Schmelzer.
512 Beil. VIII. 2S2— 391.
Zum Geburtstage des KaiserB. — Textb. 4. 1692. M. Cornnerov't Witvoe,
(Wien. Mus. Ver. Arch.) Deutsch. Ebend. [Im Besitze von Th. 6. von
Karajan.]
S9S. H VlncUor magnatUmo T. Quinta FlanUnio. Dramma.
— Part, k, k: HofbibL
Wiederholung von 1678.
Zum Namenstage des Kaisers. — Textb. 12. 1692. Wien, Cosmerov's
Witwe. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
595. La Congiura del Vlzio contra la Jlrtü. Scherz, mus. —
Part. k. k. HofbibL
Text von Don. Cupeda. Mus. von Ant Oraglii.
Zum Namenstage des Kaisers. — Textb. 4. 1692. Vedova Coemerov.
(Allacci.)
t9«. 11 Tribfito dei Savj. Comp, per Cam. — Part. k. k. HofbibL
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Dragbl
Zum Geburtstage des röm. Königs Josef. — Textb. 4. 1692. Vedov.
Cosmerov. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
S9ft. It Merito uniforma i get^f, Introd. d'un ballo. — Part,
k. k. Hoßibl.
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Draghi.
Zum Namenstage der Kaiserin Eleonore (Magdalena). ~ Textb. 1692.
Wien, Cosmef'ov's Witwe. (Allacci.) — Deutsch. Ebend. [Im Besitz von
Th. G. von Karajan.]
596. FedeUd e generoMä» Comed. con mus. — Part. k. k.
HofbibL
Mit Arien des Kaltort.
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Draghi.
Zum Greburtstage der Kaiserin Eleonore (Magdalena). ~ Textb. 4.
1692. Co9merov*8 Witwe. (Allacci.) — Deutsch. Ebend. (Hofbibl.)
99Y. X4 MivaH conccrdi. Op. (Molitor.)
Text von ? Mus. von Agost. Steffanl.
SS 9. lia Ch4mera. Op.
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant, Draghi.
Wiederholung von 1682. Im Fasching von Damen und Cavalieren
dargestellt.
999. OrtUario di S. AgaMno. — Part. k. k. HofbibL'
Text von ? Mus. von ?
%90» H Crocifisso per graaia ovvero S, Cfaeiano» Orat. —
ParL k. k. HofbibL
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Draghi,
tfll. n Sa>crifiaio non impeäUo. Orat. mit Arien des Kaisers.
— ParL k. k. HofbibL
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Draghi.
Beil. VIII. 298—300. 513
• Jl IWon/b den* Amare divido. Onit. ~ Part. k. k.
Hoßibl
Text von ? Mus. von Qitts, Paderi.
1693.
%9Z. La BivaiUä deUa Prudenwa e deUa jForf una« Seren. —
Part. k. k. BoßibL
Text von ? Mus. von Aüt Paic«tti.
Zum Geburtstage des Kaisers Leopold I. — Textb. 4. 1693. JIT. Co9me-
rov8 Witwe. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
%%^. U Amore in Sogno overo ie nazze d' Odaii e Zoriadre.
— Part. k. k. Hoßibl.
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Oraghi.
Tanzmus. von A. Schmelisr.
Zum Geburtstage des Kaisers. — Textb. 12. 1693. Co9nierov*9 Wittte.
(Wien. Mus. Ver. Arch.) Deutsch. Ebend. (Hofbibl.)
%%lk. Le Imprese dM AchUie di Batna. Festa per mus. —
Part. k. k. Hoßibl
Text von ? Mus. von A. Oraghi.
Tanzmus. von A. Sclimelzer.
Zum Namenstage des Kaisers. — Textb. 4. 1693. Cowieror's Witwe.
(Wien. Mus. Ver. Arch.; Deutsch. Ebend. [In Besitz von Th. G. von
Karajan.]
%9%» La Madre degii dei. Festa mus. -^ Part. k. k. Hofbibl
Text von Nie. Minate. Mus. von Ant. Dragiii.
Balletmus. von A. Sclimelzor.
Zum Namenstag der Ki^serin Eleonore Magdalena. — Deutsch. Text.
4. Wien, Siis. Chr. Cosmerov, [Im Besitz von Th. G. von Karajan.]
9flY. Le Biä riehe ge^nnie e piit beUe pietre deUe Carone.
Mus. di Cam. — Part. k. k. Hoßibl.
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant Dragiii.
Zum Geburtstage des röm. Königs Josef. — Textb. 4. 1693. Cm-
merov's Witwe, (AUacci.)
99^, Le PiatUe ddla virtik e deUa fortuna. Capnccio mus. —
Part. k. k. Hoßibl
Text von Nie. Minato. Mns. von Aiit. Dragiii.
Zum Geburtstage des rOm. Königs Josef. — Textb. 4. 1693. Cof-
merov. (Allacci.)
9B9. Die Unverhofften Freuden^ Ein Schäfergedicht. — Part,
k. k. Hoßibl
Text von ? Mus. von J. Mieli. Zftelier.
Textb. 12. 1693. Cosmerov'i Witwe. (Hofbibl.)
SOG. It Sangue e Vaqua uacHi deUa ferOa del CagUOo del
Salvatore, Sepolcro. — Part. k. k. Hoßibl
Text von ? Mus. von Ant. Dragiii.
Köchel, J. J. Fux. 33
514 Beil. VIII. 301—311.
1694.
so«. Beiopida Tebano in Tessalia. Festa teatr. — Part, k, k.
HoßibL
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Draghi.
TanzmuB. von A. Scfimolzor.
Zum Namenstage des Kaisers. — Textb. 4. 1694. Cosmerov's Witwe.
(AUacci.) •
SOS. JLa Farza deU^ amidzia. (Wiederholung von 1681.)
Zum Geburtstage der Kaiserin Eleonora.
3 OS. L* Ossequio dMa JPoesia e deU* Jbtoria, — Part. k. k.
HoßibL
Text von Oonato Cupeda. Mus. von Ant. Draghi.
Zum Geburtstage des röm. Königs Josef. — Textb. 4. 1694. Cos-
merov. (AUacci.)
SOtt. L^ Mto ossequioso* Seren. -^ Part. k. k. Hoßibl.
Text von ? Mus. von F. T. Ricliter.
Zum Namenstage der Königin von Polen.
soft. Sere dell^ AvetiUfw* Invenzioni per varj giorui di musica.
,— Part. k. k. HoßibL
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Draghi.
Textb. 4. 1694. Cosmerov^s Witioe. (AUacci.)
SOS. LeotUdain Te^ea. Op.
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Draghi.
Wiederholung von 1670 durch Damen und Cavaliere.
. S09. Xr' Innocenza tilesa dal trcidhnento, descritta in
S. CoHo. Orat. — Part. k. k. HoßibL
Text von Micheiangelo Angeiieo. Mus. von C. Aug. Badia.
Deutsch. Text. 4. Wien, Sua. Christ. Coetfierov, [Im Besitz von Th. G.
von Karajan.]
S09. OratOTio di Sta. Orsda» — Part. k. k. HoßibL
Text von? Mus. von C. Aug. Badia.
SOO. Oratario di 8, Emtenegildo. — Part. k. k. HoßibL
Text von Don. Cupeda. Mus. von F. Tob. Richter.
StO. II Libro con seUe SigiUL Orat. — Part. k. k. HoßibL
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Draghi.
1695.
SJlt« La Magnanimitä di Marco Fabrizio. Dramma. — Part,
k. k. HoßibL
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant Draghi.
Zum Namensfeste des Kaisers. — Textb. 8. 1695. Cosmeron*s Witiüe.
(AUacci.) — Deutsch. Ebd. (k. k. Hofbibl.)
Beil. VIII. 312—322. 515
3Ilt« La Finta cecitü di Antioco ü grando* Dramma per mus.
— Part k. k. HofbihL
Text von Nie. MInato. Mus. von Kn\, Dragbi.
Zum Geburtstage des Kaisers. — Textb. 12. 1695. Cownerot?'* Witwe.
(Allacci.) — Deutsch. Ebd. (k. k. Hofbibl.)
313. Arsfice fontUUore del regno de^ PartL Op. (Grerber.)
Text von Donato Cupeda. Mus. von Ant. Draghi.
Zum Geburtstage des Kaisers. — Textb. 8. 1698. Ved, Cosmerov.
Deutsch. Ebd. (k. k. Hofbibl.)
3 1 4t* La CJnonia (U Bei'eniee. Festa mus.
Mit Arien des Kaisers.
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Draghi.
Tanzmus. von J. J, Hoffer.
Zum Namensfeste der Kaiserin Eleonora Magd. — Textb. 4. 1695.
Cosmerov'e Witwe. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
3tft. L'TmlustTie nmorose in Füli di Trcu^ia. Dramma. —
Part. k. k. Hofbibl.
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant, Draghi.
Zum Geburtsfeste der Kaiserin Eleonore. — Deutseh. Textb. 12. 1695.
Cosmerov*» Wittoe. (k. k. Hofbibl.)
316. £e Virtü regle, Mu.-*. di Cam. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Draghi.
3iV. Afnore da senno overo le Sdocchezza ,d' IppoMte. —
Part. k. k. Hofbibl.
Text von Donato Cupeda. Mus. von Ant. Draghi.
Im Garne val. -r- Textb. 8. 1695. Cosmerov. (Allacci.) — Deutsfjh.
Ebd. (k. k. Hofbibl.)
319» Mtisica per la festa delle 8er* Ardducliesse e Sgre.
Da/me di Owfe. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von ? Mus. von Kais. Leopold i.
31 9* Sta^ Orsola vergine e fnarUre, Orat. — Part. Ar. Ar. Hofb.
Text von ? Mus. von C. Aug. Badia.
1696.
3tO. L^OsseqtUo nel fuggire Va»lo. Comp, per mus. — Part,
k. k. HoßibL
Text von Nie, Minato. Mus. von Ant. Draghi.
Zum Namensfeste des Kaisers Leopold I. — Textb. 4. 1696. Wien,
Cosnterov's Witwe, (Wien. Mus. Ver. Arch.)
331. H Trionfo deUa pietä. Serenata.
Text von Andr. Zabareia. Mus. von Andr. Zarabela.
Zum Geburtstage des röm. Königs Josef.
333. Timone nUsafUrapo. Dramma per mus. — Part. Ar. k. Hofb.
Text von? Mus. von Kais. Leopoid i.
33*
516 Beil. Vlil.. 323—333.
Z9Z» ^flde ifreea. (Wiederholung von 1670.) —
Mus. von Ant. Oraghi.
1697.
3Stt- L^Amareper virtä. Dramma per mus. — Part, h, k, Hof 6^
Text von Oonato Cupeda. Mus. von Ant. Draghi.
Tanzmus. von J. J. Holfer.
Zum Geburtstage des Kaisers Leopold I. — Textb. 12. 1697. Cm-
merov's Witwe, (Wien. Mus. Ver. Arcb.)
3tft. Stdpizi€U (Wiederholung von 1672.) —
Mus. von Ant. Draghl.
Textb. 12. 1697. Wien, Co8merov*s Witwe. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
Deutsch. Ebd. (k. k. Hofbibl.;
SS6. Le PiranUdi d* EgUto. Tratten, di mus. — Part. k. k.
Hofbibl.
Text von Nie. MInato, Mus. von Ant. Draghi.
Zum Oeburtstage der Kaiserin Eleonore.
SSV. La TIrannide abbahUa daila virtü. Festa mus. — Part^
k. k. Hoßihl.
Mit Arien vom Kaiser.
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Draghl.
Zum Namenstage derselben Kaiserin; — Textb. 4. 1697. Comierov.
(Allacci.) — Deutsch. Ebd. (Im Besitz von Th. G. von Karajan.)
SS9. L^Adaiberto, overo la forza dM" €Utusria fenUnüe^^
Dramma nel Camevale. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. OragM.
Tanzmus. von J. J. Hofler.
Textb. 12. 1697. Wien, Cosmerov^s Witwe. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
Deutsch, (k. k. Hofbibl.)
999. MtiHca per una Cotnedda recitata dalle Ser. Arciducheaae
e Sgre. Dame di Corte. ->- Part. k. k. Hofbibl.
Text vonV Mus. von Kais. Leopold I.
550. Le Tvi^messe degli Dei. Serenata — Part. k. k. Hoßibl.
Text von Nie. Minato. Mus. von Ferd. Toll. Richter.
Zum Geburtstage Kaiser Leopold I.
551 . La Bace tra i nufni nella caduJta di Trqfa. Serenata. —
Part, k. k. Hofbibl.
Text von Wc. Minato. Mus. von Carl. Aug. Badia.
Zum Geburtstage .der Königin von Polen. — Textb. 4. 1697. Cosme-
rot. (Allacci.)
SSS. Tnirat¥iexzo di niueica in una Academia di Dame. ~ Part^
k. k. Hofbibl.
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant Draghi.
Z99> CamiUih Begifui de VdacU Dramma. — Part. Verz,
Text von Silvio Stampiglia. Mus. von M. Ant. Bononelni.
Beil. Vill. 334—862. 517
1697 für Wien geschrieben. (Gerber und Allacci.) — Part im Wien.
Mos. Ver. mit dem Titel : II trionfo di Camilla.
33«. £a VlHiü deOa croce. Grat. — Part, k. k. Hoßibt.
Mit Arien vom Kaiser.
Text von Nie, Minato. Mus. von Ant. Draglii.
1660—1697.
Nach Partituren ohne Jahreszahl in der k, k. HofbibUothek,
33ft. Applauso 'muäicaie. Festa. —
Mus. von Ant. Draglii.
336* Xr* 098€quio fra 0U amarL Seren. —
Mus. von Ant. Oraghi.
339« IfUrodtadone acl un BaUo. —
Mus. von Ant. Draglii.
339. Oratario deUa GiudUta. —
Mus. von Ant. Draghi.
330. VegUa di Ptt/ttUMSo. Festa. —
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Draghi.
34tO. Le VegUe di Tempe. Ser. —
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Oraghi.
3ttl» IlIA/möo aperto. Orat. —
Text von Ferri. Mus. von Ant Oraghi.
343. Le dnque vergini prudenU. Orat. —
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant Draghi.
3m3. Farza d^un bei volto. Cautata. —
Mus. von Ant Draghi.
34t^. OU Tre anhanti. Cantate. —
Mus. von Ant Draghi.
3^3. Oratorio dei setU nujiggiari Ddori di Maria. —
Mus von Kais. Leopold I.
3 «3. V Ascanio, Oper. —
Mus. von Gius. Ant Bernabei.
3%9. Diana atnante, —
Mus. von Gius. Ant Bernabei.
3«§. Mobe. Oper. —
Mus. von Gins. Ant. Bomabol.
3^0. VaticifUo di ApoUo e Diatia. Oper. —
Mus. von Gius. Ant Bernabei.
350. L' Ossequio deUa Bizzaria. Introduz. —
Mus. von G. Batt. Pederzuoll.
331. L' Ozio ingannato. Feeta mus. —
Mus. von G. Batt, Pederzuoü.
333. Triaiogo del iiuUale del Sigtwre. Orat. —
Mus. von G. Batt. Pederzuoü,
518 Beil.Vlil. 353—363.
353 • Cotnp. di niua» per la Comed, del Segreto. -r
Mus. von Giov. M. Pagiiardi.
3fttt- Inipegnarsi per compUmento, Scherzo mus. —
Mus. von G. Batt. Mariani.
Sftft. L* Europa* Introduzione. —
Mus. von Alest. Melani.
3ft6- II €Hud4zio di Baride, Tratten, di camera. —
Mus. von Ant. Gianetti.
Sft7. OrfUario della Giuditta. —
Mus. von Dom. Freschi.
1698.
3ft§. 2^ Delizioso BUiro di iMctUlo. FesU teatr. ~ Part, k, k,
HofbibL Verz. c»
Text von Minato. Mus. von Ant. Draghi.
Balletmus. von J. J. Hoffer.
m
21. Febr. Zum Namenstage der Kaiserin Eleonora Magdalena. — Auf-
geführt im Garten der Favorita. — Textb. 12. Wien, 1698, Coamerov's
Witwe. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
3ftfl. L* Jdea del felice governo, Ser. — Part, k, k, HoßihL
Text von Donato Oupeda. Mus. von Carle Badia.
9. Juni. Zum Geburtstage des Kaisers Leopold I.
S60. L* Arsacef fondatore delV Itnperio de Parti. — Part,
k, k. Hofbihl,
Text von Donato Cupeda. Mus. von Ant. Draghi.
Balletmus. von J. J. Holfer.
9. Juni. Zum Geburtstage des Kaisers Leopold I. — Textb. 12. Wien,
1698, Co€merov*s Wittce. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
361. La Forza deW Amor ftlifUe, Dramm. per mus. — Part,
k, k, Hofhibl,
Text von Donato Cupeda. Mus. von Ant. Draghi.
Balletmus. von J. J, Hoffer.
15. Nov. Zum Namenstage des Kaisers Leopold I. — Textb. 12. Wien,
1698, Co9merov'9 Witwe, (Wien. Mus. Ver. Arch.)
363« L* Amazona corsara, ovvero V Aluilda Begina de*
OotL Dramma per mus. — Part, k, k, HofbibL
Text von Glui. Cos. Cerradi, Mus. von C. Aug. Badia.
? Von Cavalieren und Damen dargestellt auf dem Theater des Sales
der Königin von Polen.
333« L* JEsclamar a gran voce e V Inchinar ü Capo di
Christo spirante, Orat. —
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Draghi.
Ben. VIII. 364—372. 519
1699.
36«. lAi Fede publica. Op. — Part, k. k. Hofbibl.
Text von Donato Cupeda. Mus. von Giov. BORONCini.
Balletmus. von J. J. Hoffer.
6. Janner. Zum Geburtsfest der Kaiserin Eleonora. — Textb. 12. Wien,
1699, Cosmerovs Witwe, (Wien. Mus. Ver. Arch.)
86ft. Le Finezze deU* anUdzia e deW onare. Festa mus. —
Hofibl, Mpt, Vert. c.
Text von ? Mus. von AnL Oraghi.
Balletmus. von J. J. Hoflfer.
21. Febr. Zum Namenstag der Kaiserin Eleonora. Aufgeführt in der
Favorita. — Textbuch 12. Wien, i699 , Cosmerovs Witwe, (Wien. Mus.
Ver. Arch.)
366. Itneneo triam f ante, 8er. — Part, k. k, HofbibL
Text von ? Mus. von Carl. Aug. Badia.
24. Febr. 1699. Zur Vermählung des röm. Königs Josef I. mit Prin-
zessin Wilhelmine Amalie von Braunschweig-Lüneburg. — Deutsch. Textb.
4. Wiefi, Sus, Cosmerov, 1699. [Im Besitz von Th. G. von Karajan.]
869. La Ga/ra delle quaUro Stoffioni. Ser. — Part, k. k.
Hofbibl,
Text von Donato Cupeda. Mus. von Giov. Bononcini.
21. April. Zum Geburtsfest der rÖm. Königin.
86§. II Xarciso. Favola boschereccia. 8er. — Part, k, k.
Hofbibl,
Text von F. Lemene. Mus. von Carl. A. Badia.
9. Juni. Zum Gebmtsfeste des Kaisers Leopold I. in Laxenburg. —
Textb. 12. Wien, 1699, Cosmerov^s Witwe, (Wien. Mus. Ver. Arch.)
369. L' JESudeo fesieggiante. Ser. — Part, k. k, Hofbibl,
Text von? Mus. von Giov, Bononcini.
. 26. Juli. Zum Geburtsfeste des röm. Königs Josef I.
8tO. II Cknnniun giuMlo del Mondo* Mus. da Cam. — Part,
k, k. Hofbibl.
Text von Donato Cupeda. Mus. von Carl Aug. Badia.
26. Juli. Zum Geburtstage des röm. Königs Josef I.
391. Alceste. Dramma per mus. Ar. k. Hofbibl, Mpt, Vert. c,
Text von Donato Cupeda. Mus. von Ant. Oraghi.
Balletmus. von J. J. Hoffer.
8. Dec. Zur Geburt der Tochter des röm. Königs Josef I. Erzherzogin
Marie. — Textb. 12. 1693. Wien , Cosmerov* s Witwe, (Wien. Mus. Ver.
Arch.)
8Y!B. II 8oie. La Feniee. II Tempo» Gant, ä 3. — Part, k, k.
Hofbibl.
Text von Donato Cupeda. Mus. von Carl A. Badia.
520 Beil. VIII. 373—381-
15. Nov. Zum Namenstage des Kaisers Leopold I. dargestellt von
dem röm. König, den Erzherzogen und Erzherzoginen, Cavalieren und
Damen. Part, k, k. HoßibL
B^B. H TransUo di S Giuseppe. Orator.
Text von Nicolo Minato. Mus. von Kaiser Leopold.
Deutseh. Text. 4. Wien, Cosmerov*g Erben, 1706. (Im Besitz von Th.
G. von Karajan.)
1700.
st«. Xe Gare dei JBenU — HoßibL Mpt, Verz. e,
Text von? Mus. von C. Ant. Badia.
21. Febr. Zum Namenstage der Kaiserin Eleonora.
8 Yft. Le Bisa di Detnocrito. Tratt. in 3 atti. — k. k. Hoßtbl. MpU
Verz, c,
Text von Nie. Minato. Mus. von T. Ant. Pistocchi.
BalletmuB. von J. J. Hoffer.
Febr. Im Carneval. — Textb. 12. Wien, i700. Caemerov*^ Wiiufe.
(Wien. Mus. Ver. Arch.)
896. Gordiano Pio. Dramma per mus. — k, k, Noßibl, Verz. e.
Text von Donato Cupeda. Mus. von M. A. Ziani.
19. März. Zum Namenstage des rÖm. Königs Josef I. in Wiener
Neustadt. (Allacci.)
8 99. IHana r€ippa>ciftc€ita con Venere e con Aniare. Cant.
— Part. k. k, Hoßibl,
Text von ? Mus. von Carl. Ag. Badla.
21. Apr. Zum Geburtstage der röm. Königin Amalie Wilhelmine.
899. La Costanza d' TJUsse. Dramma per mus. — k. k. Hoßibl.
Verz, c,
Text von Don. Cupeda. Mus. von Aug. Badla.
Balletmus. von J. J. Hoffer.
9. Juni. Zum Geburtsfeste des Kaisers Leopold I. — Textb. 12. Wieti,
SuB. Christina Cosmerov. 4. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
899. .n Cknnmufie GiubOo del mando. — k. k. Hoßibl. Mpt,
Verz, e.
Text von Donato Cupeda. Mus. von C. Anf. Badia.
15. Nov. Zum Namenstag des Kaisers Leopold I. Wiederholung von
1699.
890. U Giudizio di Salomone. Orat. — k. k. Hoßibl. Mpt.
Verz, e,
Text von Rinaido Ciallis. Mus. von M. Ant. Zlani.
891. La Carte, Noviziato del Orisio, per la beata Catarina
da Soiogna. — k, k. Hoßibl. Mpt, Verz. e.
Text von Frigimalica Robertl. Mus. von C. Ag. Badia.
Beil. VIII. 383—392. 521
1701.
3§S. L*Oracolo d' Apollo. Comp, da Cam. — Part, k, k. HofhihL
Text von Silv. 8tamp)glia. Mus. von 6iov. Bononcinl.
6. Jänner. Zum Geburtstage der Kaiserin.
8§S. VTJbhidienza del Tempo* Poem, dramm. — k, k, HofbihL
Mpt, Vera, e,
Text von Ant. Bernardoni. Mus. von?
21. Febr. Zum Namensfest der Kaiserin.
894« £e paaKde degU AvnanH. Past. — k. Ar. Hofbibl, MpU Verz, e.
Text von Fr. Passerini. Mus. von C. F. Polaroii.
Febr. Im Oarneval.
89ft. La Ptuce e Marie SupplicanH avanU al Prono deUa
ifioria. Cant. — k, k. Hofbibl. Mpt. Verx. e.
Text von Abb. Fillpeschi. Mus. von C. A. Ba4ia.
19. M&rz. Zum Namenstag des röm. Königs Josef I.
896. TemMode. Az. scen. in 3 atti. — k. k. Hofbibl. Mpt. Verz. e.
Text von Apost. Zeno. Mus. von M. Ant Ziani.
Balletmus. von J. J. Hoffer.
9. Juni. Zum Geburtstage Kaiser Leopold I. — Textb. 12. Wien,
i70i. Co9merov*8 Witwe. (Wien. Mus. Ve^. Arch.;
899. QU AffetUpiü grandi vitvH dalpiü ffiwUo. Dramma per
mus. — Part, k. k. Hofbibl.
Text von Don. Cupeda. Mus. von Glov. Bononcini.
26. Juli. Zum Geburtstage des röm. Königs Josef I.
899. 11 Sole, la Fenice, al tempo. Fest, di cam. — k. k. Hofbibl.
Mpt. Verz. e. ^
Text von Donato Cupeda. Mus. von Carl. Ag. Badla.
15. Nov. Am Leopoldstage vom röm. Könige Josef L, von der Königin
Amalie und Herren und Damen des Hofes aufgeführt.
899. n MarHrio di St. Catterina. Orat. — Part. Verz. k.'k.
Hofbibl.
Text von? Mus. von Franc. Tosi.
Deutscher Text. 4. Wien, Sus. Christ. Cosmer^fv. 1702. (Im Besitz von
Th. G. von Karajan.)
890. La Convereiane di Maddalena. Orat. ^ Part. k. k.
Hofbibl.
Text von Riccardo Rodiano? Mus. von Giov. Bononcini,
891* 1/ Innocenza di 8. Eufemiß. Orat. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von? Mus. von C. P. Capacelli Alborgatti.
1702.
899. U Anuyte vuol sonUgUanza. Dramma in 3 Atti. — Part.
k. k. Hoßibl.
Text von P. Ant. Bernardoni. Mus. von Carl. Aug. Badia,
Balletmus. von J. J. Hoflor.
522 Beil. VIIL 393—402.
6. Jänner. Zum Geburtstage der Kaiserin Eleonore. — Textb. 12.
Wien, 1702, Cosmerov*» Witwe, (Wien. Mus. Ver. Arch.)
308. Andrameda. Poem. Dramm. — Part. k. k, HofbihL Mpt,
Verz. e.
Text von Pietro Ant. Bernardoni. Mus. von?
21. Febr. Zum Namenstage der Kaiserin Eleonore.
80ft« II Carceriere di se medeHmo. Dramma in 3 Atti. ~ Part,
k. k. HofbibL Mpt. Vert. c.
Text von Cav. Addimari (Fiorentino). Mus. von verschiedenen kais. Virtuosen.
Balletmus. von J. J. Hoffer.
Febr. Im Cameval 1702. — Textb. 12. Wien 1702. Cosmerm>*9 Wiltee.
(Wien. Mus. Ver. Arch.)
30ft. La Concardiu deila Virtä e deUa Fortuna. Poem,
dramm. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von P. A. Bernardoni. Mus. von Carl. Aug. Badia.
21. April. Zum Geburtstage der röm. Königin Wilh. Amalia.
806. ZZ Mamolo. Dramma per mus. —
Text von Don. Cupeda. . Mus. von M. A. Ziani.
Balletmus. von J. J. Hoffer.
9. Juni. Zum Geburtstage Kaiser Leopold I. — Textb. 12. Wien 1702,
Coemcrov's Erben. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
30t. Offendere per amare assia la Telesüla, Dramma per
mus. — Part. k. k. Hofbibl. Mpt. Verz. e.
Text von Donato Cupeda. Mus. von J. J. Fux.
10. Juli. Zum Namenstage der röm. Königin.
809« Teletnacco o 'l vaLor caronato. — Part. k. i. Hofbibl. Mpt.
Verz. e.
Text von ? Mus. von C. A. Badla.
26. Juli. Zum Namenstage des röm. Königs Josef I.
800« La demenza di Auffu^to» Poem, dramm. — Part. k. k.
Hofbibl. Mpt. Verz. c.
Text von Pietro Ant. Bernardoni. Mus. von J. J. Fux.
15. Nov. Zum Namenstage des Kaisers Leopold I.
ftOO. Le Profezie adempite e le Figure WustrtUe. AI Smo.
►Sepolcro di Cristo. — Part. Verz.
Text von? Mus. von Ant. Ziani.
40I. H Convito di Baldassare. Orat. ~
Text von? Mus. von (Contej Capacelli Albergatti.
1703.
ftO0. La Psiche. Poem dramm. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von P. A. Bernardoni. Mus. von Carl. Ag. Badia.
21. Febr. Zum Namenstage der Kaiserin Eleonora Magd.
Beil. VIII. 408—418. 523
408« L^Eaopo* Tragicom. per miiä. in o Atti. — Part. k. k.Hofbibl,
Text von? Mus. von M. Ant. Ziani.
Balletmus. von J. J. Hoffer.
Febr. Im Carneval. — Textb. 12. Wteu 1703, Cosmerov*8 Erben,
(Wf. Mus. Ver. Arch.)
4I04I. Proteo 9id Metio» Puemetto dramm. — Part. h. k.
Iloflnbl,
Text von P. Ant. Bernardonl. Mus. von Giov. Bononcini.
La Sinfonia' di Giov. Gius. Fux.
19. März. Zum Namensfestc des röm. Köuig's Josef I.
«Oft. La Piü glariosa fatica d' Ercole. — Part, k, k. UofbibL
Mpt. Verz, c,
Text von P. A. Bernardoni. ' Mus. von Attilio Ariosti.
15. November. Zum Namenstage de^ Kaiserä Leopold L
«06. Mo8^ Uberato dal NUo. Grat. — Part, Verz.
Text von ? Mus. von Franc. Gasparini.
«09. La Clemeuza tU Vavidde, Orat. — Part, k k. Meß.
Text von ? Mus. von Carl. Auf. Badia.
1704.
40§. Tinndri. Dramma in 3 atti. — k\ k. Hofbibl. Part, Verz. e,
Text von Ant. Medolago ? Mus. von G. Bononcini.
Febr. Im Carneval.
«O0. n JBUorno di GivUo Cestvre^ VituaUore deUa Mauri'
Hana. Festa per Musica. — Part, k. k. Hofbibl.
Text von Donato Cupoda. Mus. von Giov. Bononcini.
19. März. Zur glücklichen Rückkclir de^s röm. Königs Josef L von der
Eroberung Landau's.
«iO. lOlariosi presagi di Scipione Africano. — Part, k, k.
Hofbibl.
Text von Donato Cupada. Mus. von Attilio Ariosti.
19. März. Zum Namenstage des röm. Köuigs Josef I.
«II. Cajo PapOio. Tratt. mus. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von Donato Cupoda. Mus. von iN. Ant. Ziani.
9. Juni. Zum Geburtsfeste Kaiser Leopold L
M S. It Flore tleUe Erain^. Tratt. per mus. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von Donato Cupoda. Mus. von Giov. Bononcini.
10. Juli. Zum Namenstage der Königin Amalie.
fttS. Feraspe ovvero L" Innocema (fituUfica;Ui. — Part. If. u.
Ilf. Act k. k. Hoßibl.
Text von Franc. Sllvani. (Allacci. i Mus. von Giov. Bononcini.
15. Nov. Zum Namenstage des Kaisern. — Eine spätere Hand in .der
Partitur der k. k. Hofbibl. achreibt die Musik dem Anton. Bononcini zu.
524 Beil VIII. 414—430.
«t II. li MUtico Qiohbe. Sepolcro. — Part, k. k. UofbibL
Text von Donato Cupeda. Mus. von M. Ant. Ziani.
Charfreitag 1704.
fttft* U Martirio di Sta. Susanna. Orat. — Part, k, k. HofbibL
Mpt, Vert, c.
Text von Abb. Negro. Mas. von C. A. fiadia.
416. La Marie di Cristo. Orat. — Ar. k, HofbibL Mpt. Vert. c.
Text von? Mas. von Antonio Gianottini.
1705.
4t V* La Nuova gara di Oiunone e di BaUade temUnata da
Oiove. Tratt. mus. — Part, k, k. Hofbibl.
Text von P. Ant. Bornardoni. Mus. von Qiov. Bononcini.
26. Juli. Zum Geburtstage des Kaisers Josef I.
^±9. La Pri^ezia d' Miseo neiV aasedio di Samaria. — Part,
k. k. Hoßibl,
Text von Q. B. Nori, Mus. von Attilio Ariosti.
419. La Marie deH Guar penitente. — Part. k. k. HofbibL
Text von? Mus. von Giov. Logrenzi.
4SO« San Cfeminiano vescovo, — Part. k. k. HofbibL
Text von? Mus. von Catt. Bonedetta Grazianini.
1706.
4!Bt. Claüide, Dramma per mus. — k. k. Hofbibl. Mpt* Vert, c,
Text von Giamb. Neri. . Mus. von Franc. Conti.
Febr. Im Carneval.
^%%. i' ErcoU vifidtar deU* India. Cant. per cam. — Part,
k. k. HoßibL
Text von Domon. Mazza. Mns. von M. AnL Ziani.
19. März. Zum Namenstage Kaiser Josef I.
4t 8. La Flora, Ser. — Part. k. k. Hofbibl,
Text von P. Ant. Bornardoni. Mus. von M. Ant. Ziani.
21. April. Zum Gebartsfeste der Kaiserin Amalie Wilhelmine.
4S4. Endimione. Op. — Part, k, k. HofbibL
Text von Franc. Lomono. Mus. von Giov. Bononcini.
10. Juli. Zum Namenstage der reg. Kaiserin Amalie. -^ Wiedepbolt
1720.
4Sa. Melea^gro. Op. — Part. k. k. HofbibL
Text von P. Ant. Bornardoni. Mus. von M. Ant Ziani.
26. Juli. Zum Geburtstage des Kaisers Josef I.
4S6. AmUnio. Poem, dramm. — Part k, k. HofbibL
Text von P. Ant. Bornardoni, Mns. von Ant. Bononcini.
26. Juli. Zum Geburtstage Kaiser Josef I.
Beil. VIII. 427-488. 525
«tV. La Fortuna f ü Väkyt e la GiuMzia. Cant. 3 Voci. —
Part. k. k. HofhibL
Text von (. A. Bernardoni. Mub. von Ant, BononcinL
1. Oct Zum Namenstage König Karl III. von Spanien.
«S9. Sedecia JBd dt Cferusalem/me. Orat. — Part k, k.
Hoßiöl.
Text von Allndo Scirionlan«. Mn8. von AI. Scariatti in Rama.
«••• II Oioseffo. Orat. — Part, k. k. Hofbibi.
Text von? Mns, von Franc. Conti.
<
«SO. La Marte vinta 9ul Calvario. Sep. — Part k\ k.
HoßibL
Text von P. Ant. Bernardoni. Mus. von M. Ant. Zlani«
Gründonnerstag 1706. Der deutsche Text : 4. Wien, Cosmerov*s Erben,
1706. (Im Besitz von Th. G. v. Karajan.)
«3 t- Ndbucodonaser, Orat. — Ar. k, Hofbibi, Mpt, Verz, c,
Text von Rocco M. Rossi. Mus. von Attilio Ariosti.
Der deutsche Text: 4. Wien^ Cosmerov's Erben, 1706. (Im Besitz von
Th. G. von Karajan.)
«SS. La SepoUura di CrMo. — k. k, HoßibL Mpt. Verz. c,
Text von P. A. Bernardoni. Mus. von C. Ag. Badia.
1707.
«SS« L'Ei€€ireo. Op. ^ Part, k, k. HoßibL
Text von Silvio $tanipl(pila. Mus. von Giov. Bononcini.
Febr. Im Cameval. Part. k. k. HoßibL — AUacci schreibt die Musik
irrig dem M. Antonio Bononcini zu.
«S«« AJUndno» Dramma in mus. — Part. k. k. Hoßibi.
Text von? Mus. von Marc. Ant. Zlanl.
Febr. Im Cameval 1707.
«SS. Marte pi€t4:aio* Ser. -> Part k. k. HoßibL
Text von P. Ant, Bernardoni. Mus. von Attilio Ariosti.
19. März. Zum Namehsfeste Kaiser Josef I. Part. k. k. HoßibL
«S6. La Gala deile antiche Eroine fie* Campi Elisei. —
ParL k. k. HoßibL
Text von Silv. Stampigiia. Mus. von Attilio Ariosti.
21. April. Zum Geburtstage der Kaiserin Amalie.
«S9. M QittdMo di Baride carretio daUa giusUzia. Ser. —
ParL k. k. HofbibL
Text von LIborio Nlcomede Cüni. Mus. von Pietro Baldasari. (Romano.)
10. Juli. Zum Namenstage der Kaiserin Amalie.
«SS. Turno Aricino. Op. — ParL k. k. HoßibL
Text von Silvio Stampigiia. Mus. von Qiov. Bononcini.
26. Juli. Zum Geburtsfeste Kaiser Josef I. Part. k. k. HoßibL
526 Beil. VIII. 439— 451,
%39« yapoli ritornata a Moniani. Ser. — Part. k. k\ MofbibL
Text von Silvio Stampiglia. Mus. von Carl. Ant. Badia.
1. Oci. Zum Namenstage dos Königs Karl III. von Spanien.
440« La Canqttista deUe Spcigne dl Scijdone africano U
ffiovine, — Part. k. k. HufbiM.
Text von Don Paulo del Nera. Mus. von Ant. Bononcini.
%^t. Santa Beatrice d" Este. Orat. -- Part. k. k. Hofbibl.
Text von? Mus. von Camilla de Rotsi, Romana.
441B* Jß Trionfo deUa grazla ovvero la conversione di Mag-
dalena» Orat. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von? Mus. von Ant. Bononcini.
««8« ja Sacrificio d' Isacco. Sep. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von P. Ant. Bernardoni. Mus. von M. Ant. Ziani.
Charfreitag 1707. Deutscher Text. 4. Wien, Cosmerov's Erben. 1702.
(Im Besitz von Th. G. von Karajan.;
444. II Bitorno di Tobia. Orat. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von P. Ant. dal Nagro. Mus. von Carl. Ag. Badia.
««a. Santa Teresa. Orat. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von P. Ant. Bernardoni. Mus. von Carl, Ag. Badia.
Textb. 8. 1707. Wim, Van Ghelm. (Allacci.) Der deutsche Text: 4.
Wien, Cosmerov's Erben. 1706. (Im Besitz von Th. G. von Karajan.)
1708.
««6. Mari4> fuggitiro. Op. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von Silv. Stampiglia. Mus. von 6iov. Bononcini.
Febr. Carneval.
449. Amore tra nenild. Op. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von P, Ant. Bernardoni, Mus. von Attiiio Ariosti.
19. März. Zum Namensfeste des Kaisers Josef I. Part. k. k. Hofbibl.
Wiederholt 3. Sept. Wr. Diar.
«49. Julo Ascanio B^ d" Alba. Ser. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von P. AnL Bernardoni. Mus. von J. J. Fux.
19. März. Zum Kamensfeste Kaiser Josef I. (Wr. Diicr.)
^%%* 11 Natate di Giunone festeggiato in Sawo, Ser. — Part,
k. k. Hoßibl.
Text von Silvio Stampiglia. Mus von Giov. Bononcini,
21. April. Zum Geburtsfeste der Kaiserin Amalie Wilhelmine. —
Wr. Diar. — {Part. k. k. Hofbibl.)
«aO. Bidcheria. .Ser. — Part. k. k. Hoßibl.
Text von P. Ant. Bernardoni. Mus. von J. J. Fux.
10. Juli. Zum Namensfeste der Kaiserin Amalie Wilhelmine.
4ftt« I Sagrifici di Bomolo per la Salute di 'Borna, Ser.
— Part. k. k. Hofbibl.
Text von Silvio Stampiglia. Mus. von Qiov. Bononcini.
26. Juli. Zum Geburtsfest des Kaisers Josef I. Part. k. k. Hoßibl.
Beil. VIII. 452—464. 527
4aiC. Ercöle vindtore di Chrione, Ser. — Part, k. k. HoßibL
Text von P. Ant. Bernardoni. Mus. von Carl. Ant. Badia.
1. Oct. Zum Geburtstage des Königs Karl III. von Spanien.
liaS. La Presa di Tebe» Ser. — Part k. k. NoßiöL
Text von Siiv. Stampiglia. Mus. von Ant. Bononcini.
1. Oct. Zum Geburtstage Karl III., Königs von Spanien.
nail. La Costunza trionfante hei Martirio dl San Canuto,
JRd di Danemarca. Orat. — Part, k, k, HofbibL
Text von Carlo Melch. Vslenghi. Mus. von Domenico Nanini.
6. April. Wien. Diar.
«ftft. II PenHmento di Davidde. Orat. — Part, k, k, Hofbibl.
Text von Nuniio Stampiftia. Mus. von C. Badia.
«aS* La Bassijone neW Orto. Sep. — Part, k. k, Hofbibl.
Text von P. Ant. Bernardonh Mus. von M. Ant. Zlani.
Charfreitag 1708.
4ft V« 11 8€icrificio di Abramo. Orat. — Part, k, k, Hoßibi,
Text von Franc. Mar. Dario. Mus. von Camtlia de Rotsi, Romana.
1709.
«ft§. X' Abdolonimo. Op. — Part, k. k. Hofbibl.
Text von Silvio Sampigiia. Mus. von Glov. Bononcini.
3. Febr. Im Carneval. Wien. Diar. Part, Ar, Ar. Hofbibl,
4ft9* 11 Mese di Marzo consecrato a Marie. Ser. — Part,
k. k. Hoßibi.
Text von Silvio Stampiplia. Mus. von J. J, Fux.
19. März. Zum Namenstage des Kaisers Josef I.
«60. Chiionida. Op. — Part, k. k, Htffbibl
Text von Nie. Minato. Mus. von Ant. Ziani.
21. April. Zum Geburtstage der Kaiserin Amalie.
«6t. La riacidia. Ser. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von P. Ant. Bornardoni. Mus. von Attiiio Ariosti.
10. Juli. Zum Namenstage der Kaiserin.
^MZ* QU Oasequi deUa noUe. Ser. — Part, k, k. Hofbibl,
Text von Donato Cupeda. Mub. von J. J. Fux.
15. Juli. Zum Namensfeste der Kaiserin Amalie Wilhelmine. Wien. Diar.
4k68* II CkMnpidogUo ricoperato. Festa per mus. — Part, k, k,
Hoßibi,
Text von Silvio Sampigiia. Mus. von IN. Ant. Zlani.
26. JuÜ. Zum Geburtstage des Kaisers Josef I.
46«* 11 Name piü giario80. Festa di Camera. — HofbibL Mpt.
Vert» c,
Text von? Mus. von Ant. Caldara.
4. Nov. Zum Namenstage des Königs Karl III. von Spanien.
528 Beil. VIII. 466—477,
Mlft* Orauiolo deL ftOo. Comp, da Camera.
Text von? Mus. von F. Caspar Inl.
Zum Namenstag der Königin Elisabeth von Spanien. (Molitor.)
466« Atenaide» Pramma in 3 atti. ^ k, k. HofhibL Mpt, Verz, e,
Text von Apostolo Zeno. Mus. L Act von Antfr. Fiort.
(Poes, dramm. Vol. IV.) II. „ „ A. Gaidara.
III. n n F. Gasparini.
? Zu einem Hoffeste.
i^iav« Agrippina. Ser. — Part, k. k\ Nofbibl,
Text von Vinc. Grimanl. Mus. von G. Friedr. Handel.
? In Neapel auf dem Theater S. Giov. Crisostomo.
«69. II FiffUuolo Prodigo. Orat. — Part. k. k, HofbibL
Text von Rinaldo Ciallis. (Allacci.) Mus. von Camiila de RotsI, Roroana.
4I6«. n MarHrio de' Maccabei. — Part. k. k. Hoßibi.
Text von Nunzio Stampiglia. Mu& von C. Ant. Badia.
22. März. Wien. Diar.
4te. Qiesü flageUato^ Sepolcro. — Pari. k. k. HoßibL
Text von Ant. Bernardoni. Mus. von M. Ant. Ziani.
Gründonnerstag 1709.
49 t« La JDecMaaione di Giovanni BaMtUx^ Orat. — Part,
k. k. Hofbibl.
Text von Domenico Filipeschi. Mus. von Ant. Bononcini.
IltS* La BasaUme di Christo. Orat. — k. k, Hofbibl. Mpt. Verz. e.
Text von ? Mus. . von AtUlio Ariosti.
17X0.
»tS. Cajo Qracco. Jp. — Part. Verz. (Allacci.)
Text von Silvio Stampiglia. Mus. von Ant. BononcinL
Febr. Im Cameval. Wiederholt 2. März. Wien. Diar.
«t«. Tigrane B^ tV Arminia. — Part. Verz. (Allacci.)
Text von P. Ant, Bernardoni. Mus. von Ant. Bononcini.
19. März. Zum Namenstage des Kaisers. — Textb. Wien, Cosmerov*s
Erben. 1710. (Allacci.)
«9ft. Muzio Scevda. Op. ^ Part. k. k. Hoßibi.
Text von Nfoolo Minato. Mus. von Giov. Bononelni.
10. Juli. Zum Namensfeste der Kaiserin Amalie. — Part. k. k. Hofbibl.
4 t 6. Ercale in dOo. Ser. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von Piotro Parlatl. Mus. von Andrea Flor«.
1. Oct Zum Geburtstage des Königs Karl III. von Spanien.
499. La Decivna faUca d'Ercole awero la sconßUa di Ge^
rione in Spagna* Ser. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von Giov. Batt. Anclonl. Mus. von J. J. Fux.
1. Oct. Zum Geburtstage des Königs Karl III. von Spanien (Molitor.)
— Textb. 4. Wien, Cosmerov'g Erben. 1710. (Allacci).
. Beil.vm. 478— 49L 529
<it§« 22 MarHrio di 8. Larenzo. Orat ~ Part. k. k. Hoßihl
Text von Domen. FilippescHi. Mos. von Fr. Conti.
Wiederholt 1724, 23. März.
««•. La GiudUUu Orat. — Part, k, k. Hoßiöl.
Text von Nunzio Stampigiia. Mus. von C. A. Badia.
«90« La SapUmea umana iUumtnaia deUa BeUgiane neUa
JP€issiane del FigUuolo di Bio. Orat. — Part, h. h, Hoflnhl.
Text von Giov. B. Ancioni. Mns. von M. Ant. Ziani.
49«. 5. Ai€88io. Orat. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von? Mns. von CamHla de Rossl, Romana.
1711.
«§S« n THonfo deU^ anUcMa e ddP amore. n^er Sieg der
Freundschaft und der Liebe.''
Text von? Mus. von F. Conti.
21. Jänner 1711. Wien. Diar.
«9S. San GeUrude. Orat. ~ Part. k. k. Hoßibl.
Text von Domenico Fiiippeschi. Mus. von C. A, Badia.
49 «• L'IntereUo. Orat. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von IVunzio Stampigiia. Mus. von Ant. Bononcini.
«9ft. Jß Sepdcro ndV arto» Orat. — Part. k. k. Hoßibl.
Text von Siivio Stampigiia. Mus. von HL Ant Ziani.
496* Sededa, Md di Oerusaiemme. Orat. — (Molitor.)
Text von Aiindo Scirioniani. Mus. von Ai. Scarlatti.
1712.
«9 t. It Soffriftdo di BeretUce. Ser. ~ Part. k. k. Hoßibl.
Text von P. Ant. del Negro. Mus. von C. A. Badia.
28. J^ug. Zum Geburtsfeste der Kaiserin Elisabeth Christina.
499. Zenobia* Dramma 3 Atti. ^ h, k. Hofbibl. Mpt. Verz. e.
Text von Ant. Bernardoni?
4. Nov. Zum Namenstag des Kaisers Karl VI.
«9«. 11 Voto crudeie. Orat. — Part. k. k. Hoßibl.
Text von Pietro Pariati. Mus. von Ant. Lotti.
490. La Castüä al dmento. Orftt. — Part. Verz.
Text von? Mus. von Ant. Caldara.
18. Febr. Sehr angertihmt Wien. Diar.
«9t. n Trionfo deOa CkzaHtä, avvero St. Franceaca Bo-
fnana* Orat. — Aelt. Part. k. k. Hoßibl.
Text von ? Mus. von Ant. Caldara.
Köchel, J. J. Fax. 34
530 Beil. VIII. 492—502. .
1713.
«•S. 1/ Amtnalato ifnagituxrio, Ser. — Part, k, k. Hofbibl.
Text von N. de Castelü? Mus. von Franc. Conti.
Febr. Im Carneval.
i9l08* UAnrivo deUa granmad/re degUI>eiin Borna. Comp,
per mus. — Part. k. k. HofbibL
Text von Silvio Stampiglla. Mus. von Giov. Bononcini.
6. Mai. In Mailand bei der Ankunft der Kaiserin Elisabeth Christina.
Wien. Diar. — Textb. Mailand, M. Ant. Pand. Malatesta. 1713. (Wien. Mus.
Ver. Arch.)
«•^ drce fatia saggia. Ser. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von ? Mus. von Franc. Conti.
28. Aug. Zum Greburtsfeste der Kaiserin Elisabeth Christina. Textb.
Wien, Cosmerov*s Erben 1713. (Wien. Mus. Ver.- Arch.)
^•ft« Ercöie in oielo. Fest. mus. — Hoßibl. Mpt. Verz. e.
Text von P. Pariati. Mus. von Andr. Flore.
1. Oct. Zum Geburtstage des Kaisers. — Textb. Wien, Co9merov*s
Erben. 1713. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
406* PoOcule 6 Ma/tte. Comp, dramm. ^ Part. k. k. Hofbibl.
Text von? Mus. von M. Margarlta Grimani.
4. Nov. Zum Namenstage des Kaisers.
409« M€Kkkaena ai piedi di Crigto. Grat — Part. k. k.
Hofbibl.
Text von ? Mus. von Ant. Caldara.
409. San CasinUro Bd di Polonia. Orat. — Part. Verz.
Text von ? Mus. von Atess. Scarlatti.
«••• Santa Eufrosina. Orat. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von Paulo dei Nero. Mus. von IM. A. Ziani.
ftOO. La VisitazUme di S. Misabetta. Orat. — k. k. Hofbibl.
Mpt. Verz. e. •
Text von? Mus. von M. Marg. Grimani.
aet. n THonfo di David. Orat. — k. k. Hofbibl. Mpt. Verz. e.
Text von P. Cafteili? Mus. von C. Ag. Badia.
1714.
ftOS« Alba CorneUa. Dramma per mus. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von Silvio Stampiglla. Mus. von Franc. Conti.
Balletmus. von N. Matteis.
Febr. Im Carneval 1714. — Textb. Wieri, Cosmerov's Erben. 12. 1714.
(Wien. Mus. Ver. Arch.)
Beil. VIII. 503—513. 531
ftÖ3. I SaUri in Arcadia. Fav. past — Part, k, k, Hofbihl.
Text von P. Pariati. Mus. von Franc. Conti.
Balletmus. von N. INatteis.
28. Aug. Zum Geburtstage der Kaiserin Elisabeth Christinti. — Textb.
Wien, Cotmerov's Erben. 12. 1714. (Wr, Mufi. Ver. Arch.)
a04. Bafne in Lauro. Ser. — Part, k, k, Hofbibl.
Text von P. Pariati. Mus. von J. J. Fux.
1. Oct. Zum Geburtstage des Kaisers Karl VI.
ftOft* Arianna e Teseo, Dramma.
Text von P. Parlatl. Mus. von Nie. Porpora.
1. Oct; Zum Geburtstage des Kaisers.
506« Andromeda. Ser. — Part, k, k, Hoßibl,
Text von P. Pariatl. Mus. von M. Ant. Ziani.
4. Nov. Zum Namenstage des Knisers Karl VI.
aot« Atenaide. Dramma per Mus. in 3 Atti. — Part, k, k. Hofbibl.
Text von Apostolo Zeno. (Op. Vol. IV.) Mus. I. Act von Ziani.
„ II. „ „ Negri.
y, IIL „ „ Caidara.
Intermezzi e Licenza „ F. Conti.
19. Nov. Zum Namenstage der Kaiserin. Elisabeth Christina. — Textb.
Wien, Cosmerov*8 Erben 12. 1714. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
ft09« 1/ VmUtä coranaia. Orat. » Part, k. k. HofbibL
Text von P. Pariati. Mus. von Ant. Lotti.
ft09* La Fede scuirilega neUa ^narie del precursor 8. Gio-
vanni JB. Orat. ~ Part. k. k. HofbibL
Text von P. Pariati. Mus. von J. J. Fux.
ft^O« Santa Flavia Do^niHUa. Orat. — Part. k. k. HofbibL
Text von ? Mus. von Ant. Caidara.
? In der k. k. Hofkapelle.
1715.
6t f. aro. Op. — Part. k. k. HoßibL
Text von P. Pariati. Mus. von Franc. Conti.
Balletmus. von N. Matteit.
9. Febr. ImCameval. Wien.Diar. — Textb. Wien, Cosmerov's Erben. 12.
1715. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
atS* Teseo in Creta. Op. — Part. k. k. HofbibL
Text von P. Pariati. Mus. von Franc. Conti.
Balletmus. von N. INattois.
28. Aug. Zum Geburtstage der Kaiserin Elisabeth Christina.— Textb.
Wien, Van Ghelen. 12. 1715. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
fttS. Orfeo ed JEuridice. Ser. — Part. k. k. HofbibL
Text von Pietro Pariati. Mus. von J. J. Fux.
1. Oct. Zum Geburtstage des Kaisers Karl VI.
34*
532 Bell. VIII. 514—524.
fti^ Xa Piü Bella. Ser. -- Part, k. k. HoßibL
Text von P. Pariati. Mus. von Joli. 60. Rainliardt.
19. Nov. Zum Namenstage der Kaiserin Elisabeth Christina. — Textb.
Wien; VafCGheUm. 1715. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
ftifti La DecMwHone cK 8. Giovanni BaU* Orot. — Part, k, k.
Hofhibl.
Text von Glaa. Dom. FIIHpsschi. Mus. von Margarita Grimani.
ftiS* La Donna forte neUa ntadre de^ 7 MaccabeL Orot
— Part, k. k, HofbibL
Text von P. Pariati. Mus. von J. J. Fax.
aiY. L^Bmpietä ddusa. Orot. — Part. k. k. Hofhibl.
Text von C. G. Cornachia di Casal Manfarroto. Mus. von Ant« Casta.
1^19. 8. €hnUniano. Orot. — Mpt. Verx. e.
Text von ? Mus. von Catt. Banodetta Grazianini,
1716.
atS. tL Finto PöUcate. Tragicomedia. — Part. k. k. HoßibL
Text von P. Pariati. Mus. von Fraac. Conti.
■ Febr. Im Cameval 1716. — Textb. Wien, Van Ghelen 12. 1716. (Wien.
Mus. Ver. Arch.)
ftSe. AngeUca vindMee d^Aldna. Op. — Part. k. k. HofbibL
Text von P. Pariati. Mus. von J. J. Fux.
21. Septbr. in der Favorita auf dem Teiche zur Feier der Geburt des
Erzherzogs Leopold. Wien. Diar. — Textb. Wien, Van Ghelen 1716. Mit
sechs grossen Illustrationen. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
6Si. jR NaAale d^Augusto. Cant — HoßibL Mpt. Verx. e.
Text von? Mus. von Antonio Caidaro.
4. Nov. Zum Namenstag des Kaisers.
ftSS. CostanUno. Op. 5 Acten. 5 Voll. — Part. k. k. HoßibL
Text von Ap. Zeno u. P. Pariati. Mus. von Ant. Lotti.
(Zeno poes. dramm. Vol. XI.) La Sinf. preced. von j. j. Fux.
Balletmus. von Nie. IMatteis.
19. Nov. Zum Namenßfeste der regierenden Kaiserin. — Textb. Wien,
Van Ghelen 12. 1716. (Wien. Mus. Ver. Arch.) „Darin ist bemerkt: La Sin-
fonia precedente al Dramma füi composta dal Sigr. Gio. Gius. Fux, Maestro
di Capp. di S. M. C. e Catta.
a98. 11 Zeio eroico dt 8. CtiHo, SiemUnatore dA Hxio. Orot.
— ParL k. k. HoßibL
Text von Giac. Maccliio. Mus. von Giac. INaccIiio.
ft9«. n Trionfo deUafede. Orat — Part k. k. HoßibL
Text von Bernardino INaddati. Mus. von J. J. Fux.
Beil. VIII. 525—533. 533
ftSft. li IHvino Ifneneo di Sta. CfUerina. Grat. — Paru k, k\
Hoßibl.
Text f on? Mus. von J. G. Reinhardt.
ft96« U Fante deUa S€Uuie aperto datta ffrazia dei CaUvario.
Sep. — Part, k, k, Hoßibl.
Text von? Mus. von J. J. Fux.
Charfreitag. Wiederholt 1721.
1717.
fttY. Sesostri JBd d^EglUo. Op. in drei Acten. — Part. k. k.
Hofbibl.
Text von Ap. Zeno und P. Pariatl. Mus. von Franc. Conti.
(Ap. Zeno Poes, dramm. Vol. X.)
Balletmus. von Nie. Matteit.
Febr. Im Cameval 1717. — Textb. 12. Wien 17i7. Van Ghelen.
(Wien. Mus. Ver. Arch.)
tk%%* Ariawna e Teseo* Op. 3 attL — k. k. MofbibL Mpt. Vert, e.
Text von P. Pariati. Mus. von N. Porpora.
Febr. Im Cameval.
ft90. La Vlrtü fe€teggiaia nH fe^teggiarai ünamedeUa Jm-
peraMce AnuUia TFÜhelmina* — (Wien. Mus. Ver. Arch.)
Text von P. Pariati. «Mus. von G. Porsile
10. Juli. Zum Namenstage der Kaiserin-Witwe Amalia von ihren
T6chtem den Erzherzoginen Maria und Amalia vorgetragen, k. k. Hof-
bibl. Mpt. Verz, e.
ftSO. C€0o Marzio Carioiano. Op. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von P. Pariati. Mus. von Ant. Caldara.
28. Aug. Zum Geburtstag der Kaiserin Elisabeth Ohristina. In der
Favorita. Wiederholt 1727. — Textb. 12. 1666. Wien i7i7. Van Ghelen-
(Wien. Mus. Ver. Arch.)
I^SI« I/Broe immarUMie. Ser. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von P, Pariati. Mus. von J. G. Reinhardt.
1. Oct. Zum Geburtstage Kaiser Karl VI.
aSS. II Qiamo tuOtUHio deU' impertUrice AmaUa WUhei'
nUna. — (Wien. Mus. Ver. Arch.)
Text von P. Pariatl. Mus. von G. P«rtile.
22. Oct. Zum Geburtstage der Kaiserin Amalie von ihren beiden
Töchtern vorgetragen. ^ k. k. Hofbibl. Mpt. Vert. e.
ftSS« La VerUä neüV inganno. Op. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von F. Silvani. Mus. von Ant Caldara.
Balletmus. von N. Matteis.
4. Nov. Zum Namensfeste Kaiser Karl VI. — Wieder aufgeführt
6. Febr. 1730 im Carneval. — Textb. 12. Wien, i7i7. Van Ghelen. (Wien.
Mus. Ver. Arch.)
534 Beil. VIII. 534— 647,
5341. IHatia placaUi'» Festa teatr. — Part. k. k. Hofbtbf.
Text von P. Pariati. Mus. von J. J. Fux,
19. Nov. Zum Namenstage der Kaiserin Elisabeth Christine. ~ Textb.
Wien, i7i7. Van Ghelen, (Wien. Mus. Ver. Arch.)
535* i^ IH^acimenio di Sisiira. Orat. ~ Paru k. k. Hofb,
Text von ? Mus. von J. J. Fux.
ft3ll. Istnaeie» Orat. ~ Part. k. k. Hofbibl
Text von? Mas. von C. Aug. Badia.
ft39« La Santa Ferma. Orat. ~ Part, k. k. HofbibL
Text von ? Mus. von Ant. Caldara.
539. Cristo condantuUo. Orat. ~ Part, k, k. HofbibL
Text von P. Pariatl. Mus. von Ant. Caldara.
1718.
«
ft30* Astarto. Op. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von Ap. Zeno. (Op. Vol. X.) Mus. von Franc. Conti.
Balletmus. von N. Mattelt.
Febr. Im Cameval 1718. — Textb. 12. Wien, i7i8. Van Ghelen.
(Wien. Mns. Ver. Arch.)
ftHO* AfMyre in TessagUa. Ser. — Part. k. k. Hofbibl
Text von P. Pariatl. Mus. von Franc. Conti.
28. Aug. Zum Geburtstage der Kaiserin Elisabeth Christina.
ftHt. Temistode. Dramma in 3 Atti. — Part. Ar. k. HoßibL Mpt.
Vert. e.
Text von Apott. Zeno. (Poes, dramm. IL) Mus. von Nie. Porpora.
1. Oct. Zum Geburtstage des Kaisers Karl VI.
^t(k%. Jtjßgenia in AuUde. Op. 3 Act. — Part. k. k. Hoßibl.
Text von Apottolo Zeno. (Poesie dramm. Vol. IV.) Mus. von Ant. Caldara.
4. Nov. Zum Namenstage Kaiser Karl VI. — Textb. 12. Wien, i7i8.
Van Ghelen. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
fti^3. jR Nümepiü glari090» Ser. — Part. Verz.
Text von? Mus. von Ant. Caldara.
4. Nov. Zum Namenstage Kaiser Karl VI. Part. Vert.
Ai^H. Alceste* Festa teatr. — Part, k. k. Hofbibl.
Text von P. Pariati. ' Mns. von G. Porslle.
19. Nov. Zum Namenstage der reg. Kaiserin.
Ai^5. JLa Coipa itrigifujie. Orat — Part. k. Ar. Hofbibl.
Text von P. Pariati. Mus. von Franc. Conti»
? Wiederholt in der grossen Hofkapelle 10. März 1725.
5IM. 11 MartMo di S. Terenziano. Orat. — Part. k. Ar. HoßibL
Text von Gius. Piselll. Mus. von Ant. Caldara.
ftHt* Crigto neU'Orto. Orat. -> Part. k. Ar. Hoßibl.
Text von P. Pariatl. Mus. von J. J. Fux.
? Wiederholt 23. März 1723. Wien. Diar.
BeiKVIll. 548—567. 535
5i^9. Visitfizione di Santa EUsabeUa. Orat. ~ Part. Ar. k,
J/oßtbL
Text von ? Miu. von Margberitta Grimanl.
1719.
fti^O« JDon ChiacMte in Sierra Marena. Op. — Part. k. k.
Hoßibl.
Text von Ap. Zeno und P. Pariati. (Allacci.) Musf. von Franc. Conti.
* Balletmus. von N. MatteU.
11. Febr. Im Carneval. (15. Febr. ? Wien. Diar.) — Textb. 12. Wien,
1719.* f'an Ghelen. (Wien. Mus. Ver. Arch.) [Allacci.]
ftftO. Sirita. Op. in 3 Acten. — Part. k. k. Hofbihl.
Text von Ap. Zeno. (Poes, dramm. Vol. V.) Mus. von Ant. Catdara.
Balletmus. von N. Matteit.
20. Aug. (Lett Ap. Zeno III. p. 64.) Zur Vermählung der Erzherz.
Maria Josefa mit dem Erbprinzen Friedrich August von Sachsen. — Textb.
12. Wien, i7i9. Van Ghelen. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
ftftl. EUsa. Op. — Part. k. k. Hoßibl.
Text von P. Pariati. Mus. von J. J. Fux.
25. Aug. Zum Geburtstage der Kaiserin Elisabeth Christina. — Wie-
der aufgeführt 31. Aug. 1729. — Textb. Wien, 1719 u. 1729. Van Ghelen.
(Wien. Mus. Ver. Arch.)
ftft9* I/Oracolo det faJto* Comp, da camera. — Part. k. k.
Hofbihl.
Text von P. Pariatl. (Mit Abänderungen) Mus. von F. Gasparinl.
1. Oct. Zum Geburtstag des Kaisers. (Cf. 1709.)
Aft9« LMdo 'Pa/pirio DUtatore, Op. in 3 Act. — Part. k. k,
Hoßibl.
Text von Apott. Zeno. (Poes, dramm. Vol. V.) Mus. von Ant. Caldara.
Balletmus. von H. Mattelt.
4. Nov. Zum Namensfeste Kaiser Karl VI. — Textb. 12. Wien, 1719.
Van Ghelen. (Wien. Mus. Vef. Arch.)
5fti^. Ckdatea vendicatiu Festa teatr. — Part. k. k. Hofbibl.
Text vt)n P. Pariati. Mus. von Franc. Conti.
19. Nov. Zum Namenstage der Kaiserin Elisabeth Christina. ~ Textb.
Wien, 1719. Van Ghelen. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
&ft5« La Caduta di Oerico. Orat. ^ Part. k. k. Hofbibl.
Text von Alessandro Gargieria. Mus. von Ant. Catdara.
ftftH. Oesü Cristo negato da JPieiro» Sep. — Part. k. k.
Hofbibl.
Text von P. Parlati. Mus. von i. J. Fux.
559* Dio ma Sinai. Orat. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von Giov. Batt. Qiardinl. Mus. von Franc. Conti.
Ö36 Beil. VI». 668-569.
ft59. Sisara. Orat. — Part k. k. HoßibL
Text von Ap. Zano. (Poes, dramm. Vol. VIII.) Mus. von G. Portile.
Wiederholt 1736. Wien. Diar.
1720.
5ftO« EfndinUone* Favola in Musica, III. Atti. —
Text von Franc. Lemene. Mus. von Clav. Bononcini.
10. Juli. Namenstag der Kaiserin- Witwe Amalia Wilhelmine. — Vergl.
n. ««i^. Wiederholt von 1706.
AMI. Zaira* Operetto 3 atti. — Wien. Mus. Ver. Arch.
Text von? Mus. von Ant. Caldara.
28. Aug. Zum (Geburtstage der Kaiserin Elisabeth.
AOL CanUUa äOefforica. — Part, k, k, HoßibL
Text von P. Parlati, Mus. von Franc. Canti.
15. Oct Zum Namenstage der Erzherzogin M. Theresia.
AHt* Apollo in cielo* Comp, da camera. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von P. Parlati. Mus. von Ant. Caldara.
4. Nov. Zum Namenstage Kaiser Karl VI.
AUS. B9(che. Comp, da camera. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von Apott. Zano. Mus. von J. j. Fux und Ant. Caldara.
(Poesie dramm. Vol. XI.)
19. Nov. Zum Namenstag der Kaiserin Elisabeth Christine. — Vergl.
auch die Aufführung derselben Oper — von J. J. Fux allein comp,
n. 68«.
5lli^* AnffeUcii. Ser. — Part. k. k. Hoßibl. Mpt. Verz. e.
Text von? Mus. von MicPorpora.
19. Nov. Zum Namenstage der Kaiserin Elisabeth.
606. A89alone. Grat. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von? Mus. von Ant. Caldara.
23. Febr. — Textb. 4. 1720. Wien, van Ghelen. (Allacci.)
ftOe. ToHa. Orat. — Part, k, k. Hofbibl.
Text von Ap. Zeno. (Poesie dramm. Vol. VIII.) Mus. von G. Portila.
dOV. Xa Cena dd Stgnor. Orat. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von P. Pariati. Mus. von J. J. Fux.
609. Jfotfd preservtUo» Orat. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von? Mus. von Franc. Conti.
Textb. 4. 1720. Wien, van Ghelen. (Allacci.)
ftOO« DeUa Madonna de' 7 doiori. Örat. — • Part. k. Ar.
Hoßibl.
Text von? Mus. von Ign. Balbl (Dilettante).
Vom Componisten dem Kaiser gewidmet. 24. Febr. 1720.
Beil. VIII. 570—580. 537
1721.
I
590. M^ssandro in Sidane* TragicomedU. — Part, k, k. Hofbibl.
Text von Ap. Zeno e PariatL Mub. von Franc. Conti.
(Ap. Zeno PoeB. dramm. Vol. XI.)
Febr. Im Carneval. — Wiederholt 1737 (V**). — Textb. 12. Wien,
i72i. Van Ghelen. (Wien. Mub. Ver. Arch.)
591* Meride e SMnunie. Op. in 5 Act. — Part k. k. Hofbibl.
Text von Apost. Zeno. (Poes, dramm. Vol. V.) Mub. von Jos. Persile.
28. Aug. Zum GreburtBtage der KaiBerin Elisabeth ChriBtine. — Textb.
12. Wien, i72i.- Van Ghelen. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
ftIfS* jyXnganno iradUo deU'Afn&re. Dramma. 8 Atti. — Wien.
Mus. Ver, Arch.
Text von? Mus. von Ant. Caldara.
1. Oct. Zum Geburtstage des Kaiser Karl VI.
^"tn. La Via da Sagio. Op. — Part. k. k. Hofhibl.
Text von P. Pariatl. Mus. von Franc. Conti.
1. Oct. Zum Geburtstage KaiBcrs Karl VI.
694k* n Tempo fertnaio» Comp, da Camera. — Part. k. k.
Hofbibl.
Text von? Mus. von G. Porti le.
15. Oct. Zum Namenstag der Erzherzogin Maria Theresia.
ft96. OmUada. Op. in 3 Acten. — Part. k. k. Hoßibl.
Text von Apostolo Zeno. Mus. von Ant. Caldara.
• (Poes, dramm. Vol. V.)
Balletmus. von Mic. Matteis.
4. Nov. Zum Namenstag des Kaisers Karl VI. — Textb. 12. Wien,
i72i. Van Ghelen. (T'Hen. Mus. Ver. Arch.)
59«. 11 CHudizio diEwme. Op. — Part. k. k. HofbibL
Text von P. Pariati, Mus. von Joh. Georg Reinliardt.
19. Nov. Zum Namenstag der Kaiserin Elisabeth Christina. — Textb.
Wien, i72i. Van Ghelen. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
699. Naaman. Orat. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von Ap, Zeno. (Poes, dramm. Vol. VIII.) Mus. von Franc. Conti,
699« M Zelo di Ndtan. Orat. — Part. k. Ar. Hofbibl.
Text von Giut. Velardl. Mus. von G. Portiie.
690. La €fara dMa virtäf per eeaitare Vanima grande di
8. Ca/rio. Orat ~ Aelt. Part. k. k. Hofbibl.
Text von Arrigliini (Dominicano). Mus. von Giov. Perroni.
1722.
590, ArchdaOf Bd di Cappadoda. Op. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von P. Pariati. Mus. von Franc. Conti.
Balletmus. von N. Matteie.
538 Beil. VIII. 581— 590,
29. Jänner. Im Caraeval. Wr. Diar. — Textb. 12. Wien, 1722. Van
Ghelen, (Wien. Mus. Ver. Arch.)
ft§l. yUocrU Op. in 3 Acten. — Part. k. k. Hoßibl.
Text von Apostoto Zeno. (Poesie dramm. Vol. V.) Mus. von Ant. Caldara.
Balletmus. von N. MatteU.
30. Aug. Zum Geburtstage der Kaiserin Elisabeth Christina — in der
Favorita gegeben. — Textb. 12. Wien, 1722. Van Ghelen. (Wien. Mus.
Ver. Arch.)
ft9S. Psiche. Componimento da camera. — Part. k. k. Hoß.
Text von Apost. Zeno. Mus. von J, J. Fux.
1. Oct. Zum Geburtstage des Kais. Karl VI. Part. k. k. Hofbibl. —
Wegen der früheren Aufiführung der Psiche, componirt von Fux und Cal-
dara. Vergl. 5113 •
ft99« II Trionfo d'Amore e d'lsmene. Cant. 2 Voci. — Hofb.
Mpt. Verz. e.
Text von? Mus. von Ant. Caldara.
6. Oct. Zur Vermfthlungsfeier der Erzherzogin Maria Amalia mit dem
Kurprinzen Karl Albert von Baiem. — Textb. Wien, 1722. Van Gheien.
ft9i^. Le Nazxe M Aurora. Op. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von P, Pariati. Mus. von J. J. Fux.
6. Oct. Zur Vermählungsfeier wie ftS3.
ft9ft. La Virtü e la BeUezza in Lega. Ser. — Part. k. k.
Hofbibl.
Text von? Mus. von G. Porslie.
15. Oct. Zum Namenstage der Erzherzogin Maria Theresia.
5811. Seipione neUe Spagne. Oper in 3 Acten. — Part. k. Ar.
Hoflnbl.
Text von Apottolo Zeno. (Poes, dramm. Vol. IV.) Mus. von Ant. Caldara.
Balletmus. von N. Matteit.
4. Nov. Zum Namensfeste Kaiser Karl VI. Wr. Diar. — Textb. 12.
Wien, 1722. Van Ghelen. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
599* Pallade trionfante. Festa teatr. — Part. k. k. Hofb.
Text von? Mus. von Franc. Conti.
19. Nov. Zum Namenstage der Kaiserin Elisabeth Christina. — Textb.
Wien, 1722. Van Ghelen. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
5§§* L^Anifna iminortaie creata e redenta per ü CMo*
Orat. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von Bornardin Maddall. Mus. von G. Portiie.
26. Febr. Wien. Diar.
590. fl Sagriftcio di No^. Orat — Part. k. k. Hoßibl.
' Text von Silvio Stampiglla. Mus. von Giov. Perroni.
ö. März. Wien. Diar.
500« Qüueppe^ flgUuoio di CHacöb e di E€tcheie. Orat. —
Part. k. k. Hofbibl.
Beil. VIII. 591—601. 539
Text von Ap. Zeno. (Poes, dramm. Vol. VIII.) Mus. von Ant. Caldara!
12. März. Wr. Diar.
591 • Tl M^ dei Dolor in Geaü CrUto coronato di apine. Grat.
— Part, k. k, HoßihC
Text von P. Pariati. Mus. von Ant. Caldara.
31. März.
*
1723.
60t. Creso. Tragi comedia per mus. — Part, k, k, Hoßibl.
Text von Pariati. * Mus. von Franc. Conti.
Balletmus. von N. Mattelt.
Im Cameval. — Textb. 12. Wien, 1723, Van Ghelen. (Wien. Mus.
Ver. Arch.)
A03« Costanza e Fortezza* Op. — Part, k, k, Hofhihl.
Text von P. Pariati. Mus. von J. J. Fux.
, 28. Aug. Zum Gkiburtstage der Kaiserin Elisabeth auf dem königl.
Schlosse in Prag, während ihrer Krönung in Prag. — Textb. Wien, Van
Ghelen 1723, Mit sechs grossen lUustrationen. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
A041. H Oiomo feUce. Comp, per Mas. — Part, k, k, Hoßihl.
Text von P. Pariati. Mus. von 6. Portile.
28. Aug. Zum Geburtstage der Kaiserin Elisabeth.
ftl^A* CofUesa de Xumi. Ser. di Oam. — Part, k. k, Hoßibl.
Text von Gius. Pretcimonio. Mus. von Ant. Caldara.
1. Oct. Zum Geburtstage des Kaisers Karl VI. in Prag.
50II. U TrUmfo deUa Fama. Ser. — Part, k, k, Hoßibl,
Text von F. Fozio. Mus. von F. Conti.
4. Nov. Zum Namenstage des Kaisers Karl VI. in Prag.
609. La Concordia de' PianeH. Comp. Teatr. — Part, k, k.
Hoßibl,
Text von P. Pariati. Mus. von Ant. Caldara.
19. Nov. in Znaym. Zum Namenstage der Kaiserin Elisabeth. — Wien.
Diar. — Textb. Wien, Van Ghelen 1723, (Wien. Mus. Ver. Arch.)
A09. II Bei genio ddV AttsMa e ü fato. — Part, k, k,
Hoßibl,
Text von? Mus. von Carl Ag. Badia.
Nov. Zur Rückkehr der kais. Majestäten von Prag.
AOO. Trionfo ddV AnUcizia e deU* Amore* — Part, Verz,
Text von? Mas. von?
BOG. n Trionfo di Giuditia. Orat. -- Part, Ar. Ar. Hoßibl,
Text von Bernardino Maddali. Mus. von G. Portile.
18. Febr. Ind. k. k. Hofbibl.
•Ol« Ester. Orat. ~ Part, k, k. Hofbibl.
Text von Franc. Fozio. Mus. von Ant. Caldara.
25. Febr. Wiederholt 1630. — Aelt. Part. Verz.
540 Beil. VIII. 602—612.
II09. li David perseguUato da 8€MÜ. Orat. — Part k, k.
Hoßibl.
Text von Avanzo Barone dl Avanzo. Mus. von Franc. Conti.
1724.
■
•OS. Peneiope* Tragicomedia. — Part. k. k, Hofbibl,
Text von P. ParlatL* Mus. von Franc. Conti.
6. 12. 20. 26. Febr. Im Caraeval. — Textb. 12. Wien, 1724. Van Ghe-
len. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
•OH. JEuristeo. Op. in 3 Acten. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von Apott. Zeno. (Poes, dramm. Vol. VI.) Mus. von Ant, Caldara.
17. Mai. Ausführliche Beschreibung der Darstellung, wobei alle Sing-
und Orchesterparte vom höchsten Adel, die Tänze von Erzherzoginen aus-
geführt wurden, im Wien. Diar. vom 17. Mai 1724. p. 40. — Textb. 12. Wien,
i724. Van Ghelen. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
•Oft. And/nymaca. Op. in 5 Acten. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von Apöttolo Zeno. (Poes, dramm. Vol. VI.) Mus. von Ant. Caldara.
Balletmus. von N. Matteis.
28. Aug. Zum Geburtstage der Kaiserin Elisabeth Ohristina in der
Favorita. Wiederholt zum dritten Male 13. Sept. — Textb. 12. Wien, i724.
Van Ghelen. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
IIO0. OaHatea vend4c€Mta. Serenade. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von P. Pariati. (Mit Veränderung.) Mus. von Franc. Conti.
1. Oct. Zum Geburtstage des Kaisers Karl VI. (Vgl. 66«t*)
BOV. Oianguir. Oper in 5 Acten, -r Part. k. k. Hoßibl.
Text ven Apostoio Zeno. (Poesie dramm. Vol. VI.) Mus. von Ant. Caldara.
Balletmus. von M. Mattelt.
4. Nov. Zum Namenstage des Kaisers Karl VI. — Textb. 12. Wien,
1724. Van Ghelen. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
•OS« MeUo/ffTo» Festa teatr. ~- Part. k. k. Hofbibl.
Text von P. Pariati. Mus. von Franc. Conti.
19. Nov. Zum Namenstage der Kaiserin Elisabeth Christina. — Textb.
Wien, Van Ghelen 1724. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
•OO* AififMda € Ismene, Op. — Part. Vert.
Text von ? Mus. von Ant. Caldara.
• tO* 11 Soffrificio di O^te. Orat. — Part. k. ic. Hofbibl.
Text von Jos, Salio. (Padovan.) Mus. von Gius. Portile.
2. M&rz. Wien. Diar.
•1 !• David. Orat. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von Ap. Zeno. (Poes, dramm. Vol. VIII.) Mus. von Franc. Conti.
30. März. Wien. Diar.
•It* La Marie e SepoUura di Orisio. Sep. — Part. k. k.
Hofbibl.
Text von Franc. Fozio. Mus. von Ant. Caldara,
Beil. VIII. 613—621. 541
März ? Ausserdem II Martirio di S. Lorenzo von J. Conti, (comp. 1710.)
Am 23. März 1724 wiederholt. Wien. Diar.
1725.
•19« Oria^da. Op. in 3 Acten. — Part k> k, Hoßibl.
Text von Apott. Zeno. (Poesie dramm. Vol. n.) Mus. von Franc. Conti.
Balletmus. von N. Matteis.
5. Febr. 1725. Im Carneval. — Textb. 12. Wien, i72S. Van Ghelen.
(Wien. Mus..Ver. Archi)
•I^ SenUramide in AscaUme. Op. in 5 Acten. — Part, k, k.
Hoßibl.
Text von Apott. Zeno. (Poesie dramm. Vol. VI.) Mus. von Ant. Caldera,
Balletmus. von N. Matteis,
28. Aug. Zum Geburtstage der Kaiserin Elisabeth Christina. — La
Faustina sang den Part der Semiramide. — Textb. 12. Wien, 17 2S.
Van Ghelen. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
UA« CkynvpWfU/meftto a due vaci, — Part. Verx.
Text von? Mus. von 6. Porsile.
28. Aug. Zum Geburtstage der Kaiserin Elisabeth Christina.
•in* SerenaJUi a 6 Voci. — Part. k. k. HofbibL Mpt. Verx. e.
Text von Ben. Marceilo. Mus. von Ben. Marcello, Nobile Veneziano.
1. Oct. Zum Geburtstage des Kaisers Karl VI. — Ap. Zeno, Lettere
IV. p. 58.
•1 9* VenceslcLO. Op. 5 Act. — Part. k. k. Hoßibl.
Text von Apottolo Zeno. (Poesie dramm. Vol. II.) Mus. von Ant. Caldera.
Balletmus. von N. Matteit.
Zum Namenstage des Kaisers Karl VI. — La Faustina sang den
Part der Lucinda. — Wurde 4mal wiederholt bis 1. Decbr. — Ap. Zeno
Lett. IV. p. 67. f. — Textb. 12. Wien, i72S. Van Ghelen. (Wien. Mus.
Ver. Arch.)
Ill§« Giunone plMdUa. Festa teatr. — Part. k. k. Hoßibl.
Text von Ippollto Zaneiii (Ferrarese.) Mus. von J. J. Fux.
19. Nov. Zum Namenstage der Kaiserin Elisabeth Christina. Wien.
Diar. — La Faustina sang den Part der Juno. — Textb. Wien, Van
Ghelen. i72ö. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
MO. L'IninUco generaso. Ser. — Part. Verx.
Text von? Mus. von Ant. Caldera.
Comp. 1709. (Allacci.)
•90. Moed Uberato dal Nüo. Orat. — Part. k. k. Hoßibl.
Text von? Mus. von G, Poreiie.
1. März.
•«1. Qiobbe. Orat. — Part. k. k. Hoßibl.
Text von Cav. Leop. Viliatti de Viliatburg. Mus. von Glov. Perroni.
« Im März.
542 Beil.Vlil. 632—630.
I
•9 3* Le Bri^ezie evangeUche d'laaia. Orat. — Part. k. k.
HofbibL
Text von Apostolo Zeno. (Poes, dramm. Vol. VIII.) Mus. von Ant. Caldara.
23. März. Wien. Diar. — Wiederholt 12. April 1729. Wien. Diar.
•99. II Trionfo deUa BeUgione e deU^ Atnore, Orat. — Part,
k. k. HofbibL
Text von? Mus. von Ant. Caldara.
25. April. Am Tage des h. Benedict im Kloster von Maria von Mont-
serrat in Wien gegeben. Im Wien. Diar. wird es ein Theatral-Festin oder
Serenata genannt, in dem Partituren- Vorzeichniss aber unter den Oratorien
aufgezählt. — Textb. Wien, i72S. Van Ghden, (Wien. Mus. Ver. Arch.)
1726.
•SU. AnuUasunifi* Op. 3 atti. — k. Ar. HofbibL MpL Verz. e.
Text von Fr. Ant. Boniini. Mus. von Ant. Caldara.
Im Carneval.
•Sft. Spivricbco* Op. — Part. k. k. HofbibL
Text von G. Cl. Pasquini. Mus. von G. Porsile. •
Balletmus. von Nie. Matteit.
21. Febr. Wien. Diar. 27. Febr. wiederholt. — LaFaustina sang
darin den Part der buffa graziosa der Gianisbe. — Ap. Zeno, lett. IV.
p. 98. — Textb. 12. Wien, iJ26. Van. Ghelen. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
•tu. La Corona d'Ariantia. Fest. Teatr. per mus. — Part,
k. k. HofbibL
Text von P. Parlati. Mus. von J. J. Fux.
28. Aug. Zum Geburtsfeste der Kaiserin Elisabeth Christina. — Wien.
Diar. —4. u. 18. Septbr. wiederholt. — Textb. H'i>ii, 1726. Vati Ghelen.
639. II Tempio di Giano chiuso da Cesare Augusto. Comp,
da Camera. — Part. k. k. HofbibL
Text von G, Cl. Pasquini. Mus. von G. Porsile.
1. Oct. Zum Geburtstage des Kaisers Karl VI. Wien. Diar.
•SS* II Contrasto deUa Bdlezza e del Tempo. Compon. da
Camera. 2 Voci. — Part. k. k. HofbibL
Text von G. Cl. Pasquini. Mus. von Franc. Conti.
15. Oct. Zum Namenstage der Erzherzogin M. Theresia.
•tO. T Bue IHtUaori. Op. in 5 Acten. — ParL k. k. HofbibL
Text von Aqostolo Zeno. Mus. von Ant. Caldara.
(Poesie dramm. Vol. VI.) *
4. Nov. Zum Namenstage des Kaisers Karl VI. — Am 10. Nov. wieder-
holt. Wien. Diar. — Textb. 12. Wien, 1726. Van Ghelen. (Wien. Mus. Ver.
Arch.)
•30* iMieraiea. Festa Teatr. — Part. k. k. HofbibL
Text von G. Cl. Pasquini. Mus. von Franc. Conti.*
Beil. VIII. 631—639. 543
t
19. Nov. Zum Namenstage der Kaiderin Elisabeth Christina. — Wien.
■Diar. — Textb. 4. Wien, i726. Van Ghelen, (Wien. Mus. Ver. Arch.)
•31« Nigeila e Tirsi* Pastorale a 2 voci. — Part k. k. HofHbL
Text von Cl. Pasquini. Mus. von Ant. Caldara.
lieber Befehl der reg. Kaiserin componiert. — Part, k, k. HofbibL
II9S« Aasalone Nemico del padre afnanie. Orat. — Part, k, k,
HofbibL
Text von ? Mus. von Q. Portiie.
14. März. Wien. Diar.
B9S» Oioeeffo, che interpreta i sogni. Orat. — Part. k. k.
Hofbibl
Text von J. B. Neri. Mus. von Ant. Caldara.
28. März Wien. Diar.
6311. Qioaz. Orat. — Part. k. k. HofbibL
Text von Ap. Zeno. (Poes, dramm. Vol. VIII.) Mus. von Ant. Caldara.
4. April. Wien. Diar.
•Sft* H TegtametUo di nostro Signare sul Calvario. Orat.
— ParL k. k. HofbibL
Text von P. Pariati. Mus. von J. J. Fux.
16. April. — Wiederholt 8. April 1727. Wien. Diar.
•SU* 8* Oiovanni yepotnuzeno. Cant. — Part k. k. HofbibL
Mpt. Verz. e.
Text von? Mus. von Ant. Caldara.
In der Kapelle des Schlosses Mirabell in Salzburg aufgetiihrt.
1727.
•3 9* I>on Chisciotte in carte d^Ua Ducl^esaa. Dramma per
musica. — Part k. k. HofbibL
Text von G. Cl. Pasquini. Mus. von Ant. Caldara.
(Wien. Diar. — Textb. — Partitur. — AUacci.)
Balletmus. von Nie. Matteit.
6. Febr. Auf dem kleinen teatro bei Hofe — wiederholt 12. und 16.
Febr. Wien. Diar. Die Oper gefiel sehr. — Textb. 12. Wien, i727. Van
Ghelen, (Wien. Mus. Ver. Arch.)
•3 9« Imeneo. Dramma per Musica. — Part. k. k. HofbibL
Text von Apostoio Zeno. * Mus. von Ant Caldara.
(Poesie dramm. Vol. VII.)
Balletmus. von Mic. Matteit.
30. Aug. In der ^avorita. Zum Geburtstage der Kaiserin Elisabeth
Christina. Wien. Diar. — Textb. 12. Wien, 1727. Van Ghelen. (Wien. Mus.
Ver. Arch.)
•SO. La Clemenza di Ce^are. Servizio di Cam. — Part k. k.
HofbibL
Text von Cl. Pasquini. Mus. von G. Portlle.
1. Zum Geburtstage des Kaibers KarL VI.
544 Beil. Vlil. 640—648.
•HO. IHalogo tra V Aurora ed U Sde* Serv. di Cam. — ParL
k, k. Hofbibl.
Text Yon Claud. Patquini. Mns. von Ign. Conti.
15. Oct. Zum Namenstage der Erzherzogin Maria Theresia. Part,
•Hl. Omo9pude. Dramma per musica. — Part, k, k. HofbibL
Text von Apottolo Zeno. Mus. von Ant. Caldara.
(Poesie dramm. Vol. Vn.)
Balletmns. von N. Matteit.
4. Nov. Zum Namenstage des Kaisers Karl VI. — dann noch bis zum
19. Nov. zweimal wiederholt. Wien. Diar. — Textb. 12. Wien, 1727. Van
Ghelen. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
out. ArchMamia. Festa teatr. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von Claud. Patquini. Mus. von Joh. Georg Routior d. |.
22. Nov. Zum Namenstage der Kaiserin Elisabeth Christina. Wien.
Diar. — Textb. 4. Wien, 1727. Van Ghelen. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
•HS. IjEMUaaBUme di SaUnnone. Orat. — Pari. k. k. Hofhibl.
Text von Born. Maddali. Mus. von Qlus. Porsilo.
6. Mfirz. Wien. Diar.
•im. Abele. Orat. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von Jos. Salio. (Padovano.) Mus. von G. Routtor, d. |.
13. März. Wien. Diar.
•II6« 8. BcMMa. Orat >- Part. k. k. Hoßibl.
Text von Ap. Zono. (Poes, dramm. Vol. VUI.) Mns. von AnL Caldara.
27. März. Wien. Diar. — Wiederholt 1740.
(„II Testamento« von Fux vom J. 1726 (n. OSS.) -- am 8. Apr. 1727
wiederholt. Wien. Diar.) •
1728.
•IM« La Forza deU* anUcizia in Oresie e Büade. Oper. —
Part. k. k. Hofbibl.
Text von CK Patquini. Mus. L Act von Goorg Routtor.
II., III. Act und Intermezzi von AnL Caldara.
Balletmus. von N. Matteis.
17. Aug. Zum Geburtstage der Kaiserin Elisabeth in Graz, während
der Huldigungsreise der Majestäten.
•UV. La Corona d* Imeneo. Cant 4 Voci. — Mns. Ver. Arch.
k. k. Hofbibl. Mpt, Verx. e.
Text von? Mus. von Ant. Caldara.
1. Oct. Zum Geburtstage des Kaisers Karl VI.
Ili^9« IHalogo tra H/Rnerva ed ApoOo, Serv. di Cam. — Part,
k. k. Hofbibl.
Text von Cl. Patquini. Mus. von G. Routtor d. |.
15. Oct. Zum Namenstage der Erzherzogin Maria Theresia.
Beil. VIII. 649—668. 545
•i^O* MÜrid€Ue, Dramma per Musica. — Part. k. k. Hoßibl.
Text von Apottolo Zeno. (Poes, dramm. VoLVII.) Mus. von Ant. Caldara.
Balletmus. von Nie. Matteit.
4. Nov. in Wien. Zum Namenstage des Kaisers Karl VI. — 13. Nov.
wiederholt. Wien. öiar. — Textb. 12. Wien, 1728, Van Ghelen. (Wien. Mus.
Ver. Arch.)
•ftO. Fieria. Festa teatr. — Part k. k. Hoßibl.
Text von Cl. Pasquini. Mus. von Ign. Conti.
19. Nov. Zum Namenstage der Kaiserin Elisabeth Christina. — Wien.
Diar. — Textb. 4. Wien, i7Z8. Van Ghelen. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
•ftl. Xa DesirtUfUme d'Mai. Orat. — Part. k. k. Hoflnhl.
Text von Franc. Boselllni. Mus. von Ign. Conti.
19. Febr. Wien. Diar.
•6t. JEUa. Orat. — Part. k. k. Hoßibl.
Text von Cav. Leop. VlllatI de Vlllatburg, Mus. von G. Reutter d. ].
26. Febr. Wien. Diar.
653« €fion€Ua. Orat. — Part. k. k. Hoßibl.
Text von Ap. Zeno. (Poes, dramm. Vol. VIII.) Mus. von Ant. CHldara.
4. März. Wien. Diar.
•ftll* La DepaaMone daUa croce di Oesü Cristo SiUvatar
fwstro* Sep. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von Cl. Pasquini. Mus. von J. J. Fux,
23. März. In der grossen Hofkapelle. Wien. Diar. — Wiederholt 1738.
65 ft* Ij UmUtä ayronaia* Azione sacra. (Molitor.) —
Text von P. Pariati. Mus. von Ant. Lottl.
1729.
II5II« 1 I>lMnganfUiU* Dramma per musica. ~ Part. k. k.
Hoßibl.
Text von Cl. Pasquini. Mus. von Ant. Caldara.
Balletmus. von Mic. Matteit.
8. Febr. Auf dem kleinen Theater in der Burg, am 15. Febr. wieder-
holt Wr. Diar. — Textb. 12. Wien, i729. Van Ghelen. (Wien. Mus. Ver.
Arch.)
•59. Lo Sciocco deluso. Com. con Arie. (Molitor.) —
Text von ? Mus. von Nie. Matteis.
Febr. Aufgeführt von den Edelknaben bei Hofe.
•6 9« La MägnaninUtd di Aieasandro. Festa di Garn. —
Part. k. k. Hoßibl.
Text von Cl. Pasquini. Mus. von Georg Reutter d. ).
1. Oct. Zum Geburtstage des Kiüsers Karl VI.
Köehel, J. J. Fax. 35
546 Beil. VIII. 669— 668,
•ftO* Caio F4ibbriMo» Dramma per musica. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von Apottolo Zeno. (Poes, dramm. VoLYU.) Mus. von Ant Caidara.
Balletmnfl. von Nie. Matteit.
4. Nov. Zum Namenstag des Kaisers Karl VI. — Wr. Diar. —Wieder
aufgeführt 1730. — Textb. 12. Wien, 1730. Van Ghelen. (Wien. Mus. Ver.
Arch.)
•SO. TelesOia. Festa teatr. — Part. k. k. ffgfbiöl.
Text von Cl. Pasquini. Mus. von Giut, Portile.
19. Nov. Zum Namenstage der Kaiserin Elisabeth Ohristina. Wr. Diar.
— Textb. 4. Wien, 1729. Van Ghelen. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
•61. La Qara MBaXUtdef I>ea deiia Vkrtü, e Venere, I>ea
d^Amare^ Cant. 2 voci. — (Wien. Mus. Ver. Arch.)
Text von? Mus. von Ant Caidara.
19. Nov. Zum Namenstage der Ejiiserin. k. k. Hoßibl. Mpt. Verz. e.
•HS« H 2fat(Mle di Minerva» Serenata. (Molitor.)
Text von? Mus. von Ant Caidara.
•HS* Bersaöea owero U Bentknenio di Ikwid. Orat. —
Part. L Ar. Hoßibl.
Text von J. B. Catena. Mus. von G. Reutter d. j.
12. März. Wr. Diar.
••«• Masd nett' Egitto. Az. sacra. -— Part. k. k. Hofbibl.
Text von Cav. Leop. Viilati. Mus. von Ign. Conti.
22. März. Wr. Diar.
•Hft. Nabaih. Az. sacra. — Part. Ar. Ar. Hofbibl.
Text von Apost. Zeno. (Poes, dramm. Vol. VIII.) Mus. von A. Caidara.
31. März. Wr. Diar. — Wiederholt 1738.
(Le profezie d'Isaia von Caidara vom J. 1725, wiederholt
31. März 1739. Wr. Diar.)
1730.
666. Artaserse. Dramma 3 Atti. — Ar. Ar. Hofbibl. Mpt. Verz. e.
Text von Abb. Metastasio. (Op. I.) Mus. von Leonardo Vinci.
28. Aug. Zum Geburtstage der Kaiserin.
BB7. Scipiane Africano U nuiggiare. Ser. — Part. k. k.
Hofbibl.
Text von Cl. Pasquini. Mus. von G. Portile.
1. Oct. Zum Geburtstage des Kaisers Karl VI.
IMI9. Diaiogo tra la vera disoipUna ed U Qenio* Festa di
Camm. a 2 Voci. — Part. k. Ar. Hofbibl.
Text von Cl. Pasquini. Mus. von Ani Caidara.
15. Oct. Zum Namenstage der Erzherzogin Maria Theresia. — Wieder-
holt 1735.
Beil. VIII. 669—678. 547
mi9* Cfermania U di che spende Sagro aU' Augu9to name,
Cant. 2 Voci. — Ar. Ar. HoßibL Mpt. Vert. e.
Text von? Mus. von Ant. Caldar«.
4. Nov. Zum Namenstage des Kaisers vorgetragen von seinen Töch-
tern den Erzherzoginen M. Theresia und M. Anna.
690. Pi&Hna. Festa teatr. — Part, k. Ar. UofhibL
Text von Cl. Pasquini. Mus. von Gg. Reutter d. ].
19. Nov. Zum Namensfeste der Kaiserin Elisabeth Ohristina. Wr. Diar.
— Textb. 4. Wien, 1730. Van Ghelen. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
•91. m(s€iöetia. Cant. —
Text von Franc. Brunamonti. Mus. von Joh. Perroni.
19. Nov. Tafelmusik zum Namenstag der Kaiserin.
Ausserdem Wiederholungen von Caio Fabrizio (1729).
69!B. NigeUa e (Mari* Cant. past. a 5 voci. — Ar. Ar. HoßibL Mpt.
Verz, e,
Text von? Mus. von Ant. Caidara.
In der Favorita gesungen von den Erzherzoginen M. Theresia und
M. Anna und 3 Hofdamen.
•93* La VerUä neU' inganno. -—
8. 9. 12. 15. Febr. Wiederholung von A33. — Wr. Diar.
•9«. 1/ Uhbidienza a IHo. Orat. — Part. k. Ar. Hofbibl.
Text von Ant. Mar, Luchini. Mus. von Giut. Portile.
9. März. Wr. Diar.
•95* n Br^eta Mia. Orat. ~ Part. Ar. Ar. Hofbibl
Text von Gaetano Zäti. Mus. von Carl. Badia.
2. März. Wr. Diar.
•96. £a Bas8ione del H. 5. €^sü Cristo. Orat. — Part. k. k.
Hofbibl.
Text von P. Metattatio, (Op. Vol. VII.) Mus. von Ant. Caidara.
4. Apr. Wr. Diar. — Wiederholt 1736, 27. März. Wr. Diar.
1731.
•99. La Baaienxa di Socnsie con due tnog^, Scherzo dramm.
— Part. k. k. HoßibL
Text von Nie. Minato. Mus. Anfang des I. u. der III. Act von Ant. Caidara.
Der Rest von G. Reutter d. j.
Balletmus. von Nie. Matteit.
17. Jänner. Gameval. ~ Wiederholung 23. Jänner und 4. Febr. Wr.
Diar. —, Textb. 12. Wien, i73i. Van Ghelen. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
•99. IHalogo tra la IncUnazUme ed il Bene. Festa di cam. a 2
Toci. — ParL k. k. Hofhibl.
Text von Cl. Pasquini. Mus. von G. Reutter d. j.
26. Juli. Zum Namenstage der Erzherzogin M. Anna. Part. Verz.
35*
548 Beil. VI». 679—689.
II90. Enea negV BUqf o H tempio deU EternUä. FesU teatr^
— Part Ar. k. Hoßibl.
Text von P. Metattatlo. (Op. Vol. IV.) Mus. von J. J. Fux.
BalletmuB. von M. Matteit.
28. Aug. Zum Namenstage der Kaiserin Elisabeth Christina) in der-
Favorita. Wr. Diar. — Textb. 4. Wien, i7Si. Van Ghelen. (Wien. Mus.
Ver. Arch.)
II90« La €hnera8Uä di ArUxserse eon TenUstode. Festa di
cam. ^ Part Ar. k. Hoflibl.
Text von Cl. Pasquini. Mus. von G. Reutter.
1. October in der Favorita zum Geburtstage des Kaisers Karl VL.
Wr. Diar.
II9I« 11 Tempo e ia veritd* Ser. — ^ Dialogo a 2 voci. — Part,
k. k. Hftfbibl
Text von Cl. Pasquini. Mus. von 6. Reutter.
15. Oct. Zum Namenstage der Erzherzogin M. Theresia.
•93. n Demetrio* Dramma per Mos. —^ Part Ar. Ar. HofhibL
Text von P. Metattatio. (Op. Vol. I.) • Mus. von Ant. Caldara.
Balletmus. von N. Matteit.
4. Nov. in der Burg zum Namenstag des Kaisers Karl VI. — Wieder-
holungen 25. Nov. und 1. Dec. Wr. Diar. — Textb. 12. Wien , i73i. Van
Ghelen, (Wien. Mus. Ver. Arch.)
•SS. lAvia. Festa teatr. — Part Ar. Ar. HoflnbL
Text von Cl. Pasquini. Mus. von Ant. Caldara.
19. Nov. Zum Namenstage der Kaiserin Elisabeth Christina. Wien.
Diar. — Textb. 4. Wien, i7Si. Van Ghelen. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
•SU. Diaiogo tra V Aurora edüSoie. Ser. — Part Verz,
Text von? Mus. von G. Reutter.
Il9ft. n Nome di Giove celebrato daüe Cfrazie e daUe Muse*.
Cant — Part Ar. Ar. HofbibL
Text von? Mus. von Ant. Caidara.
Vorgetragen von den Erzherzoginen M. Theresia und M. Anna.
II9II« DanieUo^ Az. sacra. — Part Verz,
Text von Ap. Zeno. (Poes, dramm. Vol. VIEL) Mus. von Q. Ad. Haste.
15. Febr. Wr. Diar.
•9 9. I I>ueB^9 Boboamo, e Qeroboamo. Istor. sacra. — ParU
k. k, HofbibL
Text von Franc. Fozlo. Mus. von Glut. Porsiie.
22. Febr. Wr. Diar.
699. David unUUato* Orat — Part Verz,
.Text von Apost. Zeno. (Poes, dramm. Vol. VIII.) Mus. von Ant. CaSdara.
12. März. Wiener Diar.
•99. S* Elena al Calvario. Sep. ~ Part Ar. Ar. HofbibL
Text von P. Metattasfo. Mus. von Ant. Caldara.
20. März. Wr. Diar. — Wiederholt 16. Apr. 1737.
Beil. VIII. 690—698. 549
••O* J7 MarUrio di 8. Giovanni Sepatnuceno. Orat. «-
IVr. Diar.
Text von Cl. Pisquini. Mus. von G. Reutter.
17. Juli. Wr..Diar.
1732.
••!• 1/ lasipile. Dramma per mus. — Part, k. k. Hofbibl.
Text von P. Metasiasio. (Op. Vol. II.) Mus. von Franc. Conti.
Balletmus. von N. Matteis.
Im Cameval 1732. — Textb. 12. Wien, 1732. Van Ghelen, — (Wien.
Mus. Ver. Arch.)
••S. IHaiogo PasUyrale tra U Decoro e la Piiicidexxa. —
Part. k. k. Hofbibl.
Text von Cl. Pasquini. Mus. von G. Porsile.
26. Juli. Zum Namenstage der Erzherzogin Maria Anna. Part.
••8. I/Afilo d'amore* Festa teatr. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von P. Metastasio. (Op. Vol. in.) Mus. von Ant. Caldara.
Balletmus. von N. Matteis.
. 28. August in Linz bei der Erbhnldigung. Zum Namenstage der
regierenden Kaiserin. Wr. Diar. — Dort im kais. Schlossgarten unter freiem
Himmel gegeben. — Textb. 4. Wien, 1732. Van Ghelen. (Wien. Mus. Ver.
Arch.)
••«•^ IHaiogo. Pastorale a 5 voci. — k. k. Hofbibl.
Text von? Mus. von G. Porsile.
28. Aug. Zum Namenstage der regierenden Kaiserin.
••5. Alessandro ü grande. Festa di Camera. — Part. k. k.
Hofbibl.
Text von Cl. Pasquini. Mus. von G. Reutter.
1. Oetob. Bei der Erbhuldigung in Linz zum Geburtstage Kaiser
Kart VI. Wr. Diar.
•••• JDialogo tra la Prudenza e la Vivacitä. Festa di Cam.
— Part. k. k. Hoßibl.
Text von Cl. Pasquini. Mus. von G. Porsile.
15. Oct. Zum Namenstage der Erzherzogin M. Theresia. Part. Vert.
••9* Adriano in Siria. Festa teatr. — Part. k. k. Hoßibl.
Text von P. Metastasio. (Op. Vol. I.) Mus. von Ant. Caltfara.
Balletmus. von N. Matteis.
9. Nov. in der Burg zu Wien. Verschoben zum Namenstage des Kaisers
Karl VI. Wr. Diar. — Textb. 12. Wien, 1782. Van Ghelen. (Wien. Mus.
Ver. Arch.)
••9. Zenobia. Festa teatr. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von Cl. Pasquini. Mus. von Gg. Reutter d. ).
19. Nov. Zum Namenstage der Kaiserin Elisabeth Christina. — Wr.
Diar. — Textb. Wien, 1732. Van Ghelen. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
550 Beil. VIII. 699—708.
K yigeila e Ifisa* Pastorale. — Part, k, Ar. Hofbibl.
Text von Cl. Pasquini. Mus. von Gius. Bonno.
? unbekannt«
YOO« 11 Biigno, Cant. a 3 voci. — k. k. Noßibl'Mpt, Verx, e,
Text von Ani. Lucchini. Mus. von P. Casati.
Kammerfest der Majestäten in Karlsbad.
901. Bttstorale a due voci» — Textb. Wien, 1732. Van Ghelen^
Text von Cl. Pasquini. Mus. von Gg. Reutter d. ).
Bei der Anwesenheit der Migestäten Kaiser Karl VI. und der Kaiseria
Elisabeth im Garten des Schlosses Neu - Wartenburg auf Veranlassung dea
Eigenthümers des Schlosses Grf. Joh. Alb. St. Julien, Oberst-Falkenmeister.
YOS« La IHvina providenza in Isnut^* Grat. — Part. k. k^
Hofbibl.
Text von Ani. Mar. Lucchini. Mus. von G. Reutter d. |.
6. März in der grossen Hofkapelle. — Wr. Diar.
KOS* U Osservanza dMa divina legge nel MarUrio de' Mac^
cabei. Grat. — Part. k. k. Hoßibl.
Text von Ant. Mar. Lucchini. Mus. von Franc. Conti.
13. März. Wr. Diar.
YO«. Sededa. Grat. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von Ap. Zeno. (Poes, dramm. Vol. VIII.) Mus. von Ant. Caldara.
27. März. Wr. Diar.
905. La Morte d'Abel flgura digueldetHostroBedetUwre^
Grat. — Part. k. Ar. Hofbibl.
Text von P. Metastasio. (Gp. Vol. VII.) Mus. von Ant. Caldara.
8. April. Wr. Diar.
1733.
VOtt. Sancio Banza, Cfovematore deU' isoia Barataria* Gp.
— Part. k. k. Hofbibl.
Text von Cl. Patquini. Mus. von Ant. Caldara.
Balletmus. von N. Matteis.
27. Jänner. Im kleinen Theater der Burg. Wien. Diar. — Textb. 12.
Wien, 1733, Van Ghelen. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
909« JJ Adoleacenza coratuUa dalSenno. Ser. — Part. k. k*
Hofbibl.
Text von Cl. Pasquini. « Mus. voi) IN. J. Helloiann.
26. Juli. Zum Namenstage der Erzherzogin M. Anna. — Part. Verz»
90§. I/OUmpiade. Festa teatr. — Part. k. k. Hoßibl.
Text von P. Metastasio. (Gp. Vol. II.) Mus. von Anff. Caldara.
Balletmus. von Nie. Matteis.
28. Aug. Zum Geburtstage der Kaiserin Elisabeth Christina in der
Favorita. Textb. 12. Wien, 1733. Van Ghelen. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
Beil. VIII. 709—720. 551
9II9. Cito in Armenki. Festa di Camera. — Part, k. k. HoßihL
Text von Cl. Pasquini. Mus. von Georg Reutter.
1. Oct. Zum Geburtstage des Kaisers Karl VI. — Wien. Diar.
YIO« 11 yatale d^Auguato. Cant a 3 voci. — Part. Verz,
Text von ? Mus. von Ani. Caldara.
1. Oct Zum Geburtstage des Kaisers. — Part, Verz,
911. La Maesiä condoUa cd Tempio di Onore da Consiglio.
Ser. — Part, k, k, Hoßibl.
Text von Cl. Patquini. Mus. von Max. Jos. Hellmann.
15. Oct. £um Namenstage der Erzherzogin M. Theresia,
VIS. Demofoonte. Festa teatrale. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von P. Metastasio. (Op. Vol. IV.) Mus. von Ant. Caldara.
Balletmus. von N. Mattols.
4. Nov. Zum Namenstage des Kaisers. Wiederholt 7. u. 24. Nov. Wien.
Diar. — Textb. 12. Wien, i73S, Van Ghelen. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
9 IS. €M,eUa. Festa teatr. — Part, k. k, Hofbibl,
Text von CL Pasquinl. Mus. von Ign. Conti.
19. Nov. Zum Namenstage der Kaiserin Elisabeth Christina. Wien.
Diar. — Textb. Wien, Van Gkelen 1733, (Wien. Mus. Ver. Arch.)
"»1». Siroe. Op. — Part, k, k. Hofbibl,
Text von P. Motattatio. Mus. von J. A. Hatte.
Unbekannt Part. Verz,
915. Ezechia* Orat — Part, k, k. Hofbibl.
Text von Ant. Mar. Lucchinl. Mus. von Ign. Conti.
27. Febr. Wien. Diar.
9ie. II BUorno iU Tobia. Orat. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von CK Pasquini. Mus. von G. Reutter d. ).
5. März. Wien. Diar.
919* Giuaeppe ricano84>iutO0 Orat— Part. k. k. Hofbibl.
Text von P. Metatiatio. (Op. Vol. VII.) • Mus. von G. Porsile.
12. März. Wien. Diar.
9I§. CferusalenMne con/verHta^ Orat. — Part, k, k, Hofbibl.
Text von Ap. Zeno. (Poes, dramm. Vol. VIII.) Mus. von Ant. Caldara.
31. März. Wien. Diar.
Das Wiener Diarum gibt auch für den 17. u. 27. März zwei nicht
näher bezeichnete ital. Oratorien an.
1734.
9I9. (Meonice* Dramma 3 Atti. — k, k. Hofbibl, Mpt, Verz. e,
Text von P. Metattatio. Mus. von J. A. Hatte.
Febr. Im Carneval.
9SO. Bastarale. Festa di cam. a 2 voci. — Part, k, k. Hofbibl.
Text von Cl. Patquini. Mus. von Ign. Conti.
552 Beil. VIII. 721—780.
26. Juli. Zum Namensfeste der Erzherzogin M. Anna. — Part.
Hoßibl,
91t I. JEnone. Festa teatr. — Part, k, k. HoflnhL
Text von Apottolo Zeno. (Poes, dramm. Vol.VII.) Mus. von Ani. Caldara.
Balletmus. von N. Matteit.
28. Aug. Zum Geburtstage der reg. Kaiserin in der Favorita. Wieder-
holt 5. Septbr. Wien. Diar. — Textb. 12. Wien, 1734. Van Gheien. (Wien.
Mus. Ver. Arch.)
9tt. La GraUtudine di MUriäaU. Festa dl Camera. — Part,
k. k. Hoßibl. •
Text von Cl. Patquini. Mus. von Georg Reutter.
1. Oct Zum Geburtstage des Kaisers Karl VL Wien. Diar.
958. Im Virtäf guida delia Fortuna. Ser. — Part. k. k.
Hoßibl.
Text von Cl. Pasquini. Mus. von M. Jos. Hoilmann.
15. Oct. Zum Namenstage der Erzherzogin Maria Theresia.
9S4I. La demenza di TUo. Festa teatr. — Part. k. k. Hofhibl.
Text von P. Motastasio. (Op. Vol. lü.) Mus. von Ani Caldara.
4. Nov. Zum Namenstage des reg. Kaisers. Wiederholt 11. und 22.
Nov. Wien. Diar. — Textb. 12. Wien, 1734. Van Gheien. (Wien. Mus. . Ver.
Arch.)
9S5. Bafne. Festa teatr. — Part. k. k. Hoßibl.
Text von Cl. Patquini. Mus. von G. Reutter d. j.
Zum Namenstage der Kaiserin Elisabeth Christina.
9Stt« Le Lodi d' Augutto» Festa di cam. a 4 voci. — Part. k. k.
Hofbibl.
Text von Cl. Patquini. Mus. von Ant Caldara.
Die Erzherzoginen Maria Theresia und Maria Anna wirkten mit.
Yt9. AMgaiie. Grat. -~ Part. Verz.
Text von Francetoa Manzoni. Mus. von M. Jot. Helloiann.
3. Apr. Wien. Diar.
959. La BetuUa Hberata. Grat. — Part. k. k. Hoßibl.
Text von P. Metattatio. (Gp. Vol. VI.) Mus. von G. Reutter d. j.
8. Apr. Wien. Diar. Wiederholt 1740.
9S«. La l>ebbara. Grat. — Part. k. k. Hoßibl.
Text von Franoetca Manzoni. Mus. von Ign. Conti.
16. Apr.? Das Wien. Diar. gibt f&r diesen Tag ein Gratorium an,
ohne es zu nennen.
■»SO. 8. Pietro in Cesarea. Grat. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von Apott. Zeno. (Poes, dramm. Vol. VIII.) Mus. von Ant. Caldara.
20. Apr. Wien. Diar.
Beil. VIII. 731—739. 553
1735.
981« La Fortuna annichUata daüa Brudenza. Festa diCam.
a 2 voci. — Part, k, k, Hoßibl.
Text von Cl. Pasquini. Mus. von Ign. Conti.
26. Juli. Zum Namenstage der Erzherzogin M. Anna. Part, Verx,
98S* lie Orazie vendicate» Festa di cam. a 3 voci. — Part, k, k.
HoßibL
Text von P. Meiastasio. (Op. Vol. ITI.) Mus. von Ant. Caldara.
28. Aug. Zum Geburtstage der reg. Kaiserin. Die Darstellenden
waren die Erzherzoginen M. Theresia und M. Anna und „Frayla Contessa
Fixin." Part, wie n. 985*
988. J7 Natale di Minerva Tritonia, Festa per musica. —
Part, k. k. Hoßibl.
Text von Ci. Pasquini. Mus. von Ant Caldara,
28. Aug. Zum Geburtstage der reg. Kaiserin Elisabeth.
9841. La LiberaUtä di Ifuma Fon^piHo» Serviz. di Cam. —
Part, k, k. HofbibL
Text von Cl. Pasquini. Mus. von Ign. Conti.
1. Oct. Zum Geburtstage des Kaisers. *
985. II BaUadio canservato. Comp, di Cam. a 3 voci. — Part.
k. k. HofbibL
Text von P. Metasiaslo. (Op. Vol. V.) Mus. von G. Reuttsr,
1. Oct. Die Darstellenden waren die Erzherzoginen M. Theresia und
M. Anna und „Frayla Contessa Fixin.<< Part. Zum Geburtstage des Kaisers
Karl VI.
988. La Fama €u:crescinta daUa Virtü. Festa di cam. a 2
voci. — Part. k. k. Hoßibl,
Text von Cl. Pasquini. Mus. von G. Porsile,
15. Oct. Zum Namenstage der Erzherzogin M. Theresia. — Part. k. k.
Hoßibl.
989. Scipione Africano ü Maggiare. Festa di Cam. — Part,
k. k. Hoßibl.
Text von Ci. Pasquini. Mus. von Ant. Caldara.
4. Nov. Zum Namenstage des Kaisers.
988. n Sacrifieio in AuUde. Festa teatr. ~ Part, k, k. Hoßibl.
Text von P. Pariati. Mus. von Georg Reutter, d. ).
19. Nov. Zum Namenstage der regierenden Kaiserin. Wien. Diar. —
Textb. Wien, i735. Van Ghelen. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
988. Componimento l>ranMnaUco che introduce ad un
baUo. — Part. k. k. Hoßibl
Text von P. Motastasio. Mus. von Ant. Caldara.
? Dieselben 3 Darstellenden, wie in dem Componimento 988«
554 Beil. VIII. 740—748.
9«0. 11 FigUuolo prod4go. Orat. — Part. h. k. HofbibL
Text von Ci. Patquini. Mus. von Ign. Conti.
ICX März.
94II. €^€8ü presentato nel Tempio. Orat. — Part, k, k. HoßibL
Text von Apostolo Zeno. (Op. Vol. VIII.) Mus. von Ant. Caldara.
? Das Wien. Diar. ftlhrt in der Fastenzeit 6 bei Hof gegebene Orato-
rien an, und bezeichnet nur Figlinol prodigo mit dem Titel für den
10. März. Die übrigen 5 sind nach demselben vertheilt auf den 3., 17.,
22. März und 5. April. Das Partituren-Verzeichniss enthält für das Jahr
1735 nur die beiden eben verzeichneten. £s scheint, dass für die übrigen 4
durch Wiederholungen früherer Compositionen gesorgt wurde, wie Sisara
von Porsile , D e b b o r a von Ig. Conti.
9««. Cfioaa, B^ di Qiuda. Orat. — Part, k, k. HoßibL
Text von P. Metastatio. (Op. Vol. VI.) . Mus. von G. Reutter d. ).
1736.
YttS. AchUle in Sdro. Dramma per mus. — Part. k. k. HofbibL
Text von P. Metattaslo. (Op. VoL V.) Mus. von Ant. Caldara.
Balletmus. von N. Mattais.
12. Febf . Zur Vermählung der Erzherzogin M. Theresia mit Herzog
Fraüz Stephan von Lothringen. Auf dem grossen Hoftheater. — Wien.
Diar. — Wiederholt 13. Febr. — Textb. 12. Wienyi7S6, Van (?Äf/^.(Wien.
Mus. Ver. Arch.)
9 %4I« La Speranza asHcurata* Ser. — ParL Ar. Ar. HofbibL
Text von CI. Pasquini. Mus. von G. Reutter.
13. Mai, in Laxenburg. Zum Greburtstag der Erzherzogin M. Theresia.
— Part.' Vert.
9415. Amore insuperabUe. Festa di cam. a 2 voci. — Part,
k. k. HoßibL
Text von CI. Patquini. , Mus. von Glus. Benno.
26. Juli. Zum Namenstage der Erzherzogin M. Anna.
94ltt. Ciro riconosciuto. Dramma per mus. — Part, k, k, HoßibL
Text von P. Metattaslo. (Op. Vol. V.) Mus. von Ant. Caldara.
Balletmus. von N. Mattolt.
28. August. Zum Geburtstage der regierenden Kaiserin. — Wieder-
holt am 2. und 12. September. Wien. Diar. — Textb. 12. Wien, 1786, Van
Gheien, (Wien. Mus. Ver. Arch.)
9 41 9« Diana vendicata» Festa teatrale. — Part, k, k, HofbibL
Text von CI. Patquini. Mus. von G. Reutter d. J.
19. Nov. Zum Namenstage der regierenden Kaiserin. Textb. 4. Wien,
1736. Van Gheien, (Wien. Mus. Ver. Arch.)
94I8* Tra^no. Festa di cam. — Part, k, k. HoßibL
Text von CI. Patquini. Mus. von Glut. Benno.
1. Oct. Zum Geburtstage des Kaisers.
Beil. VIII. 749—767. 555
94I9« li TenUstode. Dramma per musica. — Part, Ar. k. HofbibL
Text von P. Meiasiaslo. (Op. Vol. V.) Mus. von Ant. Caldara.
BalletmuB. von N. Matteit.
4. Nov. Zum Namenstage des Kaisers. Wiederholt 5. Dec. Wien. Diar.
— Textb. 12. Wien, 1736, Van Ghelen, (Wien. Mus. Ver. Arch.)
Y50« SUMra. Festa di Camera. (Molitor.)
Text von Apost.*Zeno7 Mus. von G. Reiiiter.
VftI« €Hu9€pp€f che interpreta i SognU Orat. — Part. k. k.
HofbibL
Text von J. B. Neri. ^ Mus. von Franc. Conti,
23. Febr. Wien. Diar.
YftS« U Qiusto affUtto n^ia personn di Giob. Orat. — Part,
k. k. Hoßibl.
Text von Cl. Pasquinl. Mus. von Ign. Conti.
8. März. Wien. Diar.
Das Wien. Diar. führt am 15. März ein italienisches Oratorium ohne
Titel an. Ausser diesen 2 neuen Oratorien gibt das Wien. Diar. 2 Wieder-
holungen an: am 1. März 1736: Sisara von Porsile (n. ftft§*) und am
27. März 1736: La Passione di G. C. von Caldara (n. eve.).
1737.
9ftS* Sfisostri. Dramma per musica. — Part, k, k. HofbibL
Text von-P. Pariati ed Ap. Zeno. Mus. von G. Porsile.
(Poes, dramm. Vol. X.)
Im Cameval 1737.
Yft4l« Alessanäro in Sidone, Tragicomedia per mns. — ParL
k. k. HofbibL
Text von P. Pariati e Ap. Zeno. Mus. von Giov. Bononcinl.
(Poes, dramm. Vol. XL)
Balletmus. von N. Matteis.
6. Febr. Wiederholt 5 März. Wr. Diar. — Textb. 12. Wien, 1787.
Van Ghelen. (Wien. Mus. Ver. Arch.) Vg^. n. A90«
9ftft< La Crara d^ Genio con'Oiunane. Ser. — Part, k, k.
HofbibL
Text von Ci. Pasquinl. Mus. von Glus. Benno.
13. .Mai in Laxenburg. Zum Geburtstage der Erzherzogin M. Theresia.
Part
95tt* n PrenUo ddV onore. Ser. — Part. k. k. HoßibL
Text von Cl. Patquini. Mns. von M. Gius. Helloiann.
26. Juli. Namenstag der Erzherzogin M. Anna;
9ft9* ^lessandro Severe. Festa di cam. » Part. k. k. HoßibL
Text von G. Cl. Pasquinl. Mus. von Ghis. Benno.
1. Oct. Zum Geburtstage des Kaisers. Wr. Diar.
556 Beil. VIII. 758—769.
958. J2 Oiudizio rivoccOo. Seren. — Part, k, k. Hofbihl.
Text von Cl. Pasquini. Mus. von Gius. Portile.
15. Oet. Zum Namenstage der ErzL M. Theresia. Wr. Diar.
9ft9. AUegoria. Per Sopran Solo.
Text von? Mus. von Carlo Arrigoni.
4. Nov. Namenstag des Kaisers. (Molitor.) •
9ttO. La CfeneroMä di Ariaserse, Serenafa. — Part. k. k.
Hofbibl,
Text von Cl. Patquini. Mus. von Gius. Benno.
4. Nov. Zum Namenstage des Kaisers.
■
961 • La Madre di Maccahei. Orat. — Part, k» k, Hof Ml.
Text von Francotca Manzoni (Milanese). Mus. von Glut. Portile.
14. M&rz. Wr. Diar.
■»•S. U Oedeone. Orat. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von Andrea Perrucci. Mus. von Nie. Porpora.
28. MÄrz. Wr. Diar.
veS. Ezechia. Orat. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von Ap. Zeno. (Poes, dramm. Vol. VIII.) Mus. von G. Bononcinl.
4. April. Wr. Diar. — Ein nicht näher bezeichnetes Oratorium führt
das Wiener Diar. am 21. März an. S. Elena al Calvario von Caldara?
1738.
96«« QU Auguri spiegaU. Ser. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von Cl. Patquini. Mus. von L. Ant. Predierl.
13. Mai in Laxenburg. Zum Greburtstag der Erzh. Maria Theresia.
96A. La Face richiamata. Ser. a 2 voci. — Part. k. k, Hofbibl.
Text von Cl. Patquini. Mus. von Glut. Bqnno.
26. Juli. Zum Namensfeste der Erzherzogin Maria Anna.
^••. II Pamaso ciccusato e diffeso. Festa teatr. — Part. k. k.
Hofbibl.
Text von P. Metattatio. (Op. Vol. V.) Mus. von G. Reutter.
28. Aug. in der Favorita. Zum Greburtstage der regierenden Kaiserin.
Wr. Diar. — Textb. Wien, 1738.' Van Ghelen. (Wien. Mus. Ver. Arch.)
96Y. La Bietä del Numa* Festa di cam. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von Ci. Patquini. Mus. von Giut. Benno.
1. Oct. Zum Geburtstage des Kaisers. Wr. Diar.
9tt8. La Poce fra la Virtä e la Beüezza* Festa di cam. ~
Part. k. k. Hofbibl.
Text von P. Metattatio. (Op. Vol. III.) Mus. von Luc. Ant. Predierl.
lö. Oct. Zum Namenstage der Erzherzogin M. Theresia.
9tt9« Berseo* Festa di cam. Ser. ~ Part. k. k. Hofbibl.
Text von? Mus. von L. Ant. Predleri.
4. Nov. Zum Namenstage des Kaisers. Wr. Diar.
Beil. VIII. 770—781. 557
9YO« I/AUaro ülustrtUo. Festa teatr. — Part. k. k. HofbibL
Text von Cl. Pasquinl. Mus. von 6. Reutter d. J.
19. Nov. Zum Geburtstage der Kaiserin. Wr. Diar.
991. Flavio AfUcio. Dramma per mus. — ParU k. k. HoßibL
Text von Aposi. Zeno. Mus. von BernasconL
1 9«. Ester. Orat — Part. k. k. Hofbihl.
Text von P. Metastasio. Mus. von Carlo ArrigonL
März oder April. Wr. Diar. — Textb. 4. 1738. GheUn. (Allacci.)
99S. llSagriftoio d^Abramo. Orat — Part. k. k. Hofbibl.
Text von Francesca Manzoni. Mus. von L. Ant. Predieri.
Im März oder April.
Nach dem Wiener Diarium wurden bei Hofe vier nicht näher be-
stimmte Oratorien in der Fastenzeit 1738 gegeben, am 13., 20., 28. Mars
und 1. April, darin werden die beiden eben angeführten mitbegriffen ge-
wesen sein, femer die Wiederholungen Fux, Deposizione dellaCroce
(1728). Bemasconi, Betulia liberta.
1739.
9 9 41* 11 Vera tymaggio. Cant. 2 voci. — k. k. Hofbibl. Mpt. Verx. c
Text von P. Metattaslo. Mus. von Qlut. Bonno.
26. Juli. Zum Namenstage der Erzherzogin Maria Anna.
995* AsVrea PUtaUa ovvero la feUoUä deUa terra. Ser. —
Part. k. k. Hofbibl.
Text von P. Meiastasio. (Op. Vol. V.) Mus. von L. Ant. Predieri.
28. Aug. Zum Geburtstage der Kaiserin Elisabeth Christina.
99e« Jl Natale di Numa ram^igüo. Ser. — Part. k. k. HoßibL
Text von Cl. Pasquini. Mus. von Gius. Bonno.
1. Oct. Zum Geburtstag des Kaisers. Wr. Diar.
999. I/Braina d'Argo. Ser. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von Cl. Pasquini. Mus. von G. Reiiiter.
15. Oct. Zum Namenstage der Erzherzogen M. Theresia. Part.
999. £a Vera NohOtä. Ser. — Part. k. Ar. Hofbibl.
Text von Cl. Pasquini. Mus. von Glus. Bonno.
15. Oct Zum Namenstage der Erzherzogin M. Theresia.
99«. n Sogno di Scipione. Ser. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von P. Metastasio. (Op. Vol. L) ' Mus. von L. Ant. Predleri.
4. Nov. Zum Namenstage des Kaisers Karl VL
990. 11 Nume d^Atene. Ser. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von? Mus. von Gius. Bonno.
19. Nov. Zum Namenstage der regierenden Kaiserin. — Wr. Diar.
9§I. La Farza ddl* Amore e dell' odio. Ser. — Part. k. k..
Hoßibl.
Text von? Mus. von Araija.
1739. Part. Verx.
558 Beil. VIII. 782— 79L
99S« II Demetrio* Dramma per mos. — Part. Verz,
Text von P, Metastasio. Mus. von I. Ad. Hasae.
Zur Messe in Reggio.
99S. Eleazaro. Orat. — Part, k, k, Hofbibl.
Text von ? Mu^. von Gius. Bonno.
Im Februar oder März. Wr. Diar.
99tt. La Maria iebbrosa. Orat. — Part. k. k. Hofbibl,
Text von P. Metastasio? Mus. von J. G. Reutter d. j.
Febr. oder März. Wr. Diar.
995. La Colpa originale. Orat. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von P. Pariati. Mus. von ign. Conti.
Im Febr. oder März.
Auch dieses Jahr gibt das Wiener Diar. drei nicht häher bezeichnete
Oratorien an, welche in der öffentlichen Hofkapelle aufgeftihrt wurden , am
19., 26. Februar und 5. März.
1740.'
98tt. La ChneroMä Spartana, Ser. — Part. k. k. Hofb.
Text von Cl. Pasquini. Mus. von Gius. Bonno.
13. Mai in Laxenburg. Zum Geburtstage der Erzherzogin M. Theresia.
9S9. I LamenH d^Orfeo. Ser. — Part. Verz.
Text von Ci. Pasquini. Mus. von Christ. Wagsntsil.
26. Juli. Zum Namenstage der Erzherzogin M. Anna. .
988. Zenobia* Dramma per mus. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von P. Metastasio. (Op. Vol. VI.) Mus. von L. Ant Prediori.
28. Aug. in der Favorita. Zum Grcburtstage der Kaiserin Elisabeth
Christina. Wr. Diar. — Textb. 12. Wien , i740. Van Gkelen. (Wien. Mus.
Ver. Arch.)
988. n ydtaie di Oiove. Az. teatrale. —
Text von P. Metastasio. (Op. Vol. I.) Mus. von Glus. Bonno.
1. Oct. Zum Greburtstage des Kaisers.
980. S. raoio in Atene. Orat. — Part. k. k. Hofbibl.
Text von Cl. Pasquini. Mus. von Gius. Bonno.
März oder April.' Wr. Diar.
981. JbijbCCOf figura del JBedeniare. Orat. ~ Part. k. k. Hofbibl.
Text von P. Metastasio. (Op. Vol. YII.) Mus. von L. Ant, Predieri.
12. Aprü. Wr. Diar.
Die übrigen unbestimmt gelassenen Oratorien fielen nach dem Wiener
Diar. auf den 12., 23., 31. März und 8. April.
Beil. VIII. Register.
559
Register.
Die Zahlen des Registers bedeuten die Nummern des Verzeichnisses,
Abbatino Ant. Mar., Mus. zu Op. 54.
L' Abdolonimo Op. 458.
Abele. Or. 644.
Abigaile. Or. 727.
Gli Aborti della fretta. Mus. d. cam.
180.
Academia VI. Cant. 232.
Achill« In Sciro. Op. 35.-743.
Acblila in Tassaglla. Tratt. mus. 178.
L' Adalbarto. Dram. p. cam. 328.
Addimari Florent. Text zur Op. 394.
L' Adolescaiiza coronata. Ser. 707.
Adriano in Siria. Fest, teatr. 697.
Adriano tul monte Casio. Op. 131.
Gli Affetti plü Qrandi vintl. Op. 387.
Agiatide e Ismsne. Ser. 609.
Agrippina, Ser. 467.
Alba Cornsiia. Op. 502.
Aibergotti C. P. C. Mus. zu Or. 391.
401.
L' Albsro dei Ramo d'oro. Intr. Ball.
176.
Alboino. Op. 434.
AIceste. Op. 371. — 544.
L' Alcindo. Op. 43.
Alessandro il Grands. Fest d. cam.
695.
Alsssandro in Sldone. Tragic. 754.
570.
Alessandro Severe. Fest. d. cam. 757.
Aliegeria. 759.
Aiiegrene del monde. Melodr. 1.
L'Alloro illustrato. Fest, teatr. 770.
L'Aimonte. Op. 24.
Altera Betiebem. Orat. 218.
Amalasunta« Op. 624.
Amalteo Aar. Text zu Op. 17. 20. 29.
73. — Ser. 23. 27. — Orat. 30.
L' Aoiazona corsara. Op. 362.
L'Aoimalato imaginario. Ser. 492.
Amors da senno. Dramm. 317.
V Amore in sogno. Ser. 294
Amore insuperabile. Divert. 745.
Amore In Tessaglla. Ser. 540.
Amor non vuol Ingannl. Pastor. 185.
L'Amorpervirtü. Op. 324.
Amore tra nemici. Op. 447.
V Amor vuol somigiianza. Op. 392.
Gli Amori d' Alessandro. Fest, teatr.
15.
Amori dl Apollo. Fest teatr. 20.
Gii Amori di Cefaio e Procri. Div. 66.
Amor vtttorioso. Appl. mus. 139.
Amuiio e Numliore. Op. 268.
Ancioni G. B. Text zu Ser. 477. —
Or. 408.
Andromaca. Op. 605.
Andromoda. Ser. 393. 506.
L'Anima mortale creata. Or. 588.
Angelico. Ser. 564.
Angelica vincitrice d' AIcina. Op. 520.
Angelico Michelangelo. Text z. Or.
307.
ApollonI Apollonio. Text z. Op. 40.
Apolloni Glus. Text z. Or. 274.
Apollo deluso. Op. 70.
Apollo in cielo. Comp. d. cam. 562.
Appiauso musicale. 335.
Araja. Mus. z. Ser. 781.
Archelao. Op. 580.
Arcbidamia. Fest teatr. 642.
GII Argonauti in viaggio. Div. 196.
Arianna e Teseo. Op. 505. 528.
Ariosti Attilio. Mus. zu Op. 447. —
Ser. 405. 410. 435. 436. — Or. 418.
431. 472.
560
Beil. Vlli. Register.
ArUtomeM Metsenlano. Op. 78.
Arminio. Ser. 426.
L'Arpa totteggiante. Festa mus. 11.
Arrighinl. Text z. Or. 579.
Arrigoni Carlo. Mus. zu Ser. 759. —
Or. 772.
Arrigoni 6. Giac. Mua. z. Op. 15.
L' Arrivo della grtn Madro. Comp. p.
mus. 493.
Arsaco fondator«. Op. 313. 360.
ArtatorM. Op. 666.
L' Atcanio. Op. 346.
L' Atlio d' Amor«. Fest, teatr. 693.
Astalona. Orat. 565.
Assaiona namico dei padra. Or. 632.
Astarto. Op. 539.
Astrea placaia. Ser. 775.
Atalanta. Op. 69.
Atenalda. Op. 466. 507.
Gli Atami d' Epicuro. Op. 90.
Gii Auguri tpiagatl. Ser. 764.
Avanzo, Barone. Text z. Or. 602.
L' AvidItA di IHida. Div. 85.
La Azioni lortunata di Perseo. Ser. ?
275.
Badia Carlo Agoat. Mus. zu Op. 362.
378. — Ser. 331. 359. 366. 368.
370. 372. 374. 377. 379. 385. 388.
395. 39a 402. 439. 452. 487. 598.
— Or. 307. 308. 319. 381. 407.
415. 432. 444. 445. 455. 469. 479.
483. 501. 536. 675.
il Bagno. Cant. 700.
Balbi Ign. Mus. z. Or. 569.
Baldasari Piatro. Mus. z. Ser. 437.
Baldracca. Op. 156.
Batto convertito in Suao. Div. 100.
II Bai genio doli' Auttria. Ser. 598.
Bencha vinto vinca Amore. Op. 68.
Bemabai. Mus. z. Op. 255. 271. 273.
346. 347. 348. 349. — Ser. 279.
Barnardoni Ant. Text z. Op. 392. 425.
447. 474. 488. — Ser. 383. 393.
395. 390. 402. 404. 405. 417. 423.
426. 427. 435. 448. 450. 452. 461.
— Or. 430. 432. 443. 445. 456.
470.
Bemaaconi. Mus. z. Op. 771.
Bernini Giov. Text z. Or. 81.
Beraaboa. Or. 663.
Bertall Ant. Mus. z. Op. 10. 14. 17.
20. 48. 49. 57. — Ser. 2. 5. 23. 39.
Or. 36. 38.
La Betulia liberata. Or. 728.
La Bevanda di flela. Or. 234.
Da Biciliy Benigne. Mus. z. Or. 81.
Bonareiii Pietro. Text z. Op. 66.
Bonaventura Giov. Mus. z. Op. 94.
BonlinI Fr. Ant. Text z. Op. 624.
Benno Glos. Mus. zu Ser. 699. 745.
748. 755. 757. 760. 765. 767. 774.
776. 778. 780. 786. 789, — Or. 783.
790.
Bononcini Marc. Ant. Mus. z. Op. 333.
4137 440.473. 474. - Ser. 426.
427. 453. - Or. 442. 471. 484.
Bononcini Giovanni. Mus. zu Op. 364.
387. 408. 409. 413? 424. 433. 437.
446. 458. 475. 559. 754. — Ser.
367. 369. 382. 390. 404. 412. 417.
449. 451. 493. — Or. 763.
Boretti G. A. Mus. z. Op. 25.
Bosellini Franc. Text z. Or. 651.
Brunamonti Franc, Text zu Ser. 671.
La Caduta di Gerico. Or. 555.
Caio Fabbrizio. Op. 659.
Caio GracGO. Op. 473.
Caio Marzio Coriolano. Op. 530.
CaloPepillo.Diy. 411..
Caldano Conto. Text z. Or. 22.
Caldara Ant. Mus. z. Op. 466. 507.
530. 533. 542. 550. 553. 560. 572.
575. 581. 586. 604. 605. 607. 614.
617. 624. 629. 637. 638. 641. 646.
649. 656. 659. 677. 682. 693. 697.
706. 708. 712. 721. 724. 743. 746.
749. — Ser. 464. 521 " 543. 562.
563. 583, 595. 597. 609. 619. 631.
Beil. VIII. Register.
561
647. 661. 662. 668. 669. 672. 673.
683. 685. 710. 726. 732. 733. 737.
739. — Or. 478. 490. 491.497. 510.
537. 538. 546. 555. 565. 590. 591.
601. 612. 622. 623. 633. 634. 636.
645. 653. 665. 676. 688. 689. 704.
705. 718. 730. 741.
Camilla, regina de Voltci. Op. 333.
II Campidoglio ricoperato. Op. 463.
Cantate. 4. 12. 16. 44. — C. allagorica.
561.
Cantica dl Salomone. Or. 243.
Capellini C. Mus. z. Ser. 44. 157. 158.
Caproli Carlo. Mus. z. Or. 206.
11 Carcerler« dl so modosimo. Op. 394.
Carssana. Text z. Ser. 181.
Casatr P. Mus. z Ser. 700.
La Casta Paneiopa. Op. 76.
De Cattelli N. Text zu Ser. 492.
De Castalli P. Text z. Or. 205. 501.
Casielli Paolo. Mus. z. Or. 205.
La CastJtik al cimonto. Or. 490.
Catena Giov. B. Text z. Or. 663. *
Cavalli Fr. Mus. z. Op. 9. — Ser. 3.
La Cena del Signore. Or. 567.
CoftI M. Anton. Mus. z. Op. 40. 45.
51. 52. 59. 60. 61.
Cbilonida. Op. 122. 132. 460.
La Chimora. Op. 192. 288.
La Chioma di Boronico. Fest. mns.
314.
Chi piA sa manco Tintonde. Op. 72.
Clallis RInaldo. Text z. Or. 380. 468.
Cibole ed Atti. Op. 49.
CicognInI Giac. Andr. Text z. Op. 9.
15.
Cidlppol Op. 84.
11 Cloio, ia Terra, i'Abitto. Or. 165.
Lo Clnquo piaghe di Cristo. Or. 136.
Lo Ginqao vergini prudenii. Or. 342.
Circo fatta saggia. Ser. 494.
Giro. Op. 511.
II Giro crescento. Div. 23.
Giro in Armenia. Div. 709.
Giro riconosciuto. Op. 746.
KKehel, J. J. Fax.
Gleiia. Festa teatr. 713.
La Glemenza di Augusto. Div. 399.
La Glemenza di Gesare. Div. 639.
La Glemenza di Oavidde. Or. 407.
Gleonice. Op. 719.
La Gloridea. Op. 42.
Ciotilde. Op. 421.
La Golpa originale. Or. 545. 785.
La Gomedia del Segreto. Div. 353.
Comedia ridiöula. 65.
11 Commun giubiio di mondo. Div. 370.
379.
Gomponimento a 2 voci 615. dramm.
739.
Goncerto musicale. 227.
La Goncordia deiia Virtft. Div. 395
La Goncordia de' Pianeti. Ser. 597.
Concorto deir Aiiegrezza. Ball. 50.
La Congiura del Vizio. Scherzo 283.
La Gonquista delle Spagne. Ser. ? 440.
La Gonquista dei Vello d'oro. t'est.
teatr. 138.
LaContesa doli' Aria e doli' Aqua. Fest.
Cav. 57.
Contesa de Numi. Div. 595.
II Gontrasto della Boüezza e del Tempo.
Div. 628.
Conti Franc. Mus. zu Op. 421. 482.
502. 503. 507. 511. 512. 519. §27.
539. 549. 554. 570. 573. 580. 592.
603. 613. 630. 691. — Ser. 492.
494. 540. 561. 587. 596. 606. 608.
628. — Or. 429. 545. 557. 568.
577. 602. 611. 703.
Conti Ign. Mus. z. Ser. 640. 650. 651.
713. 720. 731. 734. — Or. 664.
715. 729. 740. 751. 752. 785.
La Gonversione di Maddaiena. Or.390.
II Convito di Baidassare. Or. 401.
De Cordova Ant. Text z. Comp. 87.
Gornaccliia C. G. Text z. Or. 517.
La Corona d'Arlanna. Fest teatr. 626.
La Corona d' Imeneo. Cant. 647.
La Corona dl spIna cangiata. Or.
119.
36
562
Beil. VIII. Register.
Corradi Giul. Ces. Text z. Op. 362.
La Corte. Or. 381.
Costa Ant. Mus. zu Or. 517.
Costantino. Op. 522.
La CosUnza d' Ulisse. Op. 378.
Costanza e Fortezza. Op. 593.
La Costanza trionfante. Or. 454.
Creso. Op. 1^1. Trag. 592.
Cristo condannato. Or. 538.
Cristo neir orto. Or. 547.
11 Crocifisso per grazia. Or. 290.
Cupeda Oonato. Text z. Op. 263. 313.
324. 360. 361. 364. 371. 376. 378.
387. 396. 397. 409. - Ser. 34.
283. 303. 317. 359. 367. 370, 372.
379. 388. 410. 411. 412. 462. -
Or. 309. 414.
Curzio. Op. 155.
Oafne. Op. 725.
Oafne in Lauro. Ser. 504.
Oanlello. Or. 686.
Dario Franc. Text z. Or. 457.
David. Or. 611.
II David persoguitato. Or. 602.
Davide revaricante. Or. 206.
David umiliato. Or. 688.
La Deborra. Or. 729.
La Decima fatica d' Ercole. Ser. 477.
La Decoliazione di Giov. Batt. Or. 471.
515.
Gii Dei concorrenti. Epit. mus. 125.
Gil Dei festeggianti. Op. 253.
li Delizioso retiro dl Lucullo. F. teatr.
358.
Delia Madonna de satte dolori. Or.
569.
Dei Mai loa menot. Com. 87.
II Demetrio. Op. 682. 782.
Demofoonte. Op. 712.
La Deposizione deila croce. Or. 645.
La Destruzione d' Hai. Or. 651.
I Desider) d' Eco. Ser. 134.
Dialogo tra ii Docoro e la Plaoidezza.
Ser. 692.
Dialogo tra i' Aurora ed 11 Sole. Diy.
640. 684.
Dialoge tra r inclinazione ed il Bene.
Div. 678.
Dialogo tra la Prudenza e la VivacitA.
Div. 696.
Dialogo tra la Vera disciplina ed il
Genio. Div. 668.
Dialogo tra Minerva ed Apollo. Ser.
648.
Dialogo. Pastor. 694.
Diana amante. Op. 347.
Diana placata. Op. 534.
Diana rappacificata. Cant: 377.
Diana vendicata. Fest, teatr. 747.
Didone costante. Div. 221.
Diiuvio. Or. 32
Oio placato Or. 250.
Die sul Sinai. Or. 557.
II Oielacim'ento di Siaara. Or. 535.
Le Oisgrazie d' Amore. Op. 60.
i Dieingannati. Op. 656.
La Oivina providenza in Ismaol. Or.
702.
II Divino Imeneo. Or. 525.
Don Chisiotte in corte delia Duchesta.
Op. 637.
Don Chisciotte in Sierra Morena. Op.
549.
I Ooni heroici. Ser. 265.
La Donna forte. Or. 516.
Donna reaL Cant. 2.
II Dono delia vita eterna. Sep. 244.
La Dorl. Drafinn. 40.
Draghi Ant. Mus. z. Op. 24. 33. 35.
42. 48. 58. 62. 63. 64. 66. 68. 69.
73. 75. 76. 77. 79. 80. 83. 84.
86. 90. 91. 92. 101. 105. 106. 107.
108. 114. 115. 116. 118. 122. 124.
129. 130. 131. 132. 133. 138. 141.
142. 143. 144. 147. 155. 156. 159.
164. 168. 179. 184. 191. 192. 211.
224. 235. 239. 241. 246. 252. 256.
261. 262. 263. 267. 270. 272. 281.
288. 294. 295. 301. 311. 312. 313.
Beil. VIII. Register.
563
314. 323. 324. 325. 327. 328. 358.
360. 361. 365. 371. — Ser. 27. 47.
55. 64. 71. 85. 95. 98. 99. 100. 102.
109. 110. 112. 113. 122, 125. 126.
127. 134. 135. 139. 140. 148. 154.
161. 172. 173. 176. 177. 178. 180.
183. 188. 189. 190. 195. 196. 200.
201. 202. 204. 212. 213. 219. 220.
223. 225. 227. 229. 230. 236. 237.
242. 245. 247. 251. 260. 264. 265.
266. 275. 276. 277. 278. 283. 284.
285. 286. 296. 297. 298. 303. 305.
306. 316. 317. 320. 326. 332. 335.
336. 337. 339. 340. 343. 344. —
Or. 46. 74. 89. 104. 119. 128. 136.
150. 162. 170. 174. 175. 199. 207.
210. 217. 244. 248. 258. 259. 269.
274.- 280. 290. 291. 300. 310. 334.
338. 341. 342. 366.
Draghi Anton. Text zu Op. 21. 24. 33.
42. 68. 70. — Div. 41. 47. 55. —
Or. 36. 74.
Dramma musicum. 6.
J Due Dittattori. Op. 629.
I Due Rä. Or. 687.
Ecco rawlvata. Fest. mus. 182.
Egitto. Fav. dramm. 3.
Eleazaro. Or. 783.
Elia. Or. 652.
L' Eiice per musica. Ball. 53.
Elisa. Op. 551.
Eilsabetta. Gant. 671.
Gli Elog). Fest. mus. 212.
Gii Embiemi. Fest. mus. 188.
L' Empietä delusa. Or. 517.
Endimione. Op. 428. - 559.
Enea in Itaila. Op. 147.
Enea negli EiisJ. Op. 679.
Enone. Op. 721.
Entraia di Cristo nel deserto. Or.
248.
Epitafii sopra il Sepolcro. Or. 89.
L' Eraclio. Op. 271.
Ercole acquistatore deli' immortalitik.
Op. 63.
Ercole in cioio.' Ser. 476. 495.
L' Ercole vincItore dello Indie. Gant.
422.
Ercole Vincitore di Gerione. Ser. 452.
Die Ergetzungsstund der Sciavlnen.
Gom. m. Mus. 228.
Die Erlösung des menschlichen Ge-
schlechts. Or. 163.
V Eroe immortale. Ser 531.
L' Eroina d' Argo. Ser. 777.
L' Esaltazione di Salomone. Or. 643.
L' Esclamar a gran voce. Or. 269. 363.
L' Esopo. Tragic. 403.
Espero festeggiante. Ser. 183.
Ester. Or. 601. 772.
L' Etearco. Op. 433.
LEternitä soggetta al tempo. Sep.
207.
Eucleo festeggiante. Ser. 369.
Eumaschi A. Text. z. Or. 169.
Euristeo. Op. 604.
L'Europa. Introd. 335.
Ezechia. Orat. 715. 763.
La Fama accresciuta. Div. 736.
La Fama addormentata. Op. 246.
La Fama illustrata. Op. 158.
Faustini Giov. Text z. Fav. 3.
Li Favoriti deila Fortuna. Op. 143.
Fedeltä e generoeitä. Gomed. 286.
La Fede pubblica. Op. 364.
Federici Domen. Text z. Op. 48. —
Div. 53.
La Fede sacrilega. Or. 509.
La FeliCftA di Sejano. Op. 86.
Feraspe. Op. 413.
Ferdinand III. Kais. Mufl. z. Ser. 6.
Ferrari Bened. Text z. Op. 10.
Ferrl. Text z. Or. 341.
Ficiani P. Luigi. Text z. Or. 149.
La Fiera. Div. 279.
II Figliuolo prodigo.Or.37. — 468. —
740.
36*
564
Beil. VIII. Register.
Fileno e Clori. Div. 112.
Filipeschi Abb. Text z. Ser. 385.
Filipeschi Domen. Text .z. Or. 471.
478. 483. 515.
Le Finezze deli' amicizia. Op. 365.
La Rnta ceciU di Antioeo. Op. 312.
11 Finto Attrologo. Int. Com. 213.
II Finto Policaro. Tragic. 519:
II Flore delle Eroine. Div. 412.
Florl Andr. Mus. z. Op. 466. — Ser.
276. 495.
Flavio Anlclo. Op. 771.
La Flecha deir Amor. Com. esp. 96.
La Flora. Ser. 423.
II Fönte delia Salute. Or. 526.
Le Fonti della Beotla. F. mus. 194.'
La Fortuna annichllata. Div. 731.
La Fortuna delle corti. Ball. 135.
La Fortuna, II Vaior e la Giustizla.
Ser. 426.
La Forza MV amicizia. Op. 184. 302.
La Forza deir- amicizia In Oreste. Op.
646.
La Forza deir amore e deiP odio. Ser.
781.
La Forza dell' amor filiale Op. 263.
361.
Forza d'un bei volto. Cant. 343.
Fozio Franc. Text z. Ser. .596. 601.
612. — Or. 687.
II Fratricidio dl Caino. Or. 152.
Free Chi Domen. Mns. z. Or. 357.
I Frutti deir albero della croce; Or.
280.
Fuoco eterno custodito. Op. 106.
Fux Job. Jos. Mns. zu Op. 397. 399.
520. (522.) 534. 551.584. 593. 626.
679. — Ser. 448. 450. 459. 462.
477. 504. 513. 563. 582. 618. —
Or. 509. 516. 524. 526. 535. 547.
556! 567. 635. 654.
Gabbrini Gius. Mus. zu Or. 165.
Gabrielil Diamante. Text zu Op. 14.
La Gala delle antiche Eroine. Ser. 436.
La Galatea. Op. 21.
Galatea vendicata. Festa teatr. 554.
606.
La Galeria della Fortuna. Ser. 277.
La Gara del Genio con Glunone. Ser.
755.
La Gara della Misericordia. Orat. 26.
La Gara della VIrtü. Or. 579.
La Gara delle quattro ttagloni. Ser.
367.
La Gara di GenJ. Fest, teatr. 83.
La Gara dl Pallade e Venere. Cant.
661.
Le Gare degl' amantf. Div. 189.
Le Gare de' Beni. Ser. 374.
Gargieria Al^ Text zu Or. 555.
Gasparini Franc. Mus. zu Op. 466. -
Ser. 465. 552. — Or. 406.
II Gedeone. Or. 762.
La GenerositA di Alessandro. Op. 28.
La GenerosItA di Artaserse, Ser. 760.
680.
La Generositä Spartana. Ser. 786.
11 Genie deiuso. Gr. 169.
Germania II di che spende. Cant. 669.
Gerusalemme convertita. Or. 718.
Gesft Cristo negato da Pletro. Or. 556.
Gesft flagellato. Sep. 470.
Gesd presentato nei templo. Or. 741.
Gianettino Ant. Mus. zu Ser. 182. 356.
416.
Glanguir. Op. 607.
Glardini G. Batt. Text zu Or. 557.
II Glardino della Virtft. Div. 202.
11 Glasone. Op. 9.
Gioaz. Or. 634. 742.
Giobbe. Or. 621.
Gioco delle sorti. Intr. 55.
Gionata. Or. 653.
II Giorno ffellce. Div. 594.
II Giorno natalizio deir Imperatrice.
Ser. 532.
il Gioseffo. Or. 429.
Gioseffo che Interpreta I sogni. Or.
633. 751.
Beil. VIII. Register.
565
II Giudice di vUia. Interm. 186.
La Gludma. Or. 479.
II Gludizio dl Enone. Op. 576.
Jl Gludizio di Paride. Div. 356.
II Gludizio di Paride, corretto. Ser. 437.
II Gludizio di Salomone. Or. 380.
II Gludizio rivocato. Ser. 758.
Cliunone placata. Op. 618.
Jl Glusto afflitto. Or. 752.
Giuseppe, figiluolo di Giaeob. Or. 590.
Giuseppe rieonosciuto. Or. 717.
J Glorlosi presagl di Seipione. Ser.
410. •
Gordiano Pio. Op. 376.
La Gratitudine di Mtridate. Div. 722.
Grazianini Catter. Mus. zu Or. 420.
518.
Le Grazie vendicate. Div. 732.
Griselda. Op. 613. .
Grimani Hargarlta. Mus. zu Ser. 496.
500. 515. 548.
Grimani Vine. Text zu Ser. 467.
La Grotta di Vulcano. Op. 235.
Guadagni P. Text zu Op. 94.
Gundeberga. Op. 91.
Haendei Georg. Mus. zu Ser. 467.
L' Harpocrate. Op. 261.
Masse G. Ad. Mus. zu Op. 714. 719.
t)r. 686.
Hellmann H. J. Mus. zu Ser. 707. 711.
723. — Or. 727.
Mofdamea-Comoedie. Mus. 240.
Hoffer J. J. Bailetmus. zu 314. 324.
328. 358. 361. 364. 365. 371. 375.
378. 886. 392. 394. 396. 402.
U Humanitt redenU. Or. 74.
L'ldea del fellee govemo. Ser. 359.
Iflde greca. Op. 80. 323.
Ifigenia In Aulide. Op. 542.
Imeneo. Op. 638.
Imeneo triomfante. Ser. 366.
Impegnarsi per complimento. Scherz.
354.
Le Imprese deir Achille di Roma. Op.
295.
Gl' Ineantesimi discioltl. Ball. 98.
L' Industrie amorose. Op. 315.
L' Inganno d' amore. Op. 10.
L' Inganno tradito dair amore. Op. 572.
L'^lngenio a sorte. Ser. 170.
L' Ingratitudine rimproverata. Or. 121.
Ali' ingresso dl Cristo nel deserto. Or.
210.
L' Inimico generoso. Ser. 619.
L'Innocenza di 8. Eufemla Or. 391.
L' Innocenza lllesa. Or. 307.
L' Interciso. Or. 484.
Intramezzo di musica. 332.
Introduzlone ad un Ballo. 102. 172.
214. 337. — ad una festa di Cam. 95.
LJ Invidia eonculcata. Div. 41.
lone. Op. 54.
Isacco flgura 11 Bedentore. Or. 791.
Ismaeie. Or. 536.
Issicratea. Op. 630.
Issipile. Op. 691.
L' Istro oesequioso. Ser. 304.
Jefte. Or. 274.
Julo Ascanlo. Ser. 448.
Le Lagrime dl S. Pletro. Or. .56.
Lagrime delia Verglne. Or. 30.
Le Lagrime plft gluste. Or. 216.
I Lamenti d'OHoo. Ser. 787.
La Lanterna dl Diogene. Op. 107.
Legrenzi Glov. Mus. zu Or. 419.
Lemene Franc. Text zu Ser, 368. 559.
Op. 424.
Leonida i» Tegea. Op. 77. 306.
Leopold I. Kaiser. Mus. zu Op. 70.
322. Ser. 72. 167. 202. 228. 240.
318. 329. — Or. 22. 37. 67. 121.
163. 187. 198. 215. 345. 373.
Leueippe Festia. Op. 142.
U UberailtA di Numa. Div. 734.
II LIbro oon sötte sigilli. Or. 310.
li Limbo aperto, Or. 341.
La Ura d' Orteo. Div. 204.
566
Beil. VIII. Register.
Livia. Op. 683.
Le Lodi di Augusto. Div. 726.
Lotti Ani Mus. zu Op. 522. — Or.
489. 508. 655.
Lucchini Ant. Mar. Text zu Or. 674.
702. 703. 715. — Ser. 700.
Lucio Papirio Ditiaiore. Op. 553.
Luti Giov. B. Text zu Or. 233. 250.
Luti Fll. Text zu Or. 165.
II Lutto deir Univerto. Or. 67.
Macchio Qlac. Text zu Or. 523.
MaccIonI G. Batt« Mus. zu Ser. 11. _
Text zu Op. 11.
Maddalena ai piedi di Cristo. Or. 497.
Maddali Bernard. Text zu Or. 524.
588. 600. 643.
La Madre degli Oei. Fest. mus. 296..
La Madre de Maccabei. Or. 761.
La MaestA condotta ai tempio. Ser.
711.
La Magnanimltä di Allessandro. Ser.
658.
La MagnanimitA di Caio Fabrizio. Op.
311.
Le Maghe di Tessaglia. Op. 133.
Malvezzi Ottav. Text zu Op. 267.
Manzoni Francesca. Text zu Or. 729.
761. 773.
Marcelio Bened. Mus. zu Ser. 616.
Marceilo Giov. Text zu Op. 19.
La Maria lebbrosa. Or. 784.
Maria Magdalena. Or. 36.
Marlani G. Batt Mus. zu Ser. 354.
Mario fuggitivo. Op. 446.
II Marito ama p\h. Fest, teatr. 252.
Marte plaeato. Ser. 435.
li Martirio de Maccabei. Or. 469.
II Martirio di S. Catarina. Or. 389.
II Martirio di S. Susanna. Or. 415.
II Martirio di S. Giov. Nepom. Or. 690.
II Martirio di 8. Lorenzo. Or. 478.
II Martirio di 8. Teronziano. Or. 546.
La Mascherata. Div. 47.
Mattel Loretto. Text zu Or. 243.
Matteie Nie. Balletmus. zu 502. 503.
507. 512. 522. 527. 539. 549. 550.
553. 575. 580. 581. 586. 592. 593.
605. 607. 613. 614. 617. 637. 638.
641. 646. 649. 656. 679. 682. 691.
693. 697. 706. 708. 712. 721. 743.
746. 749. — Ser. 657.
Mazza Domen. Text zu Ser. 422.
Medoiago Ant 7 Text zu Op. 408.
Melani Aless. Mus. zu Or. 152. — Ser.
355.
Meieagro. Op. 425. - 608.
Le Memorie doloroee. Or. 151.
Mercurio eeploratore. Op. 29.
Meride e 8elinuRte. Op. 571.
II Merito uniforma I gen]. BaU. 285.
II Mete di Marzo. Ser. 459.
Metastasio P. Text zu Op. 666. 679.
682. 691. 693. 697. 708. 712. 714.
719. 724. 735. 743. 746. 749. 782.
788. — Ser. 732. 739. 766. 7G.S.
774. 775. 779. 789. - Or. 676.
689. 705. 714. 742. 772. 784. 791.
MInato Nicolo. Text zu Op. 58. 69.
75. 76. 77. 78. 79. 80. 83. 84. 86.
90. 91. 92. 101. 105. 106. 107. 108.
109. 114. 115. 116. 118. 122. 124.
129. 130. 131. 132. 133. 138. 141.
142. 143. 144. 147. 155. 156. 159.
164. 179. 184. 191. 192. 202. 2^1.
212. 224. 235. 241. 245. 246. 252.
256. 261. 262. 270. 272. 276. 277.
278. 281. 294. 296. 301. 311. 312.
314. 315. 327. 328. 358. 375. 460.
475. — Ser. 71. 85. 95. 98. 99.
100. 110. 112. 113. 126. 127. 134.
153. 157. 161. 168. 170. 176. 180.
189. 193. 195. 196. 197. 200. 201.
204. 219. 220. 223. 225. 226. 227.
229. 230. 231. 232. 234. 237. 238.
239. 242. 247. 254. 260. 264. 265.
266. 284. 285. 286. 298. 305. 316.
320. 326. 330. 331. 332. 339. 340.
677. — Or. 82. 88. 89. 97. 119.
121. 128. 136. 150. 162. 174. 175.
Beil. VIII. Begister.
567
187. 199. 207. 209. 216. 217. 244.
259. 290. 291. 310. 334. 342. 363.
373.
II MIstico Giobbe. Sep. 414.
Mitridate. Op. 649.
Mixtum Autiriacum. Ser. 154.
La Moglie ama megllo. Diy. 262.
La Monarchia Latina. Fest. mus. 58.
146.
Moneglia Glov. Andr.* Text zu Op. 59.
II Monte Chlmera. Div. 193.
Moreto Ag. Text zu Comp. 103.
Mortem Adr. Text zu Op. 268.
La Morte del cuor penitente. Or. 419.
La Morte di Crlsto. Or. 416.
La Morte e Sepoltura di Crlsto. Or.
612.
La Morte vinta sul Calvario. Or. 430.
Mos^ liberato dal Nile. Or. 406.
620.
Mosö neil' Egitto. Or. 664.
Mosö presenrato. Or. 568.
Musica di Camera. 157. — per la festa
delle Arcidnchesse e Dame di
Corte 318. — per una simile
Comed. 329. — per una feeta
di Cam. 238.
Musica, Pittura e Poesla. Div. 226.
Muzio Scevola. Op. 475.
Naaman. Or. 577.
Nabot. Or. 665.
Nabucodonosor. Or. 431.
Nanini Domen. Mus. zu Or. 454.
Napoll ritornaia a Romani. Ser. 439.
II Narciso. Ser. 368.
La Nascita di Minerva. F. mus. 105.
II Natale d' Auguste. Cant. 521. 710.
11 Natale dl Giove. Az. mus. 789.
II Natale di Giunone. Ser. 449.
II Natale di Minerva. Ser. 662. 733.
II Natale di Numa. Pomp. Ser. 776.
Negri. Mus. zu Op. 507.
Negro Abb. Text zu Or. 415.
Del Negro Ant. Text zu Ser. 487.
Neri 6. Batt. Text zu Op. 421. — Or.
418. 633. 751.
Del Nero Paol. Text zu Ser. 440. 444.
— Or. 499.
Nettuno e Flora. Op. 52.
Nigella e Clori. Cant. 672.
Nigella e Nisa. Fast. 699.
Nigella e Tirsi. Fast. 631.
Le Ninfe ritrose. Fest, teatr. 241.
Niobe. Op. 348.
Nitocri. Op. 581.
II Nodo Gordiano. Op. 236.
li Nemo di Giove celebrato. Cant. 685.
II Nemo pift gloriose. Ser. 464. 543.
Noris Matt. Text zu Op. 111.
Le Nozze di Aurora. Op.'584.
Le Nozze dl Mercurlo. Prol. 230.
Numa Pompilio. Op. 111.
II Nume d'Atene. Ser. 780.
La Nuov'a Gara di Giunone. Div. 417.
Gll Obbllghi deir Universo. Cant. 173.
Offendere per amare. Op. 302. 397.
L' Olimpiade. Ser. 708.
Onore trionfante. Op. 48.
Opera. 62.
Operette. 39.
L' Oracolo d' Amore. Or. 124.
L' Oracolo d' Apollo. Div. 382.
Oracolo del fato. Comp, di c. 465. 552.
Oratorlo. 38. — Oratorio della vlta
umana. 81.
Oratorio di Santa Orcola u. s. w. S.
Santa Orsoia u. s. w.
L'Ore postmeridiane di parnasso. Div.
120.
Orieo od Euridice. Op. 93. 309. —
Ser. 513.
Orlandini L. Text zu Mel. 273.
Ormisda. Op. 575.
Omospade. Op. 641.
L'Oronisbe. Ser. 33.
L'Osservanza della divina legge. Or.
703.
Gli Ossequi della Nette. Ser. 462.
:::^
568
Beil. VIII. Register.
L'OMequio delia Bizzarla. Intr. 350.
L' Ossequio della Poesia. 8er. 303.
L'Ouequio di Flora. Ball. 161.
V Ossequio fra gli Amori. Ser. 336.
L' Ossequio nel fuggir l'ozio. Div. 320.
L' Ozio Ingannato. Fest. mus. 351.
Ozio pigro e neghittoso. Ser. 71.
La Face e Harte. Ser. 385.
La Face fra ia Virtik e la Beilezza. Div.
768.
La Face richiamata. Ser. 765.
La Face tra i numi. Ser. 331.
La Face trionfante. Caat 5.
Pacierl Qius. Mus. zu Or. 292.
Pagliardi G. M. Mus. zu Op. 111. —
Ser. 353.
Fallade e Harte. Comp, dramm. 496.
Fallade trionfante. Fest, teatr. 587.
II Palladio conservato. Div. 735.
.11 Falladio di Roma. Op. 224.
Famfill Bened. Text zu Op. 152. —
Or. 249.
Pancotti Ant. Mos. zu Ser. 181. 293.
li Faradiso aperto. Or. 97.
Fariati Fietro. Text zu Op. 308. 309.
310. 311. 312. 314. 315. 317. 505.
511. 512. 519. 520. 522. 527. 528.
530. 549. 551. 570. 573. 576. 580.
584. 592. 593. 603. 626. 653. 654.
— Ser. 476. 503. 506. 513. 529.
531. 532. 534. 540. 544. 552. 554.
561. 562. 594. 597. 606. 608. 738.
— Orat. 291. 292. 296. 297. 298.
299.
II Farnaso accusato. Div. 766.
Fasquini Bern. Mus. zu Or. 249.
Fasquini Claudio. Text zu Op. 625.
637. 646. 656. 706. — Ser. 627.
628. 630. 631. 639. 640. 642. 64a
650. 658. 660. 667. 668. 670. 678.
680. 681. 683. 692. 695. 696. 698.
699. 701. 707. 709. 711. 713. 720.
723. 725. 726. 731. 733. 734. 736.
737. 744. 745. 747. 748. 755. 756.
757. 758. 760. 764. 765. 767. 770.
776. 777. 786. 787. — Or. 654. 690.
716. 740. 752. 790.
Fasserini Franc. Mus. zu Or. 233.
250. — Div. 384.
La Fassione del liostro Signore. Or.
676.
La Fassione dl Crlsto. Or. 472.
La Fassione nell' orto. Or. 456.
Fastorale a 2 vooi. Cant. 701.
La Fazienza di Socrate con due moglie.
Scherzo dr. 168. 677.
I Fazzi Abderiti. Op. 116.
Le Fazzie degl' amanti. Past. 384.
Federzuoli J. F. Mus. zu Ser. 160.
166. 186. 193. 194. 197. 214. 221.
222. 226. 231. 232. 238. 350. 351.
— Or. 208. 209. 216. 334. 352.
II Pellegrinaggio delie Grazie. Fest,
t. 278.
II Pelope geloso. luv. dramm. 19.
Pelopida Tebano InTessalia. Op. 301.
Feneiope. Tragie. 603.
II Fentimento di Davidde. Or. 455.
Ferroni Qiov. Mus. zu Ser. 671. — Or.
579. 589. 621.
li Perseo. Op. 73. — Div. 769.
Perucci Andr. Text, zu Or. 762.
I Planati benigni. Epil. 260.
Le Plante delia virtd. Capr. 298.
Fieria. Op. 650.
La FietA contrastata. Or. 104.
La PietA del Numa. Div. 767.
II Figmatione in Cipro. Fest mus. 266.
Le Piramidi d'Egitto. Div. 326.
Firro. Op. 114.
Piselll Gius. Text zu Or. 546.
Fistocchi F. Ant. Mub. zu Ser. 315.
La Pift bella. Ser. 514.
La Pid generosa Spartana. Div. 219.
La ?\h gloriosa ffatica d' Ercole. Op.
405.
Le ?\fH rieche gemme. Div. 297.
La flacidia. Ser. 461.
Plotina. Föst. teatr. 670.
Beil. VIII. Register.
569
Polaroli C. F. Mus. zu Ser. 384;
il Pomp d'oro. Fest, teatr. 51.
Le Pompe deir Istro. Appl. 140.
Porpora Nie. Mus. zu Op. 505. 528.
541. — Ser. 564. -r- Or. 762.
Porsile Giut. Mus. zu Op. 571. 625.
753. — Ser. 529. 532. 544. 574.
. 585. 594. 615. 625. 639. 660. 667.
692. 694. 696. 736. 758. — Or. 558.
566. 578. 588. 600. 610. 620. 632.
643. 674. 686. 717. 761.
Predieri Luc' Ant. Mus. ^u Op. 788.
— Ser. 764. 768. 769. 775. 779. ~
Or. 773. 791.
II Premio deir onore. Ser. 756.
La Prosa di Tobe. Ser. 453.
Prescimonio Qius. Text zu Ser/ 595.
Primero es la Honra. Com. esp. 103.
II Principe generoso. Op. 45.
II Profeta Ella. Or. 675.
U Profezia d'Eliseo. Or. 418.
Le Profezie adempite. Or. 400«
Le Profezie evangeliclie d'lsaia. Or.
622.
Prologo e Intermed] deila Marianna.
Ser. 27.
Le Promesse degli Del. Ser. 330.
La ProsperitA di Elio Sejano. Op. 75.
Proteo sul Rene. Ser. 404.
Provare per non recltare. Comp.
p. mus. 99.
Psiche., Div. 563. 582. — Poem.
dramm.402.
Psiche cercando Amore. Ser. 251.
Puicheria. Ser. 450.
Raguagllo della Fama. Div. 166.
II Ratto delle Sabine. Op. 108.
La Recreazione di Tempo. Op. 229.
II Re dei Dolor. Or. 591.
II Re Gelidoro. Fav. dramm.l7.
j-a Regina de Volsci. Op. 272.
Reinhard J. G. Mus. zu Ser. 514. 531.
— Op. 576. — Or. 525.
RemiglcOon. Text zu Op. 45.
Reutter Job. Georg )un. Mus. zu Op.
646. 648.-677. 702. — Ser. 642.
670. 680. 681. 684. 695. 698. .701.
709. 722. 725. 735. 788. 744. 747.
750. 766. 770. 777. — Or. 644. 652.
658. 663. 678. 690. 716. 728. 742.
784.
Le Richezze della madre de' Gracchi.
Ser. 222.
Richter Ford. Tob. Mus. zu Or. 218.
309. — Ser. 304. 330.
U Ringiovinito. Fest. mus. 276.
II Riposo nei disturbi. Div. 264.
Le Risa di Oemocrito. Cam. 79. 375.
II Risarcimento della ruota. Ball. 220.
II Ritorno di Giulio Cesare. Op. 409.
II Ritorno di Toseo. Ball. 242.
II Ritorno di Tobla. Or. 444. 716.
Rivale amoro di tre fratelli. Com. 117.
LI Rivali concordi. Op. 287.
La RivaiitA della Prudenza e deila for-
tuna. Ser. 293.
La RivalitA neir ossequio. Dir. 177.
Roberti Frigimalica. Text zu Or. 38L
Rodiano Riccardo? Text zu Or. 390.
Rodogone. Op. 129.
II Romolo. Op. 396.
La Rosabra. Op. 267.
De Rossi Camiila. Mus. zu Or.'441.
457.468.481.
Rossi M. Rocco. Text zu Or. 431.
Ruprecht Hans Albr. Text zu Or. 163.
198.
La Sacra Lancia. Or. 175.
II Sacrifizio d'Abramo. Or. 22. 233.
457. 773.
II Sacrifizio d'Amore. Ser. 225.
II Sacrifizio di Berenice. Ser. 487.
11 Sacrifizio di Gefte. Or. 610.
I) Sacrifizio d' Isacco. Sep. 443.
II Sacrifizio di Noe. Or. 589.
11 Sacrifizio in Aullde. Op. 738.
II Sacrifizio non Impedito. Or. 291. .
I Sacrifici di Romolo. Ser. 451.
570
Beil. Vill. Register.
Salio Gius. Text zu Or. 610. 644.
Sancet Fei. Mus. zu Op. 78. — Ser.
4i 12. 13. 16. 27. — Or. 56. 82.
88. 97.
Sancio Panza, governatore. Op. 706.
II Sangue e Taqua usciti. Sep. 300.
Santa Agata. Or. 149.
Santa Agnese. Or. 249.
Santa Beatrice d'Eete. Or. 441.
Santa Catarina. Or. 31.
Santa Catarina d'Alessandrla. Or.
120.
Santa Elena. Or. 208.
Santa Elena al Calvario. Or. 689.
Santa Eufrosina. Or. 499.
Santa Ferma. Or. 537.
SanU Flavia Domitilla. Or. 510.
Santa Geltrude. Or. 483.
Santa Giuditta. Or. 338. ^7.
Santa Orsola. Or. 308.
Santa Orsola vergine. Or. 319.
Santa Teresa. Or. 445.
Santo Agostino. Or. 289.
Santo Alesslo. Or. 481.
Sanf Antonio di Padua. Or. 215.
Santo Battista. Or. 645.
Santo Casimiro. Or. 498.
Santo Ermenegildo. Or. 309.
San Geminiano. Or. 518. 420.
San Giovanni Nepomuzeno. Or. 636.
San Paolo in Ateno. Or. 790.
San Pietro in Cesarea. Or. 730.
La Sapienza umana. Or. 480.
Sartorio Ant. Mus. zu Op. 93.
i Satiri in Arcadia. Fast. 503.
Sbarra Franc. Text zu Op. 28. 51.
52. 60. 61. — Div. 57.
Scarlatti Aiess. Mus. zu Op. 185. —
Or. 428. 486. 498.
Scegiiere non petendo. Div. 123.
Scherzo musicaie. 231.
La Scliiava fortunata. Op. 61.
Schlegel. Text zu Com. 167.
Schmelzer Andr. Balletin. 177. 178.
184. 191. 192. 195. 204. 211. 219.
220. 242. 247. 275. 277. 281. 294.
295. 301.
Schmelzer Joh. Heinr. Balletmus. zu
50. 51. 57. 58. 64. 90. 91. 92. 98.
105. 115. 116. 122. 129. 130. 132.
138. 141. 143. 144. 147. 168. —
Ser. 153. 171. — Or. 137. 151.
Le Scioccaggini degii PsillL Cam.
239.
Lo Sciocco deluso. Com. con Ar. 657.
Scipione Africano ii Maggiore. Ser.
667. 737.
Scipione nelle Spagne. Op. 586.
Scirtoniano Aiindo. Text zu Or. 428.
486.
11 Secondo Adamo. Or. 7.
Sedecia. Or. 428. 486. 704.
11 Segne dell umana salute. Or. 217.
11 Segreto d'amore. Mel. 273.
La Semiramide. Op. 59.
Semiramide in Ascalone. Op. 614.
ii Sepolcro neu' orto. Or. 485.
La Sepoitura di Cristo. Sep. 432.
Serano Camillo. Text zu Or. 26.
Serenata a 6 voci. 616.
Sere deli' Aventino. Div. 305.
Serini Gius. Mus. zu Or. 169.
SesostrL Op. 527. 753.
La Sete di Cristo in croce. Or. 209.
Le Sette Consolazioni di üaria. Or. 82.
Le Sette maggiori dolori di üaria. Or.
345.
Die Sieben Alter stimben zusamben.
Ser. 171.
Sieg des Leidens Christi. Or. 198.
Ii Siienzio dl Harpocrate. Op. 130.
Silvani Franc. Text zu Op. 413. 538
Sirita. Op. 550.
Siroe. Op. 714.
Sisara. Or. 558.
Lo Smemorato. Op. 201.
Li Sogni. Ser. 113.
II Sogno deiie Grazie. Ball. 190.
11 Sogno di Scipione. jSer. 779.
II Sole ecciissato. Or. 128.
Beil. VIII. Register.
571
11 Sole, ia Fenice, II Tempo. Cant.
372. 388.
Spartaco. Op. 625.
Lo Specchlo. Cant. 127.
Lo Specchlo istorico. Div. 254.
La Speranza assicurata. Ser. 744.
Le Stagloni ossequiosel Fest. mus.
109.
Stampiglia Nunzlo. Text zu Or. 455.
469. 479. 484.
Stampiglia Silvio. Text zu Op. 333.
433. 437. 446. 458. 463, 473. 502.
- Ser. 382. 436. 439. 449. 451.
453. 459. 493. 495. — Or. 485. 589.
Die Starke der Liebe beim hell. Grabe.
Or. 137.
Statira. Div. 750.
Steffani Agost. Mus. zu Op. 287.
La Strage degi' Innocenti. Or. 46.
Gli Stratagemi di Biante. Op. 191.
LO Studio d'Amore. Ball. 237.
Suipizia. Op. 93. 325.
Susini P. Text zu Com. 117.
La Svegilata. Carn. 159.
La Tanisia. Op. 256.
II Teatro delle passioni. Fest. mus.
270.
Teiemacco. Ser. 398.
Teiesilla. Op. 660.
Temistocie. Op. 386. 541. 749.
Temistocie In Persia. Op. 179.
11 Tempio d'Apollo in Delfo. Ball. 195.
II Tempio di Diana. Op. 144.
II Tempio di Giano chiuto. Div. 627.
II Tempo e Ia VeritA. Ser. 681.
II Tempo fermato. Div. 574.
II Terremoto. Or. 199.
Teteo in Greta. Op. 512.
La Tessalonica. Op. 101.
II Testamente di Nostro SIgnore. Or.
635.
«
Teti. Fav. dramm. 14.
Die ThOrichte Schwer. Com. 203.
Tigrane. Op. 474.
Timone misantropo. - Op. 322.
La TIrannide abbattuU. Op. 327.
II Titolo posto sttlla croce. Or. 162.
Tobia. Or. 566.
Tomiris. Op. 408.
Torneo. Op. 255.
Tosi Franc. Mus. zu Or. 389.
Tosi Gius. Mus. zu Op. 268.
Trajano. Div.'748.
II Transite di Giuseppe. Or. 187. 373.
Gli Tre amanti. Cant. 344.
Li Tre chiodi. Or. 150.
Tre Cori unisce Amore. Cant. 13.
Trialogo del nataie del Signore. Or.
352.
Li Tributi. Introd. 181.
11 Tribute del Savi. Div. 284.
Tricarico Gius. Mus. zu Op. 28. —
Or. 26.
II Trionfator de Centauri. Ball. 110.
II Trlonfo d'Amore e d'lsmene. Cant.
583.
II Trlonfo del Carnevaie. Masch. 200.
II Trionffo della CastitA. Or. 491.
11 Trionfo della Croce. Or. 88.
II Trionffo della Fama. Ser. 596.
II Trionfo della Fede. Or. 524.
II Trionffo della Grazia. Or. 442.
li Trionfo doli' Amicizia e deir Amore.
Ser. 482. 599.
II Trionffo deir Amor divino. Or. 292.
II Trionfo della pietA. Ser. 321.^
II Trionfo della Religione e deir amore.
Or. 623.
II Trionffo dl Davide. Or. 205. 501.
II Trionfo di Giuditta. Or. 600.
11 Trionfo d'lmeneo. Ser. 257.
Tullio Hostiilo aprendo ii Tempio di
Giano. Op. 211.
Turia Lucrezla. Op. 1 15.
Turne Aricino. Op. 437.
Tychian. Mus. zu Or. 31. 149.
L'Ubbidienza a DIo. Or. 674.
L'UbbIdlenza del Tempo. Ser. 383.
572
Beil. VIII. Register.
Ulitte erraiite. Op. 8.
L'UmllU coronata. Or. 508. 655.
Die Unverhofften Freuden. Scbäferg.
299.
L'Usctta di Cristo nel Deserto. Or. 258.
Uslenghi Carl. Text zu Or. 454.
La Vaghezza dei fato. Op. 94.
I Vari effettl d'amorl. Ball. 223.
La VarietA di fortuna. Op. 281.
Vaticinio di Apollo. Op. 349.
i VaticinJ di Tiresla. Fest. mus. 164.
Vegiia di Parnasso. Op. 339.
Le Veglie ossequiose. Ser. 153.
Le Veglie di Tempo. Ser. 340.
Velardi Gius. Text zu Or. 578.
Venceslao. Or. 174. — Op. 617.
La Vendetta deir onesti. Ser. 245.
La Vera NobiltA. Ser. 778.
La VeritA neir inganno. Op. 533. 673.
Die Vermeinten BrOder. Comed; 167.
Vero amore fa «oave ogni fatica. Ball.
64.
il Vero ommaggio. Cant. 774.
La Via del Saggio. Op. 573.
Vienna feiteggiante. Ser. 160.
De Villatti Leop. Text zu Or. 621.
652. 664.
Vinci Leonardo. Mus. zu Op. 666.
II Vincitor magnanimo. Op. 148. 282.
La Virtft delia croce. Or. 324.
La Virtii e la BeHezza In lega. Ser. 585.
La Vir(b ffesteggiata. Ser. 529.
La Virtik guerriera. Inv. dramm. 18.
La Virtd, gulda della fortuna. Ser.
723.
Le Virtü regle. Div. 316.
La Vialtazione dl S. Elisabetta. Or.
500.548.
La Vita nel morti de' Serpenti. Ball.
145.
La Vita nelia morte. Sep. 259.
La VIttoria della Fortezza. Ball. 247.
II Veto crudeie. Or. 489.
Wagenseii Ciiilst. Mus. zu Ser. 787.
Ximenea Cav. Text zu Op. 35. Div. 72.
Zftclier Joli. Hicli. Mus. zu Com. 299.
Zaira. Op..560.
Zaieuco. Op. 118.
Zamponi Gius. Mus. zu Op. 8.
Zanelii Ippol. Text zu Op. 618.
Zarabela Andr. Mus. und Text zu
Ser. 321.
Zati Gaet. Text zu Or. 675.
II Zelo di NaUn. Or. 578.
11 Zelo eroico di 8. Carlo. Or. 523.
Zeno Apostolo. Text zu, Op. 386. 466.
507. 522. 527. 539. 541. 549. 550.
553. 570. 571. 575. 581. 586. 604.
605. 607. 617. 629. 638. 641. 649.
659. 721. 753. 754. 771. — Ser.
563. 566. 582. 570. — Or. 558. 577.
590. 611. 613. 614. 622. 634. 645.
653. 665. 686. 688. 704. 718. 730.
741. 763.
Zenöbia. Op. 488. 788. 25. 698.
Zlani Andr. Balletmus. zu 53.
Ziani Harc. Ant. Mus. zu Op. 375.
386. 396. 403. 425. 434. 460. 507.
— Ser. 411. 422. 423. 463. 506. —
Or. 380. 400. 414. 430. 443. 456.
470. 480. 485. 499.
Ziani P. A. Mus. zu Op. 21. 41. —
Ser. 34. — Or. 30.
Le Zingare. Ball. 197.
Beilage IX.
Häufiger vorkommende Texte von Kirchenmusiken.
•
!• Messen. (Missa solemnis.)
Kyrie eleison! Christe eleison ! Kyrie eleison!
Gloria in excelsis Deo Et in terra pax hominibus bonae voluntatis !
Laudamus te, Benedicimus te, Adoramus te , Glorificamus te, Gratias agi-
mns tibi propter magnam gloriam tuam. Domine Dens rex coelestis, Dens
pater omnipotens, Domine fili unigenite Jesu Christe! Domine Dens, agnus
Dei , filius patris, Qui tollis peccata mundi, miserere nobis ! Qui tollis pec-
cata mnndi, suscipe deprecationem nostram ! Qui sedes ad dexteratn patris,
miserere nobis ! Qaoniam tu solus sanctus, Tu solus altissimus Jesu Christe,
Cum sancto spiritu in gloria Dei patris. Amen. -
Credo in unum Deum, patrem omnipotentem, factorem coeli et
terrae, visibilium omnium et invisibilium ; Et in unum. Dominum Jesum
Christum, filium Dei unigenitum. Et ex patre natum ante omnia secula^
Deum de Deo , lumen de lumine , Deum verum de Deo vero , Genitum non
factum, consubstantialem patri per quem omnia facta sunt, Qui propter nos
homines et propter nostram salutem descendit de coelis Et incamatus est
de Spiritu sancto ex Maria virgine Et homo factus est, Crucifixus etiam pro
nobis sub Pontio Pilato passus et sepultus est, Et resurrexit tertia die se-
cundum scripturas Et ascendit in coelum, sedet ad dexteram patris Et
iterum venturus est cum gloria iudicare vivos et mortuos ; cuius regni non
erit finis \ Et in spiritum sanctum dominum et vivificantem , qui ex patre
filioque procedit, Qui cum patre et filio simul adoratur et conglorificatur^
qui locututf est per prophetas; Et unam sanctam catholicam et apdstolicam
ecclesiam. Confiteor unum baptisma in remissionem peccatorum, Et expecto
resurrectioQem mortuorum Et uilam venturi seculi. Amen.
Sanctus dominus Dens Sabaoth! Pleni sunt coeli et terra gloria
tua ! 0 8 a n n a in excelsis.
Benedictus qui venit in nomine domini! Osanna in excelsis!
Agnus Dei qui tollis peccata mundi miserere nobis! Agnus Dei^
qui tollis peccata mundi, Dona nobis pacem.
%• Missa pro defunctis.
Requiem aetemam dona eis domine! Et lux perpetna luceat eis!
Te decet hymnns, Dens, in Sion, Et tibi reddetar votnm in Jerusalem. Ex-
574
Beil. IX. 2.
audi orationem meam, Ad te omnis caro veniet. Requiem aeternam dona eis
Domine! Et lux perpetua luceat eis!
Kyrie eleison! Christe eleison ! Kyrie eleison !
Dies irae, dies illa
Solvet seclum in favilhi
teste David cum Sybilla.
Quantus tremor est futurus,
quando judex est venturus ,
cuncta stricte discussurus !
Tuba mirum spargens sonum
per sepulchra regionum, *
coget omnes ante thronum.
Mors stupebit et natura,
cum resurget creatura
iudicanti responsura.
Lfber scriptus proferetur,
in quo totum continetur,
unde mnndus iudicetur.
Judex ergo cum sedebit,
quicquid latet apparebit,
nil inultum remanebit.
Quid sum miser tum dicturus,
quem patronum rogaturus,
cum vix justus sit securus?
Kex tremendae majestatis.
qui salvandos salvas gratis
salve me fons pietatis !
Recordare, Jesu pic,
quod sum causa tuae viac,
ne me perdas illa die !
Quaerens me sedisti lassus,
redeinisti crucem passus
tantuB labor non sit cassus.
Juste iudex ultionis,
donum fac remissionis,
ante diem ratio nis !
Ingemisco tanquam reus,
culpa rubet vultus mens,
supplicanti parce Dens !
Qui Mariam absolvisti
et latronem exaudisti,
mihi quoque spem dedisti.
Preces meae non sunt dignae
sed tu, bonus, fac benigne,
ne perenni cremer igne.
Inter oves locum praesta,
et ab hoedis me sequestra
statuens in parte dextra.
Confutatis maledictis
flammis acribus addictis,
voca me cum beuedictis.
Oro supplex et acclinis,
Cor contritum quasi cinis :
gere curam mei iinis !
Lacrimosa dies illa
qua resurget cum fa\illa
iudicandus homo reus !
Huic ergo parce Deus !
pie Jesu Domine,
dona eis requiem. Amen.
Domin eJesu, rex gloriae ! libera animas omnium fidelium defun-
ctorum de poenis inferni et de profundo lacu ! Libera eos de ore leonis ! ne
absorbeat eas tartarus, ne cadant in obscurum ; Sed Signifer Sanctiis
Michael repraesentet eas in lucem sanctam quam olim Abrahae promisisti
et semini ejus. Hostias et preces tibi, Domine, laudis offerimus ; tu suscipe
pro animabus illis, quamm hodie memoriam facimus. Quam olim Abrahae
promisisti et semini ejus.
Sanctus Dominus Deus Sabaoth! Pleni sunt coeli et terra gloria
tua! Osanna in excelsis!
Benedictus, qui venit in nomine Domini! Osanna in excelsis.
Beil. IX. .3. 575
Agnus Dei, qui tollis peccata mundii dona eis requiem! Lux aeterna
luceat eis Domine, cum Sanctis tuis in aeternum, quia pius es !
3. Vesperaesolemnes.
De Confessore.
1. Psalm 109.
1. Dixit Dominus Domino meo: SecTe a dextris meis, donee ponam ini-
inicos tuos scabellum pedum tuornm.
2. Yirgam virtutis tuae emittet Dominus ex Sion, dominare in medio
inimicorum tuorum.
3. Tecum principium in die virtutis tuae in splendoribus Sanctorum,
€x utero ante Lueiferum genui te.
4. Juravit Dominus et non poenitebit eum : Tu es sacerdos in aeter-
num secundum ordinem Melchisedech.
5. Dominus a dextris tuis confregit in die irae suae reges.
6. Judicabit in nationibus , implebit ruinas , conquassabit capita in
terra multorum.
7. De torrente in via bibet, propterea exaltabit Caput Gloria patri
•et filio et spiritui sancto, sicut erat in principio et nunc et semper et in se-
cula seculorum Amen.
2. Psalm 110.
1. Confitebor tibi Domine in toto corde meo in consilio iustorum et
«
congregatione.
2. Magna opera Domini, exquisita in omnes voluntates eins.
3. Confessio et magnificentia opus eins, et iustitia eins manet in se-
culum seculi.
4. Memoriam feoit mirabilium suorum misericors et miserator Domi-
nus, escam dedit timentibus se.
5. Memor erit in seculum testamenti sui.
' 6. Virtutem operum suorum annunciabit populo suo.
7. Ut det illis hereditatem gentium ; opera manuum eins veritas et
Judicium.
8. Fidelia omnia mandata eins, confirmata in seculum seculi, facta in
• veritate et aequitate.
9. Redemptionem misit populo suo, mandavit in aetemum testamen-
tum suum. Sanctum et terribile nomen eins.
10. Initium ' sapientiae timor Domini, intellectus bonus omnibus fa-
cientibus eum, laudatio eins manet in seculum seculi.
Gloria patri et filio et spiritui sancto etc.
3. Psalm 111.
1. Beatus vir, qui timet Dominum, in mandatis eins volet nimis.
2. Potens in terris erit semen eius, generatio rectorum benedicetur.
I
576 Beil. IX. 3.
3. Crloria et tlivitiae in domo eius, et institia eins manet. in seculam
seculi.
4. äxortum est in tenebris lumen rectis, misericors et nriserator et
iustus.
5. Jucandus homo qui miseretur et commodat, disponet sermones in
iudicio.
6. Quia in aeternum non commovebitur.
7. In memoria aeterna erit iustus, ab auditione mala non timebit. Pa-
ratum cor eius sperare in Domino.
. 8. Confirmatum est cor eius, non commovebitur, donec despiciat ini-
micoB SU OS. .
9. Dispersit dedit pauperibus^ iustitia eins manet in seculum seculi,
comu eius exaltabitur in gloria.
10. Peccator videbit et irascetur, dentibüs suis fremet et tabescet, de-
siderium peccatorum peribit.
Gloria patri et iilio et spiritui sancto etc.
4. Psalm 112.
1. Laudate pueri'DominuQi, laudate nonien Domini.
2. Sit nomen Domini benedictum ex hoc nunc et usque in seculum.
3. A solis ortu usque ad occasum laudAbile nomen DominL
4. £xcelsu8 super omnes gentes Dominus et super coelos gloria eius.
5. Quis sicut Dominus Deus noster, qui in altis habitat;
6. Et humilia respicit in coelo et in terra ?
7. Suscitans a terra inopem et de stercore erigens pauperem,
8. Ut collocet eum cum principibus, cum principibus populi siii.
9. Qui habitare facit sterilem in domo, matrem filiorum laetantem?
Gloria patri et filio et spiritui sancto etc.
.5. Psalm 116.
1. Laudate Dominum omnes gentes, laudate eum omnes populi.
2. Quoniam confirmata est super nos misericordia eiüs, et veritas
Domini manet in aeternum.
Gloria patri et iilio et spiritui sancto etc.
6. Evang, Lucae 1, 46— 5&.
46. Magnificat anima mea Dominum.
47. £t exultavit spiritus mens in Deo salutari meo.
48. Quia respexit humilitatem ancillae suae ; ecce enim ex hoc bea-
tam me dicent omnes generationes.
49. Qüia fecit mihi magna, qui potens est et sanctum nomen eius.
50. £t misericordia eius a prögenie in progenie timentibus eum.
51. Fecit potentiam in brachio suo, dispersit superbos mente cor-
dis sui.
52. DepoBuit potentes de sede et exaltavit humiles.
Beil. IX. i. 577
53. £Bnriente8 implevit bonis et divites dimisit inanes.
54. Suscepit Israel .piicrum snum, recordatns misericordiae suae.
55. Sicut locutus est ad patres tiostros, Abraham et semini eins
in secula.
Gloria patri et filio et spiritui sancto etc.
V-. Vesperae. De Beata Maria Virg'ine.
Psaim 121.
1; Laetatns sum in bis, quae dicta sunt mihi, in domnm Domini
ibimus.
2. iStantes erant pedes nostri in atriis tuis Jerusalem.
3. Jerusalem quae aediücatur ut civitas, cuins participatio eins in
id ipsum.
4. lUuc enim ascenderunt tribus Domini, testimonium Israel ad conü-
tendum nomini Domini.
5. Quia illic sederunt sedes super domum David.
6. Rogate, quae ad pacem sunt Jerusalem, et abundantia diligen-
tibns te.
7. Fiat pax in virtnte tua et abundantia in tunibus tuis.
8. Propter fratres meos et proximos meos loquebar pacem de te.
9. Propter nomen Domini Dei nostri quaesivi bona tibi.
Gloria Patri et filio et spiritui sancto etc.
Psalm 126.
1. Nisi Dominus aedificaverit domum, in vanum laboraverunt, qui
aedificant eam. Nisi Dominus custodiverit civitatem, fhtstra vigilat, qui cu-
stodit eam.
2. Vanum est vobis ante lucem surgere. Surgite postquam sederitis,
qui manducatis panem dolens, cum dederit dilectis suis somnum.
3. Ecce heriditas Domini, filii merces fructus ventris.
4. Sicut sagittae in manu potentis ita filii excussonim.
5. Beatus vir, qui implevit desiderium suum ex ipsis non confnndetur,
cum loquetur inimicis suis in porta.
Gloria patri et filio et spiritui sancto etc.
Psalm 147.
*
12. Lauda Jerusalem Dominum, lauda Deum tuum, Sion.
13. Quoniam confortavit seras portanim tuanim, benedixit filiis
tuis in te.
14. Qui posuit fines tuos pacem et adipe frumenti satiat te.
15. Qui emittit eloquium tuum terrae, velociter currit senuo eins.
16. Qui dat nivem sicut lanam, nebulam sicut cinerem.
17. Mittit crystallum suam, sicut buccellas, ante faciem frigoris eius
quis sustinebit ?
Kfirh^f, J. J. Kui. ä7
•"i?« Beil. IX. 4.
18. Emittet verbiim ftimm et liqiiefaciet oa; flabit apiritnB eins et
flnent aquae.
19. Qiü annunciat vcrbuiu sutim Jacob , iusticias et iudicia sua Israel.
20. Non fecit taliter omni nationi et iudicia sua, non manifestavit eis.
Gloria Patri et filio et spiritui sancto etc.
Psalm 143.
1. BeuedictUB Dominus Dens mens, qui docet manus meas ad proe-
lium et digitos meos ad bellum.
2. Misericordia mea et retu^iiim meum, snsceptor mens et liberator
mens, protector meus et in ipso speravi, qui subdit populum meuni
Hub me.
3. Domine, quid est homo, quia innotuisti ei ? aiit fiHus hominis, qui
reputas eumV
4. Homo vanitati similis factus est, dies ejus sicut umbra praetereunt.
5. Domine inclina coelos tuos et descende, tange montes et fumi-
gabunt.
6. Fulgura coniscationem et dissipabis eos , emitte sagittas tuas et
eonturbabis eos.
7. Emitte manum tuam de alto, eripc me et libera me de aquis mul-
tis de manu filioram alienorum.
8. Quorum os locutum est vanitatem et dextera eomm dextera
vanitatis.
9. Dens canticum uovum caotabo tibi, in psalterio, decachordo psal-
lam tibi.
10. Qui das salntem regibus, qui redemisti David servum tuum de
gladio maligno.
11. Eripe me et erüe me de manu filionim alienonim, quonim os lo-
cutum est vanitatem, et dextera eorum dextera iniquitatis.
12. Quorum ülii sicut novellae plantationes in juventute sua. Filiae
eorum compositae, circumomatae ut similitudo templi.
13. Promptuaria eonim plcna, cruetantia ex hoc in illud. Oves eorum
t'oetosae, abundantes in egressibus suis.
14. Boves eorum crassae. Non est ruina maceriae, neque transitus
ueque clamor in plateis eorum.
15. Beatum dixerunt populum, cui haec sunt, beatus populus, cujus
Dominus Deus ejus.
Gloria patri et filio et spiritui sancto etc.
Psalm 29.
1. Exaltabo te Domine, quoniam suscepisti me : nee dilectasti inimi-
cos meos super me.
2. Domine Dens meus clamavi ad te, et sanasti me.
3. Domine eduxisti ab intemo animam meam ; salvasti me a desccndeu-
tibus in lacum.
Beil. IX. 4. •'>7I>
4. Psallito Domino sancti ciiis ot confitoraini momoriac sancti-
tatis eins.
5. Quoniam ira in indignationc eins, et vita in volunt^itc eins.
6. Ad vesperain deraorabitnr fletns et ad matntinum laotitia.
7. Ego antem dixi in abundantia mea: non movcbor in aeternum.
8. Domine in voluntate tua praestitisti dccori meo virtutem, avertisti
faciem tuam a me, et factiis snm conturbatns.
9. Ad te Domine elaraabo et ad Denm nieum deprecabor.
10. Quae utilitas in sangnine meo, dnm descendo in corniptionem ?
numquid confitebitur tibi pulvis aut annuntiabit vcritatem tuaraV
11. Audivit Dominus et misertns est niei, Dominus factus est adju-
tor mens.
12. Convertisti planctum meum in gaudium mihi, conscidisti saecum
meum et circumdedisti me laetitiis.
13. Ut cantet tibi gloria mea et non compungar, Domine Dens mens
in aeternnm confitebor tibi.
Gloria patri et filio et spiritui sancto etc.
Ptalm 127.
1. Bcati omnes, qui timent Dominum, qui ambulant in viis eins.
2. Labores manuum tuarum quia manducabis, beatus es et bene
tibi erit.
3. Uxor tua sicut vitis abundans in lateribus domus tnae, filii tni
sicut novellae olivanim in circuitu mensae tuae.
4. Ecce sie benedicctur homo, qui timet Dominum.
5. Benedicat tibi Dominus ex Sion, et videas bona Jerusalem Omni-
bus diebus vitae tuae.
6. Et videas filios filiorum tuorum paccm super Israel.
Gloria patri et filio et spiritui sancto etc.
Ptalm 128.
1. Saepe cxpugnaverunt me a juventute mea, dicat nunc Israel.
2. Saepe cxpugnaverunt me a juventute mea, etenim non potuerunt
mihi.
3. Supra dorsum meum fabricaverunt peccatores, prolongaverunt ini-
quitatem suam.
4. Dominus iustus conscidit cervices peccatorum.
5. Confundantur et convertantur retrorsum, qui oderunt Sion.
6. Flaut sicut foenuji lectorum, quod priusquam avellatur, cxaniit.
7. De quo non implevit, qui metit, et sinum suum, qui manipulos
colligit.
8. Et non dixenint, qui praeteribant: Benedictio Domini super vos,
benediximus vobis in nomine Domini.
Gloria patri et filio et spiritui sancto etc.
37 *
580 Bell. IX. 6.
Psalm 129.
1. De profundis clamavi ad te Domine: Domine, exaudi vocem mcam.
2. Fiant aures tuae intendentes in vocem deprecationis meae.
3. 81 iniquiUtes observaveris Domine; Domine quis sustinebit?
4. Quia apud te propitiatio est, et propter legem sustinui te, Dbmine.
5. Sustinuit anima mea in verbo eins : speravit anima mea in Domino.
6. A custodia matutina usque ad noctem speret Israel in Domino.
7. Quia apud Dominum misericordia et coplosa apud eum redemptiu.
8. Et ipse rcdimet Israel ex omnibus iniquitatibus eins.
Gloria patri et filio et spiritui sancto etc.
Psalm 130.
1. Domine non est exaltatum cor meum, neque elati sunt oculi mci ;
nequc ambulavi in magnis, neque in mirabilibus super me.
2. Si non humiliter sentiebam sed exaltavi animam meam : sicut ab-
lactatuB est super matre sua ita retributio in anima mea.
3. Speret Israel in Domino ex hoc nunc et usque in seculum.
Gloria patri et filio et spiritui sancto etc.
'5« Litaniae Lanretanae de Beata Virgine.
Kyrie eleison! Christe eleison! Kyrie eleison! Christe audi nos!
Christe exaudi nos ! Pater de coelis Dens miserere nobis ! Fili redemptor
mundi Deus miserere nobis! Spiritus sancte Dens, miserere nobis. Sancta
Trinitas unus Deus, miserere nobis !
Sancta Maria ora pro nobis ! Sancta Dei genitrix, Sancta virgo vir-
ginum, Mater Christi, Mater divinae gratiae, Mater purissima, Mater ca-
stissima, Mater inviolata, Mater intemerata, Mater amabilis, Mater admira-
bilis, Mater Creatoris, Mater Salvatoris, Virgo prudentissima, Virgo vene-
randa, Virgo praedicanda, Virgo potens, Virgo Clemens, Virgo fidelis,
Speculum iustitiae, Sedes sapientiae, Causa nostrae laetitiae, Vas spirituale,
Vas honorabile, Vas insigne devotionis, Rosa mystica, Turris Davidica,
Turris ebumea, Domus aurea, Foederis arca, Janua coeli, Stella matutina^
Refugium peccatomm, Consolatrix atTlictorum, AnxDIum christianonim,
Regina angelorum, Regina Patriarcharum, Regina Prophetarum, Regina
Apostolorum, Regina Martynim, Regina Confessonim, Regina virginum,
Regina sanctorum omnium — ora pro nobis.
Agnus Dei, qui tollis peccata mundi, parce nobis Domine!
Agnus Dei, qni tollis peccata mundi, exaudi nos Domine !
Agnus Dei, qni tollis peccata mundi, miserere nobis!
Sub tuum praesidium confugimus Sancta Dei genitrix, nostras depre-
cationcs ne despicias in neccssitatibus nostris, sed a periculis cunctis li-
bera nos scmper, Virgo gloriosa et benedicta, domina nostra, mediatrix
nostra, advocata nostra, tuo Filio nos reconcilia, tno Filio nos commenda,
nos repraesenta.
Beil. IX. 6. 581
•• Completorium.
1. Psalm 4.
1. Cum invocarem exaudivit me Deus justitiae meae , in tribulatione
dilatasti mihi.
2. Miserere mei et exaudi orationem meam.
3. Filii hominum, usquequo gravi corde ? utquid diligitis vanitatem et
quaeritis mendacium?
4. £t scitote quoniam mirifieavit Dominus sanctum suum, Dominus
exaudiet me cum clamavero ad eum.
5. Irascimini et nolite peccare, quae dicitis in cordibus vestris, in
cubilibus vestris compungimini.
6. Sacrificate sacrificium justitiae et sperate Domino. Multi dicunt:
Quis ostendit nobis bona?
7. Signatum est super nos lumen vultus tui Domine , dedisti laetitiam
in corde meo.
8. A fructu frumenti, vini et olei sui multiplicati sunt
9. In pace in id ipsum dormiam et requiescam , quoniam tu Domine
singulariter in spe constituisti me.
Gloria patri et filio et spiritui sancto etc.
2. Psahn ao.
1. In te Domine speravi, non confundar in aetemum, in justitia tua
libera me.
2. Inclina ad me aurem tuam, accelera, ut enias me.
3. Este mihi in Deum protectorem et in domum refugii ut salvum me
facias.
4. Quoniam fortitudo mea et refugium meum es tu, et propter nomen
tuum deduces me et enutries me.
5. Educes me de laqueo hoc, quem absconderunt mihi, quoniam tu es
protector mens.
6. In manus tuas da spiritum meum, redemisti me Domine, Dens
veritatis.
Gloria patri et filio et spiritui sancto etc.
«
3. Psalm 90.
1. Qui habitat in adjutorio altissimi, in protectione Dei coeli commo-
rabitur.
.2. Dicet Domino: Snsceptor mens es tu et refugium meum, Dens
mens, sperabo in eum.
3. Quoniam ipse liberavit me de laqueo venantium et a verbo aspero.
4. Scapulis suis obumbrabit tibi, et sub pennis ejus sperabis.
5. Scuto circumdabit te veritas ejus, non timebis a timore noeturno.
6. A sagitta volante in die , a negotio perambulante in tenebris, ab
incursu et daemonio meridiano.
582 B«il. IX. 6.
7. Cadent a latere tuo millc et decem millia a dcxtris tuis ad te aut^'m
non appropinquabit.
8. Verumtamcn oculis tuis considorabis et rctributionem pcccatoniin
vidcbis.
9. Quoniam tu es, Dominc, spes mca, altissimum posuisti refu^iim
tuum.
10. Non accedct ad te mal um , et flageUum non appropinquabit taber-
naculo tuo.
11. Quoniam angclis tuis raandavit de te, ut eustodiant te in (»mnibus
viis tuis.
12. In manibus portabunt te, no forte offendas ad lapidem pedem
tuum.
13. Super aspidem et basiliscum ambulabis et conculcabis leonem et
draconem.
14. Quoniam in mc speravit, liberabo eum, quoniam cognovit nomen
meum.
15. Clamabit ad me et ego exaudiam eum , cum ipso sum in tribula-
tione; eripiam eum et glorificabo eum.
16. Longitudine dierum replc^bo eum et ostendam illi salutare meum.
Gloria patri et tilio et spiritui sancto etc. ^
4. Psalm 183.
1. £cce nunc benedicite Dominum omnes servi Domini.
2. Qui statis in domo Domini in atriis domus Dei nostri.
3. In noctibus extoUite manus vestras in sancta et benedicit« Do-
minum.
4. Benedicat te Domine ex Sion, qui fecit ceoelum et terram.
Gloria patri et filio et spiritui sancto etc.
5. Hymnus.
Te lucis ante terminum Procul reccdant somnia,
Rerum Creator, poscimus. Et noctium phantasmata,
Ut pro tua dementia Hostemque nostrum comprime
Sie praesul et custodia. Ne polluantnr corpora.
Praesta pater piissime,
Patrique compar ünice
Cum spiritu paraclito
Reg^ans per omne seculum. Amen.
6. Canticum Simeonis. Lucae 2, e.
Nunc dimittis servum tuum Domine secundum verbum tuum in pace
Qtda videmnt oculi mei salutare tuum,
Quod parasti ante faciem omnium populorum,
Lumen ad revelationem gentium et gloriam plebis tuae Israel.
Gloria patri et filio et spiritui sancto etc.
Beil. IX. 7—12. 583
Gradualien, Mottette, Hymnen.
9« Ave Maria gratia plena, Dominus tecum , benedicta Tu in mu-
lieribus et benedictus fructus ventris tiii, Jesus. Saucta Maria, materDei,
ora pro nobis peccatoribus nunc et in hora mortis nostrae. Amen.
9* AlmaRedemptoris mater, quae pervia coeli porta manes et
Stella maris , succurre cadenti Bürgere qui curat populo , tu quae genuisti
natura mirante tuum sanctum genitorem, virgo prius ac posterius, Gabrielis
ab ore sumens illud Ave, peccatorum miserere.
•• Ave reg! na coelorum,
ave Domina angeloruro,
Salve radix, salve porta,
ex qua mundo lux est orta.
Gaude virgo gloriosa,
Super omnes speciosa,
Vale o valde decora
et pro nobis Christum exora.
fO. Kegina coeli laetare, Alleluja!
quia quem meruisti portare, Alleluja!
surrexit, sicut dixit, Alleluja!
Ora pro nobis Deum; Alleluja!
lt. Salve Regina, mater misericordiae,
vitae dulcedo et spes nostra, salve.
Ad te clamamus exules filii Evae
ad te suspiramus gementes et flentes
in hac lacrymarum valle.
Eja ergo advocata nostra,
illos tuos misericordes oculos ad nos convcrte,
et Jesum, benedictum fructiim ventris tui
nobis post hoc exilium ostende
o Clemens, o pia
o dulcis virgo Maria.
1!S. TeDeum laudamus, Te Dominum confitemur, Te aeternnm Pa-
trem omnis terra veneratur. Tibi omnes angeli, Tibi coeli et universae pote-
states, Tibi Cherubim et Seraphim incessabili voce proclamant: Sanctus
Dominus Deus Sabaoth , pleni sunt coeli et terra majestatis gloriae Tuae.
Te gloriosus Apostolonim chorus, Te Prophetarum laudabilis numerus, Te
Martyrum candidatus laudat exercitus, Te per orbem terrarum sacra con-
titetur Ecclesia, Patrem immensae majestatis, venerandum tuum verum et
unicum ßlium, Sanctum quoque paraclitum. Tu, Rex gloriae. Tu sempiter-
nus es filius. Tu ad liberandum susceptunis hominem non horruisti virginis
Uterum, Tu devicto mortis aculeo aperuisti credentibus regna coelorum. Tu
ad dexteram Dei patris sedes in gloria Patris, Judex crederis esse ven-
584 Bell. IX. 12-
tnnis. Te ergo quaesumus tuis famulis subveni, quos pretioso sanguine
redemisti, aeterna fac cum sanctis tuis in gloria numerari. Saivum fac popii-
lum tuum , Domine , et benedic hereditati tuae et rege eos et extolle illoä
usque in aetemum. Per singulos dies benedicimus Te et laudamus nomen
'^Tuum in seculum seculi. Dignare, Domine, die isto sine peccata nos cnsto-
dire miserere nostri, Domine, fiat misericordia Tua, Domine super nos,
quemadmodnm speravimus in Te. In Te Domine speravi, non confundar
in aetemum.
Beilage X.
Thematlsehes Yerzeichniss der Compositionen yon
Johann Josef Fux.
Köchol. J- J. Fax-
Beil. X.
Die masicalischen Compositiooen von J. J. Fax wurden der Nachwelt
nur zum geringsten Theile in gedruckten Ausgaben erhalten. Gedruckt
wurden überhaupt zu jener Zeit nur wenige Compositionen, besonders wenn
sie, wie in unserem Falle, ftir die ELirche bestimmt waren, oder eine strenge
Richtung verfolgten.
Von den Compositionen des J. J. Fux im Druck kennt man nur:
Concenhts munco-inslrumeniaiis in 7 partes divisus. 1701 in Nürnberg
bei Felsecker 's Erben erschienen , ein äusserst seltenes Werk , dessen Mit-
theilung ich der Güte des Besitzers, des Herrn Prof. Rad. Wagener in
Marburg verdanke. Femer
Elisa, festa teatrale (Beil. X. 812), welche bei Jeanne Roger in Amster-
dam (wahrscheinlich 1719) in schönem Kupferdruck erschien. Die k. k. Hof-
bibliothek in Wien besitzt ein Prachtexemplar davon (AN. 62. D. 12).
Die Missa canonica (Beil. X. 7) in Partitur erschien in neuerer Zeit bei
F. Peters und bei Kühnel in Leipzig.
Das Prachtwerk Car. Proske, Munca Divina (IV Tomi 1853—1863)
hat im II. und III. Bande 7 Kirchenmusik-Compositionen des Fux abge-
druckt , wie diess bei den Nummern des nachfolgenden Verzeichnisses, 68«
95. 108. 186. 158. 222. 286. bemerkt ist.
Nach einer handschriftlichen Bemerkung des Musikhistorikers Simon
Molitor sollen auch gedruckt erschienen sein:
36 Trio für 2 Violinen und Bass , um 1700 in Amsterdam aufgelegt.
Davon war jedoch nirgends ein Exemplar ausfindig zu machen.
Unter dem der Zahl nach beträchtlichen handschriftlichen Nachlasse
sind nur wehige Autographe des Componisten, allein die meisten der
Abschriften stammen aus der Zeit der Composition.
Bei weitem das bedeutendste Material in dieser Richtung gewährte die
k. k. Hofbibliothek in Wien, wohin unter dem Hofbibliothek - Präfecten
Grafen MorizDietrichstein und Hofrath J. F. v. M o s e 1 die Manuscripte
aus dem Archiv der k. k. Hofkapelle übertragen und mir durch die Zuvor-
kommenheit der Herren Custoden Theodor G. v. Karajan und
Dr. Faust Pachler leicht zugänglich gemacht wurden. Es befinden sich
dort die Partituren sämmtlicher Opern (mit Ausnahme von Oper 801 und 802)
dann der Oratorien in schönen Lederbänden, die Eirchencompositionen,
Messen, Vespern^ Litaneien u. s. w. in gut geschriebenen Stimmen mit
Umschlägen, welche die Zeit der stattgefundenen Aufführungen enthalten.
Das Archiv der k. k. Hofkapelle hat nur eine Anzahl von
Partite a 3 für 2 Violinen und Bass mit Orgelbegleitung zurückbehalten.
A*
4 Beil. X.
Das Archiv des Wiener Musikvereins besitzt ausser einer
nicht unbedeutenden Anzahl von Compositionen , darunter mehrere Opern
und Oratorien y auch eine sehr schatzenswerthe Sammlung von Opemtext-
Büchern aus der Zeit Leopold I. , Josef I. und Karl VL
In den Sammlungen der Wiener Kirchen von St. Augustin,
St. Peter, St. Michael und von den Schotten fand sich wohl einiges,
das aber die gehegten Erwartungen nicht erreichte. Desto angenehmer
überraschten die reichhaltigen Vorräthe in den Stiften Göttweigi in
Unterösterreich und Kremsm finster in Oberösterreich, welche durch
die dankenswerthen Bemühungen der Herren Chordirectoren Hermann
Moser inGöttweig und Maximilian Kerschbaumer in Kremsmünster
mir zu ausgedehnter Benützung geöffnet wurden.
Von auswärtigen Sammlungen habe ich die reiche kön. Bibliothek
in Berlin, wo Herr Gustos F. Espagne, und die kön. Musikbibliothek
in Dresden hervorzuheben, wo Herr Gustos Mor. Fürstenau und Hof-
kapellmeister Kietz mir freundlichst an die Hand giengen.
In letzter Zeit kam mir aus der kön. Bibliothek in Berlin ein Manu-
scrvptverzeichniss der Gompositionen von J. J. Fux zu, das zu ihrem
Verfasser das (1853 verstorbene) Mitglied der kais. Hofkapelle in Wien
Alois Fuchs hat, der auch als eifriger Autographensammler bekannt
war. Dieses Verzeichniss stimmte mit meinen Forschungen in Wien zum
grössten Theile, ich konnte aber auch einige mir bis dahin unbekannte
Nummern daraus entnehmen, wie dies an ihrem Orte bemerkt ist.
Alle diese Quellen wurden mit genauer Angabe, woher sie stammen,
bei jeder Nummer in dem nachfolgenden Verzeichnisse verwerthet, das
zwar keinen Anspnich auf Vollständigkeit macht, aber doch mehr enthält,
als bisher bekannt war.
Einige leitende Betrachtungen über dieGhronologie der Gompo>
sitionen mögen hier noch gestattet sein.
In allen Fällen ist es bei bedeutenden Künstlern interessant, das
Datum der einzelnen Gompositionen zu ermitteln, um darin den Fort-
.schritt und die Höhe der Schöpfungskraft mit den Lebensjahren des Gom-
ponistcn zusammenzustellen, abgesehen von den oft bedeutenden Bezie-
hungen zu äusseren Vorhältnissen, und dem Masstabe, welchen man an
Producte der Jugend und des reiferen Alters zu legen gewohnt ist
Bei den Gompositionen unseres Meisters sind wir nur bei sehr wenigen
durch die Aufschrift auf dem Titel des Manuscriptes völlig
sicher des Datums. Dies ist der Fall bei sämmtlichen Opern und Ora-
torien, dann bei dem 1701 erschienenen Goncentus musico-instrumentalis
und sehr wenigen Kirchen- und Kammer-Gompositionen.
In dem thematischen Verzeichnisse wurde in dieser Richtung alles
aufgenommen, was mindestens einen Fingerzeig geben konnte ; vieles davon
1 Zu hedauorn iat , dHss bei der Feuersbrunst im Jahre 1718 auch siinmtliohe
Notenvorrüthe des Slifles xu Grunde ^ieng^en.
Beil. X. 5
Hess jedoch die Hauptsache unentschieden. Dies war der Fall bei den
Umschlägen der Stimmenabschriften in der k. k. Hofbibliothek, welche
entschieden aus der Zeit der Composition sind. Auf den meisten dieser
Umschläge ist sorgfaltig (gewöhnlich mit Bleistift) die jedesmalige Auf-
führung mit dem genauen Datum des Jahres und Tages angemerkt. Natür-
lich wurde von diesen Aufzeichnungen willkommene Notiz genommen , und
besonders jede erste AufHlhrung des Stückes in das Verzeichniss über-
tragen. Sehr bald zeigte sich aber, dass diese Umschläge öfter gewechselt
worden seien, denn bei mehreren Nummern war die bemerkte erste Aiif-
führung aus einem Jahre nach dem Tode des Fux; bei zahlreichen Jahr-
gängen war eine unverhältnissmässig grosse Anzahl von> ersten Aufführun-
gen bemerkt, wie aus den Jahren 1726, 1727, 1728, 1729; in diesen wurden
wahrscheinlich die Umschläge erneuert, und ohne früherer Aufführungen zu
erwähnen, von dem Zeitpunkte des Austausches der Umschläge neu ange-
fangen vorzumerken. Diese Aufschriften der Umschläge beweisen daher
nur negativ, dass die fragliche Composition nicht nach der angemerk-
ten ersten Aufiftihrung entstanden sei. ~
In einigen Fällen ist dem Namen dos Fux „Compositore di S. M. I.*'
oder „Vice-Maestro di Capeila di S. M.^ beigefügt, die ersten (sehr wenigen)
mussten daher in die Jahre 1698 bis 1711, die zweiten in die Jahre 1711
bis 1715 fallen.
Es ist sicher, dass Fux nicht erst 1698 als Hofcompositor angefangen
haben konnte zu componieren, und doch leiten uns die angeführten chrono-
logischen Behelfe mit Ausnahme eines einzigen nicht über das Jahr 1698
zurück, wo Fux bereits 38 Jahre zählte. Diese eine Composition ist ein
Requiem, nach einer schriftlichen Bemerkung des verstorbenen Musik-
historikers Simon Molitor (in der k. k. Hofbibliothek) das Requiem (Beil.
X. 51), nach einer andern Bemerkung in der kön. Bibliothek zu Berlin das
Requiem (X. 53), welches Fux im Jahre 1697 zur Leichenfeier der Erzher-
zogin Eleonora, verwitweten Königin von Polen (gest. 16. Dec. 1697) com-
poniert haben soll. Dieses Requiem wäre daher die früheste zeitsichere
Composition.
Auch die Daten von 1698 ab bis zum Jahre 1711 sind äusserst dürf-
tig, und nach 1711 bis 1715 noch keineswegs reichlich zu nennen. Auf 1700
führt eine Aufschrift der Missa St. Michaelis (X. 38) im Stifte Göttweig , sie
gewährt aber nicht volle Sicherheit; der Concentus musico-instrumentalis
ist 1701 gedruckt in Nürnberg erschienen ;' als Compositore di S. M. (1698
bis 1711) erscheint nur die Sonata a tre (X. 868); von 1703 ist die Sinfonia
zu der Oper Proteo sul Reno (X. 882) ; von 1704 das Te Deum (X. 271) ; von
1702 die Opern la Clemenza d*Augusto (X. 801) und Offendere per amare
(X. 802) ; von 1708 die Opern Pulcheria (X. 808) und Julo Ascanio (X. 804) ;
von 1709 die Opern GH ossequj della notte (X. 305) und II mese di Marzo
(X. 806) ; von 1710 die Oper La decima fatica (X. 307). — Damit sind die
zeitsicheren Compositionen vor 1711 erschöpft. — Die Compositionen
von 1711—1715, wo Fux als Vice - Kapellmeister angegeben wird, sind
6 Beil. X.
etwa 8 bis 10, und auch bei diesen ist noch fraglich, ob der Titel nicht
später dazu gesetzt wurde.
Aus allem ist so viel klar geworden , dass aus solchen Bruchstücken
kein chronologisches Verzeichniss zusammengestellt werden konnte;
wesshalb man sich darauf beschränken musst^, die Compositionen nach
dem Gegenstande zu ordnen.
Die Aufschriften auf den Umschlägen übrigens , wenn sie auch in Hin-
sicht des Datums der Composition keine Sicherheit gewähren , enthielten
doch andere brauchbare Notizen. Aus der bei manchen Compositionen un-
gewöhnlich grossen Zahl von Aufführungen, zuweilen 1, ja 2 bis 3 jährlichen
Wiederholungen während einer Reihe von Jahren ; dann bei anderen Com-
positionen , wie bei Requiem (X. 51) und Te Deum (X. 270), welche nur
bei grössten Festlichkeiten gegeben wurden , liess sich auf das schliessen,
was entweder besonders ansprach oder worein man eine höhere Bedeu-
tung legte.
Dass die Compositionen voiiFux auch ausser Oesterreich schon während
seines Lebens gekannt wurden, ist wohl keinem Zweifel unterworfen, da
gleichzeitige Schriftsteller, wie Mattheson , Quantz u. a. , ihrer mit grossem
Lobe erwähnen. Ausserdem mussten auch die im Druck erschienenen , be-
sonders der Concenttte musico-instrumentalis und die Partite a tre, auch
wenn die Vervielfältigung der letzten durch den Druck nicht bestimmt
nachzuweisen ist, in grösseren Kreisen bekannt gewesen sein. Ob seine
Opern und Oratorien oder die Kirchencompositionen im Auslande aufge-
führt wurden, ist zweifelhaft, wenigstens sind keine bestimmten Belege
dafür da , ungeachtet Partituren davon in den kön. Bibliotheken zu Dresden
und Berlin sich befinden. Für Aufführungen seiner Compositionen in
Oesterreich und speciell in Wien sind aber bestimmte Angaben in den
Aufschriften der Manuscripte der Hofkapelle , so wie der Kirchen in den
Stiften Göttweig und Kremsmünster u. a. 0. vorhanden. Dass die Auffüh-
rungen der Compositionen des Hofkapellmeisters an der von ihm geleiteten
Hofkapelle während seiner Lebensdauer sich oft wiederholten, ist leicht
begreiflich. Anders verhält es sich damit nach dem Tode desselben. Neue
Hofkapellmeister und Componisten wünschen nattbrlich ihre eigenen Com-
positionen zu Gehör zu bringen und die vergangene Zeit muss nach und
nach dem Neuen Platz machen. Was nun die Opern und Oratorien des Fux
betrifft, so ist nirgends bemerkt, dass sie nach seinem Tode in Wien noch
gegeben wurden , und man hat Grund , daran zu zweifeln. Anders verhält
es sich mit den Kirchencompositionen desselben. Aus den erwähnten
Aufzeichnungen auf den Umschlägen der Stimmenabschriften geht mit voller
Sicherheit hervor, dass nach dem Tode des Fux im ersten Decennium (1741
bis 1750) die Wiederholungen seiner Kirchencompositionen in der Hof kapelle
nicht nur in jedem Jahre , sondern jährlich auch mehrere und in grösserer
Zahl statt hatten. Von 1751 — 60 werden sie allerdings minder häufig, doch
kamen einzelne noch jedes Jahr vor; viel sparsamer werden sie im dritten
Decennium bis 1770, und im vierten wurde nur noch im Jahre 1775 unter
Beil. X. 7
HofkapellmeiBter Gins. Bonno die Messe S. Joannis (X. 84) nnd die Vesper
de Confessore (X. 61) gegeben ; damit ward auch der Cyclos der Wieder-
holungen in der Hofkapelle abgeschlossen, so weit diess wenigstens aus
den Aufzkchnungen zu entnehmen ist.
Anderwärts, z. B. im Stifte zu den Schotten und in Göttweig, werden
nach den Hittheilungen der dortigen Chordirectoren selbst noch in unseren
Tagen einzelne Nummern seiner Kirchencompositionen gemacht. — Vielleicht
erlebt Fux seinen späteren Wiederauferstehungstag, wie seine Werke es
verdienten, gleich H&ndel und Seb. Bach, welchen ebenfalls erst lange
nach ihrem Tode eine erneute Theilnahme zugewendet wurde.
8 Beil. X.
Uebersiclit.
Nr.
I. Messen , Requiem (57) 1 — 57
II. Vespern und Psalmen daraus (57; 58—114
III. Litaneien , Completorien (22) 115—186
IV. Gradualien (12) 187-148
V. Offertorium (14) 149—162
VI. Mottette (22) 168—184
Vn. Hymnen (106) 185-290
VIII. Oratorien (10) 291—800
IX. Opern (18) 801—818
X. Partite, Ouvertüren (79) 819—897
XI. Ciavierwerke (8) 898—405
(405 Werke.)
I. Messen, Requiem.
!• Missa Absqne gloria. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass, Orgel
/. Kyrie.
Ky-ri - e e - lei-son e - lei - son e
>.i. j. ji,j i\t=^
es
Ky - ri - e e
2. Credo 0 . 3, Sanctus 0 . 4, Benedicius C • S, Agnus C .
Abschriften. Stimmen: Im Stifte Göttweig.
Anmerkung. Die erwähnte Abschrift hatte keinen Autor auf dem
Titel angemerkt; sie wird aber dort fUr eine Composition des Fux
mit Grund gehalten.
Z.
Arioda. Fftr Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Violinen, 2 Violen,
2 Oboen, Violon, Orgel
i. Sanctus. Sanc
zz
tU8 Sano
tus
Sanc
tus Sanc - tus
rrdl^
2. Benedlctus C.
Abschriften. Partituren : Sanctus und Benedicius in der kön. Musik -
bibl. in Dresden (A. 115). Benedicius allein ebcndort in Zelenka's Collect
musicorum. Libr. III, pag. 92 — 95. Die übrigen Musi&stücke fehlen dort
und sind anderweitig au'ch nicht bekannt — Im ruhig fortschreitenden
Benedicius ist das Osanna mit lebhaft figurierten Noten eingeflochten, und
erst am Schlüsse vereinigen sich alle Stimmen im Osanna.
10
Beil. X. Messen. 3 — 5.
S. Missa Benjamin. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Violinen,
Violoncelli Violon, Oomett, Fagott, 2 Posaunen, Orgel.
1. Kyrie. ^^^^^
Ky-ri - e Ky-ri - e e - lei - son
Violin 2.
Ky - ri - e Ky-ri - e e - lei - sonKy-
Org.
. ^ ' ^■j.^j j.mj
ü
\
2. Gloria C . 3. Credo C .
Abschriften. Stimmen von 1. 2. 3. In der k. k. Hofbibliothek in
Wien AN. 43. A. 101.
Anmerkung. Mehr als die Stücke 1, 2, 3 scheinen nicht componiert
worden zu sein, da das später hinzugekommene Credo in einem besonderen
Umschlag liegt und der gemeinsame Umschlag, der von 1728 bis 28. Oct
1739 = 8 Aufführungen anmerkt, bei diesen abwechselnd den Beisatz „ATyriV
und Gloria** und dann wieder „tuita^ (sc. Messa) hat.
ftt. Missa Bonae spei. Für Sopran, Alt, Tenor, Baas, 2 Violinen,
Violon, 2 Posaunen, Orgel.
Sinfonia. i. Kyrie.
Violino 2»
Ky-ri-e e-lei-son e-lei - son
2. Gloria C . 3. Credo C . 4. Sanctus O . ^. Benedictu8\. 6. Agnus •«.
Abschriften. Stimmen : Im Stifte Schotten in Wien.
ft. Missa Brevis solennitatis. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Vio-
linen, 4 Tromben, Pauken und Orgel.
i. Kyrie.
Andante.
lei-son Kyrie e - lei
lb"f'?C^g,^cl
Ky-ri-e e - lei-sonKy-ri - e e-lei - son e - lei - son
2. Gloria C . 3, Credo C . 4. Sanctus C . Osanna '4. ö. Benedictus '4.
0. Agnus DeiG. Dona nobis '4.
Beil. X. Messen. 6.
11
Autograph. In der k. k. Hofbibl. in Wien (1866 K.) AN. 48. E. 27.
Aufschrift: „Missa brevis Solennitatis a 4 voci concert. Con 4 Trombe
e Timbale. Di Giovan. Oioseffo Fux". 27 Blättef grosses Querformat.
Abschriften. Stimmen: In derk.k. Hofbibl. in Wien AN. 43. A. 98.
(Part. K.)
Anmerkung. Alois Fuchs schrieb auf das Titelblatt : „Comp. 1740^.
Was ihn dazu bestimmte y ist nicht zu errathen. Die Handschrift ist wohl
zitternd, aber doch nicht so sehr, wie in andern Autographen aus seinem
vorletzten Lebensjahre. Die Messe entspricht dem Titel, sie ist kurz und
doch feierlich : die erste Posaune und die Violinen haben theilweise figurierte
Begleitungen. — Auf dem Umschlag der Wiener Abschrift .sind vom 10. Juni
1741 (also nach Fux^Tode) bis 1. Mai 1750 == 19 Au£Führungen angemerkt.
Diese Messe hat, wie keine andere von Fux 4 Trombe. Dieses veraltete
Instrument, Tromba marina (Trumpscheit) genannt, bestand aus einem
langen schmalen Besonanzkasten-, der mit einer starken Darmsaite (wie
das Monochord) bespannt, gegen die Brust gestenimt, mit der rechten
Hand mit dem Bogen gestrichen, mit der linken an gewissen Stellen wie
beim Flageolet berührt wurde, um verschiedene Töne erklingen zu machen.
Ungeübte verstanden nur den Grundton und etwa die Quint, geiibte auch
eine Octavscala herauszubringen. Durch eine primitive Vorrichtung am
Resonanzboden wurde der Ton schnarrend etwa wie bei einer J'rompete
mit Sordine.
•. Missa Brevium ultima. Für Sopran, Alt, Tenor, Bassi 2 Violinen,
Violonoell, Violen, Oomett, Fagott, 2 Posannen, Orgel.
1. Kyrie. Andante, ^^ '
i
I
*
Ky - ri - e e - lei - son -e - lei-son e
^
Ky - ri - e e - lei - son e
lei
e - lei-
Bon
F
EE
;- i- /' /^ J^ / / -r^
^
i
t u \ i' U r, fJ' f I
Ky-ri - e e
lei
son e - lei - son
2. Gloria C . 3. Credo C . 4. Sanctus O . S, Benedicts C . 6. Agnus C .
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien (Part. K.)
— Im Stifte Kremsmünster (K.) — In der kön. Bibliothek der Musik in
Dresden (F. Sehr. I. Fach 8. Lage 4.) (K.).
Anmerkung. Auf dem Umschlage der Wiener Abschrift sind vom
8. Februar 1731 bis 28. Dec. 1743 = 24 Wiederholungen angeführt. Das
Dona ist weiter ausgesponnen.
12
Beil. X. Messen. 7.
9. Messa di San Carlo — Canonica a Cappella. Für Sopran, Alt,
Tenor, Bass.
/. Kyrie eleison. „Canone (Sopr.) Resolutio in 9* bassa; Canone (Basso)
Resolutio in 9> alta."
Sopran.
AU.
Tenor.
Baus,
P
s
e - lei - Bon
(Canon.) \
p j %
Ky-ri - e e-
I
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Ky-ri - e e - lei
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e - lei
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son
e - lei
Ky-ri-
CCanon.)
^ Z ^' I j -g-j^-| j. -'^^ I
Ky-ri - e e
lei
8on
e - lei
2. Chriaie eleison. Canone (Basso) Resolutio in 8^« alta. Canone (Ten.)
Resolndo in 8»« alta — 3, Kyrie eleison. Canone (Sopr.) Resolutio in 7""
bassa. — 4, Gloria. Et in terra Canone (Sopr.) Resolutio in 6*« bassa. —
5. Qui tollis. Canone (Basso) Resolutio in 5* alta. Canone (Alto) Resolute
in 5*« alta. — 6. Cum sancto spiritu. Canone (Tenore) Resolutio in 4« alta. —
7. Credo. Patrem omnipotentem. Canone (Alto) Resolutio in 3« alta per con-
trari movimenti. — 8. Et incarnatus est. Canone (Basso) Resolutio in 3> alta
per movimenti retti. — 9. Cmcifiams Canone (Basso) Resolutio in 2« alta
per movimenti contrari. Canone (Alto) Resolutio in 4« alta. — iO. Et resur-
rexit. Sempre in canone or in una, or in un altra parte per tutti gli intervall
principiando in 9* calando sempre d'un tuono sin all* unisono. — ii. Sanctus.
Canone (Basso) Resolutio in 5'*, 8^« e 12»« alta. — i2. Osanna. Canone
(Basso) Resolutio in 4«, S^« e li«* alta. — IS. ßenedictns a tre. Canone
(Sopr.) Resolutio in 4* e 8^* bassa. — i4. Agnus Dei in Canone , commin-
ciando dalla 17«« per movimenti contrari, poi saltando in 9« per movimenti
retti. Sempre cal ando d'un tuono, finiendo in 4* .
Ausgabe. Partitur: Leipzig, Peters. — Leipzig, Kühnel.
Abschriften. Partituren: In der k. k. Hofbibliothek in Wien:
aj Das Prachtexemplar mit dem Dedicationsschreiben an Kaiser Karl V.
AN. 33. B. 74. b) „Abschrift mit der Bemerkung von M. Haydn: „Descripsit
Michael Hayden 5« 7i»ri.l757.« AN. 48. E.20. ej „Abschrift aus'Kiesewetter 's
Samml. <" SA. 67. D. 33. — dj In der kön. Bibl. der Musik in Dresden (A.
112). Abschrift seines Schülers Joh. Dism. Zelenka, welcher am Schlüsse
schreibt: „Laus Deo et omnibus Sanctis ejus Dresdae 18. Oct. 1719."
Anmerkung. Das schön gebundene Dedications-Exemplar der k. k.
Hofbibliothek hat die Aufschrift: „Messa di San Cario Per Musica Tutta in
Canone e particolarmente diversificata. Nel giorno gloriose di detto Santo
vmilmente consacrata AI Nome felicissimo ed Immortale Della Sacra
Cesarea e Real Cattolica MaestÄ di Carlo VI Imperador de Romani Sempre
Augusto da Giovan-Gioseffo Fux Deir istessa Imperial Maesta Mastro di
Beil. X. Messen. . 8. 9.
13
Capelbi." Dio Widmung in italienischer Sprache an den Kaiser ist an einem
andern Orte abgedrackt Die bei den einzelnen Theilen der Messe oben
angemerkten Canone und ihre Lösungen sind ebenso in dem Dedications-
Excmplar jedem Stücke beigesetzt. — Wie hoch diese Messe auch noch in
späterer Zeit gehalten wurde beweist die eigenhändige Abschrift derselben
durch Michael Ilaydn und Job. Dism. Zelenka, welche sich in der k. k. Hof-
bibliothek befindet. •— In Arrey v. Dommer (Koch*s) Music. Lex. (1865)
p. 131 wird Fux ein Meister der Composition des Canon genannt und
ist der Anfang seines schönen Doppelcanons: „Chrüte eleiatm^ dieser Messe
abgednickt Dasselbe ist schon vorher von Fr. W. Marpurg in seiner
Abhandlung von der Fuge (IL p. 117, Tab. XLIII, Fig. 1) geschehen,
wobei zugleich bemerkt ist, dass Fux diese Messe im J. 1718 entworfen
habe. Diess stimmt mit der Abschrift von Zelenka, welche das Datum
18. October 1719 hat.
9. Missa Confidentiae. Für Sopran , Alt, Tenor, Baas, 2 Tiolinen
(Sip.) Violen, Orgel.
1. Kyrie, Ky-ri-e e - le -
Ky-ri - e e - lei-son e - lei - son e-lei - son
2. Gloria 0 . 5. Credo 0 . 4. Sanctm C . S. Benedicius 0 . 6*. Agnus C .
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Ilofbibliothek in Wien. Um-
schlag: Aug. 1740 bis 7. Mai 1751 2 Wiederholungen.
•• Missa Constantiae. Für Sopran, Alt, Tenor, Baas, 2 Violinen,
Viola Ima, 2>, Viola di Basso, Oornetto, 2 Posaunen, Fagott, Violoncell,
. ^ . Violon, Orgel
/. Kyne.
A Cappella.
Ky
ri-
^ ' r iL
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e
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Presto,
Ky-ri
t
w
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e e-lei
ri - e e-lei
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i.i jij^.j^i ^ii:5iin ,
i
2. Gloria C . 3. Credo 0 . 4. Sanctm C ^S. Benedicius C . 6. Agnus G .
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hof bibliothek in Wien AN. 43.
A. 95. (Part. K.)
Anmerkung. Auf dem Umschlage der Wr. Abschrift vom März
1725 bis 3. März 1747 *^ 37 Aufführungen meistens mit dem Beisatze „Rorate"
angemerkt.
14
Beil. X. MeBsen. 10. 11.
to. MiBsa Corporis Christi. Für Sopran, Alt, Tenor, Basa, 2 Trom-
peten, 2 Violinen, 2 Posaunen , 1 Fagott, Oornett, Viola, Violonoell,
Violon, Orgel.
1. Kyrie.
Ky - ri - e
L
e
lei
80D
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^
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' u r T r I • f^
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8on
Ky - ri - 6 e - lei
2.Gloriai^^*3\Credo^^.4, SanctnaG.H. Benedictus\. 6. Agnus ^^.
Autograph. Einst in der Sammlung von AI. Fuchs in Wien (Dessen
Verz. der Comp, von J. J. Fux Missa 15)-
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibliothek in Wien. Um-
schlag: Vom 2. Juni 1727 bis 25. März 1733 = 10 Wiederholungen angemerkt.
Anmerkung. Im Gloria und Credo bedeutende Basssolo. Die Messe
beginnt mit einer Instrumental-Sonatina von 15 Tacten.
It. Missa a 4. Credo in unum Deum. Für Sopran, Alt, Tenor,
Bass, 2 Violinen, Viola, 2 Posaunen, >- Violonoell, Violon, Orgel.
Y. Kyrie. Kyrie e - lei son e-lei - son
Ey- ri - e e-leisone
P
w
son
Ky-ri - e e-leison e-
rt>r' I
Ky - ri - e
2. Gloria C . 3. Credo C . 4. Saueius C . S. Beiiedictm C . 6. Agnus C .
Abschriften. Stimmen: Im Archive der Peterskirche in Wien-
(Fehlt Canto Conc.)
Anmerkung. Fux führt im Grad, ad Parn. p. 268 das Amen aus
dieser Messe als Beispiel des freieren Stiles a Cappella mit Begleitung der
Orgel und'anderer Instrumente an. —Im Cr-edo wiederholen sich die Worte :
itr fi'U
Cre-do Cre-do
Diese Messe ist daher vor 1725 componiert.
Beil. X. Messen. 12 — 14.
15
IS. Missa Dies mei siout nmbra. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass,
2 Violinen, Ooniett, 2 Fosannen, Fagott, Violonoell, Violon, Orgel.
Y. Kyrie. Kyrie e - lei - son
i
^P
Violen,
Ib- tgngCrC
1
5
I
Ky-ri - e eleison üy-ri - e
Ky - ri-e e-lei-son e-
T"ii -^^'f^^'^^
2.Gloria^s*3. Credo C 4 SanctusG. S. Benedictu8\, 6, Agnus G.
Abschriften. Stimmen: a) In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 43.
A. 94 (Part. K.). — bj Im Stifte Kremsmünster.
Anmerkung. Auf dem Umschlage aj sind vom 29. Dec. 1726 bis
24. März 1754 ==» 32 AuffÜhrnngen angemerkt.
IS. Missa Divinae Gratiae. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Vio-
linen, 2 Posannen, OrgeL
/. Kyrie. Ky- ri-e e - lei - son Ky - ri - e e - lei-
A
Ib^lJ •>. ■ I- ■ PfJrT. ; f. I
Ky-ri - e e - lei - son
Ky-ri -e Ky-ri- e e - lei-son e - lei - son
tit.|>j J.;./ |I^J J ^ J| J J— _j J I
2. Gloria\,3^ Credo^z, 4, SanctusG^S. Benedicttis*^, 6. Agnus G.
Abschriften. Stimmen: Im Stifte Schotten in Wien (Part. K.).
I«. Missa Ferventis Oratioxüs. Für Sopran, Alt^ Tenor, Bass,
2 Violinen, Violonoell, Violon, Oomett, 2 Posannen, Fagott, Orgel.
i. Kyrie. Ky - ri - e e - lei - son e - lei - son e lei - son
Andante,
e
Ky-ri - e
hi'. Hi\
j^j'
e - lei - son e - lei-son e - lei
Ky-ri - e
e - lei-son e - lei-son
e - lei-
16
Beil. X. Messen. 15. 16.
2' Gloria C . 3. Credo C . 4. Sanctus \. ö. Benedictus C . 6. Agnus C .
Abschriften. Stimmen: a; In der k. k. Hofbibf. in Wien. AN. 43.
A. 104 (Part. K.). bj Im Stifte Kremsmünster.
Anmerkung. Auf dem Umschlag a) ist nach dem Namen Fux, „ 1 731 *<
(das Jahr dor'Composition ?), ausserdem vom JuH 1746 bis 11. Dec. 1755
= 24 Wiederholungen angemerkt.
flft. Missa Fidnoiae. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Violinen,
2 Violen, Basso continuo, Orgel.
1. Kyrie, • n. • e - lei
j> ;^ j ■ -
&
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Ky-ri - e
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2. Gloria 0 . 3. Cr^rf« C . 4. Sanctus C . ^. Benedichis C . 6. Agnun C •
Abschriften. Partitur: In der k. Musikbibl. in Dresden (A. 113) (K.).
Anmerkung. Die Abschrift von der Hand seines Schülers Joh.
Dism. Zelenka, daher die Composition vor 1719 componiert.
!•• Missa Fuge perversum mundum. a 8 in Concerto. Für 2
Soprane, 2 Alte, 2 Tenore, 2 Bässe, 2 Violinen, 3 Violen, Violoncell,
Violen, Oomett, 2 Posaunen, Fagott, Orgel.
/. Kyrie. Ey - ri-e e-lei - son Ky - ri-e e-lei - son
Andante, J ./^hhJ- j
fe^^
iT^itrg^^ir
Ljj-^jj / 1
Ky-ri-e e - lei
^
-e e - lei - son e-lei - soi
Ky - ri-e e - lei -
i
i^
Ky - ri-e c - lei - son Kyri-e e-
2. Gloria C . 3, Credo C . 4. Sanctus C • f. Benedictus C . ff. Agntis *«.
Abschriften. Stimmen: aj In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 43.
A. 103. — bJ Stift Schotten in Wien, cj Im Stifte Göttweig.
Anmerkung. Der Umschlag nennt Fux „Yice-Kapellmeister" ; also
ist die Messe 1711—1715 componiert, übrigens sind ebenda von März 1730
bis 24. Febr. 1732 = 3 Aufführungen angemerkt.
Beil. X. Messen. 17. 18.
17
19. Missa HumilitatiB. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Violinen.
Sipieni: Oornett, 2 Fosannen, Fagott, ViolonoeU, Violon, Orgel.
i., Kyrie. Kyri - e e - lei
Kyri-e e - Tel
Ky-ri - e e - lei-son e - lei
mp^
■ J \i r f. d:\ ^ ^ r-i-i
Kyrie
e - lei -
2. Gloria 0 . 3. Credo 0 . 4. Sanctus O . S, Benedictus C . ö. Agnus O .
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. Umschlag:
Vom 22. Oct. 1733 bis 7. Dec. 1740 = 20 AnflFÜhrungen. Der wiederholte
Beisatz Ror(ate) scheint auf den Advent hinzudeuten.
Anmerkung. Eine kleinere Messe.
19. Missa In fletu solatium. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Vio-
linen, 1 Viola, ViolonoeU, Violon, Oornett, Fagott, 2 Fosannen, Orgel.
i. Kyrie.
Sonata
•^ Sola.
ij^AM^a
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Ky - ri-e e - lei
son
ik '' > f ff r. ^'
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Ky - ri-e e
lei - son e -
Ky - ri-e e - lei-
t>'a r fr>rliyf'f^'-*'i>r
i ;^I^^.J--
Ky - ri - e e -
2. Gloria C . 3. Credo C . 4. Sanctm O . S. Benedictus G . 6. Agnus C .
Abschriften. Partitur : L. Köchel. Stimmen : In der k. k. Hofbibl. in
Wien. Vom 3. Oct. 1717 bis 16. Febr. 1741 = 19 Aufführungen angemerkt.
Im Gradus ad Pamassum (1725) führt Fux das Kyrie pag. 263 f. als
Muster eines vierstimmigen Satzes des Stiles a cappella, pag. 266 f. das
Christe eleison als ein solches des dreistimmigen Satzes an.
Kö'chel, J. J. Fux. B
18
!•.
Beil. X. Messen. 19—31.
Lingua mea oalamus scribae veloeiter seribentis.
Für Sopran, Alt, Tenofi Baas, OrgeL
i. Kyrie,
A Cappella.
Ky - ri - e e - lei
U
1^
Ky
Ky-ri-e e - lei
g p i^ ^ ' r
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i-
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son e - lei
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Ky-ri-
u
t2=tz±fi
i
Ky-ri-e e lei
2. Gloria C .5. Cr^do C . 4. Sancttis C . tf . Benedictus C . ff. Agnus *«.
Abschriften. Stimmen : Im Stifte Kremsmünster. B. 16. 342. (1867 K.)
«O. Missa Matutixla. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass, Tioletta, Tiola,
2 Posannen, Fagott, Yiolonoell, Yiolon, Orgel.
i. Kyrie, Kyrie e - leison e - lei - son e . - lei - son
%
I
Ky - ri-e e lei - son e lei * - son e - lei-
Kyrie e - leison elei - son e - lei-
»R^
y*
JiAhj- m} yi i
t r/glTTT
t=*
i
Kyri - e e - lei
2. Gloria C . t?. Credo C . 4. Sanctus O . tf . Benedictus O . ff. Agnu8\.
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 43.
A. 105. — Im Stifte Kremsmünster (K.).
%±. Missa Neintres in Judicium. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass,
2 Trompeten, 2 Violinen, 2 Posannen, Fagott — Sipieni: Violonoell
Violen, Orgel.
/. Kyrie.
"^ "* ß—
^^
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Violen Solo,
^
^
i
1
^
3FP
Ļfo. Ky-ri-e Ky-ri - e e - lei - son e -
Beil. X. Messen. 22. 23.
19
2. Gloria \. 3. Credo \, 4. Sanctus C . tf . Benedictua C . 6. Agnus O .
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. Umschlag:
Vom 2. Febr. 1727 bis 15. Mai 1731 = 9 Wiederholungen.
SS. Missa Non erit in mora. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Vio-
linen, Violon, Orgel.
Y. Ät/ri^. Kyrie e - lei - son e - lei-son e-lei - sonKy-ri-c
^
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w
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ky - ri - e e - lei
son
e
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lei - son
Ky-ri-e e-
■ f I
Ky - ri
2. Gloria 0 . 5. Cr^rfö C . 4. Snnctu8 C . tf . Benedichis O . ff. Agnus O .
Abschriften. Stimmen : Im Stifte Kremsmünster. B. 18. 374. (18(57 K. )
Anmerkung. Das Benedictus ist eine Sonatina für 2 Violinen und
Orgel ohne Gesang.
SS. Missa Post modicum non videbitis me. Far Sopran, Alt,
Tenor, Bass, 2 Violinen, ViolonoeU, Violon, Oomett, 2 Posannen, Fagott,
Orgel.
1. Kyrie. Kyrie elei - son eleison Ky-ri-e
Andante, «^ k ^ .^ », »^ I l.S^ J
W
Wft,
^^-
m
Ky-ri - e e -lei - son e-lei-son Ky - ri - e eleison Ky-ri-e
Kyri - e e - lei-son Kyri - e elei - son
S
Kyri - e e - leison elei - son eleison
2. Gloria 0 . 3. Credo C . 4. Sanclus C . tf . Benedictus C . 6 Agnus *%.
Abschriften. Stimmen: a) In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 43.
A. 97. (Part. K.) h) Im Stifte Kremsmünster. (K.)
Anmerkung;, Der Umschlag hat unter dem Namen des Oomponisten.
Fux die Jahreszahl „1731^, welche auf das Compositionsjahr gedeutet
werden kann, da 1731 seine Frau starb und seine Stimmung ihm den Titel:
„Post modicum non videbitis me^ nahegelegt haben könnte. Ausserdem
sind auf dem Umschlage vom 8. Jänner 1748 bis 3. Dec. 1755 = 17 Wieder-
holungen bemerkt, sämmtlich nach Fux' Tode.
20
Beil. X. Messen. 24. 25.
S«. Missa Preces tibi Domine laudis offeiiznus. Für Sopran,
Alt| Tenor, Bass, 2 Violinen, 2 Posannen — Violonoell, Violon, Oomett,
Fagott, Orgel.
n
e
, «. . Ky - ri - e e -
• %»-«^- Atlegro, ^ J .J
e
=t
m
Kyrie eleison Ky - ri - e e - lei - son
Kyrie eleison e leison Ky - ri-e e - lel
Ky - ri-e
son
r
Kyri-e e-leison Kyrie e - lei »»son
2. Gloria C . 3. Credo C .4. Sanctns O . S. Benedictus C . ff. /l^ii« C .
Abschriften. Stimmen: In der k. k. HofbibL in Wien. (Part. K.).
Anmerkung. Auf dem Umschlage dieser Abschrift sind vom
1. Aug. 1720 bis 25. Jänner 1752 = 63 Wiederholungen angemerkt. Bis
1 740 jährlich 3 — 4 Mal gewöhnlich.
Sft. Missa Precum. Fnr Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Violinen,
2 Posannen, (Bip.) Violon, Orgel.
Y. Kyrie. ^'^i - son e-lei - son Kyri-e e-
l,^"'-g^■,/;'.^JJJ. ^^_^ -^^
i^^
Kyri-e
leison e-lei
son e-lei - son
lei-son e-lei - son eleison e-lei-
Kyri-e
lei-son e-lei-
2. Gloria C . 3. Credo ^g. 4. Sanctun C . S. Benedictus \, 6. Agnus* C .
Abschriften. Stimmen ; I;n Stifte Kremsmüiister B. 16. 343.^(1867 K.)
Anmerkung. Häufiger Rhythmenwechsel. Lebhaft C^nV/e eleison
Altsolo.
Beil. X. Messen. 26. 37.
21
*«. Mlssa Primitiya. Ffir Sopran, Alt, Tenor, Baas, 2 Violinen,
2 Violen ad lib. — 4 Fosannen concert., Pauken, Orgel.
TO
Grate.
SSf
H
Ky - ri - e Ky
i ., J Jj J i
n - e
Ky-ri
ZE
i
? r ' r i
rrrrrr
2. Gloria \. 3. Orcdö 0 . 4. Sanctiis •%. 5. Benedicius \. 6. Agntis C .
Abschriften. Partitur: Inder kön. Musikbibl. in Dresden. (A. 1L4.
Die Aufschrift von Joh. Dism. Zelenka's Hand : Missa primitiva ... del
S. Giosepho Fux, Maestro di Capeila di S. M. Imp. Catt.
Anmerkung. Eine grössere angelegte Messe mit figurierten Soli
in den Oberstimmen.
S9<
Pro gratiarum aetione. 8*' toni. Päi Sopran, Alt, Tenor,
Bass, 2 Violinen, (2 Posaunen Bip.) Violon, Orgel.
i. Kyrie. Ky-ri-e e - lei-son e-
iSonatina. Andante
Org. S.
2. Gloria C . 3. Credo C . 4. Sanctus C . S. Benedictua '%. 6. Agnus C .
Abschriften. Stimmen: Im Stifte Kremsmünster. B. 16. 346.
(1867 K.)
Anmerkung. Feierlich bewegt, häufige Soli, grössere Anlage, Dona
sehr ausgeführt. — Die meisten alten Abschriften in Kremsmünster haben
auf dem Titel bei dem Namen Authore J. J. Fux den Beisatz „Capellae
magistro famosissimo".
22
Beil. X. Messen. 28. 39.
«9. Missa Purificationis. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Violinen,
2 Posaunen, Orgel.
1. Kyrie. Kyrie e-lei
Grave.
son Ky - ri-e e-lei
son e
son Ky - ri - e e - lei - son e-lei-
Kyrie e - lei
Ky - ri - e e - lei - son e-lei-
Lhi A s:ii^iil: u 1 }
Kyrie e-lei - son Ky - ri - e e - lei - son e -
3. Gloria \. 3* Credo C . 4. Sanciua C . S. Benedictus \ Basssolo.
6, Agnus Dei \.
•Abschrift. Partitur; In der k. k. Hofbibliöthek. SA.67. D. 35.
— Stimmen : Im Stifte Kremsmünster. B. 18. 364.
Anmerkung. Im Ganzen sehr knapp gehalten. — In der Partitur der
Hofbibl. hat diese Messe den Titel „Constantiae'^y welcher auch der Messe
(AN. 43. A. 95) •• zukommt; die alte Abschrift von Kremsmtinster hat
aber den Titel „Purificationis *<, welcher hier angenommen wurde.
SO« Missa Quadragesimalis a 4 da Gapella sine Organo.
/. Kyrie. Ky-
1^
1
22«
r
Ky
n - e e
lei
Ky - n-
son e-lei-son
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son e-lei
son
2. Gloria 0 . 3. Credo 0 . 4. Sanctus 0 . S. Benedtclus 0 . 6. Agnus 0 .
Abschriften. Partitur: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 33.
B. 73.
Anmei^kung. Wie die Missa Canonica durchaus in Canonc mit den
verschiedenartigsten Auflösungen in abwechselnden Intervallen und
Rhythmen, zu tieferen Kunststudien durchaus geeignet.
Beil. X. Messen. 30. 31.
23
so. Missa Quid transitoria. Fär Sopran, Alt, Tenor, Baas, 2 Vio-
linen, Tiolonoell, Violon, Oomett, 2 Fosannen, Orgel.
i. Kyrie.
Kyri-e e-leison e - lei-son eleison Kyri -e e-lei - son Ky-
Sopr.
Ky-ri-e e-lei-son Ky - ri - e e - lei -
2. Glor{a\. 3. Credo G . 4. Sanctus C . S. Benediciua '4. 6. Agnus C .
Abschriften. Stimmen: a) In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 43.
A. 96. — bjlm Musik- Archive des Stiftes Schotten in Wien. (Part. K.)
Anmerkung. Auf dem Umschlage der Abschrift aj sind vom
21. April 1729 bis 21. Jänner 1759 » 42 Aufführungen verzeichnet —
Auf dem Umschlage der Abschrift 6J ist unter dem Titel die Zahl 1695
geschrieben, wahrscheinlich das Jahr der Composition.
31« Missa Reoonvalescentiae a 5. Für 2 Soprane, Alt, Tenor, Bass,
2 Violinen - (Sipien-) Viola, Violoncell, Violon, 2 Oomette, 2 Fosannen,
Fagott, OrgeL
y. Kyrie. Kyrie e-lei - son
Andante.
nv
ip^^
^^m
f=f
^p
Ky - ri-e Kyrie e - lei - son
Ky - ri-e Ky-ri - e e ^ lei
lei -
son Ky-
m
^'Yr"'-ii fi
Kyri - e Ky - ri - e e - lei -
2. Gloria '«. 3. Credo C . 4. Sanctus C . S. Benedictus \. 6. Agnus G .
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. Umschlag:
Vom 2. Dec. 1726 bis 5. Dec. 1733 = 14 Wiederholungen.
Anmerkung. Da Fux am Schlüsse seines Gradus ad Pamassum
(1725) von seinem Krankenlager als einem gegenwärtigen spricht, so
könnte die Missa Reconvalescentiae in dem angemerkten Jahre 1726 der
ersten Aufführung auch componiert worden sein.
24
Beil. X. Messen. 33. 33.
3«. Missa S. Antonii de Padua. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass,
2 Violinen, 2 Posaunen, Orgel.
i. Kyrie. Ky - ri - e e - lei - son e - lei - son Ky
e
3
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leison e
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Ky - ri-e e - leison e - - _ . -
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2. Gloria 0 . 5. Cr^rfo 0 . 4. SanctusJS . i?. Benedictua C . ft i^^ni« C .
Abschriften. Stimmen: aj Im Stifte Göttweig. y Im Stifte Erems-
münster.
Anmerkung. Die Abschrift von Göttweig wurde 1726 genommen.
— Diese Messe gehört zu den kleineren und ist vorzugsweise für Sopran
und Alt concertant.
SS. Missa Sancti Garoli. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Violinen,
Viola, Violoncell, Oontrabass, Oornett, 2 Posaunen, Fagott, Orgel.
1. Kyrie, Andante,
Violino.
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Kyri-
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it. L. ■ . .,1.^1
Ky-ri - e e - leison Ky - ri-e e - lei-son
m
Kyrie e - lei - son e - lei - son
2. Gloria C 3. Credo (fehlt). 4, SanctusG* S, Benedictua a 3\,
6., Agnua DeiG ,
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hotbibl. AN. 43. A. 99.
Anmerkung. In der Abschrift der k. k. Hofbibl. fehlt das Credo;
vielleicht wurde es gar nicht componiert. Auf dem Umschlage sind vom
3. Juni 1732 bis 12. Juni 1740 5 Aufführungen angemerkt. Die Singstimmen
sind reichlich mit Soli bedacht, welche aber keineriei Bravonr vor-
aussetzen.
Beil. X. Messen. 34—36.
25
3«r Missa Sancti Joannis a 4 da Cappella. Für Sopran, Alt, Tenor,
Bass, 2 Violinen, Alto Viola fr, Tenore Viola ü», Basso di Viola, Oomett,
2 Posaunen, Fagott, Violonoell, Violon, Orgel.
Ky - ri - e e-lei - s'on
i. Kyrie.
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Ky - ri - e e-lei - son
Ky - ri - e e - lei - eion e-lei - son e - lei
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Ky - ri - e e-lei . - son e-lei - son e -
2. Gloria 0 . 3. Credo 0 . 4. Sanctus 0 . S. Benedictus 0 . 6, Agnus 0 .
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. Umschlag:
Vom 24. Dec. 1727 bis 1775 == 40 Wiederholungen. (Part. K.)
Anmerkung. Grossentheils in Oanone.
3ft. Missa Sancti Josephi. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Violinen,
— Bipieni: Oomett, 2 Posaunen, Fagott, Violonoell, Violon, Orgel.
/. Kyrie.
Ky-ri-e e-lei
Ky-ri-e e-lei - - son Kyrie e-lei - son
Kyrie e-lei - - son
2. Gloria G . 5. Credo *». 4. Sanctus C . S. Benedictus C . ff. Agnus C
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. Umschlag:
Vom 18. October 1733 bis 13. Dec. 1741 = 16 Aufführungen angemerkt.
36. Missa Sancti Michaelis. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Violinen
2 Violen, 2 Posaunen, 2 Trompeten, 1 Fagott, 1 Teorbe, Orgel.
i. Kyrie. AU.
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Solo
Org.
. Ky- ri
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e - lei
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221
5 6
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26 Bell. X. Messen. 37. 88.
2. Gloria G 1 3. Credo C . 4. Sanctus C . S. Benedidus G . 6, Agnus C .
Abschriften. Stimmen: Im Musik- Archive des Stiftes Göttweig.
Anmerkung. Die Abschrift des Stiftes Göttweig ist von 1718; auf
einer Stimme ist aber „di Gioseppe Fux 1700" bemerkt: das Jahr der
Composition ? Die Teorbe weist auf eine frühere Zeit Eine sehr breit ange-
legte Messe.
31. Missa Sancti PhUippi. Für Sopran, Alt, Tenor, Baas, Orgel.
i. Kyrie. ^^ " " ' ®
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Ky-ri - e
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Ky - ri - e e-
2. Credo 0 . 5. Sancius 0 . 4. Benedictus 0 . S. Agnus i^^.
Abschriften. Stimmen: Im Stifte Göttweig. (Part. K).
Anmerkung. Die Göttweiger Abschrift hat den Beisatz : „in Con-
trapunto e Canone". Sie hat kein Gloria.
89. Missa Sancti spiritus. Ffir Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Violinen,
Yioloncell, Violon, Fagott, 2 Posaunen, 2 Tromben, 2 Trompeten, Pauken,
OrgeL
Ky - ri - e e - lei - son Ky - ri - e
ib '' r' c M ifi" i'lf r I r' c r I
Ky - ri - e e-lei - - son Kv - ri - e
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lei - son Ky - ri
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Ky - ri - e e - lei - son Ky - ri - e
2. Glwia G . 3. Credo G . 4. Sanctm G . if. Benedictus \. 6. Agnu8%
Abschriften. Stimmen: Im Stifte Schotten in Wien. (Part. K.)
Anmerkung. Breit angelegt Fuge im Ghria. lieber die Trombe
vergl. Messe ft*
Beil. X. Messen. 39—41.
27
S«. Missa S. Thomae (4. Toni). Für Sopran, Alt} Tenor, Bass, 2 Vio-
linen, 2 Violen, Violen, OrgeL
i. Kyrie. Ky -ri - e o
/. AUabr, , 1
lei
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^AU.
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j-ji j.j.^J j^
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Ky - ri - e e - lei - son e -
2. Gloria 0 . ^. Credo C . 4. Sanctus C . j^. Benedictus C . 0. Agnus C .
Abschriften. Stimmen: Im Stifte Kremsmünster. B. 18. 365.
(1867. K.)
Anmerkung,' Eine grössere Messe.
«O* Missa Temperantiae. Für Sopran, Alt, Tenor, Base, 2 Violinen,
Violonoell, Violon, Fagott, Oomett, Orgel.
/. Kyrie.
Ky - ri - e Ky - ri - e e - lei - son .
E - lei
2. Gloria C . 3, Credo ^4. 4. Sanctus C . S. ßenedictus C . 6. Agnus C .
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. (Part. K.)
Anmerkung. Auf dem Umschlage sind vom 4. Dec. 1716 bis
15. Dec. 1740 = 41 Wiederholungen angemerkt. Das Osanna nach dem
Bcnedichu ist ein kunstvoll weiter ausgeführter Doppelcanon.
«I. Missa Tempus volat. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Violinen,
1 Posaune — Bipieni: Oomett, Tenorposanne, Teorbe, Fagott, Violonoell,
Violon, OrgeL
Kyrie eleison Ky - ri-e e-lei-son Ky-ri - e e -
eleison e lei - son
e-lei - - son
Ky - ri-e e - leison eleison e-lei
son
Ky-ri-e eleison e - leison
28
Beil. X. Messen. 43 - U.
2. Gloria C . 5. Credo G . 4. Sanctns *». 5. Benedictu8\. 6. Agtms C .
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. Umschlag:
Vom 17. Juni 1729 bis 20. August 1752 = 37 Aufführungen. (Part. K.)
Anmerkung. Kyrie , Credo, Agnus und Doua reichlich figurierter
Gesang: im Kyrie ist eine „Sinfonia"^der Instrumente von 11 Tacten einge-
schoben. Da unter den Instrumenten auch eine Teorbe vorkommt, so dürfte
die Composition vor dem Jahre 1729 des Umschlages fallen.
««• Missa Una ex duodeoim. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Vio-
linen, Violoncell, Violon, Oornett, 2 Posaunen, Fagott, Orgel.
Ky- ri - c e - lei - son
/. Kyrie. , ^ , J i
lei
son
Ky - ri - e e - lei - son
2. Gloria C . 5. Credo C . 4. Sancttis C . S, Benedictua C . 6. Agtius C .
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 43.
A. 100.
Anmerkung. Umschlag: Vom 19, April 1733 bjs 14. Dec. 1739
= 12 Wiederholungen angemerkt.
«8.
Velociter currit. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Violinen,
Violon, 3 Posaunen, OrgeL
i.%n>. Kyrie e-lei - son
e- lei -son e-lci - son
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Ky - ri-e e-lei - son e-le - i - son
Ky-ri-e e - le-i-son
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Ky-ri-e e - le-i-
2. Gloria C • 3. Credo C . 4. Sanctus %. S. Benediclus C . 6. Agnus C .
Abschriften. Stimmen: Im Stifte Kremsmünster. B. 18. 372.
(1867 K.)
Anmerkung. Eine kleinere Messe.
««• Missa Vicissitadinis. Für 2 Soprane, Alt, Tenor, Bass, 1 Violetta,
2 Posannen, Violon, Orgel.
Beil. X. Messen. 45. 46.
29
/. Kyrie. Ky- ri - e e - lei - son
A Cappella, , .
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Ky - ri - e e - lei - son e - lei-son
2. Gloria 0 . 5. Credo 0 . 4. Sanctits 0 . 5. Benedictus 0 . (?. i4^f/9 0 .
Abschriften. Stimmen : Im Musik- Archiv der Peterskirche in Wien.
Anmerkung. Die Durchführung im Kyrie hat Fuxin seinem Gradutt
ad Pamasgum (1725) pag. 244 als Muster des Stiles a Cappella aufgefiihrt.
Diese Messe ist daher vor 1725 componiert.
«ft. Missa (ohne Bezeichnung I.) Für Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Vio-
linen, 2 Trompeten, (2 Posannen Bip.) Violon, Orgel.
j. Kyrte. Ky - ri - e e - lei - son e
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Ky -ri-e e-le - - i- son e - lei
2. Gforia C . 3. Cr^frfo C . 4. SancUis C . ä> . Benedictus •g. ff. /Ii^/ifi/? C .
Abschriften. Stimmen : Im Stifte Kremsmünster. B. 16. 348. (1867 K.)
Anmerkung. Viele Soli in allen Stücken und Stimmen, besonders
für Sopran und Bass. Eine Festmesse.
«6. Missa (ohne Bezeichnung II.) Ffir Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Vio-
linen, 2 Trompeten, Pauken, Violon, Orgel.
i. Kyrie. Violh. ^^J^ l'iolm. ^^'j^ «'«f«"
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Kyrie
Kyrie
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Kyrie eleison
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Kyrie
Kyrie eleison
30
Beil. X. Messen. 47 — 49.
2. Gloria G . 3. Credo C . 4. Sanctus C . S. Benedictm \. 6. Agnm C .
Abschriften. Stimmen: Im Stifte Kremsmttnster. B. 16. 347.
(1867 K.)
Anmerkung. Et viiam im Credo eine nicht zu lange Fuge.
«l. Missa (ohne Bezeichnung IXT). Tut Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Vio-
linen, Viola, Violoncell, Violon, Oomett, Fagott, 2 Posaunen, Trompeten,
Pauken, Orgel.
i. Kyrie. Andante.
Clor. /•.
* Alt. ' -^
Kyrie elei
5 i
son
2. G/orin C . 5. Credo **. 4. Sancius *%. tf. Benedict us C . ff. Agnus G .
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 46.
A. 102.
Anmerkung. Eine gross angelegte Messe. Umschlag : Vom 26.Dec.
1726 bis 14. März 1731 » 8 Aumihrungen verzeichnet.
«9. Missa a 4 (ohne Bezeichnung IV). Für Sopran, Alt, Tenor, Bass,
2 Violinen, 2 Posaunen, Violoncell, Violon, Orgel.
/. Kyrie, Kyrie e-lei - son
e - lei
son Kyri-e e-
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son
2. Gloria \ 3. Credo *»• 4. SanctusG. S. Agnus G.
Abschriften. Stimmen: Im Archive der Peterskirche in Wien.
(Fehlen Stimmen )
«•. Missa (ohne Bezeichnung V). Pfir Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Vio-
linen, (2 Posannen Bip.) Violon, Orgel.
Beil. X. Messen. .50. 51.
/. Kyrie. Kyrie e-le-i - son e - le - i
31
son e-le-i - son
Ky-ri - e e-le-i
Kyri-e e-le-i - son e
son e-
\
ei
lei-Bon e - lei
son
son
Kyri - e e -,le-i - son e - le-i - son
2. Gloria \, S. Credo^t. 4. Sanctvs C . tf . Benedictes C . 6. Agnus C .
Abschri£ten. Stimmen: Im Stifte Kremsmünstef. B. 18. 376.
(1867 K.)
Anmerkung. Benedicius Soloduo der Oberstimmen.
ftO. Missa a 4 (ohne Bezeichnung VI). Pur Sopran, Alt, Tenor, Bass,
2 Violinen, 2 Posaunen, Violon, Orgel.
i. Kyrie. Ky . ^-e e -
Allegro. ■ J^J uj ■
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r*-^fxrrirr^r,g
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Ky-ri-e e - lei-son e-lei - son e - lei - son
Ky-ri-e e - lei-son e-lei - son eleison elei-
m-
L
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]
Ky-ri - e e - lei-son e - lei-
2. Glotia C . 3, Credo •g. 4. Sanctus C . i>. Benedictus *fc. ff. Agnus C .
Abschriften; Stimmen: Im Archive der Peterskirche in Wien.
(Unvollständig.)
ftl. Requiem et Kyrie a 5. Für 2 Soprane, 1 Oontrah, 1 Tenor,
IBass, 2 Violinen, Viola, Violoncell, Violon, Oomett, Fagott, 2 Posaunen,
Orgel.
Sinfonia. U
Violin Solo.
Abschriften. Stimmen: aj In der k*. k. Hofbibl. in Wien (Part. K.)
— bj Im Stifte Kremsmünster. — bj In der kön. Bibl. in Berlin n. 6802.
Anmerkung. Auf dem Umsehlag der Wr. Abschrift vom 5. März
1720 bis 13. Aug. 1743 = 12 Wiederholungen angemerkt; darunter:
32
Beil. X. »Messen. 52. 53.
„5 Marzo 1720 tutto per V Imp«« Ved»«diLeop. !• S"« EleonoraMad* Theresia.
26 Aprile 1729 per il Duea dl Lorena. 12 Lnglio 1736 per il Prenc. Eugenio.
16 Nov. 1740 pro Carole VI» Rom. Imperatore. 20 Oct. 1741 lo Anniv. di
S. M. Catt.
Dem Requiem beigeschnürt ist das Dies Irae a 5, Domine Je9u a 5,
Libera m« a 4.
Anmerkung. Nach einer handschriftl. Bemerkung Molitor^s soll
dieses Requiem im Jahre 1697 zur Leichenfeier der Erzherzogin Eleonora,
verw. Königin von Polen componiert worden sein.
ft«. Dies irae a 5. Für 2 Soprane, 1 Alt, Tenor, Bass , 2 Violinen,
Viola, Violoncell, Violon, Oomett, Fagott, 2 Posannen, Orgel.
4 n:.ja •'-^^ Di - es i - rae Di - es il - la solvet seclum
Di - es i - rae Di
;r^'>' ^' v^
J-i-^-CJ^ Aj.-
-t
O— r
2. Tuha mirnm (Altsolo). 3, Mors stupebii. 4. Liber $criptus.
S. Recordare Jesu. 6, Juste Judex, 7. Pf*eces meae, 8. Inter oves,
9. Confuiaiis maledictia. 10. Pie Jesu.
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. (Part. K.)
Anmerkung. Auf dem Umschlag der Wiener Abschrift sind von
2. Nov. 1731 bis 13. Aug. 1743. == 8 Wiederholungen. angemerkt, darunter
12 Luglio 1736 per il Prenc. Eugenio. 16 Nov. 1740 pro Carole VI. Rom.
Imperatore. Vergl. Anmerkung Messe %••
»3. Domine Jesu Christe a 5. Für 2 Soprane, 1 Alt, 1 Tenor, 1 Bass,
Viola, Violoncell, Violon, Fagott, 2 Oomette, 2 Posannen, OrgeL
Do-mi - ne Do - mine Jesu Je
Do-mi - ne Do - mine Jesu Je
SU Christe
Do-mi - ne
Domine Jesu Je
SU
Christe
Bell. X. Messen. 64. 56.
33
2. Sed aignifer, 3. Quam olim Abrahae. 4. Hostiaa et precea.
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien (Part. K.).
Anmerkung. Auf dem Umschlage der Wr. Abschr. sind vom
2. Nov. 1731 bis 13. Aug. 1743 = 7 Wiederholungen angemerkt, darunter
12 Luglio 1736 per il Prenc. Eugenio. 16 Nov. 1740 pro Carolo VI. Rom.
Imp. Vergl. Anmerkung Messe %••
ft«. Libera me Domine. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass, Orgel.
Li-be-rame Do - - mi - ne de mor-
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be - ra me Do
be - ra me Do
mt - ne de mor-
mi - ne de mor - te ae-
^
Li-be-:
^i>J,jj„-J)Ui.i^
-ra me Do - - mi - ne de mor-
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien (Part. K.}.
Anmerkung. Aus der Aufschrift „Del Sig. Gio. Giuseppe Fux Maestro
di Cappella di S. M. C. dell* Imperatrice Amalia*' muss diese Composition
zu setzen sein um 1713 ~ 1718, weil F. nach 1718 nicht mehr Kapell-
meister der Kaiserin Amalia war.
ftft. Requiem. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Violetten, Orgel.
i. Requiem,
Requiem aeter-namaeter - nam dona eis
te - quiem ae - ter - nam ae-ter
Re - quiem ae-ter - nam ae - ter-nam
P
W
^
\
Re - qui - em ae - ter
2. Dies irae H* 3, Sancius C • 4. Benediclus C . S, Agnus C .
Abschriften. Stimmen: a) Im Stifte Göttweig (Part. K.). — b) Im
Stifte Kremsmilnster (K.). — ej In der kön. Bibl. in Berlin (Abschr. K.).
Anmerkung. Da so viel Text zu bewältigen war, so konnte
nach der Anlage eines kürzeren Requiem der Durchfuhrung einzelner
Sätze weniger Raum zugemessen werden. — Die Berliner Abschrift hat
die Bemerkung: „Verfertigt zu der Leichenfeier der Erzherzogin Eleonore,
Kochel, J. J. Fax. C
34
Beil. X. Messen. 66—58.
verwittweto Königin von Polen und Herzogin von Lothringen im J. 1697.«
Diese Aufschrift ist aus späterer Zeit, und scheint richtiger auf das Requiem
4S bezogen zu werden, da die Anlage dieses letzten viel grösser ist und
auch später nur bei Todfallen regierender oder beriihmter Personen auf-
geführt wurde. Vgl. Anmerkung zu n. «S.
Das Domine Jesu ist in F. Rochlitz Sammlung vorzüglicher Gesang-
stücke der anerkannt grössten Meister Vol. IT. p. 144 — 148 abgedruckt.
ft6* Bequiem. Für 5 Singstimmen, 4 Violen, 2 Fosanneüf Fagott, Orgel.
Viaia /« .
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Viola IV».
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i^, r p ^f^f4^^
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Abschriften. Stimmen: In der kön. Bibl. zu Berlin 6803 (F.
Espagne).
ftlr. Dies irae. Für 4 Singstimmen, 4 Violen, OrgeL
^^
1^
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Di - es
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4
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a:
*
1^
rae di - es
6
Abschriften. Stimmen
Espagne).
^
^^
In der kön. Bibl. zu Beriin n. 6805 (F.
n. Vespern und Psalmen daraus.
ft9. Vesperae de Confessore. Für Soinran, Alt, Tenor, Bass, 2 Vio-
linen, Bip. Oomett, 2 Posannen, Fagott, Violoncell, Violon, OrgeL
J. Diant,
^
^S
*
Di
Dixit Dominns Domino meo
Di - Sit Dominus Domi
^
Domino meo
^
$f=^
^'^uP I
Do - nee ponam inimicos
Beil. X. Vespern. 59. 60.
35
2. ConfiteborC. 3. Beatus virG- 4. Laudate pneriG. S. Laudate
Dominum C . 6. Magnificat G .
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. Kn Wien. AN. 65.
A. 12. (Vol. IV. n. 5.) Umschlag: Vom 20. Sept. 1742 bis 26. Dec. 1752
=» 20 Wiederholungen. Sämmtlich nach Fax Tode.
»•• Vesperae de Confessore. jpfir Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Vio-
linen, Oomett, 2 Posaunen, Fagott, Viola, Violonoell, Violon, OrgeL
I.IHxit.
Sopr.
AU,
Dixit Dominus Domino me-o se - de a dex - tris me - is
kMk
> ..^^.i:^/'!:^
tnrcj'l r' I
Dixit Dominus Domino me - o
se -deadextrisme - is
2. ConfiteborC. 3. Beatus vir \. 4. Laudate pueriG> S. Laudate
Dominum C 6. Magnificat G»
Abschriften. Stimmen: aj In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 65.
A. 12. (Vol. V. n. 3.) Umschlag: Vom October 1740 bis 20. December 1764.
= 13 Wiederholungen. — b) Im Stifte Kremsmünster. (1867 K.) — ej Im
Wien. Mus. Ver. Archiv. 17603.
60. Vesperae de Confessore. Pflr Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Vio-
linen, Oomett, 9 Posaunen, Fagott, Violonoell, Violon, OrgeL
Dixit Dominus Do - mino me -o
i. Diafit. K h S fe N N K fe
sede a dex - tris
Dixit Dominus Do • mino me -o sedea dextris me - is
Dixit Dominus Domino meo sede a dextris me - is
I 1 ~f r r i
m
^
Dixit Dominus Domino me - o
se - de a dex - tris
2. ConfiteborC. 3. Beatus virG- 4. Laudate pueriG. S. Laudate
Dominum. 6. Magnificat C.
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 65.
A. 12. (Vol. 12 n. 6) Umschlag: 20. Dec. 1755.
0*
36
Beil. X. Vespern. 61 — 63.
6t. Vesperae de Gonfessore. Für Bopran, Alt, Tenor, Baas, 2 Vio-
linen, Oomett, 2 Posaunen, Fagott, Violonoell, Violon Orgel.
Dixit Dominus Domino meo sede a deztris me
18
Sopi
Ali.
Soli
donec ponam iuimicos
2. Confiiebor \. 3. Beaius t?irC. 4« Laudate pueriG . ö. Laudate
Dominum C» 6. MagnificatC»
Abschriften. Stimmen: aj In der k. k. Hofbibl. AN. 65. A. 12.
(Vol V. n. 1). Umschlag: Vom 6. Dec. 17^9 bis 20. Nov. 1755. = 16 Wieder-
holungen. Sämmtlich nach Fuz Tode. — bj Im Stifte Kremsmünster (K.;.
(Part. K.).
Anmerkung. Ungeachtet der Molltonart ist das Magnificat lebhaft
bewegt.
6t. Vesperae de Gonfessore a 4, pleno Goro. Für Sopran , Alt,
Tenor, Bass, 2 Violinen, Oomett, 2 Posaunen, Fagott, Violonoell, Violon,
Orgel.
/. Dixit.
Dixit Dominus Domino me-o se - de a dextris me - is
J i^rj-ri
Dixit Dominus Domino me-o sede a dextris me - ia
2. Confiiebor G' 3. Beatus virG. 4. Laudate pueriG' S. Laudate
Dominum G. 6. Magnificat G.
Abschriften. Stimmen: a) In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 65.
A. 11. (Vol. V. n. 2). Umschlag: Vom 4. Februar 1740 bis 24. Februar 1762.
= 11 Wiederholungen. — bJ Im Stifte Kremsmünster (K.).
Anmerkung. Der Wechsel der Tonarten in den einzelneu Nummern
ist auffallend.
Psalmi de Gonfessore. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Violinen ,
2 Posaunen, Violon, Orgel.
Beil. X. Vespern. 64. 65.
37
i. Coufitebor-
Confitebor ti-bi Domine in toto corde in toto cor - de
AUcgro
v — w -u^^i 'u
Confitebor ti-bi Domine in toto corde
Confitebor ti-bi Domine in toto corde
m
in
to - to
to - to
Confitebor ti-bi Domine in toto corde in to - to
2. Beaius vir \. 3. Laudate pueri ^^. 4. Laudaie Dominum 0 .
Abschriften. Stimmen : Im Stifte Kremsmünster £. 39. 212 (1^67 K.).
Anmerkung. Im Confitebor 'ist die erste Violine ungewöhnlich
figuriert.
6«. Psalmi de Confessore. Ffir Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Violinen,
Violen, 2 Posaunen; OrgeL
/. Confitebor.
Sopr.
Solo,
«
^
^
^ f' f. f' £h-
nJET^'' f J ij' I r r I
m
Con-fi- te-bor ti - bi Domine in toto cor -de meo
2. Beatua virC. 3. Laudate pueri G* 4. Laudaie Dominum H*
S. Magnificat G .
Abschriften. Stimmen: Im Stifte KremsmUnsterE. 39. 213 (1867 K.).
Das Magnificat ist abgesondert beigelegt.
6ft. Vesperae de B. M. V. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Violinen,
Oornett, 2 Posaunen, Fagotti Violoncell, Violon, Orgel.
/. Dixit Dominus.
Dizit Dominus Domino me-o sede a dextris me-is a deitris me - is
Dixit Dominus Domino me-o
Dixit Dominus Domino me-o
sede a dex - tris a dex-tris me-is
sede a dex - tris me-is
Dixit Dominus Domino me-o
sede a dextris me - is
38
Beil. X. Vespern. 66 — 68.
2. Laudate pueriG -
Abschriften. Stimmen: aj In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 65.
A. 12. (Vol. IV. n. 3) Umschlag: Vom 21. Hai 1733 bis Nov. 1740 =
27 Wiederholungen. ^ bjJm Stifte Kremsmünster (K.).
M. Vesperae de B. M..y. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Violinen,
Oomett, 2 Fosaonen, Fagott, Violonoell, Violon, OrgeL
1. Utant. Dixit Dominus Domino me-o sede a
rr,rf'iffrrii,^.r;^^r^yn-'^^
2. Laudate pueri C. 3. Laetatus sum C. 4. Nüi Dominus C.
S. Lauda Jerusalem G, 6. MagnificaiG.
Abschriften. Stimmen: aJ In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 65.
A. 12. (Vol. V. n. 4). Umschlag : Vom 21. August bis 7. December 1755
= 4 Wiederholungen. ^ 6J ha Stifte Kremsmünster.
69. Vespro del Sabbato. Für Sopran, Alt» Tenor, Bass, 2 Violinen,
Oomett, 2 Posaunen, Fagott, Violonoell, Violon, OrgeL
i. Benedictus Dominus.
Be-ne-dic-tus Dominus De - us me-us qui docet
Be-ne-dic-tus Dominus De - us me-us qui docet manus meas
2. ExaltaboG. 3. Laudabo Dominum \. 4. Laudate Dominum G>
S. Lauda JerusalemG* 6. MagnificaiG.
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 65.
A. 12. (Vol. V. n. 5.) Umschlag: Vom 19. December 1738 bis 8. April 1741
= 5 Wiederholungen.
69. Vespro con V Hinno a 4, pleno Coro e seiui'organo — Feria
IV Oinerum. — Comp. 1732. Vergl. Anmerkung.
i. Nisi Dominus.'
Ni - si Domi-nus ae - di - fi-ca-ve -rit do - mum
a 4* da CajppeUa,
m
Ni-si Do - mi-nus ae - di-fi-ca-ve-rit do - mum
Ni - si Domi-nus ae - di - fi - ca - ve • rit do - mum
i
Ni
si Do-mi-nus ae -di • fi -ca-ve - rit
do - mum
Beil. X. Vespern. 69. 70.
39
2. Beati omnes 0 . 3. Saepe expvgnaverunt 0 . 4. De proftindis
clamavi 0 . S. Domine non est 0 . 6* Coeli Detis BttnctiBBime(^ .
7. Magnificat ^ .
Ausgaben. Nisi Dominus und Beati omiie« in C. ProBke, Musica
Di vi na m. pag. 205—216.
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 65.
A. 12. (Vol. IV. n. 4.) Umschlag: 27. Februar 1732. (Part. K.).
Anmerkung. Zugleich steht auf dem Umschlage bei dem Namen
Fux — „1732" (Compositionsjahr ?)
Vesperae de Dominioa. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Vio-
linen, Violon, OrgeL
1 Diani.^^'^^^ Do-mi-nus Do-mi-no me-o se - de se - de
'j I lj^ )^ i.j: J^ j j i.j > ^ j
Di - xit Do-mi-nus Do-mi-no me-o se-de a dextris
Di • zit Do - mi - nus Do-mi-no me-o se - de
2. ConfiteborC. 3, Beatus virC 4. Laudaie pueriC - S. Laudaic
Dominum G> 6* MagnificatG»
Abschriften. Stimmen : Im Stifte Kremsmünster £. 24. 128 (1867 K.).
HO. Dixit Dominus. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Olarini, 2 Vio-
linen, Bip. 1 Oornett, 2 Fosaimen, Fagott, 2 Trombe, Pauken, Violonoell,
Violon, Orgel.
Di-zit Domi - nüs
|i>'i! , r ff r r
di • zit Do-mi-nus Do-mi-no me -o
t
Di-zit Domi - nus di-zit Do-mi-nus Do-mi-no me-o
Abschriften. Stimmen: a) In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 65.
A. 12. (Vol. I. n. 10.) Umschlag: Vom 4. Mai 1733 bis 20. December 1752.
= 32 Wiederholungen. (Part. E.) — 6J im Stifte Kremsmünster (1867 K.).
Anmerkung. Zum Schluss Ei in Saecuia Saeculorum Amen ist eine
breit ausgeführte schöne Fuge.
40
IBeil. X, Vespern. 71 — 74.
91. Dizit Dominus. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Violinen, Violon-
oell, Violon, 2 Fosannen, Fagott, Orgel.
DixitDominusDo-minome - 0 ' se-de a dex - tris
DixitDominuBDo-minome - 0 sede a dextris me - i8,a dex-
Dixit Dominus Domino meo sede a dextris me - is a dex-
^^^r-fn-^^
i
T
Dixit Dominus Domino meo se - de a dex - tris
Abschriften. Stimmen: Im Stifte Sciiotten in Wien.
9«. Dixit Dominus a 8. Für 2 Soprane, 2 Alte, 2 Tenore, 2 Basse,
2 Violinen, 1 Viola in Oonoerto — 2 Oomette, 2 Fosannen, Fagott,
Violonoell, Violon, OrgeL
Sopran
in. 2
Soli.
Di • xit Do - mi - nus Do - mi • no me - o
Abschriften. Stimmen: aj In der k. k. Hofbibl. zu Wien. AN. 65.
A. 12. (Vol. I. n. 13). Umschlag: Vom 24. Februar 1732 bis 13. Februar 1738
= 3 Wiederholungen. — bj ha Stifte Kremsmünster (K.).
98. Dizit pominos. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Violinen, Vio-
lonoell, Violon, 2 Fosannen, Fagott, Orgel.
Di-xitDo-mi-nus Do-mi-nome-o sede a dextris me-
«
,. , ;.jV^J|1 J^M^i^
5 >
Donec
Abschriften. Stimmen: Im Stifte Schotten in Wien.
Anmerkung. Der Sopran ist reichlicher als gewöhnlich figuriert.
9«i. Dizit Dominus a 4. .Für Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Violinen,
Oomett, 2 Fosannen« Fagott, Violonoell, Violon, OrgeL
Andante,
Sopr,
Solo,
^m
DixitDominus Domino meo se • de sede a dextris me - is
Beil. X. Vespern. 75—77.
41
Abschriften. Stimmen: In der k« k. Hofbibl. su Wien. AN. 65.
A. 12. Umschlag: 3. Oct 1739.
9». Dizit Dominus a 6. Ffir Sopran, Alt, 2 Tenore, 2 Bisse, 2 Vio-
linen, 1 Viola, 2 Posaunen, 2 Trompeten — Bip. Oomett, Fagott, Fanken,
Violonoell, Violen, OrgeL
Andamif.
S
T
^
±
^iirf\f'tr\' '
Org, Solo. AU Solo, Di-xit Do-mi-nus Do-mi-no me-o
Abschriften. Stimmen: in der k. k. HofbibL in Wien. AN. 65.
A. 12. (Vol. I. n. 11.) Umschlag: Vom 30. April 1732 bis 18. Jnfi 1750 «»
23 Wiederholungen, darunter 3 an Caecilientagen.
Anmerkung. Bedeutende Abwechslung in der Auffassung; grosse
Schlossfiige.
V«. Dizit Dominos. — Confitebor. Ffir Sopran, AU, Tenor, Bass,
2 Violinen, Oomett, 2 Fosannen, Fagott, Violonoell, Violen, Orgel.
Dixit Dominus Domino meo sede adextris me - • is
i. DixU.
Dixit Dominus Domino meo
1
se - de a dextris me
u
J , ,^ Ui J3i J
Dixi t Dominus Domino meo sede a dextris me-is
2. Confitebor ^^
Abschriften. Stimmen: a) In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 65.
A. 12. (Vol. IV. n. 1 f*]). Umschlag: Vom 4. Juni 1740 bis 5. Janner 1755
« 10 Wiederholungen. — bj Das Dixü Dominus im Stifte Schotten in
Wien (K.).
99. Dizit Dominus. — Confitebor. Ffir Sopran, Alt, Tenor, Basf,
2 Violinen, Oomett, 2 Fosannen, Fagott, Violonoell, Violen, OrgeL
/. DixU. '
Di-xit Dominus Do-mi-no me - o se - de a dextris me
IS
J ,U^L^
Alt Solo.
Do -nee ponam
42
Beil. X. Vespern. 78 — 80.
2, Confitebor
Abschriften. Stimmen: a) In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 65.
A. 12. (Vol. IV. n. 1 [fl]). Umschlag: Vom 9. Juni 1740 bis 25. Dec. 1755
= 17 Wiederholungen. — b) Im Stifte Kremsmünster (IL).
tS. Confitebor. Für Sopran, Alt, Tenor, Baas, 2 Violinen, Violoncell,
Violon, 2 Posannen, Fagott, Orgel.
Solo,
rfe-(irrf-^r^ I rp^rj/f r^^i n^^x
AU. Con-fi - te-bor ti - bi • Do-mi-n» in to-to cor-de me-o
Abschriften. Stimmen: Im Stifte Schotten in Wien.
y«. Confitebor. Ffir Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Violinen, 2 Violen,
Vielen, 2 Oboen, Orgel.
Presto.
Pi". ^.j'J ^ i'r r '' ' i'f'f'r 11^
7>A.S(?/. Con-fi -te-bor ti - bi ti
bi do - mi - ne in to
^^
i
m
i.
t
In to - to cor-
Abschriften. Stimmen: In der kön. Bibl. in Berlin (6811).
§0. Beatos vir. Ffir Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Violinen, Viola ->
Bip. Oomett, 2 Posaunen, 1 Fagott, Violonoell, Violon, Orgel.
Be
a - tiisbe-a
tus vir
Andante.
f s^^^.
Be - a- tusbe-a
Beatusvir be-a
tus vir be
tusvirbea
a - tus be-a
tus be-a
tus vir
tus vir
■w
.^/n^m^^f,
Be - atusvirbea
tus vir
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. zu Wien. AN. 65.
A. 12. (Vol..n. n. 6). Umschlag: Vom 29. Nov. 1736 bis 18. April 1742
^ 5 Wiederholungen.
Anmerkung. Häufiger Wechsel von Rhythmen und Tempo.
Beil. X. Vespern. 81 — 84.
43
§fl. Beatos vir. Für Sopran, Alt, Bass, 2 Violinen, Viola, Fagott,
Vlolonoell, Orgel.
ViolÜL
m
lA
I ^^^ I
J llrJ J. J II _J J rJ
i
j.
i
t
r Be - a - tuB vir be-
Abschriften. Stimmen: Im Stifte Gtöttweig (Abschrift von 1725)
(Pait. K,).
Anmerkung. Die 3 Singstimmen sind stark figuriert
§S. Beatos vir. — Laudate pueri. Für Sopran, Alt, Tenor, Baas,
2 Violinen — Bip.Domett, 2 Posannen, Fagott, Violonoell, Violen, Orgel.
Be - a-tus beatus vir qui timet dominum in mandatis
Sopr.
jhij../
^
^^^^^^m
Be - a - tns beatus vir
qui dmet dominum
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl in Wien. Umschlag:
Vom 7. Juni 1740 bis 16. Juli 1746 « 8 Wiederholungen.
98. Beatus vir. Ffir 2 Soprane, Alt, Tenor, Bass, 2 Violinen, Orgel.
Be - a - tus ' be - a - tus vir qui ti-met Dominum in mandatis
IS
^^
Be - a • tos be-H- tus vir qni ti-met dominum
lb|w-^i ^)|t^ ^
Be -a-tus
Abschriften. Partitur: In der kön. Bibl. in Berlin (6810) (Part. K.).
S«. Laudate pueri. Für Bass Solo, 2 Violinen, 1 Viola, Violonoell,
Violen, OrgeL
Andante,
rAi^tr^dMü-s
■uf JTCJM
Lauda-te lau - da - te
Lau-da-te lau - da - te
44
Beil. X. Vespern. 86 — 87.
Abschriften. Stimmen: aj In der k. k. Hofbibl. zu Wien. AN. 65.
A. 12 (Vol. IL 9). Umschlag: 7. Dec. 1737. — 6) Im Stifte Schotten in Wien
(Part. K.).
Anmerkung. Diese Arie setzt bei dem Sänger zwar keinen bedeu-
tenden Umfang der Stimme, aber desto grössere Fertigkeit der Kehle voraus.
§»• Landate pueri a 2. Fflr Alt, Tenor, 2 Violinen, Fagott, Violon-
oell, Violon, Orgel.
Lau - da - te
lau-da-te lau -da
AUegro. Alt \ | h ^^ ^
Tenor.
^^
3
m
Lau - da - te
Lau-
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. zu Wien. AN. 65.
A. 12. (Vol. n n. 10). Umschlag: 20. Nov. 1733. 19. Mai 1736.
§•• Laudate pueri a 4. Für Sopran, Alt, Tenor , Baas , 2 Violinen«
2 Fosannen, 1 Oomett, Fagott, Violonoell, Violon, Orgel.
AUegro.
p^«if-Cg^Cg^|i'p*'prr.^
AU Solo. Lauda
te laudate ./• ./• ./• pueri
Abschriften. Stimmen: aj In der k. k. Hofbibl. in Wien. Um-
schlag: Vom 1. Jänner 1736 bis 5. Mai 1740 = 8 Wiederholungen. — bj Im
Stifte Göttweig (Part, K.).
Anmerkung. Alt und Bass sind vorzugsweise mit Solo bedacht.
Im Gloria ist ein Doppelcanon.
§9. Laudate pueri. Ffir Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Violinen, 1 Viola,
1 Gornett, 2 Posaunen, Fagott, Violonoell, Violon, Orgel.
Adagio.
«
h. i r rälu^m
/TN
AUegro.
^
g
7C±
m
Sopran Solo. Lau-da
te pu - e - ri Do - mi • num Lau-da - te
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. Umschlag:
Vom 1. Juli 1736 bis 7. Sept. 1740 = 5 Wiederholungen.
Anmerkung. Lebhaft figuriert behandelt.
Beil. X. Vespern. 88-90.
45
§§. Laudate pueri. Für Sopran, Alt, Tenor, Baas, 2 Violinen, Vio-
lonoell, Violon, Oomett, Fagott, 2 Fosannen, Orgel.
iÖ
I
e
m
w^
«z
^
Laudate lauda • te laudate pne-ri laudate pueri Dominum
Laudate pueri Dominum Do - minum laudate
Laudate pueri Dominum
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. Auf dem
UmBchlag vom 1. Febniar 1727 bis 11. Juni 1740 = 12 Wiederliolnngen
angemerkt, darunter „7. Juni 1732 a Praga".
§•• Laudate pueri. Für Sopran, Alt» Tenor, Baas, 2 Violinen -- Bip.
Oomett, 2 Fosannen, Fagott, Violonoell, Violon, Orgel.
Sopr. Lauda - te lau-da-te pu-e-ri lau - da- te pu-e - ri
*
Ten.
*=?»=?
Lau-da
te lau-da-te
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. Umschlag:
Vom 5. Jänner 1735 bis 4. Juni 1740 = 6 Wiederholungen.
Anmerkungen. Wie gewöhnlich wechseln die Solo der Einzel-
stimmen nach 1 oder 2 Versen mit Tutti ab.
•O. Laudate pueri. Für Sopran, Alt, 2 Tenore, Baas.
a Cappella.
Lau
da
te pu
ri
p
r:
m
S
g rj
-m ^
^
Ä
lau
da - te no -
\
m
VT
■«-
■^ ^— «►
;t=t
23
-ö-
i
Lau - da - te pu-e-ri Do - mi - num lau-
Abschriften. Partitur: In der kön. Bibl. in Berlin (6812).
46
Beil. X. Vespern. 91—98.
•fl. Laudate Dominum. Ffli Sopran, Alt, Tenor, Basa, 2 Violinen,
Viola, Oomett, 2 Posannen, Fagott, Violonoell, Violon, Orgel.
a Cappella un poco Attegro,
Landa - telaa>da - te
ib'^ : itrif f.Mif filM^i I
Lau-da- telau-da - te laudate Dominum
i äU k I ' ' ' l * -
9^
i
Laudate lau -da - te laudate Dominum laudate Dominum laudate
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 65.
A. 12 (Vol. IV. n. 2). Umschlag: Vom 24. Dec. 1726 bis 15. Juni 1740 =
13 Wiederholungen.
•S. Landate Dominum a 4 da Capp. Für Sopran, Alt, Tenor,
Bass, 2 Violinen, Viola, Oomett, Fagott, 2 Posannen, Violonoell, Violon,
Orgel.
Lau - da - te lau • da-te Dominum om - nes gentes
a^-\,:Mr\iiri'im
Laudate Dominum omnes gen
Laudate
tes om - nes
laudate Dominum
^^^:
*
>_7fer,K^gr if"?^ir>^ I
Laudate Dominum om- nes om -nes
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. Umschlag:
Vom 24. Juli 1733 bis 23. Joni 1740 » 6 Wiederholungen.
•8. Laudate Dominum. Magniflcat. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass,
2 Violmen — Bip. Oomett, 2 Posannen, Fagott, Violonoell, Violon, Orgal.
Beil. X. Veapern. 94. 96.
47
Lan-da-te D,o-ini - nam om-nes gentes laadate e - um
Lau - da-te Dominum om-nes gen - teslaudateeum
Laudate e - um om - nes omnes
P
P
i
^^^^ j j j
*
Lan-da-te e - um
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. Umschlag:
Vom 26. Juni 1740 bis 31. Oct. 1742 = 7 Wiederholungen.
•«• Laudate Dominum. Magnificat. Fftr Sopran, Alt, Tenor, Baas,
2 Violinen — Bip. Oomett, 2 Posaunen, Fagott, Violonoell, Violon, Orgel.
Lau-da - te Do - minum
om-nes
^^^^^^^
Lauda-te Do ' - mi-num om • nes gen - tes
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. Umschlag;
Vom 7. Juni 1740 bis 20. Mai 1744 = 4 Wiederholungen.
•ft. Magnificat. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass (ohne Orgel).
Magni - fi - cat a - .nima mea ' Do - minum
y^j\prr^\'/'r^
^
Mag - ni - fi
Mag-ni
cat a - nima me - a
fi-cat a - ni - ma me
Dominum
a Do
49-
t
^rir f^rr^
^
fi-cat a - ni-mamea Do
minum
Mag-ni
Ausgaben. In C. Proske, Musica Divina III. pag. 337 — 344.
Abschriften. Partitur : In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 33. B. 72.
(n. 7) mit G anderen Hymnen zusammengebunden (Part. K.).
48
Beil. X. Vespern. 96—99.
••• Magniflcat. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Violinen, Violonoell,
Violon, 2 Fosannem, Orgel.
Mag-ni - fi - cat anima me
k hSIi^iP^
a Do - mi - num et e-xnl-
Mag-ni - fi - cat anima me-a Do-mi-num et e-xul-
^'V^'^-r r. rlfi
^
r — --. ' ■ ■ r '
Mag-ni - fi - cat a-ni-ma me-a Demi - num
Abschriften. Stimmen : Im Stifte Schotten in Wien.
}g ^
i
•V. Magniflcat a 4. Für Sopran, Alt, Tenor, Baas, 2 Violinen — Bip.
Oomett, 2 Trombonen, Fagott, Violonoell, Violon, Orgel.
Sopr. Ma
ün poco Aliegro.
gni - fi - cat a
1^^
ni - ma me - a
Do
LA
AU. 5
Ma - gni - fi - cat a
A b 8 c h r i f t en. Stimmen : In der k. k. Hofbibl. in Wien.
•§, Magniflcat a 4. Für Sopran, Alt, Tenor, Baas, 2 Trompeten,
2 Violinen, 1 Viola — Bip. Oomett, Fagott, Violonoell, Violon, Orgel.
Ma-gni - fi - cat
I
m
t
^
Ma-gni- fi
Magni - fi
ZL
-<9-
£feg.|fg.^ I !'■" I> ^
cat Magnificat anima me-a Dominum
cat Magnificat anima me -a Dominum
m
' i r f c
z:
2Z
^^
Magni -fi - cat
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. Umschlag:
Vom 11. Juni 1727 bis 22. Nov. 1737 = 4 Wiederholungen.
Beil. X. Vespern. 99 — 102.
49
Magnifioat. Ffir Sopran, Alt, Tenor, Basa, 2 Trompeten , 2 Vio-
linen, 3 Violen in Oonoerto — Bip. 1 Oomett, 2 Posannen, Fagott, Teorbe,
Violon, OrgeL
Mag - ni - fi-cat a-ni-ma me •
Sopr.
Vtolin, Soh,
^
<^
^
3
7^
ffrf
Magni - fi - cat a-ni-mame-a Do >
A b B c h r i f t e n. Stimmen : In der k. k. Hofbibl. in Wien.
flOO. Magnificat. Ffir Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Violinen, Oomett
2 Posannen, Fagott, Violonoell, Violon, Orgel,
Mag-ni -fi-cat
a - ni-ma me
a a - ni-ma me - a
Ma - gni -fi-cat
a-m-ma me - a a - ni-ma
bJTJ^J
li^gni -fi - cat
a - mma me
a a - m-ma me - a
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 65.
A. 12 (Vol. n. n. 7).
«Oft. Magnificat. Ffir Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Violen, Violon,
2 Posannen, Fagott, Oomett, Orgel.
Ma-gni - fi-cat
a - ni-ma me - a Do • mi-num
Abschriften. Stimmen : Im Stifte Schotten in Wien.
Anmerkung. Der Sopran ist reichlich figuriert.
iOS. Laetatos som. Ffir Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Violinen -
Bip. Oomett, 2 Posannen, Fagott, Violonoell, Violon, Orgel.
Andante.
fe^^ft-p^
Sopr. SoL Laeta
Koche], J. J. Fqz.
tU8 sum laeta
tus sum la k^
D
50
Beil. X. Veapern. 103. 104.
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. zu Wien. AN. 65.
A. 12 (Vol. IL n. 1). ümschUg: Vom 7. Sept. 1735 bis 31. Dec. 1737 =
5 Wiederholungen.
JOS. Laetatas snm. Für Sopraiii Alt, Tenor, Bass, 2 Violinen, Vio-
lonoell, Violon, 2 Posannen, Orgel.
LaeU
ins
SIlUl
in bis qiiae dicta quae
Laeta tus sum in bis quae dicta quae
Lae - tatus sum in hi» quae
Lae - tatus
sum
in bis quae
Abschriften. Stimmen : Im Stifte Schotten in Wien.
flO«. LaetatoB sum a 4. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Violinen,
Viola, 1 Trompete — Bip. Oomett, 1 Trompete, 1 Fagott, Violonoell,
Violon, OrgeL
Aliegro. ^,
i
pf^^
l^r^^'^^^^'T^V^-^^i^'^
Vioiin So/o. Sopr, Solo, Laeta - tus sum
laeta
tus sum
Abschriften. Stimmen: In der k. k. HofbibL zu Wien. AN. 65.
A. 12 (Vol. IL n. 2.) Umschlag: Vom U. Aug. 1727 bis 14. Aug. 1740 =
8 Wiederholungen. (Part. K.)
Anmerkung. Häufigere Modulationen mit minder gewöhnlichen
Vorzeichnungen, Ueberschreitungen der gewöhnlichen Octav um eine Quart
im Sopran und Bass, und grössere Beweglichkeit der Stimmen zeichnen
dieses Tonstück aus.
Beil. X. Vespern. 106—107.
51
1 Oft. Laetatns snm. Fftr 8 Stimmen , 2 Violinen, Viola, Baas.
i
rf=s!f
^
m
Lae
ta
tll8
SUDS
in
bis
g — I g jcl^
m
IL
Abschriften. Partitur: In der kön. Bibl. iu Berlin (6813).
Anmerkung. Nacb der Intonierung folgt ein vierfacber endloser
Canon in unisono von wunderbarer Kunst.
ioe. Laetatus sum. Nisi Dominiu. Fflr Sopran, Alt, Tenor, Baas,
2 Violinen, Oornett, 2 Posaunen, Fagott, Violonoell, Tiolon, Orgel.
i. LaetatuH.
Laeta
ins suu) in bis quaedicta sunt mi-
i^'^i'/i'^r^M
Lae
ta
tus sum in bis quae
2. Nisi Dominus-
Abschrift en. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien.
l
iOt. Nisi Dominus aedificaverit. Beatos vir. Ffir Sopran, Alt,
Tenor, Bass, 2 Violinen, Violonoell, Violon, Oornett, Fagott, 2 Posaunen,
Orgel
iu^tn'r-ft..-flfij'JJcflfrefc:sJl^^
Sapr, Soio. Nisi Domi - nus ae-di-fi - ca
verit
Abschriften. Stimmen: aj In der k. k. Hofbibl. in Wien. — bj Im
Wien. Mus. Ver. Arch. 2965.
Anmerkung. Auf dem Umschlag der Abschrift aJ von St. Caecilia
1726 bis 17. Aug. 1740 =^ 15 Wiederholungen, darunter 7 am Tage der
h. Caecilia. Die Singstimmeu grösstentheils Solo.
D*
52
Beii. X. Vedpern. 108 -UO.
fl08. Nisi dominus aeidificaverit. Ffir Sopran, Alt, Tenor, Bass,
(ohne Orgel).
Ni - fli Do-mi-nusae - di - fi-ca-ve-rit do-
s
Ni - si Do - mi-nus ae - di - fi - ca-ve-rit do
Ni - si Do-mi-nus ae - di • fi- ca - ve - rit do-
'irr ? ?v ^ ' i'-J^ i
Ni
si Do-mi-mis ae - di - fi - ca-ve-rit
do-
Ausgaben. InC. Proske, Mnsica Divina III. pag. 205—211.
Abschriften. Partitur: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 33.
B. 72 (n. 1) mit 6 anderen Hymnen zusammen gebunden.
Anmerkung. Endet mit ^Gloria Palri et Filio^. — Befindet sich
auch in der Vesper 09 n. 1.
i09. Nisi Dominus a 4. Fflr Sopran, Alt, Tenor, Baas, 2 Violinen,
Viola — Bip. Oomett, 2 Posannen, Fagott, Violonoell, Violon, OrgeL
ae-di-fi - ca . - . -
AUegro.
Sopr.
Ni- si Do-mi-nus
Te7t, ^^
^ij'ü^,.} ,;A/|J^^- ^|^',-^|
Ni-si Do - mi -nus aedifi-ca
Abschriften. Stimmen: aj In der k. k. Hofbibl. in Wien. Um-
schlag: Vom 22. Nov. 1728 bis 2. Juli 1740 = 13 Wiederholungen. — bj Im
Wien. Mus. Ver. Arch. 2769.
HO. Nisi Dominus a 4 voci alla Cappella.
Ni
^
si
g
11^1" gjj5^
Z[
-9^
r
-or
rr-f
Ni - si Do -mi - nus ae - di
Abschriften. Partitur: In der kön. Bibl. in Berlin (5659).
Anmerkung. Durchaus in Canone, mit allerlei Inversionen.
Beil. X. Vespern. 111 — 118.
53
ttt* Lauda Jerusalem. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Violinen,
Violonoell, Violen, 2 Posannen, Fagott, Orgel.
Lau - da Je - ru - salem Demi-
i^
Lau - da Je - ru-salem Do
Laa-da Je - rusalem Do
mi-
^^
^^^
]
Lau-da Je - rusalem Do
Abschriften. Stimmen : Im Stifte Schotten in Wien.
i flS. Lauda Jerusalem. Ffir Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Violinen in
cono., Oomett, 2 Posannen, Fagott, Viola, Violonoell, Violen, Orgel.
Lau - - - da Je-
^^
m
f
i
A
Lau - da Je - rusalem Do- minum
i
Lauda Je-ru-sa-lem
Do
fff^-r II™,"' "i^^?"
minum lauda Jerusalem
Lau-da Je-ru-sa-lem Do - minum Lauda Jerusalem
Abschriften. Stimmen: aj In der k. k. Hofbibl. in Wien. Um-
schlag: Von St. Caecilia 1726 bis 1. Juli 1737 = 6 Wiederholungen. —
bj Im Wien. Mus. Ver. Archiv 2774.
fliS. Lauda Jerusalem. Für Sopran, Alt, Tenor, Baas, 2 Violinen
Violonoell, Violen, Fagott, Oomett, 2 Posaunen, Orgel.
Lauda Je - ru - sa-lem Dominum lau-da De-um tu - um
Aliegro.
Lau-da Je-ru-sa-lem Do
^B
minum lauda Deum tuum
Lauda Jerusa-
»- 1 i r '
Lau-
54
Beil. X. Vespern. Litaneien. 114 — 116.
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. Auf dem
Umschlage vom 31. I>ec. 1726 bis 27. Mai 1739 =11 Wiederholungen an-
gemerkt.
tt«. Landa Jerusalem. Magniflcat. Für Sopran, Alt, Tenor, Bau,
2 Violinen — Bip. Oomett, 2 Posannen, Fagott, Violonoell, Violon, Orgel.
Sopr. Solo.
UbHU^ffif
^
m
t
rfi»' r
1
Lan
da Je-ra-sa-lem Do-mi-num lau -da
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. Umschlag:
Vom 16. Juni 1740 bis 18. Juli 1744 = 5 Wiederholungen.
m. Litaneien. Completorien.
«1». Lltaniae Lauretanoe. Ffli Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Vio-
linen — Bip. 1 Oornett, 2 Foaaonen, Fagott, Tiolonoell, Violon, OrgeL
y. Kyrie.
Ky-ri-e e-lei-son Kyrie e - leisen Chri-
^u- i. ^ ^ K I . _ hs h h s j ,
U
itä:
V
i^=n
M
Chri-ste e-lei - son
rrt^
Christe audi nQ8(*hri-
2. Sub tuum praesidium C.
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. zu Wien. AN. 65-
A. 12 (Vol. III. n. 5). Umschlag: 9. Nov. 1744. 2 Febr. 1754. = 2 Wieder-
hohingen.
t te. Litaniae Lauretanae. Ffir Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Violinen,
2 Trompeten nnd Banken in Cono. — Oomett, 2 Posannen, Fagott, Teorbe,
Violonoell, Violon, Orgel.
Beil. X. Litaneien. 117. 118.
5,5
/. Kyrie-
^-m\
^.M,,,,^^^iiM^
Ky-ri-e e - lei-Bon Christe e - lei-son Ky- ri - e e - lei - son
?
?
r
2. 5fi6 ^itim praesidium C .
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. zu Wien. AN. 65.
A. 12 (Vol. III. n. 1). Umschlag: Vom 13. März 1744 bis 28. October 1753.
= 13 Wiederholungen. Sämmtlich nach Fux* Tode.
Anmerkung. Häufiger Rythmen- und Tempowechsel.
fl fl V. Litaniae Lauretanae. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Vio-
linen, Oornett, 2 Posaunen, Fagott, Violonoell, Violon, Orgel.
/. Kyrie.
is-^ g' i i t-ui
Ky-ri-e e - lei-son Chri - ste e-lei-sonKyri - e eleison Christe
2. 5fi6 ^ti«m praesidium ^s.
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. zu Wien. AN. 65.
A. 12 (Vol. III. n. 2). Umschlag: Vom 8. Oct. 1740 bis 25. März 1757 ^
7 Wiederholungen.
Anmerkung. Auf demselben Umschlage steht ausserdem neben
dem Namen des Componisten Sgr. Fux „L*anno 1720^. Sehr wahrschein-
lich das Compositionsjahr.
«19* Litaniae Laturetanae a 4. Fär Sopran^ Alt, Tenor, Bass,
Violetta, 2 Violen, Oomett, 2 Posaunen, Fagott, Violonoell, Violon, Orgel.
56
Beil. X. Litaneien. 119. 130.
i. Kyrie»
Kyri-e e-lei-son
Tuttl
Pater de Coelis Dens miserere no-bis
A>i^'^/ hi'
Christe e - leison Christe Christe exaadi nos fili redemptor mundi De-os
Ey-ii-e eleison Christe exaudi nos Spiritus Sancte De - us
I %^-'ffy^>'t'
Christe audi nos Christe exaudi nos
Sancta
2. Sub tuum praesidium C.
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 65.
A. 12 (Vol. m. 8). Umschlag: Vom 5, Mai 1743 bis 5. Jänner 1775 == 74
Wiederholungen. Sämmtlich nach Fux' Tode.
Anmerkung. Von allen Litaneien die am Öftesten wiederholte; ob
sie das nicht hauptsächlich ihrer Kürze und Frische zu danken hatte?
«!•• Litaniae Lauretanae. Für Sopran , Alt, Tenor, Bass, 2 Vio-
linen, Violon, OrgeL
Ky - ri-e eleison e - lei-son e - Ici - son
ÄUegretto. ^^.^J^^
Christe e - lei-son
b4 u.rmt^
Ky - ri-e e - lei-son e
son Christe e - lei-son
ll^r-f/'fjf.il
Abschriften. Partitur: In der kön. Bibl. in Berlin (6808).
Anmerkung. Orgel und Violinen haben concertante Passagen, die
Singstimmen sind ungewöhnlich wenig gebunden.
ISO. Litaniae. Sancta Dei genitriz. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass,
2 Trompeten, Pauken, 2 Violinen, 2 Posannen in Oonc. — Oomett,
2 Posannen, Fagott, Teorbe, Violonoell, Violon, OrgeL
Beil. X. Litaneien. 131. 123.
57
i. Kyrie.
iihj^
Ky-ri-e Ey-ri-e eleison e -lei - son Christe
>ra. Solo. ^y^
Org. Solo.
2. Sub tuum praesidium *%.
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 65.
A. 12 (Vol. III. n. 3). Umschlag: Vom 2. Juli 1729 bis 8. September 1759
= 15 Wiederholungen.
flSl* Litaniae. Sancta Maria a 5. Für 2 Soprane, Alt, Tenor,
Bass , 2 Yiolineni 2 Posannen, 2 Trompeten in Oono. — Oomett, Fagott,
Teorbe, Yiolonoell, Violon, Orgel.
/. Kyrie.
• Chri-ste e - lei - son Ky-ri-e
i
Ky-ri-e e - lei - ^on Chri - ste e - lei - son Ky-ri-e
^
> rif r
2, Sub tuum'praesidium C . '
Abschriften. Stinmien: In der k. k. Hofbibl. zu Wien. AN. 45.
A. 12 (Vol. III. n. 7). Umschlag: 2 Luglio 1739. 2. Febr. 1740 = 2 Wieder-
holungen.
Anmerkung. Gehört dem äusseren Umfange nach zu den bedeu-
tenderen.
flSS. Litaniae Lauretanae. Mater Divinae Oratiae. Für Sopran,
Alt^ Tenor, Bass, 2 Violinen, 2 Trompeten, Pauken — Oomett, 2 Posaunen,
Fagott, Teorbe, Violoncell, Violon, Orgel.
/. Kyrie.
Sopr. Solo,
i^itr^f ''■ J '' n r ^ r I rZf f. >r.j ^^
Ky - ri - e e - lei-son e - lei - son Chri-ste e - lei-son Ky-ri-e
58
Beil. X. Litaneien. 133 — 126.
2, Sub iuum praesidium \,
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. zu Wien. AN. 85.
A. 12 (Vol. III. n. 6). Umschlag: Vom 3. April 1731 bis 2. Februar 1752
= 17 Wiederholungen.
ISS* Litaniae. Mater Salvatoris. Für Soprane, Alt, Tenor, Bass,
2 Violinen — Oomett, 2 Posannen, Fagott, Violonoell, Violon, Orgel.
/. Kyrie,
Ky-ri-e e-lei-son
^%fr^
^
. 4^Aj
Ky-ri - e e - lei - son
Christe e-lei-son Christe audi nos Christe exaudi
2. Sub iuum praesidium C .
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 65.
A. 12 (Vol. III. n. 4). Umschlag: Vom 7. April 1729 bis 19. März 1754
= 23 Wiederholungen.
flS«. Litaniae. Mater amabiüs. Für 4 oonoertante Singstimmen,
. 2 Violinen, 2 Posaunen, Violonoell, Orgel.
Abschrift. Partitur und Stimmen: Angeblich in der Bibl. des Prof.
Landsberg in Rom.
Anmerkung. Der „Catalogiie de la bibliotheqne du Professcur
Landsberg a Rome. Musique ancienne.^ Berlin 1859 enthält pag. 9 diese
und die folgende Litanei ISft als Compositionen von J. J. Fux. Beide
werden auf diese Angabe hier aufgenommen, ungeachtet sie jeder anderen
Beglaubigung bisher entbehren. — Prof. Ludwig Landsberg , geb. anfangs
des XIX. Jahrh. in Breslau, lebte in Rom durch 24 Jahre als Ciavierlehrer.
Ein Freund alter Musik hatte er eine treffliche Sammlung davon angelegt,
die nach seinem Tode theils nach Breslau, theits nach Berlin kam, theils
verloren gieng (Fötis).
isa. Litaniae. Mater inviolata. Für 4 Singstimmen, 2 Violinen,
2 Posannen, Violonoell, Orgel. .
Abschrift. Stimmen: Angeblich in der Bibl. des Professor Lands-
berg in Rom.
Anmerkung. Darüber zu vergleichen Anmerkung zu Lit ISS.
Beil. X. Litaneien. 126 — 128.
59
!«•• Completorium a 4 a Cappella. — Qui habitat a 6.
Für 2 Soprane, 1 Alt, 2 Tenore, 1 Baas.
/. Cum invocarem.
Cum in-vo - ca - rem ex - au - di - vit me De - u»
A Cappella,
A
!=tJ
ü h\Zktf\f^^
^
<P Ig
l li J-J. J.
I Ji.^ „ _ „ 11 l^ i-i i
Cum in-vo - ca - rem ex - au - di - vit me De - us
2. In te Domine 0 . 3. Qui habiiat 0 . 4. £ceß Mti»^. 0 jf. T^i? /um 0 .
ff. iVtiitt* dimitti8(^.
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. Umschlag:
Vom 29. Mai 1724 bis 17. März 1741 » 11 Wiederholungen.
t«V. Completorium. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass a Oapp. senza Org.
/. Cum invocarem.
In tri - bu - la - ti - o
ne di
la-
I
i|s «t^ 9-
Ab.
Ten.
t
-^-
Pf=r
tb:
\' m^'^
22
■49-
jb:
In tri-bu - la - ti - o
ne
m
JBL
P=«
^
i_.
i»-
2
t
^
jfiL
r
Boss.
In tri-bu - la
ti
o - ue
Texte 2—6 wie Completorium iJtG.
Autograph. In der k.k. Hofbibl. in Wien. AN. 48. C. 30. — Ueber-
schrift: „Completorium a 4, a Cappella sine organo Joannis Josephi Fux
die Mensis Octobr. 8. 1717." 28 Blatter.
Abschrift. Partitur: L. v. Köchel in Wien.— Stimmen: Im Wien.
Mus. Ver. Arch. 17602.
ISS. Completorium. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Violinen,
Violonoell, Violon, Oornett, 2 Posaunen, Fagott, Orgel
60
Beil. X. Litaneien. 129— 13L
i. Cum invocarem.
Camin-vo-ca-rem ex-aa-di-vit me De-us justitiae me - ae
Sopr. Soio,
i
opr. Solo. K K K .. I
m
Texte 2—6 wie Completorium. ISG«
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. Auf dem
Umschlage sind vom 8. März 1730 bis 19. März 1755 = 44 Wiederholungen
angemerkt.
!«•• Completorium a 4. Fär Sopran, Aft, Tenor, Bass, (ohne Orgel).
/. Cum invocarem.
In tri-bu - la
a 3
iio
ne
In tri - bu - la - ti - o
te
t
^
i
■^-
-9-
^9^
m
3
■«-
-^
f
^^^
In tri - bula - ti-o
Texte 2—6 wie bei Completorium iJtG«
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. Umschlag:
Vom 22. März 1713 bis 26. Febr. 1716 = 5 Wiederholungen.
ISO. Ctun invocarem a 4. In te Domine a 3. Ffir Sopran, Alt,
Tenor, (Bass), 2 Violinen — Oomett, 2 Posaunen, Fagott, Violonoell,
Violon, Orgel.
/. Cum invocarem,
Sopr. Solo. m m m^
%
t
Cum invocarem exaudivit me De-us justitiae
2. In te Domine G .
me - ae
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl in Wien. AN. 65.
A. 12 (Vol. II. n. 11). Umschlag: Vom 19. März 1732 bis 18. März 1743
= 7 Wiederholungen.
flSl. Qoi habitat in adjutorio a 4 Pieno Coro. Ffir Sopran, Alt,
Tenor, Bass^ 2 Violinen — Oomett, 2 Posaunen, Fagott, Violonoell,
Violon, Orgel.
Beil. X. Litaneien. 133—134.
61
e
t
£
::::riv"^X{"x\
Qui habitat in adju - to - ri-o altissimi in protectione Dei
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 65.
A. 12 (Vol. II. n. 12). Umschlag: Vom 24. März 1730 bis 24. März 1741
= 12 Wiederholungen.
lS!t. Ecce nnnc benedioite. Für Tenor Solo, 2 Violinen, Violonoell,
Violon, OrgeL
Violini Soli.
1-fjirT.r'rfir.rr.fi^
Ecce nuncbenedicite benedicite
Abschriften. Stimmen : In der k. k. Hofbibl. in Wien. Umschlag :
Vom 2. Febr. 1731 bis 24. März 1740 = 6 Wiederholungen.
ISS.
Te lucis ante terminom a 2. Für Sopran, Alt, 2 Violiiien,
Violonoell, Violon, OrgeL
Te lu - eis an - te ter
mi-
y^ ^ g b' £J £j- ££J'S
Te lucis an - te ter - mi - nnm
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. Umschlag:
23. Febr. 1731 bis 19. März 1739 = 4 Wiederholungen.
Anmerkung. Die Solostimmen ziemlich reich figuriert.
13«. Nunc dimittis. Für Sopran, Alt, Tenor, BasB, 2 Violinen —
Oornett, 2 Posaunen, Fagott, Violonoell, Violon, Orgel.
Nunc dimittis servum tuum Domine
m
Ten.
Nunc dimittis servum tuum Domiue
I
62
Beil. X. Litaneien. 185 — 187.
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. zu Wien. AN. 65.
A. 12 (Vol. II. n. 13). Umschlag: Vom 18. März 1733 bis 19. März 1739
= 3 Wiederhohmgen.
iSft. (PsalmtuB 128). Saepe expagnavenint me. Ffir Sopran, Alt,
Tenor, Baas, (ohne Orgel).
Sae
pe ex-pugna - vemnt me
H
TVji. 5
■4»-
=t:
l
1
8ae-pe ex - pug-ua-ve - riint me-a juventu-
Abschriften. Partitur: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 33. B. 72
(n. 3) mit 6 anderen Hymnen zusammen gebunden.
Anmerkung. Schliesst mit Gloria Patri et FiUo.
flSe. (Psalmus 129). De profandis clamavi ad ie. Ffir Sopran,
Alt, Tenor, Baas, (ohne Orgel).
De profundis
e
7Z
De
profundis
De profu
clama - vi ad te Do
ndis ch
chuna-
mi-
j
m
I-»* — ^
t
^
^ijrr'rff^i\iflrf\'Ji
f
De pro-fiin-dis da • ma
vi ad te Domi - ue
Ausgaben. In C. Proske Musica Divina III. 216—222.
Abschriften. Partitur: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 33. B. 72
(u. 4) mit G anderen Hymnen zusammen gebunden.
IV. Gradualien.
flSV« Oraduale pro prima Dominica Adventns. Nonconfan
dentur Domine. Sopran, Alt, Tenor, Baaa, (ohne Orgel).
p
Beil. X. OradnaUen. 188. 189.
Non con-fun - deu-tiir Do
63
mi-
{■i j_i.^
ö
Non confanden
Non confttn-den-tur Dö-mi -. ne
f'frrrr'r j^r^
tur Do-mi-
non
♦ J .1 I j J i I ♦..
I
Non con-fun - den-tiir Do
mi-
Abschriften. Partitur. In der k. k.Hofbibl. in Wien. AN. 33. B.77
(n. 1) mit 7 anderen Gradualien zuaammen gebunden. Stimmen : Im Wien.
Mus. Ver. Arch. 17593. Fux heisst hier Vice Maestro di C, daher die Com-
position zwischen 1711—14 fallen könnte.
Anmerkung. Die Gradualien für den Advent beginnen mit Into-
niening durch die Basstimme bei dem Beginne eines jeden Abschnittes,
worauf der Chor einfallt; den Schluss macht ein ausgefilhrteres AUelujs.
Die Intonierung des vorliegenden Graduales lautet: „Universi qui te ex-
pectant". Der Chor föUt hierauf ein : „non confundentur Domine*'.
ISS* OradualQ pro Dominica 2 Adventus £z Sion speoies.
Für Sopran, Alt» Tenor, Orgel.
Presto. Ex-
^^
f
■«-
t
L
81
on
ex Sion
fes^^
-^
^E
£x
Si-on
ex
Si - on
Abschriften. Stimmen: Im Stifte Göttweig.
Anmerkung. Eine sehr kurze Versette.
fl 99. Qraduale Dominica 2 Adventus. Ex Sion speoies decoris
ejus a 4. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass, Violoncell, Violon, Orgel.
64
Beil. X. GraduaUen. UO. 141.
Dens lua
ni - fe
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3
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ni • fe - ste ve - ni - et con
I
gre-
gre-
Dens ma
3
i
3:
i
ni - fe - ste ve
ni - et
Abschriften. Partitur a cappella: Inder k. k. Hofbibl. in Wien.
AN. 33. B. 77 (n. 2) mit 7 anderen Gradualien. — Stimmen : In der k. k.
Hofbibl. in Wien. AN. 65. A. 12 (Vol. I. n. 5). Umschlag: „J. J. Fux Vice-
Maestro di C. di S. M.; diess deutet auf 1711—1715. (Part. K.)
Anmerkung. Ein sehr kurzes Musikstück. Der Bass intoniert „Ex
Sion species decoris ejus", der Chor antwortet : „Deus manifeste veniet*^.
Hierauf intoniert der Bass abermals: „Laetatus sum in bis, quae dicta Bunt
mihi^, der Chor antwortet: „In Domum Domini ibimus^.
1 «o. Qraduale pro Dominica 3 Adventus. Excita potentiam
tnam. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass, (ohne Orgel).
Ex - ci - ta po - ten - ti-
Sopr. AU, Ten.
»aopr» Alt, ien. r*"*"^ I i -■■
Ex
ci - ta po
ten-ti - am
tu
Abschriften. Partitur: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 33
B. 77. (n. 3) mit 7 anderen Gradualien zusammen gebunden. — Stimmen
Ebenda. AN. 65. A. 12 (Vol. I. 6). (Part. K.)
Anmerkung. Erste Intonierung: „Qui sedes Domine super Cheru-
bim". Vgl. Anmerkung Graduale flS9. Die Unterschrift auf dem Umschlag
der Stimmen der Hofbibliothek „J. J. Fux Vice-M. di C."" deutet auf 1711
bis 1715.
ittl. Qraduale pro Dominica 4 Adventus. Omnibus qui in-
vocant eum. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Trompeten, 2 Violinen,
3 Violen in Oonoerto — Bip. 1 Oomett, '2 Posaunen, Fagott, Teorbe,
Violon, Orgel.
Beil. X. Oradnalien. 142.
65
Om
ni - bu8 qui in - vo • cant e
um
jJt:
' , I J^ J j ti I ftl J j fT'^ "^ — I
Om
ni - bns qui in - vo-cant e
Om
um
ni - bu8 qui in - vo-
p^
X
^ ■ I r r f\
m
Om
ni-bus qui
Abschriften. Partitur: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 33. B. 77
(n. 4) mit 7 anderen Gradualien.
Anmerkung. Intonierung: „Prope est Dominus omnibus invocan-
tibus eum<<. Vgl. Anmerkung Grad. ISV«
i ««. Qraduale pro Vigilia Nativitatis Domini nostri J. C. Et
xnane videbitis gloiiam ejus. FOr Sopraa, Alt, Tenor, Bass (ohne Orgel).
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Autograph. Das Alleluja in der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 33.
B. 77 (fül. 22), 1 Blatt.
Abschriften. Partitur: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 33. 6. 77
(n. 5 und 6). Mit 7 anderen Gradualien. — JStimmen : Im Wien. Mus. Ver.
Arch. n. 17591.
Anmerkung. Die Intonierung lautet: „Hodie scietis, quia veniet
Dominus et salvabit nos". — In der Abschrift des Graduale in der Hofbibl.
folgt auf die 2 ersten Abschnitte ein abgesondertes Blatt, welches ein Auto-
graph von Fux ist und das Alleluja mit der Bemerkung enthalt: „Si haec
Vigilia venerit in Dominica dicitur Alleluia cum seguenti ver8u<<, dann folgt
eine zweite Abschrift des ganzen Graduale sammt dem Alleluja.
Kochel. J. J. Fax.
E
66
Beil. X. Gradaalien. 148 — 146.
i ttS. Ghradaale pro Dominica 1» quadrageBimae. Angelia soia
mandavit de te. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass (ohne Orgel).
An - ge - lis su - is De - us man-da - vit de te
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An - ge - Us su - is
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US man-da - vit de te ut cu-
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An - ge - lis su - is De - us man-da - vit de te ut cu-
Abschriften. Partitur : In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 33. B. 77
(n.G) mit 7 anderen Gradualien. — Stimmen: Im Wien. Mus. Ver. Arch. 17592.
Anmerkung. Auf den Eingang folgt ein länger ausgefllhrterTractus
ohne Intonierung und Alleluja.
1 « tt. Oradnale in festo 8. S. Trinitatis. Benedictoa es Domine.
Fflr Sopran, Alt, Tenor, Bass, Violetta, 2 Posaunen, Orgel.
Be - ne - dic-tus es Do-
Be-ne-dic-tus es Do-mi-ne De-us De ^
US pa-trum no-
t ^' i' K- r. *< !';_'' ^
De US pa-trum no-
Abschriften. Stimmen : Im Stifte Göttweig.
i «ft • Oradnale de B. M. V. Ave Maria gratia plena. Fflr Sopran,
Alt, Tenor, Bass, OrgeL
A - ve Ma - ri a
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A - ve Ma - ri - a
Abschriften. Stimmen: Im Stifte Göttweig.
Beil. X. GradnaUen. 146 — 148.
67
llM. Oradnale pro deftmotia. Reqtilem aatemom dona eis
domibe. Ffir Sopran, Alt, Tenor, Bass (ohne Orgel).
Se-
ile - qui - em ae - ter
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ae-
qui - em
• Abschriften. Partitur: aj In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 33.
B. 77 (n. 7) mit 7 anderen Gradualien. 8 fol. — b) Im Stifte Kremsmünster (K).
Anmerkung. Mit Intonierung und einem Tractus.
flttV. Oradnale ezMissa pro defnnctis. Requiem aetemam
dona eis Domine. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass (ohne Orgel).
Re - qui - em ae - ter-
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Re - qui - em ae-ter-
Abschriften. Partitur: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 33. B.77
(n. 8) mit 7 anderen Gradualien.
Anmerkung. Vgl. Grad. 11
fl«9« Bffiserere. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Violinen, 7iola,Violon
2 Oboen, Orgel.
Largo,
IS
n<f;f'rri*r.'p'rri''^i^r^^'^'r^^
Sopr. Soh.
^3.
^S
Mi-se-re-re mi-se-re-re me-i De-us secundum
m
Abschrift. Partitnr: In der kOn. Musikbibl. in Dresden (A. 116).
Von der Hand Zelenka*s.
Anmerkung. Grosse Abwechslung in der Behandlung der Texttheile.
68
Beil. X. Offertorien. 149 - 161.
V. Offertorien.
!«•• Offertorium proprium pro Dominica 2* Adventos. Deiu
tu oonoertens TivlficabÜ!. Für Sopran, Alt, Tenor, Basa (ohne Orgel).
De - ns tu con-ver - tensvi-vi-fi-
^ r-i I. - I J !■
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TVm. 1 ^ I>U
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De-uB tu
con - ver - tens vi - vi - fi
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Abschriften. Partitur: In der k. k.Hofbibl. in Wien. AN. 33. B. 78
(n. 1) mit 7 anderen Offertorien zusammen gebunden. — Stimmen : Im Wien.
Mus. Ver. Arch. 1744G (Fux Vice-Cap. Mstr. genannt, was er 1711 bis 1714
war).
Anmerkung. Eine andere Hand (Fux?) hat in die Abschrift der
Hofbibl. nachtraglich eine Orgelstimme dazugeschrieben.
flfto. Offertorium pro Dominica 3* Adventns. Benedizisti
Domine terram tuam. Für Sopran» Alt, Tenor, Bass (Orgel ?).
Be-ne - di - xi - sti Do
mi-ne
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Be - ne-di - xi-
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Be - ne • di - xi - sti
Do-mi-ne
Abschriften. Partitur: In der k. k. Hofbil?l. in Wien. AN. 33. B. 78
(n. 2) mit 7 anderen Offertorien zusammen gebunden. — Stimmen: Im Wien.
Mus. Ver. Arch. (Fux Vice-Cap.lM. = 1711—1714).
Anmerkung. Auch hier wie Off. !%• hat eine spätere Hand einen
bezifferten Bass dazugeschrieben.
iftl. Offertorinm proprialn pro Dominica 4* Adventos. Ave
Maria gratia plena. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass (ohne Orgel).
Beil. X. Offertorien. 152. 163.
69
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Abschriften. Partitur: In der k. k. Hofbibl. in Wien, a) AN. 33.
B. 78 (n. 3) mit 7 anderen Offertorien Kusammen gebunden. — h) SA. 67.
D.37, mit Violetta, Violon, 2 Posaunen, Orgel. -> Stimmen: Im Stifte Krems-
münster (K.). — Im Wien. Mus. Ver. Arch. 17589.
Anmerkung. Mit einem Cantus firmus im Sopran^ die übrigen Stimmen
begleiten in Canone. — Im Gradus ad Parnaattum p. 256 ff. fuhrt Fux dieses
Offertorium als Beispiel einer Composition des a Cappella-Stiles mit Canius
firmu» an.
iftS., Offertoritun pro Vigilia Nativitatis D. N.J. C. a 4 da
Cappella. Tollite portas. Für Sopran, Alt, Tenor, Baas (ohne Orgel).
Toi
11 . te
Toi - li-te por-
h\'thM^ uM i;i'i#M
Toi
li - te toi
li - te
toi-
Abschriften. Partitur: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 33.B.78
(n. 4) mit 7 anderen Offertorien zusammen gebunden. — Stimmen: Im Wien.
Mus. Ver. Arch. 17441 (Fux Vice-Cap.-M. genannt = 1711—1714).
»
iftS« Offertorium. Ad te Domine levavi ftnlmam meam. Für
Sopran, Alt, Tenor, Baas (ohne Orgel).
Ad te Do-mi-ne le -va
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Ad
te
Do - ml - ne le-
70
Beil. X. Offertorien. 154 -- 166.
Ausgaben. In C. Proske, Musica Divina II. pag. 1—6.
Abschriften. Partituren: a) In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 33.
B.78 (n. Ö) mit 7 anderen Offertorien zusammen gebunden. — hj Ebendort.
SA. 67. D. 34. — Stimmen: a) Im Stifte Ej-emsmünster (K.). [Mit Instru-
menten.] — b) Im Wien. Mus. Ver. Arch. 17442.
Anmerkungen. Beide Wr. Abschriften sind aus der Zeit; a) hat
dieUeberschrift „pro Feria 4« post Dominicam 2«" Quadragesimae". bj pro
Dominica I« Adventus^, Es wurde daher bei verschiedenen Gelegenheiten
angewendet. — Die Wien. Mus. Ver. Abschrift nennt Fux Vice-Cap.-M.
[1711—1714]). — Von Fux im GraduM ad Pamasfum pag. 247 ff. aufge-
nommen und besprochen.
tft«. Offertoriom pro feria 6» post Dominicam U* Qnadra-
gesimae. Domine in auziliom meom respioe. Für Soprani Alt
Tenor, Bass (ohne Orgel).
Do
mi-ne
in au- XI
U -um
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Do-mi-ne in au-xi - 11 -um me - um re - spi-ce
Abschriften. Partitur : In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 33. B. 78
(n. 6) mit 7 anderen Offertorien zusammen gebunden. — Stimmen: Im Wien
Mus. Ver. Arch. 17584.
166« Offertoriom pro Feria 4* post Dominioam 3» Qua-
dragesimae. Domine fac meoom miserioordiam. Für Sopran,
Alt, Tenor, Bass, (ohne Orgel).
Do - mi-nefacme - cum mi-se • ri - cor -di - am tu -
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mi-ne fac me - cum mi-se -ri-cor -di - am
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Abschriften. Partitur: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 33. B.78
(n. 7) mit 7 anderen Offertorien zusammen gebunden. — Stimmen: Im Wien.
Mus. Ver. Arch. 17582 [Fux Vice-Maestro di Capp.].
tft«. Offertoriom pro Feria 6» post Dominioam 3» Quadra-
gesimae. Intende voci orationis meae. Ffir Sopran, Alt, Tenor,
Bass, (ohne Orgel).
Beil. X. Offertorien. 167 — 159.
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Abschriften. Partituren: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 33.
B. 78 (n. 8) mit 7 anderen Gradualien zusammen gebunden. — Stimmen :
Im Wien. Mus. Ver. Arch. 17583.
i 6 Y« Offertoriom de Martyre Pontifioe. Veritas mea. Ffir Sopran,
Alt, Tenor, Bass, OrgeL
Ve-ri
Vivace.
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ri - tas
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Ve - ri - tas
Abschriften. Stimmen: Im Stifte Göttweig. (Wurde dort noch
12. Febr. 1859 aufgeführt.)
i ft9. Oflfertoriom commune Sanctomm et Sil. Francisci Xav.
Veritas mea. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Violinen, Violetta, 2 Oboeii
Fagott, Violonoell, Oontxabass, Orgel.
Sopr, Solo. .^■— ^
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Abschrift. Stimmen: In der kön. Musikbibl. in Dresden (A. 118).
Aufschrift von J. D. Zelenka.
Anmerkung. Grösstentheils in Canone.
t5ll. Offertorium de Apocrtnlis. Estote fortea. a 4. Für Sopran,
Alt, Tenor, Bass, 3 Violen, Oomett, 2 Posaunen, Fagott, Violonoell, Violon,
Orgel.
72
Un poco AUegro
B«il. X. Offertorien. 160. 161.
Es - to - te for-
Estote for-tes in bel-lo et pu - gna
Abschriften. Stimmen: aj In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 65.
A. 12 (Vol. I. n. 8). Umschlag: Von 1744 bis 28. Oct. 1753 = 13 Wieder-
holungen. S&mmtlich nach Fuz* Tode. — b) Im Stifte Göttweig.
Anmerkung. Der erste Satz ist besonders krallig und ftir die Ober-
stimmen figuriert.
i ao. Offertoriom de Venerabili. Sacris solennii^ jnncta. a 4.
Ffir Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Violinen, Oomett, 2 Posannen, Fagott,
Violonoell, Violon, Orgel.
Sa-cris so - len - ni - is junc - ta sint
\h*^ir'tf\rl(^ri!t\f''i\
Sacris SO - len-ni - is juncta sint gau-di - a junc
Sacris so • len-ni - is juncta sint gau-di - a junc
ta
ta
■'>'»<ll ^\^'f -\^^r\rf. Mr^
Sacris so - len - ni - is junc - ta sint
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 65.
A. 12 (Vol. 1. n. 7). Umschlag: Vom 4. Oct. 1742 bis 10. Juni 1753 =» 23
Wiederholungen. Sftmmtlich nach Fuz* Tode.
Anmerkung. In seiner Art glänzend heiter : auch Recitative kom-
men vor.
MüM. Offertoriom de B. V. M. Lingua mea. Für Tenor, Bass,
(Soli), 4 Stimmen Sip. 2 Violinen, Violonoell, Violon, 2 Posanneni Orgel.
Ten. Solo. V
Lingua me-a die tro - phaea vir-gi - nis pu-er - pe - rae
Abschriften. Stimmen: Im Archiv der Peterskirche in Wien.
(Mangelhaft.)
Beil. X. Offertorien. Hottette. 163. 163.
73
i •*• Offertorium pro festo assomptionis B. V. Oratulemur in
hac die. Ffir Sopran Solo und yieistimmigen Ohor, 2 Violinen, Yiolon,
2 Trompeten^ Panken, Orgel.
1. lUcit
VwL
Aria Andante.
ff ff
Sopn
i^H^m
Sopr,
Hodie Maria
Gratu-
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lOL
^•«^r \
Org.
2. Chor \ n Virgo Sancia*".
Abschriften. Stimmen : Im Stifte KremsmttnBter. D. 26. 363. (1867 K.)
Anmerkung. Sopran und erste Violine concertierend, feierlich.
VI. Mottette.
!••• Mottetto de Yenerabili. Ave Salus mondi. a 4. Ffir Sopran,
Alt, Tenor, Baas, Violonoell, Violon, OrgeL
A-ve Sa - lusmnndi aeternumPa-
i flC r ' ' f'
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A-ve Sa-his mun - di
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l: {nrl^W^
A - ve Salus mun.- di
Abschriften. Stftnmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. Umschlag:
Vom 12. Oct. 1741 (nach Fux' Tode) bis 17. Dec. 1749 = 20 Wieder-
holungen.
Anmerkung. Grossentheils in Canone; dann theilen sich auch die
Knabenstimmen und die Männerstimmen in 2 Chöre und rufen sich die eln-
zehien Phrasen zu, bis sie sich am Schlüsse wieder vereinigen.
74
Beil. X. Mottette. 164 — 166.
!•»• Mottetto de Venerabili a 2. Caro mea vere est. Füi2 Soprane,
Violonoell, Violon, Orgel.
Caro mea vere est ci - bus
vere
C',,. ".h.:'n>\i:^
Ca-ro me-a vere est ci-bus
ve- re vere
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. Umschlag:
Vom 9. Februar 1742 bis 12. März 1744 = 4 Wiederholungen.
Anmerkung. Die Figuren der Solostimmen gehen nicht über kurze
Solmisationen aufw^Srts und abwärts hinaus.
i •&. Mottetto de Resnrreotione Domini. Plaudite, sonat tuba.
Für Tenor Solo, 1 Trompete, 2 Violinen, 1 Viola, Fagott, Violonoell,
Violon, Orgel.
Aiiegro,
•^ Tromp, Solo. K *
Plaudite Plaudite Plaudite Plaudite
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. AN. 65. A. 12 (Vol.
VI. n. 1). Umschlag: Vom 1. April 1736 bis 19. April 1740 = 2 Wieder-
holungen.
Anmerkung. Für die Solostimme nicht wenig anstrengend. Rhyth-
men, Tempi häufig wechselnd, auch Becitative fehlen nicht
!••• Mottetto de Resurrectione Domizii. Ecce sacerdos
magnus. Fiur Tenor, Bass, 2 Violinen, Fagott, Violonoell, Violon, Orgel.
Sinfonia, Aiiegro,
L L k^ '^ ^ I -^-i
Vioimi.
Ten. Solo, Ecce Sacerdos magnus qui in ara crucis
Ceditejam. Ptandlte supeti, 0 quam grande, Atleluja.
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 65.
A. 12 (Vol. VI. n. 2). Umschlag: Vom 12. April 1735 bis 24. April 1737
=s 3 Wiederholungen.
Anmerkung. Setzt in der Bassstimme mehr Beweglichkeit voranSy
als im Tenor.
BeH. X. Mottette. 167—170. 75
tmn. Mottetto de Nativitate Domini. Plaudite Deo nostro.
Füi Sopran Solo, 2 Yiolineni Viola, 2 Posaunen, Fagott, Violonoell, Violon,
Orgel. .
Sinfonia. Andante.
^^ ' ' ^ ' ^ " '
^Ö
^E
Violün. F\m ' dite Deo nostro quia mirabilia
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 65.
A. 12 (Vol. VI. n. 4). Umschlag: Vom 25. Dec. 1729' bis 1. Jänner 1745
=ss 2 Wiederholungen.
1S9. Mottetto in Epiph. Domini. Reges Tharsis. Für Sopran,
Alt, Tenor, Bass, 2 Violinen, Oomett, 2 Posaunen, Fagotl^ Violonoell,
Violon, Orgel.
Sonatina, '
^iJ'j'j;^|j;Jj_>J-J'^
Violinen, ^ ,«,.,,
Sopr. Solo, Reges Tharsis et Insulae mu-ne-ra
Abschriften. Stimmen: aj In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 65.
A. 12 (Vol. VI. n. 16). Umschlag: Vom 10. Jänner 1732 bis 10. Jänner 1746
= 4 Wiederholungen. — b) Im Wien. Mus. Ver. Arch. 17590 (9 Wieder-
holungen von 1732 bis 1741).
!••• Mottetto de Aaoensione Domini. Ponis nubem ascen-
Bum. Für 2 Soprane, Tenor, 2 Violinen, Oornett, ^ Posaunen, Fagott,
Violonoell, Violon, Orgel.
Rec.
I'^mr r, rr^'lf. f''f'f'^ntJrW3Tl
Tenor, Solo, Ponis nubem ascensum tu-um Do-mi-ne qui ambulas super
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 65.
A. 12 (Vol. VI. n. 10). Umschlag: Vom 6. Mai 1729 bis 15. Mai 1749
= 16 Wiederholungen.
Anmerkung. Dem Tenor ist die erste Stelle zugewiesen. Die Arie
Pandite portas beginnt mit einer kräftigen Figur, die mehrmals wiederkehrt.
t YO. Mottetto de Spirita Sanoto. O ignis ooelestis. Für Sopran,
Alt, Tenor, Bass, 2 Violinen, Oomett, 2 Posannen, Fagott, Violonoell,
Violon, Orgel.
76
Beil. X. Mottette. 171—178.
0 ig-niscoe-les-tis o gratiae
Sotuttina. I I i
Violino 2«. f '
VüUino 2«.
0 ig-nis co6-le - stis
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 65.
A. 12 (Vol. VI. n. 9). Umschlag: Vom 25. Mai 1733 bis 26. Mai 1749 =^ 15
Wiederholungen. ,
lYI« Mottetto de B. V. Ave mundi spes Maria. Fär Sopran, Alt,
Tenor, 2 Violinen, Oomett, 2 Posaunen, Fagott, Violonoell, Violon,
Orgel.
Sopr. Soh,
Ave mundi spes Ma-ri-a a - vec mundi spes Ma - ri- - a
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 65.
A. 12 (Vol. VI. n. 11). Umschlag: Vom 12. Dec. 1726 bis 8. Sept. 1747
r=: 27 Wiederholungen.
Anmerkung. Dem anmuthenden Motiv des Einganges folgt ein
Canon Ane Virgo.
lYS. Mottetto de B. M. V. Ave o puerpera. FOr Sopran, Alt,
Tenor, 2 Violinen, Violonoell, Violon, OrgeL
a 3, Sopran. Soio.
■»■
t
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A - ve A - ve A - ve o pu - er - pe - ra
Abschriften. Stinmien: Jn der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 65.
A. 12 (Vol. VI. n. 14). Umschlag: Vom 2. Febr. 1717 bis 19. Nov. 1744
=3 34 Wiederholungen.
Anmerkung. Ave o puerpera ist Sopransolo, Maria, quae Domina es
Altsolo, der Schluss Gratia sufficiens a tre.
t YS. Mottetto della Madonna SS. Ave pia Stella maris. Für
Sopran Solo, 2 Violinen, Ohor von 4 Stimmen, Oomett, 2 Posannen, Fagott,
Violonoell, Violon, Orgel.
rffM'n'r^V^^^'iu lu^nm
Violine.
A - ve a
ve
a - ve pi - a
Beil. X. Mottette. 174—176.
77
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 65.
A. 12 (Vol. VI. n. 15). Umschlag: Vom 19. Nov. 1718 bis 12. Mai 1736
= 3 Wiederholungen.
Anmerkunjg. Am Schiasse tritt ein vierstimmiger Chor ein.
i Y«* Mottetto de B. M.V. Benedictaquae lilium es. Für 2 Soprane ,
2 Violinen, Fagott, Violonoell, Violen, Orgel.
Be-ne - die - ta Bene - dicta quae
Sonatina.
Violini.
" Be-ne - die - ta Bene -dicta quae
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 65.
A. 12 (Vol. VI. n. 13). Umschlag: Vom 6. Juli 1727 bis 21. Nov. 1729
= 3 Wiederholungen.
iY5. Mottetto de B. M. V. Christe, fili summi patris. Für
Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Violinen, 2 Fosannen in Oonc., Oomett, Fagott,
Violonoell, Violen, OrgeL
Chri-ste fi - li sum-mi pa-tris
Sopr.
Lift— S
E^
Chri-ste fi • li sum-mi pa-tris
I
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 65.
A. 12 (Vol. VI. n. 12). Umschlag: Vom 31. Oct. 1728 bis 14. Dec. 1752
= 22 Wiederholungen.
i va« Mottetto de B. M. V. Pia mater, f ons amoris. Für Sopran
Solo, 2 Violinen, Fagott, Violonoell, Violon, OrgeL
Sonatina,
i
kHAÜ j n Kü^
Vioiin.
Pi-a mater fons a-moris
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 65*
A. 12 (Vol. VI. n. 5).
Anmerkung Für einen Mezzosopran. Einfach, erst beim Amen
tritt eine reichlich figurierte Partie auf
78
Beil. X. Mottette. 177 — 179.
199. Mottetto de S. Miohaele Arch. Concassom est mare.
Für Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Violinen, Oomett, 2 Posaunen, Fagott,
Violoncell, Violon, Orgel.
Concassum est ma -
Aliegro,
^^^^^^i^i^rQ
Violine»
-in^nr
Concussum est ma
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 65.
A. 12 (Vol. VI. n. 19). Umschlag: Vom 29. Sept. 1731 bis 29. Sept. 1749
= 15 Wiederholungen.
Anmerkung, unter dem Namen des Componisten steht auf dem
Umschlage „Anno 1780|' was wohl als Compositionsjahr zu nehmen ist. —
Im Eingange sind die Violinen ungewöhnlich lebhaft bewegt.
1 9 9« Mottetto de Confessore. Lste Sanctns pro lege. Ffir Alt,
Tenor, Bass, Violonoell, Violon, Orgel.
^
Äit. Sota, 3p
I - ste Sanc - tus pro le - ge De-i su
r T L^fi
cer-ta
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 65.
A. 12. (Vol. VI. n. 17). Umschlag: Vom 15. Febr. bis 14. Juli 1748 = 8
Wiederholungen. Sämmtlich nach Fux Tode.
tVII. Mottetto de Confessore. Justam dednzit Dominus.
Ffir Sopran, Alt, Tenor, Bass, Violonoell, Violon, Orgel.
Justum deduxit Do-mi-nus per vi-as re ctas
a 4, Soli.
r^ g elf nipt gj; ei
Ju - stnm de - du - xit Do-mi - nus per vi-as
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 65.
A. 12 (Vol. VI. n. 7). Umschlag: Vom 4. Oct. 1735 bis 27. Febr. 1747
= 29 Wiederholungen.
Anmerkung. Im Alleinja kommen alle Stimmen in lebhafte Bewe-
gung-
Beil. X. Mottette. 180 — 188.
79
i90. Mottetto de Martyre. iBte est sanctas. Für Sopran, Alt,
Tenor, Violonoell, Yiolon, OrgeL
I • ste est San-cttis qai con-temp
Bit vi-tam mundi
I • ste est Sanc-tus
qni contempsit Vitam mundi
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 65.
A. 12 (Vol. VI. n. 6). Umschlag: 20. Jänner bis 10. Aug. 1739 = 6 Wieder-
holungen.
Anmerkung. Jeder Stimme ist ein Solo zugedacht, das Ganze ist
von massigem Umfange.
iSi« Mottetto de quovis Sancto. Celebremus com gaudio.
Für Sopran, Tenor, 2 Violinen in Oono. — Sopran, Alt, Tenor, Basa,
Oomett, 2 Fosannen, Fagott, Violonoell, Violon, Orgel.
Sanaiina»
Rec.
fe^^
Violin,
Abschriften. Stimmen:
n. 8). Umschlag: 20. März 1749 -
Celebremus cum gaudio solenni - ta-tem
In der k. k. Hofbibl. in Wien. (Vol. VI.
- 17. Aug. 1749.
199. Mottetto Sanctorom Innooentiumr. Isti, qni amicti sunt.
Für Tenor Solo, 2 Violinen, Fagott, Violonoell, Violon, Orgel.
SonaHna.
VioitH*
Isti qni amicti sunt stollis albis
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 65.
A. 12 (Vol. 'VI. n. 3). Umschlag: Vom 28. Dec. 1729 bis 28. Dec. 1759
= 7 Wiederholungen.
Anmerkung. Recitativisch gehaltene Stellen wechseln mit Arien.
i98« Mottetto a 5. Onmis terra adoret. Für 2 Soprane, Alt,
Tenor, Bass, 2 Violinen, Oomett, 2 Fosannen, Fagott, Violonoell, Violon,
Orgel.
80
Beil. X. Mottette. Hymnen. 184. 185.
Omnis ter - ra
do
I
ret te De • us
Sopr. 2,
Omnis ter - ra
a - do
ret te De - ns
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in y^ien. AN. 65.
A. 12 (Vol. VI. n. 18). Umschlag: VoYn 14. Juli 1740 bis 7. März 1748 = 8
Wiederholungen.
i9«. Mottetto a 4 e 5 voci. Slout oervus desiderat.
Sic-
a4.
G
3^
S
I
Sic
ut
cer-
^
£
lOi
z:
-»■
-»^
t=t
T — 5—1 ^
I
Sic nt cer - vus de • si - de - rat ad fon-
2. Regem, eui amfiia (a S) C •
Abschriften. Partituren: In der k. Bibl. in Berlin (6816) (Part.K.)
A n m e r k u n g. Im Doppelcanon.
Vn. Hymnen.
195. Alma Redemptoris. Ffir Sopran Solo, 2 Violinen -- Bip.
Fagott, Violonoell, Violon, Orgel.
AdagiO'
t
jOL
^
F*=t
ris ma - ter
AI - ma Re-demp - to
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. Umschlag:
31. Dec. 1734.
Anmerkung. Mit dem beliebten Quintsprung beginnt das Solo ohne
Einleitung der Instrumente. Die Bewegung geht frisch durch, auch das
tüwer^e peecaiorum am Schlüsse wird von der Bewegung fortgezogen.
Beil. X. Hymnen. 186-189.
81
18«. Alma RedemptoriB. Für Sopran Solo nnd Posaune mit 2 Vio-
linen, Fagott, Violonoell, Tiolon.
Sanaiina. Andante. Adagio»
{^^m^T
Trombone.
rir.i^:frii|i!^j|>f?r.rKr'i
Saprano, ^^^^ Redemptoria Mater
Abschriften. Stimmen: Im Wien. Mus. Yer. Arch. 2770. (Wieder-
holungen von 1728 bis 1736 angemerkt.)
Anmerkung. In der Zusammenstellung des concertierenden Sopraues
mit der Alt-Posaune hat diese Hymne etwas Apartes. Der Posaune wird
in der Sonatine und neben der Gesangstimme eine nicht gewöhnliche Fer-
tigkeit zugemuthet.
199. Alma Redemptoria. Für Sopran Solo, 2 Violinen, Bass, Orgel
Violini.
Solo. Al-ma al-ma redemptoris mater
i>'>i'»j i :h - j^ i^i^^
Abschrift. Partitur: In der kOn. Mnsikbibl. zu Dresden (A. 117).
. Von der Hand J. D. Zelenka*s.
199. Alma Redemptoris. Für Alt Solo, 2 Violinen — Sip. Violon,
Orgel.
Sonalinn.
Violino i».
ma Redemptoris mater
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. Umschlag:
1 AufiTührung am 31. Dec. 1741 angemerkt
Anmerkung. Die nicht gesparten Verzierungen bestehen gewöhn-
lich in Scalenläufen, die selten über den Umfang einer Sezt hinausgehen.
Zur Einleitung dient eine Sonatina von 10 Tacten.
1 99. Alma Redemptoris. Für Tenor Solo, 2 Violinen — Bip. Fagott,
Violonoell, Violon, Orgel.
Kachel, J. J. Fuz.
82
•^ Vtoiino /«.
Beil. X. Hymnen. 190 — 192.
^i^TE
ii^^g^
t
±
^^
AI
ma
al
ma
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. zu Wien.
Anmerkung. Taet und Tempo wechseln häufig, die Passagen bis-
weilen langathmig.
i HO. Alma Redemptoris. Für Bass Solo, 2 Violinen — Sip. Fagott,
Yiolonoell, Violon, Orgel.
"^hi"' it f^-hi- ^' ' c rrTT^ r r i~n
AI • ma Re-4emp-to - ris ma
ter
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. Umschlag:
Vom 26. December 1729 bis 24. December 1738 = 5 Wiederholungen.
Anmerkung. Tact- und Tempowechsel mehrfach. Der Schluss
Peccatorum miaererc bringt durch den ^s Tact auch in die wenigen Passagen
eine geminderte Bewegung.
IUI. Alma RedemptoriB. Ffir 2 Soprane — Violoncell, Violon, Orgel.
Al-ma Re-demp-to- ris ma- ter
bfr'^>^
^
i
n
±
AI
ma
Redemptoris
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. Umschlag:
Vom 1. Dec. 1726 bis 1. Jänner 1735 = 8 Wiederholungen.
ms. Alma Redemptoris a 2. Für Sopran und Alt— Violon, Orgel.
Alma Redempto - ris Redemptoris ma • ter Redemp-
Alma Redemptoris redemp-
Abschriften. Stimmen : aj In der k k. Hofbibl. in Wien. Umschlag :
Vom 26. Dec. 1741 bis 26. Jänner 1743 = 2 Wiederholungen verzeichnet.
(Part. K.) — h) Im Wien. Mus. Ver. Archiv. 17420. (Auf dem Umschlage
von 1717 bis 1739 = 20 Wiederholungen.)
Anmerkung. Melismatisch-imitatorisch.
Beil. X. Hymnen. 19a~195.
83
ms. Alma Bedemptoris a 2. Fflr Sopran, Alt, 2 Violinen — Bip.
Fagott, Tioloncell, Violon, Orgel.
AI - ma Alma AI - ma
Sinfonia.
rö^'l:jlk1-rF
^
uuSh
Violino 2^.
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. Umschlag:
2 Wiederholungen. 31. Dec. 1736 und 1737. (Part. K.)
Anmerknng. Einleitung eine Sinfonia von 12 Tacten.
iH«. Alma Redemptoris a 3. Für Sopran, Tenor, Baas, 2 Violinen,
Violoncell, Violon, Orgel.
Sopr.
Ij^e^SS'grTi
<^Ma^
V*-^
^
>
AI
Ten,
ma
Al-ma Redemptoris ma
ter
IS^
AI
ris ma - ter
ma al - ma Kedempto
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. Umschlag:
Vom 22. Dec. 1738 bis 5. Jänner 1748 = 17 Wiederholungen.
Anmerkung. Besonders im Eingange brillant.
^il»5. Alma Redemptoris a 3. Für Sopran, Alt, Tenor —Bip. Violon-
cell, Violon, Orgel.
Sopr*
Al-ma Redemptoris ma - ter
J I P R JN
ma
ter quae
.hJ:^^^;^
m
ter quae
e
jRE
Ali.
Ten.
Alma Redemptoris ma
s
t
t
^^
m
Alma Redemptoris ma - ter quae
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. Umschlag:
Vom 1. Dec. 1786 bis 29. Jänner 1741 = 8 Wiederholungen.
Anmerkung. Kurz und schmucklos.
F*
84
Beil. X. Hymnen. 196—198.
i ••• Alma Redemptoris a 3. FOr Sopran, Alt, Bass, 2 Violinen
. Violonoell, Violen, Orgel.
Alma Redemptoris mater Redemptoris ma
yX.^^fi^h^^
m
I
AU. -^
m
Al-ma Redemptoris mater Redemptoris
Abschriften. Stimmen : In der k. k. Hofbibl. in Wien. Umschlag :
Vom 21. Dec. 1726 bis 1. Dec. 1743 = 41 Wiederholungen.
Anmerkung. Dnrch die Begleitung wird sie brillanter als andere
Behandlungen desselben Textes. Sie scheint auch nach den vielen Wieder-
holungen seiner Zeit besonders angesprochen zu haben.
ill9. Alma Redemptoiia a 3. Für Alt, Tenor, Bass — Violonoell,
Violen, OrgeL
Al-ma Redemptoris ma - - - ter
r''^''r,'^yir\i^\
AI - ma Redemptoris ma
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 65.
A. 12. (Vol. I n. 3.) Umschlag: Vom 16. Dec. 1741 bis 25. Nov. 1747
= 10 Wiederholungen. Sämmtlich nach dem Tode des Fux.
ms. Alma Redemptoiia a 3. Ffir 2 Soprane,! Tenor— Violonoell,
Violon, Orgel.
AI ----- ma Re-demp-
Al - - - - ma
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 65.
A. 12 (Vol. I. n. 2). Umschlag: Vom 20. Dec. 1716 bis 4. J&nner 1740
= 21 Wiederholungen.
Anmerkung. Besonders flir den ersten Sopran reicher figuriert.
Beil. X. Hymnen. 199—202.
85
«••. Alma RedemptoriB a 4. Für 2 Sopraoe, Alt, Tenor — Violon-
cell, Yiolon, Orgel (ohne Bipieni).
AI - ma Redemptoris ma- terRedemp-
a4. Alt. ^ 5
Ten.
r"r I r. r. c c Cj- r
4ffW
^m
Al-ma Redemptoris ma
ter Re - demptoris ma-
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 65.
A. 12. (Vol. I. n. 1.) Umschlag: Vom 25. Jänner 1719 bis 4. Dec. 1740
=3 20 Wiederholungen.
«OO. Alma Redemptoris. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Violinen
— Bip. Oomett, 2 Fosannen, Fagott, Yiolonoell, Yiolon, Orgel.
Adagio, Sopr.
AI - ma Re-demp-to - ris ma
ter
«
t
^ J ,, ^ J ^- A=.
E
3
t
^M
■u
elf f.
Alu
AI
r
ma
Re - demp - to - ris ma
ter
Abschriften. Stimmen: a) In der k. k. Hofbibl. in Wien. Umschlag:
2. Dec. 1741 bis 29. Nov. 1750 = 13 Wiederholungen angemerkt. Sämmtlich
nach Fux Tode. (13. Febr. 1741.) — &^ Im Stifte Kremsmünster.
«Ol. Alma Redemptoris. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Violen,
Yiolon, Orgel.
AI
Andante.
ma redemptoris mater redemptoris ma
Al-ma redemptoris ma-ter re-demp-to - ris
Abschriften. Stimmen: Im Stifte Kremsmünster. F. 3. 13. (1867 K.)
Anmerkung. Ganz kurz.
90%. Alma Redemptoris a 4. Für Sopran, Alt, Tenor, Baaa— Yio-
lonoell, Yiolon, OrgeL
86
Beil. X. Hymnen. 20a 304.
Alma Redcmptoris Ha
ter
rg=r^
Be-demp - to - ris Ma-
AI - ma Redemptoris Ma
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. Umschlag:
Vom 5. Dec. 1736 bis 1. Jänner 1746 » 17 Wiederholungen.
Anmerkung. In lebhafter Bewegung imitierend fortschreitend.
Z09. Hymnus in Nativitate Domini ad Landes. A soUs ortus
cardine. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass (ohne Orgel).
A so - lis or - tus car
di-ne
A
I
^
k
1
■^
2z:
2Z
r r'rr ^''^^^^
I
A so - lis ortus car -di
ne
i
A so - lis
*
-^
I
3
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^^
-9-
A so-lis or-tus car -
Abschriften. Partitur: In der k.k. Hofbibl. in Wien. AN. 33. B. 75.
Stimmen : Arch. des Wien. Mus. Ver. 17601,
Anmerkung. Die Abschnitte wechseln a 2 und a 4. — Die Abschrift
des Wien. Mus. Ver. nennt auf dem Titel J. J. Fuz Vice Maestro di Cappella
di S. M. Dies l&sstanf die Composition zwischen 1711 und 1714 schliessen.
«O«. 6 Asperges me. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass, Orgel. — n. 6
hat anoh einen iweiten Tenor.
Do - - Do - mi - ne hys-
rir r 'r ^
Do - mi - ne hvs-
Do
mi - ne hys-
mi - ne
Hys - sopo
Do - mi - ne hys-
^^Mi^J
5--»-
Do
mi - ne hys-
Do
mi - ne hys-
Beil. X. Hymnen. 205.
87
3.
M'^Tfr
.fe
i
31
m
Do - mi - ne hys - so-
id:
1
1=1=
^
f^
-« !^
-(9-
Do - mi - ne hys - sopo
Do - mi - ne hys-
Do - mi - ne hys - so-
Do - mi-
Do
Do-mi - ne hys - so-
Do
5.
e
mi - ne hys-
^^
Do
mi-ne hys
mi - ne
Domi • ne hys-
1 1 j i
Do - mi - ne hys-
Abschriften. Stimmen : Im Stifte 6ö ttweig.
Anmerkung. Das Asperges besteht aus 3 Theilen: y. Aspergcs me
Domine; 2» Miserere mei Deus; 3, Gloria patri ei /Uio. Die oben angezeigten
Compositionen sind sehr kurz und wurden nach den Aufzeichnungen der
Umschläge noch im Jahre 1857 zur Aufführung gebracht.
ZOA. Ave Regina. Ffir Sopran Solo, 2 Violinen, Yioloni Orgel.
•^ Violini. ^ I
t
^
i9-
i
43
A
9 8 43
48
ve
98
■»^
t
ry^GTi ^^\ma\\^%h\{^A
Org. i
Abschriften. Stimmen: Im Stifte Kremsmflnster F. 4. 86.
Anmerkung. Die Solostimme geht in immergleichen Rhythmen fort,
während die Violinen figuriert, einander imitierend sie begleiten.
88
Beil. X. Hymnen. 206—309.
»•«. Ave Regina. Ffli Sopnut Solo — Violonoell, Yiolon, OrgoL
t
ik>*'^rrl
A-ve A
r c r.lT r. r J Jl
ve Be - gl - na Coe - lo - mm
Abschriften. Stimmen: In der k. k. HofbibKothek.
Anmerkung. Der Sopran hat nicht unbedeutende Coloraturen.
«OV. Ave Regina. Für Sopran 80I0 — 2 Yiolineni Fagott, Violoncell,
Violon, Orgel.
Sonatina
Violini,
Ave Re-gi-na Regina Coelomm
Abschriften. Stimmen: In der k. k. HofbibL in Wien. Umschlag:
24. März 1740.
Anmerkung. Eine Sonatina von 10 Tacten leitet das einfache Solo
ein.
«0§e Ave Regina. Fflr Sopran Solo — 2 Violinen, Viola, Fagott, Vio-
loncell, Violon, Orgel.
Violin.
Sopran,
ve
A - ve Re-gi-na
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibliothek in Wien.
Anmerkung. Dem Sopran ist zwar keine ungewöhnliche Höhe, aber
eine bedeutende Geläufigkeit zugemuthet. Ein Vorspiel von 11 Tacten leitet
das Solo ein.
«OH. Ave Regina a 2. Für 2 Soprane — Violonoell, Violon, Orgel.
A-ve Regina Coelomm Ave Domina An - ge - lo-
Ave Regina Coelo
rum Ave Domina Angelo
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. Umschlag:
Vom 5. April 1727 bis 13. Febraar 1734 = 4 Wiederholungen.
Beil. X. Hymnen. 310 — 213.
89
«!•. Ave Regina. Für 2 Soprane, 2 Violinen — Fagott, Violoncell,
Violen, OrgeL
A-ve Re - gi • na A - ve
a •?'. n ^ 1 ■ J J. J
^
rg g
«
^
-^
Violin,
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibliothek in Wien.
!tit. Ave Regina a 2. Fflr 2 Soprane — Violonoelf, Yiolon, Orgel.
Ave Regina Coe - io - rum Regina Coeio
A - ve Regi - na Coe - lo
Abschriften. Stimmen: In der k. k. HofbibL in Wien. Umschlag
16. Februar 1732.
!tl!t. Ave Regina a 2. Für 2 Soprane — Yiolonoell, Violon Orgel.
Ave Regina Goelo - mmA ve Do - mi - na
hl "^'^'Im i'i'iI^ "-| I I
Ave Regina Coe - lo
nun A
ve
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. Umschlag:
Vom 30. März 1727 bis 23. Februar 1734 = 5 Wiederholungen.
«IS. Ave Regina a 2. Für Sopran, Alt — Yiolonoell, Yiolon, Orgel.
Ib' '• Cj» C/ Lf c
A-ve A-ve Regina Coe - lo-rum
A-ve A-ve Re-ginaCoelonmf
Regina Coe-lo-
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. Umschlag:
18. März 1729.
90
Beil. X. Hymnen. 2U — 216.
» ■ «. Ave Regina a 3. Ffir Alt, Tenor, Baas — Yiolonoell, Violon, Orgel.
A - ve Re - gi - na Ke - gi - na Coe - lo - rum
hif f f
«ira
i r r ITT r I r r r
/ST
m
ve A - ve Re - gi - na Coe
lo
rum
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. Umschlag:
23. Februar 1729 bis 8. März 1744 = 24 Wiederholungen.
Anmerkung. Imitierend lebhaft.
«Ift. Ave Regina a 3. Fflr Sopran, Alt, Tenor — Violoncell, Violon,
Orgel.
A-ve A - ve B^ - gi-naCoelo
a tre. Sopr. 1
^
^
rum
f ,
AU, Ten,
5t^JM!»ur.i;i
A-ve A-ve Re-gi-naCoe - lo-
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. Umschlag:
Vom 8. Februar 1727 bis 18. März 1742 = 23 Wiederholungen.
«!•• Ave Regina a 3. Für Sopran, Alt, Tenor — Violonoell, Violon,
Orgel.
rum
A-ve A- ve Re-gi-na Coe - lo
*
t
A-ve A - ve Re-gi - na Coe - lo-rum A-ve Do - mi-
S^
^
A-ve A-ve Re-gi - na Coe - lo - rum
A-ve
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. Umschlag:
22. Februar 1727 bis 26. Februar 1741 == 34 Wiederholungen.
Anmerkung. Der Gesang schreitet ruhig und einfach bis an das
£ndc fort»
Beil. X. Hymnen. 317-219.
91
»•V. Ave Regina a 3. FflrAltiTenor, Bus -Yiolonoell,yiolon, Orgel.
A-ve Ke - gi - na Re - gi - na Coe - lo - rum
FHr-rtf
221
±
Lri f :; c;
=t
Ts:
m
ram
A- ve Re - gi - na Re - gi - na Coe - lo
Abschriften.. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. Umschlag:
Vom 7. März 1727 bis 18. März 1749 = 46 Wiederholungen angemerkt.
«i§. Ave Regina a 4 Soli. Für Sopran, Alt, Tenori Bass — Yiolon-
cell, Violoni Orgel.
Ave Regina Coe -lo - rum
h''^}f\i:t'iS:m.^f'/^\^'\*l\{'(\
^m
Ave A -ve Re-gi-naCoe - lorum A - ve
Ave Regina Coe - lo- rum Coelo - rum
f
Ave Regina Coe - lo-rum Coelo - rum
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. Umschlag:
Vom 21. März 1727 bis 22. Februar 1739 = 12 Wiederholungen.
nt9. Aye
a 4 da Cappella. Fär Sopran, Alt, Tenor, Bass
(bhne Orgel).
ve Re - gi
na Coelo
Alt.
m
i
fcizz:
?
7Z
^^
^
i^
ri ■ — ■ 1 h-" — "-* ■ ' ' • I — ■ r
A-ve Re - gi-naCoe - lo - -
Abschriften. Partitur: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN.33.B.76
(n. 2) mit 2 anderen Ave Regiaa, Stimmen: Im Wien. Mus. Ver. Arch. 17585.
(1729. 1730.)
Anmerkung. YghAve Rrgina %%%^
Ten,
92
Beil. X. Hymnen. 220 — 222.
n%0. Ave Regina. Für Bopnui, Alt, Tenor, Baas Boli — Violoncelli
Violon, OrgeL
A ve Re - gi - na Coe-lo - nun
a4
U
1^
k
Ä - ve
11
^m
t
Ä - ve
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. Umschlag:
Vom 14. Febniar 1731 bis 10. April 1740 = 9 Wiederholungen.
Anmerkung. Einfach und frisch.
%9t0 Ave Regina a 4 da Cappella. Für Sopran, Alt, Tenor, Baas
'(ohne Orgel).
A - ve Re -
^ .1 .j j
m
A - veRe-ffi-na - Coe-
ve
ZE
zz
A - ve Re-gi
I T I Ml r"'|J.|'f^^
na Coe
Abschriften. Partitur: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 33. A. 76.
Stimmen: Im Wiener Musikvereins- Archiv 17586 (6 Wiederholungen von
1727 bis 1738 angemerkt). •
Anmerkung. „Con Tobligo del Canto fermo« lautet der Titel der
Abschrift. Dieser Conto fermo ist abwechselnd in eine der 4 Stimmen verlegt
%%%. Ave Regina a 4 da Cappella. Für Sopran, Alt, Tenor, Baas
(ohne Orgel).
^ . ^o o - - ve Re-
ve
a
A - ve a - - - ve
Beii. X. Hymnen. 223—236.
98
Ausgaben. In C. Proske, Musica divina, III. pag. 517—520.
Abschriften. Partitur: In der k. k. Hoibibl. in Wien. AN. 33. B. 76
(n. 1) enthält dieses und die folgenden 2 Ave Regina 9111 und %%^,
Stimmen: Im Wiener Musikvereins-Archiv 17588 (6 Wiederholungen von
1728 bis 1737).
Anmerkung. Der Text von 7 Versen erhält öfter bei den letzten
2 Versen Vale o vaide decora et pro nobia ChriHum exora einen veränderten
Rhythmus und eine abweichende Behandlung. •
%%Z. Ave Regina a 4. Fflr Sopran, Alt, Tenor, Basa — 2 Violinen,
Viola, Oornett, Foeanne, Fagott, Violonoell, Violon, Orgel.
Ave Regina Coelorum Ave Domina An
a Cappella, | ^ I h h
ge - lo-rum A-ve
p i; p ^ t:' &
A-veRegi - na Coelorum A-ve Do-mi-na
m
+
^
i
A - ve Re-
Abschriften. Stimmen: In d^r k. k. Hofbibl. in Wien. Umschlag:
Von 1727 bis April 1757 = 18 Wiederholungen.
Anmerkung. Sehr kurz.
%%^. Ave Regina a 4 da Cappella. Für Sopran, Alt, Tenor, Baas
(ohne Orgel).
ve
Jte
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g " ■ (g
t
*
Be-gi
na Coe-
^^
^
¥
A
ve
Re - gi - na Coe-lo
Abschriften. Partitur : In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 33. B. 76
(n. 3) mit 2 anderen Ave Regina. Stimmen : Im Wien. Mus. Ver. Arch. 17587.
4 Wiederholungen von 1727 bis 1737 angemerkt.
Anmerkung. Vgl. Ave Regina %%%.
««ft. Ave Regina a 4 Soli. Fflr Sopran, Alt, Tenor, Basa --Violon-
oell, Violon, Orgel.
94
Beil. X. Hymnen. 226. 227.
IP
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A-veRe-gi-naCoe-lo - ram
A - ve Re - gina Regi - na Coe-lo - rum
A-veRe-gi-na Coe-lo - rum
A-
tC^f CC
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*
-*9-
I
I
AveRegi - na Coe-lo - rum
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. Umschlag':
Vom 15. Febr. 1725 bis 12. März 1741 = 15 Wiederholungen.
Anmerkung. Dem Sopran fehlt es nicht an Coloratur; Christum
etxora ist ausdrucksvoll gehalten.
««•• Ave Regina a 4 a Cappella. Für Sopran, Alt, Tenor, Baas,
2 Violinen, Alto e Basso di Viola, Oornett, 2 Posaunen, Fagott, Violon-
cell, Violon, Orgel
Ave Regina Coe-lo - rumCoe - lo-
I , . . j j
a Cappella.
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0-0-*- -m-d
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im^-iuui^
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A-veRe - gi - naCoelo
J J J I J l=t!l
^
Ave Regina Coe - lo - rum A - ve Do-mi - na An - ge-
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. Umschlag:
Vom 2. März 1727 bis 24. Februar 1764 = 12 Wiederholungen.
%%^. H3nxina8. Beati omnes, qui tixnent Dominum. Ffir Sopran,
Alt, Tenor, Baas (ohne Orgel).
Be- a -ti om-nesqui timcntDo - mi - num qui ambu-
t=X
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V % t%
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1
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Be-a-ti om-nesqui ti
Be - a - ti om-nes qui ti
ment Do-mi-nnni
ment Do-mi - num
qui
Si
• I ^ <i> I ^ I ^* F l •
i I ' i ' ' 'I
i
Be - a-ti om-nes qui ti - ment Do - mi-num qui am - bu-
Beil. X. Hymnen. 228 - 280.
95
Abschriften. Partitur: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 33. B. 72
(n. 2) mit 6 anderen Hjrmnen zusammengebunden.
Anmerkung. Schliesst mit Gloria Pairi et filio.
!tt9. Hymnus. Beatus anotor seculi. Fflr Sopran, Alt, Tenor, Baas.
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Be - a - tus auc - tor se - cu
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IsiziW-
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Abschriften unbekannt.
Anmerkung. Nach AI. Fuchs handschr. them. Cat. der Comp, des
J. J. Fux {Hymne 21) aufgenommen (kön. Bibl. in Berlin).
%%%. Hymnus. Casta parentis. Ffir Sopran, Alt, Tenor, Baas.
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Ca-sta pa - ren -tis vis - ce - ra
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Abschriften unbekannt.
Anmerkung. Nach AI. Fuchs handschr. them. Cat der Comp, von
J. J. Fux (Hymne 22) in der kön. Bibl. in Berlin aufgenommen.
tt30. Hjnnnus. Coeli Dens sanctissime. Für Sopran, Alt, Tenor,
Baas (ohne Orgel).
Coe
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Sanc
tis - si
me
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Coe - li
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Sanc-tis
si - me
96
Beil. X. Hymnen. 231—233.
Abschriften. Partitar: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 33. B. 72
(n. 6) mit 6 anderen Hymnen zasammengebunden.
Anmerkung. Beginnt in den 2 ersten Tacten mit dem Thema, das
Mozart mit Vorliebe aufnahm, am bedeutendsten im Finale der Jupiter-
symphonie.
«S I • CrecUdi, propter qnod. Für Sopran, Alt, Tenor, Baesi 2 Vio-
linen — 1 Oomett, 2 Posaunen, Fagott, Violonoell, Violon, OrgeL
Sopr. Solo.
tb '^ ^"^ r^. r. f.-;; WHTi^ ' s^-^fc-^
Credidi propter quod locutus sum ego autem humili - a - tus snm
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 65. A. 12
(Vol. IL n. 3). Umschlag: Vom 23. Juli 1739 bis 4. Juni 1747 = 5 Wieder-
holungen.
!tst. Hjnoanus de B. M. V. Dei mater alma. Für Sopran, Alt,
Tenor, Baas, 2 Violinen, Orgel.
Su
mens
il . lud
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De
i ma - ter al
ma
Abschriften. Stimmen: Im Stifte Göttweig.
Anmerkung. Jede Stimme singt einen von der andern verschie-
denen Text, und treffen nur am Schlüsse beim Amen zusammen.
itSS. BjmnuB Domine non est ezaltatum. Für Sopran, Alt,
Tenor, Bass (ohne Orgel).
Do-mi - ne non est e
xal-ta-
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f^ — g» ^ — <
Do-mi-ne non est ex - al - ta
tum cor me - um cor
Abschriften. Partitur: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 33. B. 72
(n. 5) mit 6 anderen Hymnen zusammengebunden.
Anmerkung. Schliesst mit Gloria Patri et filio.
Beil. X. Hymnen. 234 - 286.
97
«SU. Domine probasti me. Pür Sopran, Alt, Tenor, Basa, 2 Violinen,
— Oomett, 2 Posaunen, Pagott, Violonoell, Violon, Orgel.
Domine probaeti me et cogno-vi-sti me
pro-ba-8ti me et
I
S5Q
&
^
•\^ .^: ^^ i_- _ii .j. _• Ai
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Do-mi-ne pro-ba-sti me et cogno-vi - sti me
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 65. A. 12
(Vol. II, n. 4). Umschlag: Vom 28. Oct. 1733 bis 29. Juni 1740 = 9 Wieder-
holungen.
9S5. Hymnus Domns pndici. Pür Sopran und Alt Soli.
Sopr.
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AU.
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V — B-
Do
z:
22:
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Do
mns pu - di - ci pec-to-
tt
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f ^ r^
i
mus pu - di - ci pe - cto - ris
Abschriften unbekannt.
Anmerkung. Nach AI. Fuchs handschr. Cat. der Comp, des J. J. Fux
in der kön. BibU in Berlin aufgenommen.
«S«. Dona nobis. Fuge. Pür Sopran, Alt, Tenor, Bass. (Orgel ad lib.)
Do - na no - bis no-
-^1 I
' Abschriften. Partitur: In der k. k. Hotbibl. in Wien. SA. 67. D. 38.
Anmerkung. Die Abschrift der Hofbibl. ist aus neuer Zeit; die Orgel
ist dabei ganz ausgesetzt; in dem Originale dürfte sie ganz weggelassen sein.
Kochel, J. J. Fux. G
98
Beil. X. Hymnen. 887—240.
999. Hymnas Enixa est pnerpera. Fiii Sopran, Alt, Tenor, Bass.
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1L
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£ - ni - xa est pu - er - pe - ra quem Ga-bri-
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1
Abschriften nnbekannt.
Anmerkung. Nach AI. Fuchs handschr. them. Cat. der Comp, des
J. J. Fux (in der kön. Bibl. in Berlin) aufgenommen.
tS9. Hymnus Foeno jacere. For zwei Singstimmen.
Jl^ife-g
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Foe
no ja - ce
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'X't - r> r M^^
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Abschriften unbekannt.
Anmerkung. Nach AI. Fuchs handschr. them. Cat. der Comp, des
J. J. Fux in der kön. Bibl. zu Berlin.
tSO. Hymnus Qaudet Chorus. Für Sopran, Alt, Tenor, Baas.
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a - {g fg
fS <S-
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o ra* f^ — ö-
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Gaudet cho-rus coe-le-sti - um
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-«-
Abschriften unbekannt.
Anmerkung. Nach AI. Fuchs handschr. them. Cat. der Comp, des
J. J; Fux in der kön. Bibl. zu Berlin aufgenommen.
«HO. Hymnus Qloria tibi. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass da Oapp.
^
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I
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Glö
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a ti
ti-
1
bi
Beil. X. Hymnen. 241. 243.
99
Abschriften unbekannt.
Anmerkung. Nach AI. Fuchs handschr. them. Cat der Comp, von
J. J. Fux in der kön. Bibl. zu Berlin aufgenommen.
!t«i. 3H3rmni in Epiphania Domini. IbantMagi. Für Sopran,
Alt| Tenor, Baas, Orgel.
I - baut 1 - baut
i. . . 2.
I
baut Magi quam
I - baut Ma - gi quam vide-
I - baut Ma - gi quam vi - de-
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3.
baut Ma
gl quam
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I
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F==F
I I
I - baut
Ma - gi quam
VI-
*-)l^^ -
1
Abschriften. Stimmen: Im Stifte Göttweig.
Anmerkung. Jede der 2 Strophen wird über dieselbe Composition
gesungen , die nicht über 20 Tacte enthält. Sie wurden im Stifte Göttweig
noch 1847 gemacht.
%%%. In convertendo Dominus. Pleno Choro. Für Sopran, Alt,
Tenor, Bass, 2 Violinen — Oomett, 2 Posaunen, Fagott, Yioloucell,
Yiolon, Orgel.
In convertendo Dominus captivitatem Si - on facti sumus
>'iylj/jj|j''j^'!g:
h~^i~ f ' 6 g f fpiiUt^^
In convertendo Dominus captivitatem Si - on facti
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hoibibl. in Wien. AN. 65. A. 12
(Vol. II, n. 8). Umschlag: Vom 15. Juli 173G bis 3. Juni 1739 = 2 Wieder-
holungen.
a*
100
Beil. X. Hymnen. 343 — 246.
9^9. In ezitn Israel. Ftlr Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Violinen —
Oomett, 2 Fosannen, Fagott, Violonoell, Tiolon, Orgel
In e-xi-ta Is-ra-el de Aegyp-to
^Tums^^'y^i
•jrl-r-"ir=-l
'Ait. Solo. -^ [/^ ^ [/ y ^ ^ \
Domus Jacob de populo barbaro
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 65. A. 12
(Vol. II, n. 5). Umschlag: Vom 19. April 1729 bis 15. April 1742 =
27 Wiederholungen.
Anmerkung. Im Anfange lösen sich die Stimmen mit Stücken der
Textverse ab, bis sie bei den Worten „non nobis Domine'' zusammentreten.
%%%. Hymnus In te mundns. Ffir Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Vio-
linen, Violon, 2 Fosannen, Orgel.
In te munduslae-ta - bundus no -to
^m
r < ni^f r\
Abschriften unbekannt.
Anmerkung. Nach AI. Fuchs handschr. them. Oat. der Comp, des
J. J. Fux in der kOn. Bibl. zu Berlin aufgenommen.
%%9. Hsrmnas de Sabbato a 3. Jam sol recedit. Fflr Sopran,
Alt, Tenor, OrgeL
Jam Sol recedit ig - ne-ns
Jam Sol re-ce-dit ig-ne -us sol re-ce - dit igneus
Sopr.
^
Tenor.
?
^^^
^' ni:i:rl
Jam Sol re-ce- dit ig-ne-us re - ce - dit igneus
Abschriften. Stimmen: Im Wiener Musikvereins - Archiv 2775.
Wiederholungen von 1732 bis 1750.
Beil. X. HymneD. , 246-248.
101
««•• Libera me Domine. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass, Orgel.
Li - - be - ra me Do-
be - ra me Do-mi
Abschriften. Stimmen : Im Stifte Göttweig.
Anmerkung. Wurde im Stifte bis 1850 gemacht
ti4L9. Hsnnnus de Dominica. Lucis Creator a 3. Für Alt, Tenor,
Bass — Violen, Orgel.
Lu-cis Cre - a - tor
a3. AU. , I I
op-ti-me lu-cem
Ten.
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75.
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Ck-
Baw.
Lu-cis Cre-a - tor op - ti - me lu -cem
Abschriften. Stimmen: Im Wiener Musikvereins - Archiv 2775.
Umschlag: Von 1732 bis 1750 = 18 Wiederholungen.
%WM. Hymnus Mater facta, sed intacta. Für Sopran, Alt, Tenor,
Bass, 2 Violinen, 2 Posaunen — Bip. Oomett, Fagott, Violonoell, Violen,
Orgel.
Ma-ter fac - ta sed in - tac - ta
in-
\} i, £ u L c; ' r . f ''* r
liU. Solu
Ma-ter fac - ia
^
sed in - tac - ta
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien (n. 6).
Anmerkung. Duette der Oberstimmen und der Unterstimmen wech-
seln mit Tutti.
102
Beil. X. Hymnen. 249 — 251.
9^9* Hymnus Nunquam ira, nunquam dira. Ffir Sopran, Alt,
Tenor, Bass, 2 Violinen — fiip. Oomett, 2 Posaunen, Fagott, Tiolonoell,
Violon, Orgel.
liass, Solo.
M ■ M 1 M 0 F #■
Nunquam i - ra nunquam di -ra nunquam ira nunquam di-ra
Abschriften. Stimmen: In der k. k. HofbibL in Wien, (n.9.)
Anmerkung. Dem beinahe dramatisch gehaltenen Bassolo des Ein-
ganges folgt ein a 3 der übrigen Stimmen, ein Tutti schliesst. Die Hymnen
n. ««9— ICftti, 9i% tiVSi tiVV, <V9 zeigen in Text und Behandlung:
einen inneren Zusammenhang, und sind auch in der gleichzeitigen Ab-
schrift mit den Zahlen 1—9 bezeichnet
«fto« HyionuB. Omnes laudent, unde gaudent. Ffir Sopran, Alt,
Tenor, Bass, 2 Violinen — 1 Oomett, ^ 2 Posaunen, Fagott, Violonoell,
Violen, Orgel.
Omnes laudent undc gaudent Matrem Dei Virginem Omnes laudent
Adagio. Sopr. ^
^^^^\ ^-^
Ali Soio.
Omnes laudent unde gaudent matrem Dei virginem Omnes laudent
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien (n. 2).
Anmerkung. Strophenweise wechseln Duette der Oberstimmen und
der Unterstimmen mit Tutti.
tifti. Hymnus St. Casimiri. Omni die die Mariae a 4. Ffir Sopran»
Alt, Tenor, Bass, 2 Violinen — Oomett, 2 Posannen, Fagott, Violpnoelli
Violon, Orgel.
Sopr, Solo.
1 — ^
V-K
^s
Omni di - e die Mari-ac me - a lau - des
a - ni - ma
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien (n. 1).
Anmerkung. Jedes Strophenpaar gibt abwechselnd für die Stimmen
ein Solo, dem ein Tutti folgt.
Beil. X. Hymnen. 262 — 255.
103
9l^%. Hymnus. Per te mundus laetabundus. Für Sopran , Alt,
Tenor} Bmb, 2 Violinen, 2 Fosannen — Bip. Oomett, Fagott, Violonoell,
Violon, Orgel.
Sopr, Solo.
PH^n^'r'
^'J'J'j'lr'J'J'l
Per te mundus lae-ta - bundus novo no-yp fulget lu-mi-ne
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien (n. 5).
Anmerkung. Soli wechseln mit a 3 und Tutti.
iCftS. Introitus: Folluerunt templum sanotum tuum. Ffir
Sopran, Alt, Tenor, Bass, Orgel.
Pol - lu - e - runt tem - plum
Sopr.
^
I
*
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-9 7Ö-
z:
I
7 fl ^
ZE
Pol - lu . - e - runt tem-
Abschriften. Partitur: In Uer k. k. Hofbibl. in Wien. SA. 67. D. 36.
Anmerkung. Im ersten Theile ein Doppelcanon, im zweiten y^Redde
vicinis nosiris^^ den Canon des Soprans in der Umkehrung.
«&«• Hymnus Quamvis muta et polluta. Für Sopran, Alt, Tenor,
Bass, 2 Violinen — Bip. 1 Oomett, 2 Fosannen, Fagott, Yiolonoell,
Violon, OrgeL
Sopr, Solo.
%
^^
fca:
±
Tryi
f.^lf.f.r'r^.f.rfia
Quamvis mu - ta et pol-lu-ta me-a su-am 1a- bi - a
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien (n. ^).
Anmerkung. Strophenweise folgtauf je zwei Soli von Sopran und
Alt, dann von Tenor und Bass ein vieratimmiges Tutti.
tiftft. Hymnus post Commun. in feria VI. Qui biberit aquam
Für Sopran, Alt, Tenor, Bass.
Qui bi • be - rit a - quam
Abschriften Stimmen: Im Wien. Mus. Ver. Arch. 8426.
104
Beil. X. Hymnen. 256 — 259.
<»«. Regina coeli. Für Sopran, Alt, Tenor, Basa, Violon, Tioletta,
2 Violen rip. Orgel.
A Cappella, ün poco AUegro.
Re-gi - na Coe - 1i lae - ta
re
f: i: ly^ , frn -i-
Re - gl - na Coe - li
Abschriften. Stimmen: Im Stifte Kremsmünster F. 6. 183.
Anmerkung. Lebhaft und streng zugleich.
tift V. Salve Regina a 2. Für 2 Soprane — Violoncell, Tiolon, Orgel.
a 2. Sopran, 1:
i
»^ M
fa/^'g I if ^it g I Cr r I
Sal-ve Sal-ve Re-gina Salve Salve Kegi - na Salve Ma-ter
Abschriften. Stimmen : In der k. k. Hofbibl. in Wien.
%M. Salve Regina a 3. Für 2 Soprane nnd Alt — Violoncell, Violon,
Orgel.
Sal
a S, Sopr, 2,
veRegi - na
Abschriften. Stimmen : In der k. k. Hotbibl. in Wien. Umschlag :
Vom 2. August 1727 bis 12. Juni 1731 = 5 Wiederholungen.
tift«. Salve Regina a 3. Für Sopran, Tenor, Bass — 2 Violinen,
Oomett, 2 Fosannen, 2 Trompeten, Fagott, Violoncell, Violon, Orgel.
Beil. X. Hymnen. 260-363.
106
Sal - veRe-gi-na
Salve Sal
Ten. ^ I
Boss, ^— '
Sal - ve]
veRe^ - na Salve Sal -
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wi^. Umschlag:
Vom 16. Angnst 1742 bis 20. September 1747 = 11 Wiederholungen —
sammtlich nach Fux* Tode.
Anmerknjfg. Am. Schlüsse rufen sich die Solostimmen in einer lieb-
lichen (iantilene „0 dulcis^virgo Maria** zu.
9%0* Salve Regina a 3. Für Sopran, Alt, Tenor — Tiolonoell,
Tiolon, OrgeL
Salve Regi - na Sal ve Regi - na Mater
- na Mater
Salve Re-gi - na Sal - veRegi - na Mater
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. Umschlag:
Vo m 14. August 1729 bis 14. October 1736 = 5 Wiederholungen.
«•I. Salve Regina a 3. Ffir Sopran, Alt, Tenor - Violonoell, Tiolon,
Orgel.
un poco AUegro. Sopr.
Salve Regi - na Re-gi - na Sal - ve Mater mi-se - ri-
S
"PF^^
AU.
S
Salve Re-gi
^
ib=tj:ri
iv\^ i\im)!)\
na
na Regi
Abschriften. Stimmen : a) In der k. k. Hofbibl. in Wien. Umschlag :
26. Juni und 31. Juli 1740 = 2 Wiederholungen. ^ b) ha Wiener Musik-
vereins-Archiv 17432. Umschlag: Von 1741 bis 1748 = 21 Wiederholungen.
%%%. Salve Regina. Für'Sopran, Alt, Tenor und Instrumente.
106
Beil. X. Hymnen. 363. 364.
^^^^^^M
Sal-ve Sal - ve Rc - gi - na coelo-
^
■^9-
m
■i9-
1
Abschriften unbekannt.
Anmerkung. AI. Fuchs führt es in seinem them. Cat der
Fuxischen Compositionen auf (kön. Bibl. in Berlin.)
%%9. Salve Regina a 4. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Violinen
— Oomett, 2 Posaunen, Fagott, Tiolonoell, Tiolon, Orgel.
Sal-ve
Solo. Sopr.
Sal
ve Re
gl - na
Ten.
t^nh±i
ir^C^
S&\ - ve Re - fii - na
i
■iSh
Sal - ve
ve Re - gi - na
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 65
A. 12 (Vol. I. n. 9) Umschlag: 29. Septemb. 1741 bis 23. Aug. 1748 = 17
Wiederholungen. Alle nach Fux' Tode.
:(•«• Salve Regina a 4. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Violinen
— Bip. Oomett, 2 Fosannen, Fagott, Violonoell, Violon, Orgel.
Sal
ve
I
■^
ß,i-
Sal'
I
i^
^
-«-
^^
m
Sal
Sal
ve Sal-ve Sal-veRegi - na Sal-
ve Sal-ve Sal-veRegi - na SäI-
ve Sal-ve Sal-veRegi - na Sal-
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. Umschlag:
Vom 9, Aug. 1741 bis 30. Mai 1750 = u Wiederholungen, s&mmtlich
nach Fux* Tode.
Beil. X. Hymnen. 265 — 268.
107
<•&• Salve Regina. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Violinen, 2 Violen,
Oomett, Violonoell, Violon, 2 Posaunen, Orgel.
a Cappella. Sopr.
»:
1^
^ AU.
Sal
VC Sal
t
h^
ff
Sal
r
ve
Sal
Abschriften. Stimmen: a) Stift Schotten in Wien. — bj In der
k. k. Hofbibl. in Wien. Umschlag: 18. Oct. 1727 und 23. Oct. 1728 = 2
Wiederholungen.
<••• Salve Regina a 5. Für 2 Soprane, Alt, Tenor, Baas — Bip.
2 Violinen, Viola, Oomett, 2 Posaunen, Fagott, Violonoell, Violon, Orgel.
Salve Sal - ve Sal-ve
rrlß,fii4
Sopr. 2. Solo. •
Salve Sal - ve Salve Sal - ve Salve Salve Sal-
Ab Schriften. Stimmen: a) In der k. k. Hofbibl. in Wien. — b) Im
Wien. Mus. Ver. Arch. 17.439. Umschlag: Von 1740 — 41 = 3 Wieder-
holungen.
«•V. Stabat mater. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Violinen, Orgel.
Abschriften. Unbekannt
Anmerkung. Nach AI. Fuchs handschr. themat. Catal. der
Compositionen von J. J. Fuz in der kön. Bibl. zu Berlin aufgenommen.
%%n. Stabat mater. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Violinen, Viola
— Oomett, 2 Posaunen, Fagott, Violonoell, Violon, OrgeL
AU. Solo. • _ _
Sta-bat sta-bat ma - ter do - lo - ]
^
ro - sa
108
Beil. X. Hymnen. 269. 270.
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. Umschlag:
Vom 17. März 1742 bis 8. März 1749 = 8 Wiederholungen.
Anmerkung. Die Solo wechseln nach den Strophen in den ein-
zelnen Stimmen mit a 2 und 4, so wie mitTutti ab. Virgo virginum praeciara
(in canone) tritt auch durch die schöne Cantilene hervor.
%%%. Tantum ergo a 4. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass, Violen, Orgel.
Ve-
Moderato,
m
r r if r' f
Ve -
Ve - ne-re - mur
ne - re - mur cer-nu - i
^^-^-ff
Ve
Lr'Tlrf> I
ne-re - mur cer-nu - 1
Abschriften. Partitur: Im Archive der Pfarre St. Augustin in
Wien (K.). — kn Wien. Mus. Ver. Arch. (Rudolf.)
% VO. Te Deum laudamus a 4. Für Sopran, Alt, Tenor, Baas, 2 Trom-
peten, Pauken, 2 Violinen, 1 Viola — Bip. Oomett, 2 Posannen, Fagott,
Violonoell, Violen, Orgel.
Andanie.
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Te De-um lau-da-mns te De-um lau
da
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Te De-um lau-da-mus te De-um lau-da-mus
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Te De-um lau-da-mns te De-um lau-da - mus
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. Umschlag:
5. Sept 1723 per la Coron. di S. M. C. e Catt. in Praga da Rö dl Boemia.
— 24. Juni 1725 per la Pace con il Rö di Spagrfa Filippo V.
Anmerkung. Die Aufschrift nicht allein, sondern auch die
Besetzung und Behandlung zeigen an, dass dieses Te Deum nur für grös-
sere Feste bestimmt war.
Beil. X. Hymnen. 271-278.
109
«11. Te Deum laudamus aö; Für 2 Soprane, Alt, Tenor, Base,
2 Trompeten, 2 Trombe, Fanken, 2 Violinen, 3 Violen — Bip. 2 Oomette,
3 FoBannen, Teorbe, Violon, OrgeL
Te De - um lan-da - mus lau - da
mns
Te
Andante.
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De -um lau - da
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lau - da-
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Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. Neben dem
Namen Fux steht 1704, was wohl als Compositionsjahr zu nehmen ist. Ausser-
dem bemerkt der Umschlag: 14. Apr. 1716 per il Battesimo del Principino
Leopolde, Figlio di S. M. C. e C. di Carlo VI. 12 Febr. 1736. Bei der
Vermählung der Dchlgsten. Erzherzogin Maria Theresia mit H. H. Herzogen
von Lothringen.
Anmerkung: Eine Festcomposition ersten Ranges.
%"%%. Te Deum laudamus a 4 voci a cappella.
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mus
Abschriften. Partitur: In der kön. Bibl. in Berlin (6807).
ZUS. 3 Hymnen in nativitate et circumcisione Domini. Tu
lumen, tu splendor. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass* Orgel.
110
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• Beil. X. Hymnen. 274.
Tu
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umen tu splendor patris
Tu lu - mentu splendor
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Abschriften. Stimmen: Im Stifte Göttweig.
Anmerkung. Die einfachen Compositionen gehen nicht fiber 2<i
Tacte, worauf 3 Strophen gesungen werden. Im Stifte Göttweig waren sie
bis zum Jahre 1849 im Gebrauch.
«V«. Hymnus Ut sim caatus, blandus dulcis. Für Sopran, Alt,
Tenor, Bass, 2 Violinen — Bip. Oornett, 2 Posaunen, Fagott, Violoncell,
Violen, Orgel.
dulcis blan - dus sobrius eircnm
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&=?-c-d4?
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Et modestus dulcis blandus sobrius
Ut sim castus blandus dulcis blandus sobrius rectiis
dulcis dulcis blandus sobrius plus
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. n. 7).
Anmerkung. Nach dem Soloquartett des Einganges, wo sich die
einzelnen Stimmen die Worte zunifen und dann vereinigen, folgen Soli
dor einzelnen Stimmen und Tutti.
Bell. X. Hymnen. 276 — 277.
111
tiVft« Hymnus Veni Creator spifitus a 4 da Cappella. F&r
Sopran, Alt, Tenor, Bass -r Violetta, Viola, Oomett, 2 Posaunen, Fagott,
Yiolonoell, Violon, OrgeL
a 4 da Cappella.
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Ve - ni Cre-a-tor
2. Tu septiformiB. 3. Hostetn repellan. 4. Deo patri sit g/oria,
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. Umschlag:
Vom 5. Mai 1744 bis 4. Juni 1748 = 4 Wiederholungen.
97%. Hymnus Victimae paschali laudes. Für Sopran, Alt, Tenor,
Bass, 2 Violinen — Bip. 2 Trompeten nnd Fanken, Tromba, Oomett, Fagott,
Violonoell, Violon, Orgel.
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Tirripani Stjli.
Vic-ti - mae Pa-scha - li lau-des
Abschriften. Stimmen: aj In der k. k. Hofbibl. in Wien. Umschlag:
5. Apr. 1744—1745 Domenica di Pascha. — bj Im Wien. Mus. Ver. Arch.
8384. Umschlag: Vom 17. Apr. 1718 bis 19. Apr. 1745 = 20 Wieder,
holungen, die ersten 19 Jahre jährlich.
«99. Hymnus. Virgo gaude, quod de fraude. Für Sopran, Alt,
Tenor, Bass, 2 Violinen — Bip. Oornett, 2 Posannen, Fagott, Violonoell,
Violon, Orgel.
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Virgo gau-dc quod de frau - de daemonum nos liberas
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Virgo gHu-de qiioddei'nuule dacnioniim nos li - beras, virgo
112
Beil. X. Hymnen. 378. 279.
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien (n. 8).
Anmerkung. Sopran und Bass, Alt und Tenor gehen zusammen
und wechseln mit Tutti.
tiVS« Hymnus Vitae forma, moram norma. Für Sopran, Alt,
Tenor, Bass, 2 Violinen, 2 Posannen — Bip. 1 Oomett, Fagott, Tioloncell,
Violen, OrgeL
Vitae forma morum norma mornni norma pleni - tudo
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Vitae forma morum norma plenitndo gra -
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Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien (n. 3).
tiV«« 5 Hymni in diversis festis. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass,
Orgel.
Aurem be-nig-ne pro - ti - Quae te vi - cit cle - men-
i. 2.
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Aurem bc- nigne pro - ti-
Quae te vi-
Qnae te vi - cit cle-
Aurem be ni-gne pro -n ti-
Qui Pa-ra
cli - tus
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Quae te vi - cit cle-men-
No - bis da-tus no-bis na-
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Qui Pa-ra
cli-
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No - bis da-tus no
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Beil. X. Hymnen. 280.
113
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Te ma - ne
Abschriften. Stimmen : Im Stifte Göttweig.
Anmerkung, Versetten, wie die vorigen, die im Stifte bis 1848
gemacht wurden. Die Feste, ftir welche sie bestimmt waren, sind : Nr. 1.
In festo Paschatis. 2. In ascensione Domini. 3. Pentecostes. 4. SS. Corporis
Christi. S. SS. Triniiatis. Nr. 1 ist ganz abweichend componiert und vielleicht
nicht von Fux, obschon sie seinem Namen trägt.
Itno. 3 Hymni in festo SS. nominis Jesu. Für Sopran, Alt, Tenor
Bass, OrgeL
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Qui - cumque Christum Qui
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cumque Chri
stum
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Qui cum-que Christum
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Quicumqne Christum quaeritis -/.
Qui - cumque Chri-
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Quicumque
Nil ca - ni - tur sn-a - vi-
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Nil ca - ni - tur su -a - vi - us nil ca - ni - tur su - a - vi-
Abschriften. Stimmen : Im Stifte Göttweig.
Anmerkung. Versetten von kaum 20 Tacten, sie wurden im Stifte
noch bis 1847 gemacht. Der Text 3 dürfte dem ursprünglichen unter-
legt sein.
Köchel, J. J. Fux.
H
114
Beil. X. Hymnen. 281 — 283.
<§!• 2 Hymni in festis Saactorum. T^ Sopran, Alt, Tenor, Baas,
Orgel.
Ja - nitor coe-li
Ja
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Be - a - ta
Be - a-ta quo - que
Be - a-ta quo - que ag-mi-
Abschriften. Stimmen: Im Stifte Göttweig.
Anmerkung. Versetten, die im Stifte bis 1849 gebraucht wurden.
Xr. 1 ist in Festo Pctri et Pauli, Nr. 2 in Festo Sanctorum omnium. Das Stift
Göttweig bewahrt noch eine Anzalil Hjrmnen , welche fftr Fuxische
Arbeiten gelten, aber aus inneren und äusseren Gründen mindestens
zweifelhaft sind und hier nicht aufgenommen wurden.
:K9<. Introitus: In justitia tua a4. Für Sopran, Altj Tenor, Baas,
2 Violinen, Viola, Violonoell, Violon, Oomett, Fagot, 2 Posannen.
In ju - sti - ti - a, tu-a li-
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Abschriften. Stimmen: Im Wien. Mus. Ver. Arch. 2817.
Anmerkung. Der Bass intorniert zweimal : „In te Domine sperari^
und ^Repleatnr os meum^, der volle Chor mit Begleitung antwortet.
«SS. Introitus pro fer. IV. post Dom. res. Venite benedicti.
Für 4 Singatimmen, Violetta, Viola, Violonoell, Violon, Orgel.
Beil. X. Hymnen. 3S4. 285.
115
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Abschriften. Stimmen: Im Archiv der k. k. Hofkapelle.
Anmerkung. Der Bass intoniert zweimal : „ Cantate Domino'^ und
„ Venite benedicti^.
tts«. Gommnnio In Vigilia Nati^tatis Domini N. J. C. Reve-
labitnr gloria Domini a 4 da Cappella. Für Sopran, Alt, Tenor,
Bass (ohne Orgel).
Re - ve - la
Sopr.
bi - tur
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Re - ve - la - bi - tur glo-
Abschriften. Partitur: In der k. k. Hofbibl. in Wien AN. 33 B. 79
(n. 1) mit 3 anderen Communionen. ttSft, 280^ ttSV. Stimmen: Im Wien.
Mus. Ver. Arch. 17579.
Anmerkung. Die Communionen sind dem Umfange nach sehr
kurz, kaum 2 Blätter in der Patitur überschreitend.
!tSA. Communio Pro Dominica I" adventus a 4 da Cappella.
Far Sopran, Alt, Tenor, Bass (ohne Orgel).
Sopr. Alt.
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Do - mi-nus da-bil be-ni-gni
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Do - -
ta - tem
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Do-mi-nus da - bit be
ni-gni
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Abschriften. Partitur: In der k. k. Hofbibl. zu Wien AN. 33.
B. 79 (n. 2) mit drei anderen Communionen ttSft, 286, ttSV. Stimmen:
Im Wien. Mus. Ver. Arch. 17580.
Anmerkung. Vgl. Anm. Comm. 2 §4.
H
116
Beil. X. Hymnen. 286 — 288-
tt86. Communio Pro Dominica 3« adventus. Dicite pusilla-
nimes a 4 da Cappella. Für Sopran, Alt, Tenor, Baas (ohne Orgel).
Di - ci - te
Di - ci - te pn - sil - la-
Sojfr. AU.
^ fij "^g.
Di- ci
Ausgaben. InC. Proske, Mnsica Divina. IL pag. 15 — 18.
Abschriften. Partitur: In der k. k. Hofbibl. zu Wien. AN. 33.
B. 79 (n. 3) mit drei anderen Communionen tt9tt, !t8ft, 299. Stimmen:
Im Wien. Mus. Ver. Arch. 17578.
Anmerkung. Vgl. Amkg. Comni. 284. Die Mus. Ver. Abschrift
nennt Fux Vice Maestro dt Cappella, was er 1711 bis 1714 war.
tt89* Communio Pro Dominico 4» adventus. Ecce virgo
condpiet a 4 da Cappella (ohne Orgel).
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Alto. Ec
Ec - ce vir-go, con-ci - pi - et con - ci
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Ec - ce vir - go con-
Abschriften. Partitur: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 33.
B. 19 (n 4) mit drei anderen Communionen %%% %%h, C96. Stimmen:
Im Wien. Mus. Ver. Arch. 967.
Anmerkung. Vgl. Anmkg. Communion S94. Die Abschrift des
Wien. Mus. Ver. Arch. nennt Fux Vice Maestro di Capp, Dies war er
1711 bis 1714.
«88. Lettioni da Morto a 4. Für Sopran, Alt, Tenor, Baas,
2 Violinen, — 2 Posannen, Oomet, Fagott, Tiolonoell, Violon, Orgel.
L Lectio,
L
Alu Solo.
Farce parce mihi Domine nihil enim Sunt dies • me - i
//. Taedet animam. IIL Manns tuae fecernnt me»
Beil. X. Hymnen. 289. 290.
117
Abschriften. Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 65.
A. 12 (Vol. I. n. 4). Umechlag: Vom 1. Nov. 1741 biß 27. Oct. 1743 = 2
Wiederholungen.
Anmerkungen. Biese Lettioni da Morto scheinen nach dem
Hinscheiden höchster Personen unabängig von dem Requiem gesungen
worden zu sein. Jede Lectio besteht aus einem Solovortrage, der haupt-
sächlich in die Männerstimmen gelegt ist und einem Tutti.
tt90. y Mysteria gaudiosa. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass, Orgel,
2 Violinen.
AU, Solo.
JLi, ir CJLtJ
^ba
t
^
M
Tempo giusto, Org,
A - ve Ma - ri - a
IL Jam plena gratia Maria aurge. IIL Gloria in eccehis Deo,
Pacis Vena, melle plena. IV. 0 miracula, o apectacula! Mitis
agnus, Dens magnus. V. übi es electe, übt es dilecte Jesu ama*
bUis, desiderabilis.
Autograph. In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 48. C. 29 III. hat
die Ueberschrift : „Misterium tortlum gaudiosum di Giovan. Gioseffo
Fux." 22. Blätter (K.).
Abschriften. Stimmen: Im Archiv des Wien. Mus. Ver. n. 17594—
98. Neben dem Namen J. J. Fuchs ist auf dem Titel die Jahreszahl 1719.
Anmerkung. Nur bei den Einleitungen zu dem Mysterium sind
ausser der Orgel 2 Violinen notiert, die weitere Folge sind drei oder vier-
stimmige Satre mit Orgel. Bei dem I. Mysterium ist am Schlüsse bemerkt
„Tutti gll stromenti in tremolo^ während ausser den Singstimmen nur die
Orgel ausgesetzt ist. Sollte daher das vorliegende Autograph nur ein Aus-
zug der Singstimmen mit Orgel vorstellen, der etwa für den Kapellmeister
bestimmt sein konnte? Man möchte das vermuthen, da die analogen Misten
dolorosi, 2 Violinen, 2 Trombonen und einen Fagot zur Begleitung haben.
«OO. y Misteri dolorosi. Für Sopran, Alt, Tenor, Bass, 2 Violinen,
2 Posaunen, Fagott, Osgel.
/. Mist. doU
Soli. ^'"^
Angustiae angusti - ae
118
Beil. X. Oratorien. 291.
IL Affiicta maier aapice vulnera, III, Egredere ntoestissima mulier
Maria* IV, 0 acerbum speciaculum. V. Ecee liguum crucis» in quo
vita nostra moritur.
Autograph. In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 48. C. 28 Ueber-
schrift „Mystero Pnmo dolor 090 1718*', Vol. I fol. 25. Vol. II fol. 8.
Anmerkung. Recitative von Einzelstimmen wechseln mit Repliken
der 4 Stimmen. '
Vm. Oratorien.
ttOJ* La fede sacrilega nella morte del Precursor S. Oiov.
Batüsta. Oratorium. Text von Pietro Pariati.
Comp. 1714.
1. Sittfonia,
Andante, j. mh
^ ^^ tr Atlegro assai.
(Parte I.) 2. Coro di Popolo; „Mai piü bella" Quart. Begl. — 3. Ba»s-
arie. Aronte: „Se del sole" Quart. Begl. — 4« Sopranarie. Oletria „Tu ei
nieghi" Bass-Begl. — 5. Tenorarie. Erode: „Sdegni uiftani*' Quart. Begl. —
0. Altarie. Erode' „Mi contento, che" Bass-Begl. ^ 7. Sopranaric. Erodia:
„Tu scnti con mia" Quart. Begl. — 8. Tenoraric. S. Giovanni : „Terger
puote" Quart. Begl. — 9. Sopranaric. Oletria : „Non e sempre* Quart. Be^l.
— 10. Sopranarie. Erodiade: „Ingrato" Bass-Begl. — 11. Altarie. Erode:
„Fra di(e nembi" Quart. Begl. — 12. A 3. Erodiade, Oletria, S. Giovanni :
„Tu morrai fellon*' Quart. Begl. — 13. Madrigale a 5: „L* innocenza, la
fede** Quart. Begl. — (Parte II.) 14. Bassarie. Aronte: ^Con Tumor di poche"
Bass-Begl. — 15. Sopranarie. Oletria: „L'empie reste** Quart. Begl. —
16. Sopranarie. Erodiade: „L'odio non parla in me" Orch. Begl. —
17. Altarie. Erode: „I dclitti Astrea« Quart. Begl. - 18. Tenorarie.
S. Giovanni: „Chi aTinfemo« Quart. Begl. — 19. A 2. Erodiade, S. Gio-
vanni: „Per placar" Quart. Begl — 20. Chor: „Questo ö 'l giomo« Quart.
Begl. — 21. Sopranarie. Oletria: „E indegno del trono" Bass-Begl. —
22. Altarie. Erode : „Pi6 che Tira" Quart. Begl. — 28. Sopranarie. Erodiade
„Mesto amor" Orch. Begl. —24. Tenorarie. S. Giovanni: „Sommo Iddiu"
Bass-Begl. — 25. Schlusschor a 5: „Questo si 6 virtute*' Quart. Begl.
Abschriften. Partitur: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 50 D. 6.
Ein Lederband mit 140 Blättern. Stimmen ebend<iselbst.
Beil. X. Oratorien. 293.
119
Anmerkung. Titel und Personen verzeichniss der Partitur der k. k.
Hofbibl. „Lafedesacnlega nella morte del Precursor S. Giov. Battista. Ora-
torio. Poesia del Dottor Pietro Pariati. Musica di Giov. Giuseppe Fux.
L'anno 1714. Interlocutori. S. Giov. Battista. — Erode. — Erodiade. —
Oletria. — Aronte. — Coro di Popolo. — Coro di Ministri".
90tt. La Donna Forte nella Madre de'Sette Maccabei. Oratorio.
Text von P. Pariati,
Comp. 1715.
i. Sinfonia.
Adagio.
Ailegro. J ^
(Parte I.) 2» Bassarie. Eliodoro: „Quella serpe" Quart. Begl. — 8, Alt
arie. Nicanore : „Per far le pie"Orch.Begl. — 4* Tenorarie. Antenore: „Pria
col lampo" Orch. Begl. — 6. Chor a 5: „Grande, pietoso« Quart. Begl. —
6. Sopranaric. Macabea: „Tal, quall' aquila" Bass-Begl, dann Chor 5. —
7. Sopranarie. Giacobbe: „Solo a Dio" Quart. Begl. — 8. Bassarie. Eliodoro :
„Se a quel platano** Quart. Begl. — 9, Altarie. Nicanore: „Primo impegno
Bass-Begl. und Chor. — 10, A 2. Macabea. Antioco: „Ecco il. primo"
Quart. Begl. — 11. Tenorarie. Antenore: „Mira, che le tue« Bass-Begl. —
12. Sopranarie. Giacobbe: „Bammi, diletta madre^ Quart. Begl. — 13. Chor,
I^adrigale: „Va Macabea felicc'' Quart. Begl. (Parte IL) — 14« Bassarie.
.Eliodoro : „Stringi il crin" Bass-Begl.— 15. Altarie. Nicanore: „Tu chiedera-
pieta" Quart. Begl. — 16. Altarie. Antioco : „AI perir degli altri* Quart.
Begl. — 17. Sopranarie. Giacobbe: „Col suo late" Bass-Begl. — 18. Sopran-
arie. Macabea: „Si. vedrassi Giove** Quart. Begl.— 19. Bassarie. Eliodore:
„Nel veder cader« Quart. Begl.— 20. Altarie.Nicanore : „Mora V infame vipera"
Bass-Begl. — 21, Tenorarie. Antenore: „Sea te tu sei" Bass-Begl.— 22. A 2
Macabea, Giacobbe: „In faccia di morte" Bass-Begl. — 23. Sopranarie. Maca-
bea: „Cari pegni figli amati* Quart. Begl. — 24. Chor „0 grand alma".
Abschriften. Partitur: aj In der k. k. Hofbibl. zu Wien. AN. 50
D. 7. Lederband mit 117 Blätter. — bj Im Wien. Mus. Ver. (Rudolfinum)
13604. Stimmen : In der k. k. Hofbibl.
Anmerkung. Titel und Verzeichniss der Sänger nach der Partitur
der k. k. Hofbibl. : „La Donna Forte nella madre de* sette Macabei. Ora-
torio 1715. Poesia del Dottor Pietro Pariati. Posta in Musica dal Gio. Giu-
seppe Fux. Personaggi : Antioco. Eliodoro. Nicanore. Macabea. Giacobbo,
ultimo iiglio di essa. Coro di fratelli Macabei."
120
Beil.X. Oratorien. 393.294.
ttos* U Fönte della salute, aperto dalla grazia nel Calvario.
Oomponimento sacro. Text von ?
Comp. 1716.
Andante.
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2* Chor d*Angiole : „Di doni celeiati*' Quart. Begl. — 8. Altarie. Pecea-
tore contrito: „Spargi in me** Bass-Begl. — 4. Sopranarie. La misericordia :
nSe dolente un dl** Quart. Begl. — 5. Sopranarie. La grazia : „Corre a Tonda'^
Quart. Begl. — 6. Tenorarie. Peccatore ostinato. «Stringe il nume** Bass-
Begl. ^ 7. Sopranarie. La giustizia: „Dio pietoso** Quart. Begl. — 8« Bass-
arie. 11 demonio : »Puoi peccar** Orch. Begl. (2 Fag. conc.) — 9. Altarie.
Peccat. contr. »Non famo** Quart. Begl. (mit Baritono). — 10. Sopranarie.
La misericordia: „No, la grazia" Bass-Begl. — lU Sopranarie. La grazia: ,,Tu
ben vedi'^ Bass-Begl. mit Bit. — 12. Tenorarie. Peccat. ostin: „No, colpa
mia^ Quart. Begl. — 18. Sopranarie. La ^ustizia: „Segui Torme** Bass-
Begl. mit Rit — 14, Altarie. Peccat. contr. „Sai perche" Quart. Begl. —
15. A 3. La misericordia, La giustizia, La grazia: i,Dio ti vole* Bass-
Begl. (Madrigal).— 16« Sopranarie. La misericordia: „Reo fü Adamo*^ Quart.
Begl. — 17. Sopranarie. La giustizia: „Dio potea mandar'' Quart. Begl. —
18* Sopranarie. La grazia: „Vedi che il Redentor'' Orch. Begl. (Schahnei
und Posaunen). — 19« Bassarie. Demonio: „Un destin per me tremendo^
Quart. Begl. — 20. A 2. Peccat. contr., Peccat. ost: „Contro di me« Bass-
Begl. — 21* Sopranarie. La misericordia: So, che piace*' Begl. Violone,
Viola da gamba. — 22* Chor a 6: „Di salute" Quart. Begl.
Abschriften. Partitur: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 50.
D. 9. Lederband mit 117 Blättern.— dann AN. 50. 6. 2 mit Veränderungen.
Stimmen: Ebendaselbst.
Anmerkung. „II fönte della salute aperto dalla grazia nel Calvaria.
Componimento sacro cantato al Santissimo Sepolcro di Cristo la sera di
Venerdi santo dall'anno 1716. — Parlano: Lagrazia— La Scognians. La
misericordia — La Conti. La giustizia — Domenico (Tollini). II
peccatore contrito — Gaetano.Il peccatore ostinato — Borrosini.
II demonio — D. Gasparo (Corvo?). Coro d*Angioli. Coro di peccatori
penitenti''.
99^* U Trionfo della Fede. Oratorio in 2 parti. Text von Ber/tar-
dino Maddali.
Comp. 1716.
Beil. X. Oratorien. 295.
121
i. Sinfonta.
AUegro. J J
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Adagio.
Gravi*. '
9^^feF^^=l^=M^^U-^ J MJ M )t ij-t^^
(Parte I.) 2. Bassarie. Secolo : „Non han piü« Quart Begl. — 8« Tenor-
arie. Amor profano: „Nö, che non teme*^ Bass-Begl. mit Rit — 4. Sopran-
arie. Amor divino : „Nö, non credete" Quart. Begl. — 5. Altarie. Fede :
'„Sperar non puö.* Bass-Begl. mit Rit. — 6* Sopranarie. Amor div : „E radi-
cato" Bass-Begl. mit Rit. — 7. Altarie. Fede: „Tutt*il cielo« Quart. Begl.—
8* Sopranarie. Innocenza: „Cor infido** Quart. Begl. — 9. A 2. Amor div.,
Fede: „Sia mio Bio.** Bass-Begl. — 10. Madrigale a 5: „Spera Innocenza''
Quart. Begl. (Parte II.) — 11. Tenorarie. Amor prof. „Le gioi© d* Amorc«
Quart. Begl. mit Rit. — 12. Bassarie. Secolo : „ Vivi e godi* Bass-Begl. mit
Rit. — 18« Sopranarie. Amor div. : »Egli 6 il tutto** Quart. Begl. ^ 14« Alt-
aric. Fede: „Specchiati pur in me" Bass-Begl. mit Rit. — 15. Bassaric.
Secolo: „Fü pur troppo" Quart. Begl. - 16. Tenorarie. Amor, prof,: „lo
fui sin' or** Bass-Begl. — 17. A 2. Amor prof., Secolo: „Nurae perfotto"
Quart. Begl. — 18. Sopranarie. Innocenza. „Or ch' il lume.^ Bass-Begl. mit
Bit.— 19. Altarie. Fede : „Eceo mio Dio" Quart Begl.— 20. Sopranarie. Amor
div: „Mirate fedeü** Bass-Begl. mit Rit. — 21. A 2. Amor div., Fede: Godi,
0 Fede^ Bass-Begl. — 22. Madrigale a 5: „Mortal, tu giä*< Quart. Begl.
Abschriften. Partitur: In der k. k. Hofbibl. zu Wien. AN. 50.
D. 8. Ein Lederband mit 122 Blättern. Stimmen: Ebendaselbst.
Anmerkung. Titel und Sänger nach der Partitur der Hofbibl.:
„II Trionfo della Fede. Oratorio. Poesia del Bemardino Maddali. Musica
del Giov. Gins. Fux. L*anno 1716. Interlocutori : 11 Secolo — Bigoni.
L'Amar profano — Borrosini. L*amor divino — La Scognians. La
F.e d e — Gactano. L' i n n o c e n z a — Giovanni.«
90A. n Disfacimento di Sisara. Oratorio a 5. Text van ?
. Comp. 1717.
/. Introduzione.
AUegro. Largo. .^ ♦ , Presto.
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122
Beil. X. Oratorien. 296.
(Parte I.) 2. Bassarie. Jabin : ^Trombe liete.** Orch. Begl . — 3. Tenor-
arie. Sisara: „Animato dal mio:" Quait. Begl. — 4. Sopranarie. Deborai:
„Soihmo bene" Bass-Begl. — 5. iSopranarie. Jahel. „Entro il petto.* Quart.
Begl. — 0. Sopranarie. Debora: „Nö, sperando che" Quart. Begl. -— ?• Bass-
arie. Jabin: „Parta da questo seno'' Bass-Begl. — 8. Sopranarie. Debora:
»Tu vedrai fatta" Quart Begl. — 9. Altarie. Barac: „D'un giusto sdegno*^
Quart. Begl. — 10. Sopranarie. Jahel. „Troppo 6 vano" Bass-Begl. — !!• Alt-
arie. Barac: „Nö non temer'' Quart. Begl. •— 12* A 2. Debora, Barac:
„Sil guerrieri« Quart. Begl. — 13. Madrigale a 5: „Va sempre la vittoria*
Quart. Begl. (Parte II.) — 14. Tenorarie. Sisara: „Piango, sospiro" Quart.
Begl. — 16. Altarie. Barac: „Vendicate col ferro" Quart. Begl. — 16. Tenor-
arie. Sisara: „Fonti, che qui" Bass-Begl. -~ 17* Sopratfaric. Jahel: „Chi
lascia di sperar.*« Quart. Begl. — 18. Sopraiiarie. Debora: „Per atterrar que**
pertidi" Bass-Begl. — 19. Tenorarie. Sisara: „Sonno amato*' Orch. BegL —
20* Sopranarie. Jahel : „Rinforzate o pensieri'^ Bass-Begl. — 21. Bassarie.
Jabin: „Sü, si tolga'' Quart. Begl. — 22« A 2. Debora, Barac: „Nel tuo
, braccio" Bass-Begl. — 23. Sopranarie. Jahel. „Non dimando'' Quart.
Begl. — 24« Chor a 5. • „Del pentito Israelle" Quart. Begl.
Abschriften. Partitur: In der k. k. Hofbibl. zu Wien. AN. bO.
D. 10. ein Lederband mit 150 Blättern. Stimmen: Ebendaselbst.
Anmerkung. Titel und Sänger nach der Partitur der Hofbibl.:
„II Disfacimento di Sisara. Oratorio a 5. Cou Istromenti. Musica di Giov
Gioseffo Fux. L'anno 1717. Persone, che parlano: Jabin, R6 de* Cananei
— Basso Praun. Sisara, generale delP Armata di Jabin — Borrosini-
Jahel, moglic di Habor, Cineo — Schongnians. Barac della tribü di
Neftali — Gaetano. Debora, Profetessa — - Domenico."
it9B* Oristo nell' orto. Oratorio. Tt^xt von Pwtro PariatL
Comp. 1718.
ul,.eUo. Largo eforu. ^^^^^^
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Taeto Solo.
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(Parte I.) 2. Chor ^der Engel: „Del vecchio Adamo« Quart. Begl. —
3. Tenoraric. Amor divino: „AI gran Padre** Orgel-Begl. mit Rit. — 4. Bass-
arie. Cristo : „Mira o peccatore« Quart. Begl. — 5. Sopranarie. Anima con-
templativa: „Non merta Tuomo" Bass-Begl. — 6. Sopranarie. Giustizia di-
vina: „Fu d'amore opra superna" Quart. Begl. — 7. Altarie. Angelo Con-
fortatore: „Si duol Gesü" Quart. Begl. — 8« Bassarie. Cristo: ^Come dio
nel divin trono" Bass-Begl. — 9. Sopranarie. Anima contemplativa: „Ama-
bil mio Gesu" Quart. Begl. — 10. Sopranarie. Giust. div. : ,;Notte infausta fu**
Beil. X. Oratorien. 297.
123
Bass-Bcgl. — !!• Altarie. Angclo confbrt : „Si rassegna a l'or" Bass-Begl. —
•12, Chor der Engel: „La sapicnza incamata^ Quart. Begl. — (Parte II.)
13, Tenorarie. Amor divino: „Tanto fece« Quart. Begl. — 14. Bassarie.
Cristo : „Non speme il mio timor." Bass-Begl. — 15. Sopranarie. Anima cont.:
„Qui dove sparger" Quart Begl. — 16. Sopranarie. Giustizia div: „Sul tuo
capo scellerato« Quart. Begl. — 17. Altarie. Anima confort: „Dal limbo giä
ti chiama'^ Quart. Begl. — 18. Tenorarie. Amor div: „Piü forte incontrerai"
Bass-Begl. — 19. A 2. Giustizia div: Angelo confort. ^Va, va Gesü*< Bass-
Begl. — 20. Sopranarie. Anima cohtcmpl : „Se per farmi in ciel'^ Quart.
Begl. — 21. Baasarie. Cristo : „Tu vedrai, che" Quart. Begl. — 22. Chor der
Engel : „Tu pur siegui lynoroso** Quart. Begl.
Abschriften. Partitur: a) In der k. k. Ilofbibl. in Wien. AN. 50.
D. 11. Ein Lederband mit 131 Blättern. — b) Im Wieu. Mus. Verein.
(Rudolfinum.) 13603. — Stimmen: In der k. k. Hofbibl. ^
Anmerkung. Titel und Personenverzeichniss der Partitur der
Hofbibl. lauten: „Cristo nell* orto. Oratorio. L'anno 1718. Poesia del
Dottor Pietro Pariati. — Musica di Gio. Gioseffo Fux. — Parlano : Cristo —
Braun. L' Amor divino verso T uomo — Silvio. La Giustizia divina
— LaContini. ün anima contemplativa — La Schonjans. Un angelo
Confortatore di Cristo — Gaetano. Coro di Angeli.**
tt09. Gesa Cristo negato da Pietro. Oratorio. Text von P. Pariati
Comp. 1719.
/. Sinfonia, _ Presto.
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Senta Organo,
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(Parte l.) 2. Chor a 5: „Preso e Cristo«* Quart. Begl. — 3. Altarie.
L'amor divino: „Per la gente** Bass-Begl. — 4. Sopranarie. L'umanita pecca-
trice: „Lo s6, Gesü** Quart. Begl. — 5. Tenorarie. Pietro: „Manchi agli altri«
Quart. Begl. — 6. Bassarie. L'odio de Giudei: „L'innocenza non vive"
Quart. Begl. — 7. Sopranarie. Ballila.: „Taci pur" Bass-Begl. — 8. Altarie.
L'amor div:. „Chi ha vcrgogna." Quart. Begl. — 9. Sopranarie. L'umanita
peccatricc: „Se crudi al mio" Bass-Begl. — 10. Tenorarie. Pietro: „Tutta
fede e Talma" Quart. Begl. — 11. Coro de' Peccatori. „Trö virtü vanti-
Quart. Begl. (Madr.) — (Parte II.) 12. Sopranarie. L'uman. peccatr : „Non
ancora ei" Quart. Begl. — 18. Altarie. L'amor div.: „Tanto Cristo dee"
Quart. Begl. — 14. Tenorarie. Pietro: ^ ver, parlö" Bass-Begl. mit Rit. —
15. Bassarie. L'odio giudaico : „£ troppo orribile** Bass-Begl. mit Rit. —
16. Sopranarie. Ballila: „Fä peggior la reitä" Quart. Begl. — 17. A 2
124
Beil. X. Oratorien. 298.
L'amanita pecc. L'amor div.: »So risponder tu" Bass-Begl. mit Rit -^
18. Sopranarie. L'uman. pecc. : „Da Cristo, ch'6 si pio" Quart. Begl. —
19. Altarie. L'amor div.: „Venga Vuom« Bass-Begl. mit Kit. — 20. Tenor-
arie Pietro: „Del mio cor** Quart. Begl. — 21. Coro de' peccatori: «Mortal,
spechiati in Pietro" Quart. Begl.
Abschriften. Partitur: a) In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 50.
D. 12. Ein Lederband mit 123 Blättern. — h) Im Wien. Mus.Ver. (Rudolfin um)
13603. Stimmen : In der k. k. Hotbibl.
Anmerkung. Titel und Sänger nach der Partitur der k. k. Hoibibl. :
„Gesü Cristo, negato da Pietro. Oratorio per il SS^o Sepolcro. L'anno
1719. Poesia di Pietro Pariati. Musica di Giov. Gioseffo Fux. Persone, che
cantano: L'amor divino verso Tuomo — Gaetano. L'umanita
peccatrice —La Schonjans. Pietro S» Apostolo — Silvio. Ballila.,
ancilla di Caifa — Domenico. L*odio de' Giudei contro di Gesü — Praun-
Coro di Giudei ostinati. Coro di Peccatori, che sperano la Redenzione.**
tt08. La Cena del Signore. Oratorio in 2 Parti. L' anno 1720.
Poesia di Pietro Pariati.
i, Sinfonia. Grave.
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Senia forgano.
(Part. I.) 2. Chor der Ap.: „Lode al Dio** Quart. Begl. — 3. Altarie.
Spir. Prof. : „ Alme Sante« Quart. Begl. — 4. Sopranarie. Anima cont : „Ogni
vittima. che mora** Quart. Begl. (Erster Chor sich anschliessend.) — 5. Tenor-
arie, Gesü Cristo: „Nato appena** Bass-Bcgl. und Quartett Ritomell. —
6. Tenorarie. Pietro : „Col pianto i pcdi tuoi" Quart. Begl. — 7. Sopranarie.
Giovanni : „Sonquesf acque un pio miste ro**Quart.Begl — S.Bassäric. Giuda:
„Di quest'opra 11 pensier.** Quart Begl. — 0. Altarie. Spirito Profet. „Puro
il suo cuore ei dlce** Bass-Begl. mit Rit — 10. Sopranarie. Anima cont. :
„lo gia salva** Quart. Begl. — 11. Tenorarie. Cristo : j^Dal crudel suo tradi-
mento" Quart. Begl. — 12. Chor: „Chiamato al pentimento.** Quart. Begl. —
(Parte IL) — 18. Sopranarie. Anima cont: „D'alraa rea, deh" Bass-Bcg-l.
mit Rit — 14. Altarie. Spirito Prof. : „Cristo a salvarti viene.** Quart Begl. —
15. Tenorarie. Cristo : „ Vada a morte** Quart Begl. — 16. Tenorarie. Pietro :
„Se mi vuoi tu Successor* Quart Begl. — 17. Sopranarie. Giovanni: „Tu
degli Ebrei la manna** Bass-Begl. — 18. Bassarie. Giuda. „L*impo8sibil del
mistero** Quart. Begl. — 18. a) Sopr. Rec. mit Quart. Begl. Anima cont. :
Beil. X. Oratorien. 299-
125
„ SceUerato,che impugni**.— 19. Duo. ÄDima. Spirito : „Obeate V alme umane**
Orch.Begl. — 20. Tenorarie. Cristo: „Se i mici cari guarderai« Bass-Begl. —
21. Chor: „0 di Cena Augnsta e grande« Qiiint. Begl.
Abschriften. Partitur: aj In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 50,
D. 13. — 147 Blätter. — bj Im Wien. Mus. Ver. (Rudolfinum). 13606.
Stimmen: In der k. k. Hofbibl.
Anmerkung. Die Partitur der Hofbibl. fuhrt folgende singende
Personen an: Gesü Cristo Salvator nostro — Costa. Pietro
Apost. — Timer. Giovanni A p. — Domenico, ün anima contem-
plativa — La Schonians. Lo Spirito profetie-o — Casati. Giuda
il Traditore — Praun. Coro degli Apostoli.
^99. n Testamento di nostro Signor Gesa Cristo sul Cal-
Vario. Oratorio in 2 parti. Text von Pietro Pariati
Comp. 1726.
y. Sinfonia. Largo, Aliegi
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(Parte I.) 2. Chor der Juden: „Ecco l'uom'« Quart. Begl. — 8. Coro
de' Scribi e Farisei : „S'egli 6 pur" Quart. Begl. — 4. Sopranarie. La Vergine:
„AI tuo pi6** Bass-Begl. mit Rit. — 5. Altarie. Gabriele: ^Per provar**
Qiiart.Begl. — 6. Altarie. Ap.Giovanni : „ Quell' amor.** Quart.Begl.— 7.Tenor-
arie. Peccatore: „Dammi delle mie" Bass-Begl. mit Kit. - 8. Bassarie.
Lucifero. „Se d'Assuero" Qiiart.Begl. mit Rit. — 9. Sopranarie. La Vergine:
„Per l'uomo" Quart. Begl. — 10. Altarie. Gabriele: „11 diventar** Bass-
Begl.— 11. Coro de' Peccatori. „Tanto Cristo ama" Quart. Begl.— (Parte IL)
12. Altarie. Ap. Giovanni: „Tolga al Lazzaro" Quart. Begl. — 13# Altarie,
Gabriele : „Figlio a lei" Bass-Begl. mit Rit. — 14. Sopranarie. La Vergine :
„Se al tuo sangue.** Quart. Begl. — 15. Tenorarie. II Peccatore: „Veder
V eterno.** .Quart. Begl. — 16. A 2. La Vergine. Gabriele: „Venite Angioli«
Quart Begl. mit Rit. — 17. Bassarie. Lucifero: „Son de l'uomo" Orch.Begl.
(4 Fagotte) mit Rit. — 18. Altarie. Ap. Giovanni : „Fido e pio sia** Quart.
Begl. mit Rit. — 19. Sopranarie. La Vergine: „Si tempra la mia" Quart.
Begl. — 20. Chor: „Peccatore al suo" Quart. Begl. (Madrigale).
Abschriften. Partitur: aj In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 50.
D. 14. Ein Lederband mit 168 Blätter. — bJ Im Wien. Mus. Ver. (Rudolfinum).
13601. Stimmen : In der k. k. Hofbibl.
Anmerkung. Titel und Sänger nach der Partitur der Hofbibl.: „II
Testamento di Nostro Signor Gesü Cristo sul Calvario. Oratorio cantato
nella Augustissima Cappella della Sac Ces. Catt. Real. Maestä di Carlo VI
Imperadore de' Romani Sempre Augusto. Anno 1726. La Poesia 6 di Pietro
126
Beil. X. Oratorien. 300.
Pariati, Poeta di S. M. C.eC. La Musica 6 di Giov. Gius. Fax, Maestro
di Capp. di S. M. C. e C. Cantano: La Santissima Vergine. — La
Schoonans. L'angelo Gabriele —Gaetano. Giovanni revangelistn
— Casati. II Peccatore — Borrosini. Lucifero — Praun. Coro di
Gindei — di Scribe e.Farisei — - di Peccatori.«
SOO. La Deposizione dalla Croce di Gesü Oristo Salvator
nostro. Componimento sacro per Musica al SS^^ Sepolcro.
Text von Claud, Pasquinu
Comp. 1728.
1. Infrodinwne. Largo.
Ailegro,
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(Parte L) 2. Chor der Sünder: „Tremö la terra «»Quart. Begl — 8. So-
pranarie. Maria Vergine : «Voi, che per via passate** Quart. Begl.— 4. Altarie.
Giovanni : »Donna, ti disse il labro" Quart. Begl. — 5« Tenorarie. Gioseppe
Arimateo : «^Quasi agnelli tntti** Quart. Begl. — 6. Sopranarie. Maddalena :
„Di lagrime amare" Bass-Begl. — 7. Bassarie. Nicodemo: „SuUe torri diroc-
cate« Quart. Begl — 8. Chor der Sünder. „Pien di flagelli« Quart Begl. —
(Parte IL) 9, Altarie. „Madre,pote88i almeno* Quart-Begl. — 10. Sopranarie.
M. Vergine : „Aveva ancor bambino«* Quart, Begl. — 11. Tenorarie. Gios. Ari-
matea : „Questo Dio da te traft tto** Quart. Begl. — 12, Sopranarie. Maddalena :
„Caro mio Dio** Quart. Begl. — 18. A 2. M. Vergine. Giovanni : »Chi ti conosce-
Begl. Biiss und Posaune. — ■ 14. Bassarie Nicodemo : „Se pure piü nel core.
Begl. Fagott. — 15. Chor der Sünder: ^Nulla fiam fuora* Quart. Begl.
Abschriften. Partituren: aj In der k. k. Ilofbibl. in Wien. AN. 50.
D. 15. Lederband mit 155 Blattern. — bj Ebenda mit Abänderungen. SA.
68. B. 21. — ej Im Wien. Mus. Ver. (Rudolfinum) 13602. Stimmen: In der
k. k. Hofl)ibl. AN. 50. D. 15.
Anmerkung. Aufschrift der Partitur, a) „La Deposizione della
Croce di Gesü Cristo, Salvator nostro. Componimento Sacro per Musica
applicato al S^o Sepolcro da cantarsi neir Augustissima Cappella della
S. Ces. e C«att. Reale MaettÄ di Carlo VI. Imperadore de Romani Sempre
Augusto. L'anno 1728. Poesia di Giov. Claudio Pasquino. Musica di Giov.
Gioseppe Fux. Maestro di Cappella di S. M. Ces.e Catt. — Cantano: Maria
Vergine — La Schoonians. Maria Maddalena — La Holzhauser. G i o-
vanni Apostolo — Gaetano. Gioseppo Arimateo (Discepolo) —
Borosini. Nicodemo (Discepolo) — Praun. Coro di Peccator*.
Beil. X. Opern. 301-303. 127
IX. Opern.
301. La Clemenza d' Augusto. Foemetto drammatico. Text von
Pietro Antonio Bemardonu
Comp. 1702.
Abschriften. Unbekannt.
Anmerkung. Die Partituren dieser und der Oper SOS fehlen in
der k. k. Hofbibl. Lione Allacci (Drammaturgia acerescinta 4. Venezia 1755
pag. 197) bemerkt: „Clemenza" di Augusto. Poemetto drammatico nel
de* giorno del gloriosissimo nomedella S. Ces. R. M. di Leopoldo Imporadore
Rbmani sempre Augusto per comando della S. C. R. M. delP Imperadrice
Eleonore Maddalena Teresa l'anno 1702 in Vienna per gli Eredi Cosmero-
viani 1702 in 4o. Poesia di Pietr* Antonio Bernardoni Bolognese. —
Musica di G i o Y. G i u 8 e p p e F u x, „Das Personen verzeichniss dieser Oper
(nach P. Ant. Bernardoni poemi drammat. 8. Bologna 1706 pag. 207 ff.; lautet :
r. Ottavio Augusto. — Clatidia, figlia di Marc' Antonio, nemica d'Ottavio.
— Emilia figlia di Marco Lepido Triumviro. — Aprippa, Comandante Gene-
rale dell' Armi d'Ottavio. -— Marco Cinna nipote del gran Pompeo. — Vale-
rio, un de' Capitani delle guardie d' Augusto. — .Lepido figlio di Mareo
Lepido Triumviro. — II Tevere. — Comparse di guardie con Augusto —
Paggi con Claudia, e con Emilia. Deitä tutelari de' fiumi e de' fonti vi-
cini a Roma, col Tevere."
Eine Verschwörung gegen Ottavio, an deren Spitze Claudia, die ver-
schmähte Geliebte C. Ottavio's steht, wird glücklich vor dem Ausbruch
entdeckt, und Ottavio vergibt den Verschworenen. Licenza, auf K. Leo-
pold's Milde übergehend.
30«. Offendere per amare, owero La Telesilla. Dramma per
Musica. Text von Donato Citprda.
Comp. 1702.
Abschriften. Unbekannt.
Anmerkung. Vgl. Anm. zuOp. 30i . Allacci, Drammaturgia p. 570
führt an: ^OffenÄere per amare. owero La Telesilla. Dramma per
Musica rappresentato nel felicissimo giorno natalizio della S. R. M. di Ama-
lia Willelmina Regina de' Romani per Comando della S. R. M. di Giuseppe I
Re de' Romani l'anno 1702 — in Vienna, per Susanna Cristina Vedova di
Matteo Cosmerovio 1702 in ö. Poesia di Donato Cupeda, Napolitano.
Musica di Giov. Fnx.«
30S. Pulcheria. Poemetto drammatico. Text von Pietro Antonio
Bernardoni.
Comp. 1708.
128
Beil. X. Opern. 304.
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2. Sopranarie. Pulcheria: „0 de'mi8eri<< Bass-Begl. ~ 3« Sopranarie.
Irene: ^Ondeggia anche** Quart. Begl. — 4. Tenorarie. Leone: „So, che
d'Aquila'* Bass-Begl. mit Rit. — 5» Bassarie. Antemio : .Da qnel di*' Quart.
Begl.— 6« Sopranarie. Pulcheria. „Chi di noi." Bsiss-Begl. mit Rit.— 7. Tenor-
arie. Leone : „Morrö, se ad ^Imi** Qnart. Begl. — 8* Bassarie. Antonio. „Da
nie stesso" Quart. Begl. mit Rit. — 9. Altarie. Marciano : „Fossi pur d'aiQor'^
Bass-Begl. mit Rit. — 10« Altarie. Marciauo : i^Io vö che solo** Quart. Begl.
11. A 2. Irene. Leone: „Taci infido« Bass-Begl. mit Rit. — 12. Sopranarie.
Irene. „Godi tu.** Bass-Begl. mit Rit. — 18. Altaric. Marciano. „Per gran san-
gue** Quart. Begl. mit Rit. — 14. Bassarie. Antemio : „Me infelice'' Bass-
Begl. — 15. Sopranarie. Pulcheria: „Quardo in campo" Orch. BegL —
1«. Sopranarie. Irene : «Senza un poco." Orch. Begl. mit Rit. — 17. A T).
Pulcheria, Irene, Marciano, Leone, Antemio : „Solo d'Amalia" Quart. Begl.
(Licenza).
Abschriften. Partitur: In der k. k. Ilofbibl. in Wien. AN. 52. C 5.
Ein Lederband mit 133 Blättern. — In der königl. Hofbibl. der Musik in
Dresden. Stimmen: Hofbibl. in Wien.
Anmerkung. Titel und Personenverzeichniss der Partitur der
lloflnbl. : „Pulcheria. Poemetto drammatico. Nel giomo del gloriosissiiuo
nomc della S. C. R. MtA. Amalia Willelmina. L*anno 1708. Poesie di Pier'
Antonio Bemadoni. Musica di Giov. Giuseppe Fux. — Personaggi: Pulche-
ria— LaBadia. Marciano — Gaetano. Irene — La Sutterin. Leone —
Silvio. Antemio — Borrini."
30«. Jolo Ascanio R6 d' Alba. Poemetto drammatico. Text von
P, A. Ifernardoni. .
Comp. 1708.
Altegro. ^330 H"
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Presto.
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Beil. X. Opera. 805.
129
2, Tenorarie. Teuere : „ Vola gia di Lido« Quart. Begl. — 8. Altarie.
Aseanio : ^Vestito da pieta^ Begl. 2 Viele di gamba und Bass. ^ 4. Altarie.
Aaeanio: ^Dopo il nemico'' Orch. Begl. — 5. Sopranarie. EmiUa: „Dover ar-
der'' Bass-Begl. mit Rit. — 6* Sopranarie. Carmenta: „A forza di 8offrir*<
Bass-Begl. — 7. Sopranarie . Emilia : „Si, Vendetta** Quart. Begl. — 8. Bassarie.
Evandro: ^ Credo appena" Bass-Begl. mit Rit. — 9« Sopranarie. Carmenta:
^Minaccioso a noi** Quart. Begl. — 10. Bassarie. Evandro : „Ciö che Marte**
Quart Begl. — 11. Tenorarie. Teuere: „D*amante regnante** Bass-Begl. mit
Rit. — 12, Sopranarie. Emilia: „T'abborrisco** Orch. Begl. — 13. Altarie.
Aseanio : „lo svenai, lo sö^ Quart. Begl. — 14« A 2. Aseanio. Evandro :
„'Se la man non segne'' Bass-Begl. mit Rit. — 15« Sopranarie. Carmenta:
„II vincere superbi"* Orch. Begl. — 16. Sopranarie mit Chor (Licenza)
^Qual giglio de fiori** Orch. Begl.
Abschriften. Partitur: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 52.
B. 11. Ein Lederband mit 137 Blättern. — Stimmen: Ebendaselbst.
Anmerkung. Titel und Personenverzeichniss der Partitur in der
k . k. Hofbibl : „Julo Aseanio, R6 d*A l b a. Poemetto drammatico uel
giomo del gloriosissimo nome della S. C. R. Mtti di Giuseppe I. Imperator
de Romani Semper Augusto. L'anno 1708. Poesia di Pietro Antonio
Bernardoni. Musica di Giov. Guiseppe Fux. Personaggi: Aseanio
primo Rö d'Alba — Gaetano. Evandro Principe Arcarde, ricoveratosi in
Italia suM monte Palatino. — Borrini. Carmenta, madre d'Evandro —
La Badia. Emilia, sorelladi Evandro, destinato sposa ad Aseanio — La
Sutterin. Teucro , Confidente d' Aseanio.**
soft. Gli Osseqni della Notte. Componimento per musica.
Text von Donato Cupeda.
Comp. 1709.
Adagio,
y. Sinfonia.
Violin,
Allegro,
Trombe.
Violini,
m^^^^
-i9-
F=f
<9 (^
i
i
1
2. Sopranarie. La Notte : »Di Donna Reale** Orch. Begl. und Chor. -
8. Altarie. Architettura: „Che vuol dir« Bass-Begl. mit Rit. - 4, Sopranarie.
LaNotte: „Belle flamme« Bass-Begl. mit Rit. — ö. Sopranarie. Urania: „Sü, sü
pensieri« Quart. Begl. — 6, Bassarie. Silenzio: „Suoi spazi immenssi** Bass-
Begl. mit a 5. — 7. Tonorarie. Sonno: „Su'l mortal, che stanco*< Orch. Begl.
Küchel, J. J. Fux. I
130
Beil. X. Opern. 306.
mit Kit. — 8« Bassarie. Silenzio : „Belle Dive*< Quart. BegL mit Rit. —
9. Tenorarie. Sonno: „Caro mio Ben*< Quart. Begl. — 10« Altarie. Pasitea:
„Per correr veloci* Orch. Begl. — 11« Sopranarie. Urania: „Qual se appare«'
Bass-Begl. mit Bit — 12. Altarie. Pasitea : „De la gloria'' Bass-Begl. mit Rit.
— 18« Sopranarie. Urania: „Con lei di lieta^ Orch. BegL — 14« Sopranarie.
Notte : „GH spazi del mondo** Quart. Begl. und Chor. — 15« Altarie. Architet-
tura: «Van desire di gloria** Bass-Begl. imd a 3. — 16« Bassarie. Silenzio:
„Si saggia d" Quart Begl. — 17« Sopranarie. Urania: „La virtü sbandita**
Orch. Begl. — 18« Tenorarie. Sonno: „lo tra Tombre* Bass-Begl. —
19. AJtarie. Pasitea: „Qual alma si vide*' Quart. Begl. — 20. Sopranarie.
Notte : „Di sue glorie** Bass-Begl. mit Chor. (Madrigale.)
Abschriften. Partitur: In der k. fc. Hofbibl. in Wien. AN. 52. E. 9-
£in Lederband von 161 Blättern. — Stimmen : Ebendaselbst
Anmerkung. Titel und Personenverzeichniss der Partitur der
Hofbibl.: „Gliossequidella Notte. AI gloriosissimo nome della S. C.
Real MaestA dcir Imperatrice Amalia Willelmina. L' anno 1709. Musica di
Giov. Glos. Fux. Personaggi: La Notte — La Sutterin. Urania, una
delle Muse — Tollini. Pasitea, una dclle Grazie, amata dal Sonno — Gaetano.
L'Architettura — Meilini. II Sonno, amante di Pasitea ~ Bigelli. II
Silenzio — Don Giov. Battista.
SO«, n Mese di Marzo consecrato a Marie. Componimento
per musica. Text ron Silv. Stampiglia.
Comp. 1709.
i. Sinfonia.
Presto, i
Tutti,
Vcllo e Fag,
2. Altarie. £milio : „Care pupille" Bass-Begl. mit Rit — 8. Sopranarie.
Cleria: „I miei dolenti** Quart. Begl.— 4. Tenorarie. Mezio : „Son le tue luci«
Orch. Begl. — 5. Sopranarie. Sabina: „Appena incomminciai** Orch. BegL
— 6« Sopranarie. Cleria : „lufedel , che sia" Bass-Begl. — ?• A 2. e a 4
Cleria. Sabina: „Son destinata'' Mit concertanter Quart. Begl. — 8« Altarie.
Emilia: „Pur troppo 6 ver** Quart. Begl.' — 9, Tenorarie. Mezio: „Non v'e di
quella** Bass-Begl. — 10. Sopranarie. Cleria: „Non sdegnar** Quart, Begl.
— 11. A 2. Emilio. Mezio: „Tinto l'acciar** Bass-Begl. — 12. Sopranarie
(Licenza) Sabina: „Orch6 Marte" Orch. Begl. — 13. Chor: „Mille Cori con
Inno* Quart. Begl.
Abschriften. Partitur: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 52.
£. 10. Ein Lederband mit 99 Blättern. — Stimmen : Ebendaselbst
Beil. X. Opern. 307.
131
Anmerkung. Titel und Personenverzeichniss der Partitur der
Hofbibl.: „II Mese di Marzo consecrato a Marte. Componimento per
musica nel giomo del gloriosissimo nome della S. C. R. M^^^ di Giuseppe
Primo Imperador de'Romani Sempre AuguBto. L'anno 1709. Poesia di
Silvio Stampiglia. Musica di Giov. Giuseppe Fux. Personaggi:
Cleria — La Frue Wirthin. Sabina — Tollini. Emilio — Gaetano.
Mezio — Silvio.**
■
SOK. La Decima fatioa d' Ercole, owero La Sconfitta di
Gerione in Spagna. Oomponimento pastorale-eroico. Text von
G, B, Ancioni.
Comp. 1710.
y. Sinfonta,
3.JL
2« Chor. „Alle ninfe ed ai Pastori** Orch. Begl. — 8. Altarie. Elpino :
„Sol dal cor** Bass-Begl. — 4. Sopranarie. Clori : „Non ti lagnar" Quart.
Begl. — 5« Chor: „Sovra il crin** Quart. Begl. — 6. Altarie. Elpenor: „Se in
questo bei*' Quart. Begl. — 7* Sopranarie. Mirene : „Amor 6 un bei desir**
Bass-Begl— 8. Sopranarie. Amalteo: „Sento nel core** Begl. Viola di gamba.
— 9« Sopranarie. Mirene : „E ver, che al par" Quart. Begl — 10« Sopranarie.
Amalteo: „S' ascolto del tue** Bass-Begl.— 11« Sopranarie. Elpenor: „Da tue
pupille«. Quart.Begl. — 12. Sopranarie. Clori: „Qual il Sol** Orch. Begl. —
IB. Quartett. Mirene. Clori. Amalteo. Elpenor: „Si, si cor mio*< Bass-Begl.
— 14. Chor: „Vieni, o forte** Orch. Begl. — 16. Tenorarie. Ercole : „D valor e
l'alto" Bass-Begl.— 16. Tenorarie. Ercole: „Per gl'orrori di tempeste** Orch.
Begl. — 17. Chor: „Spiri gioja« Orch. Begl.
Abschriften. Partitur: In der k. k. Hofbibl. in Wien, AN. 52.
C. 7. Lederband mit 129 Blättern. — Stimmen: Ebendaselbst.
Anmerkung. Titel und Personenverzeichniss der Partitur der
Hofbibl.: „La Decima fatica di Ercole overo La Sconfitta di
Gerione in Spagna. Componimento pastorate-eroico. Nel felicissimo
giomo natalizio Della Sacra Cattolica Beal Maesta Carlo Terzo Bö delle
Spagne. L'anno 1710. Poesia di Gio. Batt. Ancioni, Poeta di S. M. Ces.
Musica di Gio. Guiscppe Fux, Comp. diS. M. Ces. Personaggi : E 1 p i n o
— Gaetano. C 1 o r i — La Landini. Amalteo — Domenichino. Mirene —
La Sutterin. Ercole — Silvio.
I*
132
Beil. X. Opern. 308. 309.
SOH. Daftie in Lanro. Componimento per Camera. Teasi von
P. Pariali.
Comp. 1714.
i. Sinfonia.
Allegro.
Allegro assai.
-yrv atmui. k^ |^ j^
Bassi.
2. Sopranarie. Diana: „Perde 11 tempo*" Bass-Begl.— 8. Sopranarie.
Dafne: „So, che tanto piace« Quart. Begl. — 4. Sopranarie. Amore: ^Non
v'e cor, che" Quart Begl. — 5« Tenorarie. Mercurio: ^Non 6 il sol, che*
Bass-Begl. — 6« Altarie. Apollo: „Lusingato dal fiori" Quart Begl. — 7« So-
pranarie. Amore: „Sappia il monte« Quart. Begl. — 8. Chor: „Di Cintia
a le plante" Quart. Begl. — 9. Altarie. Apollo : „Ferma o cara" Bass-Beg^l.
mit Rit — 10« Sopranarie. Dafne: „Serba il tuo cor per te** Quart. Beg^l, —
11. Tenorarie. Mercurio: „Qual si nntrisca il fior* Quart. Begl. — 12. Sopran -
arie. Diana: „Fan gli'amanti^ Bass-Begl. mit Rit. — 18« Sopranarie. Dafne:
„Va prigionero" Quart. Begl. — 14« Duett. Diana. Dafne: „Non v'ö pace*»
Quart. Begl. — 15. Altarie. Apollo: „In quel volto di gigli" Quart. Be^l. —
16. Tenorarie. Mercurio : „ A T or che' ö piü agitato^ Quart Begl. — 17. Duett
Dafne. Apollo: „Nel pensier di non amarti" Bass-Begl.— 18. Chor: ^O bcata
Ventura** Quart Begl. — 19. Sopranarie. Amore : „lo so con cento frodi**
Quart Begl. — IjO. Sopranarie. Diana: „II voler vi nccr Amore" Quart. Begl.
— 21. Sopranarie. Dafne: „Lascio. d'esser Nlnfa** Quart Begl. — 22. Altarie.
Apollo: „Questa fronda, che circonda" Teorbe- und Bass-Begl. — 23. Quar-
tett Dafne. Diana. Amore: „Bei Lauri crescete** (Licenza).
Abschriften. Partitur: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 52.
B. 12. Lederband mit 117 Blätter. — Stimmen: Ebendaselbst
Anmerkung. Der Titel und das Personenverzeichniss in der Par-
titur der Hofbibl. lauten: „Dafne in Lauro. Componimento per Camera
Nol festcggiarsi il giomo natalizio di Sua C. e C. R. Maesta di Carlo VI.
Imperator de Romani. L'anno 1714. Poesia dal Dottor Pietro Pariati.
Musica dal Giov. Giuseppe Fux. — Interlocutori : Diana — La Sco-
gnians. Dafne — La Landini. Apollo — Gaetano. Amore — Gio-
vannino. Mercurio — Silvio. Coro di Ninfe e di Pastori.*
soo. Orfeo ed Euridioe. Componimento da Camera per
Musica. Text von P. Parinti.
Comp. 1715.
y. Ouvertüre.
Beil. X. Opern. 310.
Adagio.
133
Menuett.
2. Coro di Spiriti degli Elisi: „Vieni e spera^ Quart. Begl.— 8« Altarie.
Orfeo : „Sareto fortunati** mit Quart. Begl. und Chor. — 4r« Sopranarie. Euri-
dice: »Sposo amato'' Quart. Begl. — 6« Tenorarie. Aristeo: „Per seguir
Tamato" Baas -Begl. — 6« Sopranarie. Proserpina: „lo sento un freddo"
Quart. Begl. — 7. Coro di Amori: „Perch6delSole« Quart. Begl. — 8. Sopran-
arie. Amore: „Non tormentarti" Bass-Begl. — 9. Tenorarie. Plutone: „Per
regnar* Quart. Begl. — 10. Altarie. Orfeo : „lo di Lete" Orch Begl. — 11. So-
pranarie. Euridice : ^Rondinella* Bass-Begl. (Vcllo.) — 12. Sopranarie. Pro-
serpina: „Credi a me« Quart. Begl. — 13. A 2. Euridice. Orfeo : „Rendi a mc"
Bass-Begl. — 14. Sopranarie. Amore : „L'alme ingannar** Quart. Begl. — -
16. Sopranarie. Proserpina: „D*un pensier innamorato'' Bass-Begl. —
16. Tenorarie. Aristeo: „Fa, ch'ei vada** Quart. Begl. — 17. Sopranarie. Euri
dice: „Quella serpe" Quart. Begl. — 18. A 3. Proserpina. Amore. Orfeo
„Si bell'alma" Quart. Begl. — 19. Altarie. Orfeo: „Feiice io" Quart. Begl. —
20. Chor: „Sol per gloqa** Orch. Begl. — 21. Tenorarie. Plutone: „Se al
ritomo** Quart Begl. — 22. A 2. Proserpina. Amore : „Segnate un si bei** Bass-
Begl. — 28. A 2. Orfeo. Euridice : „Di questo giorno** Bass-Begl. und Chor. —
24. Licenza. Sopranarie. Amore : „Questo 6' 1 giomo*< Quart. Begl. mit Chor.
Abschriften. Partitur: a) In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN, 52.
B. 13. Ein Lederband mit 139 Blättern. — h) Im Wien. Mus. Ver.
(Rudolfinum). 13600. — Stimmen: In der k. k. Hofbibl.
Anmerkung. Titel und Personenverzeichniss der Partitur der Hof-
bibl. : „OrfeoedEuridice. Componimento da Camera per musica, festeg-
giandosi il felicissimo giomo natalizio della Sac. Ces. e Catt. Maesta di
Carlo VI. Imperador de Romani Sempre Augusto. L'anno 1715. Poesia
del Dottor Pietro Pariati. Musica di Giov. Giuseppe Fux. Persone
che cantano: Orfeo — Gaet^no. Euridice sua sposa — La Contini.
Plutone — Silvio. Proserpina — La Scognians. Amore — Domenico.
A r i s t e o— Borrosini. Coro di spiriti degli Elisi. Coro di ombre infemali. Coro
di Amorini."
310. Angelica vincitrioe di Aloinä. Festa teatrale Text von
Pietro Pariati.
Comp. 1716.
1B4 Beil.X. Opern. 310.
/. Ouvertüre*
,r7^^,^^^„/^ja,^
i^i' . ' i^i..... : I ^
•7
Coro
],/ ^cLzl-^^ ^ i:M'^ttl?
Coro /•.
2« Chor. Alcina, Bradamante, Medoro, Ruggiero, Atlante^Coro de
Piaceri e di Amori : «Accogliere o Piaceri". Das Quintett wechselt mit einem
48timmigen Chor ab und fällt nach einem längeren Bec. secco ein. — 8. So-
pranarie. Alcine : »Per un cor, che piü non V ama** «— 4. Altarie. Medoro :
„Per mercede di mia fede** Bass-Begl. — 5* Sopranarie. Angelica: „Sol ne'Ie
Inci belle ^ Quart. Begl. — 6. Tenorarie. Ruggiero : ^ AI mancar de la speranza^
Bass-BegL mit Rit. — 7* Altarie. Medoro : „Parte, ma il core amante^ Bass-
Begl. — 8« Sopranarie. Angelica: ,,Piü che freme il nembo*' Quart Begl. —
9. Sopranarie. Bradamante: „So che un ingrato egli ^** Bass-Begl. mit Rit.
— 10« Tenorarie. Atlante: „La fortuna di un lieto'' Quart, und Bass-Begl.
abwechselnd. — 11« Sopran. Recit mit Begl. Alcina: „Voi da profondi abissi'^
Su« SU, correte a vendicarmi. — 12« Chor: „Con lo sdegno piü spietato*" —
18« Sopranarie. Angelica: »La mia vita non imploro^ Bass-Begl. — 14. Chor,
der Geister: „D' Alcina. ch' ella offese" Orch.Begl.~- 15« Sopranarie. Alcina:
„Se da me tu salvo il Ynoi** Bass-Begl. — 16. Altarie. Medoro : „De la morte
al fiero'< Quart. Begl. — 17. Sopranarie. Angelica: »M'empie di crudelta*
QuartBegl.— 18« Duett Angelica. Medoro : ^La mia morte non mi affanna*"
Quart. Begl. — 19. (Quintett. Angelica, Bradamante, Medoro, Atlante, Rüg-
giero: „Misere non 6*" Quart Begl. — 20« Sopranarie. Angelica:
„Sono ingrata, h ver*' Bass-Begl. mit Rit. — 21« Tenorarie. Ruggiero:
„Qual amante e quäl guerriero" Gross. Orch. Begl. — 22. Sopranarie.
Bradamante: „Quando 6 giudice" Quart. Begl. mit Rit. — 28« Tenorarie.
Atlante: „Si, pugnate^ Quart. Begl. mit doppeltem Chor. >- 84» Chor
der Tugenden : „ Se glorie cercate** Begl. des grossen Orchesters. — 25« Tenor-
arie. Ruggiero : „Meco venga geloso^ Bass-Begl. (di Bravura.) — 28« Sopran-
arie. Bradamante : „Quando piü non languir4*< Quart.Begl. — 27. Sopranarie.
Alcina : „Occhi miei^ Quart. Begl. — 28« Tenorarie. Atlante : „Per bear
la vostra brama'' Quart Begl. — 29« Sopranarie. Angelica: „Se vedrai del
sole"* Quart. Begl. — 90« Altarie. Medoro : „II Nocchier, che gi& yedc Quart.
Begl. (di Bravura.) — 31« Sopranarie. Angelica: „Dal mio sen passi** Quart
Begl. — 82. Duett Alcina. Bradamante : „Se ancor mi arma" Bass-Be^l. —
88« Duett. Angelica. Medoro: „Per bear i nostri amori** Orch. Begl.
— 84« Licenza. Felicita pubblica. Sopranarie mit Chor: „Neir augusto suo
sembiante** Orch. Begl.
Abschriften. Partitur und Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien.
AN. 52. B. 14. Die Partitur 282 Blätter in 3 eleganten Lederbänden und
Goldschnitt.
Beil. X. Opern. 310. 135
Anmerkung. Der volle Titel der Wr. Partitur lautet: „Angaiica,
vincitricediAlcina. Festa teatrale da rappresentarsi sopra la grande
Peschiera dell' Imperiale Favorita Solennizandosi la Felicissima e Gloriosa
Nascita di Leopolde, Arciduca d'Austria e Real Principe de las Asturias.
L'anno 1716. Poesia del Dottor Pietro Pariati. Musica del 6 i o. G i o s.
Fux con r Arie del Primo Balle. L'arie del Secondo Ballo di Nicola Matteis.
— Darsteller : A n g e 1 i c a, Regina del Catajo, Amante di Medoro — La Conti.
A 1 c i n a Maga, Amante di esso Medoro — La Scognians. Medoro, Africano,
Amante di Angelica — Gaetano. Bradamante, creduta Astolfo, Amante
di Ruggiero -^ Domenico. Ruggiero, prima Amante di Bradamante, e
poi d' Angelica — Borrosini. A 1 1 a n t e di Mauritania, Mago, e crednto Orlando
— Silvio. La Felicitäpubblica nella Maohina alla fine della Festa
— Giovanni.«
Gelegenheit zu festlichen Aufzügen, Verwandlungen, Gefechten und
Tänzen war genug gebothen, wie die weiteren Angaben hierüber in der
Partitur hinlänglich darthun. Dort heisst es : „Mutazioni di 8cene. Neil* Atto
Primo. Reggia magnifica incantata di Alcina. Sara tutta illuminata e si
vedra inalzata sopra le viscere di una ricchissima miniera d'oro e di pietre
preziose. NelFAtto secondo. Due Isole disabitate, orride e occupate da
divers! Mostri ferocissimi. Saranno separate da un Canale, ed in lontananza
si vedri un grande seno di mare ingombrato da molte navi, nel mezzo una
Rupe in forma di Scoglio, da cui usciranno molte fiamme. NeirAtto Terzo.
Veduta deir Isole fortunate tutte vagamente compartite di verdura e fiori,
e di trasparenze con orti pensili framerzate continuamente da molti Attori.
Nel prospetto vedrassi un'orrida rocca di Alcina ad uso di prigione.
Sparirä poscia la rocca suddetta e compariranno i Sacri Allori, continuan-
dosi la deliziosa veduta deir Isole Fortunate." Dann über die Tänze:
„Nel fine deir Atto primo. Ballo di Furie introdotto da Megera, e dai Cori
di Spiriti, e di Ombre infernal!. Nel fine deir Atto secondo. Combattimento
fra li Guerrieri di Ruggiero, e li Selvaggi, introdotto dal Coro delle Virtü
Eroiche. Nel fine dell' Atto terzo. Ballo di Cavalieri e d! Eroi, introdotti
da una Machina Trionfalc e da un Coro di Cavalieri e di Eroi.** — Das selten
gewordene Textbuch, das nebst dem Titel der Partitur auch: „L'anno
MDCCXVI" und den Drucker: »Vienna d'Austria, Appresso Gio. Van
Ghelen, Stainpatore d! 8. MaestÄ Ces. e Regia Catt."*. 51 Seiten enthält, hat
als Beigabe auch sechs gestochene Beilagen, erfunden und gezeichnet von
dem 2. Ing. Gio. Galli Bibiena, gestochen von F. Dietell in Wien, welche
folgende Scenen darstellen : 1. Veduta del Proscenio nella Festa Teatrale,
intitolata Angelica, Vincitrice di Alcina, 2. Regia magnifica ed incantata
di Alcina. 3. Isole orride disabitate occupate da divers! mostri per incanto
di Alcina. 4. Scoglio, che aprendosi lascia vedere un gran Mostro, il quäle
poscia sparisce, dividendosi in diversö navi. 5. Veduta deir Isole fortunate
con trasparenze deliziöse ed ort! pensili di Sacri Allori. 6. La Machina
trionfale, che porta la Felicita pubblica cortegiata da Cavalieri.*' Ich ver-
danke dieses l'extbuch der Güte des Herrn Th. G. von Earigan ; ausserdem
befindet es sich im Archive des Wien. Mus. Ver.
136
Beil. X. Opern. 311
Sil. Diana plaeata. Gomponimento da'Oamera. Teiei vom
i. Oueerture.
P
k
^
I r ,
Violint.
t
f
Pieiro Pariati.
Comp. 1717.
J
m
f
i
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^
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1" |r Er r |
2« Chor. Diener und Priesterinen der Diana: „Sagro di Cinüa** Quart.
Begl. — 8. Tenorarie. Agamemnon: „Par, ch' io vegga" Bass-Begl. —
4» Sopranarie. Ifigenia: »Viva di Cintia il raggio*' Quart. Begl. — 5. Altarie.
Achille: „Voi begrocchi* Quart. Begl. — 6. Sopranarie Eriiile: ^Faccia i
nodi« Quart. Begl. — 7. Sopranarie. Ajace: „Cosi con pari** Quart. Begl.
— 8«Tenorarie. Calcante : „Preparate de V alma** Bass-Begl.— 9. Sopranarie.
Ifigenia : „Finchö sola errando** Quart. Begl. — 10« Altarie. Achille : ^Fa
gran Dea** Bass-Begl. — 11. A 2. Erifile. Ajace : „Si mio ben** Orch. Begl. —
12. Chor : „Se cortese a noi** Quart. Begl. — 13. Tenorarie. Agamemnone:
„II colpevole son io^ Quart. Begl. — 14. Sopranarie. Ifigenia: .Poichö si
fa** Bass-Begl. — 15. Tenorarie. Calcante : «Hai di padre^ Quart. Begl. —
16. Altarie. Achille :\,Se di poter sperar** Quart. Begl. — 17. Sopranarie.
Erifile: »Bianca innocente** Bass-Begl. — 18. Sopranarie. Ajace: ^De tuoi
rai" Quart. Begl. — 19. Tenorarie. Agamemnone : „Perdona al genitor.**
Quart. Begl. ^20. A 2. Ifigenia. Achille: „Mirando la mia morte** Bass-
Begl. — 21. Chor : „0 nome glorioso*< mit Sopranarie (Licetiza) : „Si vedra
quel nome** Quart. Begl.
Abschriften. Partitur: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 52. C 8.
Ein Lederband mit 144 Blättern.
Anmerkung. Titel und Personenverzeichniss der Partitur der Hof-
bibl.: „Diana plaeata. Componimento da Camera. Per il Glorioso e feli-
ctssimo Nome di Elisabetta Cristina Imperadricc Regnante. L'anno 1717.
Poesia del Sig. Dottor Pariati. Musica del Sig. Gio v. Glos. Fux. Per-
sone, che cantano : Agamemnone R6di Micene — Sig. Silvio. I f i g e n i a
ed Erifile, figlie di Agamemnone — Sgra. Contini. Sgra. Schonjans. —
Achille, figlio di Teti e di Peleo, Rö di Tessaglia — Sig. Gaetano.
Ajace, Principe reale di Salamina — Sig. Giovanni. Calcante, Indo-
vino neir armata d6 Greci. — Sig. Borrosini. Coro di Ministri e di Sacerdo-
tesse di Diana. Coro di Vergini di Micene e di guerrieri.*"
Beil. X. Opern. 312.
137
SiS. Elisa. Festa teatrale per Mosioa. Poesia di Pieiro Pariati,
Comp. 1719.
y. Introduzione.
AUegro
Coro 1^. Violini.
hflU J-J
Trombe, Coro Primo.
Coro 2^.
i
i
^
i
t
t
rr'^1[.^lUrfl
/» c 2« C^o.
i« Coro,
2. Chor: „Viva Elisa^ Orch. Begl. — 3. Sopranarie. Elisa: »Quel noc-
chier** Quart BegL — 4. Tenorarie. Enea: „Richiamato da un labbro* Quart.
Begl. mit langem Rit. — 5. Bassarie. Jarba. : „Sinchö avr6 per mio" Quart.
Begl. mit Rit. (di Bravura) — 6. Sopranarie. Iride : „Vanta che del suo** Bass-
Bcgl. mit Rit. — 7. Altarie. Acate : „Voi pupille.** Quart. BegLmit Rit. —
8. Sopranarie.Venere: „Nel'alma d' ogni bella" Bass-Begl. mit Rit. — 9« Gros-
ser Chor : „Viene Imeneo fra voi** Quart Begl. — 10« Altarie. Imeneo: „Le tue
flamme** Quart. Begl. (di BraVnra) — 11. Sopranarie. Amore : „Me credendo**
Quart. Begl. — 12. Sopranarie. Elisa : „Fosca nube al sol** Bass-Begl. mit Rit.
— 18. Tenorarie. Enea: „Un vapor** Quart. Begl. mit Rit. (di Bravura).
— 14. Altarie. Acate: „Men fiera rimbomba*' Orch. Begl. mit Rit — 15. Bass-
arie. Jarba: „Anche in braccio** Quart. Begl. mit Rit. — 16. Altarie. Imeneo :
„Sovra il sasso** Bass-Begl. mit ^it. — 17. Sopranarie. Amore : „In quel, che
volg^ a me" Quart. Begl. mit Rit. — 18. Sopranarie. Elisa: „Se il destin**
Quart Begl. mit Rit (di Bravura.) — 19. Chor mit Amore und Imeneo : „An-
diamo, andiam**. — 20. Sopranarie. Iride : ,Se d'amore amante.** Quart. Begl.
mit Rit. (di Bravura).— 21. Duett. Venere. Acate : „Non mi doni la speranza.**
Quart. Begl. mit Rit (di Bravura.)— 22. Grosser Poppelchor mit Jagdhörnern.
„Qui di Cintia« Orch. Begl. — 28. Sopranarie. Venere : „Quanto piü affretta**
Biiss-Begl. mit Rit — 24. Sopranarie. Venere : „Nel passar da un laccio**
Quart. Begl. mit Rit. — 25. Duett. Elisa, Imeneo : „Avvampar di un nuovo**
Bass-Begl. mit Rit. — 26. Schlusschor: „Un di piü felice** Orch. Begl.
— 27. Licenza. Sopranarie: „Di un giomo tanto illustre" mit Chor.
Orch. Begl.
Ausgabe. Partitur: A. Amsterdam, chez Jeanne Roger. „Elisa,
Festa teatrale per Musica, rappresentata nel Giardino Imperiale Favorita
per il Felicisskuo Giorno Natalizio della Sacra Ce^. e Catt. Reale Maesta
di Elisabetta Cristina, Imperadrice Regnante, per Commando della Sacra
C. e Catt. Real Maestä di Carlo VI. Imperador de Romani sempre Augusto.
Poesia di Pietro Pariati. Poeta di S. M. Ces. e Catt. Musica di Giov.
GioseppeFux Maestro di Capeila. '^ Schöner Kupferdruck. Das Exemplar
Beil. X. Opern. 313.
139
S13. Psiohe. Oomponimento da Oamera per mnsica. Poena di
Ap. Zeno.
Comp. 1720 — 1722.
/. Ouvertüre.
AUegro,
Menuett.
P'H^ ^ \^j^
2« Coro di grazie ed amori: .Grazie ed Amori'' Quart. Begl. — 3. So-
pranarie. Venere: „Madre d'Amor." Quart. Begl. — 4« Altarie. Mercurio:
^Donna giä fresca^ Quart. Begl. — 5. Sopranarie. Venere : „Mirti e Rose**
Quart. Begl — 6. Cbor: „Bella Psiohe** Quart. Begl. — 7. Sopranarie.
Psiche: „Ardo, per chi non so"* Bass-Begl.— 8* Sopranarie. Amore: „S'ami,
Chi t'ama^ Quart. Begl. — 9« A 2. Amore. Psiche: »Non ti accenda** Bass-
Begl. — 10« Altarie. Mercurio : „Vedrö senza furor* Quart. Begl. — 11. So-
pranarie. Orgia: „ün marito ebbi* Quart. Begl. — 12. Altarie. Doleria:
»Dovunque striacia** Quart. Begl. — 18. Sopranarie. Orgia: „Luce e guida."
Quart. Begl. — 14. Sopranarie. Psiche : „Si, ch'egli 6 amor.« Quart. Begl.
— 15. Sopranarie. Venere : „Pur sei giunta** Quart. Begl. — 10. Sopranarie.
Psiche : „Nulla paventa** Quart. Begl. — 17. Altarie. Mercurio : Fier guar-
do** Quart Begl. — 18. Sopranarie. Venere: „Figlio audace.** Bass-Begl.
mit Schlusschor. — 19. Bassarie (siil stile di Madrigale). Giove. „Lascia la
spoglia** Quart. Begl. und Chor.
Abschriften. Partituren: a) Composition von Fux und Caldara.
In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 52. C. 1. Ein Lederbaüd mit 166
Blättern. (Die Da capo der Arien ausgeschrieben.) — bj Composition
durchaus von Fux. Ebendaselbst AN. 52. B. 17. Ein Lederband mit 121
Blättern (Die Da Capo nicht ausgeschrieben.) — c^ Im Wien. Mus.
Ver. (Rudolfinum). 13599.
Anmerkung. Titel und Personenverzeichniss der Partitur: aj der
k. k. Hofbibl. ,,P8iche. Componimento da Camera per Musica per il nome
gloriosissimo della S. Ces. e Catt. Real MaestÄ di Elisabetta Cristina Impe-
radrice Regnante. L'anno 1720. Poesia di Apostolo Zeno. Musica di
Giov.Gios. Fux edi An t Caldara. Interlocutori : Venere — La Conti.
Amore — Domenico. Psiche — - La Schonjans'. Mercurio — Casatti.
Doleria,Orgia, Sorelle di Psiche — D. Giulio, Giovanni. Giove — Praunn.
Cori.** — Nach dem Schluss der Arie n. 14 steht: Segne Musica di
140
Beil. X. Opern. 314.
Ant. Caldara. —Der Titel der Partitur b) der Hofbibl. lautet: „Psiche
Componimcnto da Camera per 11 gloriosissimo giomo natalizio di Carlo VI
Imperador de Romant Sempre Augusto. L'anno 1722. La Poesia ö del Sigre.
Apostolo Zeno, Poeta ed Istorico di S. M. C. e C. La Musica 6 del
Sigre. Giov. Gius. Fux, Maestro di Capp. di S. M. C. e C.«
3i«. Le Nozze di Aurora. Festa teatrale per musica. Text ixm
1. Sinfonia.
Allegro,
Clarini e Trombonu
P. Pariati.
Comp. 1722.
Allegro,
ei
i
t
t
^
t
t
(Prologo.) 2. Corodi piaecri : „Nuncia di gaudio** Orch.Bcgl.— 3« Sopran arie
Iride: ^Voi dal ciel" Quart. Begl. mit Chor. — 4. Coro di Fati: „Si, si o Pi-
aecri" Quart. Begl. — 5« Sopranarie Iride: „Alme grandi* Quart. Begl.
Chor rcpl. f Act L) — 6« Sopranarie. Mercurio : „Son per te" Quart. Begl. —
7. Altarie. IMtone: „Toglieste a me" Quart Begl. — 8. A 2. Amore. Imeneo :
„Geni eroici" Bass-Begl. — 9, Chor: „Nel foco de le stelle** Quart. Begl.
wechselnd mit Duo B. — 10. Tenorafie. Giove : „Amor non 6 contento**
Quart. Begl. — 11. Bassarie. Destino: ^Quando si ama** Quart. Begl. —
12. Chor: „Ove il destin parlö.* Quart. Begl — 18. A 4. Aurora, Diana, Gio-
ve^ n Destin: „Si, trionii Amor" Quart. Begl. — 14. Altarie. Diana: „Tender
lacci^ Orch. Begl. — 15. Sopranarie. Giunone : „Tu fosti egual^ Quart. Begl.
— 16. Sopranarie. Aurora: „Soldai cenni« Quart. Begl. — 17. A 2. Amorc
Imeneo: „Si speriamo** Bass-Begl. — 18. Chor: ,Di amor gli eccelsi« Quart.
Begl. mit Tänzen. (Act IL) — 19. Bassarie. II Destino: „Per formarla* Quart.
Begl. — 20. Chor a 5 : „Sü, sü voi trombe« Quart. Begl. — 21. Tenorarie. Gi-
ove: „Vanne a la Diva* Quart. Begl. — 22. Sopranarie. Mercurio: „AI suo
amato* Quart. Begl. — 28. Altarie. Titone: „Ardenti sospiri*« Quart.
Begl. — 24. Sopranarie. Amore: „L'arte di ben amar** Quart. Begl. und Chor
— 26.Chor: „Le vaganti farfallette" Quart. Begl —26. Sopranarie. Aurora
„Se chiedi al pino" Orch. Begl. (Tiorbe). — 27. Sopranarie. Giunone: ^Se ti
opponi« Quart. Begl.— 2S. Altarie. Diana: „lo so, ch'esulta« Orch. Begl. (Vcllo)
— 29. Coro di Coribanti : „Casti e innocenti amori*' Quart. Begl. — 80. A 2.
Aurore, lltone : „Tu sei Talma" Bass-Begl. mit Rit. und Chor, — 81. Licenza.
Sopranarie. Aurora: ,, Aurora di qu^l" Bass-Begl. mit Chor und Tänzen.
Beil. X. Openi. 315.
141
Abschriften. Partitur: a) In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 52.
B. 18. Zwei Lederbände mit 213 und 194 Blättern. — b) Im Wien. Mus.
Ver. (Rudolfinum). 13593. — Stimmen : In der k. k. Hofbibl.
An m e r k u n g. Titel und Personenverzeichniss in der Partitur der Hof-
bibl.: „LeNozzedi Aurora. Festa teatrale per musica da rapprescntarsi
neir Imperial favorita per comando della Sac. Ces. e Catt. Reale Maesta dl
Carlo VI Imperador de Komani Sempre Augusto per le felicissime Nozze
de Serenissimi Priucipi Maria Amalia Arciduchessa d'Austria e Carlo
Alberto, Principe Elettorale di Baviera. L'anno 1722. La poesiadi Pariati
Poeta di S. M. C. e Catt. Musica di Giov. Giosi Fux, Maestro di Capp. di
S. M. C. e Catt. — Cantano: Nel Prologo. Iride — La Schulzin. Coro di
Piaceri. Coro di Fati. — Nella Festa. Giove — Borrosini. Giunone —
Giuseppino. Aurora — La Schoonjans. Titone — Gaetano. Diana
— La Anna Ambreville. I m e n e o — Casati. A m o r e — Giovanni. M c r c u r i o
— Domenico. Destino — Praun.**
S16. Costanza e Fortezza. Festa teatrale. /w«m di Pietro
Pariati.
Comp. 1723.
/. Sinfottia.
m
Violini.
\ ^mt
ffTfW'
T=F
^
nt^rr^ll
(Act I.) 2« Chor der Etrusk. Soldaten : „Ceda Roma" mit Duett des
Tarquinio und Porsenna — von Valerio und Erminia. — 3. Chor der Tiber-
nymphen : ^Roma non paventar** — 4t. Chor der Flüsse und der Tiber :
„Spera, spera o Roma.** — 5« Tenorarie. Tevere : „Vesta adora" Quart. Begl.
(Schliesst mit Chor 3.) — 6» Sopranarie. Tarquinio: „AI magnanimo leone**
Quart. Begl. — 7. Altarie. Porsenna: „Se regna in su« Bass-Begl mit Rit.
— 8. Chor des Volkes: „Lodi a Vesta** Quart. Begl. —9. Sopranarie. Erminia:
„Lieto i* tomo" Quart. Begl. — 10« Sopranarie. Valeria : „Pensa, che foste e
sei« Quart. Begl. — 11. Bassarie. P. Valerio: „Padre son, ma figlio** Quart.
Begl. — 12. Altarie. Muzio : „Farö che per un poco" Quart. Begl. — 18. Te-
norarie. Orazio: „Non ö solo Orazio** Orch. Begl. und Chor der Römer. —
14. Altarie. Clelia : „Non mi resta da sperar* Quart. Begl. — 15. Chor des
Volkes: „Gran Diva possente** Orch. Begl. Tänze der Salier und Chöre. (Act
II) — 16. Sopranarie. Erminio: „Vaghi al pari.** Quart. Begl.. — 17. Chor der
Etrusker: „Vivi eterno e vinci** Quart. Begl. — 18. Duett. Valeria, Muzio:
142 Beil. X. Opern. 316.
„Parto, ma forse, o Dio!" Bass-Begl. und Rit — 19, Chor der Etnuker:
„Morte al traditor** Quart. Begl. — 20. Sopranarie. Yaleria: ^Salda ho Talma**
Quart. Begl. — 21. Sopranarie. Tarquinio : „Con il regno, pria si" Quart^Be^l.
22. Chor der Etruaker : „Pari non ha di lui« Quart. Begl. — 28. Altarie. Por-
senna:„Pannigia, ch'iovegga« Quart Begl. — 24. Bassarie. Valerioi^Prima,
che mai* Bass-Begl. — 25. Altarie mitVioloncellsolo. Valeria: „Saprei morir*
Quart. Begl. — 26. Tenorarie. Orazio: „Questo ferro a te« Orch. Begl. —
27. Chor der Soldaten: „Fausto a noi« Quart. Begl. Tänze mit Chor. —
(Act III.) 28. Sopranarie. Tarquinio : „Cambia in fulmine« Quart. Begl. —
29. Altarie. Clelia: „Con la scorta del maggior** Quart. Begl. — 80. Sopran-
arie. Erminio : „Per amar con piü« Bass-Begl.— 81. Chor der Gärtner : „Sorgra
l'Alba" Quart. Begl. — 82. Sopranarie. Valeria: „A te il mio amor** Quart.
Begl. — 88. Tenorarie. Orazio : ^Quarda Orazio* Quart. Begl. — 84. Altarie.
Muzio: „Mal brama il Regno" Quart. Begl. — 85. Altarie. Porsenna: „Sia
felice in me Tamor« Orch. Begl. — 86. Chor der Etnisker: Pace si brama*
Quart. Begl. — 87. Bassarie. Valerie : „Sei nocchier, che puö* Quart Begl. —
88. Chor der Etnisker : »Pace, Porsenna, pace* Quart. Begl— 89. Chor der
Römer: „Guerra, giierra Valerie* Orch. Begl. — 40. Chor: j|,Al Romano genio
invitto* Quart. Begl. — 41. Licenza. Altarie : „Tal tu sei« Bass-Begl. mit
Chor. Tänze mit Chor.
Abschriften. Partitur: a) In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 52,
Ö. 2. 3 Lederbände mit 432 Blätter. — h) Im Wien. Mus. Ver. (Rudofinum).
13592. — Stimmen: In der k. k. Hofbibl.
Anmerkung. Die Partitur- Abschrift hat folgenden Titel, nebst
Sängerverzeichniss und Angabe der Decorationen und Tänze: „Costanza
eFortezza, festa teatrale per musica da rappresentarsi nel Reale Castello
di Praga per il felicissimo giorno natalizio della Sac. Ces. Catt. Reale
Maestä di Elisabetta Cristina, Imperadrice regnante, per commando della
Sac. Ces. Catt Reale Maestä di Carlo VI. Imperadore de Romani sempre
Augusto. L'annol723. LaPoesiadi Pietro Pariati, Poetadi S.MBta.Ces.
e Catt. La Musica di Giov. Gios. Fux, Mstro. di Cappella di S. M. Ces.
e Catt" — Attori. Publio Valerie Publicola — Praun. Por-
senn a , Rö di Etruschi, amante di Valeria — Gaetano. TitoTarquinio,
figliuolo di Lucio Tarquinio detto il Snperbo, amante di Clelia — Do-
menico. Valeria,figliuola di Publio Valerie, amante di Muzio e destinata
sua sposa — La Borrosini. Clelia, Nobile Vergine Romana, amante di
Orazio — La Ambreyille. Orazio amante di Clelia — Borrosini. Muzio,
amante di Valeria, e destinato suo sposo — Casati. Erminio,
figliuola di P. V. amante di Clelia — Carestini. II Fiume Tevere. II
Genio di Roma — Borghi." — Mutazioni. Nel Atto Primo. Grande Cam-
pagna attraversata dal Fiume Tevere, sopra del quäle il Ponte Sublicio.
Da una parte Tempio di Vesta, magnificamente adomato, e diverse vedute
diRoma in lontano. Dall'altra Palazzo suburbano de Tarquinj in molti
luoghi diroccato. Bosco ed il Gianicolo occupato dall' esercito degli Etru-
schi. Neil Atto secondo. Accampamento delPEsercito Etrusco sotto Roma.
Beil. X. Opern. 316.
143
Qnartiero Reale con li sontuosi Padiglioni di Porsenna e di Tarquinio.
Neir Atto terzo. Giardini Reali de' Tarquini nel Gianicolo. Macchine. NelV
Atto primo una grande massa di aque, che si ateä dal letto del Fiumc
Tevere, e che poi disciogliendosi, lascia comparire la Reggia del medesimo
Flame. Nel iine una Grotta, la quäle poi si cambia in un grand' ArcoTrion-
fale consecrato ^1 Genio di Roma. — Balli. Nel fine deir Atto primo.
Ballo di Salij o sieno sacerdoti di Marte con la Costanza Romana ed il
Valore degli Etruschi. Nel fine deir Atto secondo. Ballo di Aruspici Tos-
cani con la Fortezza Romana e T Amore della Gloria. Nel fine deir Atto ter-
zo. Ballo diDeiPcnatidi Roma con l'Amore della Pace e la Publica Felicita.**
— Das Textbuch (gedruckt 4« Vienna d' Austria appresso Gio. Pietro Van
Ghelen 1723, 52 Seiten im Wien. Mus. Ver. Archiv) enthält die Com-
parsen: „Littori, Soldati Romani. Guardie Reali con Porsenna. Soldati
Etruschi. Cavalieri Romani. Nobili Etruschi, capi dell' esercito. Guastatori
Romani. Popolo Romano. Paggi con Porsenna. Paggi con Valeria. Paggi
con Clelia. Ninfe col Fiume Tevere. Fiumi con il medessimo.« Die Deco-
rationen im ersten, zweiten und dritten Acte, sowie die Maschinerien im
ersten Acte, und am Schlüsse waren von der Erfindung des ersten kais.
j,Igegnere teatrale Giuseppe Galli Bibiena^. Die Tänze am Schlüsse des
ersten, zweiten und dritten Actes waren erfunden von den kais. Ballet-
meistern Pietro Simon Levassori della Motta und Alessandro Phillebois.
Endlich heisst es noch im Programm: „II tutto fü assistito dalla puntuale
ed esatta diligenza del Sgre. Giov. Voligango Heimerl, attuale Impresario
delli divertimenti teatrali di S. M. C. e C." Beigegeben sind folgende
6 Illustrationen in Grossfolio, Zeichnung von Bibiena, Stich von Birikant in
Prag, Christ. Dietl und H. Martin in Wien : 1. Teatro e Proscenio della fq^ta
teatrale intitolata Costanza e Fortezza rappresentata nel Real Castello di
Praga V anno 1723. — 2. Der Grundriss des Theaters. — 8« Parte laterali
del Proscenio, le quali corrispondono a tutto V anfiteatro. — 4* Grande
Campagna attraversata dal Fiumc Tevere col Ponte Sublicio in Vicinanza
di Roma ecc. — 5« a) Gran Massa d' acque, che s' inalza dal Tevere e poi
si cambia nella bj Reggia del Tevere. c) Magnifica Grottesca, che poi si
cambia in un dj Grand arco trionfale del Genio di Roma. — 6« Accampa-
mento deir Esercito Etrusco sntto Roma.'' — Denkt man sich hiezu die
glänzendste Beleuchtung und die reichsten Costüme , so hat man eine -an-
nähernde Vorstellung der bei diesem Feste entfalteten Pracht.
Sie. Giunone placata. Festa teatrale per musica. Text von?
Comp. 1725.
Grave e Largo,
1
*
^
^^^
144
Beil. X. Opern. 317.
2* Sopranarie. Venere ; „Non pensar« Quart. Begl.— 8. Altarie. Giove:
„Arder po8so<* Quart. Begl. — 4« Sopranarie. Venere: „Agli amanti.* Quart.
Begl.— 5« Altarie. Giove. : „Quando piü** Basß-Begl.— 6« Bassarie. Mercorio :
„Quando cerca** Quart.Begl. — 7. Bassarie. Mercurio : „Son perdute" Quart.
Begl. — 8« Coro di Dei j ^Di Saturno" Quart. Begl. — 9. Coro di Aurett« :
„La Regina de Lampi*< Quart. Begl. — 10. Sopranarie. Venere : „ A placare
una superba" Quart. Begl. — 11. Altarie. Giove. : „Una Orgogliosa« Quart.
Begl. — 12. Sopranarie. Giunone: „lo non potea soflfrir.*" Quart Begl. —
13. Sopranarie. Giunone: »Ruscelletto, che*. Bass- und Vcll.-Begl, —
14. Bassarie. Mercurio : „ Arde, tacer*^. Quart.Begl. — 15. Sopranarie.Giunone :
„Un candido seno" Quart. Begl. — 16. Sopranarie. Venere: „Dovrian tuttl"
Bass-Begl. — 17. A 2. Venere. Giunone: „Quanto tarda 6" Bass-Begl. —
18. Sopranarie. Giunone : „Lungi n' andrö" Quart. Begl. — 19. Altarie.
Giove : „Per regnar** Quart. Begl. — 20. Sopranarie. Giunone : ^Tutto il
bei**. Bass- und Schalmei-Begl. — 21. Chor: „Tu gran norae** Quart.Begl.—
22. Sopranarie. Licenza. Giunone : „De le sfere*' Bass-Begl. und Chor.
Abschriften. Partitur: aj In der k. k. Hotbibl. in Wien. AN. 52.
C. 3. Ein Lederband mit 200 Blättern.— bj Im Wien. Mus-Ver. (Rudolfinum).
13594. — Stimmen: In der k. k. Hofbibl. in Wien.
Anmerkung. Titel und Personen verzeichniss der Partitur der Hof-
bibl. :„Giunoneplacata. Festa teatrale per musica da rappresentarsi ncll '
Imperial Corte per il glorioso e felicissimo nome della S. Ces. e Catt. Real
Maestä di Elisabetta Cristina, Imperadrice Regnante, per comando delU
S. Ces. e Catt. Real Maesta di Carlo VI Imperador de Romani Sempre
Augusto. L'anno 1725. La Musica di Gios. Fux. Maestro diCapp. di S. M.
C. e C. — Personaggi: Giove — Gaetano. Giunone — La Faustina.
Venere — La Schonnians. Mercurio — Praun. Corotli Dei con Giove.
Coro di aurette con Giunone. La sccna ö le reggia di Giove.*"
s 1 9. La Corona d' Arianna. Festa teatrale. Text von p. Pariati.
Comp. 1726.
i, Sinfonia. Lnrghetto.
Clarini.
m
2. Chor der Amoretten und Grazien: ^Or che splende" Quart.Begl.
8. Chor derTritonen und Nereiden : „Con la speme di goder* Orch.Begl.
4. Chor der Nymphen und Hirten: „Quanto piü acerbo". Orch.Begl. —
Beil. X. Opern. 317. 145
5* Altarie. Teti: ^Son quäl Cerva*^ Quart. Begl. — 6* Sopranarie. Venere:
^Spera e taci*' Quart. Begl. ~ 7* Sopranarie. Arianna: „Fanno i miei'<
Quart.Begl. — 8. Bassarie. Simardo: „Se lafiglia" QuartBegl. — 9* Tenor-
arie. Asterio : „Con V amor mi contrasta** Bass-Begl. — 10* Chor von Naxos:
„Viene a noi* Quart. Begl. — 11, Söpranarie. Venere : „Qnesti o Teti**
Quart. Begl. und Chor. — 12. Altarie. Bacco: „Con piacer io** Quart.Begl.
— 13. Sopranarie. Venere: ^Spira intomo**. Quart. Begl. — 14« Chor der
Grazien. „Fa come Tape** Quart. Begl. — 15. Altarie. Teti. „Se fino ad
ora** Quart. Begl. — 16. Altarie. Peleo. „Questa h la fida auretta**, Quart.
Begl. — 17* Bassarie. Simardo. „Di al tuo amor** : Quart.Begl. — 18. Sopran-
arie. Arianna : „Se mel rende un fido" QuartBegl. — 19« Tenorarie. Asterio.
»Parto si** Quart. Begl. — 20. Duett. Arianna, Bacco : „Non merta un tra-
ditor« Quart. Begl. — 21. Sppranarie. Venere : „Come la vaga Aurora**
Bass-Begl. — 22* Chor der Grazien: „Di vostra Kberti** Quart-Begl. mit
Tänzen. — 28. Altarie. Teti : „Hai presente il ben** Quart. Begl. — 24. Alt-
arie. Peleo: „Chi di Febo** Quart. Begl. — 25. Bassarie. Simardo: „La
vergogna, V invidia" Quart. Begl. — 26* Chor der Grazien. „Tradisce il suo
piacer''. — 27. Sopranarie (mit Echo): Arianna. „B tuo cor dimanda*' Bass-
Begl. mit Rit. — 28. Sopranarie. Venere : „Ne lo sdegno.* Quart. Begl. —
29. Altarie. Bacco: „Di, che Tamo** Quart. Begl. — 80. Tenorarie. Asterio:
„La vampa del mio seno**. Quart. Begl. — ftl, Chor der Nereiden: „La
speme degli amanti'' QuartBegl. — 82. Altarie. Peleo: „Poiche il veggo*'
Quart.Begl.— 88* Altarie. Bacco : „Piü non empia** Quart.Begl.— 84. Sopran-
arie. Arianna: „Sotto il verde amico^ Quart. Begl. — 8& Chor der Grazien
und Amoretten : ,,0 voi, che amando**. — 86* Licenza. Sopranarie : „Porte-
ranno a te** mit Chor und Tanz.
Abschriften. Partitur: aj In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 52.
C. 4. 383 Blatter in 2 Lederbänden, bj Im Wien. Mus. Ver. (Rudolfinum).
13597. — Stimmen: In der k. k. Hofbibl.
Anmerkung. Der vollständige Titel und dasPersonenverzeichniss in
der Mpt. Part, der Hofbibliothek lauten: ,,La Corona d'Arianna. Festa,
teatrale per musica da rappresentarsi nel giardino dell' Imperial Favdrita,
festeggiandosi il felicissimo giomo natalizio della Sac. Ces. e Catt. Reale
Maestä di Elisabetta Cristina, Imperadrice Regnante per Comando della
Sac. Ces. e Catt. Reale Maest4 Carlo VI, Imperadore de* Romani sempre
Augusto. L*Anno 1726. LaPoesia ö di Pariati. Poeta di S. M. Ces. e
Catt. La Musica 6 diGiov. Gius. Fux, Maestrodi Capp. di S.M.C. e Catt.
Personaggi :Venere — La Conti. Teti —La Perroni. Arianna, figliuola
di Mino88e,^Rö di Creta — La Schoonians. Bacco, figliuolo di Giove e di
Semele — Gaetano. Peleo, principe di Tessaglia — Pierino. Simardo,
principe di Nasso — Praun. A s t e r i o,ambassiatore di Minosse — Borrosini.*
— Nach dem Textbuche (Viennad' Austria Appresso Gio. Pietro Van Ghelen,
4» 172G. 48 Seiten im Wien. Mus. Ver. Arch. waren j„Cori di Grazie
e di Araori con Venere ; di Nereidi e Tritoni con Teti; di Ninfe e di Pastori con
Köche I, J. J. Fux. K
146
Beil. X. Opern. 318.
Arianna; diBaccanti e di Sileni con Bacco, di Abitator! di Nasso." Ausser-
dem viele Comparsen. Die Decorationen erfanden von Bibiena, die T&nze
von S. P. Levassori de la Motta und Philebois, die Musik zu den Tänzen
▼on Nie. Matteis, kais. Instrumentalmusik-Director.
8l§. Enea negli Elisi, owero II tempio dell* Eternits. Festa
tdatrale. Text von Meiastasio.
Comp. 1731.
i. Sinfonia,
Andante.
^m
Violinü P^
-r f fP <
4
w
' \P i
1
i
i
t
i
?
^
1
2* Sopranaric. Deifobe : ^Tu vedrai fra quelie" Quart. Begl. — 8. Alt-
ane. Enea. «Non merita rigor* Quart Begl. — 4. Chor. ^.Mai sul Gange'
Quart. Begl. ~ 5. Sopranarie. Eternits : ^^Nasce in un giorno* Quart. Begl
— 6* Bassarie. II tempo: „Tutto cangia.*^ Quart. Begl. — 7* Sopranarie.
La gloria: «Chi nel camin d'onore«* Bass- und Clar.-Begl. — 8* Sopranarie.
Lavirtü: „Tu vedrai, che virtü** Quart. Begl. — 9* Chor: „Qual astro**
Quart. Begl. — 10* Sopranarie. La gloria : ^Leon di stragi altere" Quart
Begl. — !!• Sopranarie. L'etemit&: „A legnar dal Cielo'* Quart. Begl. —
12* Sopranarie. La virtü: ,,Che bell'amar' Quart. Begl. — 18. Bassarie.
11 tempo: «Dali' arte amica'* Quart. Begl. — 14. Sopranarie. La gloria:
,,Non sien de pregi* Quart. Begl.— 15* Sopranarie. L'etemiti: «Tal credo
in cielo** Quart Begl. ~ 16. Doppelchor: „Dir che ne lumi" Quart. Begl.
— 17* Altarie. Enea: „MiUe cose in un**. Bass-Begl. — 18« Tenorarie. An-
chise: «Non t*arrossir*< Quart Begl. — 19« Sopranarie. Deifobe: „0 come
spesso*" Quart. Begl. ~ 20« A 2. Deifobe. Enea: «Quando ia serpe** Quart.
Begl. — 21. Chor: „Nasca Elisa^ Quart Begl und Ballet
Abschriften. Partitur: a) In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 52
0. 6. 2 Lederbände mit 110 und 148 Blättern. - bj Im Wien. Mus. Ver.
(Rttdolfinum) 13595. — Stimme n : In der k. k. Hofbibl.
Anmerkung. Titel und Personen verzeichniss der Partitur der k. k.
Hofbibliothek: „Enea negli Elisi owero II Tempio deirEternita.
Festa teatrale per musica da cantarsi nel giardino deir Imperiale Favorita,
festeggiandosi il felicissimo giomo patalizio della S.Ces.eCattRealMae8ta
di Elisabetta Cristina, Imperadrice Regnante, per Comando della S. Ces. e
Catt. Real MaestA di Carlo VT. Imperador de Romani Sempre Auguste.
L*anno 1731. La poesia di Abbate Pietro Metastasio Poeta di S. M.C. e
Beil. X. Partite. Ouvertüren. 319. 330.
147
Catt. La MuBica di Gio. Gios. Fux, Maestro di Capp. d! S. M C. e
Catt Interlocutori : D e i f o b e ~ La Schonians. E n e a — Gaetano. L* £ t e r-
n 1 1 a — Domenico. LaGloria— La Holzhäuser. L a V i r t ü. — La Schnautz.
II Tempo — PrauD. L*ombra di Anchise — Borghi. L*ombra di Lino
— Giovanni. L^ombra d'Orfeo — Preyer. Coro di loro seguaci.'' — Das
Teztbnch erschien mit dem Titel der Partitur: „In Vienna appresso Gio.
Pietro Yan-Ghelen 1731 in 4«, 28 Seiten. (Allacci Drammat. p. 298) and
befindet sich im Wien. Mus. Ver. Archiv. Nach demselben waren die
Decorationen von Gius. Galli Bibiena, die Tänze von Aless. Philebois und
Simon Pietro Lavassori della Motta; die Mnsik zn den Tänzen von Nie.
Matteis.
X. Partite. Ouvertüren.
SlO. Partita a 3. Für 2 Violinen und Bass.
if Iniroduzunie.
mn^TTi
Viol 2».
2. Contrafattrice C . 3. Menuett mit Trio '4. 4. Bourrde 0 .
S. Gigue ^g.
Abschriften. Partitur: L.Köchel, lOPartite n.l. — Stimmen: Im
Wien. Mus. Ver. Arch.
Sto. Partita (Sonata) a 3: Fflr 2 Violinen und Bass.
i. Andante.
i
i
yty r\
Violino /•.
2. Sarrabande 's* 3. PoBsacaglia \.
Abschriften. Partitur: L. KOchel, 10 Part, a 3n. 2. — Stimmen:
a) Im Wien. Mus. Ver. Arch. — h) Im Stifte Rremsmttnster (mit Orgel).
Anmerkung. Auch zum Septett erweitert. Vgl. Part. SSV.
K*
148
Beil. X. Partite. Ouvertüren. 321—324.
Stl. Partita a 3. Ffir 2 Violinen und Bass.
i. Entrata in Canone.
2. II Menuette \. 3. Rondo %.
Abschriften. Partitttr: L. KOchel, 10 Part, a 3 n. 3. — Stimmen
Im Wien. Mus. Ver. Arch.
S«t. Partita a 3. Ffir 2 Violinen und Basa.
■
i. Ouvertüre.
ifi^i^r'f'r
2. Menuett mit Trio '%. 3, Siciliana \. 4. Giga %.
Abschriften. Partitur: L. Köchel, 10 Part. n. 4. — Stimmen: Im
Wien. Mus. Ver. Arch. *
StS. Partita a'3. Ffir 2 Violinen und Baas.
1. Lea Combattans,
2. Lea vainqueurs ^9. 3. Perpetuum mobile 'f 4. Menuett.
S. Rigodon 0 .
Abschriften. Partitur: L. KOchel, lOPart. a 3 n. 5. -> Stimmen:
Im Wien. Mus. Ver. Arch.
St«. Partita a 3. Ffir 2 Violinen und Bass.
i. ^lemanda.
I f C i^^^^ toi^
2. Bourrde 0 . 3. Äria C . 4. Gavotte 0 . tf . Gigue •©.
Beil. X. Partite. Ouvertttren. 325—327.
149
Abschriften. Paiütur: a) L. Köchel, 10 Part. a3ii.6. — 6> Inder
kath. Hofcapelle in Dresden. (Sehr. II, Fach IV, Lage 3. Trio no. 2). ~
Stimmen: Im Wien. Mus. Ver. Arch,
n%tk. Partita a 3. Für 2 Colinen und Yioloncell.
1. Inirada.
2. Andante C « 3. Allegro viv- '%. 4. Aria C • S. Bourräe *4.
S. Menuett \. 6. Sicüiana \.
Abschriften. Partitur: L. Köchel, 10 Part a3. n.7. — Stimmen:
Im Wien. Mus. Ver. Arch.
8*6. Partita a 3. Für 2 Violinen und Baas.
/. Vivace,
r.arpj^/itr,..£££]
2. Adagio 's- 3. Allegro C . 4. Allemande C . S. Sarabande 'f
6. Gigue ••g.
Abschriften. Partitur: L. Köchel, 10 Part. a3n. 8. — Stimmen:
Im Wien. Mus. Ver. Arch.
Anmerkung. Dieselbe Composition ist auch zum Quartett und
Septett erweitert Wien. Mus. Ver. Arch. n. 23339 (2. 7.).
StV. Partita a 3. Für 2 Violinen und Bass.
i. Allegro.
2. Menuett. 3. Siciliaa ^%. 4. Contretempa 's- ^* Menuett.
Abschrfften. Partitur: L. Köchel, lOPart a 3 n. 9. - Stimmen:
Wien. Mus. Ver. Arph.
150
Beil. X. Partite. Oavertüreu. 328—331.
St§» Partita a 3. ^^ ^ Violinen und Bass.
1. Intrada.
Aüo.
jfjfi^ ^
rmp^
I
^^
^
2. Menuett. 3. Bourrie 0 . 4. Rondo 0 . S. Gigue ^9.
Abschriften. Partitur: L. Köchel, lOPart a 3 n. 10. >- Stimmen
Im Wien. Mus. Ver. Arch.
StO* Oanzon a tre. Für 2 Violinen und Bass.
i. Camon.
Tempo ffiusto, ^
2. Äria capricciosa '%. 3, Menuett \. 4. II Libertino 'g. 5. Gigue
a la Siciliana ^s*
Abschriften. Partitur: L. Köchel. —Stimmen: Im Wien. Mus.
Ver. Archiv.
SSO» Sinfonia a 3. Pfif 2 Violinen und Bass.
i. Adagio.
ii'""v~fej.o]j^ir[^f ff?i-^> M
2. Vivace G . 3. Largo 'f 4- Presto 0 .
Abschriften. Partitur: KöcheL — Stimmen: Im Stifte Krems-
münster. H. 36. 364.
SSI* Sinfonia a 3. ^^ 2 Violinen und Bass.
i. Turcaria.
$
m
t
-g-
^^
K^^j^rrrrrr.v
Beil. X. Partite, Oaveriüren. 332. 333.
151
2. Passacaglia And. \. 3, Janiischara 0 . 4, Posta Turca.
Abschriften. Stimmen : Im Stifte Kremsmünster. H. 36. 363.
Anmerkung. Ganz abweichend, selbst für einen, musicalischen
Scherz, yon der Schreibweise des J. J. Fox. Zweifelhaft.
SS«. Sinfonia a 4 zu O. Bononcini's Froteo sul Reno. Fflr
2 Yiolineni Viola, Bass.
Comp. 1703.
Presto. _ Andante.
IL ^l^" ''l'u'r^l
Abschriften. Partituren: aj In der k. k. Hofbibl. Proteo sul Beno.
AN. 49. A. 51. — b) Wien. Mus. Ver. Arch. — Stimmen : Ebendaselbst.
(Part. K.)
Anmerkung. Die Partitur der Operette in der Hofbibl. hat die Auf-
schrift: „Proteo sul Reno. Poemetto drammatico. Nel giomo del Nome
della S. R. Maesti Giuseppe I. Poesia dal P. Ant. Bemardoni. Musica di
Giov. Bononcini. Comp. Tanno 1703.^Hierauf ist bemerkt: „Sinfonia a 4
dal Sgr. Giov. Gius. Fux.«
SSS* Ouvertüre zur Oper „Oostantino" von Ant. Lotti. Tfa
2 Violineui Yiolai Bass.
Comp. 1716.
Ailegro.
grcJKr '
Abschriften. Partitur: In der k. k. Hofbibl. in Wien. AN. 52. £. 18.
(Part. K.)
Anmerkung. Die Partitur der Hofbibl. hat den Titel : „Constantino.
Dramma per musica. Poesia del Sig. Pariati, Musica dal Sgre. Ant. Lotti.
In dem gleichzeitigen gedruckten Textbuche (Vienna, Van Ghelen 1716 im
Wien. Mus. Ver. Arch.) ist bemerkt: ^»La Sinfonia precedente al dramma
fü composta dal Sig. Gio. Gius. Fax, Maestro di Capp. di S. M. C. e Catt.
152
Beil. X. Partite. Ouvertüren. 334-336.
BBWk* Ouvertüre. For 2 Violinen, 2 Violen, 2 Oboen, Fagott, Basse,
. Cembalo.
i. Ouvertüre.
Violini ' ^ '
i)f.„rvT f|rr, r rlf^^ fir-r^
2. Rondo. 3. Bourrie. 4. Sarabande, 6. Gavotte.
Abschrift. Stimmen: In der kath. Hofkirche in Dresden. (Sehr. II,
Fach 4, Lage 4. Ouy. n. 1.)
Anmerkung. Nähert sich, wie die folgende, einer Suite oder Partita.
SSft* Ouvertüre. Fftr 2 Violinen, Viola, Basa, Oboe, 2 Oors de ohasae
i. Ouvertüre.
AlUgro.
Ui.J^A J
2. Air lamenioso, 3. Due Menuetti, 4. Rigaudon. S^ Passepied.
6. Air. 7. Bourrde. 8. Gigue.
Abschrift. Stimmen: In der kath. Hofkirche in Dresden. (Sehr. II,
Fach 4, Lage 5. Ouy. n. 2.)
Symphonie a 4. Für 2 Violinen, Violonoell, Orgel oono., Violon
obligat.
Vivace. ]
r%
^^jt j* iriir f rnJI J ^
Beil. X. Partite. Ouvertüren. 337 - 339.
153
Abschriften. Partitur: L. Köchel. Stimmen: Im Wien. Mu8.yer.
Arch.
Anmerkung. Rhythmen und Tempo dieses ganz kurzen Musik-
stückes wechseln sehr häufig ab. Der Violon geht mit der Orgel unisono.
SSV. Septett. Für 4 Violinen, Viola, Violonoell, Violon.
y. Andante.
fSra
^^
»i'nr»r r ii^iCiCiJrf' yif
ZC
^
2. Sarrabande \, 3. Passaeaglia \.
Abschriften. Partitur: Wien. Mus. Vor. Arch.
Anmerkung. Die Partita SSO a tre scheint die ursprüngliche Com-
position gewesen zu sein, die vielleicht vonFux selbst zum Septett erweitert
wurde.
SSS* Sonate a 3. Für 2 Violinen oonc, Orgel und Violonoell oonc.
i. Adagio.
Violini.
2. AUegro ^g.
Abschriften. Partitur: L. Köchel.— Stimmen: ImWien.Mus.Ver.
Archiv.
Anmerkung. Violoncell und Orgel gehen unisono. Auf dem Um-
schlag der Stimmen ist bei dem Namen des Componisten die Jahreszahl
1726 (wohl der Composition?) ausserdem vom 9. Juni 1726 bis 10. Februar
1769 21 Auffuhrungen angemerkt. Sie war wahrscheinlich zu kirchlichem
Gebrauche bestimmt.
SSO. Sonate a 3. Für 2 Violinen oono., Violoncell und Orgel oono.
154
Beir. X. Partite. Onvertttren. 340. 341.
•^ ViolinoZ. ^ «-U
^
^
?
^
Das Allegro ist von einem kurzen Adagio 's nnterbrochen.
Abschriften. Pardtar: L. Köchel.— Stimmen: aj Im Wien. Hos.
Ver. Arch. — b) Im Archiv der k. k. Hofcapelle. (ffier von 1737 bis 1747
= 12 Wiederholungen.)
Anmerkung. Wie in der vorhergehenden Sonate gehen Violoncell
und Orgel unisono. Auf dem Umschlage der Stimmen des Wien. Mob. Ver.
Arch. sind vom 14. Oct. 1725 bis 2. Dec. 1795 = 14 AuflfÜhrungen bemerkt.
Die Compositionszeit sowie die Bestimmung för die Kirche dürfte daher bei
beiden zusammenfallen.
SHO« Sonate a 3. Ffir 2 Violinen und Bass.
i. Adagio.
# 5 T 6|f
S 65 5 7 6
2. Allegro 0 . 3, Adagio '4. 4. Allegro \,
Abschrift. Partitur und Stimmen : In der kath. Hofcapelle in Dresden.
(Sehr. II, Fach 4, Lage 2, n. 1.)
Adagio.
i
Sttl* Sonate a 3. ^^ ^ Violinen und Bau.
.» 1 f r- |I r^pp
^5^
m
Abschrift. Partitur: In der kön. Musikbibl. in Dresden. (Job. Dism.
Zelenka, Collect Mus. Libr. III, pag. 91, 92.)
Beil. X. Partite. Ouverttiren. 342 — 344.
SHt* Sonate a 3. Für 2 Violinen, Bass und Fagott.
155
i. Altegro.
.:n JP|
'>'■■> vfrfrtNfrffÜJ^icirfL^frrri
2. Grave. 3. Presio»
Abschriften. Partitur: In der kön. Musik-Hofbibl. in Dresden.
(JoL D. Zelenka Collect. Mus. Libr. III, pag. 87—89.)
ans. Sonate a 4. Ffir 2 Violinen, Viola, Bass (Orgel).
i. AllegrO'
Org.
2. Largo '%. ^. Allegro C .
Abschriften. Stinunen: Im Stifte Kremsmünster. H. 42. 117.
Anmerkung. Scheint für kirchliche Zwecke bestimmt gewesen
zu sein.
SftH* Sonata. Für 3 conoertierende Violinen, mit Begleitung von
2 Violinen, Viola, Bass, Orgel.
Sonata*
Abschriften. Stimmen: a) Im Stifte Kremsmünster. H. 42. 118. —
h) Im Archiv der k. k. Hofcapelle. Von 1741—1749 =: 25 Wiederholungen.
Anmerkung. Wahrscheinlich ein Kirohenstück mit massigen An-
forderungen an die 3 concertierenden Violinen.
•
•
•
156
Bdil. X. Partite. Ouvertüren. 345 — US.
Sllft. Sonata a 4. Für 2 Violinen, Viola, Bass — Fagott, Violonoell,
Bip. OrgeL
Andante.
^PFt^
^rfftfiu'jjljj;:
6
4
5 4
S S
y7vrJTJ~n
3Z
.a.
^
Abschriften. Stimmen: In> Stifte Krenumflnster. H. 42. 119.
Anmerkung. Wie Partita 8S§ zu Kirchenzwecken: ein znwunmen-
hängendes Stück, AUegro assai, mit einleitendem kurzem Andante.
ans. Sonata a 4. Ffir 2 Violinen, Viola und OrgeL
j.iUy.P'Am'*^
P' (f ' r f r
Abschriften. Partitur: In der kön. Musikbibl. in Dresden. (Job.
Dism. Zelenka Coli. Mus. Libr. UI, pag. 89—91.)
9
SIIV. Sonata a 4. Für Violine, Oomett, Posaune, Fagott und OrgeL
i. Vtolino.
4
i
^
Comeilo.
2. AUegro. 3. Adagio. 4. AUegro,
Abschriften. Partitur: In der kön. Musikbibl. in Dresden. (Joh.
D. Zelenka Collect Music. Libr. IE, pag. 78—87.)
Anmerkung. Diese Collectanea wurden von Joh. D. Zelenka, einem
Schüler von J. J. Fux während seines Aufenthaltes in Wien in den Jahren
1717, 1718 zusammengeschrieben.
SUS. Sonata a 4. Für 2 Violinen, Viola, Violonoell, Violen» Fagott,
OrgeL
Beil. X. Partite. OoTertttren. 349. 360.
157
Adagio. -^
£
AUegro assaü
£
]
Tasio S,
vs<rr i
(^r^i^Cr*fC|'
Abschriften. Stimmen: Im Stifte Kremsmünster. H. 42. 120.
(1867 K.)
Anmerkung. Anf dem Titel wird Fux Kapellmeister der Kaiserin
Amalie genannt, ausserdem sind 2 Aufführungen bemerkt vom 2. Febr. 1718
und 7. Dec. 1720. Diese Composition muss daher zwischen 1714 bis 1718
fallen, wo Fux Kapellmeister der Kaiserin Amalie war.
8«0* Sonata a 4. Für 2 Violinen, Viola, Violoncell, Violon, Orgel.
i. Sonata,
*> ttf is «, ly-t— r i\i-i^jn^'\^ H^'^ 1,1
2. Largo \, 3. FugaG.
Abschriften. Stimmen: Im Stifte Kremsmünster. H. 42. 121.
Anmerkung. Die 3 Stücke bilden nur eine und nicht zu lange
Nummer.
SftO. Sonata a 4. Für 2 Violinen, Violetta, Orgel.
i. Sonata.
2, Largo \. 3. Presto G.
Abschriften. Stimmen: Im Stifte Kremsmünster. H. 50. 159.
Anmerkung. Alle .S Stücke eine Nummer bildend.
158
Beil. X. Partite. OuvertQren. 351. 368.
S61. Sonate a 3. Für 2 Violinen und Orgel.
Sonata, L AUegro,
> >
6
2L
Szi
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^E
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tt^^-r-^F1
Sonata. IL Adagio.
AUegro,
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r^Mhyr^MICr^nC^
96 S 6
' 4
t
S 6 S6
2 ^ g
-^
3
tei
t
njr f ir-fr'rr^
Org,
Abschriften. Stimmen:.Im Stifte Kremsmünster. H. 50. 158. Von
n. I im Archiv der k. k. Hofcapelle. (Hier von 1747 bis 1753 = 2 Wieder-
hirtungen angemerkt.)
Anmerkung. Zwei sehr kurze Musikstücke, die, wie es acheint, zn
demselben Zwecke componiert wurden.
S6«. Serenata. Für 2 Violinen*, Viola, Baas, 2 Oboen, Fagott,
2 Trompeten.
i. Marsch,
AUegro,
C/ormi.
2. Gigue, 3. MemtM, 4. Aria, S. Ouvertüre. 6, Menuett. 7. Gigu^.
8, Aria. 9. Bourr^e L IL 10, Imtrada. ii, AUegro, 12, Rigaudon,
13. Ciaconua. 14. Gigue. IS.
Ausgabe. Stimmen: Mrenberg, Felsecker*8 Erben: Concentus
muslco-instrumentalis 1701. n. 1 (7 Partite).
Anmerkung. Ein Exemplar dieser sehr selten gewordenen Ausgabe
ist im Besitz von Prof. Richard Wagener in Marburg. Leider fehlt von der
Violastimme ein Bogen. Der vollständige Titel lautet: «Concentas Mnsico-
Instrumentalis in septem Partitas, nt vulgo dicimus, divisua, dedicatns
Beil. X. Partite. Ouvertüren. 353—356.
159
Josepho I, Romanomm Regi Authore Joanne Josepho. Fux Sac. Caes. Maj.
Musices CompoBitore. Opus I. Norimbergae , typis Haerednm Felsecke-
rianorum. Anno MDCCI.^ Voraus geht ein Inhaltsverzeichniss der 7 Num-
mern , die Widmung an König Joseph I, eine Mahnung an den Musicus.
S&S* Sinfonia a 6. Für 2 Violinen, Viola, Base, 2 Oboen, Fagott
1, AUegro assai
if".vry^-^t^
Violino e Oboe L
2. Libetiein, 3. Entrde, 4. Metmett, 5. Passepied. 6. Ciacanna.
Ausgaben. Stimmen: Nürnberg, Felsecker *8 Erben 1701 : Concentus
r
musico-instrumentalis etc. n. II.
Anmerkung. Vgl. Anmerkung n. Sftü*
Sft%. Onvertttre a 4. Für 2 Violinen, Viola, Baas.
^^
2. Ana, 3. Menuett, 4, Folie, S, Baurr^e, 6, Gigue.
m
Ausgabe. Stimmen: Nürnberg, Felsecker 's Erben 1701. Concentus
musico-instrumentalis etc. n. III, Vgl. n. 352.
Anmerkung. Vgl. Anmerkung SftÜ*
Sftft« Ouvertüre a 6. Für 2 Violinen, Viola, Bass, 2 Oboen, Fagott.
2, Rigaudon, 3, Bourr^e. 4, Air la Double, S, Menuett, 6. Aria
in Canone. 7. Passe-caille,
Ausgaben. Stimmen : Nürnberg, Felsecker*8 Erben 1701. Concentus
musico-instrumentalis etc. n. IV.
Anmerkung. Vgl. Anmerkung Sftti*
160
Beil. X. Partite. OuvertOren. 356—359.
y.
850* Ouvertüre a 4. Für 2 Violinen, Viola, Bau.
I
i
^
±
^
«=?=
-ä i 7
2. ^na. 3. Menuett. 4. -4tr rf^ Yolage. S, Marche des Ecurieua:(?).
6. Linegcdit^.
Ausgaben. Stimmen : Nilraberg, Felsecker's Erben 1701. Concentna
musico-instrnmentalis etc. n. V.
Anmerkung. Vgl. Anmerkung S5tt*
859. Ouvertüre a 4. Für 2 Violinen, Viola, Baas.
2. Menuett. 3. Gavotte. 4. Sarrabande. S. Gigue.
Ausgaben. Stimmen: Nürnberg, Felsecker' s Erben 1701. Concentu»
mnsico-instrumentalis etc. n. VI.
Anmerkung. Vgl. Anmerkung 85tt*
859* Sinfonia a 2. Flanto, Basso e Oembalo.
i. Adagio.
^ t^ #. - #■ Allegro. ^ ^.
2. La joie des fidels sujets. 3. Aria italiana (francese). 4. Les
ennemis confus.
Ausgabe. Stimmen : Nürnberg, Felsecker's Erben 1701. Concentus
musico-instrumentalis etc. n. VII.
Anmerkung. Vgl. Anmerkung 8 5tt«
850. Ouvertüre a 4. Für 2 Violinen, Viola, Bass, 2 Oboen.
, i. Ouvertüre.
T,
^^
«s?
zz:
fB=t
^
J2S
di^
=t
Beil. X. Partite. Oavertttren. 360-363.
161
2. Aria *«. 3. Minueit \,
Abschriften. Partituren: In der kön. Bibl. in Berlin (an. 240).
Anmerkung. Die Oboen gehen grösstentheils unisono mit den
Violinen.
30O. Sonata a tre. Für 2 Violinen oono., ViolonoeU, Violoni Orgel.
Presto.
6 4
«
rf^-r:iii\(Lf f.y-*-^^V^r^=J^^
A b s c h r i f t e n. Stimmen : Im Archiv der k. k. Hofkapelle.
Anmerkung. Umschlag: Von 1740 bis 1749:» 13 Wiederholungen.
S01* Sonata a tre. Für 2 Violinen oono., ViolonoeU, Violon, Orgel.
Abschriften. Stimmen: Im Archiv der k. k. Hofkapelle.
Anmerkung. Umschlag : Von 1741 bis 1750 == 18 Wiederholungen.
sott« Sonata a tre. Für 2 Violinen, ViolonoeU, Violon, Orgel.
Sonata.
^
-^
^
^^
!
'->'• *ii 8 . r I ^T
m
-eh
X
^
.£ä±.
t
Abschriften. Stimmen: Im Archiv der k. k. Hofkapelle.
Anmerkung. Umschlag: Von 1741 bis 1750 = 24 Wiederholungen.
Köchol, J. J. Fux. L
162
Beil. X. Partite. OaTertOren. 363—366.
«•S. Sonata a tre. Ffir 2 Violinen, Yiolonoell, Violon, OigeL
Abschriften. Stimmen: Im Archiv der k. k. Hofkapelle.
Anmerknng. Umschlag: Von 1741 bis 1749 = 29 Wiederholungen.
80«* Sonata a tre. Ffir 2 Violinen, Violoncelli Violon, OrgeL
Adagio. | , |^ i f^ ^1 i _ AUegro.
N^cgfic^^'a-i
Abschriften. Stimmen: Im Archiv der k. k. Hofkapelle.
Anmerkung. Umschlag : Von 1741^ bis 1750 =» 35 Wiederholungen.
1
S05« Sonata a tre. Füi 2 Violinen, Posaune, Violonoell, Orgel.
Sonata. . J J j ^j ^ß,^„, , , J
^^
IBL
t
1
r
f ||iSi _
m
i
^
T
^
:?^
Abschriften. Stimmen : Im Archiv der k. k. Hofkapelle.
Anmerkung. Umschlag: Von 1726 bis 1739 = 25 Wiederholungen.
800« Sonata a tre. Für 2 Violinen, Violoncell, Violon, Orgel.
Grave. AÜegro.
S6 76
n
56
76 6
'v^ ir .^^^^m
n ^9
t
'" f. f M
Abschriften. Stimmen: Im Archiv der k. k. Hofkapelle.
Anmerkung. Umschlag: Von 1726 bis 1739 = 16 Wiederholungen.
Beil. X. Partite. Onvertttren. 367-869. 163
V ■
309. Sonata a tre. Füi 2 Violinen, Fagott, VioIoncellyViolon, Orgel.
Adagio.
i
Aüegro,
Vioiino 20.
4
8 2
-i^^
^^
^- «^ J ^ ^
•#»
^ea
^
Abschriften. Stimmen : Im Archiv der k. k. Hofkapelle.
Anmerkung. Umschlag: Von 1726 bis 1744 == 36 Wiederholungen,
damnter 8. Jnli 1728 in Gratz, 8. Jnni 1732 in Prag; beide Male waren die
Majest&ten dort auf ihren Bereisungen.
809. Sonata a tre. Für 2 Violinen, Fagott, ViolonoelI,VioIon, Orgel.
Sonata,
Violin. /.
I
^
-^■•^'.-^^läB^^
?
it
Violin, 2,
±=2:
^
5=»
1
■€h
t
e
E±
£
r r r f I
Abschriften. Stimmen: Im Archiv der k. k. Hofkapelle.
Anmerkung. Umschlag : Von 1726 bis 1742 = 42 Wiederholungen
angemerkt, davon 12. Aug. 1728 inOratz, 20. Sept. 1732 in Linz. Vgl.
Anm. S09» — Dann steht auf dem Umschlag: Del Sgr.G.G. Fux, Compo-
sitore di S. M. C; es fiUlt daher diese Composition zwischen 1698—1711.
Sonata,
300* Sonata a tre. Für 2 Violinen, Violoncell — Fagott, Violon,
Orgel.
Allegro. J
Abschriften. Stimmen: Im Archiv der k. k. Hofkapelle.
Anmerkung. Von 1726 bis 1742 = 34 Wiederholungen angemerkt,
darunter 15. Aug. 1728 in Gratz, 7. Aug. 1732 in Prag. Vgl. 809.
L*
164
Beil. X. Partite. Ouvertüren. 370—372.
8 VC. Sonata a tre. Fni 2 Violinen, Violonoell, Fagotti Violen« OrgeL
Sonata. ^ ^ AUegro.
i4>'.y^^i^-^nin,.^^
5 4S
6 56
|i>Vi^f^-r V.|gf;f^
z:
p
8 6
HZ
t
i
Abschriften. Stimmen : Im Archiv der k. k. Hpfkapelle.
Anmerkung. Umschlag : Von 1726 bis 1744 = 27 Wiederholungen,
davon 21. Aug. 1728 in Klagenfurt, 11. Sept. 1728 in Triest (auf der Kaiser-
•
reise). — Auf dem Umschlage einer zweiten Abschrift (ohne Fagott) sind
von 1741 bis 1750 weitere 37 Wiederholungen bemerkt. —Vgl. Part. 3tt9.
S91* Sonata a tre. Ffir 2 Violinen, Fagott, Violoncell, Violoi^
Orgel.
Sonata.
Abschriften. Stimmen: Im Archiv der k. k. Hofkapelle.
Anmerkung. Umschlag : Von 1734 bis 1747 = 21 Wiederholungen.
8 9tt • Sonata a tre. Ffir 2 Violinen, Violoncell, Fagott, Violon, Orgel.
Sonata. • AUegro.
3
s:
A
- ' r
^ö
6
6 5
'jUii» r ^i^fiif cj||..rif f ^
Abschriften. Stimmen: Im Archiv der k. k. Hofkapelle.
Anmerkung. Umschlag: Von 1727 bis 1740 = 25 Wiederholungen,
davon 27. Juli 1732 in Prag (Reise der Maj. nach Karlsbad).
Beil. X. PartUe. Ouvertüren. 373—376. 165
8 98. Sonata a tre. Für 2 Violinen, Violoncell, Fagottj Violoni Orgel.
Adagio.
AUegro,
Abschriften. Stimmen: Im Archiv der k. k. Hofcapelle.
Anmerkung. Umschlag : Von 1728 bis 1747 = 30 Wiederholungen,
davon 29. Juli 1728 in Gratz.
89ft* Sonata a tore. Für 2 Violinen, Violoncell, Fagott, Vielen, Orgel.
Andante. 1 i • AÜegro. J 1 •
Abschriften. Stimmen: Im Archiv der k. k. Hofkapelle.
Anmerkung. Umschlag: Von 1733 bis 1747 = 34 Wiederholungen
angemerkt.
895. Sonata a tre. Für 2 oonc. Violinen, Violoncell, Fagott, Violon,
Orgel.
Adagio, .^ i f^_^ ^9 ^^^g^^'
1
'jii'^:Tii:v,fi
JLZ.
*
Abschriften. Stimmen: Im Archiv der k. k. Hofkapelle.
Anmerkung. Umschlag : Von 1741- bis 1749 =» 19 Wiederholungen.
890. Sonata a tre. Für 2 Violinen, Violoncell, Fagott, Violon, Orgel.
Pre%io.
?resio. r"l j 1 n^^ *• AUegro.
m
rlUr Hr ' H
166
Beil. X. PÄrtite. Ouvertüren. 377-379.
Abschriften. Stimmen: Im Archiv der k. k. Hofkapellc.
Anmerkung. Von 1730 bis 1752 = 43 Wiedefholnngen angemerkt.
Die Composition ist etwas ausgeführter, als gewöhnlich, frisch und tocca-
tenartig.
SifV. Sonata atre. Für 2 Violinen, Violoncell — Fagott, Violen,
Orgel.
PaasacagUa.
Abschriften. Stimmen: Im Archiv der k. k. Hofkapelle.
Anmerkung. Umschlag: Von 1731 bis 1737 = 6 Wiederholungen.
399. Sonata a tre. Für 2 Violinen, ViolonoeU ~ Fagott, Violon,
OrgeL
Sonata» ki^ ^ ^ j«
AUegro.
Abschriften. Stimmen: Im Archiv der k. k. Hofkapelle.
Anmerkung. Umschlag: Von 1731 bis 1747 === 38 Wiederholungen.
390* Sonata atre. Fflr 2 Violinen, Violoncell, Fagott, Violon, Orgel.
Sonata.
j ,/J-;.^.j^ ,^:
Abschriften. Stimmen: Im Archiv der k. k. Hofkapelle.
Anmerkung. UmschUg: Von 1732 bis 1751 = 10 Wiederholungen.
~ Ungewöhnlich ausgeführt in 3 Nummern.
Beil. X. Partite. Ouvertüren. 380 --383.
167
3 SO. Sonata a tre. Ffir 2 Violinen, Violonoell, Fagott, Vioion, Orgel.
Adagio. I p"^ AÜegrö,
]
B^=^
Abschriften. Stimmen: Im Archiv der k. k. Hofkapelle.
Anmerknng. Umschlag: Von 1732 bis 1747 =s 32 Wiederholungen.
38 !• Sonata a tre. Für 2 Violinen, Violonoell, Fagott^ Vioion, Orgel.
Abschriften. Stimmen: Im Archiv der k. k. Hofkapelle.
Anmerkung. Umschlag: Von 1732 bis 1746 = 31 Wiederholungen.
383* Sonata a tre. Für 2 Violinen, Violonoell, Fagott, Vioion, Orgel.
Grave. . I «J^ J ^^ AUegro. fS
76
7 7
'^
TSi
t
Abschriften. Stimmen : Im Archiv der k. k. Hofkapelle.
Anmerknng. Von 1735 bis 1747 =» 26 Wiederholungen.
333. Sonata a tre. Für 2 Violinen, Violonoell, Fagott, Vioion, Orgel.
Adagio. i J I J I ^i^g^^o.
168 Beil. X- * Partite. Ouvorttiren. 884 — 387.
Abschriften. Stimmen: Im Archiv der k. k. Hofapelle.
Anmerkung. Von 1747 bis 1750 = 9 Wiederholungen angemerkt.
3941. Sonata a tre. Für 2 Violinen, Violonoell, Fagott, Yiolon, Orgel.
AUegro.
3 J I ^^90'
ZP
^
piano.
m
Sif
^
I
Abschriften. Stimmen : )m Archive der k. k. Hofkapelle.
Anmerkung. Im J. 1749 = 2 Wiederholungen angemerkt.
885. Sonata a tre. Ffir 2 Violinen, Violonoell, Fagott, Violon, OrgeL
Sonata.
Allegro.
Abschriften. Stimmen : Im Archiv der k. k. Hofkapelle.
Anmerkung. Von 1749 bis 1753 = 5 Wiederholungen angemerkt
880* Sonata a tre. Ffir 2 Violinen, ViolonoeU, Fagott, Violon, Orgel.
Pre9io. Andante.
W [J ^^^ ^=^
Abschriften. Stimmen: Im Archiv der k. k. Hofkapelle.
Anmerkung. Von 1738 bis 1744 ^ 8 Wiederholungen angemerkt.
899. Sonata a tre. Ffir 2 Violinen, Violonoell, Fagott, Violon, Orgel.
AUegro.
^IM- "l 1 1 1 1
Beii;X. Partite. Ouvertüren. 388—390.
Abschriften. Stimmen : Im Archiv der k. k. Hofkapelle.
Anmerkung. Von 1739 bis 1753 = 25 Wiederholungen.
169
388« Sonata a tre. Fflr 2 Violineui Violoncell, Fagott, Violon, Orgel.
Tempo giusio. -^^ AUegro.
f^ii^^'^^lF'rfr^rrf
p
I
!> «)t
]
*:
^
49-
£
-^
Abschriften. Stimmen : Im Archiv der k. k. Hof kapelle.
Anmerkung. Von 1747 bis 1752 = 6 Wiederholungen.
BH9. Sonata a tre. Hr 2 Violineui Violoncelli Fagottj Violoni Orgel.
b '
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üJLurj j ;r IJ^^
i
*=
Abschriften. Stimmen: Im Archiv der k. k. Hofkapelle.
Anmerkung. Umschlag: Von 1731 bis 1747 = 47 Wiederholungen.
— Nur aus einem Allegro von 26 Tacten bestehend.
SOO. Sonata a tre. Für 2 Violinen, Violoncell, Fagott, Violon, Orgel.
Andanie. J I t l ^ '*^^'''''
i>ijj4^p'Jjj|.jrrr||,,,7r^lfjyj
r*TT:
TU
t
-6h
^
ISL
Abschriften. Stimmen: Im Archiv der k. k. Hofkapelle.
Anmerkung. Von 1731 bis 1752 = 43 Wiederholungen, davon
23. Juli 1732 in Prag. Ungeachtet der zwei Sätze sehr kurz gefasst.
170
Beil. X. Partite. Onvertilren. 391— 39S.
SOI. Sonata a tre. Für 2 Violinen, Violoncelli Fagott, Violon, OrgeL
Andante,
Abschriften. Stimmen: Im Archiv der k. k. Hofkspelle.
Anmerkung. Umschlag: Von 1731 bis 1751 =: 44 Wiederholnn^n,
davon 6. Aug. in Prag. Wie 399 ff. sehr knapp gehalten.
B9M. Bonata a tre. Für 2 Violinen, Violonoell, Fagott, Violon, Orgel.
w Tempo giu9io.
Abschriften. Stimmen : Im A rchiv der k. k. Hofkapelle.
Anmerkung. Von 1731 bis 1747=37 Wiederholungen. Sehr kurz.
SOS* Sonata a tre. Für 2 Violinen, Violonoell, Fagott, Violon, OrgeL
Mle^o,
Abschriften. Im Arch. der k. k. Hofkapelle. y
Anmerkung. Von 1731 bis 1747 =» 40 Wiederholungen, davon
26. Juni 1732 in Karlsbad, 15. Aug. 1732 in Prag.
Beil. X. Partite. Onvertttren. 394—396.
171
S9«. Sonata a tre. Ffir 3 conc. Violinen, Viola, Violonoell, Violon,
Orgel.
Sonata.
3 VioUnen.
».Hj^iJi
e
Viola.
IL
-6>2-
Ailegro e vwace.
Im
e^
64
2
m
^
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m
\
Abschriften. Stimmen: Im Archiv der k. k. Hofcapelle.
Anmerkung. Umschlag: Von 1741 bis 1750 = 25 Wiederholungen
angemerkt.
S05. Sqnata pastorale a tre. Für 2 Violinen Violonoell, Fagott,
Violon, OrgeL
AUegro. J^l^ ^ J
^^
Abschriften. Stimmen: Im Archiv der k. k. Hofkapelle.
Anmerkung. Von 1726 bis 17^6 i= 4 Wiederholungen. Wechsel
des Rythmus, der Motive, von forte und piano häufig.
3O0. Sonata pastorale a tre. Für 2 Violinen, Violonoell, Fagott,
Violon, Orgel.
Secondo, unis. coL Primo. j
Secondo. unis.
^^s
"ZL
1SL
ISl
i
Abschriften. Stimmen: Im Archiv der k. k. Hofkapelle.
Anmerkung Von 1726 bis 1749 = 6 Wiederholungen. Weiter aus-
geführt mit grossem Wechsel von Solo und Tutti.
172
Beil. X. Clavierwerke. 397—399.
809. Sonata pastorale a tre. Für 2 Violinen, Viöloncell, Fagott»
Violon, Orgel.
Adagio, Un poco AUegro.
a J.JJ|JJj.i
SE
n^H'V \
6
7 7
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^
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Abschriften. Stimmen : a) Im Archiv der k. k. Hofkapelle — bJJm
Wien. Mns. Ver. Arch.
Anmerkung. Minder ausgeführt aLs SS#, aber ihr verwandt.
XI. Clavierwerke.
SOS. Sonate. Für Olavier.
$
ift.
0» .^ 0»
£
£
I
i>' n fc I J' Jg f'f [7ff J '"^ 3 1 J- ^' ^' ^
2. Andante ^%. 3. Presto C .
Abschriften: a) Im Wien. Mus. Ver. Arch. — bj L. v. Köche I
6. Son. n. 1.
Anmerkung. Diese sowie die folgenden 5 Sonaten für Ciavier
bestehen aus 2 bis 3 sehr kurzen Sätzen, welche in Rhythmen und Charakter
bedeutend contrastieren.
i. AUegro.
S90. Sonate. Für Olavier.
%hi'^'^
\m\ i!^\\^
g^' f ''*i^r 1
Beil. X. Ciavierwerke. 400-402.
173
2. Andante C. 3. AUegro ^g.
Abschriften: a) Im Wien. Mos. Ver. Arch. — hj L. v. Köchel,
6. Son. n. 2.
«CO. Sonate. Für Olavier.
2. Adagio C und \. 3. AllegroG.
Abschriften, a) Im Wien. Mus. Ver. Arch. — bj L. v. Röchel,
6. Son. n. 3.
4101. Sonate. Für Olavier.
^^^^^^^^
i i
i
^^
t
^-i-^
i
?
^
— I —
2. AUegro asaaiC.
Abschriften: aj Im Wien. Mus. Ver. Arch. — 6> L. v. Köchel,
6. Son. n. 4.
«Ott. Sonate. Für Olavier.
|.^,f^lV,,.r/^f/l
<9-
^
1^ i^H^ If .^^
2. AUegro %. 3. Adagio C .
Abschriften : «> Im Wien. Mus. Ver. Arch. — bJ L. v. Köchel,
6. Son. n. 5.
174
Beil. X. Glavierwerke. 403-406.
«03. Sonate. Für Olavier.
i. Vivace un poco. 2. Ciaccona.
Aüegro. .
c»
iitnilij»-!';
^
Abschriften: a) Im Wien. Mus. Ver. Arch. — b) L. v. KOcheL
6 Son. n. 6.
Anmerkung. Die ganze Sonate besteht ans einer sehr kurzen
Einleitung und einer mehr ausgeführten Ciaccona.
Capriccio.
Arpeqgio
«Oft. Capriceio nnd Fage. Für Olavier.
^MA
Abschriften, a) Im Wien. Mus. Ver. Arch. — Ä> L. v. Köchel.
Anmerkung. Die kurze Fuge wird von einem Adagio unter-
brochen, daran schliessen sich noch mehrere Sätzchen.'
i. AUemande»
ft05. Partie. Für Olavier.
C«9
Ö
2. Courante '4. 3. Gavotte G. 4- Menuet en Rondeau \. S. Sa-
rabande \. 6, Gigue •».
Abschriften. In der kön. Bibl. in Berlin.
175
Register
der Namen und Gesangstexte des thematischen Verzeichnisses der Com-
Positionen von J. J. Fux.
Die mit fetter Schrift gedruckten Zahlen bedeuten die Nummern des
Verzeichnisses, die mit gewöhnlicher Schrift das Stück der Nummer,
Accogliere o Piflteri.Chor Op. SI0.2.
Adte levavi. Offert. iftS«
Afflicta mater. Hymn. SSO*
A forza di toffrir. Ar. Op. SO». 6. .
Agii amantl. Ar. Op. SlH« 4.
Agnus Dei^ sechstes Stück der Messe.
A legnar dal. Ar. Op. S19. 10.
AI gran Padr«. Ar. Op. •••• 3.
Alle ninfe. Chor. Op. MOK* 2.
AI magnanJmo. Ar. Op. Slft« 6.
AI mancar. Ar. Op. BIO« 6.
Alma Redemptorls. Hymn. I9ft bis
Alme grandi. Ar. Op. 81^ 5.
Alme tante. Ar. Op. M9^. 3.
A V or che qui. Ar. Op. S09. 16.
AI perir degli altri. Ar. Op. MBM. 16.
AI Romano genio. Chor. Op. Slft. 40.
AI tuo amato. Ar. Op. Sl«. 22.
AI tuo piö. Ar. Op. •••• 4.
Amabil mio Qetd. Ar. Or. tOS. 9.
Amor i un bei. Ar. Op. SO 9. 7.
Amor non i. Ar. Op. S14I« 10.
Anche in braccio. Ar. Op. SIS« 15.
AncionI G. B. Verf. des Textes zur
Op. SO 9,
Andiamo, andiam. Chor. Op. SIS. 19.
Angelioa vincitrice. Op. SlO*
Angelis suis mandavit. Grad. ittS«
Angustiae Hym. mitt. dolor. SOO.
Animato dal mlo. Ar. Or. SOft« 3.
A placare una. Ar. Op. SIO« 10.
Appena incommlncla. Ar. Op. SOS« 5.
Ardenti totpiri. Ar. Op. SI«. 23.
Arder poMO. Ar. Op. SIO« 3.
Ardetacer. Ar. Op. SIO. 14.
Ardo per chi noli td. Ar. Op. SiS« 7.
A tollt orlut. Hymn. SOS.
Atperget me. Hymn. S04I» 1 — 6.
A te il mlo amor, Ar. Op. Slft. 32.
Aurem benigne. Hymn. S90« 1.
Aurora dl quel. Ar. m. Chor. Op.
Sl«. 31.
Ave Maria. Hymn. der mys. Dol. SSO«
Ave Maria gratia. Off. Iftl« Grad.
I4I5.
Ave mundi tpes. Mott. 191«
Ave 0 puerpera. Mott l IfS«
Ave pia ttella. Mott. I VS* *
Ave Regina. Hymn. SOft — SSO*
Ave Salus mundi. Mott. lOS.
Aveva ancor bambino. Ar. Or. SOO«
10.
Avvampar. Dao. Op. SIS« 24.
Beata <|uoque. Hymn. S9f • 2.
BeatI omnet. Psalm der Vesp. 09«
Boati omnet qui timont. Hymn. SSV*
Beatus auctor tecull. Hymn. SS9«
Beatus vir. Psalm 3. der Vesp. ft9 bis
04I» OO« besonders comp. 90
bis 9S.
176
Beil. X. Register.
B«i Lauri crescete. Quart Op. SOS. 23.
Bella Ptiche. Chor Op. SIS. 6.
Belle Dive. Ar. Op. SOft* 8.
Belle flamme. Ar. Op. SOft. 4.
Benedicta quae tlilum. Mott. llf«.
BeiMdictut, fönftes Stück der Messen.
Benedictut Dominus. Psalm der Vesp.
Benedictut es. Grad. IM«
Benedixisti Domlne. Offert 1 ftH*
Bemardoni Ant Verf. der Texte zu
den Op. SOI. SOS. SO«.
Bianca innocente. Ar. Op. Sil« 17.
Gambia in fuimine. Ar. Op. Slft. 28.
Ganzen a tre. SSO.
Gare pupiile. Ar. Op. SOO. 2.
Gari pegni. Ar. Or. SOS. 23.
Gare mea vere. Mott i04l«
Garo mio ben. Ar. Op. SOS« 9.
Gare mio Dio. Ar. Or. SOO* 12.
Gasta parentis. Hymn. SSO.
Gasti e Innocenti. Chor. Op. SI«« 29.
Geda Roma. Chor. Op. S15. 2.
Gelebremus cum. Mott. 191»
La Gena del Signore. Or. S09»
Ghe bell' amar. Ar. Op. SI9. 12.
Gbe vttol dir. Ar. Op. SOS» 3.
Ghi a I' Inferno. Ar. Or. SOI. 18.
Ghi amato al i^ntlmento. Chor. Or.
SOS. 12.
Ghi dl Fobo. Ar. Op. S19. 24.
Ghi di noi. Ar. Op. SOS. 6.
Ghi ha vergogna. Ar. Or. SO 9. 8.
Ghi lascia di sperar. Ar. Or. SOS. 17.
Ghi noi camin. Ar. Op. M'M 9. 7.
Ghi ti conosce. Buo. Or. SOO. 13.
Ghristi Ali summi. Mott 1 VS.
Gid che Marte. Ar. Op. SOS. 10.
Glavier-Gompositionen. SOS bis «Oft.
— Sonate SOS bis SOS. — Ca-
priccio SOS. — Partita SOft«
La Glemenza d' Auguste. Op. SOI.
Goell Deus. Hymn. der Vesp. OS« —
Hymn. SSO.
Gel plante i piedi. Ar. Or. S99. 6.
Gel suo lato. Ar. Or. SOt. 17.
Gome Dio. Ar. Or. SOO« 8.
G<rme la vaga. Ar. Op. SI9. 21.
Gommuniones. Hymn. SSS bis t§9.
Gompletorien. 1 SO bis 1 SO. — Psal
* men daraus ISO bis ISS.
Gomponimento pastoral i-eroice — pst
Camera — G. da camera per nusica
— G. per musica. S. Opern.
Goncentus musico-instrumentaiis. Sftt
bis SftS.
Goncussum est mare. Mott 179.
Gonfitebor. Psalm 3 der Vesp. ftl
bis 09. OO« l)esonder8 comp
90 bis VO.
Gen 11 regno. Ar. Op. Slft« 21.
Gon r amor, Ar. Op. Si 9* 9.
Gon la scorta. Ar. Op. Slft. 29.
Gon la speme. Chor. Op. S19. 3.
Gon lel dl lieta. Ar. Op. SOft. 13.
Gon lo sdegno. Chor. Op. SlO. 1^
Gon r umor di poche. Ar. Or. SOI. 1^
Gon piacer io. Ar. Op. SiV. 1^
Gontro dl me. Duo Or. SOS. 20.
Gor infldo. Ar. Or. SOS. 8.
La Gorona d'Arianna. Op. SiV*
• Gorre a T onda. Ar. Or. SOS. &•
Gosi un pare. Ar. Op. Stf. 7.
Gostanza e fortezza. Op. Stft*
Gredi a me. A. Op. SOO. 12.
Gredidi propter. Hymn. SSt.
' Gredo, drittes Stück der Messe.
Gredo appena. Ar. Op. SOS. 8.
Gristo a salvarti. Ar. Or. SOS. 10.
Gristo neir orte. Or. SOO«
Gum invocarem. Psalm des Complet.
ISO bis ISO. besonders comp.
ISO.
Gupeda Donato. Verf. der Texte zu
den Opern. SOS. SOft.
Da Gristo che. Ar. Or. S09. 1^
Da due pupiile. Ar. Op. SO 9. H
Dafne in Lauro. Op. SOS.
Beil. X. Register.
177
D'AIcina ch' ella. Chor. Op. StO.
14.
Dal crudel «uo. Ar. Or. %9^* 11.
Dair arte amica. Ar. Op. S19« 13.
Dai limbo giä. Ar. Or*. «••• 17.
D' alma rea. Ar. Or. M9^. 13.
Dal mio sen. Ar. Op. 3tO« 31.
D' amante regnante. Ar. Op. SO«* 11 .
Da me stesso. Ar. Op. 3Ö3« H.
Dammi delte mie. Ar. Or. M99* 7.
Dammi diletta. Ar. Or. «O«. 12.
Da qua! dl. Ar. Op. S03» 5.
La Decima fatica d'Ercole. Op. 309*
Del mater alma. Hynin. 333*
De la gloria. Ar. Op. 305* 12.
De ia morte. Ar. Op. 310« 16.
De ie tfere. Ar. m. Chor. Op. 313* 22.
Del mlo cor. Ar. Or. 307. 20.
Del pentito Israelle. Chor. Or. 333« 24.
Del vecchio Adamo. Chor. Or. 330» 2.
La depotizione della croce. Or. 300«
De profundit clamavl. Psahu I30«
Psalm der Vcsp. 33«
De tuoi rai. Ar. Op. 31I1. 18.
Deut tu convertent. Oifcrt. 133»
Di al tuo amor. Ar. Op. 31 V. 17.
Di amor gii ecoelsLChorOp. 314« 18.
Diana placata. Op. 3t t« •
Di che r amo. Ar. Op. 319« 29.
Di Cintia a. Chor. Op. 309« 8.
Dicite putillanimes. Hynin. Com. 393«
Di doni ceiesti. Chor Or. 333« 2.
Di donna reale. Ar. Op. 30ft. 2.
Die^ irae, zweites Stück der Messe
tilr die Verstorbenen *51*
Di iagrime amare. Ar. Op. 300. G.
Dio pietoso. Ar. Or. 333* 7.
Dio potea mandar. Ar. Or. 333* 17.
Dio tl vole. Terz. Or. 333. 15.
Di questo giorno. Duo Op. 303. 28.
Di quesf opera. Ar. Or. 339. 8.
Dir clie ne lumL Chor. Op. 319. IG.
DI Salute. Chor Or. 333. "2)^.
Di Saturno. Chor. Op. 310. H.
II Ditfacimento dl Sitara. Or. 335«
Körhel, J. J . Fux.
Di tuo glorle. Ar. m. Chor. Op. 303.
20.
Di un giorno, Ar. m. Chor. Op. 313*
27.
Di vottra libertä. Chor. Op. 319*22.
Dixit Dominus. Psalm 1. der Vesp.
33 bis 33. 33. — (besonders
comp. 90 bis 93.
Domine fac mecum. Offert. 133«
Domino in auxlllum. Offert. 134.
Domine Jesu, Theil des Dies Irae.
Domfne non est. Psalm der Vesp. 33. .
Hymn. 333.
Domine probasti me. Hymn. 333.
Dominus dablt. Hymn. d. Commun.
333«
Domus pudici. Hymn. 333»
Dona nobis (fuga). Hymn. 330«
La Donna forte. Or. 333*
Donna giä fresca. Ar. Op. 313*4.
Donna ti disse. Ar. Or. 300* 4.
Oopo il nemico. Ar. Op. 303. 4.
Dover arder. Ar. Op. 303* 5.
Dovrian tutti. Ar. Op. 313* IG.
Dovunque strIscIa. Ar. Op. 313* 12.
Dramma per musica. 8. Opern.
D'un glusto sdegno. Ar. Or. 333* 9.
D' un pensler. Ar. Op. 303* 15.
Ecce lignum cruois, Hymn. mist. dol.
330.
Ecce nunc benedicite. Psalm derCom-
plet. i 13 bis 1 33* -^ besonders
comp. 133*
Ecce sacerdos magnus. Mott. I0O*
Ecce virgo concipiet. Hymn. z. Comm.
339*
Ecco il primo. Duo Or. 339* 10.
Ecco i' uom. Chor. Or. 333* 2.
Ecco mio Dio. Ar. Or. 333* 19.
Egii h in tutto. Ar. Or. 333* 13.
Egredere moestissima. Hymn. mist.
dol. 330*
E indegno dol trono. Ar. Or. 331* 21.
Elisa. Oper 313*
M
178
Beil. X. Register.
Enta negli Elisi. Oper 819«
Enixa e8t puerpera. Hymn. SSV«
Entro il pttto. Ar. Or. «•&• 5.
E radicato. Ar. Or. tO«« 6.
Ettote fortes. OtFeri. Iftfl«
Et man« videbitis. Grad, l «3«
E troppo orribile. Ar. Op. Slllf« 15.
Exaltabo. Psalm der Vesp. %7*
Excita potontiani. Grad. i«||«
Ex Sion Speciet. Grad. IS9« I3fl«
E ver che al par. Ar. Op. 309* 0.
E ver parle. Ar. Or. <81f« 14.
Faccia i oodi. Ar. Op. 3.1i»G.
Fä ch'ei vada. Ar. Op. 300* 6.
Fa come Tape. Chor. Op. 3 t 9« 14.
Fa gran Dea. Ar. Op. 311* 10.
Fan gll amanti. Ar. Op. 309* 12.
Fanne i miei. Ar. Op. 319« 7.
Fa peggior. Ar. Or. 399« 16.
Fan» che per un poco. Ar. Op. 315* 12.
Fauste a noi. Chor Op. 31 &• 27.
La Fede tacrilega. Or. 301*
Feiice lo. Ar. Op. 30II. 19.
Ferma o eara. Ar. Op. 309« 9.
Feste teatrale. S. Opern*
FIdo e ple sia. Ar. 0r.-3flfl. 18.
Fier guarde. Ar. Op. 313« 17.
Flglio a lei. Ar. Or. «OH. 13.
Figlio audace. Ar. Op. 313» IB.
FInche sola. Ar. Op. 311« 9.
Foeeo Jacere. Hymn. 33S*
II Fönte della salote. Or. 393*
Fonti che qui. Ar. Or. 38ft» IG.
Fosca nube. Ar. Op. 313» 12.
Fossi pur d'amor. Ar. Op. 303* 9.
Fra due nembi. Ar. Or. 391 • 11.
F& d'amore opra. Ar. Or. 333« G.
Fu pur troppo. Ar. Or. 3IIV* 15.
Gaudet Chorus. Hymn. 333«
Genl eroici. Duo Op. 314« 8.
Gesd Cristo negato da Pietro. Or. 339«
Giunone placata. Op. 313*
Gli spazi del mondo. Ar. Op. 30ft» 14.
Gloria, zweites StQck der Messe.
Gloria in excelsis. Hymn. myst. ^aud.
333.
Gloria tibi. H3rmn. 330*
Godi 0 fede. Duo Or. 33«. 21.
Godi tu. Ar. Op. 303. 12.
Gradualien. 139 bis t3S.
Grande pictoso. Chor Or. 999» 5.
Gran Diva possente. Chor Op. S fll^. 1 5.
Gratuleniur in hac. Offert. llftS*
Grazie od Ämori. Chor Op. Sfl3. 4.
Guarda Orazio. Ar. Op. 3 t»« ^3.
Guerra, guerra Valerie. Ar. 31 3*« *>*^
Hai di padre. Ar. Op. 3 i i « 15.
Hai presente. Ar. Op. 319« 23.
Hymnen. 1 93- bis 330.
r abborrisco. Ar. Op. 313. 12.
Ibant Magi. Hymn. 331. 1 bis 3.
I delitti Astrea. Ar. Or. 331« 17.
II colpevole son lo. Ar. Op. Sil. 1:(.
II diventar. Ar. Or. 333. 10.
II nocchier che glä. Ar. Op. S19. :Mk
II tue cor. Ar. Op. 319. 27.
II valor e r alte. Ar. Op. 309. Ify.
11 vincere superbi. Ar. Op. 303^* 15.
II voler vincer. Ar. Op. 303* 2(J.
I miei doienti. Ar. Op. 303« 3.
In convertendo Dominus. Hymn. S4I3«
In exitu Israel. Hymn. 333«
In faccia di morte. Duo Or. 333. 22.
Infedel che sia. Ar. Op. 333. 6.
Ingrato. Ar. Or. 33 t. 10.
In Justitia tua. Hymn. 333*
In quei che volgi. Ar. Op. 31 3. 17.
In quel volto. Ar. Op. 333« ir>. .
Instrumental-Compositionen. 3t 3 bis
339.
In te Domine. Psalm. Complct. 133
bis t33* besonders comp. t3o.
In te mundtts. Hymn. 333.
Inteode voci. Offert. 1 33.
lo di Lato. Ar. Op. 333. 10.
lo fu sin or. Ar. Or. 333« IG.
Beii. X. Register.
179
lo gia 8aiva. Ar. Or. «•§• 10.
lo non potea. Ar. Op. 310* 12.
lo 8ento un freddo. Ar. Op. 30II* 6.
lo 80 cV etulta. Ar. Op. 31«* 28.
lo 80 con cento. Ar. Op. 309« 19.
lo tvenal. Ar. Op. 30«. 13.
lo tra r ombre. Ar. Op. 30ft« 18.
lo vd- che solo. Ar. Op. 303. 10.
iste est sanctus. Mott. 190«
Iste 8anctu8 pro lege. Mott. 199« •
Isti qui alnicti. Mott. 13t.
Jam piena gratia. Hymn. myst. gaud.
33fl.
Jam sol recedit. Hymn. 3413«
Janitor coeii. Hymn. 331» 1.
Julo Ascanio. Op. 30««
Justum aeduxit. Mott. 1 93«
Kyrie, erstes Stück der Messe und
Litanei, zweites des Requiem.
Kyrie eleison, Christo eleison, Christo
audi nos, erstes Stück der Litanei.
113 bis 133.
Laetatus sum. Psalm 3 der Vesp. 30.
— besonders comp. I03 b. 103.
La foriuna di un. Ar. Op. 310. 10.
L'alme ingannar. Ar. Op. 303. 14.
La mia morte. Duo Op. 310* 18.
La mia viia. Ar. Op. 310. 13.
La Regina de lampi. Chor. Op. 313. 9.
L'arte di ben amar Ar. Op. 314.
24.
La sapienza incarnata. Chor. Or. 336.
12.
Lasica la spoglla. Ar. m. Chor Op.
313. 19.
Lascio d' esser ninf e. Ar. Op. 303« 21.
Laspemedegii amanti. Chor. 0p.319.
31.
Laudabo Dominum. Psalm. Vesp. 39.
Lauda Jerusalem. Psahn. Vesp. OO.
39. — besonders comp. 111 bis
113.
Laudate Dominum. Psalm 5. Vesp. 33
bis 33. 39. 33. — besonders
comp. 31 bis 3«.
Laudate puerl. Psalm 3. Vesp. 33 bis
30. 03. — besonders comp. 33
bis 30.
La vampa dei mio, Ar. Op. 319. 30.
La vergogna. Ar. Op. 319. 25.
La vlrt& sbandita. Ar. Op. 303* 17.
Le gioje d'amore. Ar. Or. 333. U.
L'emple raste. Ar. Or. 331. 15.
Leon dl stragL Ar. Op. 313. 10.
Lettioni da morte. Hymn. 333.
Le tue flamme, Ar. Op. 313. 10.
Le vaganti. Chor. Op. 313. 25.
Libera me Domlne. (Requiem) 33«
Hymn. 333«
Lieto i'torno. Ar. Op. 315. 9.
L' impossibii del mistero. Ar. Or. 333.
18.
Lingua mea die. Offert. 131.
L' innocenza la fede.Madr. Or. 331.13.
L' innocenza non vivo. Ar. Or. 339. 6.
Litaneien. 113. bis 133. — Laure-
tanae 113 bis 113. — S. Dei geni-
trix 1 30. — S. Maria 131 — Mater
divlnaegratiae 133.— Mater salva-
toris 133. — Mater ämabiüs 133.
— Mater inviolata 135.
Lode a Dio. Chor. Or. 339. 2.
Lodi a Vesta. Chor. Op. 313. 8.
L' odio non parla. Ar. Or. 331. 16.
Lo sd Gesd. Ar. Or. 339. 4.
Luce e guida. Ar. Op. 313. 13.
Lucis Creator. Hymn. 339.
Lungi n' andrd. Ar. Op. 313. 18.
Lusingato dal flori. Ar. Op. 303. 6.
Maddali Bemardino. Verf. dos Textes
zum Orat. 333*
Madre d' Amor. Ar. Op. 313. 3.
Madre potessi. Ar. Or. 300. 9.
Magnificat, letzter Psalm der Vesp.
39 bis 33. 33 bis 33. — beson-
ders comp. 33 bis 101.
I Y
M*
180
Beil. X. Register.
Mai pid btlia. Chor. Or. tm. 2.
Mai tut Gange. Chor. Op. 319. 4.
Mai brama il rtgno. Ar. Op. 31 ft. 34.
Manclii agil aitri. Ar. Or. «SQf. 5.
Manus tuaa fecerunt Hymn. Lctt.
Mater facta. Hymn. t«9.
Meco venga geioto. Ar. Op. BIO* 25.
Me credendo. Ar. Op. 319. 11.
Me infelice. Ar. Op. BOB. 14.
M'empie di crudeitä. Ar. Op. BIO.
17.
Men Hera. Ar. Op. Bl<« 14.
ii Mese di Marzo. Op. BOO.
Messen. 1 bis ftO* Messen mit Auf-
* Schriften s. Missa«
Mesto amor. Ar. Or. BOl* 23.
Metastasio Pietro. Verf. des Textos
i&ur Op. 31 §•
Mi contento clie. Ar. Op. BOl* ti.
Miiie Cori con inno, Chor. Op. BOO«
13.
Miiie cose in un. Ar. Öp. B19. 17.
Minaccioso a noi. Ar. Op. B04I* 9.
Mira clie ie tue. Ar. Or. 90S* 11.
Mirando la mia. Duo Op. Bll* 20.
Mira o peccatore. Ar. Or. BOO* 4.
Mirate fedeii. Ar. Or. BO«. '20.
Mirti e Rose. Ar. Op. BIB* 5.
Miserere mei. Grad. l«9«
Miserq non i. Quint. Op. BIO« 19.
Missa. — Absque gioria. 1« — Ariosa.
B* — Benjamin. B* — Bonae spei.
41« — Brevis solennitatis. ft« — Bre-
vium uitima. O* — Canonica. 9* —
Confidentiae. 9» — Constantiae.O*—
Corporis Cliristi. lO« — Credo in
unum Deum. 11« — Dies mei sicut
umbra. IB« — Divinae gratiae. 13«
— Ferventls orationis. 14* — Fidu*
ciae. Ift* — Fuge perversum mun-
dum. 10» — Humiiitatis. 19* —
In fietu soiatium. 19* — Lingua mea
dkiamus. lO* — Matutfna. BO« —
Ne intres in |udicium. Bl» — Non
erit in mora. BB» — Post medioin.
%M» — Preces tibi Domine. tV* —
Precum. Bft« — Primitiva. tO« -
Pro gratiarum actione. BV« — Puri-
ficationis. B9» — Quadragesimalis.
BO* — Quid transitoria. 30* -
Reconvaiescentiae, Bl* — S. Anto-
nil. 3B. — S. Caroii. 99. — S.
Joannis. B^ — S. Josefi. 3ft« -
* S.Michaelis. BO«— S. Phliippi. 3).
— S. Spiritus. 30* — S. Thonae.
BO» — Temperantiae. 40* — Tem-
pus voiat. «!• — Una ex duodecim.
«B« — VeiocUer currit BB. -
Vicissitudinis. ««• —
Misterl dolorosi. Hymn. BOO.
Mora i' infame. Ar. Or. BOB* 20.
Morro so ad almi. Ar. Op. BOB« 7-
Mortai specchiati. Chor Or. B07* ^1
Mortai tu giA. Madr. Or. BOB* 22.
Morte ai traditor. Chor Op. Bift* U<
Mottette. lOB bis 19B«
Mysteria gaudiosa. Hymn. BSO*
Nasca Elisa. Chor. Op. BIO* 21.
Nasce in un giorno. Ar. Op. Bl§« '^•
Nato appena. Ar. Or. B09* 5.
Ne i' aima d* ogni. Ar. Op. BIB« ^
Nelfoco deiie stelle. Chor. Op. 31«*^
Neil' augusto suo. Ar. m. Chor Op.
BIO* 34.
Ne io sdegno. Ar. Op. 319* 28.
Nei passar da un. Ar. Op. BiB* ^i-
Nel pensier di non. Duo Op. 30§* 1^
Nel tue braccio. Duo Or. BOB* ^^•
Nel veder cader. Ar. Or. BOB* !•*•
Nil eani^r. Hymn. BOO* 3.
Nisi Dominus. Psalm Vesp. 00* 6§*
— besonders comp. lOO bis t09*
Nobis datus. Hymn. B90* 4.
Nd che non teme. Ar. Or. BOB* 3.
Nö. colpa mia. Ar. Or. B03* l'^*
Noi dai ciel. Ar. Op. 3iB* 3.
Nö, ia grazia. Ar. Or. B03* 10.
Non ancora ei. Ar. Or. B09* 12
Beil. X. Register.
181
Non conffundentur. Grad. IS 9*
Non dimando. Ar. Or, Z9^» "23.
Non h il sol. Ar. Op. 309« 5,
Non h sempre. Ar. Or. ••!• 9.
Non h solo. Ar. Op. Stft« 13.
Non han pid. Ar. Or. <•«• 2.
Non merita rigor. Ar. Op. 319« 3.
Non merta V uomo. Ar. Or. SStt« 5.
Non merta un traditor. Duo. Op. 319«
20.
Non mi doni. Duo. Op. 31%* 21.
Non mi resta. Ar. Op. 31ft« 14.
Nö, non credete. Ar. Or. 9im« 4.
Nd, non timerö. Ar. Or. 905* 11.
Non pensar. Ar. Op. 3IS« 2.
Non sdegnar. Ar. Op. 300» 10.
Non tien de pregi. Ar. Op. 31 §• 14.
Non speme il mio. Ar. Or: 900» 14.
Non f amo. Ar. Or. 1t99* 9.
Non f arrosslr. Ar. Op. 319« 18.
Non ti accenda. Duo. Op. 313« 0.
Non ti lagnar. Ar. Op. 309* 4.
Non tormentarti. Ar. Op. 809« 8.
Non v' h cor. Ar. Op. 30S« 4.
Non V' h di quella. Ar. Op. 30«. 9.
Non v' ö pace. Duo. Op. 309* 14.
Nö sperando clie. Ar. Or. ZBfkm 6.
Notte infaueta. Ar. Or. «Ott* 10.
Le Nozze dl Aurora. Op. 314«
Nulla paventa. Ar. Op. 313* 16.
Nuila Slam fuora. Chor. Or. 300* 15.
Nume perfetto. Duo. Or. t««« 17.
Nunquam ira. Hymn. :t4fl«
Nunc dimittis. Cant. 8im. Completor.
tZ%h\& 1 Z9.— besonders comp.
13«.
Nuncla dl gaudio. Chor. Op. 3 t«. 2.
0 acerbum spectaculum. Miss. dol.
0 beata Ventura. Chor. Op. 309« IH.
0 beate Palme. Duo. Or. zn^. 19.
Occhi miel. Ar. Op. 310.27.
0 come spesso. Ar. Op. 319« 19.
0 de miseri. Ar. Op. 303. 2.
0 di cena augusta. Chor. 0r.9lli«28.
Offendere per amare. Op. 309*
Offertorlen. !«• bis !•«•
Ogni vittima. Ar. Or. SII9. 4.
0 grand alma. Chor. Or. «OO. 24.
Q ignis coelestls. Mott. t90.
0 miraeuia. Hymn. myst. gaud. «§f|.
Omnes laudent. Hymn. VftO.
Omnibus, qui invocant. Grad. t41.
Omni die die. Hymn. «ftl«
Omnis terra adoret. Mott. 1 93*
Ondeggia anche. Ar. Op. 303. 3.
Opern. 301 bis 319* Darunter:
Oramma per musica. — Poemetto
drammatlco. — Componimento per
musica. — Componimento pastorale
— eroico. — Componimento da ca-
mera. — per musica. — Festa tea-
trale.
Oratorien. 391 bis 300«
Orchi Harte. Ar. Op. 30e. 12.
Or che splende. Chor. Op. 31 9* 2.
Or ch' 11 lume. Ar. Or. tO«. 18.
Orfeo ed Euridice. Op. 309.
Oll Ossequi della Notte. Op. 30ft.
Ouvertüren. 333 bis 333. 333 bis
330« — zu Proteo sul Reno. 333«
— zu Costantino. 333 • *
Ovo 11 destin. Chor. Op. 31«. 12.
0 voi che amando. Chor. Op. 319. 35.
Pace Porsenna. Chor. Op. SJIft. 38.
Pace sl brama. Chor. Op. 3Ift. 30.
Padre son, Ar. Op. 3t&* H-
Parce mihi Domine. Lett. da morte.
Par ch' io vegga. Ar. Op. 311» 3.
Pari non ha di lui. Chor. Op. 313. 22.
PariatI Pietro. Verf. der Texte zu den
Oratorien. 33t. 333. 333 bis
333. — zu den Opern 309 bis
313*31«. 315.319.
Parmi giä. Ar. Op. 315. 23.
Parte ma 11 coro. Ar. Op. 310. 7.
Parto ma forse. Duo. Op. 313* 18.
182
Beil. X. Register.
Parteti. Ar. Op. Sl». 19.
PaHlte a tre. Sf» bis 3<9. — für
Clav. «Oft*
Pasquini Claudio. Verf. d. Textes zum
Orat. 300.
Peccatore al suo. Chor. Or. :(••• 20.
Penta che foste. Ar. Op. Slft« 10.
Per amar con piA, Ar. Op. Slft« 30.
Per atterrar. Ar. Or. «95 • IH.
Per bear i nostri. Duo. Op. 3tO« 32.
Per bear la vottra. Ar. Op. SiO»
28.
Per correr veloci. Ar. Op. SOft« 10.
Perchä del sole. Chor. Op. SOO. 7.
Perde il tempo. Ar. Op. 309. 2.
Perdona al genitor. Ar. Op. Sil. 19.
Per far le pie. Ar. Or. %%%• 3.
Per formarla. Ar. Op. St 41* 19.
Per gr orrori. Ar. Op. 309. 1(3.
Per gran sangue. Ar. Op. 303* 13.
Per la gente. Ar. Or. SÜV. 3.
Per I' uomb. Ar. Or. %••• 9.
Per mercede di mia. Ar. Op. 310« 4.
Per placar. Duo. Or. Slll« 19.
Per provar. Ar. Or. M99* 5.
Per regnar. Ar. Op. 30II« 9. - Op.
31«. 19.
Per eogulr V amato. Ar. Op. 300« 5.
Per te mundus. Hymn. 333»
Per un cor. Ar. Op. 3iO« 3.
Pia mater, fönt Mott. I90»
Piango sospiro. Ar. Or. 3llft* 14.
Pien di fiagelli. Chor. Or. 300* 8.
PIA clio freme. Ar. Op. 310* 8.
m ehe I' ira. Ar. Or. 33I. 22.
Pi& forte Incontrerai. Ar. Or. 3113. 18.
Pi& non empia. Ar. Op. 319* 33.
Plaudite Deo nosfro. Mott. 13 9.
Piaudite eonat tuba. Off. 133«
Poemeito drammatico. 8. Opern.
Poichb ii veggo. Ar. Op. 319* 32.
Poichb si fa. Ar. Op. 311. 14.
Polluerunt templum. Hjrmn. 333»
Penis nubem. Mott I33*
Porta da questo. Ar. Or. 333* 7.
Porteranno a te. Ar. ul Chor Op.
319.36.
Preparato de i' aima. Ar. Op. 31 1« s.
Preto h Cristo. Chor. Or. 399r. 2.
Pria col lampo. Ar. Or. 393* 4.
Prima che mal. Ar. Op. 313« 24.
Primo Impegno. Ar. Or. 331* 9.
Ptiche. Op. 313«
Pulchoria. Op. 303.
Puoi peccar. Ar. Or. 333« 8.
Puro II suo cor. Ar. Or. 399* 9.
Pur sei giunta. Ar. Op. 313« 15.
Pur troppo h ver. Ar. Op. SOO« 8.
Quae te vicit. Hymn. 393. 2.
Qual alflna si vide. Ar. Op. 30l^» i'.^
Qual amante h. Ar. Op. 310« 21.
Quai astro. Chor Op. 3 III. 9.
Qual giglio. Ar. m. Chor.Op. 30«. \^
Qual il sol. Ar. Op. 309. 12.
Qual se appare. Ar. |3p. 303» 11.
Qual si nutrisca. Ar. Op. 333. 11.
Quamvis muta. Hymn. 333«
Quande corea. Ar. Op. 313* 6.
Quando h giudice. Ar. Op. 310. 22.
Quando in campo. Ar. Op. 333* 15.
Quando ia serpe. Duo. Op. 318« 2iK
Quando pid. Ar. Op. 313« 5.
Quando pid non. Ar. Op. 310* 26.
Quando si ama. Ar. Op. 313« 11.
Quanto pid acerbo. Chor. Op. 3 1 9« 4.
Quanto pi& alfretta. Ar. Op. 31S* 23.
Quanto tarda h, Duo Op. 313» 17.
Quasi agnelii. Ar. Or. 303« 5.
Queir amor. Ar. Or. 333« 6.
Quella serpe. Ar. Or. 333* 2. — Op.
303* 17.
Quel noccbier. Ar. Op. 313. S,
Questa h la fida. Ar. Op. 31 9. 16.
Questa fronda. Ar. Op. 303. 22.
Questa si ö. Chor. Or. 331. 25.
Questi h Teti. Ar. Op. 319. 11.
Questo DIo d a te. Ar. Or. 303. 11.
Questo e' I giorno. Chor Or. 331« 2<>
— Ar. Op. 303. 24.
Beil; X. Register.
183
Questo ferro a te. Ar. Op. 31ft« 26.
Qui biberit aquam. Hymo. Sft5«
QuicunqUB Christum. Hymn. S90. 1. 2.
Qui di Cintia. Chor Op. 31t. 21.
Qui dove sparger. Ar. Or. SflO« 15.
Qui babltat. Psalm. Compl. ±Z% bis
lt9« — besonders comp. 13 t*
Qui Paraclytut. Hymn. MUn» 3.
Reges Tharsis. Mott. ta9«
Regina Coeii. Hymn. tft0«
Rendi a me. Duo Op. 30II* 13.
Reo fft Adamo. Ar. Or. tll3* 10.
Requiem. AI bis ft9»
Requiem aeternam, erstes Stück des
Kequiem.
Requiem aeternam. Grad, pro defiinct.
IMI* 1«9.
Revelabitur gioria. Commun. tu 4;
Richiamato. Ar. Op. 3tt» 4.
Rinforzate. Ar. Or. «Oft* 20.
Roma non paventar. Chor. Op. 315» •).
Rondinella. Ar. Op. 309« 11.
Ruscelletto. Ar. Op. 3tO« 13.
Sacris soienniit. Oifert. I60«
Saepe expugnavenint. Psalm Vesp. O^
bis 135*
Sagro di Cintia. Chor. Op. 311« 2.
Sai percliö. Ar. Or. Sfl3« 14.
Salda ha r aima. Ar. Op. 3 1 ft« 20.
Salva Regina. Hymn. tftV bis tOS*
S'ami Chi f ama. Ar. Op. 313« 8.
Sanctus, viertes Stück der Messe.
Sappia il mondo. Ar. Op. 30§. 7.
Saprei morir. Ar.-Op. 31ft« 25.
Sarete fortunati. Ar. Op. 30fl* 3.
SL ascolto de! tuo. Ar. Op. 309. 10.
Scellerato che. Ar. Or. tO§. 18.
Sdegni umani. Ar. Or. tOI. 5.
Se al ritorno. Ar. Op. 300. 21.
Se al tuo eangue. Ar. Or. tfl9. 14.
Se ancor mi arma. Duo Op. 3iO« 32.
Se a qel platano. Ar. Or. tut* 8.
Se a te tu sei. Ar. Or. Z9%. 21.
.Sechiedi al peno. Ar. Op. 314« 26.
Se cortese a noi. Chor Op. 311. 12.
Se orudi al mio. Ar. Or. 1t97. 9.
Se da me tu. Ar. Op. 3IO. 15.
Se d' amore amante. Ar. Op. 313* 20.
Se d' Assuero. Ar. Or. tllll« 8.
Se del Sole. Ar. Or. «•!• 3.
Se di poter. Ar. Op. 31 1* 16.
Se dolente un di. Ar. Or. 333 • 4.
Se fino ad ore. Ar. Op. 319» 15.
S' egii h pur. Chor. Or. 300. 3.
Se glorie oeroate. Chor.Op. 3IO« 24.
Segnate un si bei. Duo. Op. 300« 22.
Segui r orme. Ar. Or. 31I3* 13.
Se II destin. Ar. Op. 313. 18.
Se i miei cari. Ar. Or. 399. 20.
Sei nocchier che. Ar. Op. 315» 37.
Se in-questo bei. Ar. Op. 309« 6.
Se la figlia. Ar. Op. 3 1 9« 8.
Se la man non. Duo Op. 30%» 14.
Se mi vicoi tu. Ar« Or. 309* 16.
Sento nel coro. Ar. Op. 309« 8.
Senza un poco. Ar. Op. 303« 18.
Se per ffarmi. Ar. Or. zn%* 20.
Septett für Instrumente. 339«
Se pur mio. Ar. Or. 300« 14.
Serba il tuo cor. Ar. Op. 30S« 10.
Se regna in su. Ar. Op. 31ft« 7.
Jerenata a Otto. 333»
Se risponder tu. Duo Or. 399« 17.
Se ti opponi. Ar. Op. 31^ 27.
Se vedrai de! soie. Ar.Op. 3IO* 2i).
SiafeKce in me. Ar. Op. 313« 35.
Sia mio Die. Duo Or. 39«« D.
Si beir alma. Terz. Op. 309. 18.
Si ch' egIi h Amor. Ar. Op. 313* 14.
Sicut servus desiderat. Mott. I9«*
Si duol Ges&. Ar. Or, 39k« 7.
Si mio ben. Duo Op. 311« H.
Sinche avrö. Ar. Op. 313* 5.
Sinfonie a tre 330* 33t* ~ a
quattro 333« 330«
Si pugnate. Ar. Op. 3iO* 23.
Si rassegna. Ar. Or. 399* 11.
Si saggia ö. Ar. Op. 303* 16.
184
Beil. X. Register.
Si ti cor mio. Quart Op. S09« 13.
Si tperiam. Duo Op. St«« 17.
Si tempra la mia. Ar. Or. 1t99» 19.
Si trionfi Amor. Quart Op. 81«* 13.
Si vedrä quel nome. Ar. m. Chor. Op.
• 311.21.
Si vedra8si Giove. Ar. Or. tfl<« 18.
Si Vendetta. Ar. Op. SO«* 7.
So clie d' aquila. Ar. Op. SOS* 4.
So clie pii^ce. Ar. Or. SOS« 21.
So clie tanto. Ar. Op. 309« 3.
So clie un ingrato. Ar. Op. StO* 9.
Sol dai cenni. Ar. Op. SI«« 10.
Sol dal cor. Ar. Op. 309« 3.
Sol nelle lud. Ar. Op. SlO« 5.
Solo a Dio. Ar. Or. SOS« 7.
Soio d' Afliialia. Chor. Op. SOS« 17.
Sol per gloria. Chor. Op. SOO« "20.
Sommo bene. Ar. Or. SOft« 4.
Sommo Iddio. Ar. Or. SOI« 24.
Sonate a tre, quattro, sette 3SS bis
SftI« SOO bis S09«
Son delP uomo. Ar. Or. SOO« 17.
Son dettinata. Duo Op. SOO« 7.
Son le tue lud. Ar. Op. SOO« 4.
Sonno amato. Ar. Or. S05« 19.
Sono ingrato h ver. Ar. Op. SlO« 20
Son perdute. Ar. Op. SlO« 7.
Son per te. Ar. Op. St«« 6.
Son quäl cerva. Ar. Op. Ztl»^-
Son quett aque. Ar. Or. SOO« 7.
Sorga V Alba. Chor. Op. 315. 31.
Sotto il verde. Ar. Op. 319« 34.
Sovra ii crln. Chor. Op. SO 9« 5.
Sovra il Satso. Ar. Op. SIS« 10.
Spargi in me. Ar. Or. SOS« 3.
Specdiiati pur. Ar. Or. SO«« 14.
Spera e taci.'Ar. Op. 319« 0.
Spera Innocenza. Chor. Or. SO«« 10.
Spera o Roma. Chor. Op. 315« 4.
Sperar non puÖ. Ar. Or. SO«« 5.
Spira intorno. Ar. Op. 319« 13.
Spiri gloia. Chor. Op. S09« 17.
Sposo amato. Ar. Op. SOO« 4.
Stabat mater. Hymn. S09« SOS.
Stampiglia Silvio. Verf. des Textes zur
Oper SOO«
Stringe il nume. Ar. Or. SOS« 6.
Sfringi il crin. Ar. Or. SOS« 14.
Sub tuum praesidium. Hyun.. LiUn
1 15 bis ttO. — ISO bislf 3.
Sd, guerrleri. Duo Or. SOS« 12.
Sülle torri. Ar. Or. SOO« 7.
Su' I mortal che. Ar. Op. SOS« 7-
Su'l tuo capo. Ar. Or. SOO« 10.
Suoi tpazi immensi. Ar. Op. SOft« <>
Su si tolga. Ar. Or. SOS« 21.
Su 8u pentleri. Ar. Op. SOS« 5.
Su SU vol trombe. Chor. Op. 31 ««'-'i'
Taci infido. Duo Op. SOS« 11.
Tacl pur. Ar. Or. S09« 7.
Taedet animam. Lett. da morto S9§*
Tal credo in cielo. Ar. Op. 31 §• l'>
Tal quair aquila. Ar. Or. SOS« 0
Tal tu sei. Ar. m. Chor. Op.Slft*^!
Tanto Cristo ama. Chor. Or. SOS« H
Tanto Cristo dee. Ar. Or. SO 9* 1<>
Tanto fece. Ar. Or. SOO« 13.
Tantum ergo. Hymn. SOO«
Te Deum laudamus. Hymu. S90 bb
S9S«
Te lucis ante. Psalm. Comp]. ISObi^^
ISO« — besonders comp. 1S3«
Te mane. Hymn. S90« 5.
Tender lacci. Ar. Op. 31«« 14.
Terger puote. Ar. Or. SOI« ^•
II Testamente di Nostro Signore. 0:
SOO.
TInto r acciar. Duo Op. SOO« H-
Toglieste k me. Ar. Op. 31«« 7.
Tolga ai Lazzaro. Ar. Or. SOS* 1-
Tollite portas. Offert. 15S«
Tradisce il suo. Op. Chor. 319- <^
Tremö la terra. Chor. Or. SOO« 'l
Trö virtd vanti. Chor. Or. S09« H
II Trionfo della fede. Or. SOS«
Trombe Mete. Ar. Or. S06« 2.
Troppo h vano. Ar. Or. S06» 1<^*
Tu ben vedo. Ar. Or. SOS« H-
Beil. X. Register.
185
Tu chiedePBl piotä. Ar. Or. %9M» 15.
Tu degli Ebrel. Ar. Or. t«9. 17.
Tu ei nieghi, Ar. Or. SOt« 4.
Tu fotti «gual. Ar. Op. 3t4« 15.
Tu gran nome. Chor. Op. 810« 21.
Tu lumtn. Hymn. 893« 1 — 3.
Tu morrai fellon. Terz. Or. SM« 12.
Tu pur tiegui. Ar. Or. 896« 22.
Tu soi ralma. Duo Op. St«« 30.
Tu senti con mia. Ar. Or. ••!• 7.
TuHa feda ö. Ar. Or. tOV« 10.
Tutf II ciolo. Ar. Or. t^tt« 7.
TuHo cangia. Ar. Op. 319« 6.
Tutto II bai. Ar. Op. 3l«* 20.
Tu vedrai che. Ar. Or. 3O0* 21. —
Op. 3t9« 8.
Tu vedrai fatta. Ar. Or. t0ft» 8.
Tu vedrai frä. Ar. Op. 319« 2.
Ubi es electe. Myst. gaud. 39II*
Un candido seno. Ar. Op. 3t3« 15.
Un destin per me. Ar. Or. 333« 19-
Un di pid fellce. Chor. Op. 313* 26.
Un marito ebbt. Ar. Op. 313« 11.
Un vapor. Ar. Op. 313* 13.
Ut siffl castus. Hymn. 3941«
Vado a morte. Ar. Or. 333* 15.
Vaglil al pari. Ar. Op. 313« 16.
Va Macabea fellce. Chor. Or. 333« 13.
Van desir dl giorla. Ar. Op. 303« 15.
Vanne alla Diva. Ar. Op. 31^ 21.
Vanta che del suo. Ar. Op. 313» 6.
Va prlgioniere. Ar. Op. 303* 13.
Va sempre la vittoria. Madr. Or. 333*
13.
Va va Qesft. Duo Or. 333* 19.
Veder Teterno. Ar. Or. 333« 15.
Vedi che II redentor. Ar. Or. 333* 18.
Vedrö senza furor. Ar. Op. 313* 10.
Vendicate col ferro. Ar. Or. 333« 15.
Venga l'uom. Ar. Or. 339« 19.
Veni Creator spiritus. H3nnn. 393*
Venite Angioli. Duo Or. 333. 16.
Venite benedicite. Hymn. 333*
Veritas mea. Offert. t39. 133*
Vespern 33 bis 33» — Psalmen
daraus 93 bis 113«
Vesperae de Confesspre. 33 bis 33«
— de B. Maria.33«33« — deiSab-
bato. 39« — con V Inno. 33« •— do
Domenica. 33«
Vesta adora. Ar. Op. 313« 5.
Vestifa da pLstä. Ar. Op. 303« 3.
VictImae paschalis. Hymn. 393«
Viene a noi. Chor. Op. 319« 10.
Viene Imeneo. Chor. Op. 313« 9.
Vieni e spera. Chor. Op. 303« 2.
Viani 0 forte. Chor. Op.^ 309« 14.
Virgo gaude. Hymn. 399«
VItae forma. Hymn. 393«
Viva di Cintia. Ar. Op. 311« 4.
Viva Elisa. Chor. Op. 313. 2.
VivI e gode. Ar. Or. 133« 12.
Vivi etemo. Chor. Op. 313« 17.
Voi begi' occhi. Ar. Op. 311« 5.
Voi ehe per via. Ar. Or. S30« 3.
Voi da profondl. Ar. Op. 313« 11.
Voi pupilie. Ar. Op. 313« 7.
Voia giä di lido. Ar. Op. 303« 2.
Zeno Apostolo, Verf. des Textes zur
Oper 313«
N
186
Nachträge.
Durch die Aufstellung dee Archive in dem neuen groeeen Gebäude der
Gesellschaft der Musikfreunde in Wy^n wurde besonders die Äbiheilung ,4^
Rudolf inum*^ zugänglicher gemacht, aus welchem mehrere Abschriften Fuxi-
scher Compositionen , während des fortgeschrittenen Druckes dieses Werkes
bekannt wurden, die hier nachgetragen werden.
Die Nammern beziehen sich auf die Beilage X.
ft« (Missa Brevis soletmitatis). Abschrift. Partitur: Im Wien.
Mus. Ver. Arch. 12024 (Rudolfinum).
9* (Missa Canonica). Abschrift. Partitur und Stimmen: Im Wien
Mus. Ver. Arch. 7425 (Rudolfinum).
0. (Missa .Gonstantiae). Abschrift. Partitur und Stimmen: Im
Wien. Mus. Ver. Arch. 7454 (Rudolfinum).
SO. (Missa Quadragesimalis). Abschrift. Partitur and Stimmen:
Im Wien. Mus Ver. Arch. 1625.
S«* (Missa 8. Joannis). Abschrift. Partitur: Im Wien. Mus. Ver.
Arch. 12027 (Rudolfinum).
84 a* Missa S. Joannis Nepomuoensis. Für Soprani Alt, Tenor,
Baas, 2 Posannen, dono. Orgel.
i. Kyrie.
Aüegro,
|4ltf','r^ II U J'^^i
TBS.
X
m
n B'
t=X
Trombe.
Alt, Solo, Ky - ri-e elei - sonKy - ri-e e>Iei- son
^
m
7 7
t
4 S
±
^
^
2. Gloria C . 3. Credo C . 4. Sanctus •». S. Benedictus •4. ff. Agnus
Lei C. Dona \.
Autograph. Im Wien. Mus. Ver. Arch. 12023. — Aufschrift: »Missa
8. Joannis Nepomucensis a 4 voc. Concert. e 2 Trombe ex voto concinaU
ab Authore Joanne Josephe Fux*' 43 Blätter, gr. Querformat.
187
Abschriften. Unbekannt.
Anmerkung. Mehrere in der Partitur nur angedeutete Instrumente
ausser der Posaunen haben kleine Zwischenspiele. Die Messe ist mit Soli
reichlich bedacht und lebhaft glänzend gehalten. .
±911 • (Alma Bedemptoris). Abschrift. Stimmen: Im Wien. Mus.
Ver. Arch, 17431.
M0^m (Asperges n. 4). A b s c h r i f t e n. Partitur und Stimmen : Im Wien.
Mus. Ver. Arch. 12025 (Rudolfinum).
399 a. Theo d. V. Kar aj an besitzt folgendes Textbuch mit dem Titel :
„Die heilige Dimpna, Infantin von Irland. Oratorio in der
röm. kais. Maj. Josef I. Hofkapelle gesungen. Im Jahre 1702. Mit der Musik
des Herrn JohannAntoni (sie) F u x, der röm. kais. Maj. Cammer-Musici
und Compositore. 4<^. Gredruckt zu Wien, bei Susanna Christina Cosmerovin,
röm. kais. Maj. Hofbuchdruckerin. — Unterredende : Der König in Irland. —
Die heil. Dimpna seine Tochter. — Der heil. Gerbemo, ein Eremit — Ein
Vertrauter von dem König. — Ein königlicher Rath. -^ Ein Kammerfrfiule
von der heil. Dimpna.— Chor der Engel.— Chor der Kriegsknechte.'' i —
Der heidnische König hat seine Frau durch den Tod verloren und lässt
durch seine Leute eine Frau suchen, die der Verstorbenen ganz gleich sei.
Sie kommen zurück und berichten, keine gefunden zu haben, in seiner
Tochter Dimpna sei aber die der Verstorbenen gleiche Frau in seiner Nähe
und rathen ihm, diese zu ehelichen. Die heil. Dimpna (eine Christin) ver-
abscheut diesen scheusslichen Antrag entflieht mit Beihilfe des heil Ger-
bemo, beide werden aber von dem sie verfolgenden Könige erreicht und
da die Tochter ihm nicht zu Willen ist, tödtet er beide. -— Ungeachtet in
dem erwähnten Textbuche der Vorname des Componisten Johann Anton
(statt richtiger: Johann Josef) Fux angegeben ist, so stimmt doch seine
Anstellung als Hof-Musiker und Compositor im Jahre 1702 mit keinem
anderen zu solcher Zeit am Hofe zu Wien angestellten. Ausser dem Text-
bnche hat sich aber nichts weiter über dieses Oratoi;^um erhalten.
< Allacci, Dramn, col. 253 f. hat: S. Dimn a, figlia del RedUrUnda
Or. per motica (1687) di Gfor. Andr. Lorenzani — und S. Dimna, Prineipesaa
dMrlajada. Traged. Saera rappres. in Roma 1667 di Giiis. Beroeri. Vielleicht liegt
elnea oder daa andere dem obigen dentadien Texte zu Gmade.
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